{"id":32128,"date":"2023-07-17T14:33:07","date_gmt":"2023-07-17T12:33:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=guardini-tag-2022-sinnsuche"},"modified":"2024-12-13T15:32:31","modified_gmt":"2024-12-13T14:32:31","slug":"der-gesuchte-sinn-zwei-methodische-schluessel-in-guardinis-hermeneutik","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/der-gesuchte-sinn-zwei-methodische-schluessel-in-guardinis-hermeneutik\/","title":{"rendered":"The sense you are looking for"},"content":{"rendered":"<p>Ein typischer Text von Romano Guardini k\u00f6nnte wie folgt lauten:<\/p>\n<p>Ich stehe vor einem Baum. Was ist dieser Baum?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist er eine Reihe von stofflichen Komponenten, die so aneinander gereiht sind, dass bestimmte Eigenschaften auftreten: gr\u00fcne und braune Farben, l\u00e4ngliche und runde Formen, raue und glatte Texturen, harte und weiche Stellen; der Baum ist also eine stoffliche Komposition.<\/p>\n<p>Sofort wird uns klar, dass durch diese materielle Darstellung nicht ersch\u00f6pft ist, was dieser Baum ist. All diese stofflichen Komponenten bilden nicht nur eine punktuelle Gestalt, sondern sie verbindet ein inneres Prinzip, das Leben. Die verschiedenen Stoffe stehen in einer gewissen Beziehung zueinander, sind so aufeinander eingestellt, dass sie gemeinsam ein lebendiges Ganzes formen. Dieser Bezug h\u00e4lt eine gewisse Zeit als Lebensdauer an, solange n\u00e4mlich die Bedingungen daf\u00fcr stimmen. Was dieser Baum ist, n\u00e4mlich ein lebendiges Ding, wird erst dank dieser zweiten Sichtweise deutlich; die erste \u201eSchicht\u201c (die stoffliche) wird dadurch nicht falsch, aber erst wenn sie in die zweite Schicht (die lebendige) eingegliedert wird, erkennen wir den Baum als den, der er ist. Bei einem Stein oder einem Kristall w\u00e4re das anders; solche Dinge lassen sich scheinbar auf der rein stofflichen Stufe ersch\u00f6pfend erkl\u00e4ren.<\/p>\n<h3>Das Schichtenmodell als hermeneutischer Schl\u00fcssel<\/h3>\n<p>So schichten sich die \u201eStufen der Wirklichkeit\u201c\u00a0\u00fcbereinander. Auf der stofflichen Ebene k\u00f6nnen stoffliche Vorg\u00e4nge auf stoffliche Weise beschrieben und stoffliche Dinge so verstanden werden; die bio-psychische Ebene nimmt jene untere Ebene in sich auf, aber es kommen die Eigenschaften des Lebendigen hinzu. In Guardinis Denken sind uns dar\u00fcber hinaus geistige Schichten bekannt (das Kulturelle, Geschichtliche und Ethische), welche dem Menschen in seinen geistigen Eigenschaften gerecht werden; sowie die geistliche Ebene, in die das Religi\u00f6se, das \u00dcbernat\u00fcrliche und das von der Offenbarung her \u00fcber Gott Bekannte geh\u00f6rt. Laut diesem Schichtenmodell nimmt die jeweils h\u00f6here Ebene die unteren mit auf, setzt in ihnen dabei aber neue Sinntiefen frei. So besteht das Eigent\u00fcmliche eines lebendigen Dinges nicht nur in dem, was nicht stofflich ist; sondern die Stofflichkeit des Lebendigen gewinnt durch das Lebendige eine neue Qualit\u00e4t. Die qualitativen Ebenen schichten sich also nicht wie Stockwerke \u00fcbereinander, sondern formen ein \u201equalitatives Ineinander\u201c.<\/p>\n<p>Guardinis Modell tr\u00e4gt aber noch eine weitere Besonderheit in sich. Kehren wir zum Beispiel des Baumes zur\u00fcck. Ein Baum etwa ist das anschaubare, durch seine botanischen Eigenschaften bestimmte, zu den verschiedensten Zwecken benutzbare Naturding. Es kann auch blo\u00df empirisch genommen werden, n\u00fcchtern und berechnend. Dann ist es aber auch nicht der eigentliche Baum, sondern etwas Eingeschr\u00e4nktes, Unvollst\u00e4ndiges.<\/p>\n<p>Um den Baum\u00a0vollst\u00e4ndig\u00a0zu verstehen, bleibt Guardini also nicht auf der Ebene des Biologischen stehen; er beleuchtet ihn auch mit den Mitteln der n\u00e4chsten Ebene, also der geistig-kulturellen Schicht. Dann erscheint der Baum nicht mehr nur als ein qualitatives Ineinander von Stoff und Lebendigkeit, sondern es mischt sich ein geistiger, ein kultureller Sinn hinzu. Der Blick auf\u00a0diesen\u00a0Sinn des Baumes erfolgt von der geistig-kulturellen Stufe aus. Von dort entdeckt der Betrachter zum Beispiel, dass der Baum nicht nur ein Biotop, sondern eine richtige Heimst\u00e4tte f\u00fcr Tiere ist; nicht nur ein wesentliches Glied im Kreislauf der\u00a0Umwelt, sondern ein\u00a0Freund\u00a0f\u00fcr den Menschen, welcher sich nicht nur seiner Materie als Ressource\u00a0bedient, sondern sich auch durch dessen Formen f\u00fcr seine Kunst, seine Architektur, seine Literatur usw.\u00a0inspirieren\u00a0l\u00e4sst.<\/p>\n<p>N\u00e4hern wir uns dem Wesen eines Baumes so \u201evon oben\u201c, finden wir einen tieferen Sinn. Der Baum ist dann ein kulturelles Ding. Er hat Wert. Er hat W\u00fcrde. Er ist<br \/>\nsch\u00f6n. Sein kultureller Wert entspringt nicht einfach aus seinen stofflichen und biologischen Eigenschaften in der\u00a0Umwelt, sondern ist seiner Rolle in der\u00a0Welt\u00a0geschuldet; also seinem Bezug zu den anderen Dingen \u2013 besonders seinem Bezug zum Menschen. Aus der Perspektive des Menschen wird der Baum zu einem Glied seiner Geschichte.<\/p>\n<p>Der Mensch hebt den Baum auf eine h\u00f6here Ebene, die Menschlich-Geistige. Und erst von dieser, im Vergleich zum Baum ja eigentlich h\u00f6her stehenden Stufe des Menschlichen kann der Baum richtig erfasst werden. Zugespitzt hie\u00dfe das, \u201enur wer den Mensch kennt, erkennt den Baum\u201c.<\/p>\n<p>Ja, Guardini kann den Baum sogar noch weiter auf eine geistliche Ebene erheben.<\/p>\n<p>Doch gen\u00fcgt irgendein Anlass, und es geschieht die Ber\u00fchrung. Dann ist der Baum pl\u00f6tzlich geheimnishaft da. Indem das geschieht, verschwimmt er nicht im Ungewissen; er wird nicht, wie das f\u00fcr den neuzeitlichen Menschen der Fall sein w\u00fcrde, phantastisch, sondern er beh\u00e4lt alle seine Bestimmungen. In diesen wird aber das \u201eAndere\u201c gegenw\u00e4rtig; das G\u00f6ttliche erscheint. Eben dadurch wird er \u00fcberhaupt erst er selbst; \u00fcberhaupt erst ganz Baum. Er hat nicht nur die profane, sondern die volle Wirklichkeit. Als solche hat er Macht, die auf den Menschen eindringt und ihn, je nach der Intensit\u00e4t des Erlebens, mit Scheu und Staunen erf\u00fcllen, ja ihn \u00fcberw\u00e4ltigen kann. Das geschieht besonders dann, wenn \u2013 Walter F. Otto hat das in seiner Analyse der homerischen Religiosit\u00e4t klassisch dargestellt \u2013 ein Ding sich seinem Optimum n\u00e4hert, ganz reif und klar wird; dann ist es \u201eg\u00f6ttlich\u201c.<\/p>\n<p>Der Baum wird so zu einem Hermeneuma, zu einem \u201eUrding\u201c, wie Guardini schreibt. Sein Sinn erschlie\u00dft sich durch eine Hermeneutik der Dinge, also eine menschliche oder gar religi\u00f6se Interpretation der Dinge. Die Dinge nicht nur als kalte Objekte zu sehen, sondern als sinngeladene Wesenheiten: gerade das hat Guardini ausgezeichnet. Der \u201eganze\u201c Sinn liegt in der \u201eSumme\u201c der Schichten, die \u201equalitativ ineinander\u201c liegen; und er wird erst richtig gedeutet durch den Blick vom Gipfel ins Tal, von der h\u00f6heren Ebene zur niedrigeren. So zeigt sich das Schichtenmodell als hermeneutischer Schl\u00fcssel.<\/p>\n<h3>Die Gegensatzlehre als hermeneutischer Schl\u00fcssel<\/h3>\n<p>Ein typischer Text von Guardini k\u00f6nnte auch anders lauten.<\/p>\n<p>Ich stehe vor einem Baum. Wie ist dieser Baum?<\/p>\n<p>Inmitten einer Landschaft, in der vieles sich bewegt, ist der Baum ein statischer Ruhepunkt. Fest steht er seit Jahrhunderten an seinem Platz. Sein h\u00f6lzerner Bau ist stabile Gestalt, die jedem Sturm gewachsen ist. Doch halt: Ruhe, Festigkeit, Bau, Stabilit\u00e4t \u2013 gerade sie sind durch einen Sturm gef\u00e4hrdet. Der starre Ast bricht, wenn er sich nicht vom Wind biegen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>So folgt ein zweiter Blick auf den Baum. Seine Glieder sind in st\u00e4ndiger Schwingung, seine Fasern sind flexibel und dehnbar, weil mit jeder Sekunde ein saftiger Lebensakt durch das Holz pulsiert. Seit Jahrhunderten steht er da, ja, doch keiner seiner Posen glich der vorherigen. Das wunderbare Wesen dieses Baumes ist der langatmige Akt seines Lebens.<\/p>\n<p>So steht der Baum schlie\u00dflich vor uns als die Einheit zweier Gegens\u00e4tze: als Bau und als Akt. Wahrlich begreifen \u2013 also gedanklich fassen \u2013 k\u00f6nnen wir den Baum weder auf der reinen Spur des Baus, noch auf der reinen Spur des Aktes. Der konkrete Baum ist beides und braucht beides. Sonst \u2013 falls nur einer der beiden \u201eS\u00e4tze\u201c des Gegen-Satzes zur Wesenhaftigkeit erhoben und der andere untergeordnet oder gar \u00fcbergangen wird \u2013 geht jede noetische Erfassung des Baumes fehl. Eine treue Erfassung des Baumes muss die Spannung seiner gegens\u00e4tzlichen Pole wahren.<\/p>\n<p>Die Gegensatzlehre darf ich hier als bekannt voraussetzen\u00a0und gleich zu dem Schluss kommen, dass auch sie ein hermeneutischer Schl\u00fcssel sein kann. Die von Guardini durch den Gegensatz angestrebte Allseitigkeit, ist ihm im Moment des interpretierenden Verstehens nat\u00fcrlich selbst zur Devise geworden Sinn. Der \u201eganze\u201c Sinn liegt gem\u00e4\u00df der Gegensatzlehre erst in der \u201eSumme\u201c \u2013 besser: Spannung \u2013 der Seiten, also in der Einheit von neben- und nacheinander liegenden Polen. Wie das Schichtenmodell ist auch dieser hermeneutische Schl\u00fcssel ein Appell, den Sinn in der \u201eGanzheit\u201c zu suchen.<\/p>\n<h3>Bezug von Schichtenmodell und Gegensatzlehre<\/h3>\n<p>Analysieren wir einen dritten Text, diesmal ein tats\u00e4chliches Zitat aus Guardinis Ethikvorlesungen.<\/p>\n<p>Wenn ich vor einem Baum stehe, kann ich fragen:<\/p>\n<p>Was ist er wert? Was kann ich mit ihm machen? Was kann ich durch seinen Kauf verdienen? usw. Das ist eine vern\u00fcnftige \u00dcberlegung, wie Forstmann und Holzh\u00e4ndler sie immer machen. Sie kreist um den Vorteil, den dieser Baum f\u00fcr mich haben kann. In ihr denke ich an mich, und an den Baum mit Bezug auf mich&#8230;<\/p>\n<p>Ich kann ihn aber auch anders betrachten. So, da\u00df ich zu verstehen suche: seinen Bau, sein Leben, sein Verh\u00e4ltnis zu seiner Umwelt; da\u00df ich seine Sch\u00f6nheit erfahre, die Eigenart dieses Gebildes da, das sich in die Erde festklammert, in die H\u00f6he ragt, in den Raum hinausgreift, still, bewegungslos und doch lebendig usw. Das ist ein Verhalten, wie wir es beim Botaniker finden, wenn er forscht &#8230; oder bei M\u00f6rike, wie er \u201edie sch\u00f6ne Buche\u201c dichtet &#8230; oder bei Ruysdael, wie er seine Eschenallee malt.<\/p>\n<p>In diesen beiden Betrachtungsweisen finden sich die perspektivischen Schichten wieder, von denen bereits die Rede war. Der Blick des F\u00f6rsters sieht im Baum vor allem den stofflichen und biologischen Gegenstand. Der Dichter \u201eversteht\u201c den Baum von der h\u00f6heren, geistigen Schicht her. Der Text stammt aus Guardinis Abhandlung \u00fcber die Begegnung; im Folgenden erkl\u00e4rt Guardini, dass nur die zweite Betrachtungsweise zu echter Begegnung f\u00fchrt, in welcher der Mensch sich absichtslos auf sein Gegen\u00fcber einl\u00e4sst. Die erste Betrachtungsweise spiegelt hingegen ein nutzungsgesteuertes Verh\u00e4ltnis wieder, in welchem das Gegen\u00fcber objektiviert wird; Guardini nennt dies \u201edie \u00fcberlegte, geordnete, in \u00dcbung und \u00dcberwindung durchgef\u00fchrte Arbeit\u201c.<\/p>\n<p>So kommen wir zu einer Wendung im Text, die auf den ersten Blick unbedeutend erscheint, f\u00fcr die theoretische Analyse von Guardinis Denken aber sehr bezeichnend ist.<\/p>\n<p>Die Begegnung wird geschenkt; die Arbeit wird getan. Aus der Begegnung entspringt die\u00a0fruchtbare\u00a0Einsicht, der\u00a0sch\u00f6pferische\u00a0Keim, der Durchbruch von\u00a0Neuem; durch die Arbeit wird das alles in\u00a0Gestalt,\u00a0Ordnung\u00a0und\u00a0Dauer\u00a0\u00fcbergef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Gegen\u00fcberstellung der Signalw\u00f6rter \u201esch\u00f6pferisch\u201c und \u201eOrdnung\u201c lassen uns aufhorchen. Handelt es sich f\u00fcr Guardini hier um einen Gegensatz zwischen Begegnung und Arbeit? In der Tat:<\/p>\n<p>Beides geh\u00f6rt zusammen. Die blo\u00dfe Begegnung w\u00fcrde das Leben zu einem Abenteuer machen; es w\u00fcrde unstet und dem Augenblick ausgeliefert. Die blo\u00dfe Arbeit aber w\u00fcrde unfruchtbar bleiben; alles w\u00fcrde gewohnt werden, abgenutzt, \u201ealt\u201c. Das Dasein w\u00fcrde ins System gezwungen. Die Freude wie die Ersch\u00fctterungen gingen verloren. Und die Fr\u00f6mmigkeit. Sagen wir besser: ein wichtiges Element in der Fr\u00f6mmigkeit.<\/p>\n<p>Arbeit und Begegnung lassen sich hier nicht nur auf zwei Wirklichkeitsschichten zur\u00fcckf\u00fchren, sondern auch auf einen Gegensatz. Die Arbeit behandelt den Baum in seiner Stofflichkeit und Biologie; die dichterische oder philosophische Begegnung behandelt den Baum in seiner Geistigkeit \u2013 ja, mitunter sogar in seiner geistlichen Dimension.<\/p>\n<p>Dass Guardini hier Arbeit und Begegnung als Gegens\u00e4tze darstellt, f\u00fchrt zu drei Konsequenzen:<\/p>\n<p>a)\u00a0Vordergr\u00fcndlich bewegt Guardini uns zu der Einsicht, dass keine der Betrachtungsweisen dem Objekt \u201eBaum\u201c gerecht wird, wenn sie die jeweils andere ausschlie\u00dft. In der Tat wird in der Haltung des F\u00f6rsters immer wenigstens ein Mindestma\u00df an geistiger Wertsch\u00e4tzung des Baumes vorhanden sein \u2013 sonst wird seine Arbeit zum stumpfen Verarbeiten von Rohstoffen ohne kulturellen und geistigen Wert; andererseits wird eine geistige Begegnung mit dem Baum phantastisch oder romantisch, wenn nicht wenigstens ein Mindestma\u00df an materieller und praktischer Einsicht mitschwingt.<\/p>\n<p>b)\u00a0Hinsichtlich unserer Thematik m\u00fcssen wir die hermeneutischen Summen der Schichten- und der Gegensatzlehren zu einer gr\u00f6\u00dferen Einheit summieren. Um den Sinn des konkreten \u201eBaumes\u201c zu finden, m\u00fcssen wir die auf den jeweiligen Schichten basierenden Erkenntnisse anscheinend zueinander in gegens\u00e4tzlichen Bezug setzen.<\/p>\n<p>c)\u00a0Im Hintergrund stellt sich dadurch die theoretische Frage, auf die Alfons Knoll aufmerksam gemacht hat: In welchem Verh\u00e4ltnis stehen das Schichtenmodell und die Gegensatzlehre zueinander? Kann man die Schichten, die ausdr\u00fccklich auf verschiedenen qualitativen Ebenen liegen, wirklich in ein Gegensatzverh\u00e4ltnis stellen? Oder widerspricht sich Guardini hier?<\/p>\n<h3>Vereinbarkeit von Schichtenmodell und Gegensatzlehre<\/h3>\n<p>Im Folgenden will ich kurz vier Positionen zur Vereinbarkeit der Gegensatzlehre mit dem Schichtenmodell nennen:<\/p>\n<p>a)\u00a0Unvereinbarkeit<\/p>\n<p>In seiner Dissertation \u00fcber\u00a0Glaube und Kultur bei Romano Guardini, die als Meilenstein in der Guardini-Forschung gelten kann, hat Alfons Knoll vermerkt, dass die\u00a0Schichten nicht einfach als gegens\u00e4tzliche Pole aufgefasst werden k\u00f6nnen, weil sie anderen qualitativen Stufen angeh\u00f6ren. Er fragt sich, ob die beiden Lehren im Gesamtwerk Guardinis im Grunde\u00a0nicht\u00a0miteinander vereinbar seien.<\/p>\n<p>Knoll nennt die Gegensatzlehre eine \u201ewichtige Station\u201c\u00a0in Guardinis Schaffenswerk und rechnet sie \u201ezu den \u2019Anf\u00e4ngen\u2018 von Guardinis Denken\u201c. Er suggeriert, dass der Lehre in sp\u00e4teren Werken keine entscheidende Rolle mehr zukam. Die Anwendung der \u201eso ausf\u00fchrlich erarbeiteten Denkstruktur auf anthropologische Ph\u00e4nomene\u201c sei Guardini nach 1925 nicht mehr gelungen. Knoll spricht gar von einer \u201eKorrektur\u201c\u00a0in der Entwicklung von Guardinis Denken nach 1925. Als Grund scheint er anzuf\u00fchren, dass sich die Gegensatzlehre nicht mit jenen Strukturprinzipien deckt, die sp\u00e4ter eine gro\u00dfe Rolle in Guardinis Philosophie spielten, n\u00e4mlich dem \u201eAusdruck\u201c und dem \u201eZueinander von \u201aInnen\u2018 und \u201aAu\u00dfen\u2018\u201c; hinter diesen Prinzipien steht aber das Schichtenmodell. Dieser Darstellung gem\u00e4\u00df k\u00f6nnte man darauf schlie\u00dfen, dass der Gegensatzlehre keine konsistente \u2013 kontinuierliche und<br \/>\nwiderspruchsfreie \u2013 Nutzung in Guardinis Werk zukommt und im Einzelfall gar zu \u201eUnklarheiten\u201c f\u00fchrt.<\/p>\n<p>b) Parallelit\u00e4t<\/p>\n<p>Allerdings l\u00e4sst sich entgegen dieser Annahme durchaus belegen, dass Guardini die Gegensatzlehre auch nach 1925 konstant und konsistent genutzt hat. Selbst wenn die Lehren sich nicht ineinander integrieren lie\u00dfen, muss dies noch keine Unvereinbarkeit bedeuten. Die meisten Forscher behandeln Schichtenlehre und Gegensatzlehre so unabh\u00e4ngig voneinander im Laufe von Guardinis gesamten Werk; es sind verschiedene Ans\u00e4tze, die parallel zueinander bestehen k\u00f6nnen; wenn sie sich vereinzelt kreuzen, widersprechen sie sich nicht. Gerade als hermeneutische Schl\u00fcssel k\u00f6nnen sie dazu dienen, unterschiedliche Fragestellungen zu beantworten oder Sinntiefen zu erschlie\u00dfen. Was st\u00fcnde beispielsweise der Annahme entgegen, dass ein Gegensatz, der auf einer gewissen Schicht besteht, sich analog auf einer jeweils h\u00f6heren (oder tieferen) Schicht weiderholt?<\/p>\n<p>c) Vereinbarkeit<\/p>\n<p>Alfonso L\u00f3pez Quint\u00e1s sieht die Lehren als miteinander vereinbar an. In seinem Kommentar zu \u201eAnthropologie und Dialektik\u201c\u00a0kn\u00fcpft er an eine Stelle aus\u00a0Der Mensch\u00a0an. Hier bespricht Guardini den Gegensatz zwischen Mannigfaltigkeit und Ganzheit des menschlichen Daseins. Die Vielfalt der Schichten stehen dort in gegens\u00e4tzlichem Verh\u00e4ltnis zur Einheit des Menschen.<\/p>\n<p>d) Integration<\/p>\n<p>Mir selbst scheint es durchaus m\u00f6glich, die beiden Lehren auf Grundlage von Guardinis eigenen Ausf\u00fchrungen ineinander zu integrieren. Dazu muss zun\u00e4chst \u2013 mit Knoll \u2013 unterstrichen werden, dass die reinen Qualit\u00e4ten der einzelnen Schichten in der Tat in keinem Gegensatzverh\u00e4ltnis stehen k\u00f6nnen, da sie \u201ewertm\u00e4\u00dfig [nicht] v\u00f6llig gleichrangig\u201c\u00a0sind. Nun bedeutet aber das qualitative Ineinander der konkreten, geschichteten Wirklichkeit eben nicht, dass diese Qualit\u00e4ten einander rein gegen\u00fcberstehen; vielmehr ist die jeweils untere Schicht durch die obere qualitativ \u201eerhoben\u201c. Und so darf nicht danach gefragt werden, welchen Bezug die abstrakten Begriffe der Qualit\u00e4ten zueinander haben, sondern wie sie in der konkreten und lebendigen Wirklichkeit zueinanderstehen, in der sie als ein Ganzes vorkommen. Die Stofflichkeit einer Pflanze ist qualitativ eben genau\u00a0nicht\u00a0als tote Stofflichkeit aufzufassen, sondern als lebendige \u2013 und als solche ist sie \u201ewertm\u00e4\u00dfig v\u00f6llig gleichrangig\u201c mit den biologischen Eigenschaften.<\/p>\n<p>Der theoretische Ber\u00fchrungspunkt zwischen Schichtenmodell und Gegensatzlehre sind die transempirischen Gegens\u00e4tze. Die Pole \u201eInnen und Au\u00dfen\u201c scheinen sich doch durch die Schichten hindurch zu strecken.<\/p>\n<p>Die Vorg\u00e4nge des Wachstums der Pflanze \u2013 im Gegensatz zum Gr\u00f6\u00dferwerden eines Kristalls, das sich durch \u00e4u\u00dferes Anf\u00fcgen vollzieht \u2013 erscheinen als ein Hervorgehen aus einer produktiven Mitte, das hei\u00dft, einem Innenbereich, in die sinnlich erfassbare Gegebenheit. Ihr Werden und Sich-Behaupten spielt zwischen seinem organischen Zentrum einerseits und der Umwelt anderseits &#8230; Im Tier wird der Vorgang evident, weil hier das psychische Moment einsetzt. Das Tier nimmt durch seine Sinnesorgane Dinge und Vorg\u00e4nge der Au\u00dfenwelt in sich auf und antwortet auf sie durch Initiativen: Abwehr, Angriff, Flucht. Man kann auch umgekehrt sagen, dass es selbst Initiative hat: Hunger, Schutzbed\u00fcrfnis, Fortpflanzungstrieb, und sie am \u00e4u\u00dferlich Gegebenen auswirkt. Nehmen wir die Vorg\u00e4nge des Ged\u00e4chtnisses und des Lernens hinzu, dann zeigt sich der Bereich des Innerlichen noch klarer.<\/p>\n<p>Das Beispiel, an dem Guardini diese Frage aufs Genaueste durchexerziert ist der Bezug von Leib und Seele im Menschen. Solange von K\u00f6rper und Geist die Rede ist, kann es nicht um einen gegens\u00e4tzlichen Bezug gehen. Guardini bespricht diesen Bezug unter anderem in den Ethikvorlesungen. Dabei ist sein haupts\u00e4chliches Anliegen, jenes dualistische Bild zu \u00fcberwinden, das die k\u00f6rperliche und geistige Erscheinungsweisen des Menschen scharf in zwei Reiche auftrennt. Hierbei bedient er sich der Prinzipien der Gegensatzlehre.\u00a0\u201e\u2018Blo\u00dfe K\u00f6rperlichkeit\u2018 wie \u201ablo\u00dfe Geistigkeit\u2018 [sind] Grenzwerte [\u2026], die aus dem Bereich des Menschlichen hinausf\u00fchren. Sie sind Formen der Unm\u00f6glichkeit\u201c. Im Menschen stehen die K\u00f6rperlichkeit und der Geist in einem Gegensatzverh\u00e4ltnis zueinander. Alles K\u00f6rperliche im Menschen beinhaltet immer ein Mindestma\u00df an Durchgeistigung. Andersherum gibt es im Menschen das \u201eblo\u00df Geistige\u201c nicht; vielmehr geh\u00f6rt immer eine, wenn auch noch so minimale, physische Dimension zu den menschlichen Geistesakten. \u201eIch wei\u00df im Menschen von keinem \u201arein geistigen\u2018 Akt. Alles, was ich vorfinde, ist von vornherein und konstitutiv geistleiblich, das hei\u00dft, menschlich\u201d.<\/p>\n<p>Wir stehen hier vor einer weiteren Anwendung der Schichtenlehre, also der Durchgeistigung der vitalen Schicht seitens der h\u00f6heren Schicht des Geistes, bzw. der Verleiblichung dieses Geistes in der niedrigeren Schicht des Vitalen.<\/p>\n<p>Der Mensch ist weder blo\u00df biologischer K\u00f6rper, noch blo\u00dfer Geist. Das Wesen des Menschen ist das Menschliche. Man kann nicht sagen: Der Mensch ist eine besondere Stufe des Biologischen \u2013 aber auch nicht: Der Mensch ist das Geistige. [&#8230;] Man kann nur sagen: Der Mensch ist Mensch.<\/p>\n<p>In diesem Gegensatzverh\u00e4ltnis ist der menschliche K\u00f6rper also entscheidend vom Geist durchdrungen, gepr\u00e4gt und mitkonstituiert. Guardini nennt ihn in diesem Sinn \u201eLeib\u201c. Nur in Bezug zur Geistseele wird der K\u00f6rper zum Leib; nur im Bezug zum Leib wird der Geist zur Geistseele.<\/p>\n<h3>Anwendung der Prinzipien auf Guardinis literarische Hermeneutik<\/h3>\n<p>Die Frage nach der Beziehung und m\u00f6glichen Integration der beiden Lehren bleibt schwierig. Anhand von Guardinis Text \u00fcber den\u00a0Sinn des H\u00f6lderlinschen Geschichtsgedankens\u00a0wollen wir untersuchen, wie sich die beiden Modelle als \u201ehermeneutische Schl\u00fcssel\u201c verhalten. Guardini hat diesen Text 1935 in den Schildgenossen ver\u00f6ffentlicht und im H\u00f6lderlinbuch (1958) erneut vorgelegt.<\/p>\n<p>Guardini kommentiert \u201eden Sinn des H\u00f6lderlinschen Geschichtsgedankens\u201c im \u201ezweiten Kreis\u201c des Buches und postuliert, dass darin \u201evom innerlich bereiten Leser\u201c\u00a0ein eschatologischer Sinn der Geschichte empfunden werden kann. Er nennt eine Reihe von Ausdrucksweisen, in denen H\u00f6lderlin eine geistliche F\u00fclle in der Geschichte \u201eprophezeit\u201c: \u201eAlles Leben wird g\u00f6ttlichen Sinnes voll; Irdisches und Himmlisches verbinden sich; Menschen und G\u00f6tter feiern ihr Brautfest; alles wird von Frieden und Sch\u00f6nheit erf\u00fcllt; alles vom Geiste durchstr\u00f6mt\u201c. Guardini interpretiert dies weder als tats\u00e4chliche Endzeiterwartung noch als romantische Sehnsucht, sondern als eine Phase des Daseins, in welcher das Ewige \u201ein die Zeit kommen [will]; als geheimnishafte Sinnf\u00fclle, in welcher jeder Konflikt sich l\u00f6st, jedes Fragen erlischt, und jedes Bed\u00fcrfen ges\u00e4ttigt wird\u201c. So nutzt Guardini die Schichtenlehre als hermeneutischen Schl\u00fcssel; er interpretiert H\u00f6lderlins \u201eProphetie\u201c\u00a0als eine Sehnsucht, den Sinn des Irdischen von einer h\u00f6heren Stufe, also dem \u00dcberirdischen her freizulegen, ohne die unteren Stufen dabei aufzul\u00f6sen oder aufzuheben.<\/p>\n<p>Dieses Nicht-Irdische\u00a0tritt ins Irdische, dieses Ewige ins Zeitliche ein \u2013 doch so, dass das Irdische weiterhin irdisch bleibt, und das Zeitliche weiterhin zeitlich. Das hei\u00dft aber, dass Geschichte und Nicht-Geschichte, Erde und Himmel, eschatologische Verwaltung und Fortgang des Daseins in Einem sein werden.<\/p>\n<p>Es handelt sich also um den Versuch, die Geschichte \u00fcber sie selbst hinauszuheben und doch als Geschichte zu erhalten; die \u00dcberschreitung des Diesseits zu vollziehen, aber so, dass die Einheit mit der Erde bleibt; die Ewigkeit zu gewinnen, aber nicht als Aufhebung der Zeit, sondern als Charakter des zeitlichen Daseins selbst.<\/p>\n<p>Es liegt klar zutage, dass Guardini die Geschichte hier \u2013 durch H\u00f6lderlins Linse \u2013 als eine Wirklichkeit auffasst, die nicht nur von der geistigen Stufe her betrachtet werden kann (als zeitliche und irdische Kulturgeschichte), sondern auch von der geistlichen Stufe (als religi\u00f6se und mystische Verwirklichung von ewigem Wert).<\/p>\n<p>Lesen wir im Text weiter, sto\u00dfen wir auf Signalw\u00f6rter der Gegensatzlehre:<\/p>\n<p>Damit ver\u00e4ndert sich freilich notwendig der Begriff der Ewigkeit selbst. Sie, die ihrem Wesen nach die Seinsweise des selbstherrlichen und heiligen Gottes ist, wird zum dialektischen Gegenpol der Zeit und damit zu einem Moment des Weltdaseins. Ebenso ver\u00e4ndert sich auch der Begriff der Zeit; denn sie, die ihrem Wesen nach geschaffen ist, \u00bbim Angesichte der Ewigkeit\u00ab, von ihr abh\u00e4ngig und aus ihr ihren Sinn empfangend, dahinzugehen, wird zum ebenb\u00fcrtigen Gegenspiel dieser Ewigkeit und f\u00e4hig, mit ihr in die Einheit einer neuen Existenzform einzugehen. In Wahrheit verlieren Ewigkeit sowohl wie Zeit ihren Charakter \u2013 das Wort im strengen Sinne der Eindeutigkeit und Verantwortbarkeit genommen.<\/p>\n<p>Guardini erkennt in H\u00f6lderlins Geschichtsbild also nicht nur einen geschichteten Bezug zwischen Zeit und Ewigkeit, sondern auch eine polare Stellung zwischen beiden. Ich will vorwegnehmen, dass Guardini diese Polarstellung sogleich kritisieren wird. Doch zun\u00e4chst geht er den Gedanken mit und beschreibt, wie H\u00f6lderlins Polarit\u00e4t dazu f\u00fchrt, dass Zeit nicht mehr rein zeitlich und Ewigkeit nicht mehr rein ewig sind; im polaren Bezug nehmen beide neuen Charakter an. Die Zeit wird \u201eemporgehoben\u201c, die Ewigkeit dabei aber \u201everweltlicht&#8220;. \u201eWie Gott [bei H\u00f6lderlin] zu einem Element der Welt, so soll die Ewigkeit zu einem Element der Geschichte werden\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr Guardini selbst ist klar, dass die Ewigkeit \u201eim strengen Sinne der Eindeutigkeit\u201c nicht im Gegensatz zur Zeit steht, sondern auf einer h\u00f6heren Stufe der Wirklichkeit liegt. Es ist f\u00fcr Guardini nicht zul\u00e4ssig, die verschiedenen Schichten\u00a0als solche\u00a0einfach polar nebeneinanderzuhalten. So wie \u2013 im obigen Beispiel von Leib und Seele \u2013 Geist\u00a0als solcher\u00a0nicht der Materie bedarf, um Geist zu sein, braucht Ewigkeit die Zeit nicht, um ewig zu sein.<\/p>\n<p>Gleichzeitig geht es Guardini in der Gegensatzlehre aber auch gar nicht darum, Begriffe (wie \u201eZeit\u201c oder \u201eEwigkeit\u201c) in ihrer strengen Eindeutigkeit einander zuzuordnen; vielmehr geht es ihm um die Betrachtung des Lebendig-Konkreten. In der konkreten Geschichte kommen Zeit und Ewigkeit \u2013 auch f\u00fcr Guardini \u2013 durchaus \u201enebeneinander\u201c vor. Obwohl Zeit und Ewigkeit\u00a0ihrem Begriff und Wesen\u00a0nach nicht polar zueinander stehen, k\u00f6nnen sie\u00a0in der konkreten Geschichte\u00a0durchaus polar aufeinander wirken; eben nicht l\u00e4nger als \u201ereine Ewigkeit\u201c und \u201ereine Zeitlichkeit\u201c, sondern in einem ver\u00e4nderten Sinn.<\/p>\n<p>Zwei Hinweise weisen unserer Interpretation den weiteren Weg:<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst darf \u2013 gem\u00e4\u00df der Schichtenlehre \u2013 die Ewigkeit nicht so \u201ein Welt und Geschichte hereingeholt werden\u201c, dass die obere Schicht auf die untere reduziert und somit \u201evon unten\u201c verstanden werden soll. Wie gerade im letzten Teil des H\u00f6lderlinbuches deutlich wird, zieht H\u00f6lderlin Christus letztlich ins Immanente, statt das Menschliche durch Christus ins Transzendente emporzuheben.<\/p>\n<p>Guardini sch\u00e4tzt an H\u00f6lderlin, dass er auf der\u00a0geistigen\u00a0Ebene die Spuren des\u00a0Geistlichen\u00a0erkennt und mit ihnen ringt; doch wei\u00df er auch, dass sich der Dichter nicht auf die h\u00f6here Stufe schwingt, um vom Glauben her zu sehen. So wie der Anthropologe in der menschlichen Hand die Spuren einer h\u00f6heren \u2013 in diesem Fall einer geistigen \u2013 Ebene erkennen kann; aber den menschlichen Geist nicht allein dadurch ersch\u00f6pfend versteht, dass er seinen stofflichen und biologischen Niederschlag \u2013 also die Hand \u2013 untersucht; so kann auch der Dichter die Schicht des\u00a0Geistlichen\u00a0immer nur ansatzweise streifen, solange er nicht \u00fcber die\u00a0geistig-kulturelle\u00a0Ebene emporsteigt.<\/p>\n<p>Ferner darf das G\u00f6ttliche \u2013 gem\u00e4\u00df der Gegensatzlehre \u2013 grunds\u00e4tzlich nicht auf einen Gegenpol der Welt oder Natur reduziert werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass das G\u00f6ttliche nicht die existentielle Rolle eines Gegenpols in konkreten Situationen einnehmen kann. Eine solche konkrete Situation ist aber die menschliche Geschichte. Guardini hat selbst einen Versuch vorgelegt, die Beziehung von Zeit und Ewigkeit in dieser konkreten Geschichte zu erkl\u00e4ren \u2013 und er scheint sie dabei in eine polare Stellung zu setzen:<\/p>\n<p>Was hei\u00dft Mensch sein in seinem tiefsten Sinn? Mensch sein bedeutet, [\u2026] sich verg\u00e4nglich f\u00fchlen, aber ins Ewige streben; der Zeit verhaftet sein, aber Nachbar der Ewigkeit, von begrenzter Kraft, und doch entschlossen zu Taten von ewigem Wert. Da\u00df keiner dieser beiden Wesensz\u00fcge verschleiert sei, sondern jeder bejaht und ausgereift; da\u00df sie einander nicht zerst\u00f6ren oder ins Ma\u00dflose treiben, sondern zu klarer Einheit verschmelzen, die voll\u00a0innerer Spannung ist und doch geschlossen, gef\u00e4hrdet, aber voll Zuversicht, unbegrenzt, aber ins Unendliche gerichtet \u2013 das ist volles Menschentum. Und so viel ist einer Mensch, als er wissend, wollend, und freudig bereit als begrenztes Wesen lebt, in der Zeit, im Wandel, in den tausend Bildungen des Daseins \u2013 zugleich aber darum ringt, in die Ewigkeit, in die Unendlichkeit, in die Verkl\u00e4rung durchzudringen. So viel ist einer Mensch, als er diese beiden\u00a0Wesensz\u00fcge wahrhaft und dem\u00fctig vereint. Das ist des Menschlichen unaussprechlicher Zauber, ein Geheimnis voller Schmerz, voll Kraft, voll Sehnsucht und Zuversicht.<\/p>\n<p>Kann hierin eine Alternative zu H\u00f6lderlins Modell gesehen werden? Guardini spricht hier von jener Weise des geschichtlichen Lebens, welche die Kirche dem Menschen erm\u00f6glicht. Der Bezug von Zeit und Ewigkeit f\u00fchrt in der Kirche nicht dazu, die Ewigkeit zu verweltlichen, sondern die Zeit zu heiligen. Die untere, nat\u00fcrliche Schicht wird von der oberen, gnadenvollen Schicht er-hoben und nicht auf-gehoben. Die konkrete Wirklichkeit der menschlichen Geschichte in der Kirche vergegenw\u00e4rtigt Ewig-Geistliches \u2013 etwa so wie im menschlichen Leib Geistiges verk\u00f6rpert bzw. verleiblicht wird. Stoff und Geist sind\u00a0eigentlich\u00a0nicht polar aufeinander hin geordnet; im konkreten Menschen sind sie aber\u00a0tats\u00e4chlich\u00a0vereinigt, was zu jener eigenartigen Spannung des Gegensatzes f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ebenso sind das Menschlich-Irdische und das G\u00f6ttlich-Ewige\u00a0eigentlich\u00a0nicht polar aufeinander hin geordnet; in der konkreten Geschichte sind sie \u2013 durch die Inkarnation und die Begr\u00fcndung des Reiches Gottes\u00a0\u2013 aber\u00a0tats\u00e4chlich\u00a0vereinigt worden, was wiederum zur eigenartigen Spannung des Gegensatzes f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ob diese Unterscheidung zwischen dem \u201eEigentlichen\u201c und dem \u201eTats\u00e4chlichen\u201c gen\u00fcgt, um die Frage zu beantworten, ob und wie eine polare Stellung der verschiedenen Schichten zueinander zul\u00e4ssig ist, bleibt dahingestellt. So viel k\u00f6nnen wir aber zweifellos festhalten:\u00a0Wenn\u00a0eine solche Polarit\u00e4t vorkommen sollte, muss darauf geachtet werden, dass eine Wirklichkeit nicht auf eine jeweils tiefere Schicht \u201ereduziert\u201c wird. Und\u00a0wenn\u00a0eine solche Polarit\u00e4t vorkommen sollte, dann nur als lebendiger und konkreter Fall, nicht im Sinne einer \u201ereinen\u201c Gegen\u00fcberstellung des Geistigen und Geistlichen als solchem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A typical text by Romano Guardini could read as follows: I am standing in front of a tree. What is this tree? 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