{"id":32087,"date":"2023-07-17T14:32:33","date_gmt":"2023-07-17T12:32:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=siebenjaehriger-krieg-internat-beziehungen"},"modified":"2024-12-12T16:03:46","modified_gmt":"2024-12-12T15:03:46","slug":"die-internationalen-beziehungen-im-18-jahrhundert-der-blick-des-intellektuellen-voltaire-auf-den-siebenjaehrigen-krieg","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-internationalen-beziehungen-im-18-jahrhundert-der-blick-des-intellektuellen-voltaire-auf-den-siebenjaehrigen-krieg\/","title":{"rendered":"International relations in the 18th century"},"content":{"rendered":"<p>Beginnen wir mit einem Zitat von Voltaire: \u201eCes deux nations sont en guerre pour quelques arpens de neige vers le Canada.\u201c<\/p>\n<h3>Einleitung<\/h3>\n<p>Mit diesen Worten erkl\u00e4rt Candides Reisebegleiter Martin, allem Anschein nach ein Sozinianer, die Verr\u00fccktheit der Engl\u00e4nder und Franzosen. Und er erg\u00e4nzt, \u201equ\u2019elles d\u00e9pensent pour cette guerre beaucoup plus que tout le Canada ne vaut\u201c. Dies ist nicht die einzige Allusion zum Siebenj\u00e4hrigen Krieg, die sich in Voltaires Meisterwerk Can-dide oder der Optimismus aus dem Jahre 1759 findet. Sie ist einer von vielen Belegen, die zeigen, wie aufmerksam Voltaire, zu diesem Zeitpunkt der wohl bekannteste Vertreter der franz\u00f6sischen Aufkl\u00e4rung, die Weltl\u00e4ufe verfolgte und kommentierte. Voltaire verk\u00f6rpert als einer der ersten den f\u00fcr das 20. und 21. Jahrhundert so charakteristischen Typus des engagierten Intellektuellen, der kritisch das Zeitgeschehen beobachtet, kommentiert und leidenschaftlich f\u00fcr seine Anliegen eintritt. Und wie viele Intellektuelle des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart, so suchte auch er die N\u00e4he der M\u00e4chtigen und die M\u00e4chtigen seine N\u00e4he.<\/p>\n<p>Den Siebenj\u00e4hrigen Krieg hat Voltaire von Anfang an mit kritischen Bemerkungen begleitet und er nimmt in seinem Sp\u00e4twerk als Referenz breiten Raum ein. In meinen Beitrag untersuche ich Voltaires Blick auf den Siebenj\u00e4hrigen Krieg \u2013 d. h. Kommentare, Erkl\u00e4rungen, Urteile \u2013 in seinen verschiedenen Ausdrucksformen: erstens als Kommentar in seiner t\u00e4glichen Korrespondenz, zweitens in der literarischen, drittens in der philosophischen und viertens in der historischen Analyse: im\u00a0Candide, im\u00a0Dictionnaire Philosophique\u00a0und in\u00a0Pr\u00e9cis du Si\u00e8cle de Louis XIV. Wie beurteilte er die epochalen Ver\u00e4nderungen in der europ\u00e4ischen B\u00fcndnispolitik, die dem Krieg vorausgingen? Erkannte er die globale Dimension des Konfliktes? Wie reagierte er auf Nachrichten vom Kriegsschauplatz, welchen Ton schlug er gegen\u00fcber seinen Korrespondenzpartnern an? Dies ist nur eine Auswahl der Fragen, die sich stellen.<\/p>\n<h3>Voltaire als Beobachter der Weltl\u00e4ufe<\/h3>\n<p>Der heraufziehende Weltkonflikt wurde von Voltaire schon fr\u00fch zur Sprache gebracht. Bereits im ber\u00fchmten Brief vom 30. August 1755 an Rousseau anl\u00e4sslich der Publikation des\u00a0Discours sur les fondements de l\u2019in\u00e9galit\u00e9 parmi les hommes\u00a0verwies Voltaire auf die Scharm\u00fctzel in Nordamerika: \u201eJe ne peux non plus m\u2019embarquer pour aller trouver les sauvages du Canada, [\u2026] parce que la guerre est port\u00e9e dans ce pays-l\u00e0, et que les exemples de nos nations ont rendu les sauvages presque aussi m\u00e9chants que nous\u201c.<\/p>\n<p>\u00dcber der scharfen Ironie der Bemerkung, die sich gegen die Idee des\u00a0bon sauvage\u00a0richtet und auch Berichte \u00fcber die grausamen Kriegsrituale der Indianer spiegelt, sollte man nicht \u00fcbersehen, dass Voltaire schon hier wesentliche Aspekte des Konfliktes in Amerika erfasst hatte: Zum einen die Tatsache, dass die Indianer Akteure im Ringen Frankreichs und Englands um die Weiten Amerikas waren, und zum anderen, dass es ein Konflikt zwischen zwei europ\u00e4ischen, \u201ezivilisierten\u201c M\u00e4chten ist, der au\u00dferhalb Europas ausgetragen wird. Voltaire schrieb dies zwei Monate vor der ersten \u201erichtigen\u201c Schlacht in Nordamerika, Braddocks Niederlage am Monongahela am 9. Juli 1755.<\/p>\n<p>Von nun an stellte der Konflikt ein immer wiederkehrendes Thema in Voltaires Briefen dar. Das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis in den ersten Kriegsjahren in Amerika wusste Voltaire gut einzusch\u00e4tzen. Der Herzogin von Sachsen-Gotha schrieb er Anfang Februar 1756, die Engl\u00e4nder seien in Amerika in Bedr\u00e4ngnis, und die Franzosen zur See.<\/p>\n<p>Seit dem Februar 1756 verband Voltaire seine Kommentare zur \u201eTagespolitik\u201c mit der Kritik am philosophischen Optimismus der \u201ebesten aller m\u00f6glichen Welten\u201c, die seit dem Erdbeben von Lissabon seine Schriften pr\u00e4gte und im\u00a0Candide\u00a0noch einmal zugespitzt werden sollte. Seine Korrespondenz liest sich dabei wie Vor\u00fcbungen zu seinem ber\u00fchmtesten Werk. So bemerkt Voltaire gegen\u00fcber dem Freund Argental, \u201eLe tout est bien me para\u00eet ridicule, quand le mal est sur terre et sur mer\u201c, gegen\u00fcber Elie Bertrand, \u201eLe mal est sur la terre, et c\u2019est se moquer de moi que de dire que mille infortun\u00e9s composent le bonheur\u201c. Der Krieg um Kanada ist mit dem\u00a0tout est bien\u00a0nicht vereinbar, geschweige denn mit der Vorstellung, die Menschen und V\u00f6lker w\u00fcrden die Vernunft zur Grundlage ihrer Handlungen machen. An Thieriot schreibt Voltaire Ende Februar 1756: \u201eLe tableau de sottises du genre humain depuis Charlemagne jusqu\u2019\u00e0 nos jours est ce qui m\u2019occupe [\u2026]. Je ne sais s\u2019il y a dans ce tableau beaucoup traits plus honteux pour l\u2019humanit\u00e9 que de voir deux nations \u00e9clair\u00e9es se couper la gorge pour quelques arpents de glace et de neige dans l\u2019Amerique\u201c.<\/p>\n<p>Es verwundert daher nicht, dass auch der Kriegsausbruch im September 1756 zu scharfen Kommentaren herausfordert, die das Gute der Welt in Frage stellen: \u201eTout est bien, tout est mieux que jamais. Voil\u00e0 deux ou trois cent mille animaux \u00e0 deux pieds qui vont s\u2019\u00e9gorger pour cinq sous par jour. [&#8230;] Le meilleur des mondes est horriblement ridicule. Il faudrait voir tout avec des yeux sto\u00efques\u201c, hei\u00dft es in einem Brief vom 17. September an F. L. Allamand.<\/p>\n<p>Auch sein Kommentar zum Einmarsch Friedrichs II. in Sachsen zeigt, dass Voltaire sehr genau die damit verbundenen Machtpolitischen Dimensionen erkannte: \u201eVous devez savoir \u00e0 present vous autres Parisiens que le Salomon du Nord s\u2019est empar\u00e9 de Leipsik. Je ne sais si c\u2019est l\u00e0 un chapitre de Machiavel ou de l\u2019Antimachiavel, si c\u2019est d\u2019accord avec la cour de Dresde ou malgr\u00e9 elle. [&#8230;] Je me prom\u00e8ne dans des all\u00e9es de fleurs de mon invention, et je prends peu d\u2019int\u00e9r\u00eat aux affaires des Vandales et des Misniens\u201c.<\/p>\n<p>Dass sich Voltaire nicht um die Angelegenheiten der \u201eVandalen\u201c und \u201eMeissner\u201c (die Sachsen) k\u00fcmmerte, trifft jedoch so nicht zu: Seit 1755 kam er in seiner Korrespondenz immer wieder auf die aktuellen politischen Ereignisse zu sprechen, sei es auf die Westminster-Konvention, sei es auf den noch unerkl\u00e4rten Krieg zwischen England und Frankreich, oder sei es auf die franz\u00f6sisch-\u00f6sterreichische Allianz. Auch im weiteren Verlauf des Krieges sollte Voltaire nicht der von den Ereignissen unber\u00fchrte Einsiedler bzw. das \u201eMurmeltier\u201c\u00a0in der Schweiz sein. Dar\u00fcber hinaus versuchte sich Voltaire mehrfach als Diplomat, indem er sich sowohl der Regierung in Versailles als auch Friedrich dem Gro\u00dfen als Vermittler bzw. als \u201eBriefkasten\u201c f\u00fcr Geheimverhandlungen anbot.<\/p>\n<p>Wie viele seiner Zeitgenossen war Voltaire vom Renversement des alliances \u00fcberrascht \u2013 es war auch f\u00fcr ihn nicht denkbar gewesen. An der Tragweite und den Konsequenzen dieser Neugestaltung des internationalen Systems bestand f\u00fcr ihn kein Zweifel: \u201eCette guerre n\u2019a pas mine de finir si t\u00f4t. Aurait-on jamais pens\u00e9 que l\u2019Autriche, la France et la Russie marcheraient contr\u00e9 un prince de l\u2019empire! Dieu seul sait ce qui arrivera; le comte d\u2019Estr\u00e9es et l\u2019intendant de l\u2019arm\u00e9e de France doivent d\u00e9j\u00e0 \u00eatre \u00e0 Vienne. [&#8230;] On dit M. de Broglie et M. de Valori retourn\u00e9s \u00e0 Paris, et qu\u2019on enverra \u00e0 leur place quatre-vingt mille ambassadeurs. Et c\u2019est une querelle du Canada qui \u00e9branle tout l\u2019Europe. Ah, que ce meilleur des mondes est aussi le plus fou!\u201c,\u00a0schrieb er im November 1756 an die Herzogin von Sachsen-Gotha.<\/p>\n<p>Im September 1759, nach der Publikation des Candide, schreibt Voltaire an seinen Verleger Cramer: \u201eSi Candide a \u00e9t\u00e9 en Saxe, il doit douter plus que jamais du sist\u00e8me du docteur Pangloss. Tout ce qu\u2019on apprend de ce malheureux pays tire des larmes\u201c.\u00a0Die Wirklichkeit \u2013\u00a0hier am Beispiel des von Preu\u00dfen seit 1756 systematisch ausgepl\u00fcnderten Kurf\u00fcrstentum Sachsen \u2013 lieferte Voltaire unwiderlegbare Argumente gegen die Idee der \u201ebeste der Welten\u201c und das Prinzip des \u201ealles ist gut\u201c.<\/p>\n<p>Diesen Blick f\u00fcr die Realit\u00e4t des Krieges verlor Voltaire w\u00e4hrend des gesamten Krieges nicht, immer wieder finden sich in seiner Korrespondenz Bemerkungen wie diese, in einem Brief an die Herzogin von Sachsen-Gotha, deren Territorium unmittelbar vom Krieg und seinen Begleiterscheinungen betroffen war: \u201eJe vois les malheurs du genre humain augmenter sans qu\u2019ils produisent le bien de personne\u201c.<\/p>\n<p>Obwohl er selbst einmal eine Pangegyrik auf den Sieg Ludwigs XV. bei Fontenoy (1745) geschrieben hatte, wusste Voltaire nur zu gut, was sich hinter den Meldungen \u00fcber Schlachtensiege verbarg. Sein Kommentar zur Schlacht von Lobositz, der ersten der vielen blutigen Schlachten des Siebenj\u00e4hrigen Krieges, verweist bereits auf das 3. Kapitel des\u00a0Candide, auf das ich noch zu sprechen komme: \u201eVoil\u00e0 d\u00e9j\u00e0 environ vingt mille hommes morts pour cette querelle, dans laquelle aucun d\u2019eux n\u2019avait la moindre part. C\u2019est encore un des agr\u00e9ments du meilleur des mondes possibles. Quelles mis\u00e8res! et quelles horreurs!\u201c (an die Herzogin von Sachsen-Gotha).<\/p>\n<p>Dank Kontakten ins Reich wie zur Herzogin war Voltaire bestens mit Nachrichten zum Kriegsverlauf versorgt.\u00a0Voltaire zeigte sich immer wieder besorgt dar\u00fcber, dass das kleine Herzogtum auch zum Kriegsschauplatz werden k\u00f6nnte. Ein kleines Meisterwerk der Ironie und des Humors ist Voltaires Neujahrsgru\u00df zum Jahr 1758 an die Herzogin, dem er eine Tirade gegen die \u201eKroaten, Panduren und Husaren\u201c voranstellt, die den Brief abfangen k\u00f6nnten, und worin er ihnen, die danach trachten, \u201edie Welt zu greulichsten aller Welten zu machen\u201c, die Herzogin als Muster des Geistes und der H\u00f6flichkeit entgegenstellt.<\/p>\n<p>Wie wir schon gesehen haben, war das epochemachende Ereignis, das dem Kriegsausbruch in Europa voranging, das\u00a0Renversement des alliances. Bereits seit September 1755 liefen die geheimen Verhandlungen zwischen Versailles und Wien, die durch die Westminster-Koalition einen neuen Impuls erhielten und schlie\u00dflich in den ersten Versailler Vertrag vom 1. Mai 1756 m\u00fcndeten. W\u00e4hrend man die Westminster-Konvention als einen f\u00fcr Friedrich II. typischen Alleingang deuten konnte, war der franz\u00f6sisch-\u00f6sterreichische Vertrag die Sensation, die ganz Europa ersch\u00fctterte.<\/p>\n<p>Auf das britisch-preu\u00dfische B\u00fcndnis reagierte Voltaire gelassen. Der Preu\u00dfenk\u00f6nig schreibe Verse und unterzeichne Vertr\u00e4ge, und er k\u00f6nne dem Vertrag durchaus Gutes abgewinnen, denn, so Voltaire in einem Brief an die Herzogin von Sachsen-Gotha, damit werde verhindert, dass sich der Kolonialkonflikt auf Deutschland ausweite (was ja durchaus eines der Ziele der Briten war).<\/p>\n<p>Umso gr\u00f6\u00dfer war auch die \u00dcberraschung bei Voltaire, als er vom Versailler Vertrag erfuhr. \u201eIl ne faut que vivre pour voire des choses nouvelles\u201c hei\u00dft es in einem Brief an die Gr\u00e4fin L\u00fctzelburg, und gegen\u00fcber Jean-Robert Tronchin bemerkt er, Karl V. h\u00e4tte dies sich nicht vorstellen k\u00f6nnen.\u00a0Dass die neue Allianz ein besonderes Ereignis ist, steht f\u00fcr den Historiker Voltaire au\u00dfer Frage.<\/p>\n<p>An seinen ehemaligen Protektor und jetzigen Gesch\u00e4ftspartner, den dem Hofe und insbesondere der Marquise de Pompadour nahestehenden Finanzier Joseph P\u00e2ris-Duverney, schreibt er \u00fcber die m\u00f6glichen Konsequenzen: \u201eLes \u00e9v\u00e9nements pr\u00e9sents fourniront probablement une ample mati\u00e8re aux historiens. L\u2019union des maisons de France et d\u2019Autriche apr\u00e8s deux cent cinquante ans d\u2019inimiti\u00e9s, l\u2019Angleterre qui croyait tenir la balance de l\u2019Europe abaiss\u00e9 en six mois de temps, une marine formidable cr\u00e9\u00e9e avec rapidit\u00e9, la plus grande fermet\u00e9 d\u00e9ploy\u00e9e avec la plus grande mod\u00e9ration: Tout cela forme un bien magnifique tableau. Les \u00e9trangers voient avec admiration une vigueur et un esprit de suite dans le minist\u00e8re que leurs pr\u00e9jug\u00e9s ne voulaient pas croire\u201c.<\/p>\n<p>Es ist nicht sicher, ob Voltaire mit seinen lobenden \u00c4u\u00dferungen \u00fcber die Wirkung der franz\u00f6sisch-\u00f6sterreichischen Allianz nicht auch \u00fcber P\u00e2ris-Duverney auf Madame de Pompadour und Ludwig XV. als Adressaten seines Kommentars zielte, in der Hoffnung, deren Gunst wieder zu erlangen und ggf. nach Paris zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Die der Allianz seitens Frankreichs zugrundeliegenden Ideen erfasste er pr\u00e4zise, nimmt man einen Brief hinzu, den er im Oktober an seinen \u201eFreund\u201c, den Herzog von Richelieu richtete. England sollte seinen wichtigsten Partner auf dem Kontinent verlieren, was mit der Neutralisierung der \u00d6sterreichischen Niederlande einherging, dem klassischen Schlachtfeld zwischen den drei M\u00e4chten. Dadurch fehle den Engl\u00e4ndern der klassische Br\u00fcckenkopf nach Europa. Sie mussten w\u00e4hrend des Krieges auf die ostfriesischen H\u00e4fen zur\u00fcckgreifen und stellten mit ihren Truppen keine Gefahr f\u00fcr das franz\u00f6sische Territorium dar.<\/p>\n<p>Auch den Nebeneffekt der Allianz zwischen Versailles und Wien, die Kontrolle des umtriebigen Savoyen-Sardinien, entging Voltaire nicht. Im Fr\u00fchjahr und Sommer 1756 konnte man daher in Frankreich optimistisch in die Zukunft sehen, hatte man doch im Mittelmeer mit der Eroberung Menorcas einen Sieg \u00fcber die scheinbar \u00fcberm\u00e4chtige\u00a0Royal Navy\u00a0errungen.<\/p>\n<p>Voltaires anf\u00e4ngliche Zustimmung zum neuen B\u00fcndnis wich mit der Zeit einer immer gr\u00f6\u00dferen Skepsis. Sprach er im Fr\u00fchjahr 1757 noch davon, dass es Frankreich gro\u00dfen Ruhm einbringe, jetzt \u00d6sterreichs einzige St\u00fctze zu sein, so sah er im Oktober die Gefahr, dass durch die Vernichtung und Aufteilung Preu\u00dfens Frankreich \u00d6sterreich eine gr\u00f6\u00dfere Macht verschaffen w\u00fcrde als es je unter Ferdinand II. besessen hatte.\u00a0Preu\u00dfen m\u00fcsse zweifellos Schlesien herausgeben, doch warum es \u2013 wie es der 2. Versailler Vertrag vorsah \u2013 v\u00f6llig vernichten? Dies zu verhindern sei Aufgabe Ludwig XV., der damit ein wahrhaftiger\u00a0\u201earbitre des puissances\u201c\u00a0sein w\u00fcrde.\u00a0Seine \u00dcberlegungen zeigen Voltaire in \u00dcbereinstimmung mit der Mehrheit der politisch denkenden \u00d6ffentlichkeit, die gro\u00dfe Probleme hatte, sich daran zu gew\u00f6hnen, dass Versailles und Wien nun Verb\u00fcndete waren.<\/p>\n<p>Wie die Mehrheit der Franzosen empfand Voltaire die Niederlage von Rossbach als eine Dem\u00fctigung und sah darin v\u00f6llig zu Recht einen Wendepunkt des Krieges, denn von einem schnellen Sieg \u00fcber Friedrich den Gro\u00dfen konnte nun nicht mehr die Rede sein.\u00a0Was sich in Rossbach andeutete, wurde durch den preu\u00dfischen Sieg bei Leuthen schlie\u00dflich best\u00e4tigt. Hoffnung auf einen schnellen Frieden gab es nicht mehr, zudem nun auch England die Konvention von Kloster Zeven aufk\u00fcndigte, was Voltaire zu der Bemerkung veranlasste, das V\u00f6lkerrecht sei nur noch eine Chim\u00e4re und von nun an gelte das Recht des St\u00e4rkeren. Das \u201esyst\u00e8me de l\u2019Europe\u201c, so Voltaire, stehe vor einem fundamentalen Wandel.\u00a0Verzweiflung \u00fcber das zu erwartende Blutvergie\u00dfen machte sich bei ihm schon im Januar 1757 breit: \u201eLe sang va couler \u00e0 plus grands flots dans l\u2019Allemagne, et il y a grande apparence que toute l\u2019Europe sera en guerre avant la fin de l\u2019ann\u00e9e. Cinq ou six cents personnes y gagneront. Le reste en souffrira\u201c.<\/p>\n<p>Als einzigen Ausweg aus der verfahrenen Situation sah Voltaire den Abschluss eines neuen Westf\u00e4lischen Friedens.<\/p>\n<p>Gegenstand von Voltaires Briefen war nat\u00fcrlich immer wieder Friedrich der Gro\u00dfe, mit dem er selbst bis 1760 in unregelm\u00e4\u00dfigen Kontakt stand.\u00a0Obwohl Voltaire noch dem Preu\u00dfenk\u00f6nig wegen der in Frankfurt 1753 erlittenen Dem\u00fctigung grollte, wie er immer wieder gegen\u00fcber Dritten betonte, ist davon in der Korrespondenz der ersten Kriegsjahre nicht viel zu sp\u00fcren. Beide tauschten Freundlichkeiten aus, philosophierten \u00fcber den Selbstmord, den Friedrich erwog und dem ihn Voltaire untersagte und kommentierten die Zeitl\u00e4ufe in Versen. Der Tod von Friedrichs Schwester Wilhelmine, die als \u201eBriefkasten\u201c bzw. als \u201eBrieftr\u00e4gerin\u201c fungierte, war eine Z\u00e4sur f\u00fcr beide. Die Kommunikation wurde nun unregelm\u00e4\u00dfiger und schwieriger, zahlreiche Briefe sind verloren gegangen.<\/p>\n<p>Der zwischen 1759 und 1760 von Voltaire unternommene Versuch, als Vermittler zwischen Friedrich und Choiseul zu fungieren, waren von vornherein zum Scheitern verurteilt.\u00a0Keine Seite war zu diesem Zeitpunkt (insbesondere nach Friedrichs Niederlage am 12. August 1759 in Kunersdorf) zu Kompromissen bereit. Choiseul betrachtete diesen Dialog \u00fcber Umwege nicht als offizielle Verhandlungen, sondern als Gespr\u00e4ch unter Freunden. Dar\u00fcber hinaus war er weder bereit noch von Ludwig XV. autorisiert, die \u00f6sterreichische Allianz zu riskieren.\u00a0Auch Friedrich lehnte jeden Frieden, der ihm keinen Ruhm bringen w\u00fcrde, ab.<\/p>\n<p>War ihre Korrespondenz bis zum Verstummen von einem Ton gegenseitigen Respekts gepr\u00e4gt, so hielt Voltaire gegen\u00fcber anderen nicht mit harten Urteilen \u00fcber das Verhalten des Preu\u00dfenk\u00f6nigs zur\u00fcck, in die sich aber immer auch wieder Bewunderung und Erstaunen \u00fcber seine \u00dcberlebensk\u00fcnste mischte. Die konsequente Auspl\u00fcnderung Sachsens durch Preu\u00dfen veranlasste Voltaire zur Gleichsetzung Friedrichs mit dem Banditenhauptmann Mandrin, der wenige Jahre zuvor Savoyen und die Dauphin\u00e9 mit einer ganzen R\u00e4uberarmee verheert hatte. Im selben Brief berichtet Voltaire, dass der Agnostiker Friedrich nicht davor zur\u00fcckschreckte, sich der jubelnden Dresdner Bev\u00f6lkerung mit zwei \u201efetten\u201c lutherischen Pastoren zu zeigen. Man hat den Eindruck, wenn man diese Stelle liest, dass Voltaire \u00fcber diesen Zynismus des Preu\u00dfenk\u00f6nigs, der durchaus erfolgreich die latente konfessionelle Spannung im Reich zur Mobilisierung seiner Anh\u00e4nger instrumentalisierte, widerwillig bewunderte.<\/p>\n<p>Friedrich, der \u201eMarkgraf von Brandenburg\u201c, gegen den sich ganz Europa zusammengeschlossen hat, werde in seinem aussichtslosen Abwehrkampf gegen die gr\u00f6\u00dften M\u00e4chte Europas nur zweifelhaften Ruhm erlangen, urteilt Voltaire im Sommer 1757, vor der Wende des Krieges durch Rossbach und Leuthen.\u00a0Nach Rossbach muss Voltaire z\u00e4hneknirschend dem \u201eMarkgrafen von Brandenburg\u201c zu seinem Sieg gratulieren, sein Ruhm jedoch, schr\u00e4nkt Voltaire schon im Dezember 1757 ein, gr\u00fcnde auf Blut.<\/p>\n<p>Das preu\u00dfische Durchhalteverm\u00f6gen l\u00f6ste bei Voltaire immer wieder Verwunderung aus. Er erkl\u00e4rt dies \u2013 nicht zu Unrecht \u2013 mit der Qualit\u00e4t der Armee und der Solidit\u00e4t der Finanzen.\u00a0Dennoch grenzte das preu\u00dfische \u00dcberleben an ein Wunder, angesichts der dr\u00fcckenden \u00dcberlegenheit seiner Gegner und deren ebenb\u00fcrtigen Kampfkraft. Metapher f\u00fcr diese milit\u00e4rischen Wunder wird Rossbach. An Tronchin schreibt er im Oktober 1759 \u00fcber Friedrichs Konfrontation mit der russischen Armee: \u201eQuoyque Luc ait frott\u00e9 quelques croates il ne peut se tirer d\u2019affaire que par des miracles, par quelque Rosbac. Mais on ne rosbacque point les Russes. Ces gens l\u00e0 se croiroient damnez s\u2019il reculaient. Ils se battent par d\u00e9votion\u201c.<\/p>\n<p>In der Tatsache, dass Friedrich der Gro\u00dfe und Preu\u00dfen sich am Ende doch noch behaupten konnten, sah Voltaire durchaus etwas Positives, denn dadurch bleibe in Deutschland auch eine Bastion gegen das Infame erhalten: \u201ePour Luc quoy que je doive \u00eatre tr\u00e8s f\u00e2ch\u00e9 contre luy, je vous avoue qu\u2019en qualit\u00e9 d\u2019\u00eatre pensant, et de fran\u00e7ais je suis fort aise qu\u2019une tr\u00e8s d\u00e9vote maison n\u2019ait pas englouti l\u2019Allemagne et que les j\u00e9suittes ne confessent pas \u00e0 Berlin. L\u2019inf\u00e2me est bien puissante vers le Danube\u201c,\u00a0schrieb er im November 1762 an d\u2019Alembert.<\/p>\n<h3>Candide und der Siebenj\u00e4hrige Krieg<\/h3>\n<p>In den sieben Kriegsjahren entwickelte Voltaire eine gro\u00dfe sch\u00f6pferische Energie:\u00a0Candide, der\u00a0conte philosophique, sein wohl ber\u00fchmtestes und bekanntestes Werk wurde im Januar 1759 publiziert und entwickelte sich zu einem gro\u00dfen Erfolg, nicht nur in Paris, sondern auch in Deutschland, als Lekt\u00fcre der an den schier endlosen Feldz\u00fcgen teilnehmenden Offiziere. Auch fand Voltaire eine neue Aufgabe, die von nun an seine Schriften pr\u00e4gen sollte: der Kampf gegen \u201el\u2019Inf\u00e2me\u201c, jenen Komplex aus Aberglauben und Fanatismus, der auch heute noch eine so gef\u00e4hrliche Mischung darstellt.<\/p>\n<p>Wie ein roter Faden ziehen sich durch den Roman Anspielungen auf den Siebenj\u00e4hrigen Krieg. Dies beginnt bereits mit dem Titel. Voltaire publizierte den Roman anonym, als Autor wird auf dem Titelblatt ein\u00a0docteur Ralph\u00a0genannt, in dessen Tasche man das Manuskript gefunden habe \u2013 als dieser im Jahre 1759 in Minden starb. Dieser Zusatz findet sich noch nicht auf den ersten Ausgaben, vom Januar 1759, er wurde 1761 hinzugef\u00fcgt: Vielleicht, um f\u00fcr Glaubw\u00fcrdigkeit zu sorgen, schlie\u00dflich grenzt Minden ja an Westfalen, der Heimat Candides, aber vor allem in Anspielung auf die Schlacht von Minden, in der am 1. August 1759 der franz\u00f6sische Vorsto\u00df auf Hannover zur\u00fcckgewiesen wurde.<\/p>\n<p>Zwei Jahre vor Kriegsende kannte jeder Leser in Europa die Bedeutung dieser heute meist \u00fcbersehenen Schlacht des Siebenj\u00e4hrigen Krieges: Hier scheiterte der Versuch, das Kurf\u00fcrstentum Hannover zu erobern und somit ein Faustpfand in die H\u00e4nde zu bekommen, der bei Verhandlungen gegen die Verluste in \u00dcbersee eingesetzt werden k\u00f6nnte. Passend dazu f\u00fcgte Voltaire ein sehr langes Kapitel \u00fcber Candides Aufenthalt in Paris ein, das eine scharfe Kritik des Zustandes der franz\u00f6sischen Gesellschaft enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Der Roman berichtet von der pikaresken Odyssee des naiven Candide, der vom westf\u00e4lischen Schloss\u00a0Thunder-ten-Tronck\u00a0versto\u00dfen wird: Im zweiten Kapitel f\u00e4llt Can-<br \/>\ndide Werbern des K\u00f6nigs von Bulgarien in die Arme, in Kapitel drei werden wir Zeuge einer blutigen Schlacht. Voltaire schildert die zeitgen\u00f6ssische Rekrutierungspraxis und die unmenschliche, mit Gewalt hergestellte Disziplin in der bulgarischen, d. h. der preu\u00dfischen Armee. Der bulgarische K\u00f6nig \u2013\u00a0niemand anderes als Friedrich der Gro\u00dfe \u2013 errettet Candide, Opfer des Spie\u00dfrutenlaufens, vor dem sicheren Tode, denn er erkennt in ihm den \u201ejungen Metaphysiker\u201c, der von den Dingen der Welt nichts wei\u00df.<\/p>\n<p>Wie es in der Welt zugeht, erf\u00e4hrt Candide schon bald darauf, als es zur Schlacht zwischen Bulgaren (Preu\u00dfen) und Abaren (\u00d6sterreicher) kommt. Diese und damit den Krieg beschreibt Voltaire in einer bis dahin seltenen Eindringlichkeit (vielleicht abgesehen von Grimmelshausens\u00a0Simplicissimus). Eine Schlacht ist nichts anderes als eine \u201eboucherie h\u00e9ro\u00efque\u201c, bei der in wenigen Augenblicke Tausende von \u201ecoquins\u201c aus der besten aller Welten bef\u00f6rdert werden, und in der D\u00f6rfer und ihre Bewohner nach den Regeln des \u00f6ffentlichen Rechts (d. h. des V\u00f6lkerrechts) \u00fcberfallen und massakriert werden. Das Ganze wird sanktioniert von der Kirche, die diese Heldentaten mit einem\u00a0Te deum\u00a0feiert.<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Bulgaren und Abaren pflegen seltsame Kriegssitten, auch die Engl\u00e4nder: \u201eMais dans ce pays-ci il est bon de tuer de temps en temps un amiral pour encourager les autres.\u201c<\/p>\n<h3>Die Anklage des Krieges<\/h3>\n<p>In die letzten Jahre des Krieges fiel der Beginn der Aff\u00e4re Calas\u00a0und die Redaktion des\u00a0Dictionnaire philosophique, der Kampfschrift gegen das Infame.<\/p>\n<p>Die unselige Verbindung von Kirche und Kriegf\u00fchrung nimmt auch gro\u00dfen Platz im Artikel\u00a0Guerre\u00a0des philosophischen W\u00f6rterbuches ein. Die Feldherren und Soldaten rufen Gott an, bevor sie ihre Gegner massakrieren bzw. von ihnen massakriert werden. War die Schlacht und die Anzahl der Toten gro\u00df genug, wird in den Kirchen ein\u00a0Te Deum\u00a0angestimmt, und Geistliche aller Konfessionen preisen die Erfolge in langen Reden, in denen ein Kampf in der hessischen Wetterau \u2013\u00a0eine Anspielung auf Operationen der franz\u00f6sischen Armee im Siebenj\u00e4hrigen Krieg \u2013 mit biblischen Schlachten verglichen wird.<\/p>\n<p>Im Artikel Guerre wird in erster Linie die typische Kriegsursache im Ancien R\u00e9gime angeklagt: der Erbfolgekonflikt, der als Ausl\u00f6ser nicht auf den Siebenj\u00e4hrigen Krieg zutraf. Dies macht u. a. das Besondere am Siebenj\u00e4hrigen Krieg aus, der eine neue Epoche der Internationalen Beziehungen einl\u00e4utete. Erachtete Voltaire die Ursachen des Siebenj\u00e4hrigen Krieges \u2013 den Kolonialkonflikt \u2013 als einen nicht zu ber\u00fccksichtigenden Sonderfall? Wie dem auch sei, Voltaire klagt in diesem Artikel \u2013 und dies ist seit dem 24. Februar 2022 aktueller denn je \u2013 unerbittlich das sinnlose Sterben der Menschen in Kriegen an.<\/p>\n<p>Kriege, die von einigen wenigen Personen aus nichtigen Gr\u00fcnden \u2013 dynastische Konflikte und die damit einhergehenden Koalitionsbildungen \u2013 ausgel\u00f6st werden. Doch Illusionen gab sich Voltaire nicht hin: Obwohl der Mensch sich gegen\u00fcber den Tieren durch seine Vernunft auszeichnet, bleibt der Krieg neben dem Hunger und der Pest eine der drei gro\u00dfen Gei\u00dfeln der Menschheit, im Unterschied zu den beiden erstgenannten jedoch eine vom Menschen geschaffene.\u00a0Voltaire wei\u00df um die gewaltt\u00e4tige Natur des Menschen und ihm ist bewusst, dass es immer wieder Kriege geben wird. Sein hier unausgesprochener Appell zielt darauf ab, wenn der Krieg schon nicht abgeschafft werden kann, wenigstens so wenige Kriege wie m\u00f6glich zu f\u00fchren. Der Kampf gegen das Infame, das zur Grausamkeit des Krieges beitr\u00e4gt, ist somit zugleich ein Kampf f\u00fcr eine friedlichere Welt.<\/p>\n<h3>Voltaire als \u201eZeithistoriker\u201c<\/h3>\n<p>Voltaires philosophisch-pazifistischer Kommentar des Siebenj\u00e4hrigen Krieges muss durch seinen historisch-politischen Kommentar erg\u00e4nzt werden. Als einer der f\u00fchrenden Historiker seiner Zeit \u2013 das\u00a0Si\u00e8cle de Louis XIV\u00a0publizierte er 1751, den\u00a0Essai sur les m\u0153urs\u00a01756 \u2013 besa\u00df Voltaire nicht nur das n\u00f6tige Urteilsverm\u00f6gen, um die Ereignisse der Jahre 1755 bis 1763 einzusch\u00e4tzen, er hatte dar\u00fcber auch, dank seiner Bekanntschaft mit Angeh\u00f6rigen der Regierung und des diplomatischen Korps Kontakte zu mittelbar und unmittelbar an Entscheidungsprozessen Beteiligten. Zu diesen z\u00e4hlten Marschall Richelieu, Eroberer Menorcas (1756) und Oberbefehlshaber einer franz\u00f6sischen Armee in Deutschland 1757\u20131758, der Abb\u00e9 de Bernis, der im Namen des K\u00f6nigs den ersten Versailler Vertrag aushandelte und 1757 erst zum Staatsminister und dann zum Staatssekret\u00e4r f\u00fcr die Ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten ernannt wurde, des Weiteren dessen Nachfolger \u00c9tienne-Fran\u00e7ois Graf von Stainville, seit 1758 Herzog von Choiseul und C\u00e9sar-Gabriel Graf von Choiseul, 1762 Herzog von Praslin. Mit Stainville-Choiseul stand Voltaire nur \u00fcber Briefe in Verbindung, sie sind sich nie begegnet. Den sp\u00e4teren Herzog von Praslin (Grafen von Choiseul) und den Abb\u00e9 Bernis kannte er hingegen seit den 1740er Jahren pers\u00f6nlich.\u00a0Doch trotz dieser Kontakte und trotz der Tatsache, dass Voltaire zeitweilig als Briefkasten f\u00fcr eine inoffizielle Kommunikation zwischen Friedrich und Versailles diente, erhielt er keinen n\u00e4heren Einblick in die Entscheidungsprozesse innerhalb der franz\u00f6sischen Regierung. Auf Voltaires Versuche, als Akteur ins diplomatische Spiel einzugreifen, kann an dieser Stelle nicht ausf\u00fchrlich eingegangen werden, sie blieben allesamt erfolglos.<\/p>\n<p>Bereits f\u00fcnf Jahre nach dem Ende des Krieges legte Voltaire im Rahmen des Pr\u00e9cis du si\u00e8cle de Louis XV eine Geschichte des Siebenj\u00e4hrigen Krieges vor.\u00a0Ausgehend vom Erdbeben von Lissabon, das in der R\u00fcckschau als Menetekel den Siebenj\u00e4hrigen Krieg bereits ank\u00fcndigt, stellt er die Einzigartigkeit des Krieges heraus.\u00a0Von allen vorangegangenen Kriegen unterscheide sich dieser durch die ihm vorangegangen \u201eRevolutionen\u201c, womit die Verschiebungen der traditionellen B\u00fcndnissysteme gemeint sind, durch seine Ausdehnung auf alle Kontinente der Welt, und nicht zuletzt durch das \u00dcberleben Friedrichs des Gro\u00dfen, der gegen eine scheinbar \u00fcberm\u00e4chtige Koalition k\u00e4mpfen musste \u2013 und dank der Disziplin seiner Armee und seiner \u00fcberlegenen Feldherrenkunst der Vernichtung entging.\u00a0Ein \u201eMirakel des Hauses Brandenburg\u201c gab es f\u00fcr den Historiker und Aufkl\u00e4rer Voltaire auch in der Politik nicht, auch Preu\u00dfens \u00dcberleben ist letztlich rational erkl\u00e4rbar.<\/p>\n<p>Sehr genau erfasste Voltaire den weltpolitischen Kontext des Krieges: Der Streit zwischen England und Frankreich um die Wildnis Amerikas habe die besagten Revolutionen der europ\u00e4ischen B\u00fcndnislandschaft ausgel\u00f6st, wodurch ein Schwelbrand entstanden sei, den wenige Funken in Brand setzen konnten.\u00a0Diese kamen zum einen aus \u00dcbersee, zum anderen durch Friedrichs Einmarsch in Schlesien.<\/p>\n<p>Die historische Dimension der Allianz zwischen Bourbonen und Habsburg wird ausdr\u00fccklich gew\u00fcrdigt, doch bleibt Voltaires Erkl\u00e4rung hinter den \u00dcberlegungen zur\u00fcck, die er in den bereits erw\u00e4hnten Briefen gegen\u00fcber P\u00e2ris-Duverney und Richelieu anstellte. Die ironisch-sarkastische Pointe \u2013\u201eCe que n\u2019avaient pu tant de trait\u00e9s de paix, tant de mariages, un m\u00e9contentement re\u00e7u d\u2019un \u00e9lecteur, et l\u2019animosit\u00e9 de quelques personnes alors toutes-puissantes que le roi de Prusse avait bless\u00e9es par des plaisanteries, le fit en un moment\u201c\u00a0\u2013 versperrt den Blick auf die tats\u00e4chlichen Hintergr\u00fcnde des\u00a0renversement des alliances, n\u00e4mlich den Wunsch Ludwigs XV. und auch der Engl\u00e4nder, den Kolonialkonflikt\u00a0nicht\u00a0auf Europa \u00fcbergreifen zu lassen. Die Provokationen \u00d6sterreichs, das ja den Konflikt mit Preu\u00dfen suchte, und die Unruhe Friedrichs f\u00fchrten in diesen furchtbaren Krieg, in dem nicht nur die s\u00e4chsische Herrscherfamilie, sondern, wie Voltaire zu Recht erw\u00e4hnt, auch Millionen anderer Familien schlimmstes Leid erdulden mussten.<\/p>\n<p>Den eigentlichen Kriegsverlauf in Europa verdichtet Voltaire auf wenige Abs\u00e4tze (in konsequenter Umsetzung seiner Maxime als Historiker, sich nicht in endlosen Schlachtbeschreibungen zu verlieren): Niemals seien so viele und so folgenlose Schlachten geschlagen, so viel Blut nutzlos vergossen worden, Deutschland sei der Hauptkriegsschauplatz gewesen und Frankreich sei zwar vom Krieg und dessen Schrecken verschont geblieben, doch habe es viel Geld verloren. Dem unentschiedenen Ringen in Europa stellt er die gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen in den Kolonien entgegen. Hier konnte der Ausfall von 1200 Mann nicht ohne weiteres ausgeglichen werden, und in einer einzigen Schlacht \u2013 auf den Abrahamsfeldern vor Quebec \u2013 habe man 1500 Meilen Territorium, davon zwei Drittel Eisw\u00fcste, verloren.<\/p>\n<p>\u00dcbergeht Voltaire den Inhalt des Friedens von Hubertusburg und die Best\u00e4tigung des Status quo in Europa von 1748 weitgehend, so besch\u00e4ftigt er sich umso eingehender mit der eigentlichen Niederlage Frankreichs, dem Verlust seines Kolonialreichs. England habe eine nie zuvor gekannte Vormacht zu See errungen, ganz Nordamerika unter seiner Herrschaft vereinigt (was Voltaire als keinen allzu gro\u00dfen Verlust ansieht), die Franzosen aus Indien vertrieben, bis auf Gor\u00e9e die franz\u00f6sischen Besitzungen in Afrika \u00fcbernommen, und dominiere den Handel in der Karibik, wo Frankreich bekanntlich die \u201eZuckerinseln\u201c, Martinique, Guadeloupe und St. Domingo behalten konnte. Ein entehrender und doch notwendiger Frieden, der Frankreich vor dem v\u00f6lligen Bankrott rettete, so Voltaires Fazit.<\/p>\n<h3>Ausblick<\/h3>\n<p>Voltaires Briefe und Schriften bieten vielf\u00e4ltiges Material, wenn man sich mit der Geschichte der Wahrnehmung des Krieges durch die Zeitgenossen besch\u00e4ftigen will. Seine eurozentristische Perspektiven \u00fcberschreitende Geschichtskonzeption gibt seinen politisch-historische Reflexionen \u00fcber den Siebenj\u00e4hrigen Krieg eine \u00fcberraschende \u201eFrische\u201c.\u00a0Der Siebenj\u00e4hrige Krieg war eben kein rein europ\u00e4ischer Krieg und sein Ausgang bewirkte bekanntlich die gr\u00f6\u00dften Ver\u00e4nderungen au\u00dferhalb Europas.<\/p>\n<p>Aufschlussreich und in Darstellungen zur Geschichte des Krieges kaum beachtet sind seine Kommentare und Wertungen zu den b\u00fcndnispolitischen Ver\u00e4nderungen im Vorfeld des Krieges. Sie weisen noch einmal auf das von den Zeitgenossen als so revolution\u00e4r empfundene\u00a0renversement des alliances\u00a0und auf das Aufsehen hin, das die Nachricht vom Abschluss der franz\u00f6sisch-\u00f6sterreichischen Allianz hervorrief. In der Beurteilung der Allianz f\u00fcr Frankreich bleibt Voltaire, wie wir gesehen haben, eher skeptisch.<\/p>\n<p>Er sah zwar ihre Konsequenzen etwa f\u00fcr die italienische Halbinsel, die bis zum Ausbruch der Revolutionskriege von Krieg verschont bleiben sollte (Brief an P\u00e2ris-Duverney), blieb aber skeptisch und zum Teil noch in alten Feindbildern gefangen, was die Wirkung der Allianz f\u00fcr Deutschland bzw. das Alte Reich betraf. Hier bef\u00fcrchtete er eine \u00f6sterreichische Vorherrschaft nach dem Vorbild Ferdinands II. w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges und warnte daher vor einer vollst\u00e4ndigen Zerschlagung der preu\u00dfischen Macht. Wie f\u00fcr die franz\u00f6sische Diplomatie der Epoche bildete auch f\u00fcr Voltaire der Westf\u00e4lische Frieden die Grundlage jeder Reflexion \u00fcber die politische Ordnung Deutschlands.\u00a0Daher wird er mit der Wiederherstellung des Status quo im Reich auf der Grundlage des Westf\u00e4lischen Friedens einverstanden gewesen sein (Artikel XIX des Hubertusburger Friedens), auch wenn es vom ihm keine diesbez\u00fcglichen \u00c4u\u00dferungen \u00fcber die politischen Konsequenzen des Friedens von Hubertusburg gibt.<\/p>\n<p>Voltaires Rekonstruktion der Genese der franz\u00f6sisch-\u00f6sterreichischen Allianz verweist auf die Grenzen seiner Kenntnisse. Verantwortlich daf\u00fcr zeichnet bei ihm allein der Abb\u00e9 Bernis, der das System Richelieus einrei\u00dft und ein neues, gr\u00f6\u00dferes an dessen Stelle setzt.\u00a0Ludwig XV., neben Kaunitz der eigentliche \u201eDrahtzieher\u201c beim Zustandekommen des B\u00fcndnisses, findet keine Erw\u00e4hnung, was jedoch Voltaire nicht zum Vorwurf gemacht werden kann, denn schlie\u00dflich hat man auch in der neueren historischen Forschung lange Zeit kaum auf den Beitrag des K\u00f6nigs beim Zustandekommen des Versailler Vertrags verwiesen.<\/p>\n<p>Aber auch Voltaires zahlreiche, von den Umst\u00e4nden und Ursachen des Siebenj\u00e4hrigen Krieges abstrahierenden Bemerkungen \u00fcber den Krieg haben nichts von ihrer Aktualit\u00e4t verloren. Voltaire wei\u00df um die Neigung des Menschen zu Gewalt und Krieg und er h\u00f6rte nicht auf, auf die Wirklichkeit des Krieges hinzuweisen: auf Tod und Elend. Dar\u00fcber darf auch nicht der zivilisierte, von den aufgekl\u00e4rt-kosmopolitischen Idealen der Epoche gepr\u00e4gte, vergleichsweise ritterliche Umgang zwischen preu\u00dfischem und franz\u00f6sischem Offizierskorps und Kommandeuren w\u00e4hrend des Krieges hinwegt\u00e4uschen.<\/p>\n<p>In der Schlacht verschwanden die Standesgrenzen, Musketen- und Kanonenkugeln, Bajonette und S\u00e4bel scheren sich nicht um Adelspatente.\u00a0Dass im Zeitalter der Aufkl\u00e4rung Sukzessionsstreitigkeiten Kriege ausl\u00f6sen, z\u00e4hlte Voltaire zu den schlimmsten \u201eDummheiten des Menschengeschlechts\u201c. Aus dieser Perspektive betrachtet, enthalten seine Briefe, sein\u00a0Candide\u00a0und der Artikel \u201eKrieg\u201c des\u00a0Dictionnaire philosophique\u00a0zeitlose Kommentare \u00fcber das Wesen des Krieges, die leider auch in der Gegenwart des 21. 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