{"id":32140,"date":"2023-07-17T14:33:16","date_gmt":"2023-07-17T12:33:16","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=widerstand-durch-kunst"},"modified":"2024-12-17T14:41:55","modified_gmt":"2024-12-17T13:41:55","slug":"widerstand-durch-kunst-philosophische-ueberlegungen-in-bildungspolitischer-absicht","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/widerstand-durch-kunst-philosophische-ueberlegungen-in-bildungspolitischer-absicht\/","title":{"rendered":"Resistance through art?"},"content":{"rendered":"<p>Gibt es so etwas, wie Widerstand\u00a0durch\u00a0Kunst? Und wenn ja: Welche Art Widerstand leisten Kunstwerke oder K\u00fcnstler, historisch betrachtet und philosophisch befragt? Dass Kunst mit politischem Widerstand und zivilem Ungehorsam einiges, wenn nicht sogar grunds\u00e4tzlich viel zu tun hat, soll im Folgenden begr\u00fcndet werden.<\/p>\n<h3>Wie Widerstand initiiert, bezeugt und bewahrt wird: ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Kunst<\/h3>\n<p>Ein erstes Indiz daf\u00fcr ist, dass politischer Widerstand nicht selten zuerst in k\u00fcnstlerischen Formen sich \u00e4u\u00dfert oder durch Werke der Kunst initiiert wird, widerst\u00e4ndiges Denken so rekursiv in die Gesellschaft zur\u00fcckspielt und ziviler Ungehorsam daraus erw\u00e4chst. Hier findet sowohl das, was\u00a0nicht\u00a0geht, was Menschenrechte, W\u00fcrde und Freiheit beschneidet, unmittelbarer und je eigenen Ausdruck, kann als Erfahrung geteilt werden und kommt so in den \u00f6ffentlichen Blick. Auf diese Weise gewinnen Menschen gemeinsame Orientierung im Denken, und es erweitert sich der M\u00f6glichkeitsspielraum im Handeln. Ad\u00e4quate Sprache und neue Ausdrucksformen zu finden f\u00fcr oft uns\u00e4gliche Missst\u00e4nde und Ungerechtigkeiten kann durch Kunst gelingen: Man denke an die Entstehung von Rap oder Blues oder an die Gedichte von Paul Celan.<\/p>\n<p>In Umkehrung von Wittgensteins Diktum \u201eDie Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt\u201c (Tractatus, 5.6) sind k\u00fcnstlerische Ausdrucksformen, die die menschliche Sprache \u00fcber die Grenzen des Vorgegebenen erweitern, immer auch Wege aus der politischen Ohnmacht, k\u00f6nnen Stimme und Geh\u00f6r auch denen verleihen, die im politischen Raum gerade nicht gesehen oder geh\u00f6rt werden. Dadurch \u00f6ffnen sich erst neue R\u00e4ume der Reflexion und Begegnung, hier greift die Dom\u00e4ne der Philosophie und politischen Theorie, n\u00e4mlich Gr\u00fcnde und L\u00f6sungen zu finden f\u00fcr Ungerechtigkeiten, um Widerstand vern\u00fcnftig zu fundieren und politisch zu verbalisieren.<\/p>\n<p>Ein zweites Indiz f\u00fcr das noch untersch\u00e4tzte Potenzial von Kunst f\u00fcr Widerstand, ist die Tatsache, dass Kunstwerke politischen Widerstand in besonderer Weise bezeugen und bewahren f\u00fcr die kollektive Erinnerung. Zeugnisse gelungenen oder gescheiterten Widerstands bleiben vor allem durch Kunst, in ihren diversen Formen hat sie eine enorme historische Reichweite und Bedeutung als Ort und Sph\u00e4re der \u00fcber Generationen und Zeiten hinweg k\u00fcndenden Widerstandskraft von Menschen. Denn der in Kunst bezeugte Widerstand ist ungleich bleibender und wirkm\u00e4chtiger als die blo\u00df informative, durch historische Fakten belegte Zeugenschaft widerst\u00e4ndigen Handelns und Denkens: Man denke an Beethovens Neunte, die den revolution\u00e4ren Geist des Aufbruchs in Aufkl\u00e4rung und Moderne auch Jahrhunderte sp\u00e4ter noch lebendig und sp\u00fcrbar vermittelt.<\/p>\n<p>Oder die bis heute ungebrochene Rezeption der\u00a0Antigone, des antiken Dramas, das den Mut zum Widerstand der einzelnen Person und den Wert der Gewissensentscheidung w\u00fcrdigte, lange bevor die Philosophie die allgemeinen Menschenrechte, den W\u00fcrdegedanken und die Wahlfreiheit der Einzelnen zu politischen Prinzipien erhob. Oder wie eindringlich Paul Celans Gedicht\u00a0Todesfuge\u00a0(1947) sowohl die Ohnmacht in dunklen Zeiten als auch die Macht poetischer Sprache beschwor, und er damit die Abgr\u00fcnde dieser Zeit f\u00fcr das Ged\u00e4chtnis der Nachwelt bewahren konnte, als die Daten und Fakten und all das nachtr\u00e4glich dokumentierte Wissen der Vernichtungsmaschinerie, es verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Wie viele Kinder hat allein der Arzt Mengele zum Beispiel misshandelt, wie viele Menschen wurden wo hingerichtet vor Ort, wie viele sind in den Gaskammern pro Tag gestorben? So quantitativ beeindruckend im Moment des H\u00f6rens, so gleichg\u00fcltig perlen Fakten und Zahlen wieder ab an kollektiver Erinnerung, geben der Vorstellungskraft wenig Anhalt, mit bildhafter Einsicht (geschweige denn mit begrifflicher) ber\u00fchrt zu werden. Erst hier aber setzt Gewissensbildung an, bildet sich politische Urteilskraft durch allgemeine Reflexion auf individuelle, in Sprachen und \u00adAusdruckformen der Kunst gefasste Erfahrungen \u2013 geh\u00f6rte und erlebte, eigens erfahrene und gegenseitig erz\u00e4hlte.<\/p>\n<p>Ein weiteres, politisch starkes Indiz daf\u00fcr, dass Kunst und Widerstand viel miteinander zu tun haben, ist auch die auf den ersten Blick eher seltsame Tatsache, dass autorit\u00e4re Regime Kunst und K\u00fcnstler, freien Ausdruck und das wechselseitige Mitteilen von Erfahrung, als erstes beschneiden. Diktatoren und politische Unterdr\u00fcckungssysteme \u2013 egal welcher Couleur und historisch bedingter Unterschiede \u2013 ist mit gro\u00dfem Eifer daran gelegen, Kunst zu reglementieren, K\u00fcnstler in ihrer Arbeit und Freiheit einzuschr\u00e4nken, auch dann, wenn diese noch gar nicht widerst\u00e4ndig agieren, sich selbst als unpolitisch verstehen. Das systematische Verfolgen, Verbieten und sogar Ermorden zahlreicher Kunst- und Kulturschaffender ist zentrales Merkmal in jedem totalit\u00e4ren Regime.<\/p>\n<p>Davon zeugen die B\u00fccherverbrennungen im deutschen Faschismus, \u201edie S\u00e4uberungen\u201c der Gesellschaft von K\u00fcnstlern unter Stalin oder die chinesische \u201eKulturrevolution\u201c unter Mao. Ob die Gleichschaltungsmaschinerie der kommunistischen Partei Chinas oder der religi\u00f6se Fundamentalismus der Taliban am Werk, so unterschiedlich oder kontr\u00e4r die Ideologien inhaltlich auch sind, so \u00e4hnlich sind sie sich in der Form ihres Umgangs mit Kunst und K\u00fcnstler\/innen, die eine eigene Sicht und Stimme in pluralen Ausdrucksformen wagen. Angesichts der politisch vermeintlich marginalen Bedeutung von Kunst, scheint die M\u00fche der Verfolgung und H\u00f6he der Bestrafung durchaus absurd.<\/p>\n<h3>Weshalb ist Kunst eine politische Provokation? Oder: Das Gegengift des Totalit\u00e4ren<\/h3>\n<p>Exemplarisch f\u00fcr sehr viele sei der russische Lyriker Ossip Mandelstam (1891-1938) genannt, der nach jahrelanger Verfolgung und Verbannung im stalinistischen Gulag qualvoll den Hungertod starb, obwohl er weder dezidiert im politischen Widerstand aktiv war noch in seinen Texten zum zivilen Ungehorsam rief. Seine Lyrik spricht aber von existenziellen Erfahrungen und politischer Ohnmacht, bringt schonungslos die Wirklichkeit ins Bild und benennt offen die Konflikte seiner Zeit, gibt der Unterdr\u00fcckung in der totalit\u00e4ren Gesellschaft und dem Schmerz der Ausweglosigkeit eine Stimme. Die Umst\u00e4nde seiner Verhaftung und vor allem die Begr\u00fcndung seiner Verbannung und Verurteilung als \u201eStaatsfeind\u201c\u00a0stehen in direkter Analogie zur heutigen Rhetorik und systematischen Verfolgung von Musikern, Filmemachern, k\u00fcnstlerisch T\u00e4tigen aller Art, sei es in China, Afghanistan und anderswo. Doch welchen Grund und Motive haben totalit\u00e4re Herrscher f\u00fcr die Verfolgung und das Verbot von Kunst, weshalb hat es der B\u00fccherverbrennungen im Dritten Reich bedurft? Was st\u00f6rte die Nationalsozialisten zum Beispiel an der Liebeslyrik von Else Lasker-Sch\u00fcler? Was war daran so gef\u00e4hrlich, welchen Widerstand wollte man brechen?<\/p>\n<p>Bei den \u00f6ffentlich inszenierten Verbrennungen von B\u00fcchern in Deutschland, die unmittelbar nach der Machtergreifung Hitlers von M\u00e4rz bis Oktober 1933 stattfanden, ging es keineswegs nur um politische Literatur, sondern die Kunst selbst in ihrem freien Ausdruck und in ihrer radikal subjektiven Vielfalt war und ist bis heute der Dorn im Auge des Totalit\u00e4ren, der Reinheits- und Einheitss\u00fcchtigen im Dienst monopolistisch machtsichernder Systeme. Trotz aller Unterschiede in der jeweils zugrundeliegenden Ideologie und Weltanschauung, eint sie die Abscheu vor Vielfalt und Differenzerfahrungen, das gezielte Vermeiden des je eigenen Ausdrucks, das strikte Verbot, menschliche Erfahrungen zu teilen und sich mitzuteilen und Geschehnisse je eigens und individuell zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Genau hier aber liegt das Widerstandspotenzial der Kunst \u2013 vielleicht der archimedische Punkt, um den Hebel zum Wandel der Geschichte politisch zu bet\u00e4tigen. Denn Kunst ist nicht nur ein stetiges Zeugnis f\u00fcr die unersch\u00f6pfliche und unberechenbare Pluralit\u00e4t der Sichtweisen, sondern auch Quelle und Zeitigung je neuer, sich wandelnder Perspektiven auf sich und die Welt. Eine Gesellschaft genau davon abzuschneiden, vielf\u00e4ltige Deutungsweisen und Pluralit\u00e4t der Lebensformen zu verbieten und das Unverf\u00fcgbare (daher auch Unberechenbare) gemeinsamen Handelns zu reglementieren, war den Schergen des Nationalsozialismus wie des Stalinismus \u2013 genau wie den heutigen Diktatoren ganz unterschiedlicher Ausrichtung \u2013 strategisch so wichtig, dass sie es stets an den Anfang ihres Wirkens oder ihres Feldzugs gegen die Menschlichkeit setzten. Dann erst folgten die politischen Konsequenzen der Unterdr\u00fcckung und Verfolgung in anderen Bereichen.<\/p>\n<p>Beispielhaft daf\u00fcr sind nicht nur die B\u00fccherverbrennungen 1933, eine der ersten Ma\u00dfnahmen der Nationalsozialisten, sondern auch die Ausstellung\u00a0Entartete Kunst, die 1937 begann, als Wanderausstellung in zw\u00f6lf St\u00e4dten gezeigt wurde und durch Besuchermassen Rekorde erzielte.<\/p>\n<p>Allein mit dem Titel wurde der freie Ausdruck menschlicher Fantasie und pluraler Sichtweisen auf die Welt als au\u00dferhalb \u201eder Art\u201c bezeichnet und damit als jenseits des Menschen w\u00fcrdigen verortet. Nicht nur als abnormal, sondern als inhuman gelabelt, wurde die Botschaft gesetzt, dass \u201euns\u201c solch freier und vielf\u00e4ltiger Ausdruck eigenen Empfindens und Erfahrens weder zustehen noch angehen darf. Viele damalige K\u00fcnstler, die auf den Anspruch ihrer Zeit, auf deren Widerspr\u00fcche und Umbr\u00fcche, in Form und Sprache individuell und zeitgem\u00e4\u00df antworteten, wenn auch nicht notwendig in politischer Absicht, wurden damit massiv diskreditiert: nicht nur als nicht zugeh\u00f6rig zur sozialen Norm und politischen Gemeinschaft dargestellt, sondern so an den Pranger gestellt, als seien sie au\u00dferhalb der Menschengemeinschaft.<\/p>\n<p>Die f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse sehr gro\u00dfe und vielbesuchte Kunst-Ausstellung leistete damit viel zur Vorbereitung des Regimes: Sie etablierte die sp\u00e4ter f\u00fcr den Genozid wesentliche Dichotomie des innerhalb und au\u00dferhalb der Menschengemeinschaft im \u00f6ffentlichen Selbstverst\u00e4ndnis; schuf bildstark und medienwirksam eine so willk\u00fcrlich gesetzte Grenze wie bald selbstverst\u00e4ndlich empfundene Linie (oder kafkaeske Mauer im Kopf?) zwischen Wir und Ihr (\u201edie Juden\u201c, \u201edie Entarteten\u201c), zwischen denen, die Menschenw\u00fcrde beanspruchen k\u00f6nnen und denen, die nicht mehr als Menschen unter Menschen gelten.<\/p>\n<p>Vielleicht hat die Diskreditierung des Widerst\u00e4ndigen in der Kunst erst die Voraussetzung geschaffen f\u00fcr den sp\u00e4ter in der Bev\u00f6lkerung kaum mehr vorhandenen Widerstand gegen das systematische Morden ab 1939 und die Menschenvernichtungsindustrie der folgenden Jahre. Zu dem Zeitpunkt, als deren Umsetzung begann, waren die K\u00fcnstler dieser Zeit, die potenziell widerst\u00e4ndig gewesen w\u00e4ren oder mit eigener Stimme geschrieben haben, lange mundtot gemacht, interniert oder emigriert.<\/p>\n<h3>Zur untersch\u00e4tzten Rolle von Kunst in Bildung und im \u00f6ffentlichen Blick<\/h3>\n<p>Wenn nun Kunst aber offenbar eine solche Bedeutung f\u00fcr politischen Widerstand und zivilen Ungehorsam hat: Wie wird das gesellschaftlich honoriert, wie schl\u00e4gt es sich nieder im Diskurs? Welchen Stellenwert hat Kunst in Bildung und welches politische Gewicht in der Gesellschaft?<\/p>\n<p>Hier herrschen ein deutlicher Widerspruch und eine politisch verdeckte Ambivalenz zwischen vorgeblichem Wert und faktischem Status oder Gewichtung von Kunst. Denn so hoch man sie in Sonntagsreden und im vermeintlichen Ranking dessen, was gesellschaftlich und aus humanistischer Perspektive z\u00e4hlt, auch h\u00e4ngt, so abgeh\u00e4ngt bleibt sie doch bei der Frage, was faktisch helfen kann gegen Ungerechtigkeit, wie Krisen und Herausforderungen der Jetztzeit politisch zu begegnen ist, mit welchen Mitteln und Methoden gesellschaftliche Transformation gelingen kann. An die Kunst denkt man da zuletzt.<\/p>\n<p>Dem entsprechend haben K\u00fcnstler:innen kaum Gewicht und bis auf wenige, verkl\u00e4rte Ausnahmen (die anerkannten Stars der Kunst und Kulturszene) politisch auch keinen Status. Das zeigt sich nicht zuletzt an den Entwicklungen w\u00e4hrend der Pandemie, als die kulturellen Institutionen und k\u00fcnstlerischen Berufe zwar mit am h\u00e4rtesten betroffen waren, aber kaum Unterst\u00fctzung erfuhren, geschweige denn politisch nennenswert Geh\u00f6r fanden: \u201eErst eingeengt, dann lahmgelegt und f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig erkl\u00e4rt\u201c, so die Schriftstellerin Jagoda Marini\u0107 in ihrem Beitrag\u00a0Kein Land f\u00fcr Dichter\u00a0(taz, 30. Juni 2021).<\/p>\n<p>Ebenso spielt Kunst und die Bildung der Aisthesis \u2013 der Sinne, der Wahrnehmung und des Selbstausdrucks \u2013 in der (Regel-)Schulbildung nur eine randst\u00e4ndige Rolle, wird hinsichtlich ihrer Relevanz f\u00fcr die Zukunft und die Gestaltung von Welt und Gesellschaft offenbar geringgesch\u00e4tzt. Kunstunterricht gilt sie als bildungsb\u00fcrgerliches Add-on, nicht als tragende S\u00e4ule im F\u00e4cherkanon, noch als zentraler Bildungsfaktor f\u00fcr Teilhabe und lebendige Demokratie. Wenn Stunden gek\u00fcrzt oder F\u00e4cher wegrationalisiert werden m\u00fcssen, dann sind das zuerst die F\u00e4cher Kunst, Musik, Literatur, Gestalten.<\/p>\n<p>Das politische wie pers\u00f6nlichkeitsbildende Potenzial von Kunst f\u00fcr Widerstand und zivilen Ungehorsam, f\u00fcr eine \u201eErziehung zur M\u00fcndigkeit\u201c (Adorno, 1969), f\u00fcr eine Schulung des Gewissens, f\u00fcr eine Bildung zu \u201eKlugheit und Urteilskraft\u201c (H. Arendt), wird untersch\u00e4tzt und ist im fachwissenschaftlichen Diskurs kaum ein Thema. Anders dagegen die Einsch\u00e4tzung mit Blick auf die Vergangenheit: Hier erfahren literarische, musikalische oder filmische Zeugnisse des historisch sanktionierten und akzeptierten Widerstands hohe Anerkennung \u2013 wie oft zum Beispiel wird die Geschichte Sophie Scholls oder Gandhis Leben verfilmt oder Bob Marley\u2018s musikalischem Engagement f\u00fcr den Freiheitskampf gehuldigt. Doch auch in diesen F\u00e4llen wird Kunst selten als politisch wirksamer Beitrag betrachtet, sondern als sch\u00f6ngeistiger Randaspekt von ernsthafter Politik zum philosophisch herausfordernden Thema Widerstand.<\/p>\n<p>Insofern lohnt immer auch der Blick auf die Kunst, zumindest im Selbstverst\u00e4ndnis gebildeter Kreise: Man fiebert mit\u00a0Don Carlos,\u00a0liest ergriffen die letzten Gedichte Bonhoeffers, kniet innerlich vor Picassos\u00a0Guernica\u00a0und h\u00f6rt mit revolution\u00e4rer Freude im Herzen Beethovens\u00a0Neunte. Im gleichen Gestus intellektueller Zustimmung und Bewunderung f\u00fcr widerst\u00e4ndiges Denken und Handeln lauscht man mit Hingabe informativen Vortr\u00e4gen \u00fcber den Widerstand, zum Beispiel gegen die NS-Diktatur.<\/p>\n<p>So zum Beispiel gehalten vom Pr\u00e4sidenten des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes, Peter K\u00fcspert, \u00fcber den Widerstand der Wei\u00dfen Rose November 2019 im Anschluss an eine Auff\u00fchrung von Beethovens 9. Symphonie mit gro\u00dfem Chor und Orchester, dargeboten in der Aula der M\u00fcnchner Universit\u00e4t: ein typischer Abend heroischem Widerstand gedenkender Kultur, mit klugen Gedanken zu Freiheit und Rechtsstaatlichkeit und einer k\u00fcnstlerischen Einlage im Ma\u00df des Gewohnten.<\/p>\n<p>Was hat das aber mit eigener, politischer Widerstandsf\u00e4higkeit im Denken und Handeln zu tun? Wenig, bis nichts. Denn es handelt sich hier schlicht um kontemplativen Kunstgenuss, der eine sehr gute und eine deutlich weniger gute Seite hat: janusk\u00f6pfig vom Feinsten. Gut und wertvoll daran ist, dass hier die Bildung der\u00a0Aisthesis\u00a0stattfindet, die Sensibilisierung der Sinne und Differenzierung der Wahrnehmungs- und Ausdrucksf\u00e4higkeiten, was man bildungsphilosophisch nicht hoch genug sch\u00e4tzen kann. Denn nicht nur die \u00e4sthetische, sondern auch die politische Urteilskraft braucht zu ihrer Bildung und St\u00e4rkung eine nicht nachlassende \u00dcbung in der Auseinandersetzung mit Kunst und ihren Werken \u2013 mit Zeugnissen der Transformation von Machtverh\u00e4ltnissen, mit Kippfiguren der Geschichte und Mahnmalen m\u00f6glichen Widerstands selbst im Unm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Gerade die Kunst wei\u00df um die Bedeutung der Leuchtturmfiguren des Widerstands, genauso wie um die Rolle der Antihelden, und erz\u00e4hlt bevorzugt die Geschichte ihres Scheiterns daran, in Film und Buch, in Bild und Ton. So lernen wir zu\u00a0sehen\u00a0und zu\u00a0verstehen, was Gr\u00f6\u00dfe und Grenze widerst\u00e4ndigen Denkens und Handelns im Vollzug sein kann \u2013 am politischen Vorbild, am moralischen Beispiel oder vor allem\u00a0via negationis\u00a0\u2013 wie bei Don Carlos, Friedrich Bonhoeffer oder Sophie Scholl.<\/p>\n<p>Dabei ist aber von uns als Zuschauern und Zuh\u00f6rern kein widerst\u00e4ndiges Denken oder gar Handeln gefragt, weder als Person noch als politischer Mensch. Gefragt sind, um mitreden oder um Kunst angemessen rezipieren zu k\u00f6nnen, theoretisch fundierte Reflexion, ein Zugang zum anerkannten Sprachspiel, zu Literatur und Diskurs \u2013 mit dem Ziel, eine Trittsicherheit in der Beurteilung zu erlangen, um antworten zu k\u00f6nnen auf die Fragen nach gut und richtig.<\/p>\n<p>Selbst wenn das gelingt, ist man dabei auf der Zuschauertrib\u00fcne des Lebens und blickt von dieser sicheren Warte auf die politischen R\u00e4nke- und Schauspiele, die Ungleichgewichte und Machtkonflikte der Vergangenheit und Gegenwart herab. Im Reinraum der Theorie betrachtet man die Krisen und Dilemmata politischen Widerstands \u2013 als sei man au\u00dferhalb der Zeit, im medialen Kokon der Kontemplation, in einem Reflexionsraum des R\u00fcckzugs von dem, was gerade mit uns selbst in Politik, Geschichte und Leben geschieht.<\/p>\n<h3>Wann Kunst dem frommen Schein entgegen wirkt \u2013 und wann nicht<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend reale, politische oder soziale Krisen und Konflikte, wenn man in sie involviert ist, sich stets ungut, belastend und beunruhigend ambivalent anf\u00fchlen, Widerstand nicht selten aussichtslos und umsonst erscheint \u2013 und\u00a0dennoch, weil\u00a0man in die Entscheidung und in die Situation gestellt ist, vielleicht zum widerst\u00e4ndigen Denken und Handeln f\u00fchren \u2013 erlaubt uns die Betrachtung solcher Konflikte aus Zuschauerperspektive, ein Denken in Ruhe und Eindeutigkeit. Das gew\u00e4hrt nicht selten das gute Gef\u00fchl der Vergewisserung, auf der richtigen Seite zu stehen und zu wissen, was gut und richtig ist, geht also mit der Versuchung zum Pharis\u00e4ertum einher. Oder wie Sophie Scholl notierte: \u201eIch merke, dass man mit dem Geist (oder dem Verstand) wuchern kann, und die Seele dabei verhungern kann.\u201c<\/p>\n<p>Biblisch wurde dazu schon viel gesagt, das Janusk\u00f6pfige daran bild- und wortstark dargelegt. So zum Beispiel, wenn Jesus zu seinen J\u00fcngern sprach: \u201eDie Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er sind dazu eingesetzt, euch das Gesetz [heute: die Theorie- und Diskurslage zum Widerstand] auszulegen.\u00a0Richtet euch nach ihren Worten und tut alles, was sie euch sagen! Nehmt euch aber kein Beispiel an ihren Taten! Denn sie halten selbst nicht ein, was sie von den anderen verlangen.\u201c (Matth\u00e4us 23:2-4) Und direkt an sie gewandt: \u201eWehe euch! Ihr wollt andere f\u00fchren und seid doch selbst blind\u201c, da die Augen der Theorie nicht sehend sind im Einzelfall, im individuellen Raum der jeweiligen Erfahrung, die per se neu und erstmal nicht ganz begrifflich fassbar ist.<\/p>\n<p>Die Gefahr, von der Jesus spricht, ist der fromme Schein. Wovor er warnt, ist eine Tr\u00fcbung des Blicks: \u201eDoch gerade darum geht es hier: das Wesentliche tun und das andere nicht unterlassen.\u00a0Ihr aber entfernt jede kleine M\u00fccke aus eurem Getr\u00e4nk, doch ganze Kamele schluckt ihr bedenkenlos hinunter. Andere wollt ihr f\u00fchren, dabei seid ihr selbst blind.\u201c (Matth\u00e4us, 23:24-25) Das m\u00fcndet in die Entleerung oder pathetischer gesprochen, in den Verrat dessen, was vorgeblich z\u00e4hlt: \u201eUnd nun? Euer Tempel wird von Gott verlassen sein und v\u00f6llig zerst\u00f6rt werden.\u201c (Lukas 13: 34-35)<\/p>\n<p>Gottverlassen ist der Tempel Europas auch bald. Die fraglos unmenschliche Lagerhaltung an den EU-Au\u00dfengrenzen, die billigende Inkaufnahme zahlloser Toten und Gestrandeter auf der Flucht, oder maximale Aufr\u00fcstung als einzige Antwort auf den Kriegseinbruch in der Ukraine, oder die Reaktion der deutschen Politik auf die Lage in Afghanistan nach der Machtergreifung der Taliban. Statt dass man alles daransetzte, ernsthaft in Widerstand zu gehen zu dem neuen Regime, das von Europas Wirtschaftsmacht durchaus unter Druck zu setzen gewesen w\u00e4re in diesen Umbruchstagen, duckte man sich weg im Dienst innenpolitischen Kalk\u00fcls: So kurz vor der Wahl, wollte man nicht den Belzebub der Migrationsdebatte an die Wand malen. Darin war man sich partei\u00fcbergreifend einig, unz\u00e4hligen Menschen kostete dieses Kalk\u00fcl der instrumentellen Vernunft das Leben.<\/p>\n<p>Die Gefahr, vor der nicht nur die Bibel warnt, ist das, was Nietzsche in einem ber\u00fchmten Aphorismus den \u201eWahn der Kontemplativen\u201c nennt: \u201eDabei aber bleibt ein\u00a0Wahn\u00a0sein best\u00e4ndiger Begleiter: er meint, als\u00a0Zuschauer\u00a0und\u00a0Zuh\u00f6rer\u00a0vor das gro\u00dfe Schau- und Tonspiel gestellt zu sein, welches das Leben ist: Er nennt seine Natur eine\u00a0kontemplative\u00a0und \u00fcbersieht dabei, dass er selber auch der eigentliche Dichter und Fortdichter des Lebens ist\u201c (Die fr\u00f6hliche Wissenschaft, 301).<\/p>\n<p>In dem Ma\u00df, in dem der Zuschauerdiskurs der Kontemplativen und ihre Spielanalysen fern vom Platz geschehen, sich in ihrer Theoriebildung und Schriftauslegung abkoppeln von der konkreter Erfahrung und jeglichem Selbstbezug, besteht die Gefahr, dass die ehrw\u00fcrdigen Geb\u00e4ude der Philosophie und die beeindruckenden Denkfiguren politikwissenschaftlicher oder philosophischer Begr\u00fcndung nicht mehr ernst genommen werden, ihre Glaubw\u00fcrdigkeit und Relevanz f\u00fcr die jetzt und hier Lebenden und Betroffenen, f\u00fcr die Konflikte der Zeit verlieren.<\/p>\n<p>In der Folge zeichnet sich jetzt schon ein Trend zu begrifflicher Willk\u00fcr und irrationalem Denken ab: Mit welcher Selbstverst\u00e4ndlichkeit die gro\u00dfen Begriffe der politischen Philosophie und des demokratischen Widerstands \u2013 wie \u201eFreiheit\u201c und \u201eM\u00fcndigkeit\u201c zum Beispiel \u2013 vom ganzen Spektrum anti-demokratischer Str\u00f6mungen hemmungslos verwendet werden: von rechts- bis linksradikalen Kreisen genauso vereinnahmt wie von Verschw\u00f6rungstheoretikern munter beansprucht, zeigt deutlich, inwiefern es zunehmend entleerte Begriffe werden, die das, worum es geht, kaum mehr benennen, geschweige denn wegweisend zeigen k\u00f6nnen, wof\u00fcr Widerstand lohnt, oder was das Wesentliche sei, das zu tun und was zu unterlassen ist (vgl. Matth\u00e4us, 23:24).<\/p>\n<p>Wie kann philosophisch fundierte Reflexion und politische Praxis aber zusammengehen? Wie werden Menschen best\u00e4rkt in kommunikativem Handeln im Ma\u00dfnehmen an \u201eKlugheit und Urteilskraft\u201c (H. Arendt), das zu begr\u00fcndetem Widerstand ermutigt und bef\u00e4higt? Hier kommt die Kunst wieder ins Spiel. Aber eine Auseinandersetzung mit Werken der Kunst, wo man sich selbst in Bezug dazu setzt und die jeweilige Situation und geschichtlichen Kontext immer mit in Rechnung stellt. Wie sehe das aus?<\/p>\n<p>Nehmen wir zum Beispiel\u00a0Don Carlos,\u00a0das packende Drama eines gewollten, aber dann doch kl\u00e4glich gescheiterten Widerstands. Ein Vorschlag, um der Pharis\u00e4er-Gefahr zu entgehen, w\u00e4re, die Fragen, die eine Geschichte aufwirft, sich selbst radikal im Selbstbezug, im \u201einneren Gespr\u00e4ch der Seele mit sich selbst\u201c (Platon) zu stellen: Wie oft schon habe ich selbst meine Freiheit, demokratischen \u00dcberzeugungen oder meine politische M\u00fcndigkeit (in welchem Zusammenhang und zu welchem Preis?) verraten? Oder schlichter gefragt: Wann habe ich zuletzt vers\u00e4umt, meine Meinung zu sagen, nur um keinen Konflikt am Arbeitsplatz zu riskieren, um in den Augen irgendeines Kollegen nicht als widerst\u00e4ndig dazustehen, oder um die Anerkennung des Vaters zu bekommen \u2013 wie Don Carlos es letztlich tut, als er all seine politischen Widerstands-Ambitionen und freiheitlichen \u00dcberzeugungen dem pers\u00f6nlich viel st\u00e4rkeren Motiv nach Absolution vom Vater opfert.<\/p>\n<p>Wer von uns w\u00e4re in einer solchen Konstellation lebenslanger Missachtung des Sohnes durch den Vater in der Lage, sich diesem Kampf um Anerkennung zu entziehen, und gem\u00e4\u00df eigener, politisch fundierter \u00dcberzeugungen zu handeln oder mutig genug, um in den Widerstand zu gehen?<\/p>\n<p>Oder nehmen wir das Drama der\u00a0Antigone:\u00a0bewundernswert ihr Mut und ihre Tat, literarisch gro\u00dfartig formuliert und in Szene gesetzt \u2013 der Konflikt, der sie das Leben kostet. Sie geht in Widerstand zur staatlichen Gewalt, leistet zivilen Ungehorsam, indem sie ihren Bruder bestattet und die Gesetzgebung missachtet, deren Sinn sie auch einsieht. Aber sie muss abw\u00e4gen zwischen dem politischen Verbot und der sozialen Verpflichtung, die sie gegen\u00fcber dem toten Bruder empfindet, ihm eine menschenw\u00fcrdige Bestattung zu geben. Indem sie ihren Bruder doch begr\u00e4bt, beugt sie sich \u201eh\u00f6herem Gesetz\u201c, wie sie sagt. Anerkennt, dass es Wesentlicheres gibt als die normativen Gewichte und gegebenen Regeln einer bestimmten Zeit und politischen Situation.<\/p>\n<p>Ganz \u00e4hnlich auch heute der Konflikt von Angeh\u00f6rigen, die w\u00e4hrend des Lockdowns ihre Verwandten nicht beim Sterben begleiten konnten. Als die Altersheime und Hospize geschlossen waren, starben viele allein oder so, dass wir es nicht als menschenw\u00fcrdig empfinden. F\u00fcr viele Angeh\u00f6rige ist das bis heute eine Last und ein gro\u00dfes Thema. Bemerkenswert zum Beispiel eine Familie, die im April des letzten Jahres in einer Brennpunkt-Sendung zu Wort kam: Der Vater erlag seiner Krebserkrankung im Krankenhaus vorletzten Herbst, er starb allein und ohne, dass die drei Kinder und die Ehefrau Abschied nehmen konnten, was diese bis heute sehr belastet. Es qu\u00e4lt sie, und sie hadern schwer mit sich \u2013 doch nicht mit den Pandemie-bedingten Regeln und nicht mit ihrem regelgerechten Handeln in der Situation, das ihnen alternativlos erscheint.<\/p>\n<p>So sinnvoll die Besuchsverbote als Heuristik in einer Pandemie sind, so sehr gilt doch auch die Gewichtung der Antigone, die fragt: Was z\u00e4hlt mehr \u2013 und was ist das Wesentliche in einer solchen Situation? Was wiegt mehr: die starre Einhaltung einer vor\u00fcbergehend auferlegten beh\u00f6rdlichen Auflage zur Reglementierung von Zusammenk\u00fcnften oder der Bezug zum Vater und Ehemann, das einmalige Ereignis eines Todesfalls in der Familie, noch dazu eines solch existenziell bedeutsamen Abschieds f\u00fcr alle Beteiligten?<\/p>\n<p>Diese Frage wurde aber nicht gestellt: nicht von der Familie, noch von den Journalisten, die sie interviewt haben. Als sei es keine Option gewesen, sich selbst zu fragen oder im Einzelnen zu beurteilen, was in der Situation \u201eh\u00f6heres Gesetz\u201c sei. Was das Leben, das Gewissen und die Urteilskraft gebietet. Denn was w\u00e4re passiert, wenn die Familie sich trotzdem Zutritt zum Krankenbett verschafft h\u00e4tte? Oder die Quarant\u00e4ne-Regeln missachtend ihn heimgeholt h\u00e4tte? Sicher w\u00e4ren sie nicht zum Tode verurteilt worden wie Antigone, h\u00e4tten weit weniger bis nichts riskiert, h\u00f6chstens eine Geldstrafe, und das ist unwahrscheinlich. Aber kein Gedanke daran, nur nachtr\u00e4gliches Hadern mit den Umst\u00e4nden, die als gottgegeben genommen werden.<\/p>\n<p>Regelh\u00f6rigkeit verweist aber eher auf Handeln in gottverlassener Zeit, wenn der Sinn f\u00fcr ein \u201eh\u00f6heres Gesetz\u201c (worauf sich Antigone beruft) schwindet und der Unterschied f\u00e4llt zwischen konventionellen Normen, situativen Regeln einerseits und dem, was Jesu \u201edas Wesentliche zu tun\u201c nannte, die Ausrichtung an absoluten Gr\u00f6\u00dfen wie N\u00e4he und Bezug, einem Umgang in W\u00fcrde. Dann passiert das, wovon Jesus sprach, als er davor warnte, dass der Tempel gottverlassen und letztlich zerst\u00f6rt werde (vgl.\u00a0Lukas 13:38), wir dem Niedergang auch h\u00f6chster Prinzipien keinen Widerstand mehr entgegenbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Wie Kunst die Welt ver\u00e4ndern und politisch wirken kann<\/h3>\n<p>Wie l\u00e4sst es sich aber immer noch f\u00fcr eine bessere Welt k\u00e4mpfen, ohne zu resignieren oder der umgekehrten Versuchung anheimzufallen, sich falschen Machbarkeitsfantasien und revolution\u00e4ren Umsturzw\u00fcnschen hinzugeben? Widerstand durch Kunst zeigt und geht formal einen anderen Weg. Das kann man an vielen Beispielen, transformatorischen Schwellen und \u00dcberg\u00e4ngen der Geschichte sehen, die ausgel\u00f6st durch Werke oder Interventionen der Kunst verursacht, wenn auch nicht intendiert oder \u201egemacht\u201c wurden.<\/p>\n<p>Harriet Beecher-Stowe ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr. Mit ihrem heute ber\u00fchmten Buch\u00a0Onkel Toms H\u00fctte, in dem sie\u00a0Geschichten aus dem Leben der Negersklaven\u00a0erz\u00e4hlt (so der Untertitel des 1851 erschienenen Romans), hatte sie die Gem\u00fcter auch der wei\u00dfen Amerikaner aufgeschreckt und das bis dahin meist tabuisierte Leid der schwarzen Bev\u00f6lkerung ins Licht der Aufmerksamkeit ger\u00fcckt. Schon im ersten Jahr wurden 300.000 Exemplare verkauft, und das Buch wurde \u2013 so ein Rezensent \u2013 \u201ezur Kampfschrift der Nordstaaten gegen die S\u00fcdstaaten\u201c.<\/p>\n<p>Abraham Lincoln soll zur Autorin, als er sie Jahre sp\u00e4ter am Ende des amerikanischen B\u00fcrgerkriegs, der die Abschaffung der Sklaverei in den S\u00fcdstaaten brachte, gesagt haben: \u201eSie sind also die kleine Frau, die diesen gro\u00dfen Krieg verursacht hat!\u201c Bei einem Mann h\u00e4tte er sich die Diminuierung wohl gespart, trotzdem wusste er um die Bedeutung ihres Werks, honorierte ihren geschichtlichen Beitrag.<\/p>\n<p>Wie konnte ihr das gelingen? Das Buch ist keine Kampfschrift, kein politisches Manifest, noch ein gelehrtes Werk oder philosophischer Text, der gut begr\u00fcndet zeigt, weshalb die Abschaffung der Sklaverei geboten sei. Stattdessen sind es Erz\u00e4hlungen aus dem Leben der Unterdr\u00fcckten, \u00fcber das harte Leben der schwarzen Leibeigenen, wo Widerstand kaum vorkommt, nicht thematisiert wird. Es findet kein politisches Aufb\u00e4umen der Protagonisten statt, kaum jemand erhebt hier die Stimme f\u00fcr Menschenw\u00fcrde und Humanit\u00e4t, gegen das Elend der Diskriminierung oder die Auswirkungen der Segregation. \u201eWahrnehmen, was man sich nicht vorstellen kann.\u201c (S. Weil), das ist es, was Harriett Beecher-<br \/>\nStowe mit ihren Geschichten aus dem Leben der Sklaven f\u00fcr ihre Zeit leistet.<\/p>\n<p>Das Buch und seine Wirkung verweisen damit auf einen Weg politischer Weltver\u00e4nderung, der durch den genauen Blick auf uns\u00e4gliche Lebensbereiche und Erfahrungen vermittelt wird, gerade solche, die sonst nicht gesehen werden, daher nicht z\u00e4hlen, nicht im Bewusstsein der \u00d6ffentlichkeit sind. Dadurch wird der gegebenen Realit\u00e4t vor allem in ihrer Ambivalenz und in ihren Widerspr\u00fcchen, nicht zuletzt auch in ihrer Aussichtslosigkeit f\u00fcr manche Rechnung getragen.<\/p>\n<p>Das kann die Welt und das politische Handeln, das Ethos und Selbstverst\u00e4ndnis einer Gesellschaft ver\u00e4ndern. Kann, muss nicht! Denn Widerstand durch Kunst ist kein Automatismus, nicht technisch reproduzierbar, sondern der Kontingenz anheimgestellt, er h\u00e4ngt ab von Ort und Stunde der Rezeption, bleibt offen auf Gelingen. Ein solches Konzept ist heute, wo der Machbarkeitswahn der instrumentellen Vernunft bereits fatale Wirkung zeitigt und die klassischen Vorstellungen und Vorbild-Modelle politischen Widerstands scheinbar jede innovative Kraft verloren haben, dringend geboten.<\/p>\n<p>Das Beispiel zeigt \u2013 wie viele andere auch im genauen Hinblick auf die Faktoren und Initiatoren gelungenen Widerstand oder sozialen Wandels \u2013, dass die Vorstellung, Revolutionen seien planbar, letztlich absurd ist und politisch fast immer fatal, wenn es versucht und umgesetzt wird. Harriet Beecher-<br \/>\nStowe hatte das Ende der Sklaverei sicher nicht geplant, sie hat ihren Roman nicht in strategischer Absicht verfasst und seine Wirkung nicht politisch instrumentalisiert. Sie gab abends, wenn Mann und Kinder versorgt waren, ihrem Drang zum Schreiben nach, der nur zur Sprache bringen wollte, was sie sah und erfahren hatte. Sie verlieh den Schrecken der Sklaverei ein Gesicht, mit ihrem unbestechlich scharfen Blick f\u00fcr die menschlichen und sozialen Abgr\u00fcnde, mit dem genuinen Anspruch der Kunst, die Dinge sagen zu k\u00f6nnen \u2013 auch und gerade im Uns\u00e4glichen. So wurden sie erst sichtbar.<\/p>\n<p>Zum Stachel im Fleisch auch derer, die scheinbar gar nicht betroffen waren. Denn die Wei\u00dfen fochten den amerikanischen B\u00fcrgerkrieg untereinander aus, aber erst als sie der Unmenschlichkeit gewahr wurden, die sie ihresgleichen antaten. \u201eDas Werk gibt den Dingen ein Gesicht und dem Menschen eine Aussicht auf sich selbst.\u201c (Gernot B\u00f6hme)<\/p>\n<p>Der Erfolg und die politische Wirkung der Autorin als ma\u00dfgeblicher Initiatorin des Widerstands gegen die Sklaverei kam nicht durch ihren politischen Willen, auch nicht durch die k\u00fcnstlerische Genialit\u00e4t des Werks zustande, sondern dadurch, dass die Erz\u00e4hlungen lebendige Resonanz und politische Antwort fanden in der Reaktion der Leser:innen. Das verweist auf einen relationalen Handlungsbegriff, darauf, dass Wirkung und Gelingen im Sozialen wie im Politischen nicht, wie oft vorgestellt, von Subjekten als Machtakteuren bestimmt werden, sondern der Form nach abh\u00e4ngig sind vom Wechselspiel zwischen Anspruch und Entsprechung in der Situation, im Spannungsfeld von Personen und Konstellationen, im geschichtlichen Kontext. Das bedingt die Unabsehbarkeit der menschlichen Handlungen, daher sind die politische Zukunft und der Verlauf der Geschichte offen.<\/p>\n<p>Deshalb war auch der Erfolg von\u00a0Onkel Toms H\u00fctte\u00a0nicht vorhersehbar, sonst w\u00e4re es nicht so schwer gewesen, einen Verleger daf\u00fcr zu finden. Dass es doch gelang, war auch dem Zufall und der Gunst der Stunde geschuldet, wie alles, was gelingt oder nicht, der im politischen Denken bei weitem noch untersch\u00e4tzten Macht der Kontingenz unterworfen. Um diese wei\u00df die Kunst aber am besten: Sie schult den Sinn f\u00fcr das, was hier und jetzt dem H\u00f6renden zuf\u00e4llt, sich zuspricht oder nicht, sie wei\u00df den Zufall als positives Zufallen im kairologischen Sinn zu nehmen. Vielleicht liegt auch darin ihr Potenzial zur transformativen Weltgestaltung und zum Widerstand.<\/p>\n<p>Beides aber \u2013 die mediale Form der Kunst wie die ihr inh\u00e4rente Kraft zur Annahme des Kontingenten, die W\u00fcrdigung des Zufalls und dessen was begegnet,\u00a0weil\u00a0es begegnet \u2013 sind in politischen Theorien des Widerstands noch kaum oder zu wenig im Blick. Kunstwerke sind umso st\u00e4rker, je mehr sie gelebte Widerspr\u00fcche und politische Ambivalenzen in Wort und Bild oder zu Geh\u00f6r bringen, nackte Not und ephemere Funken des Gelingens selbst im Elend und Aussichtslosen nennen. Radikale Erfahrungsredlichkeit ist das Ma\u00df, ebenso ganz neue, fantastische Spielr\u00e4ume des M\u00f6glichen auszuloten, die Dinge aus anderer Sicht zu beleuchten, das innere Auge beweglicher zu machen und damit verbundener mit allem.<\/p>\n<p>Harriet Beecher-Stowe zum Beispiel gab der Angst und ihrer unheimlichsten Fratze, der gewollten Ignoranz gegen\u00fcber dem Anderen in seiner Not und in seiner (Un-)Menschlichkeit eine Sprache, eine Geschichte und ein Gesicht. Daraus erw\u00e4chst Widerstand, wenn man Augen hat zu sehen und Ohren hat zu h\u00f6ren, was Kunst \u2013 auch im vermeintlich Unpolitischen \u2013 politisch zu sagen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gibt es so etwas, wie Widerstand\u00a0durch\u00a0Kunst? Und wenn ja: Welche Art Widerstand leisten Kunstwerke oder K\u00fcnstler, historisch betrachtet und philosophisch befragt? 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