{"id":32205,"date":"2023-07-17T14:34:10","date_gmt":"2023-07-17T12:34:10","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=an-vergangenes-erinnern"},"modified":"2025-01-09T10:53:03","modified_gmt":"2025-01-09T09:53:03","slug":"an-vergangenes-erinnern-bemerkungen-zur-genese-und-wirksamkeit-von-denkmaelern","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/an-vergangenes-erinnern-bemerkungen-zur-genese-und-wirksamkeit-von-denkmaelern\/","title":{"rendered":"Remembering the past?"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-3\">A<\/span>m Beginn steht eine Frage an alle Leser: Sind Sie in letzter Zeit einem Denkmal begegnet, an dem Sie nicht nur einfach achtlos vorbeigeschlendert sind, sondern das Sie bewusst wahrgenommen haben? Und wollten Sie sich mit diesem Denkmal, an dem Sie vorbeigekommen sind, konkret auseinandersetzen?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Vor kurzem h\u00e4tte wohl kaum jemand geantwortet, dass er ein Denkmal aktiv wahrgenommen habe. Inzwischen hat sich das erkennbar ver\u00e4ndert. Die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Black-Lives-Matter-Bewegung<\/span>, die zunehmende Kritik an den Folgen des Kolonialismus, die offensichtlich wachsende Sensibilit\u00e4t in der gegenw\u00e4rtigen Gesellschaft, vor allem in Europa und in den USA, an diversen Formen der Unterdr\u00fcckung haben daf\u00fcr gesorgt, dass Denkm\u00e4ler wieder st\u00e4rker in unseren Blickwinkel geraten sind. Allerdings muss man sofort wieder einschr\u00e4nken, dass nur solche Denkm\u00e4ler mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, die im Ruch stehen, an jene M\u00e4nner und deren Taten zu erinnern, die inzwischen massiv kritisiert werden, weil sie in der Vergangenheit den Kolonialismus gef\u00f6rdert oder von ihm profitiert, weil sie in der Vergangenheit Kriege gef\u00fchrt oder gar vom Zaun gebrochen, weil sie in der Vergangenheit Teile der Gesellschaft diskriminiert haben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Grunds\u00e4tzlich ist zu Anfang aber festzuhalten, dass Denkm\u00e4ler in gro\u00dfer Zahl unseren allt\u00e4glichen Lebensraum bev\u00f6lkern: An H\u00e4usern, in denen einmal eine ber\u00fchmtere Pers\u00f6nlichkeit abgestiegen ist, findet man Gedenktafeln; in St\u00e4dten und M\u00e4rkten bev\u00f6lkern die Gro\u00dfen der Vergangenheit in Erz oder Stein Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze; Staatsbesuche kommen h\u00e4ufig nicht ohne Denkm\u00e4ler aus, denn wo sollte man sonst die obligatorischen Kr\u00e4nze niederlegen, und fast jeder noch so kleine Ort besitzt zumindest ein Kriegerdenkmal. Gleichwohl ist zu konstatieren, dass die Mehrzahl dieser Denkm\u00e4ler und Gedenktafeln und -Plaketten in unseren St\u00e4dten und D\u00f6rfern, mitunter sogar mitten in freier Natur, eher wie verstaubte und unbeachtete M\u00f6belst\u00fccke herumstehen. Vor allem dort, wo wir zu Hause sind, wo wir uns auskennen, nehmen wir Denkm\u00e4ler kaum noch wahr, wir gehen achtlos an ihnen vor\u00fcber. Um jedoch zu erkennen, was die Initiatoren von Denkm\u00e4lern eigentlich mit deren Hilfe erreichen wollten, ja h\u00e4ufig noch immer anstreben, bedarf es einiger \u00dcberlegungen dazu, was ein Denkmal eigentlich ist, wann man damit begonnen hat, Denkm\u00e4ler zu errichten, und was in den meisten F\u00e4llen passiert, wenn solch ein Denkmal erst einmal fix und fertig auf seinem Sockel steht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">I.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Ein Denkmal \u2013 was ist das eigentlich? Hierf\u00fcr kann man etwa im\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">W\u00f6rterbuch zur Geschichte\u00a0<\/span>von Erich Bayer und Frank Wende nachschlagen. Dort werden diverse Untergruppen von Denkm\u00e4lern unterschieden: Bau- und Kunstwerke aller Art, aber auch Inschriften, besonders aus dem Altertum und dem Mittelalter, sowie Urkunden, M\u00fcnzen und Medaillen, Siegel, Wappen, Waffen. Und als Definition ist hier u. a. zu lesen: Denkm\u00e4ler seien \u201enach J[ohann] G[ustav] Droysen [&#8230;] die Quellengruppe zwischen den unentstellt \u00fcberlieferten \u00dcberresten und der mehr oder weniger subjektiv gef\u00e4rbten Tradition\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn man sich nun aber etwa das M\u00fcnchner Siegestor oder das Bismarckdenkmal am Starnberger See bzw. die Reiterstatue, die Prinzregent Luitpold in M\u00fcnchen vor dem Bayerischen Nationalmuseum darstellt, anschaut, dann scheinen diese Objekte recht wenig mit einer solchen Definition zu tun zu haben. Und tats\u00e4chlich zielt sie auf einen \u00e4lteren Denkmalbegriff, einen Denkmalbegriff aus dem 19. Jahrhundert, der alle Hinterlassenschaften \u2013 wir w\u00fcrden heute sagen: alle Quellen aus der Vergangenheit \u2013 als Denkm\u00e4ler bezeichnete, r\u00f6mische M\u00fcnzen ebenso wie mittelalterliche Kloaken, die Barockschl\u00f6sser des europ\u00e4ischen Adels ebenso wie die Reste keltischer Befestigungsanlagen, die autobiographischen Aufzeichnungen der Liselotte von der Pfalz aus dem 17. Jahrhundert ebenso wie Fuggersche Rechnungsb\u00fccher.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dieser zitierte, eher inflation\u00e4re Denkmalbegriff muss im hier traktierten Zusammenhang drastisch eingeschr\u00e4nkt werden. Es geht im Folgenden also weder um antike M\u00fcnzen, die das Portrait des in ihrer Entstehungszeit regierenden Kaisers tragen, noch etwa um Waffen, die man als \u00dcberrestquellen f\u00fcr die Kriegstechnik vergangener Zeiten interpretieren kann. Aber es geht ebenso wenig um die klassischen Baudenkm\u00e4ler, die von den Denkmalsch\u00fctzern allesamt als \u201eDenkm\u00e4ler\u201c bezeichnet werden. Denn solche Baudenkm\u00e4ler wurden f\u00fcr ganz bestimmte Funktionen errichtet, was freilich im Staunen, dass solche Bauten \u00fcberhaupt noch erhalten sind, im Staunen, was die Altvorderen mit primitiver Technik zustande gebracht haben, h\u00e4ufig vergessen wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zu derartigen Baudenkm\u00e4lern z\u00e4hlt etwa die M\u00fcnchner Residenz, die von den bayerischen Herz\u00f6gen, Kurf\u00fcrsten und K\u00f6nigen gebaut und immer wieder erweitert wurde, um darin prunkvoll wohnen und vor allem um angemessen repr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Zu den Baudenkm\u00e4lern geh\u00f6rt ebenso die N\u00fcrnberger Lorenzkirche, die als Gotteshaus und als Ort f\u00fcr Gottesdienste errichtet wurde. Solchen Geb\u00e4uden kann man also pragmatische Funktionen zuordnen; erst aufgrund ihres Alters, aufgrund ihrer m\u00f6glicherweise kunsthistorischen Bedeutung, vielleicht auch aufgrund ihrer Einzigartigkeit sind sie zu sch\u00fctzenswerten Objekten des Denkmalschutzes geworden, der sie als \u201eDenkm\u00e4ler\u201c tituliert, der sie aber pr\u00e4ziser als \u201eBaudenkm\u00e4ler\u201c bezeichnen sollte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn man sich nun wieder das M\u00fcnchner Siegestor, den Bismarckturm am Starnberger See, die Luitpold-Statue vor dem Bayerischen Nationalmuseum vor Augen f\u00fchrt, dann l\u00e4\u00dft sich rasch erkennen, dass die drei zuletzt genannten Objekte von ganz anderem Zuschnitt sind. Diese zuletzt genannten Denkm\u00e4ler wurden gebaut, um Erinnerung zu schaffen und zu bewahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">II.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Und so sollen nun endlich folgende Denkm\u00e4ler des 19. und 20. Jahrhunderts im Vordergrund stehen, die das englische Wort \u201emonument\u201c n\u00e4her, ja treffender charakterisiert. Gemeint sind also DENK-MALE wie u. a. Reiterstandbilder, K\u00fcnstlerb\u00fcsten sowie gr\u00f6\u00dfere Figurenensembles (etwa die Mahnm\u00e4ler f\u00fcr den Todesmarsch der H\u00e4ftlinge des Konzentrationslagers Dachau), gemeint sind daneben aber gleicherma\u00dfen DENK-MALE, f\u00fcr die eine architektonische Form gew\u00e4hlt wurde (z. B. das M\u00fcnchner Siegestor oder die Kelheimer Befreiungshalle) sowie eher abstrakte Monumente (z. B. das Denkmal f\u00fcr die Opfer der Berliner Luftbr\u00fccke). All dies sind DENK-MALE, die gesetzt wurden, um ganz bewusst Erinnerung zu initiieren, zu bewahren, zu ver\u00e4ndern usw.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Angeschnitten ist damit die Frage einerseits nach den Funktionen des Denkmals und andererseits nach den Gr\u00fcnden, warum solche Denkm\u00e4ler \u00fcberhaupt aufgestellt wurden und noch immer aufgestellt werden. \u00dcber drei Zeitebenen erstrecken sich die Funktionen und Wirksamkeiten von Denkm\u00e4lern: Auf den ersten Blick scheinen Denkm\u00e4ler vor allem oder gar ausschlie\u00dflich auf die Vergangenheit zu verweisen. Denn schlie\u00dflich geh\u00f6rt zu den Motiven f\u00fcr ihre Errichtung der Wunsch, Erinnerung an eine zumeist verstorbene Person oder an ein vergangenes Ereignis zu stiften. Und diese Person bzw. dieses Ereignis soll auf oder an dem Denkmal zu sehen, zumindest zu erahnen sein. Besonders einfach nachvollziehbar ist dieser Umstand, wenn man an die vielen Personendenkm\u00e4ler denkt, die Goethe und Schiller, die die bayerischen K\u00f6nige Ludwig I. bzw. Max II., die daneben aber auch Pers\u00f6nlichkeiten als Statue oder B\u00fcste zeigen, die vielleicht nur regionale oder lokale Bedeutung erlangten. Doch selbst architektonisch oder abstrakt gehaltene Denkm\u00e4ler k\u00f6nnen an Personen oder Ereignisse erinnern, zu nennen sind in diesem Zusammenhang die vielen Bismarckt\u00fcrme und Bismarcks\u00e4ulen und ebenso das V\u00f6lkerschlachtdenkmal bei Leipzig.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gleichzeitig aber wohnt Denkm\u00e4lern ein starker Bezug zur Gegenwart ihrer eigenen Entstehungszeit inne. Denn indem die Initiatoren des Denkmals sich bem\u00fchen, Erinnerung zu stiften oder wachzuhalten, sprechen sie \u00fcber die darzustellenden Personen, Ereignisse und Ideen ein in der Regel positives Werturteil aus und befinden, dass all dies der Erinnerung w\u00fcrdig sei.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Als dritte zeitliche Ebene ist dar\u00fcber hinaus die Zukunft in jedes Denkmalprojekt einbezogen. Schlie\u00dflich soll noch weit in die Zukunft hinein das einmal gesetzte Denkmal auf die Betrachter wirken, soll es die angestrebte Erinnerung nicht nur f\u00fcr eine, sondern f\u00fcr viele Generationen gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Den Denkm\u00e4lern kommen jedoch noch in einer ganz anderen Hinsicht Erinnerungsfunktionen zu: Denn meist soll auch an den oder die Initiatoren des Denkmals selbst \u2013 und das beide Male sowohl im Sinne von \u201eto remind\u201c (jemanden erinnern) als auch im Sinne von \u201eto remember\u201c (sich erinnern) \u2013 erinnert werden. Das bedeutet, dass sich derjenige, der Erinnerung mit Hilfe eines Denkmals stiften oder bewahren will, gleichzeitig ganz bewusst in eine Traditionslinie hineinstellt, sei sie nun kultureller oder politischer Natur. Wer Denkm\u00e4ler initiiert, plant oder f\u00f6rdert, gibt somit zum einen zumindest Teile seiner eigenen Weltanschauung zu erkennen. Er m\u00f6chte aber zum anderen in den meisten F\u00e4llen auch als der Sch\u00f6pfer des in Rede stehenden Monuments selbst in Erinnerung bleiben. So ist etwa auf der R\u00fcckseite des Sockels des von Ludwig I. initiierten und finanzierten Standbildes f\u00fcr F\u00fcrstbischof Julius Echter von Mespelbrunn in W\u00fcrzburg zu lesen: \u201eErrichtet von Ludwig I. K\u00f6nig von Bayern, Herzog von Franken 1847\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber noch zwei weitere Aspekte geh\u00f6ren zum Komplex \u201eFunktionen des Denkmals\u201c. So sollen diese Monumente erstens eine besondere Form der Erinnerung stiften, n\u00e4mlich keine private Erinnerung, sondern eine, die in und von der \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen wird. Das Ziel des Denkmalsch\u00f6pfers ist, pers\u00f6nliches Credo, Werthaltungen, Urteile \u00fcber die Vergangenheit im Medium des Denkmals einerseits \u00f6ffentlich zu machen und andererseits \u2013 wie schon erw\u00e4hnt \u2013 der Nachwelt zu \u00fcberliefern. Damit setzt sich derjenige, der solch eine Initiative in Angriff nimmt oder unterst\u00fctzt, zweitens ganz bewusst der Diskussion seines Projektes aus, er will also in der \u00d6ffentlichkeit sowie bei den nachmaligen Betrachtern Wirkungen erzielen, er will bestimmte Urteile und Sichtweisen hervorrufen oder unterdr\u00fccken, st\u00e4rken oder schw\u00e4chen, er will Meinungen machen und beeinflussen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gerade die Tatsache, dass mit Hilfe von Denkmalsetzungen Meinungen beeinflusst werden sollen, lenkt den Blick auf einige besondere Wesensmerkmale des Denkmals. Der wichtigste Aspekt in dieser Hinsicht ist sicherlich, dass Konzeption, Planung und Verwirklichung von Denkm\u00e4lern in keiner Weise der historiographischen Korrektheit, nicht dem Anspruch des Historikers nach m\u00f6glichst gro\u00dfer Objektivit\u00e4t verpflichtet sind \u2013 und dies auch nicht sein m\u00fcssen! Ein Denkmal kann und will und wird nie ein auf den Sockel gestelltes Fachbuch sein! Mit der Hilfe von Denkm\u00e4lern wird vielmehr ein ganz besonders selektiver Zugriff auf die Vergangenheit praktiziert, sowohl was die Auswahl der darzustellenden Person, des darzustellenden Ereignisses betrifft als auch hinsichtlich der zumeist ganz eindeutigen inhaltlichen Verortung dieser Person bzw. dieses Ereignisses.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Als Beispiel hierf\u00fcr mag das Denkmal f\u00fcr K\u00f6nig Max I. Joseph in M\u00fcnchen dienen. Dieses Monument zeigt nichts anderes als eine ungetr\u00fcbte Erfolgsstory der Herrschaft des ersten bayerischen K\u00f6nigs, es verschweigt die Tausenden von Toten w\u00e4hrend der Napoleonischen Kriege, es verschweigt die territorialen Verluste, es verschweigt den kulturellen und sozialen Kahlschlag im Umkreis der aufgel\u00f6sten Kl\u00f6ster, es verschweigt im Grund alles Negative der Jahre zwischen 1799 bzw. 1806 und dem Jahr 1825, dem Todesjahr Max Josephs. Hier zeigt sich \u00fcberdeutlich: Multikausalit\u00e4t der Interpretation wird im Denkmal nicht angestrebt und ist in diesem Medium tats\u00e4chlich nicht zu verwirklichen!<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Umstand, dass in parlamentarisch-demokratischen Staaten die Errichtung von Denkm\u00e4lern ganz offensichtlich mit gr\u00f6\u00dferen Schwierigkeiten und l\u00e4ngeren Auseinandersetzungen verbunden ist, hat wohl im gerade Geschilderten seinen Ursprung. Eine angemessene Beurteilung von Denkm\u00e4lern erfordert es daher, vor allem die politischen Wirkungszusammenh\u00e4nge ihrer Entstehungszeit in den Blick zu nehmen. Denn genau diese politischen Wirkungszusammenh\u00e4nge der Entstehungszeit beeinflussen, ja bestimmen grundlegend sowohl den Inhalt als auch die Art der Darstellung, somit die Interpretation all jener historischen Pers\u00f6nlichkeiten und Ereignisse, die man auf einen Sockel gehoben hat oder noch heben will.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">III.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die enge Verbindung zwischen dem im Medium Denkmal ausgesprochenen Werturteil, der darin enthaltenen Botschaft \u00fcber die Vergangenheit und dem gesellschaftlichen, kulturellen, politischen Tagesgeschehen seiner Entstehungszeit, diese enge Verbindung hat allerdings zur Folge, dass die meisten Denkm\u00e4ler, ganz entgegen der Absicht und den Hoffnungen ihrer Auftraggeber, die Neigung haben, nach k\u00fcrzerer oder l\u00e4ngerer Zeit gleichsam zu verschwinden. Sie sind zwar weiterhin materiell vorhanden, doch sobald sich die \u00f6ffentliche Auseinandersetzung, die in den meisten F\u00e4llen mit der Planungs- und der Bauphase von Denkm\u00e4lern einhergeht, beruhigt hat, verschwindet gleichzeitig das eben noch hei\u00df umk\u00e4mpfte Streitobjekt aus der Wahrnehmung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Verst\u00e4rkt wird dieses Unsichtbarwerden, diese der Absicht der Denkmalsch\u00f6pfer so krass entgegenstehende Entwicklung, noch durch den Umstand, dass die an den Denkm\u00e4lern verwendete Ikonologie mit der Zeit unverst\u00e4ndlich wird. Eine Vielzahl der an den Denkm\u00e4lern des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhunderts verwendeten Bedeutungstr\u00e4ger (besondere Assistenzfiguren, unterschiedlich eingesetzte architektonische Grundformen, besondere Symbole usw.) sind l\u00e4ngst zum Spezialwissen von Historikern und Kunsthistorikern \u00adherabgesunken. So wurden etwa in Bayern zum Lob der bayerischen Verfassung von 1818 an einigen Orten Steinw\u00fcrfel errichtet. Die an allen Seiten gleichgro\u00dfe Oberfl\u00e4che der W\u00fcrfel sollte die Perfektion der Verfassung von 1818 versinnbildlichen. Der heutige Betrachter kann derartige Botschaften zumeist nicht mehr entziffern. Ein nicht zu dechiffrierendes Denkmal aber mutiert zum reinen Kuriosum, im besten Fall zum dank seines Alters sch\u00fctzenswerten Baudenkmal.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Titel dieser knappen Skizze ist zudem von der Genese von Denkm\u00e4lern die Rede. Damit ist nicht nur die Entstehungsgeschichte einzelner dieser Monumente gemeint, von der ersten Idee, \u00fcber die Suche nach Unterst\u00fctzern und Finanzierungsm\u00f6glichkeiten, \u00fcber das Bem\u00fchen um staatliche Akzeptanz \u2013 denn die meisten Denkm\u00e4ler stehen ja auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen und m\u00fcssen daher genehmigt werden \u2013, \u00fcber Ausschreibungen und Baupl\u00e4ne bis zur letztendlichen Realisierung. Um die Denkm\u00e4ler besser verstehen und interpretieren zu k\u00f6nnen, bedarf es noch einiger weniger Bemerkungen zur Genese des Denkmals an sich. Alle diejenigen, die angesichts der heutigen F\u00fclle solcher st\u00e4dtebaulicher Objekte in Erz und Stein der \u00dcberzeugung sind, derartige Monumente mit ihrer eindeutigen Erinnerungsfunktion gebe es eigentlich \u201eschon immer\u201c, m\u00f6gen vielleicht erstaunt sein, wenn nun davon die Rede ist, dass jene Denkm\u00e4ler, die Menschen bzw. deren Taten glorifizieren, Erfindungen erst des 19. Jahrhunderts sind. Beg\u00fcnstigt wurde diese Entwicklung von der Aufkl\u00e4rung, die vor allem die diesseitigen Taten und weniger das jenseitige Schicksal des Menschen in den Mittelpunkt stellte. Den eigentlichen Schub, Denkm\u00e4ler mit Erinnerungsfunktion zu bauen, kann man im fr\u00fchen 19. Jahrhundert erkennen. Mit verursacht wurde dies einerseits vom Aufschwung einer immer st\u00e4rker wissenschaftlich betriebenen Geschichtsforschung \u2013 Geschichte wurde damals mehr oder weniger zu jener Wissenschaft, die scheinbar alles erkl\u00e4ren konnte und sollte. Andererseits wirkte sich hier der Boom des nationalen Gedankens, der nationalen Idee aus, freilich nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Mit dem Wunsch, die eigene Nation zu feiern bzw., wie in Deutschland und in Italien, \u00fcberhaupt erst als Staatsnation zu begr\u00fcnden, go\u00df man zuerst einmal f\u00fcr all jene Statuen oder mei\u00dfelte sie aus Stein, denen man zubilligte, Gro\u00dfe der eigenen Nation zu sein und diese identit\u00e4tsstiftend verk\u00f6rpern zu k\u00f6nnen. Das begann in den deutschen Staaten 1821 mit Luther in Wittenberg, anschlie\u00dfend folgten 1836 Gutenberg in Mainz und D\u00fcrer in N\u00fcrnberg (1837\u20131840).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Rasch wurden in so gut wie jeder gr\u00f6\u00dferen Stadt Denkm\u00e4ler und immer mehr Denkm\u00e4ler errichtet, f\u00fcr nationale Helden, unter die man aber auch K\u00fcnstler wie Schiller und Goethe z\u00e4hlen konnte, f\u00fcr Monarchen und F\u00fcrsten, f\u00fcr Heroen aus grauer Vorzeit \u2013 verwiesen sei in diesem Zusammenhang auf das Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald. Seither hat das Bem\u00fchen um immer neue Monumente, das Entdecken immer weiterer Personenkreise, die man als denkmalw\u00fcrdig identifizierte, nicht mehr richtig nachgelassen. Dazu kamen noch, ebenfalls etwa seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts, der Sonderfall der Kriegerdenkm\u00e4ler, sowie \u2013 nach dem Zweiten Weltkrieg \u2013 die Sonderform der Mahnm\u00e4ler. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde diese Entwicklung von nicht wenigen als \u201eDenkmalwut\u201c oder \u201eDenkmalpest\u201c bezeichnet und vehement abgelehnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">IV.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In aller K\u00fcrze soll nun noch der Stand der Forschung zum Thema Denkmal angesprochen werden. Hier gilt es vier Aspekte zu thematisieren, zumeist in Beschr\u00e4nkung auf die Situation in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Erstens:\u00a0<\/span>Den Denkm\u00e4lern widmen sich \u2013 soweit es die universit\u00e4re Forschung betrifft \u2013 vor allem Historiker und Kunsthistoriker. Dass das Thema \u201eDenkmal\u201c f\u00fcr einen interdisziplin\u00e4ren Forschungsansatz besonders pr\u00e4destiniert ist, versteht sich dabei von selbst.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Zweitens:<\/span> Zwei Pilotstudien stehen am Beginn des auf Denkm\u00e4ler ausgerichteten Interesses der historischen Forschung: Franz Schnabels Abhandlung \u201eDie Denkmalkunst und der Geist des 19. Jahrhunderts\u201c von 1939 sowie Thomas Nipperdeys Aufsatz \u201eNationalidee und Nationaldenkmal in Deutschland im 19. Jahrhundert\u201c aus dem Jahre 1968. Seit den fr\u00fchen 1980er Jahren kam es dann zu einer regelrechten Inflation von Ver\u00f6ffentlichungen zum Thema \u201eDenkmal\u201c, die allerdings in den letzten etwa zehn Jahren ein wenig abgeebbt ist. Angesichts des jedoch k\u00fcrzlich wiedererwachten Interesses an den Denkm\u00e4lern und ihrer Erinnerungsfunktion \u2013 inzwischen aber eher im negativen Sinne, denn Denkm\u00e4ler werden seit kurzem ja h\u00e4ufiger gest\u00fcrzt denn neu gebaut \u2013 d\u00fcrfte sich in absehbarer Zukunft auch die Forschung abermals verst\u00e4rkt diesen Monumenten zuwenden. Und tats\u00e4chlich ist bereits eine erste neue Ver\u00f6ffentlichung auf dem Markt, die den gerade erw\u00e4hnten Trend best\u00e4tigt: Im vergangenen Jahr erschien aus der Feder von Kirsten Otto:\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Berlins verschwundene Denkm\u00e4ler. Eine Verlustgeschichte von 1918 bis heute<\/span>, Berlin 2020.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Drittens:\u00a0<\/span>Nicht allein die angesprochene Flut von Ver\u00f6ffentlichungen in den fr\u00fchen 1880er Jahren hat die Denkmal-Literatur rasch ziemlich un\u00fcbersichtlich werden lassen. Dazu trug und tr\u00e4gt noch heute vor allem die gro\u00dfe Anzahl von Klein- und Kleinstschriften zu einzelnen Denkm\u00e4lern bei, die zudem \u2013 etwa als Privatdrucke \u2013 vielfach nicht \u00fcber den Buchhandel zu beziehen sind. Was dagegen noch immer fehlt, ist ein umfassendes \u201eHandbuch\u201c zum Denkmal im 19. und 20. Jahrhundert, allein schon im Hinblick auf die Denkmalentwicklung in Deutschland bzw. in den deutschen Staaten des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Viertens:\u00a0<\/span>Stattdessen erschienen in den 1980er und 1990er Jahren einige wenige reich bebilderte Prachtb\u00e4nde zu einzelnen prominenteren Denkm\u00e4lern. Diese waren zuvor meist einer umfassenden Restaurierung unterzogen worden. In den erw\u00e4hnten Publikationen werden daher nicht nur die Planungs- und Baugeschichte dieses Monuments ber\u00fccksichtigt, sondern gerade der Restaurierungsphase, genauer den Restaurierungstechniken widmet man hier gr\u00f6\u00dfere Beitr\u00e4ge. Einen weiteren Literaturtyp in Sachen Denkm\u00e4ler stellen solche B\u00e4nde dar, die die gesamte Denkmaltopographie einer Gemeinde oder Stadt behandeln.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nach den wenigen Hinweisen zur Forschungssituation schlie\u00dft sich nun die Frage an, was interessiert die Forschung eigentlich am Denkmal \u2013 und das beinhaltet ja auch: Was sollte uns alle am Denkmal interessieren, wenn wir es lesen, wenn wir es einigerma\u00dfen verstehen wollen? Soweit es die Entstehungsgeschichte dieser Monumente betrifft, stehen der intendierte Inhalt des Denkmals \u2013 an wen oder was soll erinnert werden? \u2013 und dessen Zusammenhang mit der gesellschaftlichen und politischen Situation der Entstehungszeit \u2013 wann wird warum an was erinnert? \u2013 im Mittelpunkt. Bezogen auf eine ganze Stadt, nehmen wir der Einfachheit halber die bayerische Landeshauptstadt M\u00fcnchen, w\u00fcrde das z.\u00a0B. bedeuten, sich anzusehen, wie viele Monarchen, wie viele K\u00fcnstler, wie viele Politiker \u2013 und jeweils welche? \u2013 wurden und werden zu welcher Zeit hier in Denkm\u00e4lern verewigt? Es geht au\u00dferdem um die Person, den Personenkreis, der ein solches Denkmalprojekt vorantreibt und um dessen Widersacher. Dar\u00fcber hinaus ist zu fragen, wie viel Zeit verging zwischen der ersten Idee zur Errichtung eines Denkmals und seiner Realisierung, dauerte es lange oder nicht und warum war das so? Waren nicht gen\u00fcgend Mitstreiter zu mobilisieren oder schaffte man es nicht, die n\u00f6tigen Geldsummen aufzubringen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gleicherma\u00dfen sollte uns interessieren, ob es bei dieser oder jener Denkmalinitiative eine Vielzahl unterschiedlicher Entw\u00fcrfe, ob es eine \u00f6ffentliche Ausschreibung gab? Und warum wurde dieser oder jener Entwurf zur\u00fcckgewiesen, wer entschied dar\u00fcber? Kam das n\u00f6tige Geld von einer oder von wenigen Personen oder von irgendwelchen Institutionen oder wurde eine \u00f6ffentliche Sammlung organisiert? Wurde ein Projekt vielleicht v\u00f6llig verhindert? Welche politischen Ziele verfolgen der oder die Initiatoren des Denkmals? Was f\u00fcr ein Urteil wird bis heute im jeweiligen Denkmal \u00fcber den gew\u00e4hlten Teilaspekt der Geschichte gesprochen? Entsprach bzw. entspricht dieses Urteil den traditionellen Wertungen der Entstehungszeit oder nicht? Und inzwischen ist vor allem zu entscheiden, ob wir uns heute noch mit den damals auf den Sockel gebrachten Werturteilen identifizieren k\u00f6nnen und wollen, sind sie uns gleichg\u00fcltig geworden oder lehnen wir sie inzwischen sogar ab?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bez\u00fcglich des schlie\u00dflich fertiggestellten Monuments ist nach den Modalit\u00e4ten zu fragen, mit denen es der \u00d6ffentlichkeit \u00fcbergeben wurde. Gab es ein Fest, gab es eine gro\u00dfe Resonanz in den Medien? Wie sah oder sieht die weitere \u201eNutzung\u201c des Denkmals aus, werden dort z. B. noch immer regelm\u00e4\u00dfig Feste oder andere Rituale gefeiert? Bei vielen Denkm\u00e4lern mag uns eine lange, ungebrochene Gedenktradition am Ort des Denkmals eher skurril erscheinen, doch es gibt Gegenbeispiele. Man denke nur an die noch immer j\u00e4hrlich, am Morgen des 24. Dezember, zelebrierten Veranstaltungen zur Erinnerung an die Sendlinger Mordweihnacht, zum einen hier in M\u00fcnchen, an der alten Sendlinger Kirche bei der Statue des Schmieds von Kochel, zum anderen zu F\u00fc\u00dfen des Waakirchener L\u00f6wen. An diesen Orten lebt die Erinnerung an z. T. ja lediglich erfundene Gestalten des Aufstandes von 1705 bis heute tats\u00e4chlich fr\u00f6hlich fort. Und wenn ein Monument schlie\u00dflich in die Jahre gekommen ist, als wie schwierig erweist es sich dann, das Geld f\u00fcr die Restaurierung zu beschaffen, wenn eine solche \u00fcberhaupt angestrebt wird?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">V.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Dar\u00fcber hinaus sollte man das langfristige Schicksal von Denkm\u00e4lern in der Forschung ber\u00fccksichtigen. Wurden sie etwa infolge von tiefgreifenden politischen Ver\u00e4nderungen einfach nur vergessen oder hat man sie gar zerst\u00f6rt, und wenn ja, wer tat dies? Geschah ein solcher Akt des Niederrei\u00dfens spontan und ungeplant, mitten in den Aufregungen und Wirren revolution\u00e4rer Umst\u00fcrze oder steckte ein genauer Plan dahinter, vorbereitet wom\u00f6glich von langer Hand? Im Jahr 1989 wurden z. B. diverse w\u00e4hrend der DDR-Jahre errichtete Denkm\u00e4ler gest\u00fcrzt, manche, aber durchaus nicht alle, sehr zeitnah zum Datum des politischen Zusammenbruchs der Deutschen Demokratischen Republik. Andere dieser Monumente stehen bis heute auf ihren Fundamenten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Inzwischen m\u00fcsste man noch fragen, ob es regelrechte Abstimmungen \u00fcber die Entfernung oder \u2013 was sich sicherlich als bessere L\u00f6sung erweist \u2013 die Kommentierung umstrittener Monumente mit Hilfe zus\u00e4tzlicher Plaketten und erkl\u00e4render Texte gibt? Wurde das gest\u00fcrzte Denkmal wom\u00f6glich sp\u00e4ter wieder aufgebaut, wenn zumindest Teile davon noch vorhanden waren, wurde es gar komplett rekonstruiert? Dies geschah z. B. mit der monumentalen Kaiser-Wilhelm-Reiterstatue am Deutschen Eck bei Koblenz am Rhein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber man sollte auch \u00fcber die deutschen Grenzen hinausschauen. Zu fragen w\u00e4re dann u. a., ob unterschiedliche Nationen unterschiedliche Denkm\u00e4ler bauen und wenn ja, was der Grund hierf\u00fcr ist? Oder existieren selbst beim Denkmalbau stilistische und architektonische Moden, die die Staatsgrenzen \u00fcberwinden? Bestehen \u00c4hnlichkeiten z. B. zwischen franz\u00f6sischen und deutschen Kriegerdenkm\u00e4lern des Ersten Weltkrieges oder bestimmt vor allem die Tatsache, den Krieg gewonnen bzw. verloren zu haben \u2013 nicht also das grunds\u00e4tzliche Thema der Trauer \u2013, Form und Inhalt? Ja gibt es, um beim Beispiel der Kriegerdenkm\u00e4ler zu bleiben, immer wiederkehrende stilistische Motive, die abseits vom Wandel des Stils allein der Totenklage verpflichtet sind?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bisher kann man sicherlich Folgendes festhalten: Denkm\u00e4ler sind vorz\u00fcgliche Quellen, vorz\u00fcgliche Untersuchungsgegenst\u00e4nde im Hinblick auf die Rekonstruktion politischer und gesellschaftlicher Absichten und Mentalit\u00e4ten im Spannungsfeld zwischen politischer Artikulation und historischer Argumentation. Das hei\u00dft, mit Hilfe von Denkm\u00e4lern sollen eigentlich politische Aussagen in die \u00d6ffentlichkeit transportiert werden, aber man tut dies, indem man aus der Mottenkiste der Vergangenheit Personen und Ereignisse hervorholt und auf Sockel stellt, die dann wiederum die intendierten aktuellen politischen Botschaften scheinbar oder tats\u00e4chlich verk\u00f6rpern sollen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Unterscheiden muss man jedoch, auch wenn man grunds\u00e4tzlich von einer politisch motivierten Indienstnahme von Kunst, Kultur und Geschichte ausgeht, die wechselnde Intensit\u00e4t solcher Indienstnahme zu verschiedenen Zeiten und f\u00fcr je unterschiedliche Ziele. Neben den unstrittigen Kontinuit\u00e4ten muss der Historiker gerade diese Unterschiede geb\u00fchrend ber\u00fccksichtigen, die man im Blick auf den jeweiligen Umgang mit Kunst, Kultur und Geschichte in monarchischen, in totalit\u00e4ren und in parlamentarisch-demokratischen Staaten erkennen kann.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Noch ein weiterer Komplex der Erforschung der Denkm\u00e4ler ist anzusprechen: Denn besondere Schwierigkeiten treten auf, wenn man sich mit dem Komplex von Rezeption und Wirkung dieser Monumente besch\u00e4ftigt. Hierbei ist eine Vielzahl unterschiedlicher Kategorien \u2013 und diese noch in wechselseitiger Verschr\u00e4nkung \u2013 in Rechnung zu stellen. Die sachliche Dimension von Rezeption und Wirkung zielt auf so unterschiedliche Felder wie einerseits die m\u00f6glicherweise von Denkm\u00e4lern hervorgerufenen \u2013 und von den Initiatoren erhofften \u2013 politischen Einstellungen und Handlungsweisen und andererseits auf die unter Umst\u00e4nden von Denkm\u00e4lern beeinflussten Deutungsmuster der Vergangenheit bzw. auf ver\u00e4nderte Formen des Geschichtsbewusstseins.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zudem ist stets zu ber\u00fccksichtigen, dass intendierte und tats\u00e4chlich eintretende Wirkungen nicht identisch zu sein brauchen, ferner, dass zwischen Geschichtsbewusstsein und politischer Haltung oder Handlung ein schwer entwirrbarer Wirkungszusammenhang besteht. Wenn man von Rezeption und Wirkung spricht, so ist au\u00dferdem hinsichtlich der Adressaten bzw. Rezipienten der Denkm\u00e4ler zu differenzieren. Es macht einen Unterschied, ob man dabei individuelle Verhaltensmuster, solche von gesellschaftlich homogenen Kleingruppen oder aber solche von gr\u00f6\u00dferen Bev\u00f6lkerungsgruppen \u2013 bis hin zu ganzen Nationen \u2013 in den Blick nimmt. Au\u00dferdem sollte grunds\u00e4tzlich eine gewisse Skepsis vorwalten, ob Denkm\u00e4ler im Kopf der Betrachter \u00fcberhaupt einen Effekt der positiven Identifikation hervorrufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Vorherrschend scheint vielmehr Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber Denkm\u00e4lern zu sein bzw. momentan der Impuls, als provozierend empfundene Erinnerungsmale niederzurei\u00dfen. Und in einer weiteren Differenzierung wird man au\u00dferdem die zeitliche Dimension von Rezeption und Wirkung zu bedenken haben, n\u00e4mlich einerseits die Untersuchung kurzfristiger und andererseits langfristiger Wirkungen \u2013 soweit sich das mit den klassischen Methoden des Historikers \u00fcberhaupt erforschen l\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Stellt sich schon das Kategoriensystem f\u00fcr den Komplex von Rezeption und Wirkung als \u00fcberaus kompliziert dar, so sind die Probleme im forschungsstrategischen Bereich, hinsichtlich der Quellen und Methoden, mitunter schier un\u00fcberwindlich. Fragestellungen, die auf die gegenw\u00e4rtigen Verh\u00e4ltnisse abzielen, sind mit all den Schwierigkeiten konfrontiert, die empirischen Forschungen generell anhaften. Findet man \u00fcberhaupt repr\u00e4sentative Bev\u00f6lkerungsgruppen, die man befragen kann? Wie entwickelt man ad\u00e4quate Fragebogen-Formulierungen, die die Antworten nicht schon vorgeben? Hat man die Chance, \u201eehrliche\u201c Antworten von den Befragten zu erhalten? Denn wer w\u00fcrde heutzutage zugeben, sich anhand eines Bismarckdenkmals zu Wunschtr\u00e4umen vergangener nationaler Gr\u00f6\u00dfe verleiten zu lassen? Will man dar\u00fcber hinaus noch derartige Wirkungszusammenh\u00e4nge in der Vergangenheit untersuchen, so stellt sich die Quellenlage nicht minder prek\u00e4r dar. Um es salopp zu formulieren: Damals hat sicherlich niemand die hierf\u00fcr n\u00f6tigen Befragungen durchgef\u00fchrt! Illegitim w\u00e4re aber auf jeden Fall eine ph\u00e4nomenologische Kurzschl\u00fcssigkeit, die von vorfindbaren politischen Verhaltensweisen auf die Wirksamkeit von Denkm\u00e4lern schlie\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Zum Schluss<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Trotz aller hier konstatierten Befunde ist auch heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, das Denkmal noch immer popul\u00e4r: als Tr\u00e4ger politischer Botschaften, als Vermittler politisierter Deutungen der Vergangenheit, als Medium der \u00f6ffentlichen bzw. staatlichen Selbstdarstellung. Der lapidare Hinweis auf immer neue Denkm\u00e4ler in Berlin, vor allem f\u00fcr die verschiedenen Opfergruppen der NS-Zeit, mag in diesem Zusammenhang gen\u00fcgen. Aber selbst aus bayerischer Sicht zeigt sich, dass das Denkmal offensichtlich noch lange nicht ausgedient hat, so wenn weiterhin neue Eisner-Denkm\u00e4ler in der bayerischen Landeshauptstadt entstehen (das letzte 2011 am M\u00fcnchner Oberanger) oder wenn ein bayerischer Finanzminister in den Jahren von 2003 bis 2005 seinen vermeintlichen Amtsvorg\u00e4nger, Maximilian von Montgelas, am M\u00fcnchner Promenadeplatz nicht nur \u00fcberlebensgro\u00df, sondern vor allem als glei\u00dfende Lichtgestalt (zumindest beim Auftreffen von Sonnenstrahlen auf der aus Aluminium gefr\u00e4sten Statue) errichten l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Beginn steht eine Frage an alle Leser: Sind Sie in letzter Zeit einem Denkmal begegnet, an dem Sie nicht nur einfach achtlos vorbeigeschlendert sind, sondern das Sie bewusst wahrgenommen haben? Und wollten Sie sich mit diesem Denkmal, an dem Sie vorbeigekommen sind, konkret auseinandersetzen? 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