{"id":32156,"date":"2023-07-17T14:33:28","date_gmt":"2023-07-17T12:33:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=unaussprechliche-sprache"},"modified":"2024-12-17T11:14:32","modified_gmt":"2024-12-17T10:14:32","slug":"unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/","title":{"rendered":"Unspeakable language"},"content":{"rendered":"<p>Die Frage, zu der ich sprechen soll und will, lautet, \u201eWas ist Sprache?\u201c Ich soll dar\u00fcber sprechen durch Wittgensteins\u00a0Tractatus logico-philosophicus, so also, dass ich erhelle, wie die Frage in dieser Schrift beantwortet wird. Dem stellt sich sogleich ein Hindernis in den Weg. Der letzte Satz des Tractatus n\u00e4mlich, sein ber\u00fchmtester, lautet: \u201eWovon man nicht sprechen kann, dar\u00fcber muss man schweigen.\u201c Nun scheinen die vorangehenden S\u00e4tze zu zeigen, dass das, wovon Wittgenstein im siebten Satz spricht, das, wor\u00fcber, wie er sagt, man schweigen muss, die Sprache ist. Womit mein Vortrag beendet w\u00e4re, bevor er noch begonnen hat.<\/p>\n<p>Der siebte Satz ist jedoch verwirrend.<\/p>\n<p>Der Satz erl\u00e4sst kein allgemeines Schweigegebot. Vielmehr gibt er an,\u00a0wor\u00fcber\u00a0zu schweigen ist. Er verlangt, nicht dass man \u00fcberhaupt schweige, sondern dass man\u00a0dar\u00fcber<br \/>\nschweige. Damit unterscheidet er das, wor\u00fcber man schweigen muss, von dem, wovon man sprechen kann. Man soll\u00a0dar\u00fcber, \u00fcber\u00a0dies, schweigen; \u00fcber anderes, so liegt es nahe zu sagen, kann man etwas sagen. Damit der siebte Satz etwas sagt, muss deshalb klar sein, worauf er sich bezieht; es muss klar sein, was Wittgenstein meint, wenn er sagt: \u201edar\u00fcber\u201c.<\/p>\n<p>Das scheint auch klar. Unmittelbar vor dem siebten Satz hei\u00dft es: 6.54: \u201eMeine S\u00e4tze erl\u00e4utern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am ende als unsinnig erkennt.\u201c Es liegt nahe, dass der, welcher die S\u00e4tze als unsinnig erkennt, eben dadurch begreift, was der siebte Satz sagt: Es ist nicht m\u00f6glich, von dem zu sprechen, wovon diese \u2013 als unsinnig zu erkennenden \u2013 S\u00e4tze zu sprechen suchen. Das also ist es, wor\u00fcber man schweigen muss.<\/p>\n<p>Das, wor\u00fcber man laut dem siebten Satz schweigen muss, ist das, wovon die vorangehenden S\u00e4tze handeln. Die handeln von der Sprache, n\u00e4her vom Satz, von der Wahrheit, von dem, was der Fall ist. Satz 4.022 schlie\u00dft alles drei so zusammen: \u201eDer Satz zeigt, wie es sich verh\u00e4lt, wenn er wahr ist, und er sagt, dass es sich so verh\u00e4lt.\u201c Das, wor\u00fcber man schweigen muss, legt sich also so auseinander: Sprache ist Satz, und der Satz ist das, worin, was ist, als solches aufgezeigt wird. Wenn wir dar\u00fcber sprechen, was Sprache ist, sprechen wir deshalb \u00fcber das, was ist, als solches. Weiter ist ein Satz, der aufzeigt, was ist, darin wahr. Also sprechen wir, da wir dar\u00fcber sprechen, was Sprache ist, \u00fcber die Wahrheit. Das, wovon man nicht sprechen kann, ist: Satz, Wahrheit, Sein.<\/p>\n<p>Und hier ger\u00e4t man in Verwirrung. Die dem siebenten vorangehenden S\u00e4tze des Tractatus handeln von dem, wor\u00fcber man schweigen muss \u2013 Satz, Wahrheit, Sein. Sie haben die Aufgabe klarzumachen, dass und warum man dar\u00fcber schweigen muss. Nun erf\u00fcllen sie diese Aufgabe, so scheint es, indem sie eben davon sprechen: vom Satz, von der Wahrheit, vom Sein. Sie erl\u00e4utern n\u00e4mlich \u2013 sollen erl\u00e4utern, geben vor zu erl\u00e4utern \u2013 was es hei\u00dft, von etwas zu sprechen. Sie tun das etwa so: Sprechen ist sagen, es ist soundso, was wahr ist, wenn es soundso ist. Die vorangehenden S\u00e4tze sprechen also \u00fcber die Sprache, sie sagen etwas dar\u00fcber, was Sprache ist, und das so, dass klar wird, dass eben das etwas ist, wovon man nicht sprechen kann und wor\u00fcber man deshalb schweigen muss. Der Tractatus scheint also zu sagen, was es ist, wovon man nicht sprechen kann, und zwar eben dadurch, dass er, der Tractatus, davon spricht. Verwirrend.<\/p>\n<h3>Entschlossene Lesart<\/h3>\n<p>Es ist gesagt worden, dass Wittgenstein diese Spannung im Tractatus so aufl\u00f6st, dass er seine S\u00e4tze als Durchgang zu einem von ihnen, diesen S\u00e4tzen, befreiten Bewusstsein beschreibt. Der Tractatus ist eine \u00dcbung, der sich der Sch\u00fcler unterzieht und die er bew\u00e4ltigt hat, wenn sich ihm der vermeintliche Sinn seiner S\u00e4tze aufl\u00f6st. Zu Beginn der \u00dcbung erscheint es dem Sch\u00fcler, als sage sein Lehrer etwas, als bedenke er gemeinsam mit seinem Lehrer etwas, verstehe etwas durch das, was dieser ihm sagt. So meint er etwa zu verstehen, dass ein Satz sagt, dass der Fall ist, was der Fall ist, wenn er wahr ist, und es ist ihm, als verwendete er Begriffe, den Begriff des Gegenstands etwa oder den des Zeichens. Die \u00dcbung gelangt an ihr Ziel, da dem Sch\u00fcler dieser Schein zerf\u00e4llt und er erkennt, dass sein Lehrer nichts sagt, er nichts mit ihm bedenkt und nichts durch ihn versteht. Da das geschieht, verwandelt sich sein Bewusstsein der S\u00e4tze des Tractatus: Sie begegnen ihm nicht mehr als lebendige Rede, sondern als totes Ding. So ist er von ihnen frei geworden, sie haben keine Macht mehr \u00fcber ihn. Diese Interpretation des Tractatus ist als die entschlossene Lesart bekannt geworden.<\/p>\n<p>Die entschlossene Lesart macht den siebten Satz nicht verst\u00e4ndlich. Sie l\u00e4uft ihm zuwider. Denn es ist insbesondere und vor allem der siebte Satz, dessen Sinn sich und also der sich dem entschlossenen Leser aufl\u00f6st. Er sagt: \u201eWovon man nicht sprechen kann, dar\u00fcber mu\u00df man schweigen.\u201c Und nach der entschlossenen Lesart ist es nicht so, dass der, welcher Wittgenstein versteht, wei\u00df, wor\u00fcber man schweigen muss. Noch auch wei\u00df er nicht, wor\u00fcber man schweigen muss. Vielmehr hat sich ihm die Idee von etwas, wor\u00fcber man schweigen muss, zersetzt. Er kann nichts mehr anfangen mit dem Satz, er sagt ihm nichts mehr. Er bearbeitet seinen Garten.<\/p>\n<p>Der siebte Satz ist verwirrend. Er sagt etwas, nur wenn klar ist, wovon man nicht sprechen kann, und es scheint, als g\u00e4ben die vorangehenden S\u00e4tze an, was das ist, eben indem sie davon sprechen. Es scheint also, der Satz kann nur etwas sagen, wenn er falsch ist. Die entschlossene Lesart will das so entwirren, dass sie erkl\u00e4rt, dass die S\u00e4tze des Tractatus von etwas zu sprechen scheinen, tats\u00e4chlich jedoch nichts sagen und also nicht einmal S\u00e4tze sind, woraus folgt, dass sie nicht angeben, wor\u00fcber man schweigen muss, und also weiter, dass insbesondere der Satz, der zu sagen scheint, man m\u00fcsse\u00a0dar\u00fcber\u00a0schweigen, nichts sagt und nicht einmal ein Satz ist. Das hei\u00dft, dass der entschlossene Leser nicht begreift, dass man\u00a0dar\u00fcber\u00a0schweigen muss. Es mag sein, dass er schweigt, aber wenn er schweigt, dann nicht \u00fcber etwas. Der entschlossene Leser hat nicht die Einsicht, ja, in seiner Entschlossenheit zerf\u00e4llt ihm die Einsicht, die der siebte Satz ausspricht.<\/p>\n<h3>Befreite Lesart<\/h3>\n<p>Vielleicht ist diese Lesart entschlossen. Befreit ist sie nicht. Der entschlossene Leser ist eingekerkert in den S\u00e4tzen der Naturwissenschaft (die wird er weiter verwenden); er hat sich so endg\u00fcltig in der H\u00f6hle festgekettet, dass er gar einzusehen glaubt, dass es nicht einmal die Idee gibt, man k\u00f6nnte aus ihr heraus. Ich will den siebten Satz anders entwirren, mit einer Lesart, die ich die befreite Lesart nenne. Nach der befreiten Lesart verstehen wir den Tractatus, wenn wir erkennen, dass er schweigt: schweigt \u00fcber die Sprache, also \u00fcber den Satz, die Wahrheit, das Sein. Vom ersten bis zum letzten Satz schweigt der Tractatus, und schweigt\u00a0dar\u00fcber. Dar\u00fcber n\u00e4mlich muss man schweigen.<\/p>\n<p>Eine theologische Parallele, die sachlich nicht bedeutungslos sein mag, kann anzeigen, worum es geht. Nach Knud Logstrup, einem protestantischen Theologen, ist die Verk\u00fcndigung Jesu in ihrem Kern die Forderung, den N\u00e4chsten zu lieben. L\u00f8gstrup nennt sie die ethische Forderung. Von dieser Forderung sagt er, sie sei stumm. Damit meint er, dass sich, was sie fordert, nicht durch eine Regel, ein Gesetz, ja, \u00fcberhaupt einen Begriff, angeben l\u00e4sst, was daran liegt, dass die Forderung der Beziehung zum N\u00e4chsten entspringt, ja, diese Beziehung selbst ist. Und nun sagt Logstrup, dass Jesus, eben indem er in allem, was er sagt und tut, diese Forderung erhebt, doch ihr Schweigen niemals bricht. In allem, was er sagt, bricht er das Schweigen der ethischen Forderung nicht. So mag es sein, dass Wittgenstein im ganzen Text des Tractatus das Schweigen niemals bricht, das der siebente Satz verlangt, dass er dieses Schweigen nie gebrochen hat. Wittgenstein w\u00fcrde so sprechen, dass er darin das Schweigen bewahrt.<\/p>\n<p>Eine andere theologische Parallele, vielleicht auch nicht ohne sachlichen Grund. Die abrahamitischen Religionen sind vom Bilderverbot gepr\u00e4gt: Du sollst dir kein Bildnis machen. Nun erkl\u00e4rt der Tractatus, der Satz \u2013 das Urelement der Sprache \u2013 sei ein Bild, ein logisches Bild. Also verh\u00e4ngt der siebente Satz ein Bilderverbot: Du sollst dir kein Bild machen von der Sprache, von der Wahrheit, vom Sein. Dann mag es sein, dass der Tractatus in keinem seiner S\u00e4tze das Bilderverbot \u00fcbertritt. Es mag sein, dass wir in diesen S\u00e4tzen nicht das Knie beugen vor einem G\u00f6tzen, sondern den rechten Gottesdienst feiern. Wir w\u00fcrden nicht erst der S\u00fcnde des Bildes fr\u00f6nen, um schlie\u00dflich im siebenten Satz diese S\u00fcnde zu erkennen und uns f\u00fcr sie gei\u00dfeln. Sondern wir w\u00e4ren von Anbeginn, vom ersten Satz des Tractatus bis zu seinem Ende, erl\u00f6st, erl\u00f6st vom Bild.<\/p>\n<p>Ich will diese Lesart, die befreite Lesart, exemplarisch an einigen S\u00e4tzen durchf\u00fchren. Am Ende komme ich auf die Parallelen dieser Lesart zur ethischen Forderung und zum Bilderverbot zur\u00fcck.<\/p>\n<h3>Zirkul\u00e4re Wahrheit<\/h3>\n<p>Ich beginne mit diesen S\u00e4tzen: 4.022 \u201eDer Satz zeigt, wie es sich verh\u00e4lt,\u00a0wenn\u00a0er wahr ist. Und er sagt,\u00a0dass\u00a0es sich so verh\u00e4lt.\u201c 4.024 \u201eEinen Satz verstehen, hei\u00dft, wissen, was der Fall ist, wenn er wahr ist.\u201c 4.062 \u201eDenn, wahr ist ein Satz, wenn es sich so verh\u00e4lt, wie wir es durch ihn sagen.\u201c \u2013 Was ich sage, da ich sage, die Dinge liegen soundso, l\u00e4sst sich dadurch angeben, dass angegeben wird, wie die Dinge liegen, wenn wahr ist, was ich sage. Was ich sage, wird angegeben, indem angegeben wird, wie die Dinge liegen, wenn ich die Wahrheit sage. Wenn ich deshalb sage, es ist so, dann sage ich, dass die Dinge so liegen, wie sie liegen, wenn wahr ist, was ich sage. Dass sich angeben l\u00e4sst, was ich sage, indem angegeben wird, wie die Dinge liegen m\u00fcssen, damit wahr ist, was ich sage, liegt daran \u2013 es zeigt \u2013 dass, was ich sage, eben dies ist: dass es so ist, wie es ist, wenn wahr ist, was ich sage. Was ich sage, ist: dass wahr ist, was ich sage.<\/p>\n<p>Was ich sage, ist, dass eben dies \u2013 was ich sage \u2013 wahr ist. Was ich sage, kehrt zu sich zur\u00fcck, zu seiner eigenen Wahrheit. Das ist eine innere, oder formale, Bestimmung dessen, was wahr und was Wahrheit ist: was wahr ist, ist seine eigene Wahrheit.<\/p>\n<p>Diese Bestimmung wird in sogenannten Wahrheitstheorien verkannt. Ich meine Theorien, die angeben, welche Bedingungen ein Satz oder eine Aussage erf\u00fcllen muss, damit der Satz oder was er sagt wahr ist. Solche Theorien behandeln \u201eist wahr\u201c als eine pr\u00e4dikative Bestimmung, die ausgesagt wird von einer Aussage. Wenn ich sage, \u201eDas ist wahr\u201c, spreche ich \u00fcber etwas \u2013 \u201edas\u201c \u2013 und sage etwas von ihm \u2013 es ist wahr. \u201eDas ist wahr\u201c wird also verstanden, als h\u00e4tte es dieselbe Form wie \u201eDas ist elastisch\u201c. Hier kann ich eine Theorie der Elastizit\u00e4t vortragen und angeben, unter welchen Bedingungen etwas elastisch ist. Die Theorie erl\u00e4utert, was es hei\u00dft oder worin es liegt, dass etwas elastisch ist. Eine solche Theorie der Wahrheit kann es nicht geben, wenn das, was wahr ist, zu sich zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<p>In einer Passage seines Textes\u00a0Der Gedanke\u00a0erkl\u00e4rt Frege, dass eine Theorie der Wahrheit dieser Art zirkul\u00e4r w\u00e4re. \u201eSo drehte man sich im Kreise\u201c, sagt er. Ich erkl\u00e4re, etwas ist wahr genau dann, wenn es soundso ist. Das hei\u00dft, ich gebe Bedingungen an, unter denen etwas \u2013 eine Aussage, ein Satz \u2013 wahr ist: Etwas \u2013 der Satz, die Aussage \u2013 ist wahr genau dann, wenn es soundso ist. Nun muss ich, um in einem gegebenen Fall zu entscheiden, ob etwas wahr ist, entscheiden, ob es soundso ist. Darin aber, erkl\u00e4rt Frege, muss ich entscheiden, ob es wahr ist, dass es soundso ist. Und hier verwende ich eben die Bestimmung, die ich definieren wollte. So drehe ich mich im Kreis.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen den Kreis aber n\u00e4her betrachten. Im Allgemeinen kann nur ein Begriff definiert werden, der nicht grundlegend ist. Denn in seiner Definition werden Begriffe verwendet, die verstanden sein m\u00fcssen, wenn die Definition verstanden sein soll. Diese Begriffe m\u00fcssen also dem Begriff, der durch sie definiert wird, in der Ordnung des Verstehens vorhergehen. Ein Begriff, der in der Ordnung des Verstehens ein erster und der in diesem Sinn grundlegend ist, kann nicht definiert werden oder eben nur so, dass man sich, indem man ihn definiert, im Kreis dreht, indem man auf ihn selbst zur\u00fcckkommt. Es scheint, Frege erkl\u00e4rt, \u201eist wahr\u201c sei ein grundlegender Begriff. Das w\u00fcrde nicht \u00fcberraschen.<\/p>\n<p>Freges Einsicht ist aber eine andere; der Kreis, von dem er spricht, ist ein ganz eigener. Das sieht man daran, dass Frege erkl\u00e4rt, die Definition von \u201eist wahr\u201c sei zirkul\u00e4r,\u00a0ganz gleich welche Bestimmung verwendet wird, um \u201eist wahr\u201c zu definieren, ganz gleich, hei\u00dft das, was an die Stelle von \u201esoundso\u201c tritt in: etwas ist wahr genau dann, wenn es soundso ist. Ob eine Definition zirkul\u00e4r ist, h\u00e4ngt gew\u00f6hnlich davon ab, welche Begriffe sie verwendet, um den fraglichen Begriff zu definieren: Sie ist zirkul\u00e4r, wenn eben diese Begriffe den zu definierenden Begriff enthalten. Freges Kreis aber besteht, gleich welche Begriffe die Definition verwendet. Das kann nur dann richtig sein, wenn alle Bestimmungen, alle, die man \u00fcberhaupt verwenden k\u00f6nnte, um \u201eist wahr\u201c zu definieren, den Begriff des Wahrseins in sich enthalten, wenn also alle Begriffe, alle Begriffe \u00fcberhaupt, jeder Begriff als Begriff, diesen in sich schlie\u00dft: \u201eist wahr\u201c. Freges Kreis ist keiner, der einen Begriff mit einem anderen verbindet. Er ist ein Kreis, der einen Begriff mit allen Begriffen verbindet. Merkw\u00fcrdiger Kreis.<\/p>\n<p>Sehen wir nochmals, wie sich Freges Einwand, man drehe sich im Kreise, erhebt. Wir erw\u00e4gen etwa folgende Erkl\u00e4rung: Eine Aussage ist wahr genau dann, wenn sie mit dem, was ist, \u00fcbereinstimmt. Hier ist in dem, was definiert, von Wahrheit nicht die Rede. Vielmehr ist die Rede davon, dass etwas mit etwas \u00fcbereinstimmt. Kein Zirkel zu sehen. Frege erkl\u00e4rt jedoch, dass von Wahrheit dennoch die Rede ist, deshalb n\u00e4mlich, weil ich, indem ich sage, dass etwas soundso ist, sage, dass es wahr ist, dass es soundso ist. Das gilt vollkommen allgemein: Indem ich sage, es ist so, sage ich, dass eben dies, dass es so ist, wahr ist. Deshalb ist von Wahrheit in dem, was definiert, die Rede, und immer die Rede, weil von Wahrheit die Rede ist, gleich wovon die Rede ist. Deshalb kann Frege sagen, es ist gleich, wie \u201eist wahr\u201c definiert wird, in jedem Fall ist in dem, was definiert, von Wahrheit schon die Rede.<\/p>\n<p>Freges Kreis ist nicht der einer Definition, in der der Begriff, der definiert werden soll, verwendet wird, um ihn zu definieren. Es ist der Kreis, der die Aussage, jede Aussage, jede Aussage als solche, ist. Der heilige Thomas sagt, in ihrer Wahrheit kehrt die Aussage zu sich selbst zur\u00fcck. Das ist Freges Kreis: die R\u00fcckkehr der Aussage zu sich selbst im Aussagen ihrer Wahrheit. Wie ich es oben formuliert habe: Was ich sage, ist, dass eben dies \u2013 was ich sage \u2013 wahr ist.<\/p>\n<p>Frege schlie\u00dft den Absatz mit der folgenden Frage: \u201eSollten wir es hier [beim Wahrsein] mit etwas zu tun haben, was in dem sonst \u00fcblichen Sinne gar nicht Eigenschaft genannt werden kann?\u201c Er beantwortet die Frage nicht. Aber es ist klar, wie die Antwort lauten muss: ja. Wenn wir n\u00e4mlich einerseits festhalten, dass das, was ich sage, nichts anderes ist als dies, dass eben dies wahr ist, und andererseits meinen, \u201edas ist wahr\u201c sei eine pr\u00e4dikative Aussage, eine, die von etwas spricht und etwas dar\u00fcber sagt, dann bricht diese vorgebliche Aussage in sich zusammen.<\/p>\n<p>Sehen wir zu, wie sie zusammenbricht. Die Aussage \u201eDas ist wahr\u201c soll eine pr\u00e4dikative Aussage sein, eine Aussage, die von etwas spricht und etwas \u00fcber es sagt. Weiter halten wir fest: Was ich sage, ist, dass eben dies, was ich sage, wahr ist. Das, wovon wir sprechen, indem wir dar\u00fcber sagen, es sei wahr \u2013 die Aussage \u2013 wird also nicht schon angegeben durch \u201edas\u201c, sondern erst durch \u201eDas ist wahr\u201c. Wir sagen deshalb nicht nur \u201eDas ist wahr\u201c, sondern weiter, \u201eDass das wahr ist, ist wahr\u201c. Nun gilt erneut, dass das, wovon wir sprechen und wor\u00fcber wir sagen, es sei wahr, eben dies ist, dass es wahr ist. Also m\u00fcssen wir, um anzugeben, wovon wir sagen, dass es wahr ist, nicht nur sagen \u201eDas ist wahr\u201c, sondern \u201eDass das wahr ist, ist wahr\u201c. Und also sagen wir, indem wir dar\u00fcber sagen, es sei wahr, dies: \u201eDass dies, dass das wahr ist, wahr ist, ist wahr\u201c. Und so weiter. So bleiben wir best\u00e4ndig zur\u00fcck hinter dem, wovon wir sprechen wollen und wor\u00fcber wir sagen wollen, es sei wahr: Wenn immer wir es angegeben haben, haben wir es noch nicht angegeben.<\/p>\n<p>Dass dieser Progressus unabschlie\u00dfbar ist, zeigt, dass wir seinen ersten Schritt nicht verstehen. Wir wollen festhalten: Was ich sage, ist, dass eben dies \u2013 was ich sage \u2013 wahr ist. Wenn darin \u201ewas ich sage\u201c ein Ausdruck ist, der sich auf etwas bezieht, wor\u00fcber dann weiter etwas gesagt wird, dann ist das nicht mehr verst\u00e4ndlich, was wir festhalten wollten. Wenn n\u00e4mlich \u201eDas ist wahr\u201c ein pr\u00e4dikativer Satz ist, dann ist nur bestimmt, was dieser Satz sagt, wenn bestimmt ist, worauf sich der Ausdruck \u201edas\u201c bezieht. Das aber, wollen wir festhalten, wird angegeben durch \u201eDas ist wahr\u201c. Worauf sich der Ausdruck \u201edas\u201c bezieht, ist also nur bestimmt, wenn bestimmt ist, was der Ausdruck \u201edas ist wahr\u201c sagt. Es gibt keinen Weg in diesen Zirkel.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu 4.022: \u201eDer Satz zeigt, wie es sich verh\u00e4lt,\u00a0wenn\u00a0er wahr ist. Und er sagt,\u00a0da\u00df\u00a0es sich so verh\u00e4lt.\u201c Was klar wird, indem wir diesen Satz lesen und Wittgenstein verstehen, ist dies: Da wir sagen, dies und das ist wahr \u2013 dieser Satz, diese Aussage, ist wahr \u2013 sieht es so aus, als spr\u00e4chen wir von etwas \u2013 von diesem Satz, dieser Aussage \u2013 und sagten etwas dar\u00fcber, n\u00e4mlich dass es wahr ist. Aber das ist ein Schein. Der Satz 4.022 l\u00f6st diesen Schein auf. Insbesondere spricht deshalb der Satz 4.022 nicht von S\u00e4tzen und sagt nichts \u00fcber S\u00e4tze. Der Satz 4.022 erl\u00e4utert dadurch, dass der, welcher Wittgenstein versteht, erkennt, dass dieser Satz das Schweigen nicht bricht, das der siebente Satz fordert.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, die obige \u00dcberlegung h\u00e4tte eine nur begrenzte Bedeutung. Sie zeigt, so m\u00f6chte man vielleicht zugeben, dass zwar \u201edas ist wahr\u201c nicht von etwas spricht, wor\u00fcber es sagt, es sei wahr, dass das jedoch keineswegs zeigt, dass man \u00fcberhaupt nicht von S\u00e4tzen, von der Sprache, sprechen kann; es zeigt nicht, dass wir \u00fcberhaupt schweigen m\u00fcssen dar\u00fcber, was die Sprache, was der Satz ist. Es ist jedoch nicht schwer zu sehen, dass die Reichweite unserer \u00dcberlegung nicht begrenzt werden kann. Wenn immer wir \u00fcber einen Satz etwas sagen wollten, m\u00fcssten wir es \u00fcber ihn sagen als einen, der, oder durch den wir, dies und das sagen. Was ein Satz aber sagt, ist, dass wahr ist, was er sagt. Und darin liegt, haben wir gesehen, dass er, oder was er sagt, nichts ist, wovon man sprechen und wor\u00fcber man etwas sagen kann. Nicht nur also spricht \u201edas ist wahr\u201c nicht von etwas, und sagt dar\u00fcber, dass es wahr ist. \u00dcberhaupt ist das, was wahr ist \u2013 der Satz, die Aussage \u2013 nichts, wovon man sprechen und wor\u00fcber man etwas sagen kann.<\/p>\n<h3>Verneinung<\/h3>\n<p>Der Tractatus geht das in einigen grundlegenden Zusammenh\u00e4ngen durch. Ich will noch einen besprechen, die Verneinung: \u201eEs ist nicht so, dass sich die Dinge soundso verhalten.\u201c Es kann scheinen, als spr\u00e4che dies von etwas und sagte etwas dar\u00fcber: Wovon es spricht, w\u00e4re, dass sich die Dinge soundso verhalten, und was es davon sagt, w\u00e4re dies, dass es nicht so ist. Und in der Tat bestimmt Frege die Verneinung als ein Pr\u00e4dikat, das von einem Satz \u2013 von einem Wahrheitswertnamen \u2013 ausgesagt wird. Wittgenstein erkl\u00e4rt, sein Grundgedanke sei, dass das falsch ist. (\u201eMein Grundgedanke ist, dass die logischen Konstanten nicht vertreten.\u201c)<\/p>\n<p>Wenn \u201eEs ist nicht so, dass sich die Dinge so verhalten\u201c ein pr\u00e4dikativer Satz w\u00e4re, der etwas \u00fcber etwas sagt, dann w\u00fcrde dieser Satz etwas anderes sagen als der Satz \u201eDie Dinge verhalten sich so\u201c. \u201eDie Dinge verhalten sich so\u201c w\u00fcrde etwas sagen, \u201eEs ist nicht so, dass sich die Dinge so verhalten\u201c etwas anderes. Denn dieser Satz w\u00fcrde von etwas sprechen, wovon jener nicht spricht: \u201eEs ist nicht so, dass sich die Dinge so verhalten\u201c w\u00fcrde von einer Aussage sprechen, \u201eDie Dinge verhalten sich so\u201c dagegen w\u00fcrde von keiner Aussage sprechen, sondern von den fraglichen Dingen. Weiter w\u00fcrde dieser Satz dar\u00fcber etwas sagen, er w\u00fcrde eine Bestimmung von ihm aussagen, die in jenem nicht vorkommt, die n\u00e4mlich, welche das vorgebliche Pr\u00e4dikate \u201ees ist nicht\u201c bezeichnete.<\/p>\n<p>So aber ist es nicht. Dann n\u00e4mlich w\u00fcrden die S\u00e4tze \u201eEs ist nicht so, dass sich die Dinge so verhalten\u201c und \u201eDie Dinge verhalten sich so\u201c einander nicht widersprechen. Da sie sich widersprechen, sprechen sie vom selben und sagen dasselbe dar\u00fcber. Wittgenstein dr\u00fcckt das so aus, dass die Verneinung kein Merkmal des Sinns eines Satzes ist \u2013 kein Merkmal dessen, was er sagt \u2013, dass dem Zeichen der Verneinung in der Wirklichkeit nichts entspricht und also einem Satz und seiner Verneinung ein und dieselbe Wirklichkeit entspricht \u2013 nicht diesem eine, jenem eine andere.<\/p>\n<p>Ein Satz \u2013 schreibt Wittgenstein \u2013 zeigt, was der Fall ist, wenn er wahr ist, und er sagt, da\u00df es der Fall ist. Der Satz sagt also: \u201eEs ist so, dass sich die Dinge so verhalten.\u201c Nur deshalb, weil er das tut, kann man zu einem Satz sagen: \u201eJa.\u201c Nur deshalb, weil ein Satz sagt, \u201eSo ist es\u201c, kann man ihn bejahen. Wenn der Satz nicht sagte, dass der Fall ist, was der Fall ist, wenn er wahr ist, dann w\u00e4re der Satz neutral gegen\u00fcber der Frage, ob das der Fall ist oder nicht. Wenn man sagte, \u201eJa\u201c, w\u00e4re offen, ob man dazu ja sagt, dass es so ist, oder dazu, dass es nicht so ist. Es g\u00e4be also nichts, wozu man \u201eja\u201c sagen k\u00f6nnte. Ebenso wenig g\u00e4be es etwas, wozu man \u201enein\u201c sagen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Satz, jeder Satz als Satz, sagt, \u201eEs ist so\u201c. Damit aber sagt der Satz, jeder Satz als Satz, \u201eEs ist nicht so\u201c. Denn einen Satz bejahen hei\u00dft seine Verneinung verneinen. 4.0621 \u201eDa\u00df in einem Satz die Verneinung vorkommt, ist noch kein Merkmal seines Sinns (~~p = p).\u201c Der Satz, der sagt, die Dinge verhalten sich so, ist derselbe wie der, der sagt, es ist nicht so, dass es nicht so ist, dass die Dinge sich so verhalten. Deshalb ist es kein Merkmal des Sinns eines Satzes, dass in ihm die Verneinung vorkommt. Es ist kein Merkmal des Sinns eines Satzes, weil in jedem Satz die Verneinung vorkommt.<\/p>\n<p>Die Aussage, jede Aussage als Aussage, enth\u00e4lt in sich die Opposition von \u201eEs ist so\u201c und \u201eEs ist nicht so\u201c. Diese Opposition ist der Kreis, der die Aussage als solche ist. Die Verneinung ist kein Merkmal des Sinns irgendeines Satzes, weil Sinn, Satzsinn \u00fcberhaupt, Verneinung ist. Wenn ich sage, \u201eEs ist nicht so, dass die Dinge so liegen\u201c, spreche ich deshalb nicht von einer Aussage, einem Satz, einem Sachverhalt, und sage etwas dar\u00fcber. Insbesondere sprechen die S\u00e4tze, durch die eben dies klar wird, nicht von S\u00e4tzen, Aussage und Sachverhalten. Auch in diesen S\u00e4tzen schweigt der Tractatus, schweigt dar\u00fcber.<\/p>\n<p>\u201eEin Satz sagt, dass der Fall ist, was der Fall ist, wenn er wahr ist.\u201c \u201eEin Satz und seine Verneinung haben entgegengesetzten Sinn. Ihnen entspricht ein und dieselbe Wirklichkeit\u201c. Diese S\u00e4tze des Tractatus erl\u00e4utern, dass und warum \u201eEs ist wahr, dass die Dinge so liegen\u201c und \u201eEs ist nicht so, dass die Dinge so liegen\u201c nicht \u00fcber einen Satz sprechen, und nicht etwas \u00fcber ihn sagen: dass er wahr sei oder dass es nicht so sei, wie er sagt. Der Tractatus bespricht noch einen weiteren Fall, in dem es scheint, ein Satz spreche von einem Satz und sage etwas \u00fcber ihn: \u201eIch denke, dass die Dinge so liegen.\u201c Es kann scheinen, dass dieser Satz von einem Satz spricht, und \u00fcber diesen Satz etwas sagt, n\u00e4mlich dass ich denke, was er sagt. Wittgenstein bemerkt auch hier, dass Frege diesen Satz so verstanden hat, und erkl\u00e4rt, dass das falsch ist. Ohne dass wir das durchgehen, wissen wir, dass Wittgenstein recht hat. Wir wissen es, weil das, was ich denke, eben ist, was wahr ist, wenn wahr ist, was ich denke. Und wie wir gesehen haben, ist das, was wahr ist, nichts, wovon ein Satz spricht und wor\u00fcber er etwas sagt. Im \u00dcbrigen ist leicht zu sehen, dass \u201eich denke\u201c die R\u00fcckkehr der Aussage zu sich ausdr\u00fcckt und also kein Merkmal des Sinns einer Aussage bedeutet, sondern Sinn \u00fcberhaupt.<\/p>\n<h3>Wahrheit und Zusammenhang<\/h3>\n<p>Der Tractatus bricht das Schweigen nicht. Er schweigt \u00fcber das, wovon man nicht sprechen kann: Satz, Wahrheit, Sein. Man kann davon nicht sprechen, weil der Satz in der Wahrheit und im Sein zu sich zur\u00fcckkehrt. Indem aber der Satz zu sich zur\u00fcckkehrt, verkapselt er sich nicht in sich selbst. Im Gegenteil. Indem der Satz zu sich zur\u00fcckkehrt, ist er die \u00d6ffnung ins unbegrenzbare Ganze. Das ist der Grund, weshalb der Satz nichts ist, wovon man sprechen kann. Das ist der Grund, weshalb \u00fcber die Sprache ein Bilderverbot verh\u00e4ngt ist.<\/p>\n<p>Wir sehen diese \u00d6ffnung in \u201eist wahr\u201c auf folgende Weise. Ein Satz ist unter bestimmten Bedingungen wahr. Diese Bedingungen werden angegeben durch den Satz selbst; indem ich die Bedingungen angebe, sage ich, was der Satz sagt. Umgekehrt gebe ich die Bedingungen an, unter denen ein Satz wahr ist, da ich sage, was er sagt. Wenn ich sage, dass wahr ist, was du sagst, sage ich nichts \u00fcber das, was du sagst. Ich sage, was du sagst. Die Aussage der Wahrheit einer Aussage ist deren Wiederholung. Das kann zu der Vorstellung f\u00fchren, ich sei in meine Aussage eingeschlossen: Da ich sie zu vergleichen suche mit dem, was ist, um mich zu \u00fcberzeugen, dass wahr ist, was ich sage, wiederhole ich nur meine Aussage. Ich bleibe in meiner Aussage stecken, ich kehre zu ihr zur\u00fcck, da ich doch zu etwas jenseits ihrer wollte. Wie Krabat, \u00addessen Weg von der M\u00fchle stets zur M\u00fchle zur\u00fcckf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wenn es so scheint, als k\u00e4me ich aus meiner Aussage nicht heraus, als k\u00e4me ich nicht von ihr zu dem, was ist, zu dem, kraft dessen sie wahr ist, kann es weiter scheinen, ich m\u00fcsse darin bleiben. So entsteht die Idee, dass Aussagen eben darin wahr sind, dass sie zusammenstimmen. Ich vergleiche nicht, was ich sage, mit dem, was ist, sondern ich vergleiche eine Aussage mit anderen Aussagen. Hier bleibe ich in den Grenzen der M\u00fchle. Das ist das beste, das ist alles, was ich tun kann, um mich zu \u00fcberzeugen, dass wahr ist, was ich sage, und also kann dies, dass es wahr ist, f\u00fcr mich jedenfalls, auf nicht mehr hinauslaufen.<\/p>\n<p>Nun gibt es einen Zusammenhang von Wahrheit und Zusammenstimmung, n\u00e4mlich diesen: Eine wahre Aussage stimmt mit allen wahren Aussagen zusammen. Eine falsche Aussage kann mit bestimmten anderen, mit unbestimmt vielen falschen Aussagen zusammenstimmen. Es ist aber nicht so, dass eine falsche Aussage mit allen falschen Aussagen zusammenstimmt. Der Zusammenhang von Wahrheit und Zusammenstimmung ist der einer Wahrheit mit aller Wahrheit, etwas Wahrem mit\u00a0der\u00a0Wahrheit. Das, wozu das, was ich sage, zur\u00fcckkehrt, ist, indem es\u00a0seine\u00a0Wahrheit ist,\u00a0die\u00a0Wahrheit, die Wahrheit \u00fcberhaupt und im Ganzen.<\/p>\n<p>Dieselbe \u00d6ffnung vollzieht sich im \u201enicht\u201c.<\/p>\n<p>Dass die Dinge so liegen, ist wahr dann und nur dann, wenn sie so liegen. Darin liegt: Es ist wahr\u00a0nur dann. Wenn nicht, dann nicht. Wenn die Dinge nicht so liegen, ist es nicht wahr, das zu sagen. Dann ist das falsch. Indem ich also sage, dass wahr ist, was ich sage, sage ich, dass es so ist, wie ich sage,\u00a0und nicht anders.<\/p>\n<p>Da ich sage, dass Schnee wei\u00df ist, schlie\u00dfe ich aus, dass es anders ist als ich sage, n\u00e4mlich nicht so, dass Schnee wei\u00df ist. Was aber schlie\u00dfe ich aus, da ich ausschlie\u00dfe, dass es anders ist, als ich sage? Nun, ich schlie\u00dfe aus, dass Schnee schwarz ist. Aber darin ersch\u00f6pft es sich nicht. Ich schlie\u00dfe ebenso aus, dass Schnee rot ist. Vielleicht schlie\u00dfe ich aus, dass Schnee eine andere Farbe hat als wei\u00df? Aber auch das ersch\u00f6pft es nicht, denn ich schlie\u00dfe ja ebenso aus, dass Schnee farblos ist, wenn ich sage, Schnee ist wei\u00df. Sind wir am Ende? Ist es uns gegl\u00fcckt anzugeben, was ich ausschlie\u00dfe? Nehmen wir an, wir w\u00e4ren am Ende, nehmen wir an, es sei uns gelungen, ersch\u00f6pfend anzugeben, was es ist, das ich ausschlie\u00dfe, wenn ich ausschlie\u00dfe, dass es anders ist als ich sage, da ich sage, Schnee ist wei\u00df. Wenn wir all dies in eine disjunktive Aussage fassen \u2013 so oder so oder so \u2026 \u2013 und schlie\u00dflich als letztes Glied unseren Satz anh\u00e4ngen, dann h\u00e4tten wir damit ersch\u00f6pfend angegeben, wie die Dinge \u00fcberhaupt liegen k\u00f6nnen: so oder so oder so, bis zu dem Abschluss, den wir gerade imaginieren. Wenn wir dann sagen: Es ist so oder so oder so, und so fort bis zum Abschluss, dann h\u00e4tten wir etwas gesagt, wovon nicht mehr gesagt werden kann: es ist wahr dann und nur dann, wenn \u2026. Denn wir postulieren, dass die Vorstellung, es k\u00f6nnte anders sein, leer ist, eben indem wir sagen, wir haben ersch\u00f6pft, was ich ausschlie\u00dfe, da ich ausschlie\u00dfe, dass es anders ist als ich sage, da ich sage, Schnee ist wei\u00df.<\/p>\n<p>Was ich sage, ist, dass es so ist, wie ich sage,\u00a0und nicht anders. So beziehe ich mich in dem, was ich sage, auf alles, was sein kann. Der Tractatus bringt diese Gesamtheit in das Bild des logischen Raums. Eine Aussage steht, sie stellt sich in diesen Raum. Der logische Raum ist aufgespannt und also innerlich begrenzt durch das, was der Tractatus die Substanz der Welt nennt: die Gesamtheit der Gegenst\u00e4nde, in einem idiosynkratischen Gebrauch des Ausdrucks \u201eGegenstand\u201c, nach dem alles, was die Bestimmtheit einer Aussage ausmacht, Gegenstand hei\u00dft. Das \u201enicht\u201c, das kein Merkmal des Sinns eines Satzes ist, sondern Sinn \u00fcberhaupt, bedeutet also Bestimmtheit, Bestimmtheit \u00fcberhaupt und im Ganzen.<\/p>\n<h3>Sprache der Begegnung<\/h3>\n<p>Nach der entschlossenen Lesart bringt der Tractatus sich zum Verstummen, denn was zun\u00e4chst als sinnvolle Rede erschien, tritt schlie\u00dflich hervor als das, was es wahrhaft ist: unsinniges Lallen. Der Tractatus ist eine \u00dcbung, die der vollendet hat, welcher nicht mehr der Suggestion erliegt, seine S\u00e4tze seien sinnvoll, den sie nichts mehr angehen wie ein lebloses Ding.<\/p>\n<p>Die befreite Lesart sagt dagegen, dass der Tractatus das Schweigen nirgends bricht und nie gebrochen hat. Vom ersten bis zum letzten Satz schweigt der Tractatus \u00fcber das, wor\u00fcber man nicht sprechen kann. Er erf\u00fcllt an jeder Stelle die Forderung des siebten Satzes. Das bedeutet nicht, dass im Tractatus nichts zur Sprache k\u00e4me. Im Gegenteil, zur Sprache kommt im Tractatus das, das einzige, was unbedingte Bedeutung hat: die Wahrheit, die Bestimmtheit. Das ist das Ganze \u2013 das Ganze, nicht ein Ganzes. Ein Wort wie dieses, \u201edas Ganze\u201c, ist \u00e4rmlich. Dasselbe gilt f\u00fcr \u201edie Wahrheit\u201c. Der Tractatus ist eine \u00dcbung, eine sprachliche \u00dcbung, die eine Sprache sucht, die weniger \u00e4rmlich ist als die Rede von \u201eder Wahrheit\u201c und \u201edem Ganzen\u201c, W\u00f6rtern, bei denen man ein wohlig erhabenes Gef\u00fchl empfinden, aber wenig denken kann. Worauf der Tractatus aus ist, worin er erl\u00f6st w\u00fcrde, ist nicht ein Verstummen, in dem sich die Philosophie ausgel\u00f6scht hat. Es ist im Gegenteil eine Sprache, die das Schweigen, das der Tractatus fordert, nicht bricht.<\/p>\n<p>Ich selbst denke, und ich denke, Wittgenstein denkt \u2013 das zeigt sein weiterer philosophischer Weg \u2013, dass Wittgenstein im Tractatus mit seinem Versuch zu schweigen \u00fcber das, wovon man nicht sprechen kann, steckengeblieben ist. Das liegt daran, dass er im Tractatus nie auch nur in die N\u00e4he dessen gelangt, worin wahrhaft zur Sprache kommt, wovon man nicht sprechen kann. Wir sehen das, wenn wir zur\u00fcckkommen auf unseren Ausgangspunkt. L\u00f8gstrup spricht von der Forderung, die stumm ist, und deren Schweigen Jesus in allem, was er sagt und tut, niemals bricht. Diese Forderung entspringt dem, ja, sie\u00a0ist\u00a0das Bewusstsein der Wirklichkeit des anderen Menschen. Ich habe die stumme Forderung mit dem Bilderverbot verkn\u00fcpft. L\u00f8gstrup bezieht das Bilderverbot auf den anderen Menschen. Genauer sagt er, ich kann mir wohl ein Bild eines anderen Menschen machen. Das hei\u00dft, ich kann sagen und denken: er ist soundso. In Wittgensteins Worten ist das ein Bild, ein logisches Bild. Ich kann das tun, aber wenn ich dem anderen Menschen begegne, dann ist darin das Bild vernichtet. Bild und Begegnung k\u00f6nnen nicht zusammen bestehen. Der andere Mensch, das ist es, wor\u00fcber ich schweigen muss, dann, wenn ich ihm begegne. Hei\u00dft das, dass aus der Begegnung des anderen Menschen die Sprache verbannt ist? Dass die Begegnung stumm macht? Nichts k\u00f6nnte der Wahrheit ferner sein. Im Gegenteil ist die Sprache urspr\u00fcnglich nichts anderes als die Begegnung des anderen Menschen. Das, worin Sprache Sprache ist \u2013 und nicht zum Beispiel Weitergabe von Information \u2013, darin ist sie Begegnung des anderen Menschen. Wittgenstein konnte die Sprache, die das Schweigen nicht bricht, nicht finden, nicht im Tractatus. Denn diese Sprache ist die \u00ad<br \/>\nSprache der Begegnung.\u00a0<img decoding=\"async\" src=\"debatte_2_2022_27_LINKS-web-resources\/image\/51.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage, zu der ich sprechen soll und will, lautet, \u201eWas ist Sprache?\u201c Ich soll dar\u00fcber sprechen durch Wittgensteins\u00a0Tractatus logico-philosophicus, so also, dass ich erhelle, wie die Frage in dieser Schrift beantwortet wird. Dem stellt sich sogleich ein Hindernis in den Weg. Der letzte Satz des Tractatus n\u00e4mlich, sein ber\u00fchmtester, lautet: \u201eWovon man nicht sprechen&hellip;<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":89802,"menu_order":1141,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32156","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-sprache"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Unaussprechliche Sprache - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Unaussprechliche Sprache - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Frage, zu der ich sprechen soll und will, lautet, \u201eWas ist Sprache?\u201c Ich soll dar\u00fcber sprechen durch Wittgensteins\u00a0Tractatus logico-philosophicus, so also, dass ich erhelle, wie die Frage in dieser Schrift beantwortet wird. Dem stellt sich sogleich ein Hindernis in den Weg. Der letzte Satz des Tractatus n\u00e4mlich, sein ber\u00fchmtester, lautet: \u201eWovon man nicht sprechen&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2024-12-17T10:14:32+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2022-2-74-Roedl-e1734430302806.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"747\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"420\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"31 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\\\/\",\"name\":\"Unaussprechliche Sprache - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2022-2-74-Roedl-e1734430302806.jpg\",\"datePublished\":\"2023-07-17T12:33:28+00:00\",\"dateModified\":\"2024-12-17T10:14:32+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2022-2-74-Roedl-e1734430302806.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2022-2-74-Roedl-e1734430302806.jpg\",\"width\":747,\"height\":420},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Unaussprechliche Sprache\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Unspeakable language - Catholic Academy in Bavaria","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Unaussprechliche Sprache - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Die Frage, zu der ich sprechen soll und will, lautet, \u201eWas ist Sprache?\u201c Ich soll dar\u00fcber sprechen durch Wittgensteins\u00a0Tractatus logico-philosophicus, so also, dass ich erhelle, wie die Frage in dieser Schrift beantwortet wird. Dem stellt sich sogleich ein Hindernis in den Weg. Der letzte Satz des Tractatus n\u00e4mlich, sein ber\u00fchmtester, lautet: \u201eWovon man nicht sprechen&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2024-12-17T10:14:32+00:00","og_image":[{"width":747,"height":420,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2022-2-74-Roedl-e1734430302806.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"31 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/","name":"Unspeakable language - Catholic Academy in Bavaria","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2022-2-74-Roedl-e1734430302806.jpg","datePublished":"2023-07-17T12:33:28+00:00","dateModified":"2024-12-17T10:14:32+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2022-2-74-Roedl-e1734430302806.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2022-2-74-Roedl-e1734430302806.jpg","width":747,"height":420},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unaussprechliche-sprache-100-jahre-wittgensteins-tractatus-logico-philosophicus\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Unaussprechliche Sprache"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32156\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":96533,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32156\/revisions\/96533"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/89802"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}