{"id":32209,"date":"2023-07-17T14:34:13","date_gmt":"2023-07-17T12:34:13","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=eine-zeitreise-durch-das-juedische-bayern"},"modified":"2025-01-09T10:18:31","modified_gmt":"2025-01-09T09:18:31","slug":"eine-zeitreise-durch-das-juedische-leben-in-bayern","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/eine-zeitreise-durch-das-juedische-leben-in-bayern\/","title":{"rendered":"Eine Zeitreise durch das j\u00fcdische Leben in Bayern"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-1\">S<\/span>chwerpunkt meines Referats wird die Geschichte der bayerischen Juden im 20. Jahrhundert sein. Doch nat\u00fcrlich sollte man etwas ausholen, um die Entwicklung verstehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">I.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Erste Station unserer Zeitreise ist das Mittelalter, genauer gesagt, was davon heute noch sichtbar ist, etwa wenn wir uns die Kirchenbauten etwas genauer ansehen. Es sind, wenn man so will, versteinerte Judenbilder. Das kann man auch w\u00f6rtlich nehmen. Sie sehen oft Symbolfiguren der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Ecclesia<\/span>\u00a0and\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Synagoga<\/span>, also von Kirche und Judentum, an Kirchenbauten angebracht. Hier die triumphierende\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Ecclesia<\/span>\u00a0und dort die durch die eben nicht mehr vorhandene Macht repr\u00e4sentierte zerbrochene Lanze und das Tuch vor den Augen, also die Blindheit repr\u00e4sentierende\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Synagoga<\/span>, das Judentum. Es gibt solche Bilder zum Beispiel im Bamberger Dom. Wir sehen sie \u00e4hnlich an vielen anderen Kirchenbauten. Die Juden, so lautet die Botschaft, seien eben blind, blind gegen\u00fcber der christlichen Lehre.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Blindheit hie\u00df aber auch, dass das Judentum gegen\u00fcber seinen eigenen Quellen blind sei. Die Juden k\u00f6nnten ihre eigene Heilige Schrift, das, was im Christentum das Alte Testament hei\u00dft, nicht richtig lesen, denn sie w\u00fcrden darin nicht das Kommen Jesu erkennen, das ja in den Schriften der Bibel repr\u00e4sentiert sei. Und dieses Bild pr\u00e4gte die Vorstellung vom Judentum und von den Juden lange Zeit.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Daneben gibt es nat\u00fcrlich auch weniger theologische, sogar \u00e4u\u00dferst vulg\u00e4re Darstellungen wie die abf\u00e4llig so bezeichnete \u201eJudensau\u201c. Diese ist zum Beispiel auch am Regensburger Dom bis heute sichtbar. Man sieht dort ein Schwein und die durch spitze H\u00fcte gekennzeichneten Juden. Menschen j\u00fcdischen Glaubens mussten im Mittelalter in vielen Gegenden solche Judenh\u00fcte tragen. Die Juden dort werden dargestellt, wie sie an den Zitzen einer Sau saugen. Als historisches Zeugnis kann diese widerw\u00e4rtige Darstellung nicht einfach entfernt werden. Man muss sie nur gut darstellen und erkl\u00e4ren. Und zwar besser, als es momentan mit einem doch verharmlosenden Text geschieht. Hier sollte nachgebessert werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die beiden eben erw\u00e4hnten Skulpturen stehen f\u00fcr die eine, die negative Seite j\u00fcdischer Existenz in der Vormoderne. Die andere will ich aber durchaus auch erw\u00e4hnen, n\u00e4mlich die, dass Juden trotz zahlreicher Diskriminierungen und auch Vertreibungen trotzdem in zahlreichen Regionen auf dem Gebiet des heutigen Deutschland, des damaligen Heiligen R\u00f6mischen Reichs, geduldet waren und ihre Religion \u2013 wenngleich auf klar niedrigerer Stufe als das Christentum \u2013 aus\u00fcben durften. \u00dcbrigens insbesondere dort, wo die katholische Kirche auch s\u00e4kulare Macht aus\u00fcbte. Das war damals durchaus nicht selbstverst\u00e4ndlich bei so einer kleinen Minderheit.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Was wir am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Fr\u00fchen Neuzeit erleben, ist die Vertreibung der Juden aus gro\u00dfen Teilen des Reiches. Diese Vertreibung geschah vor allem in den st\u00e4dtischen Regionen, aber in vielen F\u00fcrstent\u00fcmern, unter anderem auch im Herzogtum Bayern \u2013 der Region, die wir heute als Altbayern bezeichnen. Dort wurden die Juden erstmals in der Mitte des 15. Jahrhunderts vertrieben. Das hei\u00dft aber keineswegs, dass es keine j\u00fcdischen Gemeinden auf dem Gebiet des\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">heutigen<\/span>\u00a0Bayern mehr gab, denn es gab ja zahlreiche kleinere F\u00fcrstent\u00fcmer, Ritterschaften und Pfalzgrafschaften und weitere Herrschaftsgebiete, die tats\u00e4chlich die aus dem herzoglichen Bayern vertriebenen Juden aufnahmen, und zwar aus den verschiedensten Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nehmen wir also zwei andere Bilder in den Blick, um die positive Seite des j\u00fcdischen Lebens in Bayern nicht vergessen zu lassen: die vor wenigen Jahren erst restaurierte Synagoge in Sulzbach (Abb. 1) und die Synagoge im nicht weit entfernten Markt Flo\u00df, die schon 1980 wieder eingeweiht wurde. Beide Synagogen standen im 17. Jahrhundert auf dem Herrschaftsgebiet der Pfalzgrafen von Sulzbach. Pfalzgraf Christian August lie\u00df aus pers\u00f6nlichem Interesse f\u00fcr die Kabbala, die j\u00fcdische Mystik, sogar eine hebr\u00e4ische Druckerei in Sulzbach (heute Sulzbach-Rosenberg) errichten. Und aus diesem Interesse heraus wuchs eine j\u00fcdische Gemeinde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Denn zun\u00e4chst brauchte er jemanden, der die Druckerei leitete: eine j\u00fcdische Familie, denn Juden kannten sich mit der hebr\u00e4ischen Sprache und dem Druck hebr\u00e4ischer Schriften aus. Erst siedelte sich diese Familie an, weitere Familien folgten, man brauchte Lehrer f\u00fcr die Kinder, einen Rabbiner, einen koscheren Schlachter. Und so wuchs die j\u00fcdische Gemeinde in Sulzbach und dem dazugeh\u00f6rigen Floss in den n\u00e4chsten Jahrzehnten und Jahrhunderten an. Und beide entwickelten sich mit jeweils \u00fcber 300 Mitgliedern zu wichtigen j\u00fcdischen Gemeinden. Die Druckerei verselbst\u00e4ndigte sich in den folgenden Generationen. Im 19. Jahrhundert gingen sehr viele hebr\u00e4ische Drucke von Sulzbach aus in die gesamte j\u00fcdische Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"fliess\"><span class=\"CharOverride-34\">II.<\/span><\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Au\u00dfer den Synagogenbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert erinnern heute noch hunderte j\u00fcdischer Friedh\u00f6fe in Franken und Schwaben an eine ehemals starke j\u00fcdische Pr\u00e4senz. Daneben sto\u00dfen wir auch noch auf viele Stra\u00dfenschilder, die auf die mittelalterlichen und fr\u00fchneuzeitlichen Judengassen verweisen. Mit Abstand die meisten Juden waren nach der Vertreibung aus den St\u00e4dten auf dem Lande ans\u00e4ssig, in D\u00f6rfern und kleinen Ortschaften, wie etwa Buttenheim, Ichenhausen oder Schopfloch, um nur einige zu nennen. Sie wanderten oft mit ihren Waren als Hausierer \u00fcbers Land. Wenn sie es zu etwas mehr gebracht hatten, wurden sie Viehh\u00e4ndler. Und wenn sie es zu noch mehr gebracht hatten, dann war der Beruf der Pferdeh\u00e4ndler besonders angesehen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Begeben wir uns nun von Sulzbach nach Buttenheim, in der N\u00e4he von Forchheim, nicht weit von Bamberg. Da gibt es die Skulptur eines Herren mit seinem Zylinder, der vor seinem Geburtshaus steht. Das ist Levi Strauss vor dem Geb\u00e4ude, das heute das nach ihm benannte Museum beherbergt. Dieses Museum erz\u00e4hlt nicht nur die Geschichte der ber\u00fchmtesten Hose der Welt, der Jeans, die jener Strauss erfand, sondern auch von der Geschichte der Familie Strauss in Buttenheim, einer j\u00fcdischen Familie, die hier im 19. Jahrhundert lebte und wie so viele andere Juden aus Bayern im 19. Jahrhundert nach Amerika auswanderte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Sie wanderten zum einen nat\u00fcrlich aus den gleichen Gr\u00fcnden aus wie auch viele christliche Bayern und Deutsche, n\u00e4mlich aus wirtschaftlicher Not. Aber hinzukam, dass es gerade in Bayern noch bis zur zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts die sogenannten Matrikel-Gesetze gab. Und diese Matrikel-Gesetze besagten, dass es in einer Ortschaft nur einer bestimmten Anzahl von Juden erlaubt sei, sich anzusiedeln. Wenn diese Zahl \u00fcberschritten wurde, musste man den Ort verlassen. So zog es manche nach Berlin oder in andere St\u00e4dte Deutschlands, aber sehr viele gingen eben nach Amerika, in die neue Welt, und dazu geh\u00f6rte auch die Familie Strauss.<\/p>\n<p class=\"fliess\">N\u00e4chste Station in unserer Zeitreise ist F\u00fcrth, das sehr h\u00e4ufig als das fr\u00e4nkische Jerusalem bezeichnet wurde. Ich sagte bereits, die Juden wurden zu Ende des Mittelalters aus den meisten St\u00e4dten vertrieben, so auch aus N\u00fcrnberg 1499. Aber sie siedelten sich oftmals in der N\u00e4he wieder an, so auch viele Vertriebene aus N\u00fcrnberg. In F\u00fcrth bestand bereits eine j\u00fcdische Gemeinde und diese wuchs in den Jahrhunderten danach sehr stark an.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Es lebten zu Beginn des 19. Jahrhunderts fast zweieinhalb- tausend Juden in F\u00fcrth, etwa 20 Prozent der Einwohnerschaft der Stadt. Als das K\u00f6nigreich Bayern begr\u00fcndet wurde, bestand in F\u00fcrth die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Gemeinde in dem erheblich erweiterten Staat. Es gab mehrere Synagogen und eine Talmud-Schule in F\u00fcrth, die nach ganz Europa ausstrahlte, wohin also die j\u00fcdischen Talmud-Sch\u00fcler aus vielen L\u00e4ndern geschickt wurden, um dort zu studieren. Auch in F\u00fcrth existierte \u00fcbrigens, wie in Sulzbach, eine sehr bekannte hebr\u00e4ische Druckerei.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aus dem relativ kleinen F\u00fcrth ging auch eine Reihe prominenter Menschen hervor. So etwa der Schriftsteller Jakob Wassermann, ein wahrer Bestsellerautor zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der auch mit einigen seiner Schriften, unter anderem in seinem fr\u00fchen Roman\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Die Juden von Zirndorf,<\/span>\u00a0dem fr\u00e4nkisch-j\u00fcdischen Erbe ein Denkmal setzte. Auch Heinrich Kissinger, bekannter unter seinem nach der Emigration in die USA angenommenen Vornamen Henry, war in F\u00fcrth aufgewachsen. Er lebt heute im Alter von 98 Jahren in New York und ist nicht nur einer der ganz prominenten amerikanischen Politiker, sondern der wohl bekannteste Fan der Spielvereinigung F\u00fcrth. Es gibt ein Foto von ihm im Ronhof, im F\u00fcrther Stadion, mit dem F\u00fcrther Fan-Schal. Und angeblich lie\u00df er sich auch Jahrzehnte nach seiner Auswanderung nach Amerika immer die Ergebnisse der Spielvereinigung F\u00fcrth schicken. Er wird gewiss sehr froh sein dieses Jahr, dass die F\u00fcrther es mal wieder geschafft haben, in die Bundesliga aufzusteigen, nicht ganz so \u00fcber deren derzeitigen Tabellenplatz.<\/p>\n<p class=\"fliess\">F\u00fcrth war, wie gesagt, die traditionelle Metropole j\u00fcdischen Lebens im Bayern des 20. Jahrhunderts und gemessen am Bev\u00f6lkerungsanteil selbst noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr bedeutend. Doch als 1861 die Matrikelgesetze und damit auch die Restriktionen j\u00fcdischer Ansiedlungen aufgehoben wurden, entstanden in den Gro\u00dfst\u00e4dten sehr rasch bedeutende j\u00fcdische Gemeinden. N\u00fcrnberg, wo sich erst in den 1850er Jahren Juden \u00fcberhaupt wieder ansiedeln durften, entwickelte sich nun zu einem Zentrum j\u00fcdischen Lebens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">III.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Doch begeben wir uns von Franken nach Oberbayern, in die Landeshauptstadt, und wandeln direkt in der Sch\u00f6nheitsgalerie Ludwigs I. im Nymphenburger Schloss. Es gab tats\u00e4chlich eine j\u00fcdische Frau, deren Portr\u00e4t sich unter den vom K\u00f6nig als den Sch\u00f6nsten des Landes Auserw\u00e4hlten befand. Wir begegnen dort Nanette Kaula, (Abb. 2) der Tochter des Hoffaktoren und Vorsitzenden der j\u00fcdischen Gemeinde in M\u00fcnchen, Jacob Raphael Kaula. Das Portr\u00e4t bezeugt die Existenz einer j\u00fcdischen Gemeinde in M\u00fcnchen im 19. Jahrhundert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Offiziell begr\u00fcndet wurde diese erst im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Bis dahin bestand die kleine j\u00fcdische Gemeinschaft in M\u00fcnchen vor allem aus sogenannten Hofjuden-Familien. Das waren Familien, die am Hof als Berater, Lieferanten und Dienstleister des Herzogs bzw. sp\u00e4ter des K\u00f6nigs t\u00e4tig waren. Sie durften sich zwar in M\u00fcnchen ansiedeln, aber es war ihnen untersagt, eine Synagoge und einen Friedhof zu gr\u00fcnden, also eine richtige Gemeinde zu bilden. Man musste damals die verstorbenen Juden in Kriegshaber, heute ein Stadtteil von Augsburg, bestatten. Und Sie k\u00f6nnen sich vorstellen: Vor der Motorisierung war das ein ziemlich weiter Weg f\u00fcr eine Beerdigung. Aber ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wird M\u00fcnchen die Metropole nicht nur Bayerns allgemein, sondern auch des j\u00fcdischen Lebens in Bayern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">1887 wird die neue Hauptsynagoge, am Lenbachplatz gelegen, eingeweiht. Auf zeitgen\u00f6ssischen Postkarten sieht man, wie diese im neoromanischen Stil gebaute Synagoge, die eigentlich auch genauso gut ein Kirchenbau sein k\u00f6nnte, das Stadtbild pr\u00e4gte, bis sie 1938 abgerissen wurde. Als in der Pogromnacht vom 9. November hunderte von Synagogen im gesamten Reich in Flammen aufgingen, stand sie bereits nicht mehr. Auf Hitlers pers\u00f6nlichen Befehl hin, der sehr gerne nebenan im K\u00fcnstlerhaus logierte und diesen, wie er es nannte, Schandfleck schon vorher beseitigen wollte, wurde sie bereits im Juni 1938 abgetragen und war damit als Wahrzeichen aus M\u00fcnchen verschwunden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber bleiben wir noch ein bisschen in der etwas fr\u00fcheren Zeit. M\u00fcnchen wurde also zur Hauptstadt Bayerns und auch des j\u00fcdischen Lebens in Bayern, und w\u00e4re fast auch zur Hauptstadt des Zionismus geworden. Im Jahre 1897 ging der Begr\u00fcnder des politischen Zionismus, Theodor Herzl, der aus Budapest stammende, in Wien lebende Journalist daran, den ersten zionistischen Kongress einzuberufen. Er lie\u00df sogar schon Einladungskarten drucken, auf denen er zu diesem Kongress nach M\u00fcnchen einlud. M\u00fcnchen w\u00e4hlte er nicht etwa aus, weil die j\u00fcdische Gemeinde so wichtig war oder weil ihm die Stadt so am Herzen lag, sondern weil sie in der Mitte Europas f\u00fcr ihn lag und sehr gut \u00fcber die Eisenbahn zu erreichen war.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Allerdings hatte er vergessen, sich vorher zu versichern, dass auch die j\u00fcdische Gemeinde in der Stadt willens w\u00e4re, diesen ersten Zionistenkongress zu beherbergen. Und die Israelitische Kultusgemeinde im Jahr 1897 wollte das partout nicht. Ebenso wenig wie der Allgemeine Deutsche Rabbiner-Verband, der damals orthodoxe und liberale Rabbiner umfasste. Dessen Mitglieder protestierten erfolgreich dagegen. Herzl nannte sie dann die sogenannten Protest-Rabbiner.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese lehnten den Zionismus ab, weil sie sich als deutsche Staatsb\u00fcrger j\u00fcdischen Glaubens sahen, die gar nichts mit der Idee anfangen konnten, in den Orient auszuwandern, in ein W\u00fcstenland, aus dem vielleicht zweitausend Jahre vorher mal ihre Vorfahren stammten. Sie waren Deutsche, sie waren Bayern. Herzls Plan fand bei der Mehrheit der deutschen Juden damals wenig Anklang. So ging Herzl also nach Basel, wo es eine kleine j\u00fcdische Gemeinde gab, deren Mitglieder fast alle aus Osteuropa stammten und die gar nichts gegen die Abhaltung des Kongresses hatten. Daher existiert heute in jeder gr\u00f6\u00dferen Stadt in Israel eine Basel-Stra\u00dfe statt einer M\u00fcnchen-Stra\u00dfe.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die M\u00fcnchner Juden waren ausgesprochen bayerisch. Wie die meisten M\u00fcnchner waren sie zugewandert. Aber sie waren zugewandert aus Bayern. Sie kamen aus Franken und Schwaben und hatten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in M\u00fcnchen durchaus etabliert. Viele der Dinge, die wir heute mit Bayern verbinden, sollten wir eigentlich auch mit j\u00fcdischen Namen verbinden. So zum Beispiel die Trachten. Lederhosen und Dirndl wurden vor allem von dem in j\u00fcdischem Familienbesitz befindlichen Trachtenhaus Wallach verbreitet. Dirndl und Lederhosen gab es nat\u00fcrlich lange vorher, aber das war ja nicht die Tracht, die die st\u00e4dtische Bev\u00f6lkerung trug. Die von den M\u00fcnchnern getragenen Trachten stammten fast ausschlie\u00dflich aus dem j\u00fcdischen Trachtenhaus Wallach. Und wenn man an L\u00f6wenbr\u00e4u denkt, dann sollte man an die Familie Sch\u00fclein denken, die zun\u00e4chst die Unionsbrauerei begr\u00fcndete und dann L\u00f6wenbr\u00e4u erwarb. So ist auch die Geschichte der M\u00fcnchner Brauereien nicht zu trennen von der Geschichte der j\u00fcdischen Familie in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch wenn sein Name in der Hundertjahrfeier des Freistaats von Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der verschwiegen wurde, so kommen wir nicht umhin, es zu sagen: Der Begr\u00fcnder des Freistaats Bayern war ein Jude, er war ein Sozialdemokrat und ein Preu\u00dfe. Es war Kurt Eisner, der am 7. November 1918 zun\u00e4chst den Volksstaat und dann den Freistaat Bayern ausrief und Ministerpr\u00e4sident dieses Freistaats war, bis er am 21. Februar 1919 von einem rechtsextremen T\u00e4ter auf der Stra\u00dfe erschossen wurde. \u00dcbrigens auf dem Weg in den Landtag mit seiner R\u00fccktrittserkl\u00e4rung in der Jackentasche.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber nat\u00fcrlich denken wir auch an den FC Bayern. Der FC Bayern M\u00fcnchen galt vielen und vor allem vielen Antisemiten in den 20er Jahren als Judenclub. Warum? Es gab eine ganze Zahl von Juden in den Reihen seiner Mitbegr\u00fcnder, darunter \u00fcbrigens auch Walther Bensemann, der dann den\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Kicker<\/span>\u00a0begr\u00fcndete, die bis heute existierende Fu\u00dfball-Zeitschrift. Bei den Bayern gab es eine Reihe j\u00fcdischer Funktion\u00e4re und Mitglieder, wie etwa Kurt Landauer (Abb. 3), den langj\u00e4hrigen Pr\u00e4sidenten, aber auch Richard Dombi Kohn, den Trainer des FC Bayern 1932, als die Bayern zum ersten Mal Deutscher Meister wurden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Sie k\u00f6nnen sich vorstellen, dass 1933, ein paar Monate sp\u00e4ter, Richard Kohn schon nicht mehr der Trainer und Kurt Landauer nicht mehr der Pr\u00e4sident des FC Bayern waren. Denn, obwohl eben noch als Helden gefeiert, durften sie nun als Juden im \u201eTausendj\u00e4hrigen Reich\u201c nicht mehr dem Verein dienen. Kohn ging schon 1933 in die Schweiz, wurde Trainer von Grasshoppers Z\u00fcrich. Kurt Landauer blieb noch in M\u00fcnchen, bis er dann 1938 mit Tausenden anderer bayerischer Juden ins Konzentrationslager Dachau gesteckt wurde. Er konnte noch herauskommen und ist dann ebenfalls in die Schweiz gefl\u00fcchtet. Er kam \u00fcbrigens wieder zur\u00fcck und wurde nach dem Krieg nochmals Bayern-Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">IV.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Bleiben wir aber in der Zeit nach 1933. Die Hauptsynagoge wurde, wie schon gesagt, im Juni 1938 abgerissen. Am 9. November wurde dann die andere gro\u00dfe Synagoge, die Ohel-Jakob Synagoge der orthodoxen Juden in M\u00fcnchen, abgebrannt. An dieser Stelle ist noch ein Wort zu den Orthodoxen in M\u00fcnchen angebracht. Die Mehrheit der Juden hier war liberal, sie gingen in eine Synagoge mit Orgelmusik und einer reformierten Liturgie. Aber eine Minderheit der M\u00fcnchner Juden blieb orthodox, sie waren deshalb aber genauso bayerisch und m\u00fcnchnerisch wie die liberalen Juden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Familie Feuchtwanger etwa, die Eltern, Gro\u00dfeltern, Onkel und Tanten des Schriftstellers Lion Feuchtwanger, sie alle waren orthodox und hatten im \u00dcbrigen jeden Schabbat, also Samstag, ihren Stammtisch im Hofbr\u00e4uhaus, nachdem sie aus der orthodoxen Synagoge gekommen waren. Das Bier war ja nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraut und daher koscher. Sie durften nur am Samstag nicht bezahlen, weil orthodoxe Juden an diesem Tag kein Geld mit sich tragen d\u00fcrfen. Deshalb lie\u00dfen sie anschreiben lassen und zahlten am n\u00e4chsten Tag. So etwas wusste man nat\u00fcrlich damals im Hofbr\u00e4uhaus.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Oder der Kommerzienrat Siegmund Fraenkel. Der stellvertretende Vorsitzende der M\u00fcnchner Handelskammer, war auch streng orthodox, und gleichzeitig ein total integrierter Bestandteil der M\u00fcnchner Gesellschaft, des konservativen M\u00fcnchner B\u00fcrgertums. Das half ihm allerdings bereits zu Beginn der zwanziger Jahre wenig im Kampf gegen den erstarkenden Antisemitismus. \u00dcbrigens auch nicht, dass er sich von den j\u00fcdischen Revolution\u00e4ren in der Zeit der R\u00e4terepubliken \u2013 Gustav Landauer, Erich M\u00fchsam, Ernst Toller und andere waren ja an f\u00fchrender Stelle beteiligt \u2013 distanzierte. Die allermeisten M\u00fcnchner Juden haben sich von diesen Revolution\u00e4ren distanziert. Jemand wie Fraenkel, der im Herzen Monarchist war, hat sogar einen offenen Brief geschrieben gegen diese Revolution\u00e4re. Das hat ihn aber auch nicht davor bewahrt, im Jahr 1923 auf der Stra\u00dfe von Rechtsradikalen zusammengeschlagen zu werden. Seine Frau und sein Sohn wurden ebenfalls angegriffen und verletzt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dies war Teil einer tats\u00e4chlich sehr dunklen Zeit f\u00fcr die M\u00fcnchner Juden, die keineswegs erst 1933 einsetzte. Ich habe versucht, in meinem Buch\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Der lange Schatten der Revolution<\/span>\u00a0sehr deutlich aufzuzeigen, wie M\u00fcnchen schon ab 1919 zur Hauptstadt des Antisemitismus in Deutschland wurde, bevor es zur \u201eHauptstadt der Bewegung\u201c, n\u00e4mlich des Nationalsozialismus, wurde. Man muss nur daran denken, dass der 1919 eingesetzte Polizeipr\u00e4sident Ernst P\u00f6hner sp\u00e4ter als einer der ersten Nationalsozialisten auch beim Hitler-Putsch mitmarschierte. Oder dass unter den Richtern in M\u00fcnchen diejenigen waren, die zun\u00e4chst den Eisner-M\u00f6rder von Arco als Helden feierten und dann nat\u00fcrlich Hitler als Patrioten sahen und ihm ein l\u00e4cherlich mildes Urteil gaben. Oder dass Gustav von Kahr zun\u00e4chst 1920 als Ministerpr\u00e4sident und dann nochmals 1923 als Generalstaatskommissar versuchte, Juden osteurop\u00e4ischer Herkunft aus Bayern auszuweisen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch von Seiten der katholischen Kirche kam keine Hilfe in diesen Zeiten der Not. Wir wissen jetzt aus den \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Tageb\u00fcchern von Kardinal Faulhaber, dass die j\u00fcdische Gemeinde und vor allem der M\u00fcnchner Rabbiner Baerwald, der \u00fcbrigens auch Monarchist war, sich hilfesuchend an Kardinal Faulhaber wandte, dieser aber trotz seiner Missbilligung der antij\u00fcdischen Hetze es vorzog, in der \u00d6ffentlichkeit zu schweigen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dies sollte sich auch nach der nun erfolgreichen Macht\u00fcbernahme Hitlers im Januar 1933 nicht \u00e4ndern. Was die Nationalsozialisten bereits zu Beginn der zwanziger Jahre in M\u00fcnchen sozusagen als Testgel\u00e4nde ausprobiert hatten, wurde nun zur staatlichen Politik. Die Juden wurden aus nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen ausgeschlossen, diskriminiert und schikaniert. Nur die Flucht konnte sie am Ende vor dem sicheren Tod bewahren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der zahlenm\u00e4\u00dfige H\u00f6chststand der j\u00fcdischen Gemeinde \u2013 noch vor dem Ersten Weltkrieg \u2013 lag bei \u00fcber 11000. Die Zahlen waren bis 1933 schon zur\u00fcckgegangen. Ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der M\u00fcnchner Juden konnten sich durch Emigration retten, sogar bis 1941 noch. Das war der letzte m\u00f6gliche Zeitpunkt. Und sie flohen nat\u00fcrlich an unterschiedliche Orte, zun\u00e4chst noch in Nachbarl\u00e4nder wie Frankreich oder die Tschechoslowakei, wo sie dann von der Wehrmacht oft wieder eingeholt wurden w\u00e4hrend des Krieges. Andere gingen nach Gro\u00dfbritannien, nach Pal\u00e4stina, das britisches Mandatsgebiet war, in die USA. Und als dann die Jahre voranschritten, waren es immer weniger L\u00e4nder, die Juden aufnahmen. Die letzten Ziele, auch f\u00fcr bayerische Juden, waren dann solche wie Britisch-Ostafrika, also Kenia, oder Shanghai, das als internationale Zone noch immer Juden aufnahm.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber f\u00fcr fast alle, die nach 1941 noch in M\u00fcnchen lebten, gab es eigentlich keine \u00dcberlebenschance mehr. Nur sehr wenige haben \u00fcberleben k\u00f6nnen, in Verstecken wie Charlotte Knobloch, oder waren durch die Tatsache gesch\u00fctzt, dass sie einen nichtj\u00fcdischen, sogenannten arischen Ehepartner hatten oder ein Kind aus einer solchen Ehe waren. Das letzte Kapitel der M\u00fcnchner Juden begann in Durchgangslagern. Dort wurden sie interniert, bevor sie in den Osten deportiert wurden. Manche wurden sofort von Erschie\u00dfungskommandos umgebracht, andere in Lager gebracht und dort entweder in Gaskammern get\u00f6tet oder mussten zun\u00e4chst noch Arbeit \u00adverrichten, bevor sie ermordet wurden. Etwa 5000 M\u00fcnchner Juden wurden im Holocaust ermordet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">V.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Es gab nach 1945 in M\u00fcnchen nur noch ein kleines H\u00e4uflein einheimischer Juden, die \u00fcberlebt hatten. Und ein paar, die aus dem Exil zur\u00fcckkamen. Und trotzdem haben sie sich entschlossen, wieder eine j\u00fcdische Gemeinde aufzubauen und in der Reichenbachstra\u00dfe in der dortigen Synagoge dieses neue j\u00fcdische Leben zu beginnen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Prominentester Vertreter des bayerischen Nachkriegsjudentums war Philipp Auerbach, der erste Pr\u00e4sident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern nach dem Krieg (Abb. 4). Er war vor kurzem noch H\u00e4ftling in Auschwitz und nun Staatskommissar in der bayerischen Regierung, verantwortlich f\u00fcr Wiedergutmachungsfragen. Seine Karriere endete ebenso abrupt wie sie begonnen hatte: Er wurde Anfang im M\u00e4rz 1951 in Obermenzing auf der Autobahn \u2013 er kehrte gerade aus Bonn von einer Besprechung mit Bundespr\u00e4sident Heu\u00df zur\u00fcck \u2013 auf dramatische Weise verhaftet.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Man warf ihm u. a. Amtsunterschlagung, Betrug und Erpressung vor. Das Ganze war ein hochpolitischer Prozess, begleitet von Intrigen innerhalb der bayerischen Staatsregierung und der amerikanischen Milit\u00e4rregierung, und ausgesprochen von ehemaligen NS-Richtern. Nach der Urteilsverk\u00fcndigung 1952 nahm er sich das Leben und beteuerte in einem Abschiedsbrief seine Unschuld. So endete das Leben der ersten pr\u00e4genden Figur im j\u00fcdischen Nachkriegsbayern \u2013 ein Schicksal, das bis heute sehr wenig bekannt ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Gro\u00dfteil der in M\u00fcnchen und Bayern lebenden Juden nach 1945 stammte urspr\u00fcnglich nicht aus Bayern oder Deutschland. Es waren Personen, die unter der Kategorie\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Displaced Persons\u00a0<\/span>einzuordnen waren. Das hei\u00dft also Menschen, die heimatlose Ausl\u00e4nder waren, nach 1945 sich nun in der amerikanischen Zone Deutschlands befanden, zumeist osteurop\u00e4ische, j\u00fcdische \u00dcberlebende der Shoa, des Holocaust. Manche waren in Dachau oder Flossenb\u00fcrg bzw. deren Au\u00dfenlagern befreit worden. Darunter waren auch die wenigen \u00dcberlebenden der Todesm\u00e4rsche, die Anfang 1945 von Auschwitz und anderen Lagern noch in die letzten nicht besetzten Gebiete Deutschlands Anfang vertrieben worden waren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Und auch das d\u00fcrfen wir nicht vergessen: Nach Kriegsende in den Jahren 1945 bis 1947 kamen Juden aus Osteuropa und vor allem aus Polen in die amerikanische Zone Deutschlands. Warum? Nun, sie wollten ja eigentlich nicht nach Deutschland einwandern. Wie konnte man das, nachdem was von Deutschland ausgegangen war? Sie kamen, weil sie nirgendwo anders hingehen konnten. Es gab ja noch keinen j\u00fcdischen Staat. Israel wurde erst im Mai 1948 gegr\u00fcndet. Die USA hatten sehr restriktive Einwanderungsbestimmungen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Und in Polen, auch das muss man laut sagen, auch wenn man daf\u00fcr heute in Polen vielleicht rechtlich belangt werden kann, in Polen gab es auch nach 1945 noch einen virulenten Antisemitismus, der seine Opfer forderte. Allein in dem Pogrom in der polnischen Stadt Kielce am 4. Juli 1946 wurden 41 j\u00fcdische Menschen ermordet. Im Zeitraum von 1945 bis 1950 rechnet man insgesamt wohl mit etwa 1000 Juden, die in Polen umgebracht wurden. Das hatte nat\u00fcrlich auch damit zu tun, dass viele Polen glaubten, die Juden w\u00fcrden sowieso nicht mehr zur\u00fcckkommen, aus den Lagern oder aus ihren Fluchtorten. Sie haben sich deren Besitz, deren Wohnungen angeeignet. Es gab ziemlich unsch\u00f6ne Szenen nach der Befreiung in Polen und auch anderen L\u00e4ndern Osteuropas, wenn j\u00fcdische \u00dcberlebende dann doch erschienen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Also aus all diesen Gr\u00fcnden waren nun pl\u00f6tzlich M\u00fcnchen und Oberbayern das Zentrum j\u00fcdischen Lebens in Mitteleuropa geworden. Nat\u00fcrlich nur ein vor\u00fcbergehendes Zentrum, denn keiner dieser Personen wollte ja unbedingt in Deutschland bleiben. Im M\u00fcnchner Rathaus fand damals der erste Kongress der \u00fcberlebenden Juden statt. Es nahm auch David Ben-Gurion teil, der sp\u00e4tere erste Ministerpr\u00e4sident Israels, ebenso wie Vertreter der amerikanischen Regierung und sogar der M\u00fcnchner Oberb\u00fcrgermeister und weitere Vertreter der Stadt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch au\u00dferhalb M\u00fcnchens gab es nun aber Orte, die das j\u00fcdische Leben in Bayern pr\u00e4gten. Das waren Orte wie F\u00f6hrenwald, heute Waldram, ein Stadtteil von Wolfratshausen, oder Feldafing am Starnberger See oder Landsberg. Immerhin die Stadt, in der auch Hitler inhaftiert war. Oder viele andere kleine Gemeinden, in denen \u00fcbrigens vor dem Krieg zumeist \u00fcberhaupt keine Juden gelebt hatten, die nun solche j\u00fcdischen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Displaced-Persons<\/span>-Lager beherbergten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das waren Lager unter der \u00c4gide der Amerikaner, in denen teilweise mehrere tausend j\u00fcdische \u00dcberlebende des Holocaust lebten. Sie entwickelten dabei ihre eigene Kultur, druckten Zeitungen auf Jiddisch, aber teilweise auch auf Polnisch, Ungarisch, Russisch und auch auf Deutsch, errichteten Talmud-Schulen und gr\u00fcndeten Theatergruppen und Sportvereine. Sport spielte eine gro\u00dfe Rolle. Makkabi-Vereine gab es, andere nannten sich\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Hakoach<\/span>\u00a0(die Kraft) oder\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Betar<\/span>, bis heute in Israel g\u00e4ngige hebr\u00e4ische Namen f\u00fcr Sportvereine. Es gab sogar zwei ausschlie\u00dflich j\u00fcdische Fu\u00dfball-Ligen in Bayern, eine f\u00fcr Nordbayern, eine f\u00fcr S\u00fcdbayern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die meisten der \u00fcberlebenden Juden geh\u00f6rten einer Altersgruppe an. Sie waren meistens junge Menschen \u2013 und mehr junge M\u00e4nner als Frauen im \u00dcbrigen \u2013 zwischen 15 und 45 Jahren. Sie hatten die Konzentrationslager \u00fcberlebt, weil sie arbeitsf\u00e4hig waren. Es \u00fcberlebten fast keine Kinder und fast keine alten Menschen. Die Kinder und \u00e4lteren Menschen kamen erst im Zuge der oben schon geschilderten Auswanderung von Juden aus Polen nun auch in die amerikanische Zone.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Menschen hatten ja nicht nur ihre Eltern und Gro\u00dfeltern verloren, in den Gaskammern von Auschwitz oder durch Erschie\u00dfungskommandos. Sie haben sehr oft auch ihre Ehepartner verloren, meistens ihre Ehefrauen und leider sehr oft auch ihre Kinder. Viele sind damit nicht zurechtgekommen, einige haben sich sogar nach der Befreiung das Leben genommen. Viele fragten sich: Wie konnte Gott das zulassen, dass ich \u00fcberlebt habe und niemand anderes aus meiner Familie oder meinem Ort ist mit dem Leben davon gekommen?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber das war nicht die typische Reaktion. Diese war eher: Wir haben \u00fcberlebt und wir wollen der Welt zeigen, dass es j\u00fcdisches Leben auch jetzt noch gibt. So gab es eine sehr hohe Zahl von Eheschlie\u00dfungen und auch Geburten, gerade in Orten wie F\u00f6hrenwald, Feldafing, Landsberg oder Pocking. \u00dcberall dort gab es j\u00fcdische\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Displaced\u2013Persons<\/span>-Lager. Und all diese Orte finden Sie \u00fcbrigens bei vielen Menschen heute als Geburtsort in amerikanischen oder israelischen Reisep\u00e4ssen. Meistens haben sie noch im Babyalter oder Kindesalter mit ihren Eltern Deutschland verlassen und sich vor allem in Israel, Amerika, aber auch Australien angesiedelt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Erinnerung an dieses Kapitel deutsch-j\u00fcdischer Geschichte war lange vergessen. \u00dcbrigens gab es ja nicht nur in den Lagern, sondern auch in M\u00fcnchen oder in Regensburg, Weiden, Amberg und Bamberg teilweise Tausende j\u00fcdischer\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Displaced Persons<\/span>, die aus Osteuropa gekommen waren. Die Erinnerung daran wird erst in den letzten Jahren vor Ort ein bisschen wiederbelebt. Es gibt in F\u00f6hrenwald, dem heutigen Waldram in Wolfratshausen, ein sehenswertes Museum. (Abb. 5) Dort existierte noch bis 1957 das letzte Lager f\u00fcr\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Displaced Persons<\/span>. Das Kloster Sankt Ottilien, in dem ein Krankenhaus f\u00fcr\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Displaced Persons<\/span>\u00a0untergebracht war, hat 2018 eine sehr beeindruckende Aktion gestartet, eine Tagung und eine Ausstellung zu dieser Geschichte organisiert und zu dieser Tagung auch ehemalige\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Displaced Persons<\/span>\u00a0eingeladen, Menschen, die in Sankt Ottilien geboren worden waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">VI.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Eine Reihe j\u00fcdischer Gemeinden in Bayern wurden tats\u00e4chlich wieder begr\u00fcndet. Ich erw\u00e4hnte bereits den Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, der anfangs aus 13 Gemeinden bestand. Es wurden dann etwas weniger, durch die schrumpfende Bev\u00f6lkerung. Aber diese Gemeinden waren sehr klein. Und viele von ihnen umfassten in den 80er-Jahren oft nur noch 50 oder weniger Mitglieder und waren auch stark \u00fcberaltert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Hinzu kam, dass ab den fr\u00fchen 70er Jahren das j\u00fcdische Leben in Bayern wie auch im Rest Deutschlands und Europas durch Terrorakte mitgepr\u00e4gt war. Sie k\u00f6nnen es sich vielleicht heute gar nicht mehr vorstellen. Aber in den 50er und 60er Jahren waren die Synagogen und j\u00fcdischen Einrichtungen noch nicht durch die Polizei gesch\u00fctzt, weil es daf\u00fcr keinen Anlass gab. Das begann erst Anfang der 70er Jahre. Zu Beginn der 70er Jahre ereigneten sich eine ganze Reihe von Anschl\u00e4gen in M\u00fcnchen: auf El Al-Maschinen auf dem Flughafen M\u00fcnchen-Riem, auf das j\u00fcdische Altersheim in der Reichenbachstra\u00dfe. Auch das ist heute sehr in Vergessenheit geraten. Bei beiden Aktionen kamen Menschen ums Leben. Im j\u00fcdischen Altersheim starben sieben Menschen, die teilweise den Holocaust \u00fcberlebt hatten. Der Anschlag ist bis heute nicht aufgekl\u00e4rt. Und es gab den Terror bei den Olympischen Spielen 1972, als elf israelische Sportler von pal\u00e4stinensischen Terroristen als Geiseln genommen und ermordet wurden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Und dennoch! Es gibt wieder neues j\u00fcdisches Leben, das sich dadurch auszeichnet, dass es auch neue Synagogen gibt. Drei Beispiele aus Bayern: Bamberg, M\u00fcnchen und Regensburg, die in den letzten Jahren erbaut wurden, Und dieses Wiederaufleben j\u00fcdischen Lebens ist nat\u00fcrlich nur m\u00f6glich geworden durch einen Faktor: Die Tatsache, dass ab 1990 eine gro\u00dfe Zahl von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kamen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die genauen Zahlen gehen auch deswegen auseinander, weil die Frage immer ist, wer \u00fcberhaupt als Jude definiert wird. Aber wir sprechen wohl von mindestens 150000 Menschen. Das ist in einer Bev\u00f6lkerung von 80 Millionen nicht viel, aber die j\u00fcdische Gemeinschaft in Deutschland bestand vorher nur aus etwa 30000 Personen, 0,05 Prozent der deutschen Bev\u00f6lkerung. Und da spielte es nat\u00fcrlich schon eine gro\u00dfe Rolle, wenn so eine Anzahl von Zuwanderern kamen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Pl\u00f6tzlich gab es wieder eine Zukunft, nicht nur f\u00fcr die j\u00fcdische Gemeinden in M\u00fcnchen oder vielleicht N\u00fcrnberg und Augsburg, sondern auch f\u00fcr die j\u00fcdischen Gemeinden in Regensburg, in Hof, in Weiden, in Straubing, und sogar die Neugr\u00fcndung einer j\u00fcdischen Gemeinde in Erlangen. Heute sehen wir also eine Situation, in der ungef\u00e4hr 80 Prozent aller Gemeindemitglieder in den bayerischen, aber auch in allen deutschen Gemeinden Menschen sind, die aus Russland, aber nat\u00fcrlich auch aus der Ukraine, Wei\u00dfrussland, Litauen, Georgien stammen. Sie bilden die Zukunftshoffnung f\u00fcr ein j\u00fcdisches Leben in Bayern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ohne diese Zuwanderung h\u00e4tte es wohl auch die Synagogen-Neugr\u00fcndungen nicht gegeben. Nun muss man aber auch dazusagen, dass fast alle dieser Juden, die aus der Sowjetunion eingewandert sind, Generationen lang schon von der Religion, vom religi\u00f6sen Leben ferngehalten wurden. Die j\u00fcdische Religion auszu\u00fcben war fast unm\u00f6glich in der Sowjetunion, sodass hier eine andere Identifikation eine Rolle spielt. In den sowjetischen P\u00e4ssen stand als Nationalit\u00e4t: Jude. Nationalit\u00e4t! So wie man Russe war oder Georgier oder Wei\u00dfrusse, konnte man eben auch Jude sein. Das haben die russischen Beh\u00f6rden so festgelegt, sodass man immer auch daran erinnert wurde, ob man wollte und nicht, dass man j\u00fcdischer Herkunft war. Und letztlich hat diese eher ethnische als religi\u00f6se \u00adSelbstzuweisung das Selbstbewusstsein der Juden aus der Sow\u00adjetunion, aber auch insgesamt in Osteuropa gepr\u00e4gt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwerpunkt meines Referats wird die Geschichte der bayerischen Juden im 20. 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