{"id":32204,"date":"2023-07-17T14:34:09","date_gmt":"2023-07-17T12:34:09","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=bismarck-und-kriegerdenkmaeler"},"modified":"2025-01-09T11:46:09","modified_gmt":"2025-01-09T10:46:09","slug":"einst-populaer-heute-umstritten-bismarck-und-kriegerdenkmaeler","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/einst-populaer-heute-umstritten-bismarck-und-kriegerdenkmaeler\/","title":{"rendered":"Einst popul\u00e4r, heute umstritten: Bismarck- und Kriegerdenkm\u00e4ler"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-3\">O<\/span>tto von Bismarck nimmt unter jenen, die auf Denkmalsockeln in der Bundesrepublik Deutschland zu finden sind, sicherlich eine Sonderstellung ein. Wahrscheinlich wurden f\u00fcr keine andere historische Pers\u00f6nlichkeit derart viele Denkm\u00e4ler errichtet, von denen au\u00dferdem die meisten einen bzw. sogar zwei Weltkriege samt ihren f\u00fcr Denkm\u00e4ler \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlichen Metallsammlungen \u00fcberdauert haben. Au\u00dferdem haben es wohl nur die Bismarckdenkm\u00e4ler sowie die Luther- und Reformationsdenkm\u00e4ler\u00a0zu einer Art von eigenen Nachlagewerken gebracht; bei den Bismarckdenkm\u00e4lern ist es sogar ein richtiges umfangreiches Lexikon geworden: Im Jahr 2005 erschien, basierend auf einer \u00e4lteren Ver\u00f6ffentlichung, das\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Lexikon der Bismarck-Denkm\u00e4ler. T\u00fcrme, Standbilder, B\u00fcsten, Gedenksteine und andere Ehrungen. Eine Bestandsaufnahme in Wort und Bil<\/span><span class=\"CharOverride-7\">d<\/span>.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Selbst wenn in Deutschland noch erstaunlich viele Bismarckdenkm\u00e4ler zu finden sind, in einer Hinsicht k\u00f6nnen wir uns ganz sicher sein: Bismarck wird bei uns l\u00e4ngst nicht mehr verehrt, nicht als Reichsgr\u00fcnder, nicht als Verfechter einer Politik von Eisen und Blut und schon gar nicht als Bef\u00fcrworter einer deutschen Kolonialpolitik, die Bismarck selbst zwar nicht unbedingt als moralisch verwerflich abgelehnt hat, bei der er jedoch \u00fcberzeugt war, dass sie einzig und allein politisches Unheil f\u00fcr das Deutsche Reich heraufbeschw\u00f6ren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN ParaOverride-19\">I.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Grunds\u00e4tzlich aber kann man sagen: Sp\u00e4testens seit 1945 kennt man in der Bundesrepublik keine politischen Heroen mehr. Die Verehrung, die Bismarck von vielen seiner Zeitgenossen und noch von denjenigen, die unter den Folgen des Ersten Weltkrieges gelitten haben, entgegengebracht wurde, ist l\u00e4ngst verd\u00e4mmert. Wenn Bismarck heute noch auf Sockeln steht, wenn die ihm gewidmeten T\u00fcrme noch intakt sind, dann wohl eher, weil er \u2013 so in Bad Kissingen \u2013 als prominenter Kurgast hervorgehoben wird, weil viele, die an Bismarckdenkm\u00e4lern vor\u00fcbergehen, nur mehr wenig wissen \u00fcber 1866 und 1870\/71, weil die Bismarck-T<span lang=\"ar-SA\">\u00fcrme an landschaftlich attraktiven Orten erbaut wurden<\/span>, die l\u00e4ngst zu begehrten Grillpl\u00e4tzen mutiert sind, an deren Ambiente man sich gew\u00f6hnt hat.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gleichwohl ist nicht zu verkennen, welche Taten Otto von Bismarck, zumindest f\u00fcr gro\u00dfe Teile der deutschen Bev\u00f6lkerung im sp\u00e4ten 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert, zu einem verehrungs- und denkmalw\u00fcrdigen Helden gemacht haben. Die Schlagworte \u201eEisen und Blut\u201c und die Bezeichnung \u201eEiserner Kanzler\u201c\u00a0weisen hier nat\u00fcrlich den Weg: Es war die von vielen sogenannte Bismarcksche Reichsgr\u00fcndung, die Gr\u00fcndung des Deutschen Kaiserreichs von 1871, die f\u00fcr viele national-deutsch gestimmte Badener, Sachsen, Hessen, W\u00fcrttemberger, Preu\u00dfen und eben auch f\u00fcr nicht wenige Bayern den lange gehegten Traum eines deutschen Nationalstaates in Erf\u00fcllung gehen lie\u00df!\u00a0Dabei wurde zumeist v\u00f6llig au\u00dfer Acht gelassen, dass Bismarck in erster Linie die Unterordnung Preu\u00dfens unter \u00d6sterreich als Pr\u00e4sidialmacht des Deutschen Bundes von 1815 hatte beenden, dass er Preu\u00dfen endg\u00fcltig zu einer unabh\u00e4ngigen europ\u00e4ischen Gro\u00dfmacht hatte machen wollen und dass er daf\u00fcr die Gr\u00fcndung eines deutschen Nationalstaates, eines deutschen Kaiserreiches nolens volens in Kauf genommen hat \u2013 solange denn ein solches deutsches Reich auch unter preu\u00dfischer F\u00fchrung agieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die national gestimmte \u00d6ffentlichkeit in den bis 1866 bzw. bis 1870 souver<span lang=\"ar-SA\">\u00e4<\/span>nen deutschen Staaten wollte dagegen einen deutschen Kaiser in Wilhelm I. erkennen und ignorierte, dass dieser seinen neuen Titel mehr als unwillig angenommen hatte. Diese national gestimmte \u00d6ffentlichkeit sah ein machtvolles deutsches Heer und freute sich in ihrer Euphorie, dass bald alle Soldaten \u2013 schlie\u00dflich auch die bayerischen \u2013 die preu\u00dfische Pickelhaube trugen. Diese Nationalbegeisterten bef\u00fcrworteten eine gesamt-deutsche Au\u00dfenpolitik und akzeptierten, dass die Regierungen in Dresden, Stuttgart oder M\u00fcnchen gegen das Ausw\u00e4rtige Amt in Berlin so gut wie keine Einflussm\u00f6glichkeiten mehr hatten. Denn endlich schien Deutschland nach der Reichsgr\u00fcndung 1871 den anderen europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chten auf gleicher Augenh\u00f6he gegen\u00fcberzustehen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Vielleicht steigerte sich die Verehrung f\u00fcr Otto von Bismarck zuletzt auch deswegen in derart ungeahnte H\u00f6hen, weil ihm seine au\u00dfenpolitischen Erfolge keineswegs in die Wiege gelegt waren. Er entstammte dem kleinen preu\u00dfischen Landadel, er nahm sein Studium der Jurisprudenz in G\u00f6ttingen und Berlin alles andere als ernst und h\u00e4tte eigentlich als Zweitgeborener sowie nach Herkommen und Ausbildung irgendwann seinen Lebensunterhalt als Beamter im preu\u00dfischen Staatsdienst verdienen sollen. Erst nachdem Otto von Bismarck nach einigen Karriere-Fehlschl\u00e4gen mit einem Kreis pommerscher Pietisten in Kontakt gekommen war \u2013 wo er \u00fcbrigens auch seine sp\u00e4tere Ehefrau, Johanna von Puttkammer, kennenlernen sollte \u2013 scheint er erkannt zu haben, wo seine Begabungen lagen: in der Politik.<\/p>\n<p class=\"fliess\">1849 wurde er in die Zweite Kammer des preu\u00dfischen Landtags gew\u00e4hlt, drei Jahre sp\u00e4ter ernannte ihn der preu\u00dfische K\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV. zum preu\u00dfischen Gesandten am Frankfurter Bundestag, wo Bismarck mit der gro\u00dfen Politik zum ersten Mal in Ber\u00fchrung kam und wo er sich bereits f\u00fcr die volle Gleichberechtigung Preu\u00dfens gegen\u00fcber \u00d6sterreich im Deutschen Bund stark machte. Nach einem dreij\u00e4hrigen Intermezzo als preu\u00dfischer Gesandter in St. Petersburg rief der neue preu\u00dfische K\u00f6nig, Wilhelm I., Bismarck zur\u00fcck nach Berlin. Wilhelm I. wollte, angesichts des scheinbar unl\u00f6sbaren Konflikts um die von ihm initiierte preu\u00dfische Heeresreform, die vom preu\u00dfischen Landtag strikt abgelehnt wurde, zugunsten seines Sohnes auf den Thron verzichten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bismarck gelang es, den K\u00f6nig umzustimmen und sich von ihm weitgehend freie Hand zusichern zu lassen. Im Herbst 1862 wurde Otto von Bismarck daraufhin zum preu\u00dfischen Ministerpr\u00e4sidenten sowie zum Au\u00dfenminister ernannt; die folgenden Jahre lenkte er die Geschicke der preu\u00dfischen Politik, indem er sich auf eine L\u00fccke in der Verfassung berief. Die Heeresreform \u2013 eine Herzensangelegenheit Wilhelms I. \u2013 wurde durchgezogen. Die Schlagkraft des erneuerten preu\u00dfischen Heeres erm\u00f6glichte es letztendlich, dass Bismarck sein eigentliches politisches Ziel, Preu\u00dfen zu einer gleichberechtigten europ\u00e4ischen Gro\u00dfmacht aufsteigen zu lassen, 1871 mit der Gr\u00fcndung des Deutschen Reiches tats\u00e4chlich erreichen sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN ParaOverride-19\">II.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Selbst wenn man den deutschen Bruderkrieg von 1866 sowie den deutsch-franz\u00f6sischen Krieg und die Reichsgr\u00fcndung des Jahres 1871 gleichsam als H\u00f6hepunkte der staatsm\u00e4nnischen Leistungen Otto von Bismarcks interpretiert, dann ist es durchaus bemerkenswert, wie rasch sich diverse Formen nicht allein des Lobes oder der Bewunderung dieses Politikers, sondern wie rasch sich Formen der Verehrung, man m\u00f6chte fast schon sagen der kritiklosen Anbetung in der deutschen \u00d6ffentlichkeit ausbreiteten. Bereits 1867, also noch vor der Reichgr\u00fcndung, wurden in Rostock ein Handelsschiff und 1869 eine Anh\u00f6he bei Agnetendorf im Riesengebirge nach Bismarck benannt, gleichzeitig trugen die ersten St\u00e4dte und Gemeinden Bismarck eine Ehrenb\u00fcrgerschaft an. Nach 1871 steigerte sich erwartungsgem\u00e4\u00df diese Verehrung, sie galt nun dem siegreichen und heldenhaften Gr\u00fcnder des Kaiserreichs, des deutschen Nationalstaates.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Und es dauerte nur mehr wenige Jahre, bis dem Reichskanzler die ersten Denkm\u00e4ler gewidmet wurden, so etwa 1879 in K\u00f6ln. Und dabei war es im 19. Jahrhundert, \u00e4hnlich wie heute, durchaus nicht \u00fcblich, derartige Monumente bereits zu Lebzeiten des Geehrten zu errichten! Das allererste Bismarckdenkmal wurde sogar auf bayerischem Boden enth\u00fcllt, 1877 an der Kurpromenade in Bad Kissingen, damit jedoch \u2013 wie man hinzuf\u00fcgen muss \u2013 nicht in Altbayern, sondern in Neubayern, in Unterfranken, und au\u00dferdem an jenem Ort, an dem sich Bismarck immer wieder zur Kur aufhielt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Je l\u00e4nger Bismarcks \u201eEisen und Blut\u201c-Taten schlie\u00dflich zur\u00fccklagen, je normaler der Alltag im kleindeutschen Nationalstaat wurde, umso mehr steigerte sich der Wunsch des vielerorts in Bismarck-Vereinen organisierten gehobenen Besitz- und Bildungsb\u00fcrgertums, dem Idol jeweils ein eigenes Denkmal zu errichten. F\u00fcr derartige Initiativen lieferte Bismarcks 70. Geburtstag 1885 einen ersten passenden Anlass. Geradezu explosionsartig aber stieg die Zahl der Denkmalprojekte und sonstigen Ehrungen an \u2013 wobei auch die vielen Bismarck-Erdbeeren, Bismarck-Sonnenblumen, Bismarck-Gurken, Bismarck-Torten und Bismarck-Heringe\u00a0nicht vergessen werden sollen \u2013, nachdem Wilhelm II. den inzwischen 75-j\u00e4hrigen Reichskanzler im Mai 1890 entlassen hatte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bedenken muss man in diesem Zusammenhang au\u00dferdem, dass Otto von Bismarck seit 1871 keineswegs nur f\u00fcr die Einheit und den Zusammenhalt aller Deutschen gesorgt hatte. Der von ihm angezettelte Kulturkampf gegen die katholische Kirche, gegen den politischen Katholizismus, konkret gegen die Zentrumspartei, sein heftiges und aggressives Agieren gegen die Sozialdemokratie, im Kern also Bismarcks Panik vor tats\u00e4chlichen bzw. vermeintlichen Reichsfeinden, hatte seit 1871 immer wieder zur Ausgrenzung und Diskriminierung ganzer Bev\u00f6lkerungsgruppen im Kaiserreich gef\u00fchrt.\u00a0Und doch: Die Erinnerung an das gewaltsame Zusammenschwei\u00dfen der deutschen Nation, die Erinnerung an die \u2013 aus nationaler Sicht \u2013 siegreichen Kriege von 1864, 1866 und 1870, diese Erinnerungen \u00fcberwogen offensichtlich die trennenden Elemente der Bismarckschen Politik und waren tragf\u00e4hig genug f\u00fcr einen immer weiter zunehmenden Kult um dem inzwischen greisen Ex-Kanzler.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der 80. Geburtstag des \u201eEisernen Kanzlers\u201c l\u00f6ste dann 1895 eine regelrechte Bismarck-Hysterie aus: Fast eine halbe Million Gl\u00fcckwunschschreiben trafen in Friedrichsruh, an Bismarcks Alterssitz im Sachsenwald, ein \u2013 das dortige Postamt musste um 23 Mitarbeiter verst\u00e4rkt werden. Weitere mehr als 370 Ehrenb\u00fcrgerschaften wurden Bismarck zu diesem runden Geburtstag angetragen. Und inzwischen k\u00fcmmerten sich mehr als 300 Bismarck-Vereine um die passende Verehrung des Jubilars, den man nach seiner Entlassung passenderweise auch noch zum Opfer Wilhelms II., zum M\u00e4rtyrer also, stilisieren konnte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Und doch lie\u00df sich das alles noch einmal steigern! Bismarcks Tod am 30. Juli 1898 war der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Planung von circa 600 weiteren Denkm\u00e4lern, f\u00fcr den Aufruf der deutschen Studentenschaft zur Errichtung von Bismarck-S<span lang=\"ar-SA\">\u00e4ulen<\/span>, die in den folgenden Jahren selbst in Bayern in erstaunlicher Zahl gebaut wurden. Und Bismarcks Tod war dar\u00fcber hinaus der Ausl\u00f6ser f\u00fcr den Beschluss, in Berlin, vor dem Reichstag, das gleichsam offizielle und vom Reich finanzierte Bismarckdenkmal auf den Sockel zu heben.\u00a0Das geplante und \u00fcberaus gro\u00df dimensionierte Nationaldenkmal bei Bingen am Rhein\u00a0wiederum, das aus Anlass von Bismarcks 100. Geburtstag im Jahr 1915 realisiert werden sollte, lie\u00df sich freilich nicht mehr verwirklichen; der Erste Weltkrieg, als Deutschland erneut den franz\u00f6sischen \u201eErbfeind\u201c besiegen wollte, hat dies verhindert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN ParaOverride-19\">III.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Wenn man nun fragt, wie sich die Formen der Bismarck-Verehrung mit der Zeit entwickelt und ver\u00e4ndert haben, dann f\u00e4llt Folgendes auf: Die Ehrerweisungen wurden im Laufe der Jahre einerseits zunehmend opulenter, zunehmend monumentaler, andererseits bem\u00fchten sich immer mehr Gruppen, Vereine und Kommunen, sich auf die verschiedensten Arten aktiv an dieser Verehrung zu beteiligen. Betrachtet man die gesellschaftlichen Gruppen, die diese Verehrung trugen, so sind hier im Laufe der Jahre nur geringe Ver\u00e4nderungen zu konstatieren: Es war und blieb das Besitz- und Bildungsb\u00fcrgertum, es waren die national gestimmten Untertanen in den deutschen Einzelstaaten. Abseits standen bekennende Katholiken und die Arbeiterschaft. Je st\u00e4rker freilich Berlin unter Wilhelm II., und somit nach Bismarcks Entlassung, versuchte, jegliche einzelstaatliche Regungen in Sachsen, W\u00fcrttemberg bzw. Bayern zu unterdr\u00fccken, umso leichter konnten seitdem auch die vormaligen Gegner des Reichsgr\u00fcnders sein Einigungswerk loben und die unter Bismarck praktizierte Schonung der einzelstaatlichen Belange und Kompetenzen betonen. Einige der nach 1890 angeregten Denkmalinitiativen beinhalteten somit durchaus eine deutliche anti-wilhelministische Sto\u00dfrichtung!<\/p>\n<p class=\"fliess\">In diesem Zusammenhang kann man etwa auf das Bismarckdenkmal am Starnberger See verweisen, dessen Planung 1890 in Angriff genommen wurde und das schlie\u00dflich neun Jahre sp\u00e4ter vollendet war. An diesem etwas seltsam geformten Turm ist u. a. ein Relief zu sehen, dessen Thema un\u00fcbersehbar die Reichsgr\u00fcndung ist, hier aber nicht die von Preu\u00dfen erzwungene, sondern die von den Einzelstaaten getragene Reichsgr\u00fcndung. Denn dieses Relief zeigt eine gekr\u00f6nte Germania, die mit ihrem Mantel vier Frauenfiguren beh\u00fctet, wobei diese Frauenfiguren die K\u00f6nigreiche Preu\u00dfen, Bayern, Sachsen und W\u00fcrttemberg verk\u00f6rpern. Preu\u00dfen wird hier also keine Sonderrolle zuerkannt, au\u00dferdem dr\u00e4ngt sich die Assoziation der Darstellung einer Schutzmantelmadonna auf. Man k\u00f6nnte somit von einer katholisch \u00fcberformten Interpretation der Reichsgr\u00fcndung sprechen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Prinzip der Gleichberechtigung aller deutschen Staaten, das Lob des f\u00f6deralen Aufbaus des Reiches ist am Starnberger See zudem in der Wandelhalle des Turms thematisiert, wo das umlaufende Relief die \u2013 alle auf gleicher H\u00f6he in Zweigen aufgeh\u00e4ngten \u2013 Wappen der Einzelstaaten pr\u00e4sentiert. Und auch die Widmungsinschrift l\u00e4\u00dft an dieser speziellen Geschichtsdeutung keinen Zweifel, wenn es dort hei\u00dft: \u201eNord und Sued auf ewig eins \/ Ausgeloescht die Grenze des Mains \/ Heilloser Zwiespalt fuer immer begraben \/ Bayern und Pfaelzer, Franken u. Schwaben \/ Wie sie mit Preussen u. Hessen u. Sachsen \/ Alle aus einem Stamme gewachsen \/ Also mit Allen und Allen gleich \/ Machtvoll geeinigt zum Deutschen Reich\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Den Dank an Otto von Bismarck \u2013 und hier kann man die Motive f\u00fcr die geradezu kultische Verehrung des Reichskanzlers mit H\u00e4nden greifen \u2013 hatte man im Anschluss an diese Zeilen untergebracht und gleichzeitig mit dem Dank an Gott verbunden: \u201eWer hat dies gewaltig Werk vollbracht \/ Und alle Feinde zu Schanden gemacht \/ Wem hat unser Herrgott die Kraft geschenkt \/ Und die Weisheit die alles zum Ziele gelenkt \/ Otto von Bismarck heisst der Mann \/ Der uns Deutschen das Reich gewann \/ Das deutsche Reich vom Fels zum Meer \/ Darum rage zu seiner Ehr \/ Auch an dieser Stelle das Mal \/ Kuende den Bergen u. kuende dem Thal \/ Was er geschaffen in grosser Zeit \/ Gott erhalt es in Ewigkeit\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Umstand, dass<span lang=\"ar-SA\">\u00a0f\u00fcr Bismarck \u00fcber einen erstaunlich langen Zeitraum hinweg Denkm\u00e4ler errichtet wurden, birgt f\u00fcr den Historiker den unsch\u00e4tzbaren Vorteil, an ihnen erkennen zu\u00a0<\/span>k<span lang=\"ar-SA\">\u00f6nnen, wie sich die Wahrnehmung, die Interpretation des Reichskanzlers \u2013 und auf diese Weise seine Darstellung \u2013 allm\u00e4hlich ver\u00e4nderten. Bei der Mehrzahl der fr\u00fchen Denkmalinitiativen, das Denkmal in Bad Kissingen ist da eine Ausnahme, wurde Otto von Bismarck zumeist nicht als Einzelfigur bzw. als jene Figur dargestellt, die im Mittelpunkt zu stehen kam, sondern als eine Assistenzfigur von Kaiser Wilhelm I., oftmals noch gemeinsam mit Generalfeldmarschall Helmut von Moltke und dem preu\u00dfischen Kriegsminister Albrecht Graf von\u00a0<\/span>Roon.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Abgebildet wurden somit die tats\u00e4chlichen Rangverh\u00e4ltnisse, man zeigte Bismarck als dem K\u00f6nig bzw. Kaiser untergeordneten Minister bzw. Kanzler. Doch schon bald sollte die Darstellung Bismarcks als singul\u00e4re Figur diesen fr\u00fchen Typus abl\u00f6sen. Die Verehrung des scheinbar einzigartigen politischen Genies \u2013 sogar Wilhelm I. hatte sich ja bekanntlich mehrfach dem Willen Bismarcks beugen m\u00fcssen \u2013 trat mehr und mehr in den Vordergrund, nun brauchte man das Bismarck-Einzeldenkmal.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Variationsbreite, wie man den \u201eEisernen Kanzlers\u201c dabei kost\u00fcmierte und auf diese Weise auch interpretierte, war freilich enorm und reichte von Bismarck in Zivil bis zu Bismarck in K\u00fcrassieruniform, man zeigte Bismarck mit Schlapphut, barh\u00e4uptig und mit Pickelhaube, mal sitzend, mal stehend, auf einem Pferd oder unterwegs mit seinen Doggen, man zeigte Bismarck als Kanzler im Amt bzw. als den entlassenen Alten im Sachsenwald usw. Auf diese Weise ergab sich f\u00fcr die Initiatoren der Denkm\u00e4ler die M\u00f6glichkeit, das \u201eeigene\u201c Monument einigerma\u00dfen individuell zu gestalten und jeweils eine einzige bevorzugte Seite des deutschen Nationalheroen \u2013 je nach eigener Interpretation \u2013 besonders hervorzuheben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Sp\u00e4te Denkmalsch\u00f6pfungen statteten Bismarck dann mit \u00fcberindividuellen Z\u00fcgen aus, der Mensch Bismarck wurde in einen Typus verwandelt \u2013 in Frankfurt stellte man ihn in diesem Zusammenhang als Drachent\u00f6ter (1905), in Hamburg (1906)\u00a0und ebenso in Halle-Kr\u00f6llwitz (1907), im heutigen Sachsen-Anhalt, als Roland dar. Daneben aber gab es Denkmalinitiativen, bei denen Bismarcks Pers\u00f6nlichkeit wie sein Werk g\u00e4nzlich hinter Assoziationen, die den Betrachter wie Schlagworte \u00fcberfallen, zur\u00fccktraten. Die massenhaft errichteten Bismarck-T<span lang=\"ar-SA\">\u00fcrme und Bismarck<\/span>-S<span lang=\"ar-SA\">\u00e4ulen kennen und zeigen keine Figur, kein Portrait mehr von Bismarck.<\/span>\u00a0Die zur Schau gestellte Monumentalit\u00e4t und Wehrhaftigkeit, die Bauweise mit zyklonenhaft anmutenden, scheinbar unbehauenen Steinen, die Ausstattung dieser T\u00fcrme und S\u00e4ulen mit Feuerschalen haben die Bismarck-Verehrung komplett entindividualisiert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bismarck wurde auf diese Weise seiner eigenen Zeit entr\u00fcckt und in den Rang eines mythologisch anmutenden Fabelwesens erh\u00f6ht. Hier ging es nicht mehr um den realen Menschen und Politiker Bismarck, hier ging es nur noch um die \u00fcberdrehte Stilisierung eines \u00fcberzeitlichen deutschen Helden, eines Heroen! Daher konnte sich schlie\u00dflich sogar die Propagandamaschinerie der Nationalsozialisten auf Bismarck berufen. Allerdings billigte man dem \u201eEisernen Kanzler\u201c w\u00e4hrend des \u201eDritten Reiches\u201c lediglich die Rolle eines Wegbereiters f\u00fcr Adolf Hitler zu, womit man Bismarck gleichzeitig auch degradierte. Zudem bedienten sich die Nationalsozialisten nach 1933 nicht des Mediums Denkmal, sondern nun \u2013 und auf diese Weise sicherlich viel erfolgreicher \u2013 vor allem des Mediums Film.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In der fr\u00fchen Bundesrepublik Deutschland musste Bismarcks Image also zwangsl\u00e4ufig ramponiert sein, nachdem ihn die Nationalsozialisten f\u00fcr ihre eigenen Zwecke instrumentalisiert hatten. Und von nationaler Gr\u00f6\u00dfe traute sich nach 1945 sowieso kaum noch jemand zu reden \u2013 einen Nationalheroen, wie Bismarck einer gewesen war, brauchte niemand mehr. Erst die Geschichtswissenschaft begann den \u201eEisernen Kanzler\u201c \u2013 und damit beinahe zeitgleich das Ph\u00e4nomen \u201ePreu\u00dfen\u201c \u2013 schlie\u00dflich wiederzuentdecken, allerdings vergleichsweise pragmatisch, n\u00e4mlich als Forschungsgegenstand, wobei gerade auch die Entwicklung der Bismarck-Verehrung wissenschaftlich in den Blick genommen wurde. Zu erinnern ist in diesem Zusammenhang an die 1980 erschienene Bismarck-Biographie von Lothar Gall, der dann viele weitere Bismarck-Studien folgen sollten, sowie an die 1981 in West-Berlin gezeigte Ausstellung \u201ePreu\u00dfen \u2013 Versuch einer Bilanz\u201c. Ja selbst als 1989\/90 die Deutschen erstaunt feststellten, dass das Nach-Wende-Deutschland der territorialen Ausdehnung des Bismarckreiches wieder erstaunlich nahegekommen war, hat dies \u2013 erwartungsgem\u00e4\u00df \u2013 keinen erneuerten Bismarck-Boom ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p class=\"fliess\">An dieser h\u00e4ufig kenntnislosen Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber den Bismarckdenkm\u00e4lern hat sich erst seit kurzem etwas ver\u00e4ndert. Sowohl das Bismarckdenkmal in Lindau als auch der gro\u00dfe Bismarck-Roland in Hamburg sind \u2013 um nur diese beiden Beispiele zu nennen \u2013 restaurierungsbed\u00fcrftig. Es regen sich inzwischen sowohl im S\u00fcden als auch im Norden Stimmen, die daf\u00fcr pl\u00e4dieren, m\u00f6glichst kein Geld aufzuwenden, um derartige Bismarckdenkm\u00e4ler wieder so herzustellen, dass sie einerseits niemanden gef\u00e4hrden und andererseits weitere Jahre ihre l\u00e4ngst nicht mehr geh\u00f6rte, ja wahrscheinlich l\u00e4ngst gar nicht mehr verstandene Botschaft verk\u00fcnden. Es wird interessant sein zu beobachten, wie dieser neu entfachte Streit um Bismarck und seine Denkm\u00e4ler ausgehen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN ParaOverride-19\">IV.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\"><span lang=\"ar-SA\">\u00c4hnlich umstritten wie die Bismarckdenkm\u00e4ler sind heutzutage Kriegerdenkm\u00e4ler<\/span>, vor allem wenn sie sich einer martialisch anmutenden Sprache bedienen oder als verherrlichend empfundene Darstellungen von Soldaten bzw. Waffen zeigen. Im Folgenden sollen zuerst einige Hinweise zum Typus und zur Entwicklung des Kriegerdenkmals im allgemeinen gegeben werden, zu dieser Sonderform des Denkmals also, die uns \u2013 aufgrund ihrer heutigen immensen Verbreitung bis in die allerkleinsten D\u00f6rfer \u2013 derart vertraut sein d\u00fcrfte, dass wir dar\u00fcber h\u00e4ufig vergessen, dass auch die Kriegerdenkm\u00e4ler eine Erfindung nicht des 17. oder des 18., sondern des 19. Jahrhunderts sind. Anschlie\u00dfend wird zumindest ein prominenteres bayerisches Denkmal f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges etwas ausf\u00fchrlicher vorgestellt und erl\u00e4utert werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Umstand, dass an den Befreiungskriegen gegen Napoleon auch Freiwillige teilgenommen hatten, die nicht um Sold und Beute, sondern um h\u00f6herer Ziele willen k\u00e4mpften, f\u00fchrte dazu, dass das Ansehen des einzelnen Soldaten von da an eine bedeutende gesellschaftliche Aufwertung erfuhr. Sein Einsatz f\u00fcr ideelle Ziele, damals konkret f\u00fcr die Befreiung von der so empfundenen napoleonischen Fremdherrschaft, lie\u00df den einfachen, im Kampf gefallenen Soldaten zum ersten Mal denkmalw\u00fcrdig werden, w\u00e4hrend man im 18. Jahrhundert \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 nur verdienten Gener\u00e4len und Heerf\u00fchrern Denkm\u00e4ler gewidmet hatte. Den einfachen Soldaten, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts allesamt S\u00f6ldner waren, eine vergleichbare Ehrung zukommen zu lassen, war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts schlichtweg unvorstellbar gewesen!<\/p>\n<p class=\"fliess\">Erst mit der Lev\u00e9e en Masse in Frankreich (1793) und der Einf\u00fchrung der allgemeinen Wehrpflicht (in Bayern 1805) waren nun die verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen in den Armeen vertreten. Au\u00dferdem<span lang=\"ar-SA\"> k\u00e4mpften in den Befreiungskriegen gegen Napoleon (1813-1815) zum ersten Mal in Deutschland auch Freiwillige in gr\u00f6\u00dferer Zahl. Sie <\/span>fochten nun f\u00fcr Werte, mit denen sich nicht nur diese Freiwilligen, sondern vor allem deren Angeh\u00f6rige sowie weitere Kreise der Bev\u00f6lkerung identifizieren konnten. Man zog nicht mehr f\u00fcr Geld und Sold in den Krieg, sondern f\u00fcr die Befreiung von napoleonischer Fremdherrschaft, man k\u00e4mpfte \u201ef\u00fcr K\u00f6nig und Vaterland\u201c. Ein Soldat aber, der nicht f\u00fcr Materielles, sondern f\u00fcr die Rettung des Vaterlandes starb, der konnte weit eher einer ehrenden Erinnerung f\u00fcr w\u00fcrdig empfunden werden. Gleichzeitig trugen die angenommenen ideellen, ethischen Motive seines Sterbens sowie die idealistische \u00dcberh\u00f6hung eines solchen Todes dazu bei, die Standesunterschiede der Gefallenen zur\u00fccktreten zu lassen. Somit konnten zum ersten Mal alle Gefallenen, auch die einfachsten Dienstgrade, denkmalw\u00fcrdig werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Den Anfang im Hinblick auf die posthume Ehrung einfacher Soldaten machte unter den deutschen Monarchen der preu\u00dfische K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. Er befahl 1813, im Jahr der Leipziger V\u00f6lkerschlacht, in den Kirchen Tafeln anzubringen, auf denen die Namen aller aus dem jeweiligen Ort stammenden und im Kampf gegen Napoleon Gefallenen unter folgendem Spruch zu verzeichnen waren: \u201eAus diesem Kirchspiel starben f\u00fcr K\u00f6nig und Vaterland\u201c. 1816 f\u00fchrte Friedrich Wilhelm III. au\u00dferdem einen eigenen Gedenktag f\u00fcr die gefallenen Soldaten der Befreiungskriege ein. Ihnen billigte man auf diese Weise eine deutlich hervorgehobene Ehrung zu, vor allem wenn man sie mit derjenigen f\u00fcr die zivilen Opfer vergleicht. Au\u00dferdem wurde die christliche, auf das Jenseits verweisende Deutung des Todes durch innerweltliche, vor allem aber politische Deutungen, wenn nicht ersetzt, so zumindest erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber auch in anderen deutschen Staaten wurde auf \u00e4hnliche Weise jener Gefallenen gedacht. So schlug 1830 Regierungspr\u00e4sident Ludwig von Oettingen-Wallerstein vor, in allen Kirchen des schw\u00e4bischen Kreises Tafeln anzubringen mit den Namen der in den Napoleonischen Kriegen Gefallenen.<span lang=\"ar-SA\">\u00a0K\u00f6nig Ludwig I. begr\u00fc\u00dfte die Initiative und verf\u00fcgte,\u00a0<\/span>dass dieser Vorschlag auch in den anderen Kreisen des bayerischen K\u00f6nigreichs aufzugreifen sei, jedoch nicht in denjenigen, die zur fraglichen Zeit noch nicht zu Bayern geh\u00f6rt hatten.\u00a0Und noch einmal griff der bayerische K\u00f6nig dezidiert ein, als n\u00e4mlich das Innenministerium anregte, j\u00e4hrlich, am Geburtstag des K\u00f6nigs, zur \u201eBef\u00f6rderung des vaterl\u00e4ndischen und des kriegerischen Geistes \u00fcberhaupt\u201c\u00a0die Namen der Gefallenen von der Kanzel in den Kirchen zu verlesen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nun bestimmte Ludwig I., dass in den Kirchen jeweils zwei Tafeln anzubringen seien: Auf der einen Tafel sollten die Namen der Gefallenen der Kriege zwischen 1805 und 1815 aufgezeichnet werden, auf der anderen aber die Namen derer, die 1813, 1814, 1815 freiwillig in den Krieg gezogen waren, also die Namen der Freiwilligen der Befreiungskriege.\u00a0Diese Unterscheidungen, die der bayerische K\u00f6nig anordnete, verweist auf zweierlei: zum einen auf den \u00e4u\u00dferst sensiblen Umgang Ludwigs I. mit der j\u00fcngsten Vergangenheit Bayerns und damit zum anderen auf seine politisch motivierte, auf die Integration der neuen Gebiete seines K\u00f6nigreiches zielende R\u00fccksichtnahme auf die Erinnerungsbest\u00e4nde dieser vormals nicht-bayerischen Gebiete.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In Preu\u00dfen war au\u00dferdem 1818\/22 das erste Denkmal f\u00fcr die Gefallenen der Befreiungskriege, ein kollektives Kriegerdenkmal, errichtet worden: das Berliner Kreuzbergdenkmal.\u00a0Dessen immer wieder kopierte und variierte Inschrift lautet: \u201eDer K\u00f6nig dem Volke, das auf seinen Ruf hochherzig Gut und Blut dem Vaterlande darbrachte, den Gefallenen zum Ged\u00e4chtnis, den Lebenden zur Anerkennung, den k\u00fcnftigen Geschlechtern zur Nacheiferung.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Hier ist nun nicht mehr zu \u00fcbersehen, worauf es bei dieser und jeder weiteren Denkmalerrichtung ganz besonders ankam: So sollte zwar einerseits der Einsatz der Gefallenen selbst gelobt und geehrt werden; au\u00dferdem ging es darum, den trauernden Angeh\u00f6rigen der zumeist nicht in die Heimat \u00fcberf\u00fchrten Toten einen Ort f\u00fcr ihre Trauer zur Verf\u00fcgung zu stellen. Andererseits sollte dieser das eigene Leben nicht schonende Einsatz der Gefallenen den nachfolgenden Generationen als leuchtendes Beispiel vor Augen gef\u00fchrt werden. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft konnten \u2013 wie im Grunde bei allen Denkm\u00e4lern \u2013 auf diese Weise sinnstiftend miteinander verkn\u00fcpft werden. Die Erinnerung hier also an die Gefallenen wurde auf diese Weise von nun an gleicherma\u00dfen gezielt f\u00fcr politische Zwecke genutzt, wobei diese Entwicklung geradezu zwangsl\u00e4ufig dazu f\u00fchren musste, dass es immer wichtiger wurde, wer die Deutungshoheit \u00fcber die jeweilige inhaltliche Ausrichtung dieser Erinnerung besa\u00df.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Denn der Inhaber jener Deutungshoheit konnte die \u00dcberlebenden entweder auf den verdienten Frieden oder auf einen als notwendig erachteten neuerlichen Krieg einschw\u00f6ren und moralisch verpflichten. In diesen Zusammenhang geh\u00f6rt dann schlie\u00dflich die Beobachtung, dass es vor 1870\/71 in Sachsen, in Preu\u00dfen, in Bayern usw. kein gesamtdeutsches Gedenken an die Gefallenen der Befreiungskriege gegeben hat. Selbst das Kriegergedenken spiegelte damals den Wunsch der deutschen Monarchen wider, die jeweils eigene staatliche Souver\u00e4nit\u00e4t zu bewahren. Lediglich Ludwig I. von Bayern hat mit der Kelheimer Befreiungshalle\u00a0den Versuch unternommen, dem Kampf gegen Napoleon ein gesamtdeutsches Monument zu widmen, wobei hinzugef\u00fcgt werden muss, dass dies in keiner Weise bedeutet, dass der bayerische K\u00f6nig auf ein politisch geeintes Deutschland hingearbeitet h\u00e4tte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mit den Einigungskriegen von 1864, 1866 und 1870\/71 wurde in der Geschichte des deutschen Kriegerdenkmals ein neues Kapitel aufgeschlagen. Dabei erwies sich das \u00f6ffentliche Gedenken an den Krieg von 1866 als besonders schwierig, weil sich kurze Zeit sp\u00e4ter, nach dem Krieg von 1870, die vormaligen Gegner, also etwa Bayern und Preu\u00dfen, nicht nur als Waffengef\u00e4hrten, sondern rasch staatlich geeint im Deutschen Kaiserreich wiederfanden. Daher wurde der Gefallenen von 1864, 1866 und 1870 mitunter in Sammelmonumenten gedacht.\u00a0Die h\u00e4ufiger anzutreffenden Denkm\u00e4ler allein f\u00fcr den Krieg von 1870 wiederum, deren Aufstellung staatlicherseits gerne gesehen und h\u00e4ufig auch tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt wurde, aber waren gleichzeitig und vielleicht vor allem Siegesdenkm\u00e4ler! Das f\u00fchrte dazu, dass sich die Ehrung der Gefallenen immer mehr zu einer Art von profanem Heiligenkult wandelte, der freilich gleichzeitig auf ein hohes Identifikations- und Integrationsbed\u00fcrfnis im kleindeutschen Kaiserreich von 1871 verweist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN ParaOverride-19\">V.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Mit dem Ersten Weltkrieg kamen noch einmal neue Formen und Varianten des Gedenkens an die Gefallenen hinzu: Bereits am Ende des Krieges von 1870 hatten Deutschland und Frankreich vereinbart, denjenigen Toten, die in Massengr\u00e4bern im sogenannten Feindesland begraben waren, dort ein ewiges Ruherecht zuzugestehen.\u00a0Im Laufe des Ersten Weltkrieges erkannten schlie\u00dflich alle kriegf\u00fchrenden M\u00e4chte diese Regelung als verbindlich an. Die gleichfalls w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges eingef\u00fchrten Erkennungsmarken f\u00fcr jeden einzelnen Soldaten machten dar\u00fcber hinaus zum ersten Mal die Identifizierung \u2013 idealiter \u2013 aller Toten m\u00f6glich. Nur unter diesen Bedingungen konnten jene Soldatenfriedh\u00f6fe entstehen, wie wir sie etwa von der ehemaligen deutsch-franz\u00f6sischen Front kennen, Soldatenfriedh\u00f6fe mit ihren scheinbar endlosen Reihen von Einzelgr\u00e4bern, auf deren Kreuzen oder Stelen jeweils nur ein Name verzeichnet ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gleichzeitig aber waren Gemeinden und St\u00e4dte, schlie\u00dflich sogar einzelne Vereine, Beh\u00f6rden und Betriebe bem\u00fcht, das Gedenken an \u201eihre\u201c toten Soldaten auch in der Heimat wachzuhalten sowie leicht erreichbare Orte f\u00fcr die Trauer der Angeh\u00f6rigen zur Verf\u00fcgung zu stellen. Erste Initiativen zur Aufstellung von Denkm\u00e4lern f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in der Heimat gab es bereits 1914\/15, was jedoch bei den staatlichen Beh\u00f6rden zumeist auf Ablehnung stie\u00df: Zu fr\u00fches Totengedenken \u2013 so glaubte man zumindest \u2013 drohte die Siegesgewissheit und den Durchhaltewillen zu besch\u00e4digen.\u00a0Auch aus diesem Grund dauerte es nach 1918 in vielen St\u00e4dten und Gemeinden recht lange, bis schlie\u00dflich ein Denkmal f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges enth\u00fcllt werden konnte.\u00a0Eine Ausnahme bildeten lediglich einige wenige kleinere Gemeinden, wo man auf den bereits vorhandenen Denkm\u00e4lern f\u00fcr die Toten des Krieges von 1870\/71 die Namen der Gefallenen aus den Jahren von 1914 bis 1918 hinzuf\u00fcgte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">F\u00fcr die genannten Verz\u00f6gerungen waren freilich noch ganz andere Faktoren mit verantwortlich: Das Entsetzen der Bev\u00f6lkerung dar\u00fcber, dass dieser Krieg \u2013 verglichen mit jenem des Jahres 1870 \u2013 so au\u00dferordentlich lange gedauert hatte, darf man in diesem Zusammenhang keinesfalls untersch\u00e4tzen. Die Folgen dieser langen Kriegsjahre von 1914 bis 1918 waren zum einen bis dato g\u00e4nzlich unvorstellbare Opferzahlen an s\u00e4mtlichen Fronten, zum anderen eine gesamtwirtschaftliche \u00dcberanstrengung, die sich in Deutschland, das anschlie\u00dfend ja noch Reparationen an die Siegerm\u00e4chte zu leisten hatte, besonders dramatisch auswirkte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dar\u00fcber hinaus mussten die jeweiligen Denkmal-Initiatoren in Deutschland damit zurechtkommen, dass die zu errichtenden Monumente die Gefallenen nicht mehr als Sieger feiern konnten! Wof\u00fcr hatten also die Gefallenen ihr Leben gegeben, wenn alles in einer umfassenden milit\u00e4rischen Niederlage geendet hatte?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber noch ein weiterer Umstand verkomplizierte das Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges: Einerseits konnte niemand \u00fcbersehen, dass nach 1918 die traditionelle Sinnstiftung des gro\u00dfen Sterbens im Krieg \u2013 \u201ef\u00fcr K\u00f6nig und Vaterland\u201c \u2013 nicht mehr anwendbar war, denn die Monarchen der deutschen Einzelstaaten, wie auch der Kaiser, waren gest\u00fcrzt, viele hatten ihr Heil in der Flucht gesucht. Also blieb, so kann man es zumindest in der vorliegenden Literatur\u00a0nachlesen, nurmehr das \u201eVaterland\u201c, die Verteidigung und Rettung des \u201eVaterlandes\u201c vor der \u00dcbermacht der Feinde, als alleinige Sinnstiftungsperspektive \u00fcbrig, die von den Denkmal-Initiatoren dann auch reichlich bem\u00fcht worden sei. Hinzuf\u00fcgen muss man an dieser Stelle freilich, dass in besagter Literatur nicht n\u00e4her darauf eingegangen wird, was denn \u2013 im Zusammenhang mit der Errichtung von Kriegerdenkm\u00e4lern nach 1918 \u2013 unter \u201eVaterland\u201c zu verstehen sei. Darauf wird noch zur\u00fcckzukommen sein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bei den ersten Denkmalinitiativen f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges herrschte \u2013 angesichts des bereits erw\u00e4hnten Massensterbens an der Front \u2013 eher Trauer, ja Sprachlosigkeit vor, dementsprechend gestaltete man diese besonders fr\u00fch errichteten Denkm\u00e4ler f\u00fcr die Toten der Jahre 1914 bis 1918. Je mehr aber die Erinnerung an die Schrecken des Krieges verblasste und die nationalistische Emotionalisierung im Gefolge des Versailler Friedensvertrages zunahm, umso st\u00e4rker traten Pathos und Heroisierung in den Aussagen der neu errichteten Kriegerdenkm\u00e4ler in den Vordergrund.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Gefallenen wurden oft geradezu sakralisiert und ausnahmslos, ohne Unterscheidung der Dienstgrade, zu \u201eHelden\u201c stilisiert. Ihren Tod stellte man immer h\u00e4ufiger als ein freiwilliges, ja als ein weiterhin zur Nachahmung aufforderndes Opfer dar. Da vor allem Veteranen- und Kriegervereine bei der Initiierung und Gestaltung dieser Denkm\u00e4ler eine f\u00fchrende Rolle spielten, wurde dar\u00fcber hinaus das Lob der Kriegskameradschaft \u2013 der Kameradschaft im Sch\u00fctzengraben \u2013 zu einem Thema der nach 1918 errichteten Monumente.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch diese Kriegerdenkm\u00e4ler lassen sich somit einerseits als nachmalige, von der sich rasch wandelnden politischen Situation nach 1918 ma\u00dfgeblich beeinflusste Deutung des vorausgegangenen Kriegsgeschehens interpretieren. Andererseits \u2013 und erneut spielten politische Zielsetzungen eine nicht zu untersch\u00e4tzende Rolle \u2013 muss man die Kriegerdenkm\u00e4ler gleicherma\u00dfen als Identifikationsangebot an die \u00dcberlebenden und Nachgeborenen verstehen, die unter den Folgen der Niederlage, der nachfolgenden Revolution und den Reparationsforderungen litten und einen Wiederaufstieg Deutschlands herbeisehnten. Daher kam es vor allem zum Ende der Weimarer Republik hin zur vermehrten Aufstellung von Monumenten, die mit Statuen des Typs des \u201etrotzigen Kriegers\u201c sowie dem Motto \u201eUnd Ihr habt doch gesiegt\u201c versehen wurden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die bei den zwischen 1918 und 1933 errichteten Kriegerdenkm\u00e4lern immer wieder anzutreffende direkte Mahnung an die nachfolgende Generation, das \u201eOpfer\u201c der \u201eHelden\u201c des Ersten Weltkrieges nicht sinnlos werden zu lassen (Motto: \u201eIhr seid nicht umsonst gefallen\u201c), sondern stattdessen an der Wiederaufrichtung Deutschlands kr\u00e4ftig mitzuwirken (Motto: \u201eDeutschland muss leben \u2013 und wenn wir sterben m\u00fcssen\u201c), eignete sich dann freilich vortrefflich f\u00fcr die Instrumentalisierung diverser Kriegerdenkm\u00e4ler im Dienst der nationalsozialistischen Propaganda und Militarisierung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Au\u00dferdem wurden w\u00e4hrend der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft weitere Kriegerdenkm\u00e4ler errichtet, etwa in kleineren Orten, die bis dahin noch kein solches Denkmal aufgestellt hatten. Dar\u00fcber hinaus geh\u00f6rte ein \u00fcberbordender Totenkult um die Gefallenen des Ersten Weltkrieges untrennbar zur NS-Ideologie.\u00a0Den absurden H\u00f6hepunkt dieses Totenkults h\u00e4tten \u2013 wenn sie verwirklicht worden w\u00e4ren \u2013 zwei gigantische Bauten gebildet, die die Nationalsozialisten in Berlin errichten wollten: einerseits einen monumentalen Triumphbogen, auf dem die Namen aller w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges gefallenen deutschen Soldaten h\u00e4tten eingemei\u00dfelt werden sollen. Andererseits wollte man diesem Triumphbogen noch eine riesige Kuppelhalle, die \u201eSoldatenhalle\u201c, zur Abhaltung von massenhaft besuchten Trauerzeremonien zur Seite stellen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Sogar f\u00fcr M\u00fcnchen existierten vergleichbare Planungen: Neben dem Armeemuseum sollte eine \u201eHalle der Helden\u201c errichtet werden.\u00a0Derartige \u00fcber das Format der Kriegerdenkm\u00e4ler weit hinausgehende Gedenkst\u00e4tten hatten un\u00fcbersehbar die Aufgabe, die bis dahin durchaus \u00fcbliche Mahnung an die Lebenden, dem Opfer der Toten durch eigene Anstrengung auch nachtr\u00e4glich einen Sinn zu verleihen, noch zu steigern und die Bev\u00f6lkerung \u201egezielt durch Denkmalpropaganda auf den kommenden Krieg\u201c\u00a0vorzubereiten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">F\u00fcr die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kann man, wenn es zu Denkmalneusch\u00f6pfungen kam, von einem grunds\u00e4tzlichen Wandel in Aussage und Form der Kriegerdenkm\u00e4ler in Deutschland sprechen. Heroisierung der Gefallenen, trotziges Aufbegehren gegen die milit\u00e4rische Niederlage und der Appell zur Nachahmung der Soldaten geh\u00f6ren in Deutschland nach 1945 nicht mehr zum gebr\u00e4uchlichen Repertoire. Die Trauer \u00fcber den Tod unz\u00e4hliger Soldaten, nun aber gleicherma\u00dfen \u00fcber den Tod von Zivilisten und dar\u00fcber hinaus die Einbeziehung der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in das \u00f6ffentliche Gedenken sind charakteristisch f\u00fcr die nach 1945 entstandenen Denkm\u00e4ler. F\u00fcr sie passt damit freilich die Bezeichnung \u201eKriegerdenkmal\u201c nicht mehr, f\u00fcr sie erscheint vielmehr der allgemeinere Begriff \u201eMahnmal\u201c angemessen \u2013 Mahnmale, die gegen den Krieg gerichtet sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN ParaOverride-19\">VI.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Abschlie\u00dfend soll nun die Frage traktiert werden, was man denn eigentlich unter \u201eVaterland\u201c verstehen m\u00fcsse, das nach Meinung nicht weniger Historiker nach dem Ende der Monarchie 1918 als alleinige Sinnstiftungsperspektive f\u00fcr die Erinnerung an die vielen Gefallenen w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges \u00fcbriggeblieben sei. Verkn\u00fcpft damit ist die These, wonach die \u00fcberlebenden Kriegsteilnehmer w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges tats\u00e4chlich eine Art von Nationalisierungsschub erfahren h\u00e4tten\u00a0aufgrund des gemeinsamen Erlebens von Angst und Bedrohung an der Front, besonders aber aufgrund der Erkenntnis, dass man auf seinen Kameraden neben sich im Sch\u00fctzengraben \u2013 ob er nun aus Bayern, Preu\u00dfen, Hessen, Friesland oder Sachsen stammte \u2013 m\u00f6glicherweise auf Leben und Tod angewiesen sein w\u00fcrde. Der Krieg habe also zumindest bei den aktiven Kriegsteilnehmern zu einer st\u00e4rkeren Identifikation mit Deutschland, zu einem Prozess des nationalen Zusammenwachsens gef\u00fchrt.\u00a0Diese Annahmen f\u00fchren fast zwangsl\u00e4ufig zu der Frage, ob sich eine solche Entwicklung \u2013 oder zumindest eine entsprechende Botschaft \u2013 auch an den bayerischen Kriegerdenkm\u00e4lern f\u00fcr den Ersten Weltkrieg ablesen l<span lang=\"ar-SA\">\u00e4sst<\/span>?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Doch welches sinnstiftende \u201eVaterland\u201c k\u00f6nnte denn in diesem Zusammenhang gemeint sein?\u00a0In der Literatur wird dieses \u201eVaterland\u201c zumeist pauschal mit Deutschland gleichgesetzt. Der Grund hierf\u00fcr d\u00fcrfte sein, dass es vielen Autoren offensichtlich fern liegt, nach einzelstaatlichen, also nach bayerischen, pf\u00e4lzischen, w\u00fcrttembergischen und badischen oder gar preu\u00dfischen Identifikationen zu fragen, wenn die Zeit nach 1918, wenn die Jahre der Weimarer Republik in Rede stehen. Besagte Autoren gehen augenscheinlich davon aus, dass die auf Deutschland hin ausgerichtete Nationalisierung selbst in den entlegensten Ecken des vormaligen Kaiserreichs mehr als vierzig Jahre nach der Bismarckschen Reichsgr\u00fcndung insoweit erfolgreich abgeschlossen gewesen sei, dass zwar weiterhin Raum war f\u00fcr ein noch engeres Zusammenwachsen, dass aber \u201eVaterland\u201c f\u00fcr alle nur \u201eDeutschland\u201c bedeuten konnte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gerade ein derart pauschaler Befund muss kritisch beleuchtet werden! Au\u00dferdem ist beim Blick auf in Bayern errichtete Kriegerdenkm\u00e4ler zu ber\u00fccksichtigen, dass das eigenstaatliche Bewusstsein in Bayern sicherlich st\u00e4rker ausgebildet war \u2013 vielleicht heute noch ist \u2013 als in anderen Teilen Deutschlands: War also, um konkreter zu werden, dieses \u201eVaterland\u201c, f\u00fcr das es sich zu sterben selbst w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges gelohnt haben sollte, f\u00fcr die B\u00fcrger des vormaligen K\u00f6nigreichs Bayern, seit November 1918 des Volksstaates Bayern, tats\u00e4chlich Deutschland? Und gibt es u.U. weitere Unterschiede zu konstatieren, wenn man einerseits Altbayern und andererseits Neubayern, also Franken und Schwaben oder gar die erst 1815\/16 an Bayern angegliederte Pfalz, gr\u00fcndlich in den Blick nehmen w\u00fcrde?\u00a0Angesichts derartiger \u00dcberlegungen gilt es freilich noch, drei in diesem thematischen Zusammenhang notwendige methodische \u00dcberlegungen bzw. Schwierigkeiten zumindest anzusprechen.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Firstly<\/span><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">:\u00a0<\/span>Die meisten Denkm\u00e4ler f\u00fcr die Gefallenen der Jahre 1914 bis 1918 sind nach 1945 ver\u00e4ndert worden. Auf diese Weise konnte man \u2013 ohne in neue Monumente investieren und ohne m\u00f6glicherweise lange andauernde staatliche Genehmigungsverfahren durchlaufen zu m\u00fcssen \u2013 rasch auch der w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges umgekommenen Soldaten gedenken. Ver\u00e4ndert wurden die Denkm\u00e4ler f\u00fcr den Ersten Weltkrieg nicht nur, indem man lediglich die Namen der zwischen 1939 und 1945 Gefallenen hinzuf\u00fcgte. H\u00e4ufig wurden auch die am Denkmal eingemei\u00dfelten Widmungs- und Sinnspr\u00fcche ver\u00e4ndert, wenn sie nach 1945 etwa als zu martialisch, als zu aggressiv empfunden wurden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nicht selten strebte man stattdessen danach, einen un\u00fcbersehbaren Nie-Wieder-Appell \u00f6ffentlich zu machen. F\u00fcr die hier traktierte Fragestellung nach der Bedeutung des Begriffs \u201eVaterland\u201c m\u00fcsste man jedoch genau den urspr\u00fcnglichen Sinnspruch kennen. Allerdings l\u00e4sst sich bei einigen dieser ver\u00e4nderten Denkm\u00e4ler die vormalige Inschrift nicht mehr rekonstruieren, sei es, weil die Ver\u00e4nderung keinen Niederschlag in Archivalien gefunden hat, sei es, weil sich niemand mehr erinnert oder weil nicht einmal auswertbares Bildmaterial vorhanden ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mit solchen Problemen ist der Historiker z. B. beim Kriegerdenkmal in Irsee im Allg\u00e4u konfrontiert. Errichtet wurde es tats\u00e4chlich f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Nach 1945 f\u00fcgte man die Namen der zwischen 1939 und 1945 Gefallenen hinzu und \u00fcberschrieb dies mit den Worten: \u201eUnseren gefallenen Helden 1914\u20131918. 1939\u20131945. Marktgemeinde Irsee\u201c. Wie aber hatte die Inschrift zuvor gelautet? Konnte man ihr einen konkreten Bezug auf Deutschland als Vaterland entnehmen? Den Zustand von vor 1945 zu rekonstruieren ist nicht gelungen, weder die originalen Baupl\u00e4ne noch die ansonsten recht ausf\u00fchrliche Chronik des Irseer Krieger- und Veteranenvereins geben dazu irgendwelche Informationen.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Secondly\u00a0<\/span>ist zu fragen, ob die k\u00fcrzeren oder auch l\u00e4ngeren Texte, die \u2013 abgesehen von den reinen Namensnennungen mal mit, mal ohne Geburts- und Sterbedatum \u2013 an den jeweiligen Denkm\u00e4lern zu lesen sind, tats\u00e4chlich jene Sinnstiftungsperspektive wiedergeben, die bei der Initiative f\u00fcr das Denkmal und bei dessen Enth\u00fcllung ma\u00dfgeblich gewesen war. Hat man m\u00f6glicherweise einfach nur den Text, den man am Denkmal des Nachbarorts lesen konnte, reproduziert? Oder hat man aus Platzgr\u00fcnden die denkbar knappste Formulierung gew\u00e4hlt, die kaum oder gar keine Schl\u00fcsse auf eine beabsichtigte nationale bzw. regionale Botschaft des Denkmals zul\u00e4sst? Ist der schlie\u00dflich eingemei\u00dfelte Spruch vielleicht das Produkt eines Kompromisses, nachdem man sich im Denkmalkomitee lange nicht hatte einigen k\u00f6nnen \u00fcber eine lokale, bayerische oder deutsche Ausrichtung? So \u00e4rgerlich das auch sein mag, aber man wird h\u00e4ufig keine befriedigenden Antworten auf die gestellten Fragen finden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mit Blick auf den Entstehungszeitraum der hier in Rede stehenden Denkm\u00e4ler ist\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">thirdly<\/span> und letztens eine Einschr\u00e4nkung in zeitlicher Hinsicht vorzunehmen. Wenn man nach der nationalpolitischen Botschaft der Kriegerdenkm\u00e4ler f\u00fcr den Ersten Weltkrieg fragt, dann darf man nur solche heranziehen, die vor 1933 errichtet wurden. Die Nationalsozialisten brachten zwar \u2013 wie bereits erw\u00e4hnt \u2013 den Kriegerdenkm\u00e4lern ein ganz besonderes Interesse entgegen, was sich u. a. darin niederschlug, dass ab 1933 die Errichtung weiterer Monumente f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges massiv gef\u00f6rdert wurde.\u00a0Doch mussten die sinnstiftenden Texte an diesen nach 1933 erbauten Denkm\u00e4lern nun vor allem der nationalsozialistischen Ideologie entsprechen, was eine freie Wahl zwischen lokaler, regionaler oder national deutscher Verortung zumindest erheblich erschwerte. Die Beschr\u00e4nkung auf vor 1933 errichtete Denkm\u00e4ler l\u00e4sst jedoch, wenn man die Pfalz in den Blick nimmt, die Zahl der in Frage kommenden prominenteren Kriegerdenkm\u00e4ler drastisch sinken. Denn hier konnte\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00fcberhaupt erst nach dem Ende der franz\u00f6sischen Besatzung im Sommer 1930 in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe damit begonnen werden, das ehrende Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Stein zu mei\u00dfeln.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess\">Dasjenige bayerische Kriegerdenkmal, auf das zum Schluss etwas n\u00e4her eingegangen werden soll, ist das 1924 enth\u00fcllte, 1928 in allen Details fertiggestellte Denkmal vor dem ehemaligen Armeemuseum in M\u00fcnchen, vor der heutigen Bayerischen Staatskanzlei.\u00a0Die Initiative f\u00fcr das Monument in der bayerischen Hauptstadt ging freilich nicht, wie man vielleicht vermuten k\u00f6nnte, vom bayerischen Staat, auch nicht von der Stadt M\u00fcnchen aus, sondern von der M\u00fcnchner Sektion des \u201eBayrischen Kriegerbundes\u201c. Gestaltet als gro\u00df dimensionierter Sarkophag bzw. als gro\u00df dimensionierte Gruft, weist es mehrere Inschriften auf: Am oberen Deckstein ist auf der einen Seite zu lesen, \u201eUnseren Gefallenen\u201c, auf der anderen, \u201eSie werden auferstehen\u201c. Weder Deutschland noch Bayern werden dort in irgendeiner Form erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Inschrift \u201eUnseren Gefallenen\u201c weist, wenn man den Initiator dieses Denkmals kennt, noch am ehesten einen st\u00e4dtischen Bezug auf. Eine solche Interpretation wird von einer weiteren Inschrift im Innern erh\u00e4rtet: \u201eErbaut vom Obmannsbezirk<span lang=\"ar-SA\">\u00a0M\u00fcnchen-Stadt des\u00a0<\/span>Bayr. Kriegerbundes. Den 13.000 gefallenen Heldens\u00f6hnen der Stadt M\u00fcnchen 1914\u20131918\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eigentlich war geplant gewesen, innerhalb dieser sarkophag-\u00e4hnlichen Architektur gar nichts aufzustellen, daf\u00fcr aber die Namen der 13.000 Gefallenen der M\u00fcnchner Sektion des Bayrischen Kriegerbundes an den Innenw\u00e4nden anzubringen. Die vorhandenen Wandfl\u00e4chen erwiesen sich aber rasch als nicht ausreichend. Die L\u00f6sung dieses Problems bestand darin, dass man den Sarkophag mit einer gr\u00f6\u00dferen Freifl\u00e4che umgab, das \u00fcbrige Terrain aber aufsch\u00fcttete; und da die Freifl\u00e4che mit Steinw\u00e4nden eingefasst wurde, fanden alle 13.000 Namen schlie\u00dflich \u2013 samt stilisierten marschierenden Soldaten sowie Grabh\u00fcgeln mit Kreuzen \u2013 auf diesen W\u00e4nden ihren Platz.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Parallel zu diesen Vorg\u00e4ngen war geplant, im Kuppelsaal des Bayerischen Armeemuseums ein Kriegerdenkmal f\u00fcr alle Gefallenen des gesamten bayerischen Heeres aufzustellen. Hierf\u00fcr konzipierte der Bildhauer Bernhard Bleeker, der w\u00e4hrend des Dritten Reiches noch einmal Karriere machen sollte, die liegende Figur eines toten, aber wie schlafend anmutenden jungen Soldaten in zeitgen\u00f6ssischer Montur. Da es wegen des Aufstellungsortes dieses toten Kriegers im M\u00fcnchner Armeemuseum zu Auseinandersetzungen mit dem Bildhauer kam, entschied man sich, diese Figur in den leeren und ohne die Pr\u00e4sentation der Namen der M\u00fcnchner Gefallenen g\u00e4nzlich funktionslosen Sarkophag vor dem Bayerischen Armeemuseum zu transferieren. Zu F\u00fc\u00dfen des toten Soldaten ist, gem\u00e4\u00df seiner Bestimmung, zu lesen: \u201eBayerns Heer seinen Toten\u201c, dar\u00fcber ist das bayerische Rautenwappen angebracht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Somit beinhaltet das gesamte M\u00fcnchner Kriegerdenkmal eine seltsame Mischung aus lokalem sowie eigenstaatlich-bayerischem Gedankengut, w\u00e4hrend man einen Verweis auf Deutschland als sinnstiftendes Element, auf Deutschland als \u201eVaterland\u201c der Gefallenen, vergeblich sucht \u2013 die Initiatoren beabsichtigten offensichtlich nicht, ihr Denkmal mit einer derartigen Botschaft auszustatten!<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span lang=\"ar-SA\">\u00c4hnliche Beobachtungen kann man bei vielen weiteren bayerischen Kriegerdenkm\u00e4lern machen. Auch bei der sehr gro\u00df dimensionierten Gedenkanlage f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Furth im Wald<\/span>, direkt an der tschechischen Grenze, fehlt jeglicher Hinweis auf Deutschland. Es hei\u00dft hier nur: \u201eDen toten Kriegern\u201c; nicht einmal Bayern oder die Stadt Furth sind erw\u00e4hnt. In W\u00fcrzburg wiederum, in Unterfranken, kann man am ebenfalls gro\u00df dimensionierten Kriegerdenkmal\u00a0lesen: \u201eDie Stadt ihren S\u00f6hnen\u201c. Ganz allein der lokale Bezug schien den Initiatoren also sinngebend zu sein, Bayern oder Deutschland wurden und werden nicht erw\u00e4hnt!<\/p>\n<p class=\"fliess\">Anders pr\u00e4sentieren sich die Kriegerdenkm\u00e4ler in der Pfalz, die freilich erst in den letzten Jahren der Weimarer Republik aufgestellt werden konnten, als der Ton der an den Denkm\u00e4lern angebrachten Texte ohnehin schon rauer geworden und mehr auf Revanche ausgerichtet war. Au\u00dferdem hatte sich die Pfalz w\u00e4hrend des gesamten 19. Jahrhunderts am schwersten von allen neubayerischen Gebieten damit getan, von M\u00fcnchen aus regiert zu werden \u2013 es gab bei der Bev\u00f6lkerung keine allzu enge Bindung an Bayern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Und so wurde an dem 1930 in Speyer eingeweihten Denkmalbrunnen f\u00fcr die Gefallenen\u00a0u. a. ein Relief angebracht, das Handgranaten werfende Soldaten zeigt. Darunter ist zu lesen: \u201eDeutschland mu\u00df leben \/ und wenn wir sterben m\u00fcssen\u201c. Es ist un\u00fcbersehbar, dass das Speyrer Denkmal aggressiver und st\u00e4rker national deutsch ausgefallen ist als die wenigen genannten Vergleichsbeispiele aus dem rechtsrheinischen Bayern. Die N\u00e4he zur franz\u00f6sischen Grenze, die Jahre der franz\u00f6sischen Besetzung, aber auch der sp\u00e4te Aufstellungszeitpunkt d\u00fcrften f\u00fcr diese anders gearteten Botschaften mit verantwortlich gewesen sein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Um allein die Frage nach der Relevanz des Begriffs \u201eVaterland\u201c hinsichtlich der Kriegerdenkm\u00e4ler f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges auch nur ann\u00e4hernd kl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste eine Vielzahl derartiger Denkm\u00e4ler analysiert werden. Aber noch diverse weitere Aspekte m\u00fcssten in den Blick genommen werden, etwa Einzelheiten der Gestaltung, zudem die vielfach anzutreffende Monotonie der eingemei\u00dfelten Sinnspr\u00fcche, dar\u00fcber hinaus die Beobachtung, dass man, wenn man kleinere Gemeinden und ihre Kriegerdenkm\u00e4ler betrachtet, offensichtlich konfessionelle Unterschiede bei der Gestaltung der Kriegerdenkm\u00e4ler feststellen kann. Es g\u00e4be also noch viel zu erforschen, und zwar bevor diese, angesichts der aktuell rasch schwindenden Akzeptanz jener fast schon hundert Jahre alten Monumente, einer weiteren Ver\u00e4nderung unterworfen werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Otto von Bismarck nimmt unter jenen, die auf Denkmalsockeln in der Bundesrepublik Deutschland zu finden sind, sicherlich eine Sonderstellung ein. Wahrscheinlich wurden f\u00fcr keine andere historische Pers\u00f6nlichkeit derart viele Denkm\u00e4ler errichtet, von denen au\u00dferdem die meisten einen bzw. sogar zwei Weltkriege samt ihren f\u00fcr Denkm\u00e4ler \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlichen Metallsammlungen \u00fcberdauert haben. 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