{"id":32203,"date":"2023-07-17T14:34:09","date_gmt":"2023-07-17T12:34:09","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=verzicht"},"modified":"2025-01-09T11:05:06","modified_gmt":"2025-01-09T10:05:06","slug":"verzicht-keine-utopie","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/verzicht-keine-utopie\/","title":{"rendered":"Verzicht: (k)eine Utopie"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-4\">B<\/span>ekanntlich ist die Philosophie aus dem\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Thaumazein<\/span>, dem Staunen, entstanden. Gemeint ist allerdings nicht das bewundernde Staunen \u00fcber die gro\u00dfartige Ordnung und Sch\u00f6nheit der Welt, sondern das skeptische Staunen: dass vieles in der Welt sich nicht so verh\u00e4lt, wie man erwartet.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mit einem derartigen Staunen muss ich meinen Vortrag beginnen: In der Tradition der philosophischen und der theologischen Ethik sowie in der Praxis der Weltreligionen haben verschiedene Formen des Verzichts eine erhebliche Bedeutung. Die entsprechende Praxis des Verzichts wird keineswegs nur von frommen Menschen gepflegt, sondern auch von weniger frommen Gl\u00e4ubigen, selbst von s\u00e4kularen Zeitgenossen. Sie fasten oder spenden vor oder an christlichen oder an j\u00fcdischen Feiertagen, Muslime praktizieren beides im Monat Ramadan. \u00dcberzeugte Muslime und Juden verzichten \u00fcberdies aufs Schweinefleisch, Muslime zus\u00e4tzlich auf Alkohol.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Weltfremd?<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Dennoch sucht man heute in den einschl\u00e4gigen Nachschlagewerken die zust\u00e4ndigen Stichworte vergeblich. In erstaunlich vielen Lexika der Philosophie und der Theologie findet man keinen Eintrag \u201eVerzicht\u201c. F\u00fcr die Theologie fehlt er beispielsweise in der mir vorliegenden Auflage des vielb\u00e4ndigen evangelischen Lexikons\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Religion in Geschichte und Gegenwart<\/span>\u00a0und im immerhin f\u00fcnfb\u00e4ndigen vornehmlich katholischen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Neuen Handbuch theologischer Grundbegriffe<\/span>; das katholische, erneut vielb\u00e4ndige Werk\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Lexikon f\u00fcr Theologie und Kirche<\/span>\u00a0enth\u00e4lt zwar einen Eintrag \u201eVerzicht\u201c, der aber provokativ kurz ausf\u00e4llt. Auch die verwandten Stichworte wie \u201eAskese\u201c und \u201eFasten\u201c sucht man zum Beispiel im genannten\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Neuen Handbuch<\/span>\u00a0vergeblich. Eine Ausnahme bildet, man sehe mir diesen Hinweis nach, das von mir herausgegebene<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0\u00adLexikon der Ethik<\/span>.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Tauchen wir also mit dem Thema des Verzichts<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0<\/span>in eine uns fremd gewordene Welt ein? Denn so viel Bildungswissen haben wir noch, dass wir wissen, dass das Verzichten fr\u00fcher durchaus eine Rolle spielte. Ist der Verzicht also eine Utopie im w\u00f6rtlichen Sinn, ein Nichtort oder Nirgendland? Ist die blo\u00dfe Aufforderung zu verzichten ein Zeichen von Weltfremdheit? Die entsprechenden Gesellschaftsdiagnosen kennen wir, etwa die Rede von einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Andererseits bleibt meine einleitende Beobachtung doch richtig. In den genannten religi\u00f6sen Zeiten, in der Fastenzeit, auch dem Advent, fr\u00fcher an allen Freitagen, an denen zumindest Katholiken auf Fleisch verzichteten (und Schwaben angeblich daf\u00fcr und f\u00fcr die Fastenzeit als\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Herrgottsbeschei\u00dferle<\/span>\u00a0die Maultaschen erfanden) und bei den Muslimen im Ramadan, wird noch gefastet und gespendet. Und wer sich sch\u00e4mt zu fasten, weil er sich damit als noch partiell gl\u00e4ubiger Christ zu erkennen gibt, verschiebt es vielleicht in andere Jahreszeiten und nennt es, obwohl kein Muslim, lieber \u201eRamadan\u201c. Allerdings dessen strenge Regel, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu fasten, befolgt er lieber doch nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Eine erste Begriffskl\u00e4rung<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Behandeln wir das Thema philosophisch, das hei\u00dft als erstes: gr\u00fcndlich und machen uns kundig, vorab im Sprachgebrauch. Um sich an die semantische und lebensweltliche Bedeutung einer Sache heranzutasten, empfiehlt sich generell ein Blick in das\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Deutsche W\u00f6rterbuch<\/span>, das Jacob und Wilhelm Grimm begonnen haben. In ihrem bewundernswerten, der Gelehrsamkeit gewidmeten Leben tritt auch ein Verzicht zutage, den man nicht untersch\u00e4tzen sollte: der Verzicht, sich von Belanglosigkeiten ab\u00adlenken zu lassen, heute beispielsweise nicht beim Fernsehen h\u00e4ngen zu bleiben, wenn Sendungen nicht einmal intelligent unterhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zur\u00fcck zum\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Deutschen W\u00f6rterbuch<\/span>: Bis weit in das 18. Jahrhundert versteht die deutsche Sprache unter dem Verzicht vor allem das in einem f\u00f6rmlichen Willensakt vorgenommene Aufgeben von Rechtsanspr\u00fcchen. Mit diesem Verst\u00e4ndnis ist der Verzicht, den wir heute in der Regel meinen, nur weitl\u00e4ufig verwandt. Er bleibt zwar ein Willensakt, aber weniger im Sinne eines Rechtsvorgangs denn als einer Lebenshaltung, als einer pers\u00f6nlichen Einstellung und Sinnesart. Anspruchsvoll verstanden bedeutet heute der Verzicht die zu einem Pers\u00f6nlichkeitsmerkmal gewordene Haltung, ein Ethos, das dann in einschl\u00e4gigen Entscheidungen und Handlungen zutage tritt. Insofern bleibt ein Kernelement erhalten, die frei und bewusst eingegangene, insofern selbst auferlegte Einschr\u00e4nkung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Verzicht entspringt also einem Willensakt, womit er keine geringere als eine anthropologische Bedeutung hat: Die F\u00e4higkeit und Bereitschaft zum bewussten und freiwilligen, nicht etwa instinktgesteuerten Verzicht zeichnet den Menschen vor den Tieren, selbst, soweit wir sie kennen, vor den intelligentesten Tieren aus. Sie unterscheidet auch die f\u00fcr sich verantwortliche und zurechnungsf\u00e4hige, die m\u00fcndige Person, von den noch unm\u00fcndigen Kindern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Vorbild Antike<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Wie in fast allen Bereichen unserer Kultur finden sich auch f\u00fcr unser Thema entscheidende Wurzeln in der griechischen Antike, verbunden freilich mit bemerkenswerten Besonderheiten. Dazu geh\u00f6rt diese Beobachtung: Wer heute den Ausdruck der Askese h\u00f6rt, denkt spontan an eine Selbsteinschr\u00e4nkung, die zu harter Selbstzucht gesteigert wird. Er denkt insbesondere an eine mitleidslose Z\u00fcgelung der sinnlichen Begierden, der Leidenschaften des Essens, Trinkens und der Sexualit\u00e4t. W\u00f6rtlich bedeutet der Ausdruck aber jenes \u00dcben und Ein\u00fcben, das nicht einem verringerten, sondern einem gesteigerten Menschsein dient. Diese Askese ist das unverzichtbare Element einer Philosophie, die sich als\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">savoir vivre,\u00a0<\/span>Lebenskunst, versteht. Sie zielt auf ein zur Meisterschaft gesteigertes K\u00f6nnen, bei dem das\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">savoir vivre<\/span>, das Zu-leben-Verstehen, nicht zu einem blo\u00dfen Genie\u00dfen verflacht ist. Die wahre Askese ist der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Eudaimonie<\/span>, dem guten und gelungenen Leben, dem Gl\u00fcck im Sinne von Gl\u00fcckseligkeit, verpflichtet.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der wortm\u00e4chtige Moralkritiker, aber auch Altphilologe und Pfarrerssohn Friedrich Nietzsche bringt es auf den Punkt. Viele halten Nietzsche f\u00fcr einen Nihilisten, der alle Werte ablehnt. Tats\u00e4chlich nimmt er eine \u201eUmwertung aller Werte\u201c vor. Dabei erhalten oft dieselben Werte eine neue Wertgrundlage. Sie besteht in einer Person, die uns durchaus willkommen sein sollte, in einem selbstverantwortlichen, souver\u00e4nen Individuum. In Bezug auf die Askese bedeutet die Umwertung, wie Nietzsche schreibt, dass die \u201edrei gro\u00dfen Prunkworte Armut, Demut, Keuschheit bei allen gro\u00dfen, sch\u00f6pferischen Geistern\u201c zwar einer \u201emutwilligen Sinnlichkeit Z\u00fcgel anlegen\u201c. Dies geschieht aber, f\u00e4hrt er in der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Genealogie der Moral<\/span>, in<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0<\/span>ihrer dritten Abhandlung\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Was bedeuten asketische Ideale?<\/span>\u00a0fort,<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0<\/span>nicht um der Z\u00fcgelung der Begierden selber willen. Diese Askese ist kein Selbstzweck, sondern steht in Diensten, insbesondere Diensten der Geistigkeit, beispielsweise der Gelehrsamkeit oder der Musik und Literatur. Jedenfalls soll einem gewissen Lebensideal zur Dominanz verholfen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Sophrosyne: Besonnenheit<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Kehren wir zu den Griechen zur\u00fcck. Eine Wurzel ihres Verzichtsdenkens finden wir in ihren \u00dcberlegungen zur\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Sophrosyne<\/span>. W\u00f6rtlich bedeutet sie den gesunden Sinn, mithin jenen gesunden Menschenverstand, den\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">common sense<\/span>, \u00fcber den man sich nicht erhaben f\u00fchlen sollte. Der gemeinte gesunde Menschenverstand versteht sich n\u00e4mlich auf dreierlei: Er kennt sich selber, er vermag sich auch mit den Augen seiner Mitmenschen zu sehen, und er wei\u00df um seine eigenen M\u00f6glichkeiten, einschlie\u00dflich deren Grenzen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Sophrosyne hat einen festen Platz in jener volkst\u00fcmlichen Moral der Griechen gefunden, die in den Spruchweisheiten der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Sieben Weisen<\/span>\u00a0pointiert formuliert worden sind, also von ebenso lebenserfahrenen wie sprachm\u00e4chtigen Personen wie dem Gesetzgeber Solon und dem Mathematiker, Naturforscher und Philosophen Thales. Diese Autoren bringen zwei Grundgefahren der Menschheit auf den Punkt, die Hybris und die Pleonexie.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die erste anthropologische, der Tierwelt unseres Wissens unbekannte Grundgefahr, besteht in der Hybris, dem frevelhaften \u00dcbermut. Er wird schon in Literatur wie den Epen Homers und den Trag\u00f6dien von Aischylos, Sophocles und Euripides gegei\u00dfelt, dr\u00e4ngt daher diese Nebenbemerkung auf: Gl\u00fccklich ist eine Kultur, zu deren von allen B\u00fcrgern geachtetem Bildungskanon eine derart gro\u00dfe, zugleich erziehungsm\u00e4chtige Literatur geh\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die zweite Grundgefahr kommt in Forderungen wie \u201eMedan agan\u201c, \u201eNichts im \u00dcberma\u00df\u201c, zur Sprache. Sie verlangen n\u00e4mlich, einer wieder typisch menschlichen, im Tierreich nicht zu findenden Neigung entgegenzutreten, die wir aus dem M\u00e4rchen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Der Fischer und seine Frau<\/span>\u00a0kennen. Leidenschaften wie die Habsucht, aber auch die Ehrsucht und Herrschsucht sind nie zufrieden; sie verlangen mehr und mehr und noch einmal mehr, ohne jede innere Grenze.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gegen beide Grundgefahren tritt nun die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Sophrosyne<\/span>, die Besonnenheit, auf den Plan. Sie fordert keineswegs, alle spontan auftretenden Neigungen zu unterdr\u00fccken. Sie verlangt nicht den R\u00fcckzug in eine weltabgewandte Askese. Sie fordert nur, aber auch immerhin beides, zu \u00fcberwinden, sowohl das \u00fcberm\u00fctige Vertrauen in die eigenen Kr\u00e4fte, den frevelhaften \u00dcbermut, die Hybris, als auch die st\u00e4ndige Unzufriedenheit, die von Leidenschaften wie der Ehrsucht, der Herrschsucht und der Habsucht, die Pleonexie.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die zwei Kirchenlehrer der Philosophie: Platon und Aristoteles<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Eine der gedankenreichsten, deshalb zu Recht wirkungsm\u00e4chtigsten Texte des abendl\u00e4ndischen Geistes ist Platons Dialog<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0Politeia<\/span>, zu Deutsch:<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0Der Staat.<\/span>\u00a0Hier sieht der erste Kirchenlehrer meines Metiers, der Philosophie, f\u00fcr die Besonnenheit zwei Anwendungsbereiche, au\u00dfer einzelnen B\u00fcrgern auch deren Gemeinwesen, die Polis. Beiden gegen\u00fcber \u00fcbernimmt die Besonnenheit dieselbe Aufgabe, die \u201eM\u00e4\u00dfigung der Begierden\u201c (Buch IV, 430e) zugunsten derselben Leitidee, der Herrschaft des Besseren \u00fcber das Schlechte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nur in Klammern: Es ist dieser Zweck, um dessentwillen die F\u00fchrungselite der Polis auf eine eigene Familie und auf pers\u00f6nliches Eigentum verzichten soll. Platon wei\u00df um das Skandal\u00f6se dieser Forderungen. Er kennt aber auch die Gefahr, dass man beispielsweise im Fall von Konflikten zwischen dem Familien- und Staatswohl zulasten derjenigen Verantwortung entscheidet, f\u00fcr die man doch eigentlich zust\u00e4ndig ist, n\u00e4mlich des Gemeinwohls. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Versuchung des Geldes: Wer schon \u00fcber enorme Macht verf\u00fcgt, braucht keine weiteren, dem politischen Amt eventuell sch\u00e4dlichen Zusatzanreize: weder eine gro\u00dfe Verg\u00fctung noch lukrative Nebent\u00e4tigkeiten, und auch nicht, dass er nach dem Ausscheiden aus seinem politischen Amt eine hochdotierte Lobbyt\u00e4tigkeit \u00fcbernimmt. Derartige Forderungen ben\u00f6tigen nicht einmal spezielle Compliance-Regeln. Eine zur Idee des ehrbaren Kaufmanns analoge Idee des ehrbaren Politikers sollte eigentlich gen\u00fcgen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der zweite gro\u00dfe Kirchenlehrer der Philosophie, Aristoteles, konzentriert sich bei der Besonnenheit zwar auf die pers\u00f6nliche Seite. Diese ist bei ihm aber Teil des \u201ebios politikos\u201c, des (moralisch-)politischen Lebens. Sie hat daher auch eine politische Bedeutung. Gemeinwesen, deren B\u00fcrger hinsichtlich Lust und Unlust das rechte Ma\u00df finden, deren B\u00fcrger also in Bezug auf die sinnlichen Freuden des Essens und Trinkens und der Sexualit\u00e4t, auch in Bezug auf die emotionale Seite des Zorns, sich weder dem Zuviel, der Z\u00fcgellosigkeit, noch dem Zuwenig, der Gef\u00fchlslosigkeit, hingeben, bleiben stabil und k\u00f6nnen dar\u00fcber hinaus wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch, nicht zuletzt wissenschaftlich und kulturell aufbl\u00fchen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Weil es weder ein Zuviel noch ein Zuwenig geben darf, spricht Aristoteles von Meson<span class=\"CharOverride-7\">,<\/span> einem Mittleren oder einer Mitte. Diese darf man aber nicht quantitativ verstehen. Gemeint ist vielmehr eine Vortrefflichkeit, eben eine Tugend, die die Welt der sinnlichen und emotionalen Antriebskr\u00e4fte, sagt Aristoteles, nach Ma\u00dfgabe der Vernunft und dessen gestaltet, was sich geh\u00f6rt. Das Moment des Verzichts, das man dabei praktiziert, besteht also nicht in einer Einschr\u00e4nkung der Gef\u00fchlswelt oder sogar deren Unterdr\u00fcckung. Es kommt vielmehr auf das an, was der genannte Nietzsche sp\u00e4ter betonen wird, auf die souver\u00e4ne Herrschaft des Menschen \u00fcber die skizzierten Antriebskr\u00e4fte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein j\u00fcngerer Zeitgenosse von Platon und \u00e4lterer von Aristoteles ist der Kyniker Diogenes von Sinope. Als ein begnadeter Selbstinszenierer steigert er den Verzicht zur Bed\u00fcrfnislosigkeit und zelebriert diese auf eine Weise, die ihn ins Ged\u00e4chtnis der Menschheit einbrennt: Er nimmt sich ein Fass zur Wohnung und wird als \u201ePhilosoph in der Tonne\u201c in die Weltgeschichte eingehen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">F\u00fcr Verzicht setzt sich auch ein Philosoph ein, von dem man es am wenigsten erwartet. F\u00fcr ihn, Epikur, z\u00e4hlt allein die Lust, auf Griechisch die Hedone. Deshalb z\u00e4hlt man ihn zu den Hedonisten. Als Philosoph ist er freilich alles andere als ein naiver Hedonist. Er vertritt vielmehr einen aufgekl\u00e4rten Hedonismus. Danach besteht die nicht blo\u00df momentane und vor\u00fcbergehende, sondern die nachhaltige und wahre Lebenslust in jener Gelassenheit, jener Seelenruhe, die man am ehesten mit wenigen Bed\u00fcrfnissen und leicht zu erf\u00fcllenden W\u00fcnschen erreicht. In Nietzsches Worten: \u201eEin G\u00e4rtchen, Feigen, kleiner K\u00e4se und dazu drei oder vier Freunde \u2013 das war die \u00dcppigkeit Epikurs.\u201c<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Zwei christliche Kirchenlehrer: Augustinus und Thomas von Aquin<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Von diesen lebensklugen Einstellungen zur Gef\u00fchlswelt weichen sp\u00e4tere Platon-Anh\u00e4nger, sogenannte Neuplatonischen, ab. Sie nehmen eine Kluft zwischen der sinnlichen und geistigen Welt an, weshalb sie bek\u00e4mpft und am Ende ganz \u00fcberwunden werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Man k\u00f6nnte eine derart lebensfremde und menschenfeindliche Ansicht auf sich beruhen lassen. Ungl\u00fccklicherweise hat sie aber christliches Denken zum Teil stark beeinflusst, beispielsweise einen ausschweifenden Playboy, der sich sp\u00e4ter zum christlichen Asketen wandeln wird: den hocheinflussreichen Kirchenlehrer Aurelius Augustinus.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nach eigener Auskunft hat dieser \u00fcberragende Intellektuelle \u00fcber viele Jahre ein ausschweifendes Leben gef\u00fchrt. Nach seiner Bekehrung zum Christentum will er jedoch wie ein M\u00f6nch leben, n\u00e4mlich auf Reichtum, Frauen und Karriere verzichten. Er verzichtet zwar, diesen Verzicht von allen Christen zu verlangen. Tats\u00e4chlich kann man aber die Gefahr nicht leugnen, dass ein radikaler Verzicht nach dem Vorbild des Augustinus vielerorts als der in christlicher Hinsicht bessere eingesch\u00e4tzt, der Verzicht auf diesen Verzicht reduziert wird. Man kann es auch schwerlich leugnen, dass leib- und lebensfeindliche Neigungen dem Christentum nicht fremd sind. Immer wieder erscheint, mit neuplatonischen Vorstellungen im Hintergrund, der der Welt abgewandte, sie nicht selten sogar verneinende Asket als christliches Ideal.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine weitere nicht lebensfreundliche Quelle fr\u00fchchristlicher \u00dcberzeugungen sind die damals im Mittelmeerraum verbreiteten Gestalten der Askese. Sie pflegen au\u00dfer dem Fasten auch den Verzicht auf Schlaf, praktizieren sexuelle Enthaltsamkeit und generell eine Bed\u00fcrfnis- und Anspruchslosigkeit. Mit der urspr\u00fcnglichen Bedeutung der Askese, dem Ein\u00fcben eines gesteigerten Menschseins, hat diese Haltung wenig, recht eigentlich gar nichts zu tun. Gleichwohl werden einige Elemente \u201echristlich getauft\u201c vom Christentum \u00fcbernommen. Ein Beispiel: Das Muster eines M\u00f6nchslebens, das Z\u00f6libat, ist bekanntlich zum (Fast-)Alleinstellungsmerkmal der katholischen Priester geworden, auch wenn sie keine Ordensleute sind. Und vielerorts gilt das z\u00f6libat\u00e4re Leben als dem Ehe- und Familienleben geistlich \u00fcberlegen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bei der zweiteiligen Hauptquelle des Christentums sieht es anders aus. Das Alte Testament ist reich an Texten zur Sinnenfreude; das Judentum kennt kein Z\u00f6libat, insbesondere kein Pflichtz\u00f6libat. Und vom Neuen Testament kann man wohl schwerlich behaupten, es sei von Sinnenfeindschaft durchdrungen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Vor allem darf eine faire Beurteilung dies nicht unterschlagen: Nach Matth\u00e4us, Kap. 6, Vers 16, darf christliches Fasten nicht \u201emit finsterem Gesicht\u201c erfolgen. Daher erkl\u00e4rt selbst der zum M\u00f6nchsleben konvertierte Augustinus mit Nachdruck, es sei \u201eganz und gar gleichg\u00fcltig, wie viel einer esse\u201c. Entscheidend sei allein, \u201emit welcher Leichtigkeit und Heiterkeit des Herzens er darauf verzichten k\u00f6nne, wenn Not oder Sollen es erfordern\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Augustinus steht, wie gesagt, dem Neuplatonismus nahe. F\u00fcr den zweiten gro\u00dfen Kirchenlehrer, Thomas von Aquin, ist hingegen der zweite Kirchenlehrer der Philosophie, Aristoteles, das herausragende Vorbild. Von ihm angeregt tritt Thomas der damals verbreiteten, mancherorts auch heute vertretenen Ansicht entgegen, Fasten sei etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches. Bei Fasten dr\u00e4nge sich die Vorstellung eines Asketen, vielleicht auch die eines Heiligen auf. Tats\u00e4chlich sei es nicht einmal eine wahrhaft religi\u00f6se Praxis. Denn es werde von der Lex naturae, dem nat\u00fcrlichen Sittengesetz, geboten. Es gr\u00fcnde also in einem allgemeinmenschlichen Sollen. Deshalb leuchtet eine Tugend wie die Besonnenheit, von Thomas temperantia, \u201eMa\u00df\u201c genannt, auch einem religionsunabh\u00e4ngigen, rein s\u00e4kularen Denken ein: F\u00fcr die Forderung, Ma\u00df zu halten, kann man sich auf das fraglos vorchristliche Gebot \u201eNichts im \u00dcberma\u00df\u201c berufen. Eine Belehrung durch die Bibel, das Alte oder das Neue Testament, sind hier unn\u00f6tig. Handlungen wie ein Fasten, sagt Thomas, seien wie ein Arzneimittel, das man gegen den \u201eAufruhr der Sinnlichkeit\u201c immer wieder zu sich nehmen solle.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Von Aristoteles her dr\u00e4ngt sich dagegen ein Einwand vor. Wie die anderen Charaktertugenden, so erwirbt man nach Aristoteles die Besonnenheit durch ein st\u00e4ndiges Ein\u00fcben. Besonnen wird man n\u00e4mlich durch ein besonnenes Handeln, sofern man es so oft praktiziere, dass es nach einiger Zeit zu einem Charaktermerkmal werde. Wer seine Triebe und Bed\u00fcrfnisse immer wieder vern\u00fcnftig kontrolliert, der bildet die Tugend der Besonnenheit aus, so dass bei ihm ein \u00dcbergewicht der Triebe und Bed\u00fcrfnisse nicht mehr droht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die christliche Relativierung der s\u00e4kularen Tugenden<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Ob leibfeindlich oder sinnenfroh \u2013 der christlichen Gestalt der gew\u00f6hnlichen Verzichte liegt ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Verzicht, ein Tiefenverzicht, zugrunde. Die Verzichte sind n\u00e4mlich als Nachfolge des alles entscheidenden Vorbilds, des Reformjuden Jesus von Nazareth, und \u201eum des Himmelreichs willen\u201c zu \u00fcben. Aus diesem Grund braucht es in sachlicher Hinsicht vorab einen tiefer reichenden Verzicht. Ohne Zweifel ist es ehrenwert, dass christliche Organisationen sich in Caritas und anderen Formen der N\u00e4chstenliebe engagieren. Allerdings gibt es daf\u00fcr l\u00e4ngst andere, s\u00e4kulare Motivationen, beispielsweise das dritte Prinzip der nachdr\u00fccklich antikirchlichen Franz\u00f6sischen Revolution, die Fraternit\u00e9, die Br\u00fcderlichkeit. Und in anderen Kreisen herrscht daf\u00fcr die geschlechtsneutrale Bezeichnung, die Solidarit\u00e4t. Spezifisch christlich wird es jedenfalls erst, wenn man eine Forderung ernst nimmt, die in unseren l\u00e4ngst s\u00e4kularen Gesellschaften als rundum utopisch erscheinen muss: \u201eWer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Frage, wie man diese Forderung des N\u00e4heren zu leben hat, m\u00fcssen nicht Philosophen, sondern christliche Theologen nachgehen. Als Philosoph kann ich mich aber kundig machen, welche Folgerungen die gro\u00dfen christlichen Kirchenlehrer gezogen haben. Sie bestehen in einer nachhaltigen Entmachtung der weltlichen Tugenden. Sie bleiben zwar, so darf man vermuten, wichtig, gewiss. Sie verlieren aber ihr Eigenrecht. Die weltlichen Tugenden suchen den Lebenssinn, die Gl\u00fcckseligkeit, auf Griechisch die Eudaimonia, auf Latein die Beatitudo, in diesem dann irdisch genannten Leben. Vom wahrhaft christlichen Standpunkt, dem des Himmelreiches, sinken sie jedoch zu Voraussetzungen, wenn es sie \u00fcberhaupt braucht, des eigentlichen Gl\u00fccks herab. F\u00fcr dieses werden n\u00e4mlich drei neuartige Tugenden eingef\u00fchrt. Und sie, nicht die bisherigen weltlichen Tugenden, gelten als gl\u00fccksentscheidend.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der f\u00fcr eine s\u00e4kulare Gesellschaft zutiefst provokative Charakter liegt nun darin, dass es genau genommen nur noch auf sie, die religi\u00f6sen beziehungsweise theologischen Tugenden ankommt. Es sind die Tugenden des Glaubens, der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">fides<\/span>, der Hoffnung, der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">spes<\/span>, und der Liebe, der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">caritas<\/span>, aber in einem von der Organisation der Caritas grundverschiedenen Sinn. Mit Hilfe des Glaubens befreit man sich vom Verhaftetsein an das Irdische und wird f\u00fcr den Gedanken eines vor allem jenseitigen verg\u00e4nglichen Lebens offen, das freilich schon hier, im Diesseits, beginnen kann. Die Liebe zielt auf das, worauf es letztlich ankommt, auf die erneut insbesondere im Jenseits m\u00f6gliche Schau Gottes. Und die Hoffnung l\u00e4sst erwarten, dieser Schau einmal tats\u00e4chlich teilhaftig zu werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Provokation dieser neuartigen Tugenden, das sollte man weder unterschlagen noch kleinreden, ist enorm. Die christlichen Tugenden drohen den weltlichen \u201eheidnischen\u201c Tugenden, wie schon gesagt, ihr Eigenrecht zu nehmen. Die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">temperantia<\/span>\u00a0beispielsweise muss auf den Anteil des eigenen Willens verzichten, der in Konkurrenz zum Glauben, n\u00e4mlich zum Abfall von Gott f\u00fchren k\u00f6nnte. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Liebe und f\u00fcr die Hoffnung: Wer Gott nicht liebt oder auf die Schau Gottes nicht mehr hofft, der handelt seinem Verlangen nach dem wahren Gl\u00fcck zuwider.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Thomas jedoch, obwohl ein Dominikanerm\u00f6nch, der sein Leben beinahe vollst\u00e4ndig den Wissenschaften der Philosophie und der Theologie widmet, ist lebenserfahren und lebensoffen genug, bei den weltlichen Tugenden ihren Eigenwert zu betonen. Bei der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">temperantia<\/span> blickt er weniger auf die negative Seite, den Verzicht, als auf die positive Funktion. Wer in der Welt der Sinnlichkeit Ma\u00df h\u00e4lt, wer die Freuden des Essens und Trinkens und der Sexualit\u00e4t genie\u00dft, dem dienen sie letztlich den beiden nat\u00fcrlichen Leitzwecken des Menschen, der Selbsterhaltung und der Arterhaltung. Wer dabei jedoch das Ma\u00df verliert, der erf\u00e4hrt bei einem Zuviel eine Abstumpfung und sinkt bei einem Zuwenig auf ein gef\u00fchlsarmes Wesen herab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Ein kaum beachteter Verzicht: die Arbeit<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In der modernen Philosophie taucht ein Verzicht auf, den so gut wie alle Menschen in ihrem Leben praktizieren. Merkw\u00fcrdigerweise spielt er aber, soweit ich es \u00fcbersehe, weder in der Sozialethik noch in den Sozialwissenschaften eine Rolle. Selbst die Theorie, die sich gern zur kritischen Theorie adelt, die der Frankfurter Schule, geht darauf nicht nachdr\u00fccklich ein. Das mag erstaunen, da den Gedanken einer der geistigen Vorfahren dieser Schule, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, entwickelt. Er findet sich in einer der ber\u00fchmtesten Werke der Philosophiegeschichte, der<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0Ph\u00e4nomenologie des Geistes.\u00a0<\/span>Zudem steht er dort nicht an entlegener Stelle, sondern in dem prominenten Herrschaft-Knechtschaftskapitel.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Hegel bringt hier eine f\u00fcr den Menschen spezifische, \u00fcberdies lebensnotwendige T\u00e4tigkeit, die Arbeit, auf den Begriff: Wer arbeitet, setzt sich mit der Natur \u2013 oder, bei Dienstleistungen, mit seinen Mitmenschen \u2013 auseinander. Insofern verzichtet er auf einen unmittelbaren Genuss der Fr\u00fcchte seiner Arbeit. Mit diesem Verzicht befreit er sich von einem blo\u00df naturhaften Vorhandensein, worin ein humaner Gewinn liegt. Nicht derjenige, der den Knecht zur Arbeit zwingt, der anf\u00e4ngliche Herr, sondern der anf\u00e4ngliche Knecht erscheint bei dieser n\u00e4heren Betrachtung als der eigentliche Herr. Er ist es n\u00e4mlich Herr \u00fcber das unmittelbare Genie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Einige Zusatzbemerkungen<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Eine erste Bemerkung zum gr\u00f6\u00dften Moralphilosophen der Neuzeit, Immanuel Kant. Viele halten ihn f\u00fcr einen gef\u00fchlsarmen Pedanten. Tats\u00e4chlich war er in den Salons von K\u00f6nigsberg als ein charmanter Gast beliebt. \u00dcberdies veranstaltete er selber gro\u00dfz\u00fcgige Mittagstafeln. Und vor allem fordert er in Bezug auf alle Tugenden, auch die des Verzichts, sie nicht \u201emit umw\u00f6lkter Stirn\u201c, sondern Leichtigkeit und Heiterkeit zu \u00fcben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine zweite Bemerkung zu zwei fr\u00fcher viel gelesenen Philosophen des zwanzigsten Jahrhunderts. Zun\u00e4chst zu Nicolai Hartmann. Er versteht die Tugend des Verzichts, die Besonnenheit, vornehmlich positiv, als ein seelisches Ma\u00df und Ebenma\u00df, das das \u201ezerst\u00f6rend Unm\u00e4\u00dfige\u201c eind\u00e4mme. Weil er die Affekte als die \u201eWurzel des emotionalen Lebens und der seelischen Kraft\u201c einsch\u00e4tzt, h\u00e4lt er die Forderung, die Affekte auszurotten, f\u00fcr naturwidrig. Dem habe ein christlicher Gedanke Vorschub geleistet, die Ansicht von der \u201ewurzelhaften S\u00fcndhaftigkeit der menschlichen Natur\u201c, also das Dogma der Erbs\u00fcnde. Beim \u201eHeiden\u201c Aristoteles sch\u00e4tzt er, dass er die \u201eStumpfheit des Gef\u00fchls\u201c f\u00fcr ein Laster h\u00e4lt. Generell spricht sich Hartmann f\u00fcr eine \u201eSteigerung der Genu\u00dff\u00e4higkeit im Sinne des ethischen \u201aguten Geschmacks\u2018 (der sapientia)\u201c aus.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Offensichtlich l\u00e4sst sich hier ein Ethos des Verzichts schwerlich anschlie\u00dfen. Josef Pieper, der andere, \u00fcbrigens dezidiert christliche Philosoph des 20. Jahrhunderts, findet respektable Gr\u00fcnde f\u00fcr ein Fasten. Bei dem noch nicht zur Vollkommenheit gereiften, gew\u00f6hnlichen Menschen sei n\u00e4mlich die innere Ordnung der sinnlichen Antriebskr\u00e4fte gef\u00e4hrdet. Dagegen empfiehlt Pieper etwas, das er, f\u00fcr heutige Ohren nicht ganz gl\u00fccklich, \u201eZucht\u201c nennt. Er meint ein Erziehungsmittel und z\u00e4hlt dazu das Fasten. Der durchschnittliche Mensch m\u00fcsse, um sein wahres Wesen zu verwirklichen, sich \u201eetwas kosten lassen\u201c. Um eine \u201esich selbst besitzende, freie sittliche Person\u201c zu werden, m\u00fcsse er immer wieder Verzichte leisten, sich beispielsweise Zeiten des Fastens unterwerfen. Wenn man sich, erlauben Sie mir diese Bemerkung, spezielle Zeitschriften anschaut, so findet man dort immer wieder Di\u00e4t- und andere Fastenkuren. Dass sie immer wieder beschrieben werden, k\u00f6nnte man als Best\u00e4tigung von Josef Pieper verstehen, aber auch als Hinweis, dass diese Arzneimittel entweder nicht helfen oder einen utopischen Charakter haben, denn sie werden gar nicht oder nicht hinreichend erfolgreich praktiziert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Ausblick und Bilanz<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Vielleicht sind heute ganz andere Arten von Verzichten aktuell. Die Gr\u00fcnde h\u00e4ngen ohne Zweifel nicht nur mit der Frage zusammen, die ich heute in den Mittelpunkt gestellt habe: Wie kann der Mensch den beiden Grundgefahren, dem frevelhaften \u00dcbermut und dem Nimmersatt zum Trotz, wie kann er trotz Ehrgier, Herrschgier und Habgier versuchen, eine moralisch rechtschaffene, souver\u00e4ne Pers\u00f6nlichkeit zu sein. Vermutlich k\u00f6nnte es aber auch ausreichen, unsere Rechtschaffenheit auf Lebensbereiche zu erweitern, die Hartmann, Pieper und andere Philosophen noch nicht in den Blick genommen haben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Bereiche sind allseits bekannt und werden vielstimmig diskutiert. Deshalb gen\u00fcgt es f\u00fcr diesen Vortrag, sie zu benennen. Es sind Themen, die nicht nur die Subjekte betreffen, die in diesem Vortrag im Mittelpunkt standen, wir Einzelmenschen, sondern auch unsere Gesellschaften und Gemeinwesen betreffen: die facettenreich und tiefgreifende \u00dcberbeanspruchung der Natur, verst\u00e4rkt durch die immer noch wachsende Weltbev\u00f6lkerung, ferner die immer tiefer reichenden Eingriffe in das menschliche Erbgut und in den nat\u00fcrlichen Sterbeprozess, weiterhin die Eingriffe in unser Privatleben, die wir teils mitverantworten, die teils hinter unserem R\u00fccken stattfinden. Schlie\u00dflich d\u00fcrfen wir zwei Problemfelder nicht verdr\u00e4ngen: die zahllosen, autorit\u00e4r regierten Staaten und die zahllosen Kriege und B\u00fcrgerkriege in beinahe allen Teilen der Welt. F\u00fcr diesen Vortrag bleibe ich aber bei dem Themenbereich, der in der seit langem von Sozialethik dominierten philosophischen und theologischen Moralphilosophie vernachl\u00e4ssigt wird, bei der vornehmlich personalen Verantwortung. Zu ihr geh\u00f6ren nicht nur Pflichten gegen andere, \u00ad<br \/>\nsondern auch Pflichten gegen sich.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Vermutlich kennen Sie den Titel eines Buches von J.B. MacKinnon:\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Der Tag, an dem wir aufh\u00f6ren zu shoppen: Wie ein Ende der Konsumkultur uns selbst und die Welt rettet<\/span>. Die Frage, ob die Welt, die dieser Haltung entspringt, lebenswert ist, lasse ich dahingestellt, auch die Frage, wem von uns die radikale Umstellung leichter f\u00e4llt, den M\u00e4nnern oder den Frauen, den Jungen oder den \u00c4lteren, denn die Gegenst\u00e4nde des Shoppens bestehen ja nicht nur aus Kleidung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Stattdessen ziehe ich eine Bilanz entlang meines Titelbegriffs: Will die moderne Zivilisation trotz der angedeuteten Probleme menschenw\u00fcrdig \u00fcberleben, muss sie die in ihr schlummernden Kr\u00e4fte von Hochmut und \u00dcbermut und von einer Niezufriedenheit eind\u00e4mmen, besser noch beherrschen. Daher darf sie die Aufgabe nicht f\u00fcr eine lebensfremde Utopie, sie muss sie f\u00fcr eine realistische Vision halten. Die daf\u00fcr n\u00f6tigen Heilmittel liegen auf der Hand: Wir ben\u00f6tigen ein enormes Ma\u00df sowohl an einer pers\u00f6nlichen als auch an einer wirtschaftlichen, gesellschaftspolitischen, nicht zuletzt an einer global wirksamen Besonnenheit.<span class=\"CharOverride-46\">\u00a0<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bekanntlich ist die Philosophie aus dem\u00a0Thaumazein, dem Staunen, entstanden. Gemeint ist allerdings nicht das bewundernde Staunen \u00fcber die gro\u00dfartige Ordnung und Sch\u00f6nheit der Welt, sondern das skeptische Staunen: dass vieles in der Welt sich nicht so verh\u00e4lt, wie man erwartet. 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