{"id":32212,"date":"2023-07-17T14:34:15","date_gmt":"2023-07-17T12:34:15","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=was-uns-napoleon-200-jahre-nach-seinem-tod-noch-bedeuten-kann"},"modified":"2025-01-13T09:54:27","modified_gmt":"2025-01-13T08:54:27","slug":"was-uns-napoleon-200-jahre-nach-seinem-tod-noch-bedeuten-kann","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/was-uns-napoleon-200-jahre-nach-seinem-tod-noch-bedeuten-kann\/","title":{"rendered":"What Napoleon can still mean to us 200 years after his death"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-3\">V<\/span>on allen gro\u00dfen Menschen, deren Abbild in fr\u00fcheren Zeiten in Stein gemei\u00dfelt oder in Bronze gegossen auf Denkmalsockel gestellt oder deren Portr\u00e4ts K\u00fcnstler auf Leinw\u00e4nden zur Vorstellung brachten, hat Napoleon am wenigsten menschliche Z\u00fcge. Obwohl sein Leben vorz\u00fcglich dokumentiert ist, seine immense Korrespondenz musterg\u00fcltig ediert vorliegt, zahlreiche Zeitgenossen und Weggef\u00e4hrten ihn in ihren Memoiren geschildert haben, erschlie\u00dft sich einem sein menschliches Wesen so gut wie nicht. Freunde oder Freundschaften sind von ihm nicht bekannt und sein Verh\u00e4ltnis zu Frauen war von Misogynie gepr\u00e4gt. Frauen galten ihm nicht als vollwertige, geschweige dem Mann gleichberechtigte Wesen, sondern nur als Geb\u00e4rmaschinen, die ihm m\u00f6glichst viele Soldaten f\u00fcr seine Kriege liefern sollten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">War Napoleon also ein Unmensch? Die Frage muss man verneinen, denn ihm fehlte auch das menschliche Gef\u00fchl, das einen solchen kennzeichnet: der Hass. Ihn plagte auch kein Wahn. Weder war er ein Glaubensk\u00e4mpfer, ein Fanatiker, noch gar ein Revolution\u00e4r oder Freiheitsk\u00e4mpfer. Er verachtete Theologien wie Ideologien. Mit der Kirche suchte er sich nur zu arrangieren, weil diese mit ihrer Macht \u00fcber die Seelen ein Konkurrent war. F\u00fcr die Seelen hatte er kein Interesse, wohl aber f\u00fcr die Menschen. Die Beherrschung der Menschen war f\u00fcr ihn die Voraussetzung daf\u00fcr, die Macht mit jener unwiderstehlichen Effizienz auszu\u00fcben, deren Mittel ihm von der Revolution bereitgestellt worden waren. Diese Mittel waren nicht neue Waffen, neue Technologien, wie man heute sagen w\u00fcrde, sondern neue Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">I.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Als die Franz\u00f6sische Revolution durch eine Koalition der alten M\u00e4chte Europas bedroht wurde, deren Heere in Frankreich einfielen, um die dortigen Umst\u00fcrzler zu z\u00fcchtigen und dem K\u00f6nig wieder sein angestammtes Recht zu verschaffen, wurden sie zur\u00fcckgeschlagen von der Armee der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Lev\u00e9e en masse<\/span>, einem Heer, das dank der allgemeinen Wehrpflicht aufgestellt worden war. Die von der Revolution verk\u00fcndete Wehrpflicht verschaffte den Soldaten etwas, was sie zuvor nicht hatten und auch den Soldaten ihrer Gegner abging: Ehre. Das Empfinden dieser Ehre speiste sich aus dem Erlebnis, die Errungenschaften der Revolution und Frankreichs zu verteidigen. Es war eine Armee aus freien Menschen, die f\u00fcr die Freiheit bereit waren, ihr Leben, ihre k\u00f6rperliche Unversehrtheit in die Schanze zu schlagen. Verbunden damit war noch eine andere Errungenschaft, die ihnen ebenfalls die Revolution gebracht hatte: Das Erlebnis der Gleichheit, dass jeder gleichviel gilt, ob Bauer oder B\u00e4cker, Schuster oder Tagel\u00f6hner. Als Soldaten der Revolution teilten sie sich alle in das Versprechen, dass ein jeder von ihnen den Marschallstab im Tornister trage.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das verlieh den Revolutionssoldaten ein Selbstbewusstsein, die Einsicht in die je eigene Bedeutung, die den Revolutionsarmeen eine ganz neue, unerh\u00f6rte Koh\u00e4renz und damit von vorneherein auch eine \u00dcberlegenheit \u00fcber ihre Gegner verschaffte. Deren Armeen waren mit eiserner Disziplin m\u00fchsam zusammengehaltene und durch \u00f6den Drill abgerichtete Verb\u00e4nde, die wegen ihrer notorischen Unzuverl\u00e4ssigkeit immer nur zu gro\u00dfen Massen zusammengeballt gef\u00fchrt wurden und dementsprechend unbeweglich waren. Ihre Offiziere waren so gut wie ausnahmslos Adelige, die auf die einfachen Soldaten mit Verachtung herabblickten, sie f\u00fcr uniformiertes Gesindel hielten, das jede Gelegenheit zu desertieren, zu marodieren und zu pl\u00fcndern nutzen w\u00fcrde. Ihre Befehlshaber waren ausschlie\u00dflich Angeh\u00f6rige des h\u00f6heren und h\u00f6chsten Adels, von Gicht wie von D\u00fcnkel geplagte alte, verkn\u00f6cherte M\u00e4nner, die ihren Rang oft genug nur ihrer Herkunft, aber nicht ihren F\u00e4higkeiten verdankten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Unterschiede sind gr\u00f6\u00dfer gar nicht denkbar: Einerseits eine junge, hochmotivierte Truppe, die f\u00fcr ihr Land, f\u00fcr die Ideale von Freiheit und Gleichheit einstand, Soldaten die k\u00e4mpften, weil sie Chance hatten, in die Offiziersr\u00e4nge aufzusteigen, die also hochmotiviert waren und andererseits zwar waffenstarrende Verb\u00e4nde, die aber nur unter der permanenten Androhung furchtbarer Strafen in einen Kampf zogen, dessen Sinn und Zweck sich ihnen nicht erschloss. Die Soldaten der Revolution waren Napoleons wichtigste Waffe, die er stets dadurch zu sch\u00e4rfen verstand, dass er ihre Motivation st\u00e4rkte. Das gelang ihm umso besser, als er selbst ein Soldat der Revolution war, er das lebendige Beispiel daf\u00fcr vorstellte, dass man mit K\u00f6nnen und Geschick in die h\u00f6chsten R\u00e4nge gelangen konnte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Alter von 27 Jahren wurde er 1796 Oberbefehlshaber der franz\u00f6sischen Armee, die in Italien gegen \u00d6sterreich operieren sollte. Trotz seines Ranges blieb Bonaparte, wie er bis zu seiner Selbstkr\u00f6nung als Kaiser 1804 hie\u00df, ein\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">soldiers soldier<\/span>, wie man sagt, einer, der die N\u00e4he zur Truppe nicht mied, sondern diese suchte, der mit und unter seinen Soldaten lebte und ihre Entbehrungen teilte, der ihre Sprache sprach, sich ihren N\u00f6ten und Hoffnungen gegen\u00fcber offen zeigte, ohne jedoch Disziplinlosigkeit zu tolerieren. Er war der Chef, der begeisterte und diese Begeisterung trug mit dazu bei, dass er mit seiner Kriegf\u00fchrung binnen kurzer Zeit beispiellose Erfolge errang, es ihm gelang, mit seinen nach Ausr\u00fcstung und Zahl unterlegenen Truppen die stets viel gr\u00f6\u00dferen und lange Zeit auch besser ger\u00fcsteten Verb\u00e4nde des Gegners zu schlagen und diesen schlie\u00dflich zu einem Friedensschluss zu zwingen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Erfolge waren nat\u00fcrlich auch seiner \u00fcberlegenen Strategie und Taktik geschuldet, deren wichtigste Voraussetzung die hohe Motivation seiner Truppen war, die nat\u00fcrlich durch die Erfolge, die sie unter seiner F\u00fchrung errangen, enorm gesteigert wurde. Das verschaffte der Italienarmee binnen k\u00fcrzester Zeit einen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Esprit de Corps<\/span>, der ihr eine unwiderstehliche Siegesgewissheit verlieh, die Bonaparte mit gro\u00dfem Geschick propagandistisch f\u00fcr sich zu nutzen verstand, indem er pausenlos Siegesmeldungen, in denen die Soldaten und Einheiten, die sich besonders hervorgetan hatten, namentlich genannt wurden, nach Paris schickte. Diesen Nachrichten folgten zum Beweis die Fahnen, die man beim Gegner erobert hatte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das war geschickte Propaganda. Dazu geh\u00f6rten auch die beiden Zeitungen, die von der Italienarmee ver\u00f6ffentlicht und die nicht nur auf dem Kriegsschauplatz, sondern auch in Paris vertrieben wurden. Dazu geh\u00f6rten ferner auch Kupferstiche, mit denen von Bonaparte engagierte K\u00fcnstler \u00fcber herausragende Heldentaten wie etwa den Sturm \u00fcber die Br\u00fccke von Lodi oder \u00fcber die von Arcole oder den Einzug der franz\u00f6sischen Truppen in Mailand im Bild berichteten. Diese Stiche lie\u00dfen sich in vergleichsweise gro\u00dfen St\u00fcckzahlen herstellen und zu geringem Preis in ganz Frankreich von Kolporteuren verh\u00f6kern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Schlie\u00dflich geizte er auch nicht mit Belobigungen und Bef\u00f6rderungen, vor allem aber, und das war keineswegs der geringste Grund, warum ihm die Truppe blindlings ergeben war, zahlte er wenigstens die H\u00e4lfte von deren Sold in klingender M\u00fcnze aus, w\u00e4hrend sich die franz\u00f6sischen Revolutionssoldaten sonst mit den fast wertlosen Assignaten, dem Papiergeld der Revolution, begn\u00fcgen mussten, als dessen Sicherheit der wegen \u00dcberangebots an rapidem Wertverlust leidende Verkauf von enteignetem Kirchengut diente. Solche Gro\u00dfz\u00fcgigkeit kostete Bonaparte nichts, denn seine Feldz\u00fcge in Italien geh\u00f6rten zu den wenigen milit\u00e4rischen Unternehmungen, die wesentlich mehr an Geld abwarfen, als sie vernichteten. Die Armee lebte aus dem Land, ern\u00e4hrte sich im\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Belpaese<\/span>\u00a0gewisserma\u00dfen vom\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Belpaese<\/span>.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Au\u00dferdem mussten die jeweils revolution\u00e4r befreiten, also die eroberten Gebiete und St\u00e4dte saftige Kontributionen zahlen, die dann durch regelm\u00e4\u00dfige Steuerleistungen abgel\u00f6st wurden, deren Ertr\u00e4ge zu einem erheblichen Teil nach Frankreich flossen und die Pariser Regierung, das Direktorium, vor dem ihm st\u00e4ndig drohenden Bankrott bewahrten. Seine Fort\u00fcne, die fortgesetzten milit\u00e4rischen Erfolge wie dieser nicht abrei\u00dfende Geldstrom aus dem reichen Italien machten Bonaparte schnell zu einer wichtigen und vor allem unersetzlichen Figur auf dem politischen Schachbrett der Revolution.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">II.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Mit all dem, mit seinen milit\u00e4rischen Erfolgen, die er mit dem von ihm erzwungenen Friedensschluss von Campo Formio vom Oktober 1797 kr\u00f6nte, wie den finanziellen Zuwendungen, von denen das Revolutionsregime in hohem Ma\u00dfe abh\u00e4ngig war, stellte sich Bonaparte Wechsel auf die eigene Zukunft aus, die er mit dem Putsch vom 18. Brumaire, dem 9. November 1799 einl\u00f6ste, der ihm zun\u00e4chst als Erster Consul und dann vier Jahre sp\u00e4ter als Kaiser Napoleon die Macht in Frankreich verschaffte. Allein die von ihm bis dahin erbrachte Leistung als Gl\u00fccksritter der Revolution, die in den ersten vier Jahren nach seinem Putsch ihre Fortsetzung darin fand, dass er mit allen M\u00e4chten, die gegen die Revolution Krieg gef\u00fchrt hatten, Frieden schloss und er zum weiteren seine enorme Energie daranwandte, das von der Revolution aufgew\u00fchlte Frankreich zu beruhigen und dem Land eine innere Ordnung zu verschaffen, die bis heute Bestand hat, h\u00e4tte nat\u00fcrlich vollauf gen\u00fcgt, sich seiner Person und seines Wirkens noch heute zu erinnern. Jedoch, damit lie\u00df er es nicht bewenden \u2026<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nicht mit Bonaparte, sondern mit Napoleon stellt sich indes die Frage, was er uns heute noch bedeuten kann. Als Napoleon, als Kaiser also, glich er sich dem in Europa damals herrschenden politischen Standard an, der als Staatsform nur die Monarchie kannte. Diese \u201eNormalisierung\u201c besiegelte gleichsam das von Bonaparte nach seinem Putsch gemachte Versprechen, die Revolution sei beendet. Die Revolution hatte K\u00f6nig und Monarchie in Frankreich beseitigt und wurde nun ihrerseits zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter durch Kaiser und Kaiserreich verdr\u00e4ngt. Das aber war nur eine \u00c4nderung der Firma: Napoleon war nicht Kaiser von Gottes Gnaden, sondern von Gnaden der Revolution. Das hat Napoleon auch nie versucht, zu verleugnen, auch wenn er mit seiner Herrschaft der Revolution viel von ihrem verf\u00fchrerischen Glanz nahm und er von der revolution\u00e4ren Trias, die Freiheit, Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit verhie\u00df, allein die Gleichheit zur Regel seines Handelns machte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Postulat der Gleichheit, das Gleichheit vor dem Gesetz meinte und damit eo ipso auch die prinzipielle Chancengleichheit implizierte, zu dem sich Napoleon auch als Kaiser bekannte, war f\u00fcr sich genommen noch immer revolution\u00e4r genug, um im monarchischen, im st\u00e4ndisch verzopften Europa, in dem die Ungleichheit das geltende gesellschaftliche Ordnungsprinzip war, die Menschen mit Angst oder Hoffnung zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Lassen wir die Er\u00f6rterung der Anl\u00e4sse beiseite, die 1805 zum Ausbruch der von der Geschichtswissenschaft sogenannten \u201eNapoleonischen Kriege\u201c f\u00fchrten, die bis 1815 in Europa tobten und die alte Ordnung des Kontinents zerst\u00f6rten. Ein Grund, der in diesem Zusammenhang nie genannt wird, ist vielleicht der, dass den frisch gekr\u00f6nten Kaiser das Empfinden plagte, sich als Staatsmann zu verlieren, als den er sich seit dem Putsch von 1799 bewiesen hatte. Er war Soldat, Feldherr und als solcher sehr erfolgreich gewesen. Allein diese Gewissheit musste ihn dazu verlocken, auf dieser Bahn, mit den neuen M\u00f6glichkeiten und gest\u00fctzt auf das Potential eines gro\u00dfen Staates, der, wie ihm bewusst war, in vieler Hinsicht viel effizienter und besser organisiert war als die anderen Staaten, entschlossen voranzumarschieren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Drei-Kaiser-Schlacht von Austerlitz am 2. Dezember 1805, dem ersten Jahrestag seiner Kaiserkr\u00f6nung, in der die Franzosen unter F\u00fchrung Napoleons die von ihren gekr\u00f6nten H\u00e4uptern befehligten Armeen von Russland und \u00d6sterreich vernichtend schlugen, musste ihm als der Beweis f\u00fcr die Richtigkeit seines Entschlusses erscheinen. Schon mit Austerlitz war er der Herrscher Europas. \u00d6sterreich sah sich zu einem Frieden gen\u00f6tigt, der es dazu zwang, das Deutsche Reich mit seinem karnevalsbunten Zaunk\u00f6nigt\u00fcmern sowie die Schweiz und Italien ganz dem Einfluss und der Gestaltungsmacht des franz\u00f6sischen Kaisers zu \u00fcberlassen. Der hatte, nicht zuletzt dank seiner zuvor in Italien gemachten einschl\u00e4gigen Erfahrungen, die Routine wie die Blaupause die deutsche Staatenwelt nach seinen Vorstellungen zu ordnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">III.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">W\u00e4re Napoleon mehr Staatsmann als Feldherr und Eroberer gewesen, dann h\u00e4tte sich ihm jetzt die einmalige Chance geboten, Deutschland und Italien in einer staatlichen Ordnung zu vereinen, deren Bestandsgarantie Frankreich als der F\u00fchrungsmacht des Kontinents zugefallen w\u00e4re. Derlei lag ihm jedoch sehr fern, denn er gab der Verlockung nach, weiter zu siegen, weiter zu erobern. Das verriet in sch\u00f6ner Deutlichkeit Napoleons Proklamation vom 27. Dezember 1805, mit der die Absetzung der \u00fcber das K\u00f6nigreich Neapel herrschenden Bourbonen angek\u00fcndigt und die von einer umgehend in Marsch gesetzten franz\u00f6sischen Armee vollzogen wurde. Die Rechtfertigung, an der es ihm nie mangelte, war diesfalls, dass das K\u00f6nigreich Neapel die gegen\u00fcber Frankreich eingegangene Neutralit\u00e4tsverpflichtung verletzt habe.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Neapel lieferte Napoleon den willkommenen Vorwand, die einmal begonnene Expansion fortzusetzen: Die Franz\u00f6sische Revolution, als deren Vollstrecker und Vollender er sich verstand, hatte mit Ausnahme des franz\u00f6sischen noch keinen anderen europ\u00e4ischen Thron umgest\u00fcrzt. Neapel bot Napoleon jetzt die willkommene Gelegenheit einer Doppelpremiere, die das Muster f\u00fcr die von ihm beabsichtigte politische Neuordnung Europas lieferte: Die Bourbonen wurden ihres Thrones beraubt, auf dem Napoleons \u00e4ltester Bruder Joseph als gekr\u00f6nter Herrscher installiert wurde. Diesem Vorbild folgend wurde eine durch Machtdelegation an weitere Familienmitglieder des Bonaparte-Clans \u00fcbertragene Herrschaft in anderen von ihm eroberten L\u00e4ndern die Regel.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Da nach Napoleons \u00dcberzeugung der Friede nur eine Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln sei, folgte die von ihm angestrebte politische Neuordnung Europas vor allem auch der Ma\u00dfgabe, dass die neue Staatenwelt ganz der Fuchtel Frankreichs unterstand, wurden ihr Kontributionen und Steuern oder Quoten f\u00fcr die Bereitstellung von Soldaten und Kriegsmaterial diktiert. Das bestimmte auch Napoleons Handeln in Deutschland, auch wenn hier die Neuordnung der Staatenwelt von dem in Italien bew\u00e4hrten Schema abwich. Das \u00e4nderte aber nichts am Prinzip seines Agierens, das hinter der potemkinschen Fassade des von ihm gestifteten Rheinbunds genau das gleiche war.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Rheinbund war ein Diktat Napoleons, mit dem am 17. Juli 1806 die F\u00fcrsten der 16 Gr\u00fcnderstaaten des Rheinbunds zum Beitritt zu diesem Bund gezwungen wurden. Im Falle einer Weigerung wurde ihnen die Mediatisierung, die entsch\u00e4digungslose Enteignung ihrer Macht und Herrlichkeit angedroht. Mit ihrer Mitgliedschaft im Rheinbund vollzogen dessen Genossen ihre Entm\u00fcndigung. Sie war der Preis, den die Herrscher f\u00fcr ihre Unabh\u00e4ngigkeit von Kaiser und Reich wie f\u00fcr die Souver\u00e4nit\u00e4t innerhalb ihres Herrschaftsgebiets entrichten mussten. Mit dem bis 1808 erfolgenden Beitritt der mit Ausnahme von Preu\u00dfen und \u00d6sterreich restlichen 23 deutschen Staaten zum Rheinbund wurde endg\u00fcltig die von Napoleon verfolgte Machtlogik offenbar: Der Rheinbund, als dessen Schirmherr Napoleon fungierte, sollte ihm als Instrument dienen, Deutschland politisch wie milit\u00e4risch zu beherrschen. Der Rheinbund war insofern nichts anderes als der Prototyp des von uns noch lebhaft erinnerten Systems des Warschauer Pakts.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch wenn jeder Vergleich hinkt, so macht dieser dennoch darauf aufmerksam, dass auch der Rheinbund eine Allianz vorstellte, in der die beiden Kontrahenten, Frankreich und die Bundesf\u00fcrsten, h\u00f6chst ungleich verteilte Lasten zu schultern hatten. Napoleon verschaffte sich mit dem Rheinbund die alleinige Verf\u00fcgung \u00fcber die Au\u00dfenpolitik, die Soldaten und schlie\u00dflich auch die Ressourcen seiner Mitgliedstaaten. Das nahm diese gleichsam in Geiselhaft und machte sie in ihrem Wohl und Wehe allein von der weiteren Fort\u00fcne und dem guten Willen Napoleons abh\u00e4ngig. Das war nichts anderes als ein Regime blanker Willk\u00fcr, das nur deshalb erstaunlich wenig Schaden anrichtete, weil es nur von kurzer Dauer war, denn schon nach der Leipziger\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">V\u00f6lkerschlacht<\/span>\u00a0im Oktober 1813 war der Rheinbund in v\u00f6lliger Aufl\u00f6sung begriffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">IV.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Im Lichte der Fragestellung meiner Ausf\u00fchrungen, was uns Napoleon zweihundert Jahre nach seinem Tod noch bedeuten kann, will ich auf zwei Hypotheken aufmerksam machen, die aus der Praxis des Rheinbunds herr\u00fchren und die zwar versteckte, aber gleichwohl fatale Sp\u00e4tfolgen hatten. Die eine dieser Hypotheken l\u00e4sst sich mit der Bestimmung der Bundesakte identifizieren, die eine Mediatisierung, also eine Beseitigung aller Herrschaftsprivilegien von Reichsrittern, Grafen, Herz\u00f6gen und F\u00fcrsten unterhalb der Ebene der \u00fcber die einzelnen Staaten weiterhin herrschenden F\u00fcrstenh\u00e4user vorsah. Der gesamte niedere und mittlere Adel wurde damit in Bausch und Bogen zu \u2013 allerdings privilegierten \u2013 Untertanen. Damit ist gemeint, dass der mediatisierte Adel alle Besitz-, Herrschafts- und Feudalrechte behalten durfte, sofern diese nicht einen wesentlichen Bestandteil der Souver\u00e4nit\u00e4t darstellten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das zeigt, dass Napoleon keinerlei Interesse daran hatte, die gesellschaftlichen Errungenschaften der Revolution zu exportieren. Ihm war es nur darum zu tun, sich die reibungslose Unterst\u00fctzung seiner Vasallen zu sichern. Auch wenn damit die politische Geographie Deutschlands erheblich vereinfacht, die staatlichen Verwaltungen vereinheitlicht und die in Jahrhunderten verfilzten Herrschaftsstrukturen aufgebrochen und entr\u00fcmpelt wurden, entsprach das alles keineswegs den eigentlichen Absichten Napoleons. Alle diese Ver\u00e4nderungen, die sich fraglos als Fortschritt oder Modernisierung qualifizieren lassen, waren lediglich unbeabsichtigte Nebenfolgen eines Handelns, das allein darauf aus war, die deutschen Vasallen-F\u00fcrsten optimal zu bef\u00e4higen, Napoleon wirksam und willig zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Lichte sp\u00e4terer Erfahrungen muss man jedoch die Konzessionen, die dabei f\u00fcr den mediatisierten Adel in Deutschland abfielen, sehr kritisch beurteilen, denn damit wurde eine Schicht konserviert, die wegen ihrer durch nichts mehr gerechtfertigten gesellschaftlichen Ausnahmestellung mancherorts und das noch bis heute das Milieu in l\u00e4ndlichen Gebieten und kleinen St\u00e4dten Deutschlands dominiert. Wer das als eine lediglich folkloristische Arabeske ansieht, verkennt, dass die Nachkommen dieses Adels nach dem Ende der Monarchie in Deutschland 1918 alles andere als musterhafte Demokraten wurden. Das kann man in gewisser Weise sogar verstehen, aber dabei sollte man auch nicht \u00fcbersehen, dass viele dieser Adeligen in hellen Scharen Hitler zuliefen, den sie wom\u00f6glich f\u00fcr einen Wiederg\u00e4nger Napoleons hielten. Entscheidend ist, dass die Akklamation des Adels f\u00fcr Hitler dessen Reputation in weiten Teilen der Gesellschaft erheblich verbesserte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zum weiteren muss man feststellen, dass die um ihr revolution\u00e4res Erbe weitgehend amputierte Modernisierung der deutschen Verh\u00e4ltnisse, die Napoleon immer gutgeschrieben wird, einen wesentlichen Beitrag dazu leistete, im weiteren Verlauf der Geschichte eine organische Nationalstaatsbildung in Deutschland und Italien nicht, wie oft angenommen, zu beschleunigen, sondern diese zu verz\u00f6gern, wenn nicht geradezu zu vereiteln. Zu diesem Schluss n\u00f6tigt die Feststellung, dass ausgerechnet Italien und Deutschland, die beiden Nationen, die am nachdr\u00fccklichsten der napoleonischen \u201eModernisierung\u201c ausgesetzt waren, auch die waren, die im 20. Jahrhundert Faschismus und Nationalsozialismus hervorbrachten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese These steht, ich wei\u00df, in einem nicht vermittelbaren Widerspruch zu den vorgeblich segensvollen Modernisierungen, die Napoleons Herrschaft in Deutschland bewirkt habe. Als Beweis wird immer auf den\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Code Napoleon<\/span>, den angeblich in Rechtsnormen gegossenen Revolutionsfortschritt, verwiesen. Tats\u00e4chlich wurde dieses Gesetzbuch vollumf\u00e4nglich lediglich in den von Frankreich annektierten linksrheinischen Gebieten sowie in den beiden Gro\u00dfherzogt\u00fcmern Baden und Berg eingef\u00fchrt, die beide aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden mit Frankreich besonders eng verbunden waren. In den beiden Gro\u00dfherzogt\u00fcmern wurde die vorgeblich modernisierende Wirkung des\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Code<\/span>\u00a0aber dadurch beschnitten, dass dessen eigentumsrechtliche Bestimmungen einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten, die alten feudalrechtlichen Privilegien des Adels zu konservieren und in Eigentumstitel zu verwandeln, da diese hier im Unterschied zu den linksrheinischen Gebieten Deutschlands nicht beseitigt worden waren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein weiterer hartn\u00e4ckig sich behauptender Wahn besagt, der Rheinbund sei zumindest der Versuch einer Antwort auf die deutsche Frage gewesen, die sich mit der Zerst\u00f6rung des Alten Reichs gestellt habe. Der Rheinbund, so wird argumentiert, sei eine Pr\u00e4figuration eines\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">dritten Deutschland<\/span>\u00a0gewesen, das die Bedingung der M\u00f6glichkeit vorgestellt habe, dass sich die deutschen Klein- und Mittelstaaten in einer f\u00f6deralen Ordnung organisierten, die ihnen ihre Unabh\u00e4ngigkeit von den beiden deutschen Gro\u00dfm\u00e4chten Preu\u00dfen und \u00d6sterreich garantiert h\u00e4tte. Das jedoch war ein Traum, dessen Verwirklichung der real existierende Rheinbund vereitelte, denn dieser war nie als eine sich selbst organisierende und verwaltende f\u00f6derale Entit\u00e4t angelegt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Geltung und Wirksamkeit des Rheinbunds wurde allein durch die von Frankreich ausge\u00fcbte Kontrolle der einzelnen Mitglieder des Bundes definiert, die selbst nur eine auf die Gestaltung ihrer inneren Ordnung beschr\u00e4nkte Handlungsf\u00e4higkeit hatten, deren Souver\u00e4nit\u00e4t und Unabh\u00e4ngigkeit ansonsten nur pomp\u00f6se Kulisse war. Insofern liefert die h\u00e4ufig zitierte Paraphrase des Johannes-Evangeliums, die Thomas Nipperdey seiner Deutschen Geschichte im 19. Jahrhundert voranstellte, \u201eIm Anfang war Napoleon\u201c, allenfalls nur eine Pointe f\u00fcr die damalige Genese eines modernen Verwaltungsstaats zum Beispiel in Bayern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Tats\u00e4chlich muss man es bedauern, dass Napoleon nie die Absicht hatte, Deutschland zu revolutionieren. Was sein Tun bestimmte, war lediglich auf effiziente Kontrolle und Ausnutzung der Ressourcen abgestellt. Das bedingte, dass die Rheinbundstaaten zwangsweise gewisse Modernisierungsfortschritte erlebten, die zumeist nach 1815 aber wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wurden. Gleichwohl aber hatten diese Staaten einige wenige Errungenschaften wie auch den durch Napoleon fassonierten Geist der Revolution erlebt. Das war eine Erfahrung, die den beiden deutschen Gro\u00dfstaaten Preu\u00dfen und \u00d6sterreich v\u00f6llig abging. Bei diesen beschied sich Napoleon damit, sie lediglich zu unterwerfen, sie in ihrem territorialen Umfang zu beschneiden und sie durch exorbitante Kontributionen zu schw\u00e4chen, ihnen aber nicht einmal in dosierter Form revolution\u00e4re Neuerungen zuzumuten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das sollte sich als fatal erweisen, denn beide Staaten machten nun in gewisser Weise ihrerseits Revolution. Preu\u00dfen insbesondere, das Napoleon im Unterschied zu \u00d6sterreich, besonders gr\u00fcndlich zu ruinieren suchte und das sich aus schierer Existenznot zu Reformen aufraffte, die sich am Beispiel der Franz\u00f6sischen Revolution orientierten. Im B\u00fcndnis mit dem heillos reaktion\u00e4ren Russland, mit dessen Eroberung Napoleon eklatant gescheitert war, begehrten Preu\u00dfen und \u00d6sterreich gegen die Herrschaft Frankreichs auf und erreichten so mit den alten Armeen, deren F\u00fchrer sich manches an den erfolgreichen Kampagnen des Gegners abgeschaut hatten, die Befreiung Deutschlands. Der Sieg \u00fcber Napoleon war die Voraussetzung f\u00fcr die Neuordnung Europas. Dieser Erfolg hatte indes den Preis, dass die Deutschen ihre nationale Freiheit nur unter Verzicht auf die politische Freiheit erlangten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">V.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Was also kann uns Napoleon zweihundert Jahre nach seinem Tod noch bedeuten? Als Eroberer, als Feldherr war er zweifellos ein Genie, aber gleichzeitig war er v\u00f6llig unf\u00e4hig, stabile und legitime politische Systeme zu schaffen. Auch davon, dass er nennenswerte Fortschritte gebracht habe, kann in der Bilanz keine Rede sein. Nach seiner Herrschaft, nach seinen Kriegen standen Frankreich und Europa in materieller wie auch zivilisatorischer Hinsicht schlechter da als zuvor. Mit welcher anderen historischen T\u00e4terpers\u00f6nlichkeit, die ihres Wirkens wegen erinnert wird, lie\u00dfe er sich also vergleichen? Mit Hitler? Mit Stalin? Von beiden unterschied sich Napoleon dadurch, dass seine Herrschaft immer auf der Anerkennung der Gleichheit aller vor dem Gesetz basiert war und er auch die Menschenrechte respektierte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ja, gewiss, er hat, was ihm heute in Frankreich vor allem zum Vorwurf gemacht wird, die Sklaverei, die von der Revolution abgeschafft worden war, wieder eingef\u00fchrt. Er tat dies auf Druck der einflussreichen Pflanzer-Lobby auf den franz\u00f6sischen Karibikinseln, deren Reichtum sich den Zuckerrohrplantagen, dem Kaffee oder Kakaoanbau und der Arbeitskraft der Sklaven verdankte. Dem Kreis dieser Plantagenbesitzer entstammte \u00fcbrigens seine erste Frau, Josephine, die zumindest anf\u00e4nglich deshalb gro\u00dfen Einfluss auf ihn aus\u00fcbte, weil sie ihm das vermittelte, was ihm fehlte, er aber jetzt in seiner Position als f\u00fchrender franz\u00f6sischer Staatsmann dringend brauchte: die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">social graces<\/span>, den gesellschaftlichen Benimm, den Eklat des Auftretens.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das war das eine; ein anderes war, dass Zucker, Kaffee und Kakao Genussmittel waren, auf die breite Bev\u00f6lkerungsschichten nicht mehr verzichten mochten. F\u00fcr einen Politiker, dem die Zustimmung der meisten das Gesch\u00e4ft enorm erleichtert, auch wenn er kein Wahlamt bekleidet, hatte die Befriedigung dieser W\u00fcnsche gro\u00dfe Bedeutung. Das hatte damals wie heute Geltung: Deutschland nimmt aus wirtschaftlichen Interessen auf China heutzutage eine R\u00fccksicht, die nach moralischen R\u00fccksichten oder mit dem Respekt der Menschen- und Freiheitsrechte kaum vertretbar erscheint.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Keine Minderheit wurde von Napoleon, nur weil sie eine Minderheit war, verfolgt, auch keine Glaubensrichtung. In seinem Herrschaftsgebiet sorgte er etwa f\u00fcr die Emanzipation der Juden, die in der deutschen Staatenwelt B\u00fcrger zweiter Klasse waren. Heinrich Heine hat ihm das mit nimmerwelker Begeisterung gedankt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Sich selber hat Napoleon einmal mit Jesus Christus in Beziehung gesetzt. Gegen\u00fcber einem seiner Begleiter im Exil von Sankt Helena, dem General Bertrand, sagte er am 12. Juni 1816: \u201eDer Glaube garantiert uns die Existenz Jesu, f\u00fcr die uns die historischen Beweise aber fehlen. Der j\u00fcdische Geschichtsschreiber Josephus ist der Einzige, der ihn \u00fcberhaupt erw\u00e4hnt. (\u2026) Er sagt nur: Jesus Christus trat in Erscheinung und wurde gekreuzigt. (\u2026) Die Evangelisten berichten von keinem Geschehen, f\u00fcr das sich ein Nachweis beibringen l\u00e4sst. (\u2026) Die Evangelien enthalten nichts anderes als eine sch\u00f6ne Moral und wenig Fakten\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese \u00c4u\u00dferung hat ein anderer seiner Begleiter, Emmanuel de Las Cases, im\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">M\u00e9morial de Sainte-H\u00e9l\u00e8ne<\/span>\u00a0ausf\u00fchrlich beherzigt. Der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">M\u00e9morial<\/span>\u00a0bediente sich der Lebensgeschichte Napoleons als Stoff, den Las Cases nicht nur neu zuschnitt, sondern ihn auch durch seither gemachte Erfahrungen und gewandelte Erwartungen anreicherte. Damit gelang es ihm, das vermeintliche Protokoll von Gespr\u00e4chen mit dem Verbannten, also dessen Verm\u00e4chtnis, so zu stilisieren und redaktionell zu bearbeiten, dass es sich den bei Erscheinen des Werks 1823 in Frankreich und Europa g\u00e4ngigen Ansichten der \u00f6ffentlichen Meinung einspiegeln lie\u00df. Mit anderen Worten: Der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">M\u00e9morial<\/span>\u00a0ist keineswegs, wie gern geglaubt, eine Kompilation authentischer \u00c4u\u00dferungen Napoleons, sondern das Buch dokumentiert sogar von ihm angeblich ge\u00e4u\u00dferte Anschauungen, die seinem nachweisbaren Handeln oft v\u00f6llig widersprechen. Daf\u00fcr jedoch stehen diese vermeintlichen Aussagen Napoleons im Einklang mit dem damals im nachnapoleonischen Europa vorherrschenden liberalen Zeitgeist. Deshalb machten sie in der Zeit, als der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">M\u00e9morial<\/span>\u00a0erschien, solche Sensation und das Buch, das in die wichtigsten Sprachen \u00fcbersetzt wurde, zu einem internationalen Bestseller.<\/p>\n<p class=\"fliess\">The\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">M\u00e9morial de Sainte-Hel\u00e8ne<\/span>\u00a0von Las Cases hat durch seine breite Rezeption, die bis heute schier unver\u00e4ndert in Frankreich anh\u00e4lt, einen enormen Beitrag geleistet, Mythos und Legende Napoleons zu formen. Der franz\u00f6sische Kunsthistoriker Elie Faure ver\u00f6ffentlichte zu dessen 100. Todestag 1921 ein Buch \u00fcber Napoleon, das den\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">M\u00e9morial<\/span>\u00a0ganz im Sinne jener \u00c4u\u00dferung ausbuchstabierte, die Napoleon gegen\u00fcber Bertrand getan hatte. Faure portr\u00e4tierte Napoleon als einen K\u00fcnstler und Dichter des Handelns und formulierte die k\u00fchne Behauptung, dass man ihn am besten mit Christus vergleichen k\u00f6nne. Daf\u00fcr spr\u00e4chen zahlreiche \u00c4hnlichkeiten, die beide h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Christus litt und starb auf Golgotha wie Napoleon, der dieses Schicksal auf Sankt Helena erlebte. Die Apostel verbreiteten die Botschaft Christi, so wie dies au\u00dfer Las Cases auch drei weitere seiner Begleiter taten, die schon Heinrich Heine deshalb als \u201eEvangelisten\u201c bezeichnete. Ganz wie Christus war auch Napoleon ein Heiland, ein Retter. Christus war Gottes Sohn und Mensch, Napoleon, ein Mensch mit g\u00f6ttlichen Z\u00fcgen. Christus stand von den Toten auf, ganz so, wie es auch Napoleon beschieden war. Und so weiter. Lassen wir es damit genug sein. Faures Buch wurde damals sofort ins Deutsche \u00fcbersetzt. Die deutsche Ausgabe wurde \u00fcbrigens mit einer seltsamen Invocatio in Majuskeln geschm\u00fcckt, die ich Ihnen nicht vorenthalten will. Sie lautet:<\/p>\n<p class=\"fliess\">Was also kann uns Napoleon 200 Jahre nach seinem Tod noch bedeuten? Seine Geschichte wird wie die der Ilias immer wieder neu erz\u00e4hlt und immer neue Generationen in ihren Bann schlagen. Aber, was k\u00f6nnen wir von Napoleon lernen au\u00dfer einigen Banalit\u00e4ten und Binsenweisheiten wie die, dass Stolz und Arroganz unweigerlich zum Absturz f\u00fchren. Oder dass ein gewisses Ma\u00df an Demut im \u00f6ffentlichen wie privaten Leben immer angeraten ist. Oder dass milit\u00e4rische L\u00f6sungen internationaler Konflikte mehr und gr\u00f6\u00dfere Probleme verursachen als l\u00f6sen. Wahrscheinlich gr\u00fcndet die Faszination Napoleons darin, dass jede Generation in seinem Bild einen Spiegel sieht, der ihr die wahren Sehns\u00fcchte, die sie umtreiben, vor Augen stellt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Heutzutage k\u00f6nnte man als Ursache der Faszination seinen radikalen Individualismus vermuten, der ihn dazu anstiftete, zu siegen, zu erobern, sich absolute Macht zu erwerben, weil er schamlos wie kein anderer danach strebte, sich immerw\u00e4hrenden Ruhm zu erwerben. Das, so mein Fazit, ist ihm gelungen, weshalb wir noch heute, zweihundert Jahre nach seinem Ableben, uns seiner erinnern, ihn bewundern oder \u00fcber ihn streiten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von allen gro\u00dfen Menschen, deren Abbild in fr\u00fcheren Zeiten in Stein gemei\u00dfelt oder in Bronze gegossen auf Denkmalsockel gestellt oder deren Portr\u00e4ts K\u00fcnstler auf Leinw\u00e4nden zur Vorstellung brachten, hat Napoleon am wenigsten menschliche Z\u00fcge. 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