{"id":32138,"date":"2023-07-17T14:33:15","date_gmt":"2023-07-17T12:33:15","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=widerstaendiges-denken-als-ausdruck-von-muendigkeit"},"modified":"2024-12-17T14:40:14","modified_gmt":"2024-12-17T13:40:14","slug":"widerstaendiges-denken-als-ausdruck-von-muendigkeit-gedanken-mit-theodor-w-adorno-zum-zeitalter-des-anthropozaens","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/widerstaendiges-denken-als-ausdruck-von-muendigkeit-gedanken-mit-theodor-w-adorno-zum-zeitalter-des-anthropozaens\/","title":{"rendered":"Resistant thinking as an expression of maturity"},"content":{"rendered":"<p>Eine Demokratie, die nicht nur funktionieren, sondern ihrem Begriff gem\u00e4\u00df arbeiten soll, verlangt m\u00fcndige Menschen. Man kann sich verwirklichte Demokratie nur als Gesellschaft von M\u00fcndigen vorstellen.\u201c Diese Worte h\u00e4lt der Philosoph und Mitbegr\u00fcnder der Kritischen Theorie, Theodor W. Adorno, in einem von mehreren Rundfunkgespr\u00e4chen in den 1960igern fest. Nachzulesen ist dieses und die folgenden Zitate in dem kleinen und empfehlenswerten Band\u00a0Erziehung zur M\u00fcndigkeit.<\/p>\n<h3>Einleitung<\/h3>\n<p>Von Adorno k\u00f6nnen wir lernen, dass Demokratie nicht hinreichend mit ihren demokratischen Institutionen bestimmt ist, sie weder hergestellt, noch uns \u201asicher\u2018 ist. Vielmehr verweist Demokratie auf den demos. Sich demokratisch zu zeigen bedeutet im Ausgang von Adorno, formal gesprochen, ein kritisches Selbst- und Gesellschaftsverh\u00e4ltnis einnehmen zu k\u00f6nnen. Der normative Anspruch an dieses Verh\u00e4ltnis besteht in einer kritischen, reflektierenden und nicht-identifizierenden Auseinandersetzung mit sich und dem Gegen\u00fcber. Sich auf diese Weise zu zeigen, hei\u00dft letztlich nichts anderes, als sich in diesem Moment als m\u00fcndig zu erweisen. Doch weil Demokratie noch lange nicht (g\u00e4nzlich) verwirklicht ist, verweist Adornos Auffassung auf einen umfassenden Bildungsauftrag, n\u00e4mlich M\u00fcndigkeit \u00fcberall zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Die Aktualit\u00e4t und Dringlichkeit der F\u00f6rderung von M\u00fcndigkeit wird meiner Meinung nach untersch\u00e4tzt. Ein Grund hierf\u00fcr ist, dass Adorno und viele andere Philosoph*innen sowie Sozialwissenschaftler*innen M\u00fcndigkeit nicht konsequent als einen Verh\u00e4ltnisbegriff fassen. Meine These lautet, dass M\u00fcndigkeit mit Adorno gegen Adorno immer auch bedeutet, sich in ein bestimmtes Verh\u00e4ltnis zu begeben, n\u00e4mlich in ein widerst\u00e4ndiges, und dass eine Bildung zur M\u00fcndigkeit dann vor allem auf die F\u00f6rderung der Einnahme eines solchen Verh\u00e4ltnisses zielen sollte. Jenes zu f\u00f6rdernde Verh\u00e4ltnis besteht u. a. in einem bestimmten Denken, n\u00e4mlich in Form eines widerst\u00e4ndigen Denkens.<\/p>\n<p>Im Folgenden werde ich Adornos Gesellschaftskritik skizzieren und darlegen, inwiefern Demokratie f\u00f6rderungsbed\u00fcrftig ist, um anschlie\u00dfend Adornos M\u00fcndigkeitsverst\u00e4ndnis zu skizzieren. Drittens m\u00f6chte ich auf die internen Widerspr\u00fcche in Adornos M\u00fcndigkeitsauffassung eingehen, um darauf aufbauend ein erweitertes Konzept von M\u00fcndigkeit als widerst\u00e4ndiges Denken vorzustellen. Abschlie\u00dfend wird auf die Dringlichkeit einer F\u00f6rderung von M\u00fcndigkeit angesichts der massiven Umweltzerst\u00f6rung eingegangen.<\/p>\n<h3>Adornos Gesellschaftskritik<\/h3>\n<p>\u201eDass Ausschwitz nicht nochmal sei\u201c ist normativer Orientierungspunkt in Adornos Philosophie. Doch da \u201edie objektiven gesellschaftlichen Voraussetzungen fortbestehen, die den Faschismus zeitigten\u201c, ist Demokratie in der Nachkriegsgesellschaft \u00fcberall \u00fcberhaupt erst zu f\u00f6rdern. Ganz allgemein gesprochen, verfolgt Adorno einen Zweischritt, indem er fragt, inwieweit sich gesellschaftlich gemachte Strukturen totalisieren, das Subjekt dadurch unterdr\u00fccken und eine Emanzipation verunm\u00f6glichen. Ausgehend von der d\u00fcsteren Diagnose einer Gesellschaft, die sich selbst zunehmend einer zweckrationalen Logik unterwirft, fragt Adorno nach m\u00f6glichen Potenzialen f\u00fcr eine Gesellschaft, die ihren Mitgliedern die M\u00f6glichkeit gibt, sich ungezwungener entfalten und erfahren zu k\u00f6nnen. Aber worin begr\u00fcndet sich Adornos Diagnose konkret? Und kann diese auch noch f\u00fcr heute gelten? Warum ist M\u00fcndigkeit f\u00f6rderungsbed\u00fcrftig, obwohl Deutschland als eine institutionelle Demokratie verfasst ist?<\/p>\n<p>Wie Kant sieht Adorno das Ziel der Philosophie in einer Befreiung der Menschen aus ihrer Unm\u00fcndigkeit. Aber w\u00e4hrend Kant seine Hoffnung in eine Aufkl\u00e4rung durch die Vernunft legt, vermutet Adorno gerade in der kantisch gedachten Aufkl\u00e4rung eine \u201eSelbstzerst\u00f6rung der Aufkl\u00e4rung\u201c, weil mit der ausschlie\u00dflichen Einnahme der individuellen Perspektive die gesellschaftlichen Bedingungen der Aufkl\u00e4rung unterschlagen w\u00fcrden. In Folge dessen werden die Forderungen nach dem vern\u00fcnftigen Subjekt totalisiert oder allgemeiner gesprochen: Die jeder Aufkl\u00e4rung innewohnende Dialektik wird nicht kritisch eingeholt. So legen Horkheimer und Adorno in der\u00a0Dialektik der Aufkl\u00e4rung\u00a0dar, dass sich der Mensch im Laufe der Geschichte immer mehr als ein vern\u00fcnftiges, autonomes und selbstgesetzgebendes Subjekt verstehe.<\/p>\n<p>Eng mit diesem Selbstverst\u00e4ndnis h\u00e4nge zudem die \u00dcberzeugung zusammen, dass begr\u00fcndetes und objektives Wissen nur durch eine Abspaltung zur Umwelt stattfinden k\u00f6nne. Der Grund hierf\u00fcr ist, dass das Subjekt meint, nur durch diese identifizierende Entgegensetzung einen objektiven, einen \u201areinen\u2018 Blick auf das Gegen\u00fcber zu erhalten, um es abschlie\u00dfend betrachten und einordnen zu k\u00f6nnen. In dem Moment aber, in dem der Mensch sich dem Objekt gegen\u00fcberstellt und es eben als \u201adieses\u2018 oder \u201ajenes\u2018 Objekt identifiziert, macht er das Gegen\u00fcber auch zum Objekt seiner Erkenntnis, so Adorno.<\/p>\n<p>Doch das nicht mehr selbstkritisch eingeholte, verdinglichende und identifizierende Vorgehen f\u00fchrt laut Adorno nicht nur zu einer unkritischen Haltung gegen\u00fcber der eigenen gesellschaftlichen Verwobenheit, einer Herrschaft \u00fcber Andere oder \u00fcber die Natur, sondern auch zu einer Selbstverdinglichung, die letztlich Zeugnis von Unm\u00fcndigkeit ist. Konkret dr\u00fcckt sich dies in einer Entfremdung der Menschen aus. Statt in die Erfahrung mit dem Gegen\u00fcber zu gehen, w\u00fcrden sich die Menschen \u00fcber die Identifikation und Bewertung \u00fcber die Objektwelt identifizieren, um sich auf diese Weise als vermeintlich souver\u00e4n und autonom zu erachten. Zugleich spiegelt sich jene sozialpsychologisch analysierte Entfremdung in entscheidender Weise auf gesellschaftlicher Ebene in Form einer \u201e(\u00f6konomischen) Organisation\u201c wider. Es zeichnet sich eine zweckrationale Tendenz der zunehmenden B\u00fcrokratisierung, Technokratisierung und Kulturindustrie ab, die die heteronom und sich selbst totalisierende Einrichtung oder Verwaltung der Welt verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Entgegen dem Versprechen der Aufkl\u00e4rung wird auf diese Weise nicht M\u00fcndigkeit, sondern eine Art \u201aScheinm\u00fcndigkeit\u2018 etabliert. Eine moderne Massengesellschaft entsteht, die sich \u00fcber die Herrschaft der Objektwelt identifiziert und alles Begegnende unterschiedslos zu einer instrumentell-objektivierbaren Ware macht. Dieses Strukturprinzip, das die Menschen immer mehr zur Anpassung zwingt und somit ihre einzigartige Individualit\u00e4t \u00fcbergeht, f\u00fchrt zugleich zu einer Atomisierung der Individuen. Adorno ist sich sicher, dass diese gesellschaftliche Entwicklung u. a. in den totalit\u00e4ren Nationalsozialismus gef\u00fchrt hat, dessen objektive gesellschaftliche Voraussetzungen \u00adteilweise fortbestehen.<\/p>\n<p>Die von Adorno gezeichnete Entwicklung kann auch heute an vielen konkreten gesellschaftlichen Ph\u00e4nomenen abgelesen werden. Angefangen von dem immer noch mehr zunehmendem Leistungsdruck an Schulen oder in der Arbeitswelt, aber auch darin, wie wir Freizeit verstehen, bis hin zur fortschreitenden Umweltzerst\u00f6rung, kann ein verdinglichender und zweckrationaler Zugang zum Selbst, wie zur Gesellschaft bzw. Umwelt abgelesen werden.<\/p>\n<p>Beispielsweise wird an Regelschulen zwar das selbst\u00e4ndige und kritische Denken zum theoretischen und vorgeblichen Leitmotiv erhoben, aber in der allt\u00e4glichen Praxis gibt es kaum Raum hierf\u00fcr.<\/p>\n<p>Dies wird deutlich, wenn man sich fragt, was zur leitenden Norm erhoben wird und was davon umgesetzt wird. So sollen die Kinder z. B. laut der\u00a0Obersten Bildungsziele in Bayern\u00a0zum selbst\u00e4ndigen Nachdenken \u00fcber existenzielle wie politische Fragen in der Auseinandersetzung mit anderen erzogen werden. Doch die Alltagsschulpraxis bietet kaum Zeit und Raum. An Schulen werden fest vorgegebene Lerninhalte vermittelt, um die daraus resultierende Leistung der Sch\u00fcler*innen zu bewerten. Die Bewertung erfolgt mit der unterschiedslosen Anwendung des rein quantitativen Ma\u00dfes der Notenvergabe, das sich der einzigartigen Individualit\u00e4t der Inhalte und Sch\u00fcler*innen entzieht. Aber um ein kreatives, bezogenes und politisches Denken zu f\u00f6rdern, m\u00fcssen angstfreie, offene sowie erfahrungsbezogene R\u00e4ume an Schulen geschaffen werden, in denen auf Begegnung statt auf Bewertung gesetzt wird.<\/p>\n<p>Auch kann das von verschiedenen Wissenschaftsler*innen ausgerufene Zeitalter des Anthropoz\u00e4ns als ein Ausdruck der skizzierten Entwicklung interpretiert werden. Das Anthropoz\u00e4n (von anthropos f\u00fcr Mensch und kainos f\u00fcr neu) stellt einen neuen geologischen Zeitabschnitt dar, der auf das Holoz\u00e4n folgt und unsere Gegenwart umfasst. Die wohlhabenden Gesellschaften gelten als gr\u00f6\u00dfte Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosph\u00e4rischen Prozesse auf der Erde. Mittels vielf\u00e4ltiger technischer Anwendungen wurde er zur planetarischen Kraft, deren radikale Ver\u00e4nderungswirkung auf das System Erde mit der letzten Eiszeit vergleichbar ist. Beispiele f\u00fcr den Einfluss des Menschen auf die Umwelt sind u. a. die Erschaffung neuer Stoffe, die Ausbreitung von Krankheiten, das Artensterben, die Umgestaltung von Landfl\u00e4chen oder der Klimawandel.<\/p>\n<p>Im Ausgang von Adorno kann der menschengemachte Klimawandel auch als Ausdruck der zweckrationalen Haltung des Menschen gegen\u00fcber der Umwelt gedeutet werden. Die Natur sowie die Umwelt (der oftmals weniger privilegierten Menschen) wird als Reservat und Ressource f\u00fcr die vielf\u00e4ltigen (vermeintlichen) Bed\u00fcrfnisse der zumeist wohlhabenderen Menschen erachtet. Es werden fossile Energietr\u00e4ger unter Inkaufnahme massiver Umweltsch\u00e4den abgebaut, um den hohen G\u00fcter- und Energieverbrauch der Industrienationen zu decken und Kulturlandschaften werden geschaffen, um Freizeitaktivit\u00e4ten und Erholung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Bar aller Unterschiede k\u00f6nnen die Beispiele als exemplarisch betrachtet werden. Sie zeugen von einem Selbstverh\u00e4ltnis, das (vermeintlich) \u00fcber die Anderen, das Andere bzw. sich selbst herrschen will. Das Subjekt begreift sich als eines, das autonom-autark souver\u00e4n agiert und agieren sollte, anstatt sich darin auch zu hinterfragen und die Auseinandersetzung mit dem Gegen\u00fcber oder der Umwelt zu suchen.<\/p>\n<h3>Adornos M\u00fcndigkeitsverst\u00e4ndnis<\/h3>\n<p>Ganz im Zeichen von Kants Aufkl\u00e4rungsansatz steht Adornos M\u00fcndigkeitsverst\u00e4ndnis, insofern er festh\u00e4lt, dass eine Erziehung zur M\u00fcndigkeit eine zur Autonomie bedeutet. Mittels kritischer Reflexion entfaltet der Mensch sukzessive Autonomie, die Widerspruch und Widerstand erm\u00f6glicht. M\u00fcndigkeit ist demnach \u201edynamische[r] Kategorie\u201c, weil sie sich prozesshaft entwickelt. Jene individuelle Entwicklung ist die Voraussetzung f\u00fcr eine verwirklichte Demokratie: \u201eDie einzige wirkliche Konkretisierung der M\u00fcndigkeit besteht darin, da\u00df die paar Menschen, die dazu gesonnen sind, mit aller Energie darauf hinwirken, da\u00df die Erziehung eine Erziehung zum Widerspruch und zum Widerstand ist.\u201c<\/p>\n<p>Widerstand bedeutet aber mehr als handelnder Widerstand, wie etwa demonstrierende Personen. Widerstand beginnt bereits mit der Differenzierung von Erkenntnis und Konvention und der Entscheidung f\u00fcr Ersteres, wie Adorno in dem Aufsatz Kritik festh\u00e4lt: \u201eM\u00fcndig ist der, der f\u00fcr sich selbst spricht, weil er f\u00fcr sich selbst gedacht hat und nicht blo\u00df nachredet [&#8230;]. Das erweist sich aber in der Kraft zum Widerstand gegen vorgegebene Meinungen [&#8230;]. Solcher Widerstand, als Verm\u00f6gen der Unterscheidung des Erkannten und des blo\u00df konventionell oder unter Autorit\u00e4tszwang Hingenommenen, ist eins mit\u00a0Kritik, deren Begriff ja vom griechischen krino, Entscheiden, herr\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>Ein Subjekt erweist sich als m\u00fcndig, wenn es selbst\u00e4ndig und differenziert denkt. Voraussetzung hierf\u00fcr ist, dass sich das Subjekt zu sich und zu Anderen bzw. Anderem ins kritische Verh\u00e4ltnis setzen kann. Kritik kann nur ge\u00fcbt werden, wenn differenziert wird, wie etwa zwischen Sein und Sollen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel ist die obligatorische Notenvergabe von der es oft hei\u00dft, dass ohne sie das Schulsystem nicht \u201afunktionieren\u2018 k\u00f6nne. Doch daraus l\u00e4sst sich nicht schlie\u00dfen, dass ein anderes Schulsystem nicht denkbar und umsetzbar w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel macht die Corona-Pandemie deutlich: Vor der Pandemie erschien es einigen (privilegierteren) Berufsgruppen notwendig, umweltsch\u00e4digende Reisen mit dem Flugzeug zu unternehmen, um ihre Arbeitskontakte zu pflegen. Jetzt, mitten in der Pandemie, zeigt sich, dass diese vermeintliche Notwendigkeit keine ist: Viele Reisen lassen sich gut durch Online-Meetings ersetzen.<\/p>\n<p>Es gilt, solche Funktionsparadigmen oder vermeintlich nat\u00fcrliche und normale Gegebenheiten, Normen und Regeln zu hinterfragen. Kritik beruht auf Differenzierung, und Differenzierung bedeutet auch Verh\u00e4ltnisw\u00e4gung. Dies ist notwendige Voraussetzung f\u00fcr Kritik oder handelnden Widerstand. Diese \u00dcberlegungen lassen den Schluss zu, dass Adorno Widerstand notwendigerweise nicht nur als Widerstandshandlung begreift. Vielmehr versteht er unter Widerstand bereits den kognitiven Akt der Kritik. Es geht mir darum, dieses Element der Kritikauffassung hervorzuheben und weiterzudenken.<\/p>\n<h3>M\u00fcndigkeit interpretiert als widerst\u00e4ndiges Denken<\/h3>\n<p>Das Denken kann insofern als widerst\u00e4ndig bezeichnet werden, als es sich erstens von konventionellen, hegemonialen, vorurteilsbehafteten und d. h. wesentlich allgemeinen Aussagen (von Personen oder Institutionen) absetzt \u2013 worin zugleich der normative Anspruch besteht. Zweitens ist der M\u00fcndigkeitsvollzug selbst ein \u201awider-st\u00e4ndiger\u2018: Er beschreibt ein relationales Geschehen, das sich dadurch auszeichnet, dass es sich mit dem Gegen\u00fcber auseinandersetzt, sich eben \u201awider\u2019 gegen\u00fcber etwas setzt. Kognitiven Widerstand als Ausdruck von M\u00fcndigkeit, n\u00e4her als widerst\u00e4ndiges Denken zu fassen, erscheint mir konstruktiv f\u00fcr den derzeitigen philosophischen wie \u00f6ffentlichen Widerstandsdiskurs. Denn auff\u00e4llig ist, dass Widerstand zumeist als Aufbegehren gedeutet wird und widerst\u00e4ndiges Denken zumeist einfach mit Widerstand in Form eines Handelns gleichgesetzt wird.<\/p>\n<p>Doch das so verstandene M\u00fcndigkeitskonzept von Adorno, interpretiert als ein widerst\u00e4ndiges Denken, zeigt, dass Widerstand nicht mit der Handlung in Bezug auf ein Au\u00dfen, sondern bereits mit der inneren gedanklichen Auseinandersetzung, eben einer kritischen Verh\u00e4ltnisw\u00e4gung und -setzung beginnt. Das widerst\u00e4ndig denkende Subjekt richtet sich nicht nur gegen ein Au\u00dfen, sondern auch gegen die eigene innere Vereinnahmung. Der Prozess der M\u00fcndigkeit oder demokratischen Bewusstmachung wird somit als der Vorgang gedeutet, sich selbst als ein politisches Subjekt zu begreifen. Das Politische besteht in dem jeweils situativen Ausdruck von M\u00fcndigkeit: in einer gedanklichen oder handelnden \u2013 aber immer in einer widerst\u00e4ndigen \u2013 Auseinandersetzung des Subjekts mit den gesellschaftlichen Entwicklungen.<\/p>\n<p>Doch Adorno wendet seine eigene These vom gesellschaftlich bedingten Subjekt und der einhergehenden relationalen Verfassung des Subjekts nicht konsequent an und verf\u00e4llt immer wieder der kantischen Annahme, der Mensch k\u00f6nne sich in einem autonomen Akt selbst bestimmen und aufkl\u00e4ren. In \u00e4hnlicher Weise spiegelt sich diese Annahme nach wie vor im heutigen sozialphilosophischen Diskurs sowie in unserer Alltagsauffassung wider, wenn die Emanzipation der Menschen mit einer \u00dcberwindung von oder Befreiung aus sozialen Fehlentwicklungen und Pathologien gleichgesetzt wird.<\/p>\n<p>Mit dem Sprechen von einer Befreiung oder \u00dcberwindung wird angedeutet, dass das Subjekt sich autonom und selbstbestimmt aus den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen befreien k\u00f6nne. Mehr noch, indem die Befreiung von etwas angezielt wird, wird nahelegt, dass das Subjekt und die Gesellschaft sich als quasi \u201aan-sich-seiende\u2018 Instanzen gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Jedoch k\u00f6nnen wir keine absolute, objektive Metaebene einnehmen, um von dort \u201eunsere\u201c Welt zu betrachten und zu bewerten, wie Adorno an anderer Stelle immer wieder betont. Denn wir sind immer schon Teil dieser Welt. Das Ziel einer so verstandenen Philosophie besteht nicht in der \u00dcberwindung der Verh\u00e4ltnisse, sondern in der Anerkennung dieser Bedingtheit durch eine Bewusstmachung derselben. Dieser Prozess ist bereits Ausdruck eines widerst\u00e4ndigen Denkens und kann in den handelnden Widerstand f\u00fchren. Nur durch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Bedingtheit kann sich der Mensch die eigene Machtlosigkeit angesichts \u201eder \u00fcberw\u00e4ltigenden Kraft des Bestehenden\u201c aneignen, um die M\u00f6glichkeit zum ver\u00e4ndernden Denken und Handeln zu erhalten.<\/p>\n<h3>Ausblick<\/h3>\n<p>Aber inwiefern bieten diese \u00dcberlegungen im Ausgang von Adorno konkrete Ankn\u00fcpfungspunkte, um auf aktuelle gesellschaftliche Probleme zu reagieren? Wie bereits angedeutet, k\u00f6nnen Adornos \u00dcberlegungen herangezogen werden um nachzuvollziehen, wie es dazu kommen konnte, dass der Mensch zu der planetarischen Kraft geworden ist. Nehmen wir Adornos Verst\u00e4ndnis von M\u00fcndigkeit als kritisch-widerst\u00e4ndiges Denken ernst, so gilt es zum Beispiel, den Diskurs rund um die Ausrufung des Zeitalters des Anthropoz\u00e4ns und den menschengemachten Klimawandel n\u00e4her zu betrachten. Es gilt innezuhalten und zu \u201are-flektieren\u2018 \u2013 und zwar nicht nur \u00fcber das, was uns an expliziten Inhalten pr\u00e4sentiert wird, sondern auch \u00fcber das, was an dem Konzept unausgesprochen bleibt oder implizit mitschwingt: D.h. kritisch zu hinterfragen, was vermeintlich ist.<\/p>\n<p>So ist es interessant, dass sich das souver\u00e4ne Selbstverst\u00e4ndnis und die instrumentell-aneignende Haltung paradigmatisch auch darin zeigt, wie versucht wird, den Klimawandel einzugrenzen. Das Sprechen vom Anthropoz\u00e4n tr\u00e4gt nicht nur den Hinweis auf die bisherigen Umweltver\u00e4nderung durch den Menschen in sich, sondern auch die Hoffnung, dass der Mensch die Umwelt so umgestalten kann, auf dass sie an den Klimawandel bestm\u00f6glich angepasst werde. Das Begriffskonzept Anthropoz\u00e4n wird n\u00e4mlich als Problemdiagnose mit umgekehrtem Vorzeichen als Probleml\u00f6sung pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Die Anthropoz\u00e4niker*innen benennen ein neues Zeitalter aufgrund der massiven Umwelteingriffe des Menschen. In den Mitteln dieser Umwelteingriffe, also in dem Wissen und der Technik, sehen die Forscher*innen zugleich eine M\u00f6glichkeit, um die Menschheit vor den negativen Folgen ihres eigenen Tuns zu sch\u00fctzen. Hier zeigt sich noch eine dritte Perspektive auf das Anthropoz\u00e4n an: In dem Gestus und der angewendeten Benennung des neuen erdgeschichtlichen Zeitalters wird zugleich erneut das von Adorno kritisierte Selbstverst\u00e4ndnis des Menschen als ein souver\u00e4nes Subjekt, das \u00fcber der Welt stehen kann und sich zugleich zum Zentrum der Erkenntnis macht, offenbar: Der Mensch benennt unser jetziges Zeitalter nach sich selbst. Wichtig an dieser Stelle ist noch zu erw\u00e4hnen, dass das Begriffskonzept wie das damit bezeichnete und einhergehende Selbstverst\u00e4ndnis die Perspektive von weniger privilegierten und ausgebeuteten Menschen, wie aus dem globalen S\u00fcden, kaum oder gar nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Angesichts dieser \u00dcberlegungen stellt sich die Frage, ob das Konzept des Anthropoz\u00e4ns wirklich ein emanzipierendes und kritisches Potenzial impliziert. Tr\u00e4gt das Konzept ein aktivierendes, aber vor allem ein kritisches Moment in sich? Oder verweist das viele Sprechen von der \u201egro\u00dfen Selbsttransformation der Gesellschaft\u201c mittels \u201evern\u00fcnftig angewendeter Technik\u201c nicht wieder selbst auf eine unkritische und \u2013 ich polemisiere freilich ein wenig \u2013 technik-sakralisierende Gesellschaft, die (immer noch) versucht, sich selbst und ihre Umwelt in den Griff zu bekommen?<\/p>\n<p>Ich bin unschl\u00fcssig. Fest steht aber, dass Fragen, die unser eigenes gesellschaftliches Selbstverst\u00e4ndnis betreffen, viel h\u00e4ufiger und offen gestellt werden sollten.<\/p>\n<p>An dieser Stelle komme ich nochmals auf die eingangs gestellte Frage zur\u00fcck: Inwieweit muss nicht \u00fcberall erst M\u00fcndigkeit als kritisch-widerst\u00e4ndige Reflexionspraxis, als get\u00e4tigter Widerstand und Widerspruch gef\u00f6rdert werden? Angesichts der dr\u00e4ngenden gesellschaftlichen Probleme ist es dringend an der Zeit, die F\u00f6rderung von M\u00fcndigkeit als einen umfassenden Bildungsauftrag wahrzunehmen und Menschen dazu zu ermutigen, sich selbst und ihr Verh\u00e4ltnis zu Anderen und Anderem zu hinterfragen und zu w\u00e4gen. Dies impliziert zugleich die normative Forderung, sich nicht-identifizierend, sondern offen fragend mit dem Gegen\u00fcber als ein Gegen\u00fcber auseinander-zu-setzen, um sich in der Folge dazu zu verhalten. Diese Form der interessierten Auseinandersetzung braucht Mut.<\/p>\n<p>Zugleich zeigt sich hierin vielleicht die einzige tats\u00e4chliche sowie moralisch w\u00fcnschenswerte Form von autonomer Subjektivit\u00e4t; einer, die sich kritisch zu ihrer eigenen Stellung verh\u00e4lt, also weder g\u00e4nzlich in der Anpassung, noch in der Herrschaft \u00fcber andere aufgeht. In diesem Sinne h\u00e4lt Adorno in dem Aufsatz\u00a0Anmerkungen zum philosophischen Denken\u00a0fest: \u201eEmphatisches Denken fordert Zivilcourage. Der einzelne Denkende mu\u00df es riskieren, darf nichts unbesehen eintauschen oder abkaufen; das ist der Erfahrungskern der Lehre von Autonomie.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Demokratie, die nicht nur funktionieren, sondern ihrem Begriff gem\u00e4\u00df arbeiten soll, verlangt m\u00fcndige Menschen. Man kann sich verwirklichte Demokratie nur als Gesellschaft von M\u00fcndigen vorstellen.\u201c Diese Worte h\u00e4lt der Philosoph und Mitbegr\u00fcnder der Kritischen Theorie, Theodor W. Adorno, in einem von mehreren Rundfunkgespr\u00e4chen in den 1960igern fest. 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