{"id":32082,"date":"2023-07-17T14:32:28","date_gmt":"2023-07-17T12:32:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=siebenjaehriger-krieg-europ-dimension"},"modified":"2024-12-12T10:37:29","modified_gmt":"2024-12-12T09:37:29","slug":"die-europaeische-dimension-des-krieges-die-diplomatische-revolution-in-der-europaeischen-aussenpolitik-und-das-reich-als-kriegsschauplatz","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-europaeische-dimension-des-krieges-die-diplomatische-revolution-in-der-europaeischen-aussenpolitik-und-das-reich-als-kriegsschauplatz\/","title":{"rendered":"The European dimension of the war"},"content":{"rendered":"<p>In der Ank\u00fcndigung des Beitrages hie\u00df es noch \u201eDie diplomatische Revolution\u201c. Diese Formulierung wurde 1939 von dem NS-Historiker Peter Richard Rohden gepr\u00e4gt. Es ist daher besser, den 1844 von Simonde de Sismondi und 1896 von Richard Waddington eingef\u00fchrten Begriff \u201erenversement des alliances\u201c, die \u201eUmkehrung der Allianzen\u201c, weiter zu benutzen.<\/p>\n<p>Der Siebenj\u00e4hrige Krieg war als Dritter Schlesischer Krieg letztlich eine Folge des Ersten Schlesischen Krieges. Dessen Ausbruch erkl\u00e4rt sich zun\u00e4chst aus einem Zufall, dem unerwarteten Aussterben der Habsburger in m\u00e4nnlicher Linie am 20. Oktober 1740, als Karl VI. mit 56 Jahren, \u00fcberraschend, starb. Das war f\u00fcr die europ\u00e4ischen M\u00e4chte wie eine Einladung, sich am Erbe Maria Theresias zu vergreifen. Auch der junge, 28j\u00e4hrige, erst am 31. Mai 1740 auf den Thron gelangte Friedrich von Brandenburg-Preu\u00dfen sah die Chance und er\u00f6ffnete, in der Fr\u00fchen Neuzeit un\u00fcblich, im Winter, am 16. Dezember 1740, mit dem \u00dcberfall auf Schlesien, den \u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg. Das Risiko war enorm. Friedrich w\u00e4re verloren gewesen, h\u00e4tten sich nicht weitere M\u00e4chte wie Sachsen, Bayern, Kurpfalz, Kurk\u00f6ln, Neapel, Spanien und Frankreich, entschlossen, sich ebenfalls am habsburgischen Erbe zu bereichern.<\/p>\n<p>Was bewog Friedrich zu diesem unkalkulierbaren Risiko? Er ist vorrangig aus der Besonderheit Friedrichs II. als defizit\u00e4rer Monarch zu erkl\u00e4ren. Er war ein dysfunktionaler Dynast, da er sich fr\u00fch entschlossen hatte, die Dynastie nicht fortzusetzen, weil er gleichgeschlechtlich veranlagt war. Dies war im dynastischen Zeitalter, dem Zeitalter der Erbfolgekriege von gr\u00f6\u00dfter politischer Bedeutung. Die Dynastien der Valois in Frankreich, der Medici in Florenz, der Oranier in England, der Wittelsbacher in Schweden starben aus, weil ihre letzten Repr\u00e4sentanten gleichgeschlechtlich orientiert waren.<\/p>\n<p>Friedrich war sich bewusst, dass er einer der vorrangigsten k\u00f6niglichen Pflichten, der Erhaltung der Dynastie, nicht nachkommen konnte. Er versuchte dies mit Eroberungen zu kompensieren, um dennoch als gro\u00dfer K\u00f6nig in die Geschichte einzugehen. Egozentrisch war er bereit, Preu\u00dfen f\u00fcr seinen pers\u00f6nlichen Ruhm, schlimmstenfalls f\u00fcr sein eigenes glorioses Ende, zu opfern. Am 27. April 1745 schrieb er an seinen Minister Podewils: \u201eIch habe es mir zur Ehrensache gemacht, mehr denn ein anderer meines Hauses Macht zu erh\u00f6hen [\u2026] Ich bin durchaus entschlossen, daf\u00fcr einzustehen, und koste es mich Gl\u00fcck und Leben. [\u2026] ich habe einmal den Rubikon hinter mir und will nun meinen Machtbesitz behaupten, oder es mag alles zugrunde gehen und bis auf den preu\u00dfischen Namen mit mir begraben werden.\u201c W\u00e4hrend des ganzen Krieges trug er eine kleine Dose mit t\u00f6dlichem Gift bei sich, seine \u201eTr\u00f6sterin\u201c, um sich jeder Zeit der Verantwortung zu entziehen. Was J\u00fcrgen Luh seine \u201eRuhmsucht\u201c nennt, f\u00fchrte zu \u201ekompensatorischen Taten\u201c, welche die Mit- und Nachwelt von seiner als Defizit empfundenen Veranlagung ablenken sollte.<\/p>\n<p>Die st\u00e4ndigen Vorhaltungen seines Vaters, er sei unf\u00e4hig sein Nachfolger zu werden, f\u00fchrten bei Friedrich zu kompensatorischen Handlungen, die in den gewagten Schritt von 1740 m\u00fcndeten, sein ganzes weiteres Leben dominierten, die deutsche und mitteleurop\u00e4ische Geschichte durch den preu\u00dfisch-\u00f6sterreichischen Dualismus bis \u00fcber 1866 hinaus beeinflussten und ihm im Siebenj\u00e4hrigen Krieg fast das Leben und seinem Staat beinahe die Existenz kosteten.<\/p>\n<h3>Die Ver\u00e4nderung der M\u00e4chtekonstellation zu Beginn des globalen Krieges in Europa<\/h3>\n<p>Der Siebenj\u00e4hrige Krieg ist als erster Weltkrieg bezeichnet worden. Diese Bezeichnung geb\u00fchrt jedoch eher dem \u00d6sterreichischen und noch mehr dem Spanischen Erbfolgekrieg, die ebenfalls in Europa, auf den Weltmeeren und in den \u00fcberseeischen Kolonien ausgetragen wurden.<\/p>\n<p>Nachdem die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Frankreich und Gro\u00dfbritannien in Nordamerika seit 1754 eskalierte, drohten auch in Europa Kriegshandlungen. Die Weigerung \u00d6sterreichs, auf britischen Wunsch, seine Truppen in den Niederlanden zu verst\u00e4rken, f\u00fchrte zur Aufl\u00f6sung des \u00f6sterreichisch-britischen B\u00fcndnisses am 16. August 1755. Gro\u00dfbritannien suchte neue Verb\u00fcndete und stellte Russland im Vertrag von Sankt Petersburg am 30. September 1755 hohe Subsidien f\u00fcr die Stationierung von Truppen an der preu\u00dfischen Grenze in Aussicht. Das mit Frankreich verb\u00fcndete Brandenburg-Preu\u00dfen sollte so davon abgehalten werden, die Stammlande des K\u00f6nigs von Gro\u00dfbritannien, Hannover, zu besetzen.<\/p>\n<p>Friedrich II. war alarmiert und sandte seinen Jugendfreund General Hans Karl von Winterfeldt zu Verhandlungen nach London. Dieser schloss am 16. Januar 1756 die Konvention von Westminster. Sie sah den gemeinsamen Schutz Norddeutschlands vor, f\u00fcr den nun Friedrich II. hohe Subsidien erhielt. Der Vertrag mit Russland wurde von Gro\u00dfbritannien nicht ratifiziert. Der Konvention l\u00f6ste den Umsturz der B\u00fcndnisse aus.<\/p>\n<p>Ludwig XV. wollte Hannover als Faustpfand besetzen und sah sich nun durch seinen preu\u00dfischen Verb\u00fcndeten hintergangen. Dies f\u00fchrte zum Abschluss des ersten Vertrages von Versailles am 1. Mai 1756 als Defensivb\u00fcndnis zwischen Frankreich und \u00d6sterreich. Gleichzeitig verhandelte \u00d6sterreich mit Zarin Elisabeth \u00fcber ein gemeinsames Vorgehen gegen Preu\u00dfen. Als die Franzosen im April 1756 die seit dem Spanischen Erbfolgekrieg britische Insel Menorca besetzten und auf Korsika landeten, erkl\u00e4rte Gro\u00dfbritannien Frankreich am 17. Mai 1756 den Krieg.<\/p>\n<h3>Etappen des Krieges mit dem Reich als Kriegsschauplatz<\/h3>\n<p>Von der Nachricht \u00fcber vermeintliche Kriegsvorbereitungen seiner Gegner beunruhigt, entschloss Friedrich sich zum Pr\u00e4ventivkrieg und marschierte am 29. August 1756 \u2013 ohne Kriegserkl\u00e4rung \u2013 in Sachsen ein. Die s\u00e4chsische Armee wurde in Pirna eingeschlossen. Friedrich II. hatte die Situation, vor der er sich f\u00fcrchtete, durch diesen Rechtsbruch selbst herbeigef\u00fchrt. Am 10. Januar 1757 trat Russland dem B\u00fcndnis von Frankreich und \u00d6sterreich bei. Der Dritte Schlesische Krieg war entfesselt. Das Verh\u00e4ltnis der Bev\u00f6lkerung der gegnerischen Parteien betrug 80 Millionen gegen vier Millionen Preu\u00dfen.<\/p>\n<p>Durch den \u00dcberfall auf Sachsen hatte Friedrich auch den Reichslandfrieden gebrochen. Kaiser Franz I. erreichte am Reichstag in Regensburg am 17. Januar 1757 die Reichsexekution gegen Preu\u00dfen. Auch das Reich stellte eine Armee ins Feld. Am 1. Oktober wendete sich Friedrich gegen den Vormarsch der \u00f6sterreichischen Armee unter Feldmarschall Browne, die den eingeschlossen Sachsen bei Pirna zu Hilfe kommen wollte. Friedrich schlug ihn am 1. Oktober 1756 bei Lobositz an der Elbe in B\u00f6hmen. Daraufhin kapitulierte die s\u00e4chsische Armee am 16. Oktober. Die einfachen Soldaten wurden in die preu\u00dfische Armee eingereiht, desertierten aber sp\u00e4ter massenhaft.<\/p>\n<p>Das Jahr 1757 begann nicht gut f\u00fcr Friedrich. Im M\u00e4rz schlossen sich Schweden und bald auch Sachsen und Spanien den Alliierten an. Am 1. Mai \u00e4nderten \u00d6sterreich und Frankreich ihr Defensivb\u00fcndnis durch den zweiten Versailler Vertrag in eine Offensivallianz mit dem Ziel der Zerschlagung Preu\u00dfens. Brandenburg-Preu\u00dfen sollte auf den Stand von 1614 reduziert werden. Statt der bisherigen 24.000 sagte Frankreich nun 100.000 Mann und Subsidien f\u00fcr \u00d6sterreich zu. Im Falle der Eroberung Schlesiens verlangte Frankreich die Abtretung der \u00d6sterreichischen Niederlande an die bourbonischen Nebenlinie Bourbon-Parma und vier Barrierefestungen direkt an Frankreich. Parma sollte an \u00d6sterreich gehen.<\/p>\n<p>Am 6. Mai 1757 siegte Friedrich jedoch bei Prag \u00fcber das Heer Karl Alexanders von Lothringen. Es war ein teurer Sieg, mit dem Verlust von 12.500 Gefallenen erkauft. Mit seinen verbliebenen 50.000 M\u00e4nnern versuchte Friedrich Prag einzuschlie\u00dfen und auszuhungern. Friedrichs Triumpf w\u00e4hrte nur kurze Zeit. Von Osten r\u00fcckte der \u00f6sterreichische Feldmarschall Daun schnell mit einer Armee zum Entsatz Prags an. Dauns Armee war \u00d6sterreichs letztes Aufgebot. Friedrich wollte Dauns Eintreffen nicht abwarten und zog ihm mit einem Teil der nach dem verlustreichen Sieg verbliebenen Truppen entgegen. Er fand ihn in einer sehr g\u00fcnstigen Stellung auf den H\u00fcgeln von Kolin. Friedrichs Berater rieten von einer Schlacht ab.<\/p>\n<p>Friedrich hoffte jedoch am 18. Juni 1757 in Kolin die Entscheidung des Krieges herbeizwingen zu k\u00f6nnen. Er hatte die Absicht, die eine \u00f6sterreichische Armee bei Kolin zu schlagen, die andere in Prag gefangen zu nehmen, Frieden mit \u00d6sterreich zu schlie\u00dfen und die Franzosen \u00fcber den Rhein zu dr\u00e4ngen. Vor allem wollte er \u00d6sterreich aus dem antifriderizianischen B\u00fcndnis herausbrechen, bevor Russland und Schweden aktiver in das Kampfgeschehen eingriffen. Der Plan scheiterte. Fast 14.000 Preu\u00dfen blieben auf dem Schlachtfeld.<\/p>\n<p>Prinz Heinrich dr\u00e4ngte auf sofortigen R\u00fcckzug. Friedrich erkl\u00e4rte er sei unf\u00e4hig, Anordnungen zu treffen, worauf Heinrich die Reste der Armee zur\u00fcckf\u00fchrte. Jedem war bewusst, die Belagerung Prags musste aufgehoben werden. B\u00f6hmen, Teile Schlesiens und die Lausitz mussten ger\u00e4umt werden. Das war schlimm, weil man bei begrenzten eigenen Ressourcen darauf angewiesen war, den Krieg aus den Mitteln des besetzten Landes zu f\u00fchren. In Westdeutschland siegten die Franzosen am 26. Juli unter Marschall Le Tellier bei Hastenbeck \u00fcber die hannoversche Armee unter dem Herzog von Cumberland.<\/p>\n<p>Mentalit\u00e4tsgeschichtlich war entscheidend, dass Friedrich bei Kolin den Nimbus der Unbesiegbarkeit verlor. Die Lagebeurteilung Friedrichs und der \u00d6sterreicher deckten sich. Ein preu\u00dfischer Sieg w\u00e4re wahrscheinlich kriegsentscheidend gewesen. Doch Friedrich unternahm den Versuch, geschw\u00e4cht von seinem Sieg bei Prag, dessen Belagerung er gleichzeitig aufrechterhielt, mit unzureichenden Mitteln. In seiner Umgebung wurde bef\u00fcrchtet, dass er Selbstmord begehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Karl Alexander von Lothringen und Daun verfolgten die Preu\u00dfen bis nach Sachsen. In der Oberlausitz beim Dorf Moys unweit von G\u00f6rlitz kam es am 7. September zum n\u00e4chsten gr\u00f6\u00dferen Gefecht. Durch die Niederlage von Moys war die Verbindung zwischen der Lausitz und Niederschlesien unterbrochen. Auch aus dem Westen kamen keine guten Neuigkeiten. Nach der Schlacht von Hastenbeck am 26. Juli 1757 musste sich die hannoversche Observationsarmee unter stetiger franz\u00f6sischer Verfolgung, zur\u00fcckziehen. Aufgrund d\u00e4nischer Vermittlung kam es am 10. September zu einem regionalen Waffenstillstand, der Konvention von Kloster Zeven. Die Franzosen unter ihrem neuen Befehlshaber, dem Herzog von Richelieu, besetzten Hannover und pressten es wie die preu\u00dfischen Besitzungen am Rhein und in Ostfriesland aus. Das Hauptkriegsziel der Franzosen auf dem Kontinent war erreicht. Gro\u00dfbritannien war aus dem kontinentalen Krieg ausgeschieden.<\/p>\n<p>Am 30. August 1757 siegte die russische Armee unter Feldmarschall Apraxin in der Schlacht bei Gro\u00df-J\u00e4gersdorf in Ostpreu\u00dfen. Die Lage der Preu\u00dfen war verzweifelt. Der Krieg schien seinem Ende nahe. Der Triumph der siegreichen Franzosen, \u00d6sterreicher und Russen schien vollst\u00e4ndig. Am 16. Oktober gelang es dem \u00f6sterreichischen General von Futak mit einer Husarenabteilung, f\u00fcr einen Tag Berlin zu besetzen. Gegen Zahlung von Kontributionen verzichtete er auf Pl\u00fcnderungen. Demoralisierung griff bei den Preu\u00dfen um sich.<\/p>\n<p>Seit August r\u00fcckten die Reichsarmee unter dem Herzog von Sachsen-Hildburghausen und die franz\u00f6sische Armee unter Charles de Rohan, prince de Soubise, in Th\u00fcringen gegen Sachsen vor. Friedrich eilte aus Schlesien herbei. Bei Ro\u00dfbach westlich von Leipzig wurde er am 5. November 1757, w\u00e4hrend er mit seinen Gener\u00e4len speiste, vom Erscheinen der Franzosen und der Reichsarmee \u00fcberrascht. Friedrich Wilhelm von Seydlitz rannte als erster hinaus und lie\u00df die Kavallerie aufsitzen. Einen Schlachtplan gab es nicht. Der Sieg bei Ro\u00dfbach war letztlich dem planenden Eingreifen Prinz Heinrichs zu verdanken.<\/p>\n<p>Die strategischen Auswirkungen der Schlacht von Ro\u00dfbach waren eher gering. Zwar siegten die Preu\u00dfen, aber die franz\u00f6sische Armee drangsalierte in Th\u00fcringen weiter die Bev\u00f6lkerung. Dennoch: 22.000 Mann hatten 41.000 in die Flucht geschlagen. Europa staunte. Ro\u00dfbach wurde zu einem entscheidenden Bestandteil des Friedrich-Mythos. Nun glaubten viele, man m\u00fcsse sich als Deutscher entscheiden, zwischen \u00d6sterreich oder Preu\u00dfen. Der Sieg bei Ro\u00dfbach f\u00fchrte dazu, dass Gro\u00dfbritannien sein kriegerisches Engagement auch auf dem europ\u00e4ischen Kontinent wiederaufnahm.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Friedrich in Sachsen operierte, sollte der Herzog von Braunschweig-Bevern Schlesien sichern. Daun nutzte seine \u00dcberlegenheit und belagerte ab dem 14. Oktober Schweidnitz, das sich am 13. November 1757 ergab. Nun richtete Karl Alexander von Lothringen sich gegen das Zentrum der preu\u00dfischen Macht in Schlesien, Breslau. Es kapitulierte am 25. November. Schlesien, das viele Rekruten f\u00fcr den Krieg stellte und erheblich zu den finanziellen Lasten beitrug, war fast vollst\u00e4ndig verloren.<\/p>\n<p>Um zu retten was noch zu retten war, eilte Friedrich aus Sachsen herbei und vereinigte sich am 2. Dezember mit den Resten der schlesischen Armee. Am 5. Dezember kam es bei Leuthen in Niederschlesien zur Schlacht. Die \u00fcberragende Bedeutung der bevorstehenden Operation betonte Friedrich vor der Schlacht in einer Ansprache an seine Gener\u00e4le. Er appellierte an ihren Mut und Vaterlandsliebe und erkl\u00e4rte, die Lage sei so verzweifelt, dass es nur die Alternative zwischen Sieg und Tod g\u00e4be. Zudem forderte er die Anwesenden auf, allen Soldaten den Inhalt seiner Ansprache bekannt zu machen. Hier zeigt sich der neue friderizianische F\u00fchrungsstil. Rhetorik wird zum Mittel der Politik und der Truppenf\u00fchrung und zwar in Form eines Appells an die Ehre und die Vaterlandsliebe, nicht nur der Offiziere, sondern auch jedes einfachen Soldaten. Dadurch traten sie in eine neue Beziehung zum Monarchen. Die Alternativen, die der K\u00f6nig anbot, waren extrem: siegen oder untergehen. Aber gerade dieser extreme Gegensatz verlieh der Ansprache die rhetorische Durchschlagskraft und damit dem m\u00f6glichen \u201eTod f\u00fcrs Vaterland\u201c etwas vermeintlich Erhabenes.<\/p>\n<p>Am 6. Dezember 1757 stie\u00dfen die Heere aufeinander. 10.000 \u00d6sterreicher blieben tot zur\u00fcck, 12.000 wurden gefangen. Die auf dem Schlachtfeld verbliebenen, siegreichen, ersch\u00f6pften preu\u00dfischen K\u00e4mpfer sangen nach ihrem blutigen Tagewerk den Choral \u201eNun danket alle Gott\u201c. Der numerisch unwahrscheinliche Sieg bei Leuthen, eingerahmt durch diese Ansprache und das spontane Singen des Chorals auf dem Schlachtfeld, aber auch die schnelle propagandistische Publikation dieses Ensembles von Ansprache, gewonnener Schlacht und Choral, machten die Schlacht von Leuthen zu einem Ereignis, das weltweit Beachtung fand und zum Teil des Friedrichmythos wurde.<\/p>\n<p>Trotz des Desasters bei Kolin hatte Friedrich wieder auf die schiefe Schlachtordnung gesetzt. Gegen den Hauptfeind \u00d6sterreich wurde ein bedeutender Erfolg errungen. Schlesien, wirtschaftlich und strategisch von entscheidender Bedeutung, war wieder fast g\u00e4nzlich preu\u00dfisch. Der Feind musste sich seine Winterquartiere im eigenen Land suchen. Friedrich verbrachte den Winter in Breslau.<\/p>\n<p>Im Mai 1758 r\u00fcckte er bis Troppau vor und begann am 20. Mai die Belagerung des stark befestigten Olm\u00fctz. Auf dem westlichen Kriegsschauplatz besiegte Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenb\u00fcttel die Franzosen am 12. Juni 1758 bei Rheinberg und erneut am 23. Juni 1758 bei Krefeld und kontrollierte zum Jahresende fast das gesamte rechtsrheinische Gebiet.<\/p>\n<p>Weniger gl\u00fccklich verlief es f\u00fcr Friedrich im Osten. Die Belagerung von Olm\u00fctz musste abgebrochen werden, weil ein Konvoi von mehr als 3.000 Fuhrwerken mit Proviant, Belagerungsger\u00e4t, Munition, Geld und 18.000 frischen Soldaten, nahezu 30 Kilometer lang, Ende Juni fast vollst\u00e4ndig verloren ging. Derweil wurden die brandenburgischen Kernl\u00e4nder von einer russischen Invasion bedroht. Das russische Heer unter Wilhelm von Fermor n\u00e4herte sich der Oder, es drohte seine Vereinigung mit den \u00d6sterreichern. Friedrich musste eine der beiden M\u00e4chte schlagen, bevor es dazu kam. Er entschied sich f\u00fcr die Russen, deren milit\u00e4rische F\u00e4higkeiten er geringsch\u00e4tzte.<\/p>\n<p>Am 25. August 1758 griff Friedrich sie mit unterlegenen Kr\u00e4ften bei Zorndorf in der Neumark an. Er siegte, doch der Triumph war so verlustreich, dass auch die Russen das Treffen als Sieg feierten. Fermor wich jedoch bis zur Weichsel zur\u00fcck. W\u00e4hrend der Schlacht riskierte Friedrich sein Leben, stieg vom Pferd, ergriff die Fahne eines Infanterieregiments und f\u00fchrte \u00ad<br \/>\ndie fliehenden Haufen erneut dem Feind entgegen. Lange schien das russische Fu\u00dfvolk als un\u00fcberwindbar. Die Schlacht schien verloren. Wiederholt befahl Friedrich seinem Reitergeneral Seydlitz einen Angriff. Seydlitz jedoch wartete auf einen g\u00fcnstigen Augenblick. Friedrich erkannte dies nach der Schlacht als richtig an.<\/p>\n<p>Nachdem die Schlacht um den Preis 30.000 Gefallener gewonnen war, schrieb Friedrich abends, auf einer Trommel sitzend, Briefe. Diese Szene wurde durch zeitgen\u00f6ssische Kupferstiche zum festen Bestandteil der Friedrichfolklore. Die Russen zogen sich zun\u00e4chst nach Osten zur\u00fcck. Friedrich wandte sich erneut gegen die \u00d6sterreicher.<\/p>\n<p>Am 10. Oktober marschierte er w\u00e4hrend eines dichten Nebels in vier Kolonnen nach Hochkirch. Als der Nebel sich aufl\u00f6ste, erkannte man, dass die feindliche Armee gegen\u00fcber lagerte. So errichtete er ein Lager bei Hochkirch. Daun und Laudons Angriff in der Nacht zum 14. Oktober war \u00fcberw\u00e4ltigend. Diesmal waren sie Friedrich zuvorgekommen, der am n\u00e4chsten Tag die Schlacht anbieten wollte.<\/p>\n<p>Dass es noch zu einem halbwegs geordneten R\u00fcckzug kam, war Ziethen und Sydlitz zu danken. Sie f\u00fchlten sich in so exponierter Stellung gegen\u00fcber den<br \/>\nmit 78.000 Mann mehr als doppelt so starken \u00d6sterreichern unwohl. Entgegen Friedrichs Anweisung hatten beide die Pferde ihrer Regimenter nachts gesattelt gelassen. Von den 30.000 Preu\u00dfen waren ungef\u00e4hr 9.000 gefallen. Friedrich hatte mit dieser Niederlage die F\u00e4higkeit zur offensiven Kriegsf\u00fchrung verloren.<\/p>\n<p>Der \u00f6sterreichische Sieg bei Hochkirch schien entscheidend, doch f\u00fcr Frankreich zeichneten sich f\u00fcr das Jahr 1759 auf den europ\u00e4ischen und \u00fcberseeischen Kriegsschaupl\u00e4tzen st\u00e4rkere Belastungen ab. Man entschied die Ressourcen gegen Gro\u00dfbritannien zu konzentrieren. Im dritten Versailler Vertrag vom 30. Dezember 1758 bekr\u00e4ftigte Frankreich zwar das B\u00fcndnis mit \u00d6sterreich und Russland, widerrief jedoch seine Versprechungen in Bezug auf Schlesien, reduzierte seine milit\u00e4rischen und finanziellen Hilfen f\u00fcr die Verb\u00fcndeten und verzichtete im Gegenzug auf seine Anspr\u00fcche auf die \u00d6sterreichischen Niederlande.<\/p>\n<p>Friedrich versuchte, seine verbliebenen Kr\u00e4fte zu schonen. Es kam ihm entgegen, dass der Feldzug 1759 sp\u00e4t er\u00f6ffnet wurde. Alle warteten auf die Russen, die sich bei Posen unter Feldmarschall Saltykow sammelten und sich erst Anfang Juli Richtung Schlesien bewegten. Friedrichs Lage war wenig hoffnungsvoll. Seine Gegner verf\u00fcgten zusammen \u00fcber ungef\u00e4hr 330.000 Mann, denen Friedrich kaum 150.000 entgegenstellen konnte. Davon waren viele sehr jung, minderj\u00e4hrig, unausgebildet; viele seiner erfahrenen Offiziere waren in den verlustreichen Feldz\u00fcgen der vergangenen Jahre gefallen. An ihre Stelle traten immer j\u00fcngere, oft b\u00fcrgerliche Offiziere, ohne viel Praxis. Der Feldzugsplan f\u00fcr 1759 sah vor, zun\u00e4chst die Russen zu schlagen.<\/p>\n<p>Nach der eher unentschiedenen als gewonnenen Schlacht bei Zorndorf und einer Reihe weiterer Niederlagen waren weite Teile Preu\u00dfens wie Ostpreu\u00dfen von Feinden besetzt. Geld, M\u00e4nner, Pferde, Ausr\u00fcstungen und Munition f\u00fcr die Fortsetzung des Krieges waren immer schwieriger aufzutreiben. Unweit Frankfurts an der Oder drohte erstmals die Vereinigung der beiden m\u00e4chtigsten Feinde, der Russen und \u00d6sterreicher. Sollte dies geschehen, w\u00e4ren Berlin und die Kernlande der Monarchie kaum zu verteidigen.<\/p>\n<p>Eilig r\u00fcckte Friedrich aus Schlesien heran, dessen Verteidigung mit unzureichenden Truppen er seinem Bruder Prinz Heinrich \u00fcberlie\u00df. Wie immer in diesem Krieg galt es, den Gegnern nach M\u00f6glichkeit vor ihrer Vereinigung eine entscheidende Niederlage beizubringen, um ihrer erdr\u00fcckenden \u00dcbermacht zu entgehen. Zwar konnte er dem kaiserlichen Feldmarschall Daun den Weg nach Norden verlegen. Doch 20.000 \u00d6sterreicher unter Feldmarschallleutnant Laudon konnten die preu\u00dfische Hauptmacht umgehen und zu den Russen sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Schon kurz zuvor hatte Saltykow bei Kay am 23. Juli eine preu\u00dfische Streitmacht unter dem jungen Generalleutnant Carl Heinrich von Wedell geschlagen. Friedrich vereinigte die Reste von Wedells Korps mit seiner Hauptmacht. So standen bei Kunersdorf 50.000 Preu\u00dfen gegen 79.000 Russen und \u00d6sterreicher.<\/p>\n<p>Da Friedrich II. Staatsoberhaupt, Au\u00dfenminister, Oberbefehlshaber und Feldherr in einer Person war, konnten auf preu\u00dfischer Seite Entscheidungen schnell getroffen und umgesetzt werden. Die Feldherren der alliierten Streitkr\u00e4fte waren hingegen von den Instruktionen ihrer Monarchen und Gremien wie Kriegsr\u00e4ten abh\u00e4ngig. Zudem mussten sie ihre Aktionen koordinieren, was immer wieder zu Reibereien f\u00fchrte. In dieser Konstellation konnte Friedrich II. trotz erheblicher numerischer Unterlegenheit wiederholt durch \u00fcberraschende und beherzte Aktionen Siege erringen. Darauf hoffte er auch in den verzweifelten Augusttagen des Jahres 1759. Es war ein Vabanque, ein riskantes Alles-oder-Nichts-Spiel.<\/p>\n<p>Wie schon bei Leuthen, als er eine mehr als doppelt so starke \u00f6sterreichische Armee geschlagen hatte, setzte Friedrich bei Kunersdorf, unweit von Frankfurt an der Oder, auf die schiefe Schlachtordnung. Am 12. August 1759 trafen die Heere aufeinander. Der Auftakt der Schlacht war verhei\u00dfungsvoll. Seit drei Uhr morgens waren die Truppen des K\u00f6nigs in Bewegung. Es gelang ihm, die Gegner zu \u00fcberraschen und \u00fcber die Verteilung der eigenen Kr\u00e4fte zu t\u00e4uschen. Schnell wurde der strategische M\u00fchlberg mit einer zentralen feindlichen Artilleriestellung eingenommen und der linke Fl\u00fcgel der Russen geschlagen. Friedrich schickte eine Siegesmeldung nach Berlin.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Schlacht traf Herr von B\u00fclow, Adjutant des Herzogs Ferdinand von Braunschweig, ein, um dem K\u00f6nig den Sieg zu melden, den der Herzog am 1. August bei Minden \u00fcber die Franzosen errungen hatte, denen dadurch die erneute Besetzung Hannovers verwehrt war. Bei den Friedensverhandlungen hatte Frankreich kein Faustpfand mehr.<\/p>\n<p>Um drei Uhr Nachmittags waren die Berater des K\u00f6nigs sicher, dass Russen und \u00d6sterreicher abziehen w\u00fcrden, wenn man ihnen eine Gelegenheit dazu einr\u00e4umen w\u00fcrde. Friedrich jedoch wollte den Sieg noch steigern. Taktische Fehlentscheidungen f\u00fchrten binnen kurzer Zeit zur Verwandlung des Sieges in die bisher gr\u00f6\u00dfte Katastrophe des preu\u00dfischen Heeres. 20.000 Preu\u00dfen hatten den Tod gefunden oder waren verwundet worden. Das waren 40 % des Heeres. Es war die f\u00fcr Preu\u00dfen blutigste und ungl\u00fccklichste Schlacht des Siebenj\u00e4hrigen Krieges. Der preu\u00dfische Staat, der sich wie kein anderer auf die Armee gr\u00fcndete, schien vernichtet. Das Heer befand sich in regelloser Flucht. Friedrich verf\u00fcgte nur noch \u00fcber 3.000 Soldaten.<\/p>\n<p>Friedrich wurden im Laufe der Schlacht zwei Pferde unter dem Leib weggeschossen. Eine Kugel blieb in seiner Tabakdose stecken. Nur die K\u00fchnheit eines Rittmeisters rettete ihn vor der Gefangennahme. Er \u00e4rgerte sich, dass er noch lebte. Alles schien verloren. Er dankte zugunsten seines Neffen Friedrich Wilhelm ab. Bei Bekanntwerden der Niederlage brach in Berlin Panik aus. Der Hof und die Spitzen der Verwaltung fl\u00fcchteten. Das Volk war emp\u00f6rt und rief ihnen Schimpfworte nach.<\/p>\n<h3>\u201eLe Miracle de la maison Brandenbourg\u201c<\/h3>\n<p>\u201eIch verk\u00fcndige Ihnen das Mirakel des Hauses Brandenburg. In der Zeit, da der Feind [\u2026] eine zweite Schlacht h\u00e4tte wagen und den Krieg beendigen k\u00f6nnen, ist er von M\u00fcllrose nach Lieberose marschiert. [\u2026] Ich schneide ihn [\u2026] von dem ganzen Teil der Lausitz ab, der ihm h\u00e4tte Lebensmittel liefern m\u00fcssen. Der Hunger wird ihn zwingen, einen Entschluss zu fassen\u201c, schrieb Friedrich am 1. September 1759 an seinen Bruder Heinrich. Seine Abdankung hatte er bereits vier Tage nach der Schlacht von Kunerdorf wieder zur\u00fcckgenommen, als sich aus den Tr\u00fcmmern seines Heeres wieder 19.000 Mann in seinem Hauptquartier versammelt hatten.<\/p>\n<p>Wie ein Jahr zuvor bei Zorndorf hatten die Russen trotz ihres Sieges bei Kunersdorf gro\u00dfe Verluste erlitten und f\u00fchlten sich allein zum weiteren Vorsto\u00df nicht in der Lage, sie wollten auf Dauns Armee warten, um gemeinsam auf Berlin zu marschieren. Daun jedoch wurde in Schlesien von Heinrich festgehalten, bis sich die Russen wegen Nachschubschwierigkeiten wieder \u00fcber die Oder zur\u00fcckziehen mussten. Der russische Feldherr unterstellte Daun, ihn absichtlich nicht zu verst\u00e4rken. Saltykow hatte 13.000 Mann verloren und f\u00fcrchtete, bei einem z\u00fcgigen Vormarsch seine Versorgungslinien zu \u00fcberdehnen. An die Zarin schrieb er: \u201eDer K\u00f6nig von Preu\u00dfen pflegt seine Niederlagen teuer zu verkaufen; noch einen solchen Sieg, und ich werde die Nachricht davon [\u2026] allein zu \u00fcberbringen haben.\u201c<\/p>\n<p>Kunersdorf blieb f\u00fcr Friedrich ein traumatisches Erlebnis. Die preu\u00dfischen und \u00f6sterreichischen Hauptarmeen operierten weiter in Sachsen. Unmittelbare Folge der Schlacht war die Aufgabe von Dresden am 4. September, womit eine wichtige Operationsbasis und ein sicherer \u00dcbergang \u00fcber die Elbe verloren gingen.<\/p>\n<p>Am 18. September 1759 war der Krieg in \u00dcbersee mit der Eroberung Quebecs durch britische Truppen weitgehend entschieden. Friedrich hoffte nun auf einen Frieden mit Frankreich. Man h\u00e4tte nun zu einem Verhandlungsfrieden gelangen k\u00f6nnen. Aber das h\u00e4tte Gebietsabtretungen bedeutet. Dazu war er nicht bereit.<\/p>\n<p>Mitte November 1759 berichtet Friedrichs Vorleser de Catt aus dem k\u00f6niglichen Hauptquartier westlich von Dresden: \u201eAlle [\u2026] missbilligten heftig die Entsendung der Truppen nach Maxen.\u201c Dann kam das Ungl\u00fcck. Am 20. November 1759 wurde das Korps unter General Finck mit 10.000 Mann bei Maxen durch Daun gefangen genommen. Zwei Wochen sp\u00e4ter, am 3. Dezember 1759, widerfuhr Generalmajor Diericke mit 1.500 Infanteriesoldaten das gleiche Verh\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Wider den allgemeinen Bef\u00fcrchtungen hatte der sogenannte \u201eFinckenfang von Maxen\u201c keine katastrophalen Auswirkungen, au\u00dfer, dass das Ansehen Dauns stieg und Friedrichs Popularit\u00e4t auf einen Tiefpunkt sank. Die gegnerischen Armeen bezogen bald danach Winterlager in Sachsen unweit von Dresden. Da Friedrich seine Truppen ein Feldlager beziehen lie\u00df, zwang er auch die \u00d6sterreicher auf feste Winterquartiere zu verzichten.<\/p>\n<p>Der Feldzug 1760 begann mit einem Unheil gleicher Art; diesmal brach es \u00fcber General de la Motte Fouqu\u00e9 herein. Er wurde am 23. Juni bei Landeshut in Schlesien mit 12.000 Mann von Laudon \u00fcberw\u00e4ltigt. Damit war fast die gesamte schlesische Armee verloren, die nur noch aus 15.000 Mann bestanden hatte. In der Folge eroberten die \u00d6sterreicher die Festung Glatz.<\/p>\n<p>Zu Beginn des Jahres 1760 war man in Preu\u00dfen der Ansicht, man m\u00fcsse um des \u00dcberlebenswillens den Frieden suchen, auch um den Preis Schlesiens. Friedrich wollte davon nichts wissen. Die kurzfristige Besetzung und Brandschatzung Berlins im Oktober konnte nicht verhindert werden.<\/p>\n<p>Ab 1760 fehlte allen kontinentalen Kriegsparteien das, was Friedrich den \u201eNerv des Krieges\u201c nannte: Geld! Friedrich finanzierte den Krieg neben den regul\u00e4ren Steuern und den englischen Unterst\u00fctzungszahlungen haupts\u00e4chlich mit Kontributionen, die er aus den besetzten Territorien, besonders aus Sachsen, herauspresste. Zudem lie\u00df er minderwertige M\u00fcnzen mit erbeuteten und gef\u00e4lschten s\u00e4chsischen M\u00fcnzstempeln pr\u00e4gen. Bald wurde auch der Edelmetallgehalt der preu\u00dfischen M\u00fcnzen herabgesetzt. Um die Krone nicht mit diesem Makel zu belasten, verpachtete er das M\u00fcnzregal an j\u00fcdische Bankiers. In den letzten Kriegsjahren musste Friedrich die Entlohnung der preu\u00dfischen Staatsdiener einstellen. Alles, was er irgendwie an Geld aufbringen konnte, wurde f\u00fcr die Armee verwandt.<\/p>\n<p>Vergeblich versuchte er, das Osmanische Reich zum Kriegseintritt gegen Russland oder \u00d6sterreich und den K\u00f6nig von Sardinien zum Kriegseintritt gegen \u00d6sterreich oder Frankreich zu bewegen. Der Krieg in Europa hatte sich totgelaufen. Friedrichs Lagebeurteilung war deprimierend. St\u00e4ndig klagte er, dass es nicht mehr m\u00f6glich sei, Mannschaften und Offiziere ad\u00e4quat zu ersetzen. Trotz des preu\u00dfischen Sieges bei Liegnitz in Schlesien am 15. August 1760 blieb die Lage unver\u00e4ndert verzweifelt. Er operierte weiter in Schlesien, bis ihn der russisch-\u00f6sterreichische Angriff auf Berlin im September zwang, der Hauptstadt zu Hilfe zu eilen. Der Sieg von Liegnitz war vor allem moralisch wichtig. Es war der erste wirkliche Erfolg Friedrichs seit Hochkirch 1758.<\/p>\n<p>Noch entscheidender wurde der preu\u00dfische Sieg bei Torgau am 3. November, die letzte gro\u00dfe Schlacht des Krieges. Gro\u00dfe Teile Sachsens waren von der Reichsarmee besetzt und Daun versuchte, sich mit ihr zu vereinigen. Sachsen war aber die Drehscheibe des preu\u00dfischen Nachschubes, unentbehrlich f\u00fcr die Finanzierung des Krieges und f\u00fcr die bald zu beziehenden Winterquartiere. Daun wurde am Fu\u00df verwundet. Friedrich erlitt einen Streifschuss an der Brust, der jedoch ohne ernste Folgen blieb. Diesmal hatte Daun voreilig eine Siegesmeldung nach Wien geschickt. Danach sah es um 17 Uhr bei Einbruch der Dunkelheit aus. Nach einem dritten verlustreichen Angriff zogen sich die Preu\u00dfen zur\u00fcck. Daun lie\u00df sich zum Verbinden nach Torgau bringen. Doch im Schutz der Dunkelheit st\u00fcrmten die Preu\u00dfen unter Ziethen die befestigten S\u00fcptitzer H\u00f6hen. Die schon siegestrunkenen \u00d6sterreicher fl\u00fcchteten. Es war der bitterste Moment in Dauns Feldherrnkarriere.<\/p>\n<p>Im Sommer 1761 bezog Friedrich das uneinnehmbare Lager von Bunzelwitz in Niederschlesien. \u00d6sterreicher und Russen belagerten ihn mit 135.000 Mann, mussten die Belagerung jedoch am 10. September aufgeben, weil die Ern\u00e4hrung einer so gro\u00dfen Armee in dieser Gegend nicht gew\u00e4hrleistet werden konnte. Sie lie\u00dfen 20.000 Mann zur Beobachtung zur\u00fcck. Der Krieg war zum Stellungskrieg erstarrt. Nach dem Sturz von William Pitt im Dezember 1761 stellten die Britten die Subsidienzahlungen ein.<\/p>\n<p>Friedrich fand kein Mittel, Marschall Daun in eine Schlacht zu verwickeln. Er hatte sich seinerseits unangreifbar auf den Bergen festgesetzt. In dieser festgefahrenen Situation drohte Preu\u00dfen als erstes der Zusammenbruch infolge g\u00e4nzlicher Ersch\u00f6pfung. Da ereignete sich ein zweites Mirakel des Hauses Brandenburg. Am 5. Januar 1762 starb Zarin Elisabeth. Ihr Nachfolger Peter III. war ein gl\u00fchender Verehrer des preu\u00dfischen K\u00f6nigs. Friedrich konnte es kaum fassen. Peter III. schloss nicht nur am 5. Mai Frieden, sondern sogar am 1. Juni ein B\u00fcndnis mit Preu\u00dfen und \u00fcberlie\u00df Friedrich ein Hilfskorps von 20.000 Mann. Dadurch veranlasst erfolgte am 22. Mai 1762 der Friedensschluss zwischen Preu\u00dfen und Schweden.<\/p>\n<p>Mitte Juli wurde Zar Peter jedoch gest\u00fcrzt und ermordet. Seine Nachfolgerin Katharina II. k\u00fcndigte das B\u00fcndnis auf und rief ihre Truppen zur\u00fcck. Es gelang Friedrich jedoch, wahrscheinlich durch Bestechung, General Graf Sachar von Tschernyschew zu bewegen, noch wenige Tage zu bleiben. So waren die \u00d6sterreicher gezwungen, ihn mit hinreichenden Truppen zu beobachten. Dies half Friedrich bei Burkersdorf, s\u00fcdlich von Schweidnitz, am 21. Juli einen weiteren Sieg \u00fcber Daun zu erringen. Mit Schweidnitz fiel fast ganz Schlesien, au\u00dfer der Grafschaft Glatz, in seine H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Der lange erwartete, aber dennoch \u00fcberraschende Tod der russischen Zarin Elisabeth hatte das Auseinanderbrechen der gegnerischen Koalition zur Folge und so Preu\u00dfens Erhaltung erm\u00f6glicht. Aber das Ungleichgewicht zu Ungunsten Friedrichs blieb dramatisch. Seine Lage wurde immer verzweifelter.<\/p>\n<p>Die Gener\u00e4le des K\u00f6nigs hatten Angst, dass er mit seinen geringen Kr\u00e4ften doch noch eine Entscheidungsschlacht erzwingen w\u00fcrde. Kriegsm\u00fcdigkeit und Ersch\u00f6pfung waren allgemein. In der letzten Schlacht des Krieges, bei Freiberg in Sachsen, am 29. Oktober, schlug Prinz Heinrich schlie\u00dflich neben \u00f6sterreichischen Truppen die Reichsarmee. Die \u00d6sterreicher und die Reichstruppen mussten Sachsen bis auf Dresden r\u00e4umen. Nach diesem Misserfolg war auch Maria Theresia bereit zu verhandeln. Friedrich hatte mit Sachsen ein gutes Unterpfand f\u00fcr die Verhandlungen. Am 24. November wurde zwischen Preu\u00dfen und \u00d6sterreich ein Waffenstillstand geschlossen.<\/p>\n<p>Das Wunder war die eine Sache, aber haupts\u00e4chlich endete der Krieg infolge der allgemeinen Ersch\u00f6pfung. Auch \u00d6sterreich war am Ende seiner Kr\u00e4fte, verlassen von seinen Verb\u00fcndeten Russland, Schweden und Frankreich, das bereits f\u00fcr sich und Spanien am 10. Februar 1763 Frieden mit Gro\u00dfbritannien und Portugal geschlossen hatte, ohne Preu\u00dfen, ein Bruch der Konvention von Westminster. Kanada, Teile Indiens, der Karibik, Senegal und Gambia und viele kleinere \u00dcberseebesitzungen wurden britisch. Der Reichstag in Regensburg hatte schon Ende 1762 das Reich f\u00fcr neutral erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Der Krieg endete am 15. Februar 1763 mit dem Frieden von Hubertusburg ohne Sieger und Besiegte. Fast alle preu\u00dfischen Besitzungen, aber auch B\u00f6hmen, Sachsen und Teile Westdeutschlands waren verw\u00fcstet. 400.000 Menschen in Friedrichs Staat, jeder zehnte Einwohner, hatten ihr Leben verloren, die meisten infolge von sekund\u00e4ren Kriegsfolgen wie Seuchen. Das Heilige R\u00f6mische Reich Deutscher Nation hatte als einzige Kriegspartei in Deutschland sein Kriegsziel erreicht, n\u00e4mlich den territorialen Zustand bei Kriegsausbruch wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Friedrichs gesamte restliche Regierungszeit wurde f\u00fcr sein Land ein fortw\u00e4hrender Aschermittwoch, ein s\u00e4kularer Bu\u00dfgottesdienst, eine zehn Jahre w\u00e4hrende Wirtschaftskrise, die weitgehende Abkopplung von den internationalen Kreditm\u00e4rkten, drastisch erh\u00f6hter Steuerdruck, die jahrzehntelange Verpachtung s\u00e4mtlicher preu\u00dfischer Steuereinnahmen an private Konsortien, bis \u00fcber seinen Tod hinaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Ank\u00fcndigung des Beitrages hie\u00df es noch \u201eDie diplomatische Revolution\u201c. Diese Formulierung wurde 1939 von dem NS-Historiker Peter Richard Rohden gepr\u00e4gt. 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