{"id":32185,"date":"2023-07-17T14:33:54","date_gmt":"2023-07-17T12:33:54","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=sozialdarwinismus-als-klammer"},"modified":"2025-01-08T17:08:31","modified_gmt":"2025-01-08T16:08:31","slug":"sozialdarwinismus-als-klammer-kardinal-faulhaber-die-katholische-kirche-und-die-nationalsozialistischen-medizinverbrechen-zwischen-1933-und-1945","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/sozialdarwinismus-als-klammer-kardinal-faulhaber-die-katholische-kirche-und-die-nationalsozialistischen-medizinverbrechen-zwischen-1933-und-1945\/","title":{"rendered":"Social Darwinism as a bracket?"},"content":{"rendered":"<p>Am 9. November 1940 erhielt die Mutter des Hilfsarbeiters Andreas H. von der Landesanstalt Hartheim bei Linz einen Brief. Darin teilte ihr der dort verantwortliche Beamte mit, dass ihr Sohn \u201einfolge Typhus mit nachfolgender Herzmuskelschw\u00e4che\u201c gestorben sei. Aufgrund der m\u00f6glichen Verbreitung von Krankheitserregern habe der Leichnam sofort einge\u00e4schert werden m\u00fcssen. Die Urne k\u00f6nne ihr kostenfrei \u00fcberstellt werden, um sie an einem \u00f6rtlichen Friedhof beizusetzen. Die Mutter war skeptisch ob dieser, ihr mitgeteilten Geschichte und wandte sich an ihren Bischof: Kardinal Michael von Faulhaber. Andreas H. war gerade einmal 40 Jahre alt und stammte aus Obergolding, s\u00fcdwestlich von Landshut. 1937 wurde er in die niederbayerische Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen eingewiesen. Bei seiner Aufnahme sei er laut \u00e4rztlichem Bericht \u201eruhig u[nd] geordnet, aber \u00e4ngstlich\u201c gewesen \u2013 er f\u00fcrchtete, in der Anstalt umgebracht zu werden. Kurz darauf entschied das Erbgesundheitsgericht Deggendorf, dass er sterilisiert werden sollte.<\/p>\n<p>Der letzte handschriftliche Eintrag in seiner Krankenakte datiert auf den Dezember 1938. Zwei Jahre sp\u00e4ter findet sich dort nur noch folgender Hinweis: \u201e28.10.40[.] Im Auftrag des Reichsverteidiungskommissars in eine andere Anstalt verlegt.\u201c Das bedeutete im Fall von Mainkofen die Deportation mit dem Zug in die T\u00f6tungsanstalt Hartheim. Andreas H. war dort nicht an \u00adTyphus gestorben, sondern durch Giftgas ermordet worden. Die Urne, die seine Mutter erhalten sollte, enthielt auch nicht dessen Asche. Forderten Angeh\u00f6rige eine Urne an, nutzte man dort stets die Asche, die gerade \u201evorr\u00e4tig\u201c war. Faulhaber zeigte sich in diesem Fall besonders gut informiert. Er notierte auf einem kleinen Notizzettel kurzschriftlich die Details von Andreas H\u2019s Deportation. Der Kardinal war auf solche detaillierten Informationen angewiesen, wenn er gegen das Mordprogramm protestieren wollte.<\/p>\n<p>Die Lebensgeschichte von Andreas H. teilten viele Menschen w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus. Kranke, behinderte, pflegebed\u00fcrftige oder auch sozial unerw\u00fcnschte Menschen hatten seit 1933 in besonderem Ma\u00dfe unter den Nationalsozialisten zu leiden. Sie wurden wie Andreas H. h\u00e4ufig ausgegrenzt, zwangssterilisiert und zuletzt ermordet. Die nationalsozialistischen Medizinverbrechen, unter die hier die Komplexe Zwangssterilisation und \u201eEuthanasie\u201c-Morde summiert werden, stellten auch die katholische Kirche mit ihrem christlichen Verst\u00e4ndnis von Krankheit, Leiden und Tod, die eine weit zur\u00fcckreichende Tradition der karitativen Krankenpflege begr\u00fcndet hatte, vor besondere Herausforderungen. Dabei muss man sich von dem lange Zeit vorherrschenden Bild verabschieden, die katholische Kirche sei ein \u201eBollwerk\u201c gegen die \u201emedizinische Tyrannei\u201c der Nationalsozialisten gewesen, wie sie Michael Schwartz genannt hat. Ein genauer Blick auf Kardinal Faulhabers Verh\u00e4ltnis zur Eugenik und zu vermeintlich erbkranken Menschen l\u00e4sst n\u00e4mlich auch sein Agieren im NS-Staat gegen die Sterilisations- und Mordprogramme in einem anderen Licht erscheinen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Ein schwarzes Gesetz, eine wunderbare Lehre: Faulhaber, die Eugenik und das GzVeN<\/h3>\n<p>Die nationalsozialistischen Machthaber machten sich nach dem 30. Januar 1933 unmittelbar an die Verabschiedung eines Sterilisierungsgesetzes. Sie konnten sich dabei an einem Entwurf der preu\u00dfischen Regierung orientieren, die 1932 bereits kurz davor war, ein solches Gesetz zu verabschieden. Es war der Endpunkt einer langen Diskussion w\u00e4hrend der Weimarer Republik, wie man vermeintlich erbkranke Menschen von der Fortpflanzung ausschlie\u00dfen k\u00f6nnte, um eine Degeneration des Volkes zu verhindern. Die Idee dahinter, die Eugenik, reichte bis ins 19. Jahrhundert zur\u00fcck und fand in den 1920er-Jahren nicht nur bei Nationalsozialisten Anklang, sondern auch bei Sozialisten und Katholiken, welche das preu\u00dfische Sterilisierungsgesetz ma\u00dfgeblich vorangetrieben hatten. Die Nationalsozialisten verfolgten aber ungleich radikalere Methoden und Ziele: Sterilisationen sollten nun nicht mehr auf Freiwilligkeit basieren, sondern nach einem Urteil der sogenannten Erbgesundheitsgerichte zwangsweise erfolgen.<\/p>\n<p>Auf katholischer Seite stie\u00df das auf breite Ablehnung. Papst Pius XI. hatte 1930 in seiner Enzyklika\u00a0Casti connubii\u00a0n\u00e4mlich eugenische Ma\u00dfnahmen verworfen, die einem Eheverbot gleichkamen oder die in die k\u00f6rperliche Integrit\u00e4t des Menschen eingriffen. Gleichwohl \u00fcbte er keine grunds\u00e4tzliche Kritik am Ziel der Eugenik und sah es als erlaubt an, Paaren von der Ehe zu \u201ewiderraten\u201c, wenn sie \u201eminderwertige[r] Nachkommenschaft das Leben geben\u201c k\u00f6nnten. Diese Position teilte auch Faulhaber, der auf katholischer Seite zu einem der st\u00e4rksten Bef\u00fcrworter eugenischer Ma\u00dfnahmen in der Weimarer Republik geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Bevor man zum Mittel der Sterilisation greife, m\u00fcssten jedoch alle anderen, milderen Alternativen ausgesch\u00f6pft seien, so der Kardinal. Ihm schwebten aber keine \u201eweichen\u201c eugenischen Ma\u00dfnahmen wie die Eheberatung vor. Faulhaber verfolgte eine repressive Linie gegen\u00fcber den \u201eErbkranken\u201c, die er im Idealfall interniert sehen wollte. In einem Brief an Kardinal Bertram vom Dezember 1933 lie\u00df er diesen wissen, dass der Staat, nachdem er \u201ef\u00fcr die Schutzh\u00e4ftlinge eigene Lager errichtet hat\u201c dies \u201eebenso gut f\u00fcr diese Sch\u00e4dlinge der Volksgemeinschaft, die er durch Sterilisierung unsch\u00e4dlich machen will\u201c tun k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Nicht nur der Vergleich mit den nationalsozialistischen Konzentrationslagern, in denen schon 1933 Menschen gequ\u00e4lt und ermordet wurden, macht diese Aussage eines christlichen Bischofs so irritierend, sondern auch, dass er k\u00f6rperlich und geistig kranke Menschen als \u201eSch\u00e4dlinge der Volksgemeinschaft\u201c herabw\u00fcrdigt. Faulhaber sah die \u201eVerh\u00fctung erbkranken Nachwuchses\u201c allerdings als eine humane Tat an. Eugeniker wollten nur \u201eaus einer gro\u00dfen Liebe heraus ihr Volk in vorbeugender Weise vor einer \u00dcberzahl von minderwertigen Gesch\u00f6pfen bewahren und alle Kinder als \u201aWohlgeborene\u2018 in die menschliche Gesellschaft eintreten lassen\u201c. Die Sterilisierung sei hierf\u00fcr aber der falsche Weg, auch wenn katholische Theologen und Eugeniker wie Joseph Mayer und Hermann Muckermann trotz der p\u00e4pstlichen Enzyklika weiter daf\u00fcr warben.<\/p>\n<p>Die deutschen Bisch\u00f6fe mussten indes bald erkennen, dass Hoffnungen, die Zwangsklausel des sogenannten Gesetzes zur Verh\u00fctung erbkranken Nachwuchses \u2013 kurz GzVeN \u2013 durch Verhandlungen vor dessen Inkrafttreten im Januar 1934 streichen zu k\u00f6nnen, vergebens waren. Faulhaber gingen die Bem\u00fchungen des Episkopats daher nicht weit genug. Schon am 31. Oktober 1933 hatte er in einem Schreiben an seine bayerischen Kollegen seine Position deutlich gemacht. \u201eZu dem Sterilisierungsgesetz [\u2026] wird der Episkopat nicht schweigen k\u00f6nnen\u201c, mahnte Faulhaber und warb f\u00fcr \u201eein autoritatives Wort\u201c.<\/p>\n<p>Faulhaber suchte den offenen Konflikt. Sollten die wiederaufgenommenen Verhandlungen scheitern, \u201edarf uns keine R\u00fccksicht abhalten, das Schwarze schwarz zu nennen\u201c, so der Bischof. Ein gemeinsames Vorgehen war hingegen schon 1933 illusion\u00e4r. Nachdem es zun\u00e4chst Pl\u00e4ne f\u00fcr ein reichsweites Hirtenwort gegen das Gesetz gegeben hatte, sollte nun eine Kanzelabk\u00fcndigung die Gl\u00e4ubigen \u00fcber den kirchlichen Standpunkt informieren. Ein offener Protest war das nicht. Faulhaber ging die Abk\u00fcndigung nicht weit genug und bezeichnete im Fastenhirtenbrief von 1934 die Sterilisierung daher als Missachtung des Sittengesetzes. Ausgerichtet hat dieser punktuelle Protest ebenso wenig die Kanzelabk\u00fcndigung. Deshalb war das Vorgehen gegen das GzVeN auch keineswegs eine \u201eh\u00f6chst beachtliche Haltung\u201c der Bisch\u00f6fe, wie etwa Walter Ziegler meinte.<\/p>\n<p>Faulhaber wurde nun als Seelsorger mit dem Sterilisationsprogramm konfrontiert. Mehrere Menschen wandten sich an ihren Bischof aus Sorge um sich oder ihre Angeh\u00f6rigen. W\u00e4hrend Faulhaber einen Familienvater noch 1933 beruhigte, dass die \u201eFurcht\u201c, sein Sohn w\u00fcrde \u201enach dem Inkrafttreten des Sterilisierungsgesetzes zwangsweise diesem operativen Eingriff unterworfen werde\u201c, unbegr\u00fcndet sei, musste er diese Meinung sehr bald revidieren. Immer mehr Post erreichten den Bischof mit der Bitte, sich f\u00fcr den Absender einzusetzen. Faulhaber antwortete nun nicht mehr selbst, sondern lie\u00df mitteilen, dass die Kirche keinen Einfluss auf die Verfahren habe.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich musste Faulhaber den Vorwurf der Unt\u00e4tigkeit ertragen. \u201eWarum die Kirche so schweigsam sei, alles sich gefallen lasse\u201c \u2013 etwa bei der \u201eSterilisation\u201c, fragte der bekannte US-Journalist Max Jordan 1934 den Kardinal. Dieser antwortete: \u201eDas Gro\u00dfe im Auge behalten, tats\u00e4chlich gegen Bolschewismus, die \u00f6ffentliche Sittlichkeit ist besser, besonders Concordat, die katholische Schule verb\u00fcrgt.\u201c Im Allgemeinen sah Faulhaber also das erste Jahr unter dem Regime im Gro\u00dfen und Ganzen als Verbesserung, als eine R\u00fcckkehr zur Ordnung an. Der Antikommunismus und der Kampf gegen die Unsittlichkeit \u00fcberwogen dabei negative Erscheinungen.<\/p>\n<p>Diese Schnittmengen, zu denen auch die Eugenik geh\u00f6rte, lie\u00dfen ihn mitunter von einer grunds\u00e4tzlichen Verurteilung des Nationalsozialismus absehen. In diesen Fragen zeigte sich mehr N\u00e4he als Distanz zum Nationalsozialismus. Faulhabers Vorstellungen dar\u00fcber, wie sich der Staat gegen die \u201eSch\u00e4dlinge\u201c zur Wehr setzen k\u00f6nnte \u2013 so Faulhaber im Gespr\u00e4ch mit Hitler 1936 \u2013 waren in der NS-Zeit sogar noch radikaler geworden. Kurz vor seinem Besuch auf dem Obersalzberg unterhielt er sich mit einer Frau \u00fcber das Sterilisierungsgesetz, das diese verteidigte. Faulhaber entgegnete darauf laut Tagebuch: \u201eIch sage, es h\u00e4tte ein anderes Mittel gegeben, das gleiche zu erreichen, n\u00e4mlich Concentrationslager.\u201c<\/p>\n<p>Fraglich ist daher, wie gro\u00df seine Sorge um die seiner Meinung nach \u201eErbkranken\u201c war. In einem Gespr\u00e4ch mit Funktion\u00e4rinnen des Frauenbundes sagte Faulhaber: \u201eDie Auswirkung des Sterilisationsgesetzes f\u00fcr die Erbgesunden wird furchtbar sein [\u2026].\u201c Faulhaber trieben weniger die konkreten Auswirkungen der Sterilisation um als die grunds\u00e4tzliche \u00dcbertretung des Sittengesetzes. Sollten die Bisch\u00f6fe das hinnehmen, w\u00fcrden sie die \u201eGesetzesmacher zu weiteren Vorst\u00f6\u00dfen mit Gesetzen \u00fcber Euthanasie und Feuerbestattung ermuntern\u201c.<\/p>\n<p>Die Warnung vor der \u201eEuthanasie\u201c war dabei mehr als der Versuch, die Sterilisationspolitik des NS-Regimes zu diskreditieren. Es f\u00fchrte zwar kein gerader Weg von der Eugenik zur sp\u00e4teren \u201eEuthanasie\u201c &#8211; Eugeniker pl\u00e4dierten nur in den seltensten F\u00e4llen f\u00fcr die Ermordung von Menschen, ging es ihnen doch um eine Auslese vor der Geburt. Gleichwohl hatte Faulhaber wie auch andere Bisch\u00f6fe ein besonderes Sensorium f\u00fcr die zutage tretende Radikalisierung. Vor allem die Omnipr\u00e4senz von abwertenden Begriffen, mit denen Menschen als \u201eminderwertig\u201c und \u201eVolkssch\u00e4dlinge\u201c bezeichnet wurden, lie\u00df in der Praxis die Hemmschwelle daf\u00fcr sinken, kranke und behinderte Menschen zu ermorden.<\/p>\n<p>Wohl gab es unter Medizinern und Juristen in der Weimarer Republik Bestrebungen, die \u201eVernichtung lebensunwerten Lebens\u201c freizugeben, wie der Titel einer ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Schrift lautete \u2013 konsensf\u00e4hig waren sie aber nie. Bei f\u00fchrenden Nationalsozialisten hatte es jedoch Andeutungen gegeben, die \u201eEuthanasie\u201c gesetzlich zu regeln. Die NS-Propaganda betonte vor allem den \u00f6konomischen Hintergrund ihrer Politik gegen kranke und behinderte Menschen.<\/p>\n<p>So hie\u00df es auf einem Bild in der Zeitschrift\u00a0Neues Volk\u00a0aus dem Jahr 1938: \u201e60 000 RM kostet dieser Erbkranke die Volksgemeinschaft auf Lebenszeit. Volksgenosse[,] das ist auch Dein Geld!\u201c Es blieb dem Betrachter selbst \u00fcberlassen, das Bild zu interpretieren. In erster Linie sollte es f\u00fcr das Sterilisationsgesetz werben, andererseits konnte es die Bereitschaft der Bev\u00f6lkerung zur \u201eEuthanasie\u201c erh\u00f6hen. Eindringlich warnte Faulhaber in seinem Fastenhirtenbrief vom Februar 1934 vor den Folgen des propagierten v\u00f6lkischen Utilitarismus: Sittlich war f\u00fcr Faulhaber nur, \u201ewas dem Willen und den Geboten Gottes entspricht\u201c \u2013 und nicht alles, \u201ewas dem Wohle des Volkes dient\u201c. Die Folgen einer solchen Moralphilosophie hatte er klar vor Augen: \u201eEs k\u00f6nnte ein Arzt auf den Gedanken kommen, die schmerzlose T\u00f6tung der sicher unheilbar Kranken, auch der unheilbar Geisteskranken, die sogenannte Euthanasie, erspare dem Staat gro\u00dfe F\u00fcrsorgelasten und diene deshalb dem Wohle des Volkes.\u201c<\/p>\n<p>Zwangsl\u00e4ufig dr\u00e4ngt sich nach diesen Zeilen die Frage auf, weshalb Faulhaber einerseits klar die m\u00f6glichen Folgen des utilitaristischen Kalk\u00fcls der Nationalsozialisten benannte, sich andererseits aber an der eugenischen Diskussion \u00fcber kranke und behinderte Menschen beteiligte, sie in sozialdarwinistischer Manier als \u201eSch\u00e4dlinge der Volksgemeinschaft\u201c bezeichnete und in Konzentrationslagern internieren wollte. Die oft betonte Ambivalenz Faulhabers zeigt sich hier einmal mehr. Ob er sich damit von der gesellschaftlichen Mehrheitsposition abhob, ist eine andere Frage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Morde vor der eigenen Haust\u00fcr: Faulhaber und die \u201eEuthanasie\u201c<\/h3>\n<p>Im Sommer 1939 begann auf Anordnung Hitlers das, was Faulhaber stets bef\u00fcrchtet hatte: die Ermordung von kranken und behinderten Menschen. Patienten in Heil- und Pflegeanstalten wurden fortan in Meldeb\u00f6gen erfasst, anhand deren spezielle Gutachter \u00fcber Leben und Tod der M\u00e4nner und Frauen entschieden. Die \u00d6konomie des Krieges f\u00fchrte zu einer \u00d6konomie des Mordens, die in eigens eingerichteten T\u00f6tungsanstalten vollzogen wurde. Reichsweit ging aus der M\u00fcnchner Anstalt Eglfing-Haar am 18. Januar 1940 der erste aller Transporte ab \u2013 bis zum Stopp der \u201eAktion T4\u201c sollten 2.025 Menschen von dort aus deportiert werden.<\/p>\n<p>Faulhaber d\u00fcrfte einer der Ersten au\u00dferhalb der Heil- und Pflegeanstalten gewesen sein, der wusste, was mit den angeblich nur \u201everlegten\u201c Patienten geschah. Die katholische Kirche geh\u00f6rte n\u00e4mlich zu den bedeutendsten Institutionen des deutschen Gesundheitswesens. 1939 waren 1\/3 aller zivilen Krankenhausbetten und 1\/6 aller Pl\u00e4tze der Heil- und Pflegeanstalten in Besitz der katholischen Kirche. Die katholischen Krankenschwestern stellten fast die H\u00e4lfte der etwa 200.000 Pflegerinnen. Ihnen konnte auf Dauer nicht verborgen bleiben, was man vor ihnen zu verheimlichen versuchte.<\/p>\n<p>In der Erzdi\u00f6zese M\u00fcnchen und Freising gab es insgesamt drei Pflegeeinrichtungen in Tr\u00e4gerschaft der katholischen Kirche: die Stiftung Ecksberg in M\u00fchldorf, die Stiftung Attl bei Wasserburg am Inn und die Associationsanstalt Sch\u00f6nbrunn. Sie alle wurden ab September 1940 in die \u201eAktion T4\u201c miteinbezogen. Die dort t\u00e4tigen Superioren und Anstaltsgeistlichen waren in ein eng verzweigtes Netz der Erzdi\u00f6zese eingebunden, welches Faulhaber eine rasche Informationsgewinnung erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>Otto Stau\u00df, der als Pfarrvikar in Eglfing-Haar t\u00e4tig war, hatte nach eigenen Angaben Faulhaber unmittelbar nach der Erstellung der ersten Meldeb\u00f6gen und erneut nach den ersten Abtransporten \u00fcber die Geschehnisse informiert. Kurz darauf durchsuchte die Gestapo seine Wohnung, verhaftete ihn und verh\u00f6rte ihn vier Tage lang in M\u00fcnchen. Einen Monat sp\u00e4ter enthob ihn der Anstaltsdirektor Hermann Pfannm\u00fcller, der selbst als \u201eT4-Gutachter\u201c t\u00e4tig war, seines Amtes. Faulhaber erreichten nun immer mehr Briefe von Angeh\u00f6rigen ermordeter Patienten.<\/p>\n<p>Als erster Oberhirte protestierte der w\u00fcrttembergische evangelische Landesbischof Theophil Wurm am 19. Juli 1940 bei Innenminister Frick gegen die Morde. Erzbischof Conrad Gr\u00f6ber tat es ihm gleich und formulierte am 1. August zusammen mit dem Rottenburger Generalvikar ein \u00e4hnliches Schreiben. Faulhaber musste sich nun mit der Frage auseinandersetzen, ob er pers\u00f6nlich eine Eingabe abfassen sollte. Zun\u00e4chst sahen die meisten Bisch\u00f6fe den Vorsitzenden der Fuldaer Bischofskonferenz Bertram in der Pflicht, im Namen aller zu protestieren. Dieser konnte sich wiederum zu keinem offenen Protest durchringen und sprach am 11. August in einer Eingabe lediglich von \u201eGer\u00fcchten\u201c, die das Volk beunruhigten. Kurz darauf gab es die ersten Verlegungen aus katholischen Einrichtungen des M\u00fcnchener Erzbistums, unter deren Eindruck Faulhaber wohl zum ersten Mal die \u201eEuthanasie\u201c in seinen Tageb\u00fcchern am 29. September 1940 erw\u00e4hnte.<\/p>\n<p>Der Kardinal war sich unsicher, wie er reagieren sollte. Gegen\u00fcber dem Jesuitenpater Josef Grisar gab er am 29. Oktober zu bedenken, dass er keine \u201eeigene Eingabe machen\u201c k\u00f6nne, damit es kein \u201eNebenherarbeiten\u201c gebe. Faulhaber sah zwar nach wie vor Bertram in der Pflicht und wollte nicht parallel intervenieren, doch f\u00fchlte er sich immer st\u00e4rker zu eigenem Handeln gedr\u00e4ngt. Einen Tag sp\u00e4ter suchte ihn der Apostolische Nuntius Cesare Orsenigo auf, der ihn nun vermutlich endg\u00fcltig umstimmte. Er teilte Faulhaber mit, dass \u201edie Verlegung der Geisteskranken\u201c zwar \u201enicht Sache des Heiligen Vaters\u201c sei, dieser aber die Bisch\u00f6fe ermahne, \u201ein solchen Grundfragen\u201c resoluter aufzutreten.<\/p>\n<p>Das nahm sich Faulhaber zu Herzen. Er formulierte ein sechsseitiges Protestschreiben an Reichsjustizminister G\u00fcrtner, das einer v\u00f6llig anderen Taktik folgte als das von Bertram. Faulhaber machte deutlich, dass er bestens Bescheid wusste. Er hatte eigens Domkapitular Martin Grassl damit beauftragt, Nachforschungen vor Ort anzustellen und einen Bericht zu verfassen. Infolgedessen sprach er nun nicht von Ger\u00fcchten, sondern von einem \u201e\u00f6ffentliche[n] Geheimnis\u201c, einer \u201eTatsache\u201c. Er nannte nicht nur drei der f\u00fcnf T\u00f6tungsanstalten beim Namen, sondern ebenso, was die Beh\u00f6rden zu verschleiern suchten: die \u201eamtliche Beseitigung von kranken Volksgenossen\u201c. Er machte gegen\u00fcber G\u00fcrtner klar, dass auch das \u201ekranke und leidende Menschenleben\u201c ein Recht auf Leben habe.<\/p>\n<p>Faulhaber verteilte Abschriften seines Briefes an zahlreiche Besucher. Selbst im Ausland tauchten Kopien davon auf. Entgegen seinen Erwartungen erhielt auch er keine Antwort. Die einge\u00fcbte Praxis der Eingabepolitik war endg\u00fcltig an ihr Ende gelangt, was Faulhaber nicht wahrhaben wollte. Er setzte weiter auf Protest im Arkanum und einer Mischung aus Kooperation mit wohldosierter \u00f6ffentlicher Kritik, die nie grunds\u00e4tzlich wurde. Sein Einsatz beschr\u00e4nkte sich nun auf sein pers\u00f6nliches Umfeld: Dem Leiter der M\u00fcnchner Privatklinik Josephinum riet er Ende November 1940, \u201edie Alten\u201c heimzuschicken, um sie nicht in Gefahr zu bringen.<\/p>\n<p>Er lie\u00df sich auch versichern, dass das Altersheim, in dem die Schwester seines 1917 verstorbenen Amtsvorg\u00e4ngers Bettinger lebte, nicht in die \u201eAktion T4\u201c miteinbezogen w\u00fcrde. Und nicht zuletzt sorgte er sich um seinen eigenen, ein Jahr \u00e4lteren Bruder Ignaz, der aufgrund einer psychischen Erkrankung seit 1930 in der Heil- und Pflegeanstalt Lohr am Main untergebracht war. Kurz nach seinem Protestschreiben an G\u00fcrtner sorgte der Kardinal daf\u00fcr, dass sein Bruder zun\u00e4chst in die Pflegeanstalt der Barmherzigen Br\u00fcder nach Straubing und sp\u00e4ter in die Anstalt R\u00f6mershag bei Bad Br\u00fcckenau verlegt wurde. Dort starb er in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli 1943 \u2013 nach aktuellem Kenntnisstand \u2013 eines nat\u00fcrlichen Todes.<\/p>\n<p>Obwohl Faulhaber um das Leben seines Bruders f\u00fcrchten musste, konnten sich weder er noch ein anderer Bischof zu einem weiteren Protest, gar einem \u00f6ffentlichen durchringen. Einzig auf einen gemeinsamen Hirtenbrief konnte sich die Fuldaer Bischofskonferenz einigen, der wie so h\u00e4ufig derma\u00dfen verklausuliert formuliert war, dass ihn nur wenige Katholiken verstanden haben d\u00fcrften. Das Morden ging weiter, mittlerweile dauerte es eineinhalb Jahre an. In Bayern war die \u201eAktion T4\u201c inzwischen weit fortgeschritten \u2013 im Gegensatz zu Westfalen, wo erst im Sommer 1941 die Deportationen in vollem Umfang begannen.<\/p>\n<p>Der dortige Bischof, Clemens August Graf von Galen, wollte das nicht widerstandslos hinnehmen. Angesichts des drohenden Hinmordens seiner eigenen Di\u00f6zesanen sah er als\u00a0episcopus\u00a0den Zeitpunkt gekommen, sein Wort in der \u00d6ffentlichkeit zu erheben. Schon zuvor hatte er zusammen mit Bischof Preysing aus Berlin Bertrams Kurs im Umgang mit dem Vernichtungsprogramm kritisiert. Preysing warf Bertram vor, dieser habe immerfort zum \u201ePaktieren\u201c geneigt, also Kompromisse mit dem NS-Staat gesucht, um in erster Linie die Kirche zu besch\u00fctzen.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr Faulhaber, der mit seiner Suche nach dem \u201emodus vivendi\u201c zugespitzt die Belange der eigenen Kirche stets h\u00f6her gewichtete als den selbstlosen Einsatz f\u00fcr Verfolgte. Im Gegensatz zu Bertram wollte Faulhaber aber in jedem Fall verhindern, dass es zu einer Vereinbarung mit dem NS-Regime kam, durch welche die \u201eEuthanasie\u201c gegen Erleichterungen bei der Durchf\u00fchrung faktisch akzeptiert w\u00fcrde. Zu solchen Zugest\u00e4ndnissen waren etwa Teile der evangelischen Kirche bereit.<\/p>\n<p>Eine fast kontr\u00e4re Position zu Faulhaber und Bertram nahm Galen ein. Er forderte bereits 1936 einen \u201eWechsel in der Kampftaktik\u201c und schrieb im Mai 1941, dass im Angesicht der Patientenmorde nun der \u201eZeitpunkt des pflichtm\u00e4\u00dfigen \u00f6ffentlichen Protests\u201c gekommen sei, der einschlie\u00dfe \u201egegebenenfalls die eigene Freiheit und das Leben zum Opfer zu bringen\u201c. Galen nahm also das Martyrium in Kauf, als er am 3. August 1941 in Sankt Lamberti in M\u00fcnster \u2013 der letzten von insgesamt drei kritischen Predigten \u2013 die Machthaber frontal angriff und ganz offen \u00fcber die Vernichtung angeblich \u201elebensunwerten Lebens\u201c sprach. Er mahnte dabei die Kirchenbesucher: \u201eWenn einmal zugegeben wird, da\u00df Menschen das Recht haben, \u201aunproduktive\u2018 Mitmenschen zu t\u00f6ten [\u2026], dann ist der Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben.\u201c<\/p>\n<p>Die Worte des Bischofs verbreiteten sich rasend schnell im ganzen Reich. Auch Faulhaber verteilte sie an viele seiner Besucher, wie die Tageb\u00fccher zeigen. Er hielt die Predigt aber wohl f\u00fcr einen Fehler. Laut Protokoll der Ordinariats-Sitzung vom 28. November 1941 sprach Faulhabers Generalvikar Buchwieser vom \u201efalsche[n] Aufruf des Bischofs von M\u00fcnster\u201c \u2013 beide lehnten \u00f6ffentliche Proteste ab, weil sie glaubten, damit mehr Schaden als Nutzen zu generieren. Das Gegenteil war vorerst der Fall. Hitler entschied, dass das Mordprogramm gestoppt werden sollte. Am 24. August 1941 stellten die T\u00f6tungsanstalten im Reich ihren Betrieb ein.<\/p>\n<p>Die Predigt traf die Machthaber in einer \u00e4u\u00dferst prek\u00e4ren Situation. An der Ostfront lie\u00df der Sieg auf sich warten, was das NS-Regime in eine \u201eLegitimationskrise\u201c st\u00fcrzte. Eine innenpolitische Krise sollte deshalb unter allen Umst\u00e4nden abgewandt werden. Dennoch darf der Protest gegen die \u201eAktion T4\u201c nicht als reine Erfolgsgeschichte gewertet werden. Zum einen waren die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Aufruhr stark durch die Bef\u00fcrchtung gepr\u00e4gt, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter selbst in die Mordaktion miteinbezogen zu werden, weshalb der Protest gegen die Judenverfolgung, die sich ja gegen \u201edie anderen\u201c richtete, deutlich zur\u00fcckhaltender ausfiel.<\/p>\n<p>Zum anderen stoppte dieser Protest die \u201eEuthanasie\u201c auch nicht vollst\u00e4ndig, da die \u201eKindereuthanasie\u201c sowie die Ermordung von alten und kranken KZ-H\u00e4ftlingen ungebremst fortgesetzt wurde. Nicht zuletzt wurde zwar die \u201eAktion T4\u201c gestoppt, die T\u00f6tung von Patienten und Pfleglingen ging aber weiter \u2013 ver\u00e4ndert wurde allein das\u00a0Wie\u00a0und\u00a0Wo\u00a0des Mordens.<\/p>\n<p>So berichtete der Superior der Anstalt Ursberg Faulhaber am 17. November 1941, dass bei ihnen die \u201eAbtransporte aufgeh\u00f6rt\u201c h\u00e4tten. Zwei Tage zuvor hatte Faulhaber aber bereits der Vikar von Eglfing-Haar besucht, der ihm mitteilte: \u201eEs wird nicht mehr abtransportiert, sondern im Hause selber gemacht.\u201c Bei Pflegerinnen der Anstalt f\u00fchrte das zu schweren Gewissenskonflikten, wie der Vikar schilderte: \u201eWenn sie direkt fragen, darf ich das Pulver geben oder die Spritze?\u201c Bis jetzt war die Forschung davon ausgegangen, dass in Eglfing-Haar \u201enur\u201c Kinder mit Medikamenten ermordet wurden \u2013 bei Erwachsenen gab es lediglich Verdachtsmomente.<\/p>\n<p>Die Aufzeichnungen Faulhabers scheinen aus diesem Verdacht Gewissheit werden zu lassen. Doch waren es nicht nur Medikamente, mit denen Menschen ermordet wurden. Seit Ende 1942 lie\u00df man Patienten infolge des sogenannten bayerischen Hungerkosterlasses gezielt verhungern. \u201eWir halten sie fett- und eiwei\u00dflos, dann gehen sie von selber\u201c, kommentierte Direktor Pfannm\u00fcller das Vorhaben. Mit Andauern des Kriegs und infolge der desastr\u00f6sen Versorgungslage litt nun beinahe jeder Patient in Heil- und Pflegeanstalten Hunger. Unz\u00e4hlige Menschen starben infolge der grauenhaften Lebensumst\u00e4nde in den Anstalten. Sie \u00fcberstiegen die durch die bei der \u201eAktion T4\u201c ermordeten Patienten bei Weitem: W\u00e4hrend 70.000 Menschen in den T\u00f6tungsanstalten vergast wurden, d\u00fcrften \u00fcber 100.000 M\u00e4nner, Frauen und Kinder im Deutschen Reich infolge der \u201edezentralen Euthanasie\u201c den Tod gefunden haben. Hinzu kommen die in Deutschland oft vergessenen zigtausenden Patienten aus den osteurop\u00e4ischen Anstalten, die SS und Wehrmacht im Krieg erschossen.<\/p>\n<p>Ab 1942 findet sich in den Tageb\u00fcchern kein Hinweis mehr darauf, was in den Anstalten vor sich ging. Nach der Predigt Galens wagte der Episkopat zwar mehr \u00f6ffentliche Kritik \u2013 es folgten zwei Hirtenbriefe, in denen die Bisch\u00f6fe den Film \u201eIch klage an\u201c kritisierten und vergleichsweise offen gegen die \u201eEuthanasie\u201c protestierten. Faulhaber verlas als einziger deutscher Bischof ein Hirtenwort, das \u00e4hnlich scharf die \u201eEuthanasie\u201c-Morde verurteile wie die Predigt Galens. An der Situation in den Anstalten \u00e4nderten all diese Worte nichts mehr.<\/p>\n<p>Das d\u00fcrfte auch daran gelegen haben, dass der Episkopat vor allem eine Wiederaufnahme der \u201eAktion T4\u201c verhindern wollte. Obwohl Faulhaber etwa durch den Vikar wusste, was in den Anstalten vor sich ging, erhob er sein Wort gegen die \u201edezentrale Euthanasie\u201c nicht. Doch wieso? Akzeptierte er wie viele andere, dass die Not der Kriegszeit Ma\u00dfnahmen bedinge, die sich besonders stark auf die Schw\u00e4chsten der Gesellschaft auswirkten? Schlie\u00dft sich hier der Kreis zu sozialdarwinistischen Vorstellungen des Kardinals, die bei der Eugenik ihren Ausgangspunkt genommen hatten? Diese Frage wird die weitere Forschung besch\u00e4ftigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 9. November 1940 erhielt die Mutter des Hilfsarbeiters Andreas H. von der Landesanstalt Hartheim bei Linz einen Brief. Darin teilte ihr der dort verantwortliche Beamte mit, dass ihr Sohn \u201einfolge Typhus mit nachfolgender Herzmuskelschw\u00e4che\u201c gestorben sei. Aufgrund der m\u00f6glichen Verbreitung von Krankheitserregern habe der Leichnam sofort einge\u00e4schert werden m\u00fcssen. 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