{"id":32144,"date":"2023-07-17T14:33:20","date_gmt":"2023-07-17T12:33:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=der-mann-mose-und-gottes-gesetz"},"modified":"2024-12-17T10:06:04","modified_gmt":"2024-12-17T09:06:04","slug":"der-mann-mose-und-gottes-gesetz","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/der-mann-mose-und-gottes-gesetz\/","title":{"rendered":"The Man Moses and God's Law"},"content":{"rendered":"<p>Der Mann Mose und Gottes Gesetz\u201c lautet das Thema, das mir vorgeschlagen wurde und das ich gerne angenommen habe. \u201eDer Mann Mose\u201c \u2013 das bezieht sich nat\u00fcrlich auf Sigmund Freuds ber\u00fchmtes Buch\u00a0Der Mann Moses und die monotheistische Religion\u00a0und damit v\u00f6llig eindeutig auf den\u00a0historischen\u00a0Mose, den Freud sich unter der biblischen \u00dcbermalung freizulegen vorgenommen hatte, und nicht etwa auf den biblischen, literarischen Mose, der in Freuds analytischen Augen eine Deckerinnerung darstellte. Dabei konnte Freud mit durchaus sensationellen Funden aufwarten. Mose war ein \u00c4gypter, das verr\u00e4t schon sein Name, vgl. Namen wie Thut-mose, Amen-mose, Ra-mose, wo -mose so viel wie \u201eKind des\u2026\u201c bedeutet entsprechend griechischem -genes in Hermogenes, Diogenes, Heliogenes, wobei aber tats\u00e4chlich der Bestandteil -mose, anders als -genes oft auch selbst\u00e4ndig als Personenname vorkommt.<\/p>\n<p>Darauf verweist zweitens seine Sprachbehinderung. Er war\u00a0kevad peh,\u00a0\u201eschweren Mundes\u201c, das hei\u00dft f\u00fcr Freud, er konnte kein flie\u00dfendes Hebr\u00e4isch und brauchte einen Dolmetscher, Aaron. Er brachte den Hebr\u00e4ern den Monotheismus, und diese Botschaft entspricht nun in keiner Weise der durchaus polytheistischen \u00e4gyptischen Religion, aber es entspricht dem religi\u00f6sen Umsturz des Echnaton von Amarna, der den traditionellen Polytheismus abschaffte zugunsten des exklusiven Kults des einen, einzigen Sonnengotts. Moses, argumentiert Freud, muss ein Anh\u00e4nger Echnatons gewesen sein, vermutlich hochgestellt, nahe dem Thron. Darauf verweist ja auch das Motiv seiner Aufzucht am pharaonischen Hof.<\/p>\n<p>Und schaut man sich die Texte aus der Zeit des Echnaton an, springen f\u00fcr Freud die \u00c4hnlichkeiten mit der von Moses vertretenen Religion in die Augen. Auch dort geht es wie in der Tora um Wahrheit und Gerechtigkeit und um die Abschaffung von magischem Zeremoniell. Diese Religion, die in \u00c4gypten nach dem Tode Echnatons schnell wieder abgeschafft, verfolgt und gr\u00fcndlich vergessen wurde, hat Moses (Ich schreibe \u201eMoses\u201c, wenn ich mich auf den Freud\u2019schen Mann Moses, und \u201eMose\u201c, wenn ich mich auf den biblischen Mose beziehe.) den Hebr\u00e4ern gebracht und mit ihnen das Land verlassen, um sie anderswo zu praktizieren. Dabei hat er sie erheblich versch\u00e4rft, indem er einen unsichtbaren Gott an die Stelle der Sonne setzte, alles Bildermachen verbot und Gott aus dem Raum des Sichtbaren verbannte. Diese abstrakte Religion aber, und nun setzt Freuds psychoanalytische Konstruktion ein, haben die Hebr\u00e4er nicht ertragen und Moses erschlagen. Davon steht nun nichts in der Bibel, aber ist nicht st\u00e4ndig von Meutereien und Rebellionen die Rede, bei denen Mose mehrfach um Haaresbreite einem Lynchmord entging?<\/p>\n<p>Die These von Moses Ermordung \u00fcbernahm Freud von dem seinerzeit hochber\u00fchmten Alttestamentler Ernst Sellin, einem Pionier der biblischen Arch\u00e4ologie und zeitweilig Kollege Freuds an der Wiener Universit\u00e4t, der in seinem Mose-Buch von 1922 die These vom Mord an Mose vertreten hatte. Schon Sellin hatte mit dieser Untat den Gedanken verbunden, dass das Volk sie nicht vergessen, sondern vielmehr einen schweren Schuldkomplex entwickelt habe, an dem es bis in Jesu Zeit krankte.<\/p>\n<p>Sicher sei, so schreibt Sellin, \u201eda\u00df noch im 3.Jh. v.Chr. [S.\u00a0bezieht sich auf Deuterosacharja] trotz aller Vertuschungen von priesterlicher Seite die Tradition von dem M\u00e4rtyrertod des Mose lebendig gewesen ist, da\u00df dieser Mord und Abfall von ihm als die gro\u00dfe S\u00fcnde des Volkes empfunden worden ist, an der es todkrank geworden, und die erst gehoben werden mu\u00df, ehe das Heil hereinbrechen kann. An der Verwerfung des eigenen Religionsstifters, der ihm den schlichten Glauben an den einen heiligen Gott und dessen klaren und einfachen sittlichen Willen gebracht, ist das Volk zugrunde gegangen\u00a0und nur durch die Zuwendung zu ihm kann es sein Heil wieder finden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie gro\u00dfe S\u00fcnde des Volkes, an der es todkrank geworden\u201c \u2013 das schreibt bereits Sellin! Auch Sellin \u00admeint schon, es hier mit einer kollektiven Krankengeschichte zu tun zu haben. Freud konnte diesen Prozess mit seiner Neurosentheorie erkl\u00e4ren: \u201eFr\u00fches Trauma \u2013 Abwehr \u2013 Latenz \u2013 Ausbruch der neurotischen Erkrankung \u2013 teilweise Wiederkehr des Verdr\u00e4ngten: so lautete die Formel, die wir f\u00fcr die Entwicklung einer Neurose aufgestellt haben. Der Leser wird nun eingeladen, den Schritt zur Annahme zu machen, da\u00df im Leben der Menschenart \u00c4hnliches vorgefallen ist wie in dem der Individuen.\u201c So sollte nach Freud der konstruierte Mord an Mose \u00fcber die Stufen der neurotischen Erkrankung zur Wiederkehr des Verdr\u00e4ngten in Gestalt der monotheistischen Religion f\u00fchren.<\/p>\n<p>Freud hatte seinem Moses-Buch zun\u00e4chst den Untertitel\u00a0Ein historischer Roman\u00a0gegeben, vermutlich, weil er sich des hypothetischen Charakters seiner Konstruktion sehr bewusst war, hat diesen Untertitel dann aber fallen gelassen, weil seine Konstruktion doch auf Argumenten und nicht auf romanhafter Fantasie basierte, wenn er auch mehrfach bedauerte, \u201eeinen Koloss auf t\u00f6nerne F\u00fc\u00dfe gestellt\u201c zu haben, wobei sein historischer Mose die t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfe und seine Neurosentheorie des Monotheismus den Koloss darstellte.<\/p>\n<p>Aus der Sicht der \u00c4gyptologie und der Geschichtswissenschaft erweist sich Freuds Mann Moses \u2013 wie der historische Mose \u00fcberhaupt \u2013 jedoch als reine Fantasie. Gr\u00f6\u00dfere Gegens\u00e4tze als die zwischen Echnatons kosmologischer Theorie, die die Welt und das Leben auf ihr auf die Sonne zur\u00fcckf\u00fchrt, die durch ihre Bewegung die Zeit und durch ihre Strahlen das Leben hervorbringt, und Moses religi\u00f6ser Botschaft, die auf Bund, Gesetz, Verhei\u00dfung und Glauben basiert, sind kaum vorstellbar. Der ethische Charakter der Amarna-Religion ist reine Erfindung; im Gegenteil unterscheidet sich Echnatons Lehre gerade durch das Fehlen der ethischen Dimension von den Texten des traditionellen Polytheismus. Die Sonne scheint nun einmal \u00fcber Gut und B\u00f6se.<\/p>\n<p>Keine historische Spur von Moses irdischem Wirken hat sich je finden lassen. Die Mose-Erz\u00e4hlung der Bibel ist das Einzige, was wir \u00fcber Mose erfahren. Darin gibt es aber immerhin zwei Spuren, die auf einen historischen Mose hinweisen k\u00f6nnten, weil sie dem Geist der Erz\u00e4hlzeit \u2013 die man heute exilisch\/nachexilisch ansetzt \u2013 strikt widersprechen: Moses \u00e4gyptischer Name und seine midianitische Frau, mit Namen Zippora. Das verweist auf einen historischen Kern, ist aber zu wenig, um ein Bild dieses historischen Mose zu entwerfen. Freud machte den Fehler, nicht zwischen erz\u00e4hlter Zeit und Erz\u00e4hlzeit, der Zeit der Textentstehung, zu unterscheiden, als er seinen Moses in der Zeit Echnatons, also im 14. Jh. v. Chr. ansetzte und dann die L\u00fccke bis zur Entstehung der Tora und der prophetischen Texte 800 Jahre sp\u00e4ter als \u201eLatenz\u201c erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Die Suche nach dem historischen Mose sollten wir endg\u00fcltig aufgeben. Auf diesem Weg l\u00e4sst sich nicht weiterkommen. Einen Mann namens Mose mag es durchaus einmal gegeben haben, der in den Auseinandersetzungen zwischen der \u00e4gyptischen Besatzungsmacht und den kolonialisierten und zweifellos unterdr\u00fcckten Hebr\u00e4ern eine Rolle spielte, aber mit der Riesengestalt des literarischen Mose hat er gewiss wenig zu tun. Der Mose der Geschichte bleibt uns verborgen, umso \u00fcberm\u00e4chtiger und reicher erscheint uns in den Texten der Mose der Erinnerung bzw. des Mythos.<\/p>\n<p>Also m\u00f6chte ich die Frage nach dem Mann Mose und dem Gesetz Gottes an den Mose des Mythos richten. Da gilt es zun\u00e4chst klarzustellen, dass ich den Begriff Mythos nicht im Sinne von L\u00fcge und Fiktion verwende, sondern im Sinne einer fundierenden Geschichte, die ihre Wahrheit und Geltung aus dem bezieht, was sich auf sie gr\u00fcndet. Dabei spielt es \u00fcberhaupt keine Rolle, ob das gr\u00fcndende Ereignis fiktiv ist, wie z. B. der Triumph des Horus \u00fcber Seth, den M\u00f6rder seines Vaters Osiris, oder unzweifelhaft historisch wie die Franz\u00f6sische Revolution und der Holocaust, den der israelische Historiker Gabriel Motzkin als den \u201eGr\u00fcndungsmythos Europas\u201c bezeichnete und der auf jeden Fall den Gr\u00fcndungsmythos des wiedervereinigten Deutschlands darstellt.<\/p>\n<p>So spielt es auch keine entscheidende Rolle, ob der Auszug aus \u00c4gypten historisch oder fiktiv ist, weil seine Wahrheit und Geltung auf dem beruht, was auf ihm gr\u00fcndet, und das ist nicht nur das Judentum, sondern auch die aus dem antiken Judentum hervorgegangenen Religionen Christentum und Islam. Wahrscheinlich gibt es kaum einen wirkm\u00e4chtigeren und in seinen Wirkungen gegenw\u00e4rtigeren \u2013 und in diesem Sinne wahreren \u2013 Mythos als den Auszug aus \u00c4gypten mit dem \u201eMann Mose und dem Gesetz Gottes\u201c.<\/p>\n<p>Der Mann Mose erscheint in diesem Mythos vor allem in drei Rollen, 1. als Anf\u00fchrer und Befreier, 2. als Gesetzgeber und 3. als F\u00fcrbitter, dem es in zwei kritischen Situationen, den Aff\u00e4ren mit dem Goldenen Kalb und den Kundschaftern, gelingt, den erz\u00fcrnten Gott davon abzubringen, das Volk zu vernichten. Vor allem aber ist er in diesen drei und vielen anderen Rollen der Prophet, das Sprachrohr und Werkzeug Gottes, und nur in seinen Rollen als F\u00fcrbitter und als Lehrer und Auslegers des Gesetzes, d. h. im Buch Deuteronomium, tritt er initiativ auf. Sonst liegt in allen Szenen des Mythos die Initiative bei Gott. Gott ist der Befreier Israels aus der \u00e4gyptischen Sklaverei, Gott ist der Gesetzgeber und Stifter des Bundes und Gott ist der F\u00fchrer bei der vierzigj\u00e4hrigen Wanderung vom Sinai nach Kanaan, indem er dem Volk als Wolkens\u00e4ule bei Tag und Feuers\u00e4ule bei Nacht vorangeht.<\/p>\n<p>Der theologische Zentralbegriff dieser g\u00f6ttlichen Initiative ist Offenbarung: Gott offenbart Mose seinen Namen und seinen Auftrag als Stimme im brennenden Dornbusch, er offenbart aller Welt seine \u00fcberragende Macht in den zehn Plagen mit denen er \u00c4gypten schl\u00e4gt, er offenbart seinen Bund, sein Gesetz und seine Verhei\u00dfung dem auserw\u00e4hlten Volk am Sinai, er offenbart in der Wolke Mose den Bau und die Ausstattung des mobilen Tempels mit Kultger\u00e4t, Priestertum, Amtstrachten, Festen usw., kurz: die Stiftung der Religion im kultischen Sinne und er offenbart Mose sein Wesen und sogar zumindest von hinten seinen Anblick, so dass Mose, als er nach seiner F\u00fcrbitte und der Vers\u00f6hnung vom Berg herabsteigt, sein Gesicht verh\u00fcllen muss, weil das Volk den strahlenden Widerschein der Offenbarung nicht ertr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Der Mann Mose ist bei dieser Offenbarung unverzichtbar. Gott kann sich nicht dem Volk unmittelbar offenbaren, weil es seine Stimme nicht ertr\u00e4gt, er braucht einen Mittler, der das Volk vor ihm und ihn vor dem Volk vertritt. Und er kann sich nicht dem K\u00f6nig offenbaren, wie es in den Kulturen der Alten, insbesondere orientalischen Welt \u00fcblich ist, weil es keinen K\u00f6nig gibt.<\/p>\n<h3>II.<\/h3>\n<p>Damit komme ich zum zweiten, umfangreicheren Teil meines Vortrags, der dem Gesetz Gottes gewidmet ist. Gott zum Gesetzgeber zu machen, das hei\u00dft, das geltende Recht zum Werk und Willen Gottes zu erkl\u00e4ren, ist ein revolution\u00e4rer Schritt von allergr\u00f6\u00dfter Bedeutung. Dem m\u00f6chte ich in zwei Aspekten nachgehen. Erstens m\u00f6chte ich die Zerschlagung der Figur des K\u00f6nigs im traditionellen Sakralk\u00f6nigtum und die Umbuchung ihrer Funktionen einerseits auf Gott und andererseits auf das Volk Israels beleuchten, und zweitens m\u00f6chte ich die ebenfalls revolution\u00e4re Bedeutung der Verschriftung geltenden Rechts in Gestalt der Tora hervorheben.<\/p>\n<p>Was die Figur des K\u00f6nigs im traditionellen Sakralk\u00f6nigtum angeht, gibt es in \u00c4gypten einen sehr zentralen, ma\u00dfgeblichen Text, der die Rolle des K\u00f6nigs als Stellvertreter des Sonnengottes auf Erden festsetzt.<\/p>\n<p>Re (der Sch\u00f6pfer- und Sonnengott) hat den K\u00f6nig<br \/>\neingesetzt auf der Erde der Lebenden<br \/>\nf\u00fcr immer und ewig,<br \/>\num den Menschen Recht zu sprechen und die G\u00f6tter zufriedenzustellen,<br \/>\num die Ma\u2019at zu verwirklichen und die Isfet zu vertreiben.<br \/>\nEr gibt den G\u00f6ttern Gottesopfer<br \/>\nund den Toten Totenopfer.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig soll als Sohn und Statthalter das Werk der Sch\u00f6pfung und Weltinganghaltung, das der Sonnengott durch seine Barkenfahrt in Himmel und Unterwelt aus\u00fcbt, auf Erden durchf\u00fchren, indem er die \u201eMa\u2019at\u201c verwirklicht und die \u201eIsfet\u201c vertreibt. Wenn Ma\u2019at soviel wie Wahrheit, Gerechtigkeit, Ordnung und Einklang beinhaltet, dann bedeutet Isfet das Gegenteil: L\u00fcge, Unrecht, Chaos und Zwietracht. Was es hei\u00dft, Ma\u2019at auf Erden durchsetzen, macht der vorhergehende Vers klar: den Menschen Recht zu sprechen und die G\u00f6tter und Toten mit Opfern zu versorgen. Kult und Rechtsprechung sind die Hauptaufgaben des \u00e4gyptischen K\u00f6nigs und damit des \u00e4gyptischen Staats, der als eine Art Kirche f\u00fcr die kultische Verbindung zur G\u00f6tterwelt und als eine Rechtsinstitution f\u00fcr gerechte Verh\u00e4ltnisse in der Menschenwelt zu sorgen hat.<\/p>\n<p>Gott, K\u00f6nig und Ma\u2019at, die Idee der Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit, werden in engster Verbindung gesehen. Der K\u00f6nig verk\u00f6rpert geradezu Gott und Gerechtigkeit. In einem Loblied auf Ramses II. hei\u00dft es:<\/p>\n<p>Hu (der Gott des Wirklichkeit schaffenden Machtworts)<br \/>\nist dein Mund,<br \/>\nSia (der Gott der Erkenntnis) ist dein Herz,<br \/>\ndeine Zunge ist ein Schrein der Ma\u2018at,<br \/>\nauf deinen Lippen sitzt der Gott.<\/p>\n<p>Der ideale K\u00f6nig verk\u00f6rpert die Ma\u2019at in einer Weise, dass er sie in seinen Entscheidungen gar nicht verfehlen kann. \u00c4hnlich dr\u00fcckt dieses Verh\u00e4ltnis von K\u00f6nig und Gerechtigkeit ein anderer Hymnus an Amun aus.<\/p>\n<p>Dein Wesen ist das, was im Herzen des K\u00f6nigs von<br \/>\nOber\u00e4gypten ist:<br \/>\ngegen deine Feinde richtet er seinen Zorn.<br \/>\nDu sitzt auf dem Mund des K\u00f6nigs von Unter\u00e4gypten:<br \/>\nseine Worte entsprechen deiner Weisung.<br \/>\nDie beiden Lippen des Herrn sind dein Heiligtum,<br \/>\nDeine Majest\u00e4t ist in seinem Inneren:<br \/>\nEr spricht auf Erden aus, was du bestimmt hast.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig verk\u00f6rpert den Willen des Gottes. Alles, was der K\u00f6nig denkt und sagt, ist eine Manifestation Gottes. Gott wohnt dem K\u00f6nig ein, wie er seinen Tempeln und Kultbildern einwohnt. Der Leib des K\u00f6nigs, Herz, Mund und Lippen, ist ein Bild und Sprachrohr Gottes.<\/p>\n<p>Diese innige inkarnatorische Beziehung zwischen Gottes-Wille und K\u00f6nigswort mag der Grund daf\u00fcr sein, warum es in \u00c4gypten keine Rechtscodices gab wie in Mesopotamien. Das im K\u00f6nig inkarnierte Gotteswort lie\u00df sich nicht in einem Codex exkarnieren. Darauf komme ich im Zusammenhang des Themas Verschriftung noch zur\u00fcck.<\/p>\n<p>In \u00c4gypten wurde die Mittlerfunktion des K\u00f6nigtums als Bindeglied zwischen G\u00f6tter- und Menschenwelt dadurch symbolisiert, dass der Herrscher selbst als Gott (Horus) und Sohn des h\u00f6chsten Gottes (Re) galt. Auch die Jerusalemer Monarchie \u00fcbernahm das Modell der g\u00f6ttlichen Sohnschaft des K\u00f6nigs (wenn auch nicht das seiner G\u00f6ttlichkeit) aus \u00c4gypten. \u201eDu bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt\u201c, sagt Gott zum K\u00f6nig in Psalm 2,7. Es handelt sich hier nat\u00fcrlich um eine Sohnschaft nicht der\u00a0Zeugung, sondern der\u00a0Erw\u00e4hlung. Gott erw\u00e4hlt sich den K\u00f6nig zum Sohn, der mit der Kr\u00f6nung in den Bund der Sohnschaft eintritt. In Psalm 89,28 wird Gott mit den Worten zitiert: \u201eIch will ihn (David) zum erst(geboren)en Sohn machen, allerh\u00f6chst unter den K\u00f6nigen auf Erden.\u201c In 2\u00a0Samuel\u00a07,14 sagt Gott zu Samuel \u00fcber David: \u201eIch will ihm Vater sein, und er soll mir Sohn sein.\u201c<\/p>\n<p>Im Rahmen der neuen, revolutionierten Form der Bundesidee, wie sie der mythische Mose symbolisiert, tritt das Volk Israel an die Stelle des K\u00f6nigs. Mit der gleichen Bundesformel spricht Gott sp\u00e4ter, nach dem Untergang des K\u00f6nigtums, im Buch\u00a0Leviticus\u00a0zum Volk: \u201eIch will euch Gott sein und ihr sollt mir Volk sein.\u201c (Lev\u00a026,12). Auch die Sohnschaft geht vom K\u00f6nig auf das Volk \u00fcber. Das Bild von Israels g\u00f6ttlicher Sohnschaft ist fest im Exodus-Mythos verankert, dem Gr\u00fcndungsnarrativ der neuen Religion. So spricht Gott zu Pharao: \u201eIsrael ist mein Sohn, ja mein Erstgeborener. Und ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, dass er mir diene. Und wenn du dich weigerst, ihn gehen zu lassen, siehe, so will ich deinen Sohn, deinen Erstgeborenen, erw\u00fcrgen.\u201c (Ex\u00a04,22\u201323)<\/p>\n<p>Das Bild der Sohnschaft Israels kommt zuerst beim Propheten Hosea an jener ber\u00fchmten Stelle vor, die Matth\u00e4us (2,15) mit Bezug auf die Flucht nach \u00c4gypten zitiert: \u201eAls Israel ein Kind war, da liebte ich es und rief meinen Sohn aus \u00c4gypten. Aber je mehr sie gerufen wurden, desto mehr gingen sie von mir weg; sie opferten den Baalim und r\u00e4ucherten den G\u00f6tzenbildern.\u201c (Hos\u00a011,1f.)<\/p>\n<p>An die Stelle des K\u00f6nigtums als Mittler und Bundespartner Gottes tritt in der neuen Religion das Volk, auf das nun die Attribute der Heiligkeit \u00fcbergehen: \u201eIhr sollt mir ein K\u00f6nigtum von Priestern und ein heiliges Volk sein.\u201c (Ex\u00a019,6) Und: \u201eDenn du bist ein heiliges Volk JHWH, deinem Gott, dich hat JHWH, dein Gott erw\u00e4hlt als Schatz-Volk aus allen V\u00f6lkern, die auf Erden sind.\u201c (Dtn\u00a07,6=14,2 vgl.\u00a026,18f.)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Sohnschaft, Gottespartnerschaft und Heiligkeit vom K\u00f6nig (und das hei\u00dft vom Staat) auf das Volk \u00fcbertragen wird, wird die Funktion des Gesetzgebers vom K\u00f6nig auf Gott \u00fcbertragen. Auf der ber\u00fchmten Louvre-Stele des Hammurabi sehen wir, wie der babylonische K\u00f6nig sein Gesetzbuch in einer Rezitationsgeste dem Sonnen- und Justizgott Schamasch \u00fcberreicht. Nach dem biblischen Konzept empf\u00e4ngt umgekehrt Mose das Gesetz von Gott.<\/p>\n<p>Die beiden Fundamente des \u00e4gyptischen Sakralk\u00f6nigtums, als Sohn im Bund mit Gott das Volk zu vertreten und als Gesetzgeber dem Volk Recht zu sprechen, werden jetzt dem K\u00f6nig entzogen und auf Gott und Volk verteilt.\u00a0<a id=\"_idTextAnchor000\"><\/a>W\u00e4hrend die Sohnesrolle nun auf das auserw\u00e4hlte Volk \u00fcbergeht, wurde die Gesetzgebung Gott zugesprochen. Sie wurde aus dem Bereich einer \u2013 wie immer g\u00f6ttlich fundierten \u2013 Politik in den der Theologie transponiert.<\/p>\n<p>Genau dies aber ist das entscheidende Kriterium, um im engeren Sinne von einer \u201eTheologisierung des Rechts\u201c sprechen zu k\u00f6nnen. Dieser Schritt, der die Welt so tiefgreifend und nachhaltig ver\u00e4ndert hat, ist in der Alten Welt einzigartig und erstmals im Fr\u00fchen Judentum vollzogen worden.<\/p>\n<p>Der Sakralisierung des Volkes entspricht die Ent-Sakralisierung des K\u00f6nigtums. Seiner Vorrechte der Sohnschaft und der Gesetzgebung beraubt, bleibt dem K\u00f6nig nichts Besonderes mehr. Das Deuteronomium l\u00e4sst von der Rolle des K\u00f6nigsamts \u00e0 la David und Salomon fast nichts mehr \u00fcbrig. Der K\u00f6nig erscheint hier nicht mehr wie der Pharao (und wie sp\u00e4ter die gesalbten christlichen Kaiser und K\u00f6nige) als der segensreiche Mittler zwischen Gott und Volk, sondern eher als ein mehr oder weniger notwendiges \u00dcbel, das in seiner Machtentfaltung durch das am Sinai gestiftete und schriftlich kodifizierte Bundesrecht so weit wie m\u00f6glich eingeschr\u00e4nkt werden muss. Er darf weder zu viel Pferde, noch zu viel Frauen, zu viel Gold und Silber und zu viel Soldaten haben. Vor allem soll er sich nach dem Diktat der levitischen Priester eine Zweitschrift der Tora anfertigen und sie alle Tage seines Lebens studieren, um in keiner Richtung von den Geboten abzuweichen. Die Tora ersetzt das K\u00f6nigtum, das allenfalls noch als ein Zugest\u00e4ndnis an die Unm\u00fcndigkeit des Volkes geduldet wird.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen ist der deuteronomistische Entwurf der K\u00f6nigsrolle eine reine Fiktion. Die neue Religion, wie sie von den exilischen Propheten und der nach Babylonien deportierten literaten j\u00fcdischen Elite ausgearbeitet wurde, entstand in einer Situation des Totalverlustes von K\u00f6nigtum, Staat, Tempel und Territorium und zwang die Juden, auf \u00e4u\u00dfere Stabilisatoren zu verzichten. Gesetz, Staatlichkeit, Tempel, Priestertum wurden am Berg Sinai, in der W\u00fcste und in einer radikal extraterritorialen Situation geschaffen. Dieses neue Konzept von Religion ist nicht mehr abh\u00e4ngig von Staat, K\u00f6nigtum und Territorium, es kann \u00fcberall dort verwirklicht werden, wo Juden leben und das Gesetz des Bundes befolgen. In dieser Differenzierung und Emanzipation der Religion von Staat und Territorium liegt das Geheimnis des \u00dcberlebens des Judentums als einzige Nation der Antike \u00fcber zwei Jahrtausende der Diaspora und Verfolgung hinweg, w\u00e4hrend alle anderen antiken V\u00f6lker und Kulturen untergegangen sind.<\/p>\n<h3>III.<\/h3>\n<p>Abschlie\u00dfend und etwas ausf\u00fchrlicher m\u00f6chte ich nun noch auf die Bedeutung der Schrift f\u00fcr das Gesetz Gottes eingehen. Die Idee des Gottesgesetzes ist nicht nur darin revolution\u00e4r, dass sie das System des Sakralk\u00f6nigtums aus den Angeln hebt, sondern auch darin, dass sie \u2013 wohl zum ersten Mal in der Geschichte \u2013 geltendes Recht verschriftlicht. Diesen Schritt m\u00f6chte ich unter drei Aspekten beleuchten: Kodifizierung, Ver\u00f6ffentlichung und Verewigung des Rechts.<\/p>\n<p>Der orientalische Herrscher war im vollen Sinne des Wortes ein\u00a0nomos empsychos, er verk\u00f6rperte das Gesetz, er erlie\u00df die Gesetze und hob sie auf, verurteilte und begnadigte in einer von keinem Gesetzbuch eingeschr\u00e4nkten Souver\u00e4nit\u00e4t. Das hat man fr\u00fcher nicht gesehen, weil man die mesopotamische Rechtsliteratur f\u00fcr Gesetzb\u00fccher, Kodifikationen geltenden Rechts hielt. Das war sie nicht. Darauf gehe ich weiter unten noch n\u00e4her ein.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass in der klassischen Zeit des israelitischen K\u00f6nigtums das geltende Recht m\u00fcndlich verfasst und wie in \u00c4gypten und Mesopotamien im K\u00f6nig verk\u00f6rpert war. In der schweren Krise des sp\u00e4ten 8. und fr\u00fchen 7.\u00a0Jh., als das Nordreich von den Assyrern zerst\u00f6rt wurde und das S\u00fcdreich in assyrische Abh\u00e4ngigkeit geriet, wird es zu einem Verschriftungsschub gekommen sein, um die bis dahin m\u00fcndlich \u00fcberlieferten Traditionen vor dem Vergessen und Verschwinden zu retten. Dazu geh\u00f6ren vermutlich auch fr\u00fche Formen von Rechtsverschriftung. Solange das K\u00f6nigtum aber existierte, wird man sich diese eher nach der Art der mesopotamischen Rechtsb\u00fccher vorstellen, also nicht als Codex, sondern als Rechtsliteratur. Was bedeutet diese Unterscheidung?<\/p>\n<p>Ein Codex ist eine Sammlung schriftlich fixierter Gesetze\u00a0mit Rechtsgeltung. Als Sammlung strebt ein Codex eine umfassende Regelung des sozialen Lebens an. Darin unterscheidet er sich von ad-hoc Erlassen und Rechtsurteilen. Durch schriftliche Fixierung unterscheiden sich die gesammelten Gesetze von m\u00fcndlicher Tradition, Gewohnheitsrecht, Sitte. Und durch das Kriterium der Geltung unterscheidet sich ein Codex von einem Rechtsbuch.<\/p>\n<p>Rechtsb\u00fccher sind genau wie Codices Sammlungen schriftlich fixierter Gesetze, mit dem Unterschied, dass diese Gesetze nicht unbedingt in Kraft sein m\u00fcssen. Vor allem hat die Sammlung als solche keinen normativen Geltungsanspruch. Es handelt sich um Wissensliteratur, die den Gelehrten und Regierenden die n\u00f6tigen Kenntnisse der Rechtstradition bereitstellt, um sie zum Entwerfen und in Kraft setzen neuer Gesetze zu bef\u00e4higen, die aber nicht den Richtern geltendes Recht vorschreibt, nach dem sie ihre Urteile zu f\u00e4llen haben.<\/p>\n<p>Der bekannteste Fall, der\u00a0Codex Hammurapi, war zweifellos als Codex gemeint. Als solchen hat ihn Hammurapi auf einer Stele aufgezeichnet, die ihn als recht-setzenden Herrscher verewigen soll. An diese Stele sollten sich in k\u00fcnftigen Zeiten Rechtsuchende wenden. Diese Stele will also nicht k\u00fcnftigen Gesetzgebern vorbildliche Gesetze vorschreiben, sondern im Sinne geltenden Rechts k\u00fcnftigen Richtern, Kl\u00e4gern und Beklagten eine Orientierung geben. In dieser Form hat der\u00a0Codex Hammurapi\u00a0aber nie funktioniert. Als literarisches Beispiel guter Gesetzgebung dagegen existiert der Stelentext in vielen Abschriften auf Keilschrifttafeln.<\/p>\n<p>Dass diese als Codex\u00a0gemeinte\u00a0Gesetzessammlung nicht als solche, sondern nur als\u00a0Literatur\u00a0funktioniert hat, h\u00e4ngt mit der Idee der Rechtssouver\u00e4nit\u00e4t des K\u00f6nigs zusammen. Jeder K\u00f6nig versteht sich als souver\u00e4ner, nur dem Sonnengott als dem Gott der Gerechtigkeit verpflichteten Gesetzgeber, so wie Hammurapi sich auf der Stele dargestellt hat. Ein auch die Nachfolger bindender Codex w\u00fcrde die Rechtssouver\u00e4nit\u00e4t des K\u00f6nigs in unertr\u00e4glicher Weise einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die \u00c4gypter haben das offenbar \u00e4hnlich gesehen. In \u00c4gypten existieren auch nicht einmal Gesetzessammlungen wie in Mesopotamien. An Rechtsliteratur gab es vor allem Beurkundungen von Rechtsgesch\u00e4ften wie z. B. die ber\u00fchmten Akten des Grabr\u00e4uberprozesses und des Prozesses gegen die Beteiligten einer Haremsverschw\u00f6rung unter Ramses III., die Akten \u00fcber Grundst\u00fccks-, H\u00e4user-, \u00c4mter- und sonstige wichtigen Verk\u00e4ufe, Testamente, Steuerlisten und Verwaltungsurkunden aller Art. In diese lebendige Rechts- und Verwaltungstradition hinein erlie\u00dfen die K\u00f6nige erg\u00e4nzende Edikte, die dann inschriftlich-monumental ver\u00f6ffentlicht bzw. promulgiert wurden. Bei diesen Texten ging es um die verbindliche Regelung besonderer, in der Rechtstradition nicht vorgesehener F\u00e4lle. Daher ist auch die Gattung der performativen Rechtsinschrift in der Form des Edikts oder Dekrets \u2013 die \u00e4gyptische Gattungsbezeichnung lautet\u00a0wd\u00a0njswt\u00a0\u2013 reich belegt.<\/p>\n<p>Das Wort\u00a0wd\u00a0njswt\u00a0\u201eK\u00f6nigsbefehl\u201c bezeichnet zugleich den Sprechakt des k\u00f6niglichen Machtworts und die Form seiner Verschriftung, typischerweise auf einer Rundbogenstele. Diese Form der Rechtsverschriftung l\u00e4sst sich am besten mit dem von Aleida Assmann gepr\u00e4gten Begriff der \u201eExkarnation\u201c bezeichnen. Das Machtwort, d. h. die Gabe des Recht-setzenden, Wirklichkeit-schaffenden Wortes, ist im K\u00f6nig inkarniert, und in der Form der das Machtwort verschriftenden Stele wird dieses Wort exkarniert. Dabei geht auch die performative Qualit\u00e4t des Sprechakts \u201eBefehlen\u201c in die Stele und ihre Inschrift ein. Die Stele protokolliert oder beurkundet nicht den Sprechakt als ein Ereignis der Vergangenheit, sondern sie\u00a0vollzieht ihn\u00a0im Medium der Schrift. Das unterscheidet den verschrifteten K\u00f6nigsbefehl von den Formen der Rechtsliteratur.<\/p>\n<p>Die Rundbogenstele mit dem in Stein gemei\u00dfelten Wort des K\u00f6nigs erzeugt eine Situation h\u00f6chstverbindlicher Normativit\u00e4t. Wer dem Befehl nicht Folge leistet, macht sich strafbar und hat harte Sanktionen zu gew\u00e4rtigen.<\/p>\n<p>Wenn wir den Begriff Codex auf die Tora anwenden, k\u00f6nnen wir konstatieren, dass die Tora in der Tat ein Codex im oben definierten Sinne ist. Sie enth\u00e4lt erstens eine Sammlung von Gesetzen, die eine\u00a0umfassende\u00a0Regelung des gesellschaftlichen und politischen Lebens anstreben. Sie kodifiziert zweitens\u00a0geltendes\u00a0Recht. Und sie stellt drittens, ganz im Sinne der \u00e4gyptischen K\u00f6nigsedikte, eine Form performativer Schriftlichkeit dar. Man spricht von performativen\u00a0Sprechakten, wenn Sprecher mit ihrer \u00c4u\u00dferung eine Wirklichkeit oder Verbindlichkeit\u00a0herstellen\u00a0anstatt sich nur auf sie beziehen. Der Sinn dieser Rechtsverschriftung ist denn auch, wie oben gezeigt, in genau jenem Akt zu sehen, der im Alten Orient und in \u00c4gypten unter allen Umst\u00e4nden vermieden werden soll: in der Abschaffung der k\u00f6niglichen Rechtssouver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der performative Charakter dieser Rechtsverschriftung kommt besonders deutlich in der in 2Kg 22f. geschilderten Geschichte von der Auffindung des vergessenen Buches zum Ausdruck. Bei Restaurierungsarbeiten im Tempel wird ein Buch gefunden, das sich als ein Buch von Mose herausstellt und das Gesetz enth\u00e4lt. Seine Lekt\u00fcre l\u00f6st bei K\u00f6nig und Volk Trauer und Entsetzen aus, denn die Gesetze sind in Unkenntnis dieses Buches nicht befolgt worden und die Strafe ist unausweichlich. Man stelle sich einmal vor, die Auffindung des\u00a0Codex Eschnunna\u00a0oder der Stele des Hammurapi h\u00e4tte in Mesopotamien \u00e4hnliche Reaktionen ausgel\u00f6st. Das ist unm\u00f6glich, so reagiert man nur auf geltendes Recht.<\/p>\n<p>Die Tora ist aber noch sehr viel mehr als ein Codex. Den Kern sowohl der Gesetzesidee als auch ihrer Verschriftung bildet das Konzept des \u201eBundes\u201c, hebr. b\u2019r\u00eet, der zwischen dem Gott Yahweh und seinem erw\u00e4hlten Volk Israel geschlossen wird. Die Schrift beurkundet diesen Bund im Sinne eines Vertragstexts. Der Gesetzeskodex, die Sammlung von dadurch in Kraft gesetzten Gesetzen, ist in diesen B\u00fcndnisvertrag eingebettet. Auf seine Urform, die ungef\u00e4hr den Kapiteln 20\u201323 des Buches Exodus entspricht, wird als \u201edas Buch des Bundes\u201c Bezug genommen. So heisst es etwa in Ex 24, 7: \u201eUnd er [Mose] nahm das Buch des Bundes (sef\u00e6r habb\u0259re\u00eet) und las es vor den Ohren des Volkes\u201c.<\/p>\n<p>Das Modell des politischen Vertrags, und zwar sowohl des hethitischen parit\u00e4tischen Staatsvertrags als auch des assyrischen Vasallenvertrags sowie der assyrischen Loyalit\u00e4tsvereidigung ist so gut erforscht und so vielf\u00e4ltig nachgewiesen, dass ich mich hier kurz fassen kann. Meine Frage ist nun, welche Impulse f\u00fcr die Verschriftung und welche Art von normativer Schriftlichkeit sich aus diesem Aspekt des Bibeltextes ergeben, \u00fcber den Aspekt eines Codex hinaus. Das Neue, das mit der Vertrags- oder Bundesidee in die Tradition der israelitischen Rechtsverschriftung hineinkommt, ist in meinen Augen die Theologisierung sowohl des Rechts als auch der Geschichte. Auch die Verkoppelung von Gesetzeskorpus und Geschichtserz\u00e4hlung scheint sich mir aus der Idee des Gottesbundes zu ergeben.<\/p>\n<p>Aus der Bundesidee folgt logisch die Identit\u00e4t von Vertragsgeber und Gesetzgeber. Gott bietet den Kindern Israel einen B\u00fcndnisvertrag an, der wie bei Vertr\u00e4gen \u00fcblich eine Reihe von Vereinbarungen enth\u00e4lt, auf deren Einhaltung sich die Vertragspartner verpflichten, mit dem einen Unterschied, dass diese Vereinbarungen auf Seiten Gottes Verhei\u00dfungen implizieren, wie sie nur ein Gott gew\u00e4hren kann, und auf Seiten des Volkes das gesamte individuelle, soziale, politische und sogar religi\u00f6se Leben auf eine gesetzlich geregelte Grundlage stellen, die in ihrem Skopus und Geltungsanspruch weit \u00fcber alles hinausgeht, was jemals an Recht im Alten Orient verschriftet wurde.<\/p>\n<p>Die zehn Gebote, die Quintessenz des Gottesgesetzes hat Gott mit eigener Hand auf zwei Tafeln geschrieben. Diese Tafeln haben typischerweise die Form der \u00e4gyptischen Rundbogenstelen, die auf \u00e4gyptisch \u201eK\u00f6nigsbefehl\u201c hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Was in \u00c4gypten auf solchen Stelen steht, regelt aber immer nur spezielle F\u00e4lle wie z. B. eine Grenze setzen, eine Stiftung sch\u00fctzen, eines Sieges oder einer sonstigen k\u00f6niglichen Gro\u00dftat gedenken, bestimmte Regeln von lokaler Geltung, z. B. f\u00fcr einen Tempel festsetzen. Die beiden Rundbogenstelen, auf die Gott die zehn Gebote schreibt, beziehen sich dagegen im Sinne einer\u00a0basic structure\u00a0auf das Ganze der Lebensordnung des Gottesvolkes in seiner Beziehung zu Gott und in seinen Beziehungen untereinander. Die weiteren von Gott dem Mose diktierten 613 Gebote und Verbote f\u00fchren diese Grundstruktur im Einzelnen aus und enthalten, anders als die mesopotamische und \u00e4gyptische Rechtsliteratur, nicht nur Gesetze (hebr.\u00a0mi\u0161pat\u00eem, lat.\u00a0iudicialia), sondern auch Moralvorschriften (hebr.\u00a0mi\u1e63v\u00f4t, lat.\u00a0moralia) und Kultgesetze (\u1e25uqq\u00eem, lat.\u00a0caeremonialia).<\/p>\n<p>Die Tora insgesamt stellt das Gesetz in das Zentrum einer Geschichte, die es als ein Instrument der Befreiung determiniert: der Geschichte des Auszugs Israels aus \u00c4gypten und des Einzugs JHWHs in das Heiligtum, darin er \u201ein der Mitte seines Volkes\u201c wohnen will: JHWH befreit die in \u00c4gypten versklavten Israeliten, erw\u00e4hlt sie sich als Gottesvolk, schlie\u00dft am Sinai einen Bund, offenbart ihm die Gesetze als eine unverr\u00fcckbare, ewige Grundlage, um in diesem Bund zu verbleiben, und stiftet eine auf Glauben und Treue gegr\u00fcndete Religion, die zum Vorbild der Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam geworden ist.<\/p>\n<p>Mit der Tora als verschriftetem Gesetz Gottes verbindet sich das Motiv der Ver\u00f6ffentlichung und allgemeinen, zumindest die m\u00e4nnliche H\u00e4lfte des Volkes umfassenden Partizipation. Die Tora ist eben nicht nur Gesetz, sondern auch Vertrag. Zum orientalischen Begriff des B\u00fcndnisvertrags geh\u00f6ren nicht nur die Verschriftung, sondern auch mnemotechnische Vorkehrungen gegen das Vergessen. Schon zu hethitischen Vertr\u00e4gen geh\u00f6rt die Anordnung, den Vertragstext in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden zu verlesen. Esra liest vom ersten bis zum letzten Tag des Laubh\u00fcttenfests dem Volk die Tora vor und l\u00e4sst sie Satz f\u00fcr Satz von den Leviten kommentieren (Neh\u00a08,1 und Neh\u00a08,18).<\/p>\n<p>Aus der turnusm\u00e4\u00dfigen \u00f6ffentlichen Verlesung des Vertragstexts entwickelt sich die synagogale Toralesung, bei der im Jahreszyklus einmal in 54 Wochenabschnitten die gesamte Tora vorgetragen wird. Der Wortgottesdienst auch der christlichen Kirchen steht in der Nachfolge einer Institution, die als Organ der kollektiven Erinnerung gedacht war. Das Ged\u00e4chtnismahl der Seder-Nacht beim Pessachfest lebt in der christlichen Eucharistie weiter.<\/p>\n<p>Die mnemotechnischen Vorkehrungen, mit denen Mose das B\u00fcndnis absichert, gehen in der Darstellung des Deuteronomiums nun aber weit \u00fcber alles hinaus, was die altorientalischen Traditionen gegen die Gefahr des Vergessens aufbieten. Ich habe die deuteronomische Mnemotechnik mehrfach ausf\u00fchrlich behandelt und will das hier nur stichwortartig in Erinnerung rufen:<\/p>\n<p>1. Auswendiglernen: Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen dir ins Herz geschrieben\u00a0sein (6.6 vgl. So schreibet euch nun diese meine Worte ins Herz und in die Seele 11.18).<\/p>\n<p>2. Weitergabe an k\u00fcnftige Generationen: Vers 7: Und du sollst sie deinen Kindern einsch\u00e4rfen und sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest und wenn du auf den Wegen gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst (6.7 vgl. 11.20)<\/p>\n<p>3. Denkzeichen, am K\u00f6rper: Du sollst sie zum Denkzeichen an deine Hand binden und sie als Merkzeichen auf der Stirne tragen (6.8 vgl.11.18) und am Haus: Du sollst sie auf die T\u00fcrpfosten deines Hauses schreiben und an deine Tore (6.9 vgl.11.21)<\/p>\n<p>4. \u00d6ffentliche Verschriftung: Und dann, wenn ihr \u00fcber den Jordan in das Land ziehet, das der Herr, dein Gott, dir geben will, sollst du dir gro\u00dfe Steine aufrichten und sie mit Kalk t\u00fcnchen und sollst, wenn du hin\u00fcberziehst, alle Worte dieses Gesetzes darauf schreiben. (27.2\u20138)<\/p>\n<p>5. Erinnerungsfeste: vor allem Sukkot \u2013 das Laubh\u00fcttenfest, in dessen Verlauf alle sieben Jahre der gesamte Text des Buches verlesen werden soll (s.u.8).<\/p>\n<p>6. M\u00fcndliche \u00dcberlieferung, das Lied (Ha-Azinu), das Mose dichtet und dem Volk beibringt und das die Heilstat Gottes, die Verpflichtung des Volkes und die Strafen bei Untreue besingt.<\/p>\n<p>7. Als siebtes Verfahren folgt dann die Kanonformel \u201enichts wegnehmen, nichts hinzuf\u00fcgen\u201c, also die Schlie\u00dfung des Vertragswerks.<\/p>\n<p>Aus dieser Transposition eines politischen Modells, des B\u00fcndnisvertrags, auf die Beziehung zwischen Gottes- und Menschenwelt entsteht etwas ganz Neues, eine neue und v\u00f6llig einzigartige Form von Religion, die dann sp\u00e4ter zum Modell der modernen Weltreligionen werden wird. Mit diesem Schritt tritt Israel aus den herk\u00f6mmlichen Ordnungen des religi\u00f6sen und politischen Lebens heraus, und es gibt kein passenderes Symbol f\u00fcr diesen Auszug als den Exodus, die Erz\u00e4hlung vom Auszug aus \u00c4gypten.<\/p>\n<p>Da Gott ewig und universal ist, k\u00f6nnte man mit der Theologisierung des Rechts vermuten, dass auch das\u00a0ius divinum, das Gottesrecht universal, f\u00fcr alle Menschen g\u00fcltig und allem zeitlichen Wandel enthoben gedacht ist. Das ist es aber nicht. Das Gesetz Gottes hat trotz seiner Zeitenthobenheit einen sozial bzw. politisch klar umgrenzten Geltungshorizont: Es gilt nur f\u00fcr das Volk, das Gott sich erw\u00e4hlt und aus der \u00e4gyptischen Sklaverei befreit hat. Es besteht urspr\u00fcnglich weder der Auftrag noch das Interesse, seine Geltung auf andere oder gar alle Menschen auszudehnen. Dieser Geltungshorizont ist zwar national, aber nicht territorial bestimmt, wie es sonst bei Rechtsordnungen \u00fcblich ist. Das Gottesrecht endet in seiner Geltung nicht wie \u00e4gyptisches, assyrisches, babylonisches, attisches, spartanisches, r\u00f6misches usw. Recht an Landesgrenzen, es ist explizit und emphatisch exterritorial.<\/p>\n<p>Es wurde gestiftet am Berg Sinai und in der W\u00fcste, und nicht im Gelobten Land, und es wurde als Gottesrecht konzipiert in einer Situation, in der es Staat und Territorium nicht mehr gab, im babylonischen Exil und unter persischer Herrschaft. Sein Geltungshorizont wird bestimmt von einem Prinzip, das es in anderen L\u00e4ndern und auch im vorexilischen Israel selbst nicht gab: dem Prinzip \u201eGlaube\u201c. Das Gesetz gilt f\u00fcr die, die es angenommen haben und an ihm festhalten, weil sie Gott, seiner Bundestreue und seiner Verhei\u00dfung Glauben schenken.<\/p>\n<p>\u201eGlauben\u201c hei\u00dft hebr\u00e4isch\u00a0he-em\u00een, Hiphil, also Kausativ vom Stamm\u00a0aman, \u201est\u00fctzen, tragen\u201c (der uns in dem Wort \u201eamen\u201c vertraut ist), und hei\u00dft so etwas wie \u201esich festmachen, sich gr\u00fcnden in\u201c; konstruiert mit der Pr\u00e4position\u00a0be\u00a0hei\u00dft es \u201ejemandem glauben, vertrauen\u201c. Daf\u00fcr gibt es zwei Schl\u00fcsselstellen in der Hebr\u00e4ischen Bibel. Die eine bezieht sich auf Abraham und steht in Gen\u00a015,6: \u201eund er glaubte JHWH (w\u00a0ehe\u00b4em\u012bnu b\u00a0eyhwh) und der rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.\u201c<\/p>\n<p>Gott hatte Abraham, den er aus Harran in Mesopotamien nach Kanaan gerufen hatte, verhei\u00dfen, er w\u00fcrde mit Sarah, seinem Weib, einen Sohn zeugen und in seinen Nachkommen dereinst zu einem gro\u00dfen Volk werden, zahlreicher als die Sterne am Himmel. Nichts war unwahrscheinlicher als das, denn beide, Abraham (99) und Sarah (90), waren in hohem Alter. Daher war Abrahams Glaube ein Akt gegen jede Evidenz und dadurch so verdienstvoll. Abrahams Glaube bezieht sich also auf eine gewaltige und in jedem Sinne unwahrscheinliche Verhei\u00dfung.<\/p>\n<p>Die zweite Schl\u00fcsselstelle steht im Buch\u00a0Exodus\u00a014,31: \u201eUnd Israel sah die gro\u00dfe \u201eHand\u201c (=Tat), die JHWH an \u00c4gypten getan hatte, und das Volk f\u00fcrchtete JHWH und glaubte JHWH (wayya\u00b4am\u00een\u00fb b\u00a0eyhwh) und Mose, seinem Knecht.\u201c<\/p>\n<p>Auch hier geht es, wie in der Abraham-Erz\u00e4hlung, um Berufung und Verhei\u00dfung. Wie Abraham aus Harran, f\u00fchrte Gott Israel aus \u00c4gypten heraus, und wie Abraham verhei\u00dfen wurde, zum Stammvater eines gro\u00dfen Volkes zu werden, hatte er nun den inzwischen zum Volk gewordenen Israeliten das Gelobte Land verhei\u00dfen, in dem sie im Bund mit Gott wohnen sollten.<\/p>\n<p>Auch dies war eine Verhei\u00dfung gegen alle Wahrscheinlichkeit. In der ersten Stelle geht es um den unersch\u00fctterlichen Glauben Abrahams, in der zweiten um den durchaus ersch\u00fctterlichen Glauben des Volkes Israel, der st\u00e4ndig erneuert werden muss.<\/p>\n<p>Diese beiden Stellen beziehen sich auf den Ursprung dessen, was die Tradition unter Heilsgeschichte oder\u00a0historia sacra\u00a0versteht. Das ist die Geschichte Gottes mit seinem auserw\u00e4hlten Volk. Sie steht im Gegensatz zur\u00a0historia profana, der Geschichte der V\u00f6lker, die nicht im exklusiven Bund mit Gott stehen, und zur\u00a0historia divina, der Geschichte der G\u00f6tter miteinander und mit den Menschen, von der die Mythen erz\u00e4hlen. Im Unterschied zu den anderen beiden Formen von Geschichte verl\u00e4uft die\u00a0historia sacra\u00a0linear: Sie hat einen Anfang und ein virtuelles Ende, das dann eintritt, wenn das Volk den Bund bricht und die Verhei\u00dfung verspielt. Sp\u00e4ter entwickelt sich aus der Vorstellung des Endes die Apokalyptik, die das Weltende mit dem Weltgericht verbindet. Innerhalb der linearen\u00a0historia sacra\u00a0herrscht ein strenges Zeitregime, in dem alles menschliche Tun Folgen hat nach Ma\u00dfgabe des g\u00f6ttlichen Zorns oder seiner Gnade. Das wird im Buch Exodus zweimal von Gott selbst an sehr prominenter Stelle erkl\u00e4rt: \u201eDenn ich, JHWH, dein Gott, bin ein eifers\u00fcchtiger Gott, der die Schuld der V\u00e4ter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten (Generation) von denen, die mich hassen, der aber Gnade erweist an Tausenden (von Generationen) von denen, die mich lieben und meine Gebote halten.\u201c (Ex 20 = Dtn 6)<\/p>\n<p>\u201eDer da Tausenden Gnade erweist und vergibt Missetat, Frevel und S\u00fcnde; der aber keine (Schuld) folgenlos sein l\u00e4sst und die Missetat der V\u00e4ter heimsucht auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied.\u201c (Ex\u00a034,6\u20137)<\/p>\n<p>Sogar Mose, auf den Gott sein Projekt der Heilsgeschichte gegr\u00fcndet hat, verf\u00e4llt diesem Verdikt, weil er es in einem Fall an Glauben fehlen lie\u00df. Ich m\u00f6chte diese Stelle in extenso zitieren, weil sie die Bedeutung des Glaubens beleuchtet und als eine dritte Schl\u00fcsselstelle gelten kann. Als die Israeliten auf ihrer Wanderung durch die W\u00fcste einmal wieder dem Verdursten nahe sind und sich gegen Mose auflehnen, wendet sich dieser am Begegnungszelt an Gott.<\/p>\n<p>Und der HERR redete zu Mose und sprach:<\/p>\n<p>Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet vor ihren Augen zu dem Felsen! Dann wird er sein Wasser geben; und du wirst ihnen Wasser aus dem Felsen hervorbringen und die Gemeinde tr\u00e4nken und ihr Vieh.<\/p>\n<p>Und Mose nahm den Stab [von dem Ort] vor dem HERRN, wie er ihm geboten hatte. Und Mose und Aaron versammelten die Versammlung vor dem Felsen; und er sagte zu ihnen: H\u00f6rt doch, ihr Widerspenstigen! Werden wir f\u00fcr euch Wasser aus diesem Felsen hervorbringen? Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen mit seinem Stab zweimal; da kam viel Wasser heraus, und die Gemeinde trank und ihr Vieh.<\/p>\n<p>Da sprach der HERR zu Mose und zu Aaron:\u00a0y\u00e1\u00ba`an lo\u2019-he\u2019emantem b\u00ee\u00a0Weil ihr mir nicht geglaubt habt, mich vor den Augen der S\u00f6hne Israel zu heiligen, darum sollt ihr diese Versammlung nicht in das Land bringen, das ich ihnen gegeben habe. (Num 20, 5\u201312)<\/p>\n<p>Auf Bund und Glauben beruht ein Zeitregime, nach dem auch das \u201edeuteronomistische Geschichtswerk\u201c (1\u00a0Sam\u20132\u00a0K\u00f6n) verf\u00e4hrt, das die K\u00f6nige Israels und Judas nach dem Ma\u00dfstab ihrer loyalen oder vertragsbr\u00fcchigen Haltung zum Gesetz beurteilt und dessen strengen Kriterien kaum ein K\u00f6nig in der langen Reihe der K\u00f6nige von Israel und Juda gen\u00fcgt. Der Untergang zuerst des Nordreichs Israel durch die Assyrer und dann des S\u00fcdreichs Juda durch die Babylonier erscheint so als die unausweichliche Folge der von den K\u00f6nigen aufgeh\u00e4uften S\u00fcnden. Die Idee der Heilsgeschichte verkoppelt Erw\u00e4hlung, Offenbarung, Glaube, Geschichte und Gesetz.<\/p>\n<p>Nun ist aber \u201eOffenbarung\u201c kein biblischer Begriff, sondern geh\u00f6rt zur theologischen Metaspreche. Er trifft auch die Sache nicht v\u00f6llig. Hier wird nichts Zuk\u00fcnftiges enth\u00fcllt, kein Schleier von dem verborgenen Weltende abgezogen, wie es das griechische Wort apok\u00e1lypsis, lateinisch revelatio, ausdr\u00fcckt, die wir mit Offenbarung \u00fcbersetzen. Hier wird vielmehr etwas gestiftet, der Bund oder Vertrag, den Gott in einem gewaltigen Eingriff von au\u00dfen mit den von ihm durch Mose aus der \u00e4gyptischen Sklaverei herausgef\u00fchrten Kindern Israels schlie\u00dft. Diesem von au\u00dfen kommenden Stiftungsakt Gottes entspricht von Seiten der Menschen Glaube, hebr\u00e4isch emunah, griechisch pistis, was zun\u00e4chst so viel wie B\u00fcndnistreue hei\u00dft. Glaube und Bund geh\u00f6ren untrennbar zusammen. Dieser neue Begriff des Glaubens entsteht erst mit dem ebenso neuen Begriff eines Bundes zwischen einem Gott und einer Gruppe, den Juden, den Christen und Muslime \u00fcbernommen haben.<\/p>\n<p>Dieser neue Begriff des Glaubens, der zu der ebenso neuen Idee eines Bundes zwischen Gott und Volk geh\u00f6rt, scheint mir viel geeigneter, das weltver\u00e4ndernd Neue der Religion zu bezeichnen, die hier entsteht und unseren Religionsbegriff bis heute bestimmt, als der \u00fcberstrapazierte Begriff des Monotheismus \u2013 auch dies ein metasprachlicher Terminus aus den \u00adkontroverstheologischen Debatten des 17. und 18. Jahrhunderts. Monotheismen gibt es viele, und entsprechend zahlreich sind die Differenzierungen zwischen inklusivem und exklusiven, evolution\u00e4ren und revolution\u00e4rem usw. Monotheismus sowie zwischen echtem Monotheismus und Monolatrie und Henotheismus.<\/p>\n<p>Die Monotheismus-Debatte dreht sich seit Jahrhunderten im Kreise und f\u00fcllt ganze Bibliotheken. Der Monotheismus, der sich mit dem Namen Mose verbindet, folgt logisch im Sinne einer Funktion aus der Bundesidee. Einen B\u00fcndnisvertrag kann man nur mit\u00a0einem\u00a0Herren schlie\u00dfen, treu kann man nur\u00a0einem\u00a0Herren sein; deshalb betont das Deuteronomium im Schema die Einzigkeit Gottes \u2013\u00a0Jahweh elohenu Jahweh echad. Worauf es ankommt, ist nicht, zu wissen, wieviel G\u00f6tter es gibt, sondern \u201ewas gut ist und was der Herr von (uns) fordert\u201c (Micha 6,5), d. h. worin das Gesetz besteht und wie man es halten kann, um mit Gott im Bund zu bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mann Mose und Gottes Gesetz\u201c lautet das Thema, das mir vorgeschlagen wurde und das ich gerne angenommen habe. \u201eDer Mann Mose\u201c \u2013 das bezieht sich nat\u00fcrlich auf Sigmund Freuds ber\u00fchmtes Buch\u00a0Der Mann Moses und die monotheistische Religion\u00a0und damit v\u00f6llig eindeutig auf den\u00a0historischen\u00a0Mose, den Freud sich unter der biblischen \u00dcbermalung freizulegen vorgenommen hatte, und nicht&hellip;<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":89798,"menu_order":1234,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32144","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-recht"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - 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