{"id":32207,"date":"2023-07-17T14:34:12","date_gmt":"2023-07-17T12:34:12","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=die-feindesliebe-ein-missverstandenes-gebot"},"modified":"2025-01-09T10:41:38","modified_gmt":"2025-01-09T09:41:38","slug":"sind-soldatinnen-und-soldaten-zu-feindesliebe-verpflichtet-exegese-der-heiligen-schrift-und-moderne-reformulierungen","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/sind-soldatinnen-und-soldaten-zu-feindesliebe-verpflichtet-exegese-der-heiligen-schrift-und-moderne-reformulierungen\/","title":{"rendered":"Sind Soldatinnen und Soldaten zu Feindesliebe verpflichtet?"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-2\">A<\/span>uf den ersten Blick birgt der Titel eine merkw\u00fcrdige Frage, weil der Beruf einer Soldatin oder eines Soldaten ja genau damit zu tun hat, Bedrohungen entgegenzutreten, und das hei\u00dft in vielen F\u00e4llen auch: Feinde des Rechtsstaats \u2013 ob sie von innen oder von au\u00dfen kommen \u2013 notfalls mit Gewalt zu bek\u00e4mpfen. Deshalb w\u00fcrde man die einfache Antwort geben: Wer sich auf die so genannte Feindesliebe verpflichtet sieht, kann eben nicht Soldatin oder Soldat werden. Man k\u00f6nnte etwas spezifischer argumentieren und sagen: Das Gebot der Feindesliebe gilt ja nur f\u00fcr Christinnen und Christen. Also k\u00f6nnte es f\u00fcr jene, die sich dem Gebot verpflichtet wissen, verboten sein, als Soldatinnen und Soldaten zu arbeiten, zumindest wenn damit Gewaltaus\u00fcbung verbunden ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Erwachsenenkatechismus lesen wir: Feindesliebe ist eine \u201everbindliche Weisung f\u00fcr alle, die nach der Gottesherrschaft streben\u201c. Wenn das Gebot freilich nur f\u00fcr jene gilt, die nach der Gottesherrschaft streben, w\u00e4ren diese Menschen die Dummen, weil sie sich offenbar alles gefallen lassen m\u00fcssten \u2013 wir kommen auf diesen Sachverhalt noch zur\u00fcck \u2013 oder sie w\u00e4ren die Schlauen, sofern es gen\u00fcgend andere g\u00e4be, die das tun, was einem Menschen, der nach der Gottesherrschaft strebt, zu tun verboten ist, n\u00e4mlich Feinden auch mit Gewalt entgegenzutreten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Tats\u00e4chlich lehnte die Kirche in vorkonstantinischer Zeit den Eintritt eines Christen in die Armee ab, auch im \u00ad3. Jahrhundert, als viele Soldaten sich zum Christentum bekehrt hatten. In der nachkonstantinischen Zeit bahnte sich eine Wende an: Die Vertreter einer engen Auslegung des Gebots der Feindesliebe werden als Au\u00dfenseiter betrachtet und sind in den Kreisen von H\u00e4retikern und Sekten zu finden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine weite Auslegung zeigt sich dagegen etwa bei Augustinus. Er bezieht das Gebot auf die innere\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Haltung<\/span>, nicht auf die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Handlung<\/span>, die in der \u00d6ffentlichkeit vollzogen wird. Er verwendet das Bild eines Vaters, der seinen Sohn bestrafen muss: Es gilt manchmal, auch Handlungen auszuf\u00fchren, die dem Gebot der Feindesliebe zu widersprechen scheinen, wie das F\u00fchren eines Krieges oder das Vollstrecken einer Strafe bis hin zur Todesstrafe, doch sollen solche Handlungen, wenn es sich machen l\u00e4sst, barmherzig ausgef\u00fchrt werden.<br \/>\nAugustinus meint damit vermutlich: ohne unn\u00f6tige H\u00e4rte oder Grausamkeit. Das ist bis heute ein beachtenswerter Gedanke geblieben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Trotzdem entsteht der Eindruck, dass man sich um die Verbindlichkeit des Gebots der Feindesliebe durch eine solche Deutung nur herumdr\u00fcckt. Tats\u00e4chlich entwickelte sich katholischerseits mit der Zeit eine Zweistufenethik, die den Gebrauch von Waffen f\u00fcr Kleriker verbot. In der reformatorischen Tradition bildete sich dagegen, an Luther angelehnt, eine Zwei-Reiche-Lehre aus: Entscheidend ist hier, dass der Christ um des N\u00e4chsten willen darauf verzichten darf, Jesu Gebot des Gewaltverzichts zu praktizieren. Letztlich lebt ein Christ dann in zwei Reichen, vereinfacht gesagt: in seinem Glauben dem Ethos Jesu verpflichtet, in seinen Werken davon ausgenommen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Immerhin sehen wir damit, anders als bei Augustinus, das spezifisch neuzeitliche Auseinandertreten von Moral und Recht. Der Schweizer Katechismus sieht den Realismus dieser Haltung, wenn er festh\u00e4lt: \u201eDie Anweisungen in der Bergpredigt sind nicht w\u00f6rtlich zu nehmen, weil das sowohl im privaten wie im \u00f6ffentlichen Raum zu unhaltbaren Zust\u00e4nden f\u00fchren w\u00fcrde\u201c. Doch was hei\u00dft hier \u201enicht w\u00f6rtlich nehmen\u201c? Wir werden sehen, dass die biblischen Weisungen, die zu einem \u201eEthos der Feindesliebe\u201c zusammengenommen wurden, gerade w\u00f6rtlich zu nehmen sind, um ihnen gerecht zu werden und unserer Zeit damit nicht Unrecht zu tun.<\/p>\n<p class=\"fliess\">\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">I.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Wenden wir uns einem ersten Beispiel zu. Bei Mt 5,41 lesen wir: \u201eUnd wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm\u201c. Hintergrund dieser Bestimmung ist, dass die r\u00f6mische Besatzungsmacht das Recht hatte, von der einheimischen Bev\u00f6lkerung Dienstleistungen wie die Bereitstellung von Transportmitteln, Unterkunft und Verpflegung in Anspruch zu nehmen. Der Ratschlag in Mt 5,41 ist eine Provokation des waffenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegenen und rechtlich kaum zu belangenden Soldaten. Hier sto\u00dfen wir vermutlich auf Missionare, die l\u00e4nger unterwegs sind. Sie sind in diesem Fall nicht von Gewalt bedroht, sondern werden mit milit\u00e4rischer und rechtlicher \u00dcberlegenheit konfrontiert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Spruch ist nicht an die \u00fcberlegene milit\u00e4rische Macht gerichtet, von Gewalt abzulassen, sondern an die unterlegene Partei, sich nicht einsch\u00fcchtern zu lassen, vielmehr selbstbewusst gewaltlosen Widerstand zu leisten und den Gegner, also den Feind, zu verbl\u00fcffen. Letztlich wird hier kritisiert, dass es eine \u00fcberlegene und eine unterlegene Position gibt. Das Ziel ist, die St\u00e4rke des \u00dcberlegenen zu brechen, nicht, sich in der Rolle des Unterlegenen einzurichten, aktiv zu werden, nicht passiv zu bleiben. Der Ratschlag lautet gerade: Lass dich nicht ausnutzen! Und damit wird das, was wir gew\u00f6hnlich mit dem Gebot der Feindesliebe verbinden, genau ins Gegenteil verkehrt. Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich erwidern, dass es dem Ethos der Feindesliebe darum geht, Gewalt zu verhindern. Ein Ratschlag zum Gewaltverzicht kann dieser Spruch freilich nicht sein, weil derjenige, an den der Spruch gerichtet ist, gar keine Gewalt hat, die er freiwillig begrenzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Schauen wir uns den Spruch an, der f\u00fcr das Gebot der Feindesliebe sozusagen ikonisch wurde, obwohl auch dort von Feindesliebe nicht die Rede ist: \u201eIch aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas B\u00f6ses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schl\u00e4gt, dann halt ihm auch die andere hin\u201c (Mt 5,39). Auch dieser Spruch r\u00e4t zu demonstrativer Wehrlosigkeit, und zwar angesichts einer \u00f6ffentlichen Beleidigung und Dem\u00fctigung, die durch den Schlag auf die Wange zum Ausdruck kommt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn wir auch hier Missionare annehmen, deutet der Spruch darauf hin, dass sie mit ihrer Botschaft und ihrem Friedenswunsch nicht immer auf wohlwollendes Echo sto\u00dfen. Sollten die Missionare es in dieser Situation wirklich fertigbringen, die andere Wange hinzuhalten, dann w\u00e4re nicht daran zu zweifeln, dass es die Friedensboten mit ihrer Botschaft ernst meinen. Im besten Fall wird derjenige, der sich auf diese Weise beleidigend artikuliert hat, besch\u00e4mt, keinesfalls wird er ein weiteres Mal zuschlagen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Blicken wir noch auf zwei weitere bekannte Spr\u00fcche. Der eine folgt gleich auf den Spruch mit der Wange: \u201eDem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd\u201c (Lk 6,29). Hier ist an einen Raub\u00fcberfall gedacht, eine Situation, die wiederum Missionaren jederzeit drohen konnte. Wenn sich die R\u00e4uber an den Mantel machen, sollen sie das Untergewand gleich mit ausziehen, um zu zeigen: mehr ist nicht zu holen, auch keine kostbaren Kleider unter dem Mantel. Vielleicht werden die T\u00e4ter dadurch verbl\u00fcfft und lassen vom Opfer ab. Gegenwehr jedenfalls erreicht auch nicht mehr, eher weniger.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ganz anders verf\u00e4hrt der Spruch: \u201eUnd wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel\u201c (Mt 5,40). Dieser Spruch ist erkennbar auf dem Hintergrund des biblischen Pf\u00e4ndungsrechts formuliert: Nimmt man von einem Armen den Mantel als Pfand, muss man ihn, so lautet die rechtliche Bestimmung, f\u00fcr die Nacht jeweils wieder zur\u00fcckgeben, denn es ist die einzige Decke, mit der er seinen Leib im Schlaf bedecken kann. Hier geht es nicht um Gewalt, sondern um Recht. Der Reiche will sich das Letzte, was seinem Schuldner geh\u00f6rt, auf Dauer gerichtlich zuerkennen lassen. Gib ihm auch den Mantel, so lautet der Ratschlag, noch bevor es zum Prozess kommt. Vielleicht l\u00e4sst der Gl\u00e4ubiger dann von seinem Vorhaben ab, auch wenn er sein Recht durchsetzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Mahnspr\u00fcche von der Wange, vom Mantel und von der Meile raten, so l\u00e4sst sich einstweilen bilanzieren, zu provokativen Reaktionen in lebensbedrohlichen oder entw\u00fcrdigenden Situationen. Geraten wird, die jeweilige Situation nicht einfach passiv \u00fcber sich ergehen zu lassen, sondern aktiv zu werden, mit einer verbl\u00fcffenden und herausfordernden Reaktion die absichtliche Aktion des Gegners ins Leere laufen zu lassen. Um Liebe geht es bei keinem dieser Spr\u00fcche. Im Blick auf den Gegner geht es vielmehr um einen Schock, um Verbl\u00fcffung. Es handelt sich sozusagen um eine besonders kluge, um eine \u00adbesonders raffinierte Form von Notwehr. Wenn der \u00dcberlegene dadurch zur Vernunft gebracht wird, dann ist dem Unterlegenen geholfen. Feindesliebe ist f\u00fcr diese Spr\u00fcche die falsche Bezeichnung, Selbsterhaltung bzw. Selbstrechtfertigung w\u00e4re besser.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Tats\u00e4chlich gibt es im Lukasevangelium auch die unmittelbare Aufforderung zur Feindesliebe, doch ver\u00e4ndert sich hier der Rahmen vollkommen. In Lk 6,35 hei\u00dft es: \u201eIhr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts daf\u00fcr erhoffen k\u00f6nnt. Dann wird euer Lohn gro\u00df sein und ihr werdet S\u00f6hne des H\u00f6chsten sein; denn auch er ist g\u00fctig gegen die Undankbaren und B\u00f6sen.\u201c Hier ist davon die Rede, den Feinden Gutes zu tun und ihnen zu leihen. Im Klartext: Die Adressaten des Spruchs sind die Reichen und Wohlhabenden in der Gemeinde. Sie werden aufgefordert, gerade denen Gutes zu tun, die sich nicht revanchieren k\u00f6nnen, weil sie zu arm daf\u00fcr sind, und auch denen zu leihen, die aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Geldschuld \u00adnicht werden zur\u00fcckzahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Offenbar hat Lukas das schon erw\u00e4hnte Beispiel vom Raub\u00fcberfall \u00fcbersetzt, wenn er schreibt: \u201eUnd von dem, der das Deine wegnimmt, fordere nicht zur\u00fcck!\u201c (Lk 6,30). Im Blick ist der R\u00e4uber in der Gemeinde, konkret: der Arme, der sich etwas nimmt, weil er in Not ist, etwas, was ihm eigentlich gerechterweise zust\u00fcnde. Der Reiche soll, wenn er Feindesliebe praktizieren will, keinen Prozess gegen ihn anstrengen. Es gibt also keinen Zweifel: Lukas aktualisiert die Feindesliebe im Sinn eines innergemeindlichen Ausgleichs. Adressaten der Weisung sind in diesem Fall die Reichen, Feinde der Reichen sind die Armen. Feindesliebe realisiert sich darin, dass nichts zur\u00fcckerwartet wird, auch kein Dank. Der Dank wird als himmlischer Lohn denen versprochen, die nicht zur\u00fcckfordern, genauso wie der Ehrentitel \u201eS\u00f6hne Gottes\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bei Matth\u00e4us wird das Stichwort \u201eLiebe\u201c erneut aufgegriffen: \u201eIhr habt geh\u00f6rt, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen N\u00e4chsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet f\u00fcr die, die euch verfolgen, damit ihr S\u00f6hne eures Vaters im Himmel werdet; denn er l\u00e4sst seine Sonne aufgehen \u00fcber B\u00f6sen und Guten, und er l\u00e4sst regnen \u00fcber Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr n\u00e4mlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn k\u00f6nnt ihr daf\u00fcr erwarten? Tun das nicht auch die Z\u00f6llner? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist\u201c (Mt 5,43-48).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gemeint sind hier Leute, die nur ihre eigenen Br\u00fcder gr\u00fc\u00dfen. Die Adressaten werden also nicht von au\u00dfen bedr\u00e4ngt, sondern verhalten sich abweisend nach innen, indem sie den Gru\u00df verweigern, was zur damaligen Zeit einer Beleidigung entspricht. Man kann an j\u00fcdische Glaubensbr\u00fcder denken, die sich dem christlichen Weg nicht angeschlossen haben. Kritisiert wird die Haltung derer, die sich als die besseren Gl\u00e4ubigen gerieren und ihren religi\u00f6sen Stolz zur Schau tragen. Gemeint ist die selbstgef\u00e4llige Attit\u00fcde einer Sondergruppe von Christen, die sich als die besseren Gl\u00e4ubigen gerieren und in der Gru\u00dfverweigerung ihren Gruppenstolz zur Schau tragen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">An dieser Stelle wird zwar das Wort \u201elieben\u201c gebraucht, und es geht tats\u00e4chlich um die Liebe zu Feinden. Aber diese Liebe ist, wenn man so will, eine spirituelle Liebe, denn sie konkretisiert sich im Gebet. Vielleicht ist an das f\u00fcrbittende Gebet im Gottesdienst der Gemeinde gedacht. Und wer sind die Feinde? Ganz einfach das ablehnende Publikum. F\u00fcr die Adressaten mag damit eine lebensentscheidende, existenzielle Situation verbunden sein. Darin ist diese Passage den Mahnworten von der Wange, vom Mantel und von der Meile an die Seite zu stellen. Allerdings ist die drohende Gefahr ungleich geringer. Es geht nicht um Situationen, in denen im schlimmsten Fall tats\u00e4chlich das Leben auf dem Spiel steht, sondern lediglich um die Verarbeitung von Misserfolg.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Feinde sind, so kann man zusammenfassen, die einseitig Schlechtergestellten: die Armen, denen, freilich auf Kosten der Reichen, mehr Wohlstand zust\u00fcnde, als sie im Augenblick besitzen; Feinde m\u00f6gen, je nach Deutung, auch die Bessergestellten sein, hartherzige Gl\u00e4ubiger, f\u00fchllose Soldaten \u2013 oder einfach die Adressaten einer Botschaft, die davon nichts h\u00f6ren wollen. Es w\u00e4re jedenfalls ein Missverst\u00e4ndnis, im so genannten \u201eGebot der Feindesliebe\u201c (das, wie wir sahen, in situationsspezifische Klugheitsratschl\u00e4ge aufgef\u00e4chert wird) die Aufforderung lesen zu wollen, sich systematisch und dauerhaft ausbeuten zu lassen. Ganz im Gegenteil werden alle, die andere bedr\u00fccken, ermahnt, zum Gleichgewicht von Geben und Nehmen zur\u00fcckzukehren, und diejenigen, die ausgebeutet werden sollen, ermuntert, entwaffnenden Widerstand zu leisten, weil Gewalt entweder aussichtslos w\u00e4re oder zu noch schlechteren Folgen f\u00fchren w\u00fcrde. Es geht letztlich darum, Reziprozit\u00e4ten zu wahren oder da, wo sie aus dem Gleichgewicht gekommen sind, wieder zu etablieren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">II.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Wie k\u00f6nnen diese Einsichten modern re-formuliert werden? Nach einer weit verbreiteten Auffassung \u2013 auch vieler ethischer Theorien \u2013 hat jeder Mensch eine Reihe von \u00dcberzeugungen und W\u00fcnschen, die Ursachen seines Handelns sind. Eine andere Erkl\u00e4rung orientiert sich an Eigenschaften einer Person, die f\u00fcr eine bestimmte Handlung verantwortlich gemacht werden. Entscheidend ist, dass jede dieser Erkl\u00e4rungen die Ursache f\u00fcr das Verhalten in der Person sucht: Pers\u00f6nlichkeitstheorien konzentrieren sich auf Eigenschaften, kognitive Theorien auf \u00dcberzeugungen und W\u00fcnsche. Die Tendenz, menschliches Handeln ohne Ber\u00fccksichtigung der Umwelt zu erkl\u00e4ren, bezeichnet man als \u201efundamentalen Attributionsfehler\u201c. Anders formuliert: Die Annahme von festen Eigenschaften, \u00dcberzeugungen oder W\u00fcnschen vernachl\u00e4ssigt die adaptive Natur des Menschen. Das hei\u00dft wiederum: Wer das Verhalten eines Akteurs verstehen will, muss herausfinden, was nach dessen Meinung die \u00fcbrigen Akteure vorhaben und umgekehrt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn eine allseitige Kooperationsbereitschaft herrscht, kann das Ergebnis eine lange, harmonische Zusammenarbeit sein; wenn eine allseitige Defektionsbereitschaft herrscht, ist das Gegenteil der Fall. Das Verhalten von Akteuren ist nach diesem Verst\u00e4ndnis nicht das Spiegelbild einer Eigenschaft, einer \u00dcberzeugung oder eines Wunsches, sondern eine adaptive Reaktion auf die Umwelt. Steht einseitiger Kooperationsbereitschaft einseitige Defektionsbereitschaft gegen\u00fcber, ist wahrscheinlich, dass Kooperation ab- und Defektion zunimmt. Deshalb stellt sich Reziprozit\u00e4t in anonymen Kontexten, die die moderne Gesellschaft charakterisieren, nicht automatisch ein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Es mag zwar Verz\u00f6gerung oder Stillstand des Sinnes geben, dass die Bereitschaft zur Kooperation nur allm\u00e4hlich nachl\u00e4sst oder trotz massiver Erosion auf einem niedrigen Niveau verharrt. Dennoch d\u00fcrfte es bei einseitiger Bereitschaft zu Kooperation bzw. Defektion eher eine Tendenz zum Ab- anstatt zum Aufbau von Kooperation, zu negativer statt zu positiver Reziprozit\u00e4t, geben, was f\u00fcr die Etablierung von Strukturen spricht, die geeignet sind, Defektion zu \u00fcberwinden und Kooperation zu f\u00f6rdern. Innerhalb r\u00e4umlich und zeitlich \u00fcberschaubarer Interaktionen ist es wahrscheinlich, dass sich stabile positiv-reziproke Verh\u00e4ltnisse ausbilden. Innerhalb r\u00e4umlich und zeitlich un\u00fcberschaubarer Interaktionen ist es hingegen wahrscheinlich, dass sich stabile negativ-reziproke Verh\u00e4ltnisse ausbilden. Vermutlich sind zudem asymmetrische Verh\u00e4ltnisse allgemein instabiler, irritierbarer und gef\u00e4hrdeter als symmetrische, also reziproke Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Greifen wir zur Kl\u00e4rung der adaptiven Logik menschlichen Handelns auf eine spieltheoretische Analyse zur\u00fcck. Wer das Verhalten von Akteur A verstehen will, muss herausfinden, was Akteur B tut und umgekehrt. Betrachten wir zun\u00e4chst eine Regel, der man den Namen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tit for Tat<\/span>, also \u201eWie du mir, so ich dir\u201c gegeben hat: \u201eSei zuerst freundlich, beschr\u00e4nke dein Ged\u00e4chtnis auf die Gr\u00f6\u00dfe eins, und ahme das zuletzt gezeigte Verhalten deines Partners nach!\u201c Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass nur das zuletzt gezeigte Verhalten (freundlich oder unfreundlich) erinnert und nachgeahmt wird. Nehmen wir an, Akteur A, der diese Faustregel unbewusst anwendet, l\u00f6st zum ersten Mal eine Aufgabe gemeinsam mit Akteur B. Beide sind bei dieser ersten Gelegenheit freundlich zueinander. Beim n\u00e4chsten Mal ahmt B das kooperative Verhalten von A nach, A ahmt das von B nach und so fort. Das Ergebnis kann eine lange, harmonische Zusammenarbeit sein. Wenn A jedoch einen Interaktionspartner hat, der grunds\u00e4tzlich nach der Maxime handelt: \u201eSei stets unfreundlich!\u201c, wird er sich umgekehrt genauso verhalten. Klar wird dabei noch einmal: Verhalten ist nicht das Spiegelbild einer Eigenschaft oder einer Einstellung, sondern eine adaptive Reaktion auf die Umwelt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Variieren wir dieses Beispiel und nehmen an, A und B haben sich intuitiv auf\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tit for Tat<\/span>\u00a0verlassen. Sie waren verl\u00e4ssliche Partner, doch A hat einmal etwas Feindseliges gesagt, und seither nehmen die Auseinandersetzungen kein Ende. Wie k\u00f6nnen die beiden dieses Handlungsmuster \u00fcberwinden? Sie k\u00f6nnten, und das ist eine Erweiterung der zitierten Regel, die vers\u00f6hnlichere Variante, n\u00e4mlich\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tit for two Tats<\/span>, anwenden. Sie lautet: \u201eSei zuerst freundlich, beschr\u00e4nke dein Ged\u00e4chtnis auf Gr\u00f6\u00dfe zwei, und sei nur unfreundlich, wenn dein Partner es zweimal war; ansonsten sei freundlich!\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Hier bekommt A, wenn er B ungewollt beleidigt hat, eine zweite Chance. Nur wenn es zweimal hintereinander passiert, revanchiert B sich.\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tit for two Tats<\/span>\u00a0ist das bessere Prinzip bei Interaktionspartnern, die sich etwas unberechenbar verhalten, ohne b\u00f6sartig zu sein. Allerdings kann diese Nachsicht ausgenutzt werden. Stellen wir uns vor, A neige zu J\u00e4hzorn und beleidige B, bereue das jedoch am folgenden Tag tief und zeige sich dann wieder freundlich und r\u00fccksichtsvoll. Wenn beide das Prinzip\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tit for two Tats\u00a0<\/span>befolgen, wird B gegen\u00fcber A freundlich bleiben. Ein gerissener Interaktionspartner k\u00f6nnte dieses Spiel allerdings \u2013 bewusst oder unbewusst \u2013 f\u00fcr lange Zeit fortsetzen und die Bereitschaft zu vers\u00f6hnlichem Verhalten ausbeuten. Stiege B auf\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tit for Tat<\/span>\u00a0um, k\u00f6nnte A ihn nicht mehr ausnutzen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der allm\u00e4hliche Umschlag von Kooperation auf Defektion k\u00f6nnte somit durch eine geduldigere Strategie eines Akteurs oder eines Teils der Akteure aufgehalten werden: Man gesteht dem defektierenden Interaktionspartner eine weitere Gelegenheit zur Kooperation zu, um zu einer konstruktiven Beziehung zur\u00fcckzufinden. Diese Verh\u00e4ltnisse begegneten uns in der Deutung des so genannten \u201eGebots der Feindesliebe\u201c, also in den Empfehlungen demonstrativer Wehrlosigkeit, \u00adallerdings in einmaligen Situationen und asymmetrischen Beziehungen, in \u00addenen ein \u00fcberraschender oder \u00fcberw\u00e4ltigender Effekt erzielt werden kann, w\u00e4hrend die moderne Deutung auf wiederholte Situationen und symmetrische Beziehungen abzielt: Hier ist es, sobald die Nachsichtigkeit eines Akteurs ausgenutzt werden kann, rational und auch ethisch legitim, Defektion mit Defektion zu beantworten, auch auf die Gefahr hin, dass Kooperation unm\u00f6glich wird und sich somit alle Interaktionspartner schlechter stellen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">III.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Es gibt keine Garantie daf\u00fcr, dass Feindesliebe funktioniert, der T\u00e4ter sich also dauerhaft \u00e4ndert. Die richtige Strategie ist somit kontextabh\u00e4ngig, das hei\u00dft relativ zu Eigenschaften oder Einstellungen der Interaktionspartner. Es gibt keine Empfehlung, die absolut gelten kann. Im von uns so genannten Gebot der Feindesliebe eine kontextlos-kategorische Forderung zu sehen, erweist sich damit als unbiblisch. Eine Feindesliebe, die nicht auf eine Gegengabe aus ist und sich ausbeuten l\u00e4sst, k\u00f6nnte h\u00f6chstens als freiwilliger Akt der Supererogation und somit als rein altruistisch gelten. Allerdings ist Kooperation dem reinen Altruismus \u00fcberlegen, weil dadurch mehr Akteure bessergestellt werden. Wenn ethisch nicht gefordert werden kann, sich systematisch und dauerhaft ausbeuten zu lassen, muss unser Gef\u00fchl f\u00fcr Fairness oder Reziprozit\u00e4t durch die Vernunft pr\u00e4zisiert werden, wollen wir nicht bei ruin\u00f6sen sozialen Beziehungen landen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Es geht einer Ethik dieser Form um die Struktur menschlicher Interaktionen. Interaktionen funktionieren h\u00e4ufig unbewusst, weil wir ein Gef\u00fchl f\u00fcr das richtige Verhalten entwickelt haben. Wo sie nicht funktionieren, muss die Vernunft zu einer Situationsanalyse kommen. Deshalb kann die biblische Weisung, einen zweiten \u2013 und keinen weiteren \u2013 Versuch, Feindschaft zu \u00fcberwinden, in Erw\u00e4gung zu ziehen, modern in offenkundig b\u00f6sartigen oder anonymen Kontexten nicht individualethisch, sondern nur sozialethisch, n\u00e4mlich als Heuristik zur \u00dcberwindung Feindschaft beg\u00fcnstigender und zur Schaffung friedensstiftender Strukturen, die als Restriktionen des Handelns wirken k\u00f6nnen, gelesen werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auff\u00e4llig war ja, dass die Situation eines Raub\u00fcberfalls oder die Situation einer Pf\u00e4ndung, die beide die Existenz eines Menschen bedrohen, einmal illegal und einmal legal, einmalige Situationen darstellen, ebenso die Aufforderung, die Milit\u00e4rmacht logistisch zu unterst\u00fctzen. Sie sind jedenfalls, so eigenartig es klingt, durchschaubar und deshalb in ihrer moralischen Qualit\u00e4t berechenbar, weshalb nicht zu bef\u00fcrchten ist, dass die Gutm\u00fctigkeit eines Menschen durch versteckte B\u00f6sartigkeit ausgen\u00fctzt wird. Der gewaltlose Widerstand kann auch nur ein einziges Mal wirken: Es gibt nur eine zweite Wange; zum Hemd kommt der Mantel; von einer dritten Meile ist nicht die Rede. Es wird ein Widerstand empfohlen, der die Situation entsch\u00e4rfen hilft, nicht eskalieren l\u00e4sst, den Gegner verbl\u00fcffen, nicht zus\u00e4tzlich reizen oder sogar zum Einlenken bringen soll.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Modern muss das, was wir als moralische Heuristik verstehen, durch die Restriktionen des Rechts umgesetzt werden. Diese Heuristik w\u00fcrde vorsehen, alles daranzusetzen, Defektion hin zu Kooperation zu \u00fcberwinden, weil davon alle Seiten profitieren. Zuletzt sollen daraus einige Schlussfolgerungen gezogen werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(1)<\/span>\u00a0Was die Restriktionen des Rechts vorsehen, ist Recht. Solange also Soldatinnen und Soldaten Feinde nach den Regeln des Rechts bek\u00e4mpfen, k\u00f6nnen sie nicht im Namen der Moral beschuldigt werden. Auch diejenigen, die diesen Dienst nicht verrichten wollen, profitieren davon. Moral darf im Rechtssystem nicht Akteure kritisieren, die die Regeln des Rechts achten, sondern h\u00f6chstens die Regeln des Rechts selbst.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(2)<\/span>\u00a0Wenn Zweifel aufkommen, dass das, was als Recht gilt, nach Ma\u00dfgabe der Moral auch Recht ist, gilt f\u00fcr die Ebene der Regeletablierung, dass Ver\u00e4nderungen des Rechts innerhalb demokratischer Verfahren angesto\u00dfen werden k\u00f6nnen. F\u00fcr die Ebene der Regelbefolgung gilt nach wie vor, dass, solange Regeln des Rechts in Geltung sind, ihre Befolgung nicht moralisiert werden darf, das hei\u00dft, denjenigen, die rechtm\u00e4\u00dfig handeln, darf im Namen der Moral kein Vorwurf gemacht werden. Solange jedoch umstritten ist, ob eine Praxis tats\u00e4chlich Recht und nicht vielmehr Unrecht ist (und dies kann in einem Rechtsstaat notorisch sein), sollte niemand zu einer bestimmten Handlung, also etwa zum Kriegsdienst gezwungen werden. Allerdings darf die Gesellschaft unter Umst\u00e4nden Kompensationen fordern.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(3)<\/span>\u00a0Solange eine Person in der Aus\u00fcbung einer Praxis an das Recht gebunden ist, muss sie diese Regeln auch befolgen, sie kann sich also nicht individuell und willk\u00fcrlich davon dispensieren, etwa dadurch, dass sie Befehle verweigert. Vielmehr muss das Recht selbst solche Ausnahmen vorsehen, und ein kluges Rechtssystem wird diese differenzierten M\u00f6glichkeiten auch gew\u00e4hren. Dabei kann der Einspruch gegen eine bestimmte Praxis prinzipiell zur Reform geltender<br \/>\nRegeln f\u00fchren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick birgt der Titel eine merkw\u00fcrdige Frage, weil der Beruf einer Soldatin oder eines Soldaten ja genau damit zu tun hat, Bedrohungen entgegenzutreten, und das hei\u00dft in vielen F\u00e4llen auch: Feinde des Rechtsstaats \u2013 ob sie von innen oder von au\u00dfen kommen \u2013 notfalls mit Gewalt zu bek\u00e4mpfen. 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