{"id":32086,"date":"2023-07-17T14:32:31","date_gmt":"2023-07-17T12:32:31","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=siebenjaehriger-krieg-militaermedizin"},"modified":"2024-12-12T15:52:10","modified_gmt":"2024-12-12T14:52:10","slug":"was-folgt-denn-natuerlicher-als-dass-krieg-hunger-und-pestilenz-gewoehnliche-unzertrennliche-gefaehrten-sind-militaermedizin-oeffentliche-gesundheit-und-die-angst-vor-ansteckenden-kr","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/was-folgt-denn-natuerlicher-als-dass-krieg-hunger-und-pestilenz-gewoehnliche-unzertrennliche-gefaehrten-sind-militaermedizin-oeffentliche-gesundheit-und-die-angst-vor-ansteckenden-kr\/","title":{"rendered":"&#8222;was folgt denn nat\u00fcrlicher, als da\u00df Krieg, Hunger und Pestilenz [\u2026] gew\u00f6hnliche unzertrennliche Gef\u00e4hrten sind?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Im Januar 1763 stellte Johann Christoph Stockhausen (1725\u20131784), Direktor des L\u00fcneburger Johanneums, anl\u00e4sslich des Endes des Siebenj\u00e4hrigen Krieges fest: \u201eDer Krieg, man mag ihn betrachten von welcher Seite man will, ist immer ein Zerst\u00f6hrer der Menschen. Er ist es nicht nur unmittelbar, sondern auch mittelbar.\u201c Was als allgemein g\u00fcltige Mahnung, nicht zuletzt angesichts der aktuellen Lage in der Ukraine, gelten mag, stammt aus der Einladung zu einer Friedensfeier anl\u00e4sslich des Endes des Siebenj\u00e4hrigen Krieges. F\u00fcr das Thema Medizin, Krankheit und Krieg waren Stockhausens weitere Ausf\u00fchrungen in seiner Friedensrede zu den mittelbaren Folgen des Krieges besonders relevant. Unter anderem berichtete er von den hohen Verlusten durch ansteckende Krankheiten und Seuchen, die vor allem von den Milit\u00e4rlazaretten ausgingen. In L\u00fcneburg hatten besonders im Jahr 1758 Fleckfieber und andere ansteckende Krankheiten gew\u00fctet, zahlreichen Menschen das Leben gekostet und die Stadt traumatisiert hinterlassen.<\/p>\n<p>Stockhausens Ausf\u00fchrungen zeigen, wie sehr die Zeitgenossen die Gefahr des kriegsbedingten Ausbruchs ansteckender Krankheiten als existentielle Bedrohung wahrnahmen. Dieses Beispiel verdeutlicht zentrale Merkmale der Wahrnehmung von und des Umgangs mit ansteckenden Krankheiten im Krieg w\u00e4hrend der Fr\u00fchen Neuzeit: So sahen die Menschen in der Fr\u00fchen Neuzeit einen selbstverst\u00e4ndlichen Zusammenhang zwischen dem Auftreten ansteckender Krankheiten und Krieg. Sie betrachteten den Krieg mithin als unmittelbare Bedrohung f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit. Es gab Infrastruktur zur medizinischen Versorgung, zum Beispiel Lazarette, und vor allem die st\u00e4dtische Obrigkeit bem\u00fchte sich durch Hygienema\u00dfnahmen die Ausbreitung ansteckender Krankheiten zu verhindern. Es konnte also der Bedrohung durch ansteckende Krankheiten im Krieg gezielt therapeutisch wie pr\u00e4ventiv begegnet werden.<\/p>\n<p>Allerdings gilt es, diese Ma\u00dfnahmen im Kontext der zeitgen\u00f6ssischen Medizin und des gesellschaftlichen Umgangs mit ansteckenden Krankheiten zu betrachten. Dabei stellte der Krieg fr\u00fchneuzeitliche Gesellschaften vor besondere Herausforderungen, trug aber auch dazu bei, langfristig Vorstellungen von Ausbreitung und Verlauf ansteckender Krankheiten zu ver\u00e4ndern. Der Fokus liegt daher im Folgenden auf zwei Fragen: Erstens, welche spezifischen Vorstellungen von Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t im Krieg bildeten sich unter dem Eindruck einer sich immer st\u00e4rker quantifizierenden Milit\u00e4rmedizin heraus? \u2013 Und zweitens, welche M\u00f6glichkeiten gab es vor allem im st\u00e4dtischen Kontext f\u00fcr verschiedene Akteure wie Milit\u00e4r, landesherrliche und lokale Obrigkeit sowie die Bev\u00f6lkerung, mit der Gefahr durch ansteckende Krankheiten in Kriegszeiten umzugehen?<\/p>\n<p>Dabei bleiben mit Sicherheit andere Aspekte au\u00dfen vor. Auf die Erfahrung von Krankheit und Verwundung durch unmittelbar davon betroffene Soldaten etwa wird nur am Rande eingegangen. Zun\u00e4chst aber soll ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber die Grundlagen des Milit\u00e4rmedizinalwesens und die globale Dimension von Krankheit und Krieg zur Zeit des Siebenj\u00e4hrigen Krieges gegeben werden. Anschlie\u00dfend werde ich mich dem medizinischen Blick auf Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t befassen, bevor ich den konkreten Umgang mit der Seuchengefahr w\u00e4hrend des Siebenj\u00e4hrigen Krieges in den Blick nehme.<\/p>\n<h3>Strukturen und Institutionen<\/h3>\n<p>Seit den 1990er Jahren erhielt der Zusammenhang von Milit\u00e4r, Medizin, Krankheit und Krieg in der historischen \u00adForschung gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit. Vor allem die \u00adangels\u00e4chsische Sozial- und Kulturgeschichte der Medizin legte in erster Linie zum britischen und franz\u00f6sischen Milit\u00e4r Arbeiten vor, die es erlauben, eine vergleichende Perspektive einzunehmen. Folgende Ergebnisse lassen sich zur Genese und Institutionalisierung des Milit\u00e4rmedizinalwesens in der Fr\u00fchen Neuzeit knapp zusammenfassen. Erste Hinweise auf eine geregelte Versorgung kranker und verwundeter Soldaten lassen sich im sp\u00e4ten Mittelalter in Form von Medizinalkassen finden. Daraus wurde die Versorgung kranker und verwundeter Soldaten durch Chirurgen und auch in st\u00e4dtischen Hospit\u00e4lern finanziert.<\/p>\n<p>Zweitens sind feste Einrichtungen des Sanit\u00e4tswesens seit dem sp\u00e4ten 16. Jahrhundert in Flandern nachweisbar. Seither verf\u00fcgten europ\u00e4ische Armeen \u00fcber eigene Feldlazarette. Drittens wurde das Milit\u00e4rmedizinalwesen in der zweiten H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts integraler Bestandteil dauerhafter milit\u00e4rischer Infrastrukturen. Beispiele daf\u00fcr sind die gro\u00dfen Invalidenhospit\u00e4ler, die zuerst in Paris und Greenwich entstanden.<\/p>\n<p>Viertens bestand eine enge Verflechtung zwischen ziviler und milit\u00e4rischer Gesundheitsversorgung. \u00c4rzte und Chirurgen in landesherrlichen Diensten waren im Krieg f\u00fcr die Organisation des Sanit\u00e4tswesens verantwortlich. F\u00fcr viele Chirurgen war der Dienst in Feldlazaretten und als Feldscherer fester Bestandteil ihres Karriereweges, bevor sie sich niederlassen konnten. F\u00fcnftens wurde schlie\u00dflich vor allem in Gro\u00dfbritannien die Frage nach dem Umgang mit kranken und verwundeten Soldaten im Verlauf des 18. Jahrhunderts immer mehr zum Gegenstand der \u00f6ffentlichen politischen Auseinandersetzung. Der kranke oder verwundete soldatische K\u00f6rper wurde au\u00dferdem zu einer statistischen Gr\u00f6\u00dfe, die bei Verlustrechnungen eingepreist wurde.<\/p>\n<p>Die Zeit des Siebenj\u00e4hrigen Krieges stellte in diesem Zusammenhang einen Wendepunkt dar. In der Medizin wurden klarere und evidenzbasierte Vorstellungen vom Zusammenhang von Krankheit und Krieg formuliert, w\u00e4hrend das Milit\u00e4r, vor allem seine Verwaltung, immer ausgefeiltere administrative Werkzeuge entwickelte und Daten \u00fcber die Milit\u00e4rbev\u00f6lkerung sammelte. Dies hatte aber zun\u00e4chst kaum unmittelbare Auswirkungen auf die Einrichtungen zur Versorgung von kranken und verwundeten Soldaten.<\/p>\n<p>In den meisten Armeen der Fr\u00fchen Neuzeit wurden die Soldaten seit der zweiten H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts durch Kompaniefeldscherer und Regimentschirurgen sowie Stadt- und Garnisons\u00e4rzte medizinisch versorgt. Kranke und Verwundete wurden in der Regel in ihren Quartieren behandelt und Soldaten, die nicht vor Ort waren, bekamen ihre Behandlungskosten aus der Medizinalkasse ihres Regiments erstattet. \u00c4hnliche Arrangements bestanden auf den Schiffen der Kriegsmarine, deren Flotten unter Umst\u00e4nden durch eigene Lazarettschiffe begleitet wurden.<\/p>\n<p>Auf Feldz\u00fcgen wurde dieses System routinem\u00e4\u00dfig um tempor\u00e4re Feldhospit\u00e4ler erweitert. Das Personal f\u00fcr diese Hospit\u00e4ler rekrutierte sich aus Leib- und Hof\u00e4rzten und -chirurgen, den Amts\u00e4rzten und -chirurgen sowie den Feldscherern sowie angeworbenen Chirurgengesellen. Als Pflegepersonal dienten neben Soldatenfrauen und -witwen lokal angeworbene Tagel\u00f6hner und manchmal auch invalide Soldaten. Die Hospit\u00e4ler konnten als Hauptlazarette an festen Orten eingerichtet werden \u2013 oft zusammen mit Magazinen und der Feldb\u00e4ckerei \u2013 oder als fliegende Lazarette der Armee folgen. Spezielle Lazarettgeb\u00e4ude gab es in der Regel nicht. Schl\u00f6sser und Kirchen wurden genauso genutzt wie Privath\u00e4user oder Scheunen. So gesehen manifestierten sich Milit\u00e4rlazarette nicht in einer spezifischen Architektur, sondern in erster Linie in den in den Akten \u00fcberlieferten administrativen Praktiken.<\/p>\n<h3>Globale Herausforderungen<\/h3>\n<p>Betrachtet man den Siebenj\u00e4hrigen Krieg milit\u00e4risch und politisch als Konflikt mit globaler Dimension, so trifft das auch auf Kriegskrankheiten, Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t zu. An dieser Stelle nur ein paar kurze Hinweise. Auf dem europ\u00e4ischen Kriegsschauplatz galten den \u00c4rzten und Chirurgen die altbekannten Kriegskrankheiten, vor allem unterschiedliche Arten von Fiebern wie Fleckfieber oder Wechselfieber \u2013 also Malaria \u2013, als gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die Gesundheit der Armeen. Au\u00dferdem f\u00fcrchtete man die Ruhr als besondere Herausforderung f\u00fcr das Milit\u00e4rmedizinalwesen mit ihrer hohen Ansteckungsgefahr und besonderen Anforderungen an die Hygiene in Lagern und Lazaretten.<\/p>\n<p>Auf den Kriegsschaupl\u00e4tzen in \u00dcbersee kamen zu den aus Europa bekannten Krankheiten fremde Erreger wie das Gelbfieber hinzu, gegen das die europ\u00e4ischen Soldaten kaum \u00fcber Abwehrkr\u00e4fte verf\u00fcgten, was mitunter gro\u00dfe Verluste zur Folge hatte. In der Karibik begann die Royal Navy seit dem \u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg auch aus diesem Grund, ihre Lazarett-Infrastruktur systematisch auszubauen. Zun\u00e4chst auf Jamaika, sp\u00e4ter auf Antigua und anderen Karibikinseln unter britischer Kontrolle entstanden Hospit\u00e4ler nach dem Vorbild der Hospit\u00e4ler in Greenwich und Portsmouth.<\/p>\n<p>Diese Zweckbauten dienten der dauerhaften Versorgung der kranken und verwundeten britischen Seeleute und halfen, die Verluste der britischen Marine in der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts signifikant zu senken. In Nordamerika wiederum hatten die regul\u00e4ren britischen und franz\u00f6sischen Truppen w\u00e4hrend des Siebenj\u00e4hrigen Krieges h\u00e4ufig auch unter Mangelerscheinungen zu leiden. So verloren zum Beispiel zwar 58 britische Soldaten ihr Leben in der Schlacht um Quebec im September 1759, allerdings starben fast zehnmal so viele im folgenden Winter, viele an Skorbut.<\/p>\n<p>Umgekehrt hatte der Krieg in den Kolonien auch massive Auswirkungen auf die Gesundheit vor allem indigener Populationen. So hatten die aus Europa eingeschleppten Pocken gro\u00dfen Einfluss auf Morbidit\u00e4t, Mortalit\u00e4t und Moral im Krieg in Nordamerika. W\u00e4hrend ein Gro\u00dfteil der Soldaten aus England \u00fcber einen hohen Grad an Immunit\u00e4t gegen Pocken besessen haben d\u00fcrfte, waren die nordamerikanischen Rekruten deutlich schlechter gegen eine Infektion gesch\u00fctzt. Entsprechend gro\u00df war die Angst unter ihnen vor einer Epidemie. Viel st\u00e4rker noch aber war die indigene Bev\u00f6lkerung betroffen. Weitgehend ohne Immunschutz war sie der Krankheit ausgeliefert. Die Annahme aber, dass das britische Milit\u00e4r Pocken im Siebenj\u00e4hrigen Krieg systematisch als biologische Waffe einsetzte, ist umstritten. In jedem Fall aber hatte in der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts die Verbreitung der Pocken im Zuge der kolonialen Expansion in Nordamerika katastrophale Folgen f\u00fcr die indigene Bev\u00f6lkerung. Von den Europ\u00e4ern wurde die von der Ausbreitung der Pocken bef\u00f6rderte Zersetzung indigener Kultur und politischer-milit\u00e4rischer Handlungsf\u00e4higkeit systematisch im Sinne ihrer kolonialen Interessen ausgenutzt.<\/p>\n<h3>Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t im Siebenj\u00e4hrigen Krieg<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend sich das Leid, das Krankheit und Krieg mit sich brachte, kaum beziffern und nicht in Zahlen ausdr\u00fccken l\u00e4sst, wurden die Soldaten und ihr k\u00f6rperlicher Zustand in der Fr\u00fchen Neuzeit zum unmittelbaren Gegenstand administrativer Praktiken. Um dieses Humankapital zu managen, wurde auf Werkzeuge aus der Buchf\u00fchrung sowie der Regiments- und Lazarett\u00f6konomie zur\u00fcckgegriffen. Listen, Tabellen und Rechnungen wurden urspr\u00fcnglich angelegt um die Zahl der Soldaten zu erfassen und die Kosten f\u00fcr ihre Bezahlung, Verpflegung, Transport und Ersatz zu berechnen.<\/p>\n<p>Es ist nun naheliegend zu erwarten, dass auf Grundlage der erhobenen Daten halbwegs belastbare Aussagen \u00fcber die Verluste der Armeen zu treffen w\u00e4ren. Dies ist aber mitnichten der Fall. Zum einen ist die \u00dcberlieferung l\u00fcckenhaft, das hei\u00dft, komplette Zahlenreihen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zu Verlusten und Krankenstand sind selten. Zudem sind die \u00fcberlieferten Daten nicht sauber, das hei\u00dft, es gibt L\u00fccken und die Daten sind fehlerhaft. Es gibt aber auch Ausnahmen. Aus dem \u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg etwa sind Zusammenstellungen von Monatslisten erhalten, die \u00fcber den Stand und die Verluste der hannoverschen Regimenter in den Niederlanden Auskunft geben. In ihnen wurden der Ist-Stand, Krankenstand und Verluste angegeben und nach Regimentern erfasst. Aber auch hier handelt es sich um aggregierte Daten, deren Erhebungsgrundlage unklar ist. Au\u00dferdem sind die Daten fehlerhaft: Addiert man zum Beispiel die Verluste durch Kranke, Gestorbene, Deserteure und Abg\u00e4nge, entspricht die Summe abz\u00fcglich der neu Angeworbenen nicht der Zahl des fehlenden Personals. Ebenso ist nicht deutlich, worauf sich die Kategorien genau beziehen. So liegt es zwar nahe, dass mit \u201eGestorbene\u201c jene in den Lazaretten gemeint sind, was sich aber genau hinter den \u201eAbg\u00e4ngen\u201c verbarg, bleibt unklar.<\/p>\n<p>Dennoch lassen sich auf Grundlage der Daten einige allgemeinere Beobachtungen machen. So lag die Morbidit\u00e4t von Juli 1744 bis April 1748 im Schnitt bei 6,3\u00a0%, mit 9,7\u00a0% aber deutlich h\u00f6her im Kriegsjahr 1745, in dem die hannoverschen Regimenter verst\u00e4rkt in Kampfhandlungen verwickelt waren und unter anderem in der Schlacht bei Fontenoy im Mai 1745 zum Teil schwere Verluste hinnehmen mussten. Was sich an den vorliegenden Daten ebenso ablesen l\u00e4sst, sind Trends bei der Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t und vor allem die Auswirkungen einzelner Kriegsereignisse.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist an den eben vorgestellten Zahlen, dass sie kaum mit den Zahlen vergleichbar sind, die f\u00fcr den Siebenj\u00e4hrigen Krieg bekannt sind. Die folgenden Zahlen stammen aus der immer noch viel zitierten Arbeit von Boris Urlanis zur\u00a0Bilanz der Kriege\u00a0(Berlin, 1965) in Europa seit dem 17. Jahrhundert. Darin wertete er in den 1960er Jahren in einer Metastudie die \u00e4ltere demographische und vor allem milit\u00e4rgeschichtliche Forschung zu Menschenverlusten aus. F\u00fcr den Siebenj\u00e4hrigen Krieg gab er als Gesamtverluste der Armeen auf dem europ\u00e4ischen Kriegsschauplatz 550.000 Soldaten und Offiziere an.<\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00f6sterreichische Armee schl\u00fcsselte er die Zahlen weiter auf und gab die Verteilung auf Gefallene mit 26\u00a0% an, weitere 15\u00a0% seien an Verwundungen gestorben und die Mehrheit von 59\u00a0% an Krankheiten verstorben. Allerdings stehen diese Zahlen im Widerspruch zu anderen Zahlen, die Urlanis nannte, wenn er an anderer Stelle die Mortalit\u00e4t in Bezug auf Krankheiten bei den \u00f6sterreichischen und preu\u00dfischen Armeen mit 80\u00a0% angab. Was aber unstrittig sein d\u00fcrfte \u2013 und das galt zumindest bis zum amerikanischen B\u00fcrgerkrieg \u2013 ist, dass in den Kriegen der Fr\u00fchen Neuzeit weit weniger Soldaten im Kampf get\u00f6tet wurden oder an ihren Verwundungen starben als an Krankheiten.<\/p>\n<h3>Der \u00e4rztliche Blick<\/h3>\n<p>Dies wurde besonders in den Feldlazaretten deutlich. Dort wurden auch auf unterschiedlichste Weise Daten \u00fcber die Patienten gesammelt. Allerdings ist diese \u00dcberlieferung noch d\u00fcrftiger und bruchst\u00fcckhafter als die der Kriegskanzleien. F\u00fcr die preu\u00dfische Armee aber sind Daten \u00fcberliefert, nach denen die Mortalit\u00e4t in den schlesischen Lazaretten im Siebenj\u00e4hrigen Krieg bei 19,4\u00a0% lag. In den Feldlazaretten konnte die Datenerhebung auf traditionellen \u00e4rztlichen Aufzeichnungspraktiken beruhen, wie Patientenjournalen und Fallgeschichten, die in Publikationen wie den Sammlungen von Fallgeschichten f\u00fchrender preu\u00dfischer Feld\u00e4rzte und -chirurgen nach dem Siebenj\u00e4hrigen Krieg einflossen oder in medizinischen Zeitschriften ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n<p>Eine andere Form der Datenerhebung stellen die Krankenjournale dar, die in den Krankens\u00e4len der Feldlazarette gef\u00fchrt wurden. Sie dienten dazu, die von unterschiedlichem Personal vorgenommenen Diagnosen, Therapien und Krankheitsverl\u00e4ufe kontinuierlich zu dokumentieren. Derartige Journale wurden in der Berliner Charit\u00e9, die zugleich Ausbildungsklinik f\u00fcr preu\u00dfische Feldchirurgen war, bereits im fr\u00fchen 18. Jahrhundert eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Bereits im \u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg wurden solche Daten und die der Milit\u00e4rverwaltung von \u00c4rzten genutzt, um grundlegende \u00dcberlegungen zum Zusammenhang von Krankheit und Krieg anzustellen. In seinen sehr einflussreichen\u00a0Beobachtungen zu den Krankheiten einer Armee\u00a0(deutsch Ausgabe von 1754) aus dem \u00d6sterreichischen Erbfolgekrieg erhob der britische Generalfeldmedicus John Pringle den Anspruch, auf Grundlage empirischer Beobachtungen berechnen zu k\u00f6nnen, \u201e[&#8230;] auf wieviel Leute man sich zu verschiedenen Zeiten des Jahres zum Dienst verlassen k\u00f6nne.\u201c Pringle f\u00fchrte den allgemeinen Gesundheitszustand der Soldaten auf \u00e4u\u00dfere Umwelteinfl\u00fcsse und die\u00a0sex\u00a0res non naturales\u00a0zur\u00fcck, also Licht und Luft, Nahrung, Bewegung und Ruhe, Schlaf und Wachsein, Ausscheidungen und die, wie es hie\u00df, \u201eAnregungen des Gem\u00fcts\u201c.<\/p>\n<p>Pringles \u00c4tiologie war somit tief in den humoralpathologischen Vorstellungen der in den antiken Traditionen stehenden europ\u00e4ischen Medizin verwurzelt. Pringle machte in diesem Zusammenhang nicht nur Angaben zum relativen Krankenstand einer Armee auf Grundlage der monatlichen Rapporte, sondern setzte sie auch in eine statistische Beziehung zu spezifischen Umweltfaktoren \u2013 hier jahreszeitlich bedingte klimatische Verh\u00e4ltnisse \u2013 und machte Angaben zu den typischen Konjunkturen der Morbidit\u00e4t w\u00e4hrend eines bestimmten Feldzuges.<\/p>\n<p>F\u00fcr Preu\u00dfen l\u00e4sst sich ebenfalls zeigen, wie urspr\u00fcnglich \u00f6konomisch motivierte Praktiken den Blick von \u00c4rzten auf die Morbidit\u00e4t in der Armee ver\u00e4nderten. So wurden in Preu\u00dfen im Siebenj\u00e4hrigen Krieg routinem\u00e4\u00dfig Rapporte aus den Feldlazaretten eingereicht. In tabellarischer Form gaben diese Berichte einen \u00dcberblick \u00fcber die Zahl der Patienten, unterschieden nach Offizieren und Gemeinen, zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums und dazwischen die Anzahl der Rekonvaleszenten, Invaliden und Verstorbenen. Solchen Rapporten waren in der Regel Berichte beigef\u00fcgt, in denen der Generalfeldmedicus oder der Hospitaldirektor \u00fcber au\u00dfergew\u00f6hnliche Vorf\u00e4lle im Lazarett informierten, Personalfragen diskutierten und die Entwicklung der Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t kommentierten.<\/p>\n<p>Im Begleitschreiben zu einem Rapport aus dem Torgau vom November 1760 zum Beispiel informierte der preu\u00dfische Generalfeldmedicus Christian Andreas Cothenius (1708\u20131789) nicht nur \u00fcber die auf Grund der verbesserten Verh\u00e4ltnisse im Lazarett gestiegenen Rekonvaleszentenrate. Er prognostizierte au\u00dferdem vor dem Hintergrund seiner Beobachtungen, dass er im kommenden Monat in der Lage sein werde, weitere 2500 Verwundete und innerhalb der darauffolgenden drei Monate noch einmal 1500 Verwundete als Rekonvaleszenten zur\u00fcck zur Armee zu schicken. Dar\u00fcber hinaus gab er an, 650 Kranke in den kommenden zwei Monaten als Rekonvaleszenten entlassen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Cothenius stellte zwar keine Korrelation zwischen dem Gesundheitszustand der Patienten und ihrer Behandlung mit Morbidit\u00e4ts- und Mortalit\u00e4tsraten her. Allerdings benutzte er die Daten und seine Beobachtungen im Feldlazarett sehr wohl, um auf ihrer Grundlage Vorhersagen \u00fcber die zuk\u00fcnftig zu erwartenden Rekonvaleszentenzahlen zu treffen.<\/p>\n<p>Pringle und Cothenius richteten einen quantifizierenden Blick auf den K\u00f6rper und lenkten den Fokus weg vom individuellen K\u00f6rper hin zu gr\u00f6\u00dferen Patientengruppen. Hier zeichnet sich eine wesentliche Verschiebung ab, wenn sich Mitte des 18. Jahrhunderts die Medizin quantifizierende Praktiken aus der K\u00f6rper\u00f6konomie von Milit\u00e4r und Milit\u00e4rverwaltung aneignete. Und diese Verschiebung best\u00e4tigt die Befunde, die die \u201eGeburt der Statistik\u201c ins 18. Jahrhundert datieren.<\/p>\n<p>Um die Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelten die \u00c4rzte und Chirurgen in den Feldlazaretten einen Blick auf die Lazarettbev\u00f6lkerung, der diese zu einer statistischen und damit dynamischen Gr\u00f6\u00dfe machte, deren Ver\u00e4nderung potentiell R\u00fcckschl\u00fcsse auf den k\u00f6rperlichen Zustand der Armee genauso zulie\u00df wie die m\u00f6gliche Einflussnahme darauf durch gezielte Anwendung von Behandlungsmethoden und Pr\u00e4ventivma\u00dfnahmen. Dass eine derartige Sichtweise allerdings Mitte des 18. Jahrhunderts noch keineswegs handlungsleitend im Sinn einer evidenzbasierten Medizin war, wird am folgenden Beispiel des Umgangs mit der Gefahr der Ausbreitung ansteckender Krankheiten im Siebenj\u00e4hrigen Krieg in Nordwestdeutschland deutlich.<\/p>\n<h3>Die \u201eKriegsseuchen\u201c und das staatliche Gesundheitswesen<\/h3>\n<p>Angesichts des Kriegsverlaufs in den Jahren 1757\/58 ist es nicht \u00fcberraschend, dass Nordwestdeutschland vor allem 1758 von kriegsbedingten Epidemien betroffen war. Seit dem Sp\u00e4tsommer 1757 bis zum Herbst 1758 fanden im Kurf\u00fcrstentum Hannover Truppenbewegungen in gro\u00dfem Umfang statt. In deren Verlauf berichten die Quellen vom Ausbruch sogenannter \u201eFleckfieber\u201c und \u201ehitziger Fieber\u201c. Die am st\u00e4rksten betroffenen Gebiete lagen entlang der Weser, der wichtigsten Versorgungslinie und in der L\u00fcneburger Heide, unter anderem auch in den von mehrfachen Durchz\u00fcgen und Einquartierungen betroffenen St\u00e4dten L\u00fcneburg, Uelzen und Celle. Dies zeigte sich deutlich im nat\u00fcrlichen \u00dcberschuss der Bev\u00f6lkerung, der in L\u00fcneburg, Uelzen und Celle im Seuchenjahr 1758 deutlich st\u00e4rker negativ ausgepr\u00e4gt war als in anderen Krisenjahren.<\/p>\n<p>Allerdings muss hier einschr\u00e4nkend hinzugef\u00fcgt werden, dass die Auswirkungen des Krieges punktuell und eher durch die spezifischen Bedingungen vor Ort wohl zu erkl\u00e4ren sind. So unterschied sich der nat\u00fcrliche \u00dcberschuss im Wendland 1758 nicht von anderen, durch Missernten und Konjunkturkrisen verursachten, Krisenjahren in den sp\u00e4ten 1760er und in den 1770er Jahren. Hier zeigte sich die generelle Vulnerabilit\u00e4t vorindustrieller Populationen am nat\u00fcrlichen Plafond.<\/p>\n<p>In jedem Fall waren den Zeitgenossen die akuten epidemiologischen Auswirkungen des Krieges klar. So hatten die in Hannover erscheinenden\u00a0N\u00fctzlichen Nachrichten\u00a0bereits im M\u00e4rz 1758 unter dem Eindruck der Auswirkungen des Krieges auf das Kurf\u00fcrstentum Hannover ihren Lesern die Frage gestellt, wie das Einhergehen von Krankheit und Krieg zu erkl\u00e4ren sei und welche Gegenma\u00dfnahmen getroffen werden k\u00f6nnten. In einer Antwort vom 28. April 1758 erl\u00e4uterte ein anonymer Autor, vermutlich ein Arzt, worin die Ursachen f\u00fcr das Einhergehen von Krankheit und Krieg l\u00e4gen und was die geeignetsten Ma\u00dfnahmen w\u00e4ren, den Ausbruch dieser \u201eKriegsseuchen\u201c zu verhindern oder zumindest einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p>Mit Blick auf m\u00f6gliche Pr\u00e4ventivma\u00dfnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung ansteckender Krankheiten schlug er vor, besonders auf Reinlichkeit auf den Stra\u00dfen, in den Quartieren und Lazaretten zu achten, in den Lazaretten Kranke und Verwundete strikt zu trennen, die Krankens\u00e4le regelm\u00e4\u00dfig zu L\u00fcften und zu r\u00e4uchern sowie auf die pers\u00f6nliche Hygiene und gesunde Ern\u00e4hrung der Soldaten zu achten.<\/p>\n<p>Als sich Daniel Philipp Rosenbach (1691\u20131760), Stadtarzt von Hannoversch M\u00fcnden, mit seinem Entwurf f\u00fcr eine Hospitalordnung 1759 an die Kriegskanzlei in Hannover wandte, schlug er \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen vor. Au\u00dferdem teilte er die Patienten in drei Klassen ein: jene, die an ansteckenden Krankheiten litten, jene die von sogenannten \u201egemeinen Fiebern\u201c befallen waren und Verwundete. Da er eine Ansteckung durch \u201e[\u2026] ausd\u00fcnstung der b\u00f6sen Lufft und giftigen miasmatum [&#8230;]\u201c bef\u00fcrchtete, empfahl er die getrennte Unterbringung der Patienten in frei stehenden Geb\u00e4uden am Stadtrand, damit \u201e[\u2026] die aus jenem dringenden vapores gravolentes und die foetores der Nachbarn nicht einen Schaden und eckel, noch morbos epidemicos veruhrsachen und nach sich zieen m\u00f6gen.\u201c<\/p>\n<p>Diese Sicht auf den Zusammenhang von Krieg und Epidemien wurde \u00fcber \u00c4rztekreise hinaus weit geteilt und war in der hippokratisch gepr\u00e4gten westlichen medizinischen Tradition verwurzelt. Humoralpathologie und Miasmenlehre machten Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen plausibel, die auf pers\u00f6nlicher und \u00f6ffentlicher Hygiene, Di\u00e4tetik und im Zweifel Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen basierten. In einem \u00e4hnlichen Rahmen bewegte sich das staatliche Gesundheitswesen.<\/p>\n<p>Sowohl f\u00fcr den Landesherrn als auch die Obrigkeiten vor Ort stellte die epidemiologische Dimension des Krieges ein Problem dar. So erlie\u00df die Regierung in Hannover bereits am 6. Oktober 1757 eine Verordnung zur Reinigung der H\u00e4user, Gassen und Hospit\u00e4ler, die am 30. M\u00e4rz 1758 erneuert wurde, unmittelbar nachdem die franz\u00f6sische Armee das Kurf\u00fcrstentum verlassen hatte. Bei der Umsetzung hatte die Obrigkeit vor Ort einen gewissen Spielraum, und in Nienburg etwa f\u00fchrte der Rat im April 1758 eine regelm\u00e4\u00dfige M\u00fcllabfuhr ein und beauftragte den Stadtsyndikus daf\u00fcr zu sorgen, dass Stra\u00dfen und H\u00e4user regelm\u00e4\u00dfig ger\u00e4uchert wurden. Au\u00dferdem sollte er auf die Hygiene in den Quartieren achten, vor allem dort, wo Kranke untergebracht waren. Bestattungen in Massengr\u00e4bern wurden untersagt, da diese \u201e[\u2026] abscheulichen Gestanck veruhrsachten und die Lufft inficiren konnten.\u201c<\/p>\n<h3>Milit\u00e4rlazarette im st\u00e4dtischen Raum<\/h3>\n<p>Besonderes Augenmerk galt mit Blick auf die \u00f6ffentliche Gesundheit den Lazaretten. Sie waren die wichtigsten Einrichtungen zur Versorgung von Kranken und Verwundeten im Krieg. Hauptlazarette wurden im Siebenj\u00e4hrigen Krieg an zentralen Versorgungsorten eingerichtet. Dazu geh\u00f6rten in Nordwestdeutschland M\u00fcnster, Osnabr\u00fcck und Nienburg. Fliegende Lazarette folgten der Armee im Feld. Wie die Pr\u00e4senz solcher Lazarette sich vor Ort auswirkte und welche Folgen sie f\u00fcr die Wahrnehmung von und den Umgang mit der Gefahr der Ausbreitung ansteckender Krankheiten hatte, m\u00f6chte ich abschlie\u00dfend kurz am Beispiel Hamelns in den Jahren 1757 bis 1759 verdeutlichen.<\/p>\n<p>Hameln war neben Nienburg, Harburg und G\u00f6ttingen eine der wichtigen kurhannoverschen Landesfestungen. Seit dem sp\u00e4ten 17. Jahrhundert war dort eine Garnison stationiert und zu ihrer Unterbringung Kasernengeb\u00e4ude errichtet worden. Im Siebenj\u00e4hrigen Krieg wurden die \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude am Markt (Nikolaikirche, Rathaus, Neues Geb\u00e4ude, Kommandantenhaus), das Gasthaus zur Sonne und die Baracken beim M\u00fcnster im S\u00fcdwesten und am Zehnthof im Nordwesten der Stadt mit Lazaretten belegt.<\/p>\n<p>Ein erstes franz\u00f6sisches Lazarett wurde Ende Juli 1757 nach der Schlacht bei Hastenbeck eingerichtet. Wie der Pastor der M\u00fcnsterkirche Johann Daniel Gottlieb Herr berichtete, herrschten dort schlimme Zust\u00e4nde: \u201eDas Sterben darin war au\u00dferordentlich und nur die allerwenigsten geneseten, sonderlich die in der Marktkirche lagen, daher sie zuletzt heraus und auf das Rahthaus geleget wurden.\u201c Glaubt man der \u00e4lteren Stadtgeschichte Hamelns, dann starben dort bis Ende 1757 \u00fcber 4000 Patienten, die auf dem M\u00fcnsterkirchhof und vor dem M\u00fchltor in Massengr\u00e4bern bestattet wurden.<\/p>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe des zum Teil zeitgleich bestehenden hannoverschen Lazaretts variierte im Laufe der Zeit und wuchs w\u00e4hrend des Jahres 1758 erheblich an. Geleitet wurde es durch den Stadtarzt von Hameln, Johannes Nor\u00e9en und einen aus Hannover hinzu beorderten Stadtchirurgen, Ludwig Christian Lammersdorf.<\/p>\n<p>Der Stadt gaben die Lazarette best\u00e4ndig Anlass zur Sorge, und so klagte der Rat der Stadt Hameln Ende Oktober 1758 einmal mehr sein Leid der Regierung in Hannover: \u201eSo dann f\u00fcrchten wir un\u00df f\u00fcr ansteckende Kranckheiten, und haben dahero gesuchet, da\u00df die Krancke in die Casernen gebracht werden m\u00f6gen, allwo die freye lufft ihre genesung befordern, und das vorbey flie\u00dfende Wasser die zur [\u2026] fortschleppung eines Contagii geneigte Unreinigkeiten abf\u00fchren kann. Von blessirten ist hier nicht die Rede; F\u00fcr diese ist genugsahmer Raum in der Stadt [&#8230;].\u201c<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr die Bitte um eine Verlegung der an ansteckenden Krankheiten leidenden Patienten war aber nicht die unmittelbare Gefahr des Ausbruchs einer Seuche, sondern ein l\u00e4nger schwelender Streit mit dem Garnisonskommandanten, Generalleutnant Georg Friedrich Freudemann. W\u00e4hrend das Milit\u00e4r die Lazarette in den zentralen Geb\u00e4uden um den Markt belassen wollte, bem\u00fchte sich die Stadt um eine Verlegung der Patienten in die Baracken am Zehnthof an den Stadtrand.<\/p>\n<p>In diesem Streit um die Unterbringung des Lazaretts mutma\u00dfte der Rat zu den Motiven des Milit\u00e4rs, dass die in den Baracken untergebrachten Offiziere nicht auf die komfortablen Quartiere und das ihnen dort kostenfrei zur Verf\u00fcgung gestellte Feuerholz verzichten wollten. Die Stadt verwies darauf, dass die Unterbringung des Lazaretts aber eben nicht im Rahmen der Einquartierung zu Lasten der Stadt geschehen d\u00fcrfe, sondern zu Lasten der Kriegskasse durch das Kommissariat organisiert werden m\u00fcsste. Zugleich zeigte man sich kompromissbereit, indem die Stadt einwilligte, leicht verwundete Soldaten in das regul\u00e4re Quartier zu nehmen.<\/p>\n<p>Dabei war die Sachlage eigentlich l\u00e4ngst klar. Bereits am 18. Oktober 1758 hatte die Kriegskanzlei in Hannover n\u00e4mlich im Sinne der Stadt entschieden, kranke und verwundete Soldaten zu trennen und die Kranken in die Kasernen zu verlegen. Auf die abermalige Beschwerde des Hamelner Rates hin sah sich die Kriegskanzlei gezwungen zu intervenieren und wies den Garnisonskommandanten an, zumindest die kranken und verwundeten Soldaten voneinander zu trennen und erstere in die Baracken am Stadtrand zu verlegen, um eine weitere Ausbreitung ansteckender Krankheiten zu verhindern.<\/p>\n<p>An diesem Beispiel wird deutlich, wie stark die Argumentation seitens des Hamelner Rates und der Kriegskanzlei auf zeitgen\u00f6ssische epidemiologische und milit\u00e4rmedizinische Gemeinpl\u00e4tze rekurrierte. Die Angst vor dem Ausbruch einer Epidemie war aber nur ein Motiv f\u00fcr die Verlegung des Lazarettes und zugleich rhetorisches Mittel. Andere Motive wurden vom medizinisch-epidemiologischen Diskurs \u00fcberlagert: der Standeskonflikt zwischen Milit\u00e4r und st\u00e4dtischer Obrigkeit um Privilegien bei der Einquartierung, genauso wie Ressourcenkonflikte zwischen Kriegskanzlei, Stadt und Milit\u00e4r.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Betrachtet man abschlie\u00dfend die fr\u00fchneuzeitliche Deutung von \u201eKriegsseuchen\u201c, dann \u00e4hnelte diese zun\u00e4chst der Interpretation von anderen Epidemien und Naturkatastrophen. Sie erschienen den Zeitgenossen im Anschluss an das 2. Buch Mose (Exodus) als Strafe Gottes oder wurden im Rahmen eschatologischer Deutungen mit den Reitern der Apokalypse (Krieg, Hunger und Tod) assoziiert. Solche Narrative hatten zur Zeit des Siebenj\u00e4hrigen Krieges aber in der Regel nur noch topische Funktion. Mit anderen Worten: Die Annahme eines selbstverst\u00e4ndlichen Einhergehens von Krankheit und Krieg wurde nicht mehr metaphysisch ausgedeutet oder anderweitig hinterfragt. Vielmehr wurde dieser Zusammenhang im Rahmen der zeitgen\u00f6ssischen Medizin rationalisiert. Deren Annahmen bewegten sich im Wesentlichen im Rahmen von auf antike Wurzeln zur\u00fcckgehenden Konzepte wie der\u00a0Humoralpathologie,\u00a0Miasmentheorie\u00a0und\u00a0Contagion\u00a0als Krankheitsursache sowie den\u00a0sex res non naturales\u00a0als therapeutische Grundlage. Erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts sind Ans\u00e4tze zu einer medizinal-statistischen Betrachtung von kriegsbedingten Epidemien zu beobachten, die aber nicht in Konkurrenz zu hergebrachten Deutungsangeboten standen und noch nicht als Grundlage evidenzbasierter Seuchenbek\u00e4mpfung herangezogen wurden. Erste Ans\u00e4tze dazu sind in der Tat erst im 19. Jahrhundert zu beobachten.<\/p>\n<p>Ob die Kriegsseuchen mit den durchziehenden Soldaten kamen oder endemisch waren, war in der Fr\u00fchen Neuzeit sekund\u00e4r. Wichtiger waren die spezifischen Bedingungen, die eine Ausbreitung ansteckender Krankheiten bef\u00f6rderten und das praktische Wissen, das Seuchenpr\u00e4vention und -eind\u00e4mmung erforderten. Beim Umgang mit ansteckenden Krankheiten w\u00e4hrend des Siebenj\u00e4hrigen Krieges standen praktische Fragen im Vordergrund: Durch welche Ma\u00dfnahmen lie\u00dfen sich Epidemien verhindern oder eind\u00e4mmen? Wer hatte daf\u00fcr die Verantwortung zu \u00fcbernehmen? Wie lie\u00dfen sich Seuchenschutz, milit\u00e4rische und \u00f6konomische Interessen vereinbaren?<\/p>\n<p>Dementsprechend waren Ma\u00dfnahmen des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens der Hauptansatzpunkt f\u00fcr die st\u00e4dtische und landesherrliche Obrigkeit. Zugleich f\u00fchrten sie mitunter zu Konflikten, wenn einerseits das Milit\u00e4r sich in seinen Handlungsm\u00f6glichkeiten und Privilegien eingeschr\u00e4nkt sah. Andererseits sahen die Untertanen mitunter ihre eigene Gesundheit bedroht, wenn die Obrigkeit ihrer Pflicht nicht ausreichend nachzukommen schien, die Ausbreitung von Seuchen in Kriegszeiten zu verhindern.<\/p>\n<p>Einige der vorangegangenen Beobachtungen lenkten den Blick auf Vorstellungen, die uns heute fremd sind. Andere hingegen kommen uns auch in der aktuellen Pandemie bekannt vor: althergebrachte Ma\u00dfnahmen zur Seucheneind\u00e4mmung wie Abschottung, Quarant\u00e4ne und Hygienema\u00dfnahmen, bedingt aussagekr\u00e4ftige statistische Modelle, Infrastruktur, die angesichts der Katastrophe an ihre Grenzen st\u00f6\u00dft, oder die Unterwerfung der Deutungen des Seuchengeschehens unter partikulare, politische und \u00f6konomische Interessen. Eines aber \u2013 und das soll nicht unerw\u00e4hnt bleiben \u2013 war dem 18. Jahrhundert weitgehend fremd: N\u00e4mlich die Ursache f\u00fcr den Ausbruch von Kriegsseuchen in den dunklen Machenschaften einer wie auch immer gearteten Verschw\u00f6rung zu suchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Januar 1763 stellte Johann Christoph Stockhausen (1725\u20131784), Direktor des L\u00fcneburger Johanneums, anl\u00e4sslich des Endes des Siebenj\u00e4hrigen Krieges fest: \u201eDer Krieg, man mag ihn betrachten von welcher Seite man will, ist immer ein Zerst\u00f6hrer der Menschen. 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