{"id":32218,"date":"2023-07-17T14:34:19","date_gmt":"2023-07-17T12:34:19","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=philosophie-als-offenbarung-2"},"modified":"2025-01-13T10:20:27","modified_gmt":"2025-01-13T09:20:27","slug":"philosophie-als-offenbarung-2","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/philosophie-als-offenbarung-2\/","title":{"rendered":"Philosophy as revelation"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-2\">D<\/span>er Titel unseres philosophisch-theologischen Gespr\u00e4chs \u2013 \u201ePhilosophie und Offenbarung\u201c \u2013 verweist auf eine alte Streitfrage: Wie soll die Vernunft mit Wahrheitsanspr\u00fcchen umgehen, die sich auf Offenbarung berufen? Wie soll sich somit die Disziplin der Philosophie, die allein der Vernunft verpflichtet ist, zur Religion verhalten, die sich auf Offenbarung beruft?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mein Gespr\u00e4chsbeitrag gibt \u2013 jedenfalls zun\u00e4chst \u2013 keine Antwort auf\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">diese<\/span>\u00a0Frage. Stattdessen will er eine unhinterfragte Voraussetzung problematisieren, die in dieser Frage steckt: n\u00e4mlich die Annahme, dass Philosophie als Vernunftdisziplin ein Unterfangen sei, in dem der Mensch\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">allein<\/span>\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">aus eigener Kraft<\/span>\u00a0zu Erkenntnissen gelangen kann; also ein Unterfangen, welches \u2013 in eben diesem Sinne \u2013 frei von so etwas wie \u201eOffenbarung\u201c ist. Diese Annahme ist, wie ich denke, falsch. Dass und warum sie das ist, will ich in den folgenden, an Hegels Denken geschulten\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberlegungen<\/span>\u00a0zeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Ausgangspunkt: Das Faktum philosophischen Dissenses<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Ausgangspunkt meiner \u00dcberlegungen ist ein Faktum, das sich kaum bestreiten l\u00e4sst: Die Philosophie und ihre Geschichte ist\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">voll<\/span>\u00a0von divergierenden, einander widersprechenden und inkompatiblen\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugungen<\/span>. Es wird, denke ich, zu wenig \u00fcber diesen Befund nachgedacht. Dabei ist ein Nachdenken \u00fcber diesen Befund aber selbst\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">philosophisches<\/span>\u00a0Nachdenken. Denn: Dieser Befund wird zum\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">philosophischen<\/span>\u00a0Problem, sobald man einsieht, dass es keine gew\u00f6hnliche \u2013 etwa psychologische \u2013 Erkl\u00e4rung f\u00fcr ihn gibt. Eine solche psychologische Erkl\u00e4rung w\u00e4re zum Beispiel, dass der philosophische Dissens in\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">intellektuellen Defiziten<\/span>\u00a0von einigen der beteiligten Philosophinnen und Philosophen gr\u00fcndet. Doch das scheint absurd. Kaum jemand wird ernsthaft behaupten wollen, dass beispielsweise Kant ein wenig zu dumm gewesen sei, um selbst Hegel zu werden, also zu Hegels Einsichten zu gelangen; oder dass Aristoteles das geistige Niveau Platons nicht erreicht und nur deshalb die Sinnlichkeit aufgewertet habe.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn man nun nicht diese \u2013 nebenbei bemerkt: h\u00f6chst\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00fcberhebliche<\/span>\u00a0\u2013 Einstellung zur Philosophie und Philosophiegeschichte einnimmt, so wird also erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">warum<\/span>\u00a0es in ihr derartig einander widersprechende\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugungen<\/span>\u00a0gibt. Eine sp\u00e4testens seit dem 19. Jahrhundert beliebte Erkl\u00e4rung lautet so: Die Philosophie sei je ein\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Kind ihrer Zeit<\/span>; so pr\u00e4gt sich beispielsweise die Selbstverst\u00e4ndlichkeit des Gottesglaubens in die Philosophie des Mittelalters ein, und die Selbstverst\u00e4ndlichkeit von Freiheit und Autonomie des Menschen in die Philosophie der Moderne. Nun ist gewiss nicht zu leugnen, dass es eine\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Verflechtung<\/span>\u00a0von Philosophie und Geschichte gibt. Doch dass es\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">eine<\/span>\u00a0Verflechtung von Philosophie und Geschichte gibt, bedeutet noch nicht, dass diese Verflechtung die folgende\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Form<\/span>\u00a0annehmen muss: Was philosophisch\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">als wahr<\/span>\u00a0behauptet wird,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">gilt nur aufgrund<\/span>\u00a0einer bestimmten historischen Konstellation und\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">in<\/span>\u00a0einer bestimmten historischen Konstellation. Diese Form der Verflechtungsbehauptung nenne ich die \u201e<span class=\"CharOverride-7\">Historisierung<\/span>\u00a0der Philosophie\u201c. Diese Form sollte die Philosophie so gut als m\u00f6glich von sich weisen; denn sie ist f\u00fcr die Philosophie zerst\u00f6rerisch, da sie die Philosophie mit den relativen Prozessen der Weltgeschichte gleichmacht. Damit verliert sie ihr genuines Ringen um\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Wahrheit<\/span>\u00a0\u2013 und auch ihre kritische Distanz zum Weltgeschehen. Doch diese Historisierung der Philosophie ist auch unplausibel; denn die Philosophie zeichnet sich offenkundig gerade dadurch aus, dass sie in ihrem Ringen um Wahrheit wesentlich auch das Gespr\u00e4ch mit Philosophinnen und Philosophen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ganz anderer historischer Epochen<\/span>\u00a0sucht. So w\u00fcrde \u2013 ganz mir Recht \u2013 niemand sagen, die sub specie veritatis gef\u00fchrte Auseinandersetzung mit dem Freiheitsbegriff Kants gehe ins Leere, weil Kant ein Kind des 18. Jahrhunderts und ein braver Untertan war.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mit der Formulierung \u201esub specie veritatis\u201c habe ich nun ein\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Dilemma<\/span>\u00a0angezeigt: Entweder, man nimmt die eben kritisierte Historisierung der Philosophie vor; dann aber muss man Philosophie als Ausdruck einer historischen Konstellation, nicht aber als\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ernsthaftes Ringen um Wahrheit<\/span>\u00a0verstehen. Oder man nimmt sie nicht vor, weil man sie als dieses ernsthafte Ringen um Wahrheit verstehen will \u2013 dann aber ist die aufgeworfene Frage weiter ungel\u00f6st: Wie ist es zu\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">erkl\u00e4ren<\/span>, dass es in der Philosophie einander widersprechende \u2013\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">fundamental<\/span>\u00a0widersprechende \u2013\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugungen<\/span>\u00a0gibt? Ich will nun eine Antwort auf diese Frage zu geben versuchen, indem ich Folgendes zeige: Zwei verschiedene philosophische\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugungen<\/span>\u00a0sind\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">notwendig<\/span>\u00a0so, dass eine Vertreterin der einen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">not<\/span>\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">durch ein Argument<\/span>\u00a0von der Wahrheit der anderen \u00fcberzeugt werden kann. Diese Erkenntnis wird uns zum Begriff der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Offenbarung<\/span><span lang=\"ar-SA\">\u00a0f\u00fchren und zeigen,\u00a0<\/span>dass philosophische Erkenntnis selbst\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">offenbarungsf\u00f6rmig<\/span>\u00a0ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Zur logischen Form philosophischer \u00dcberzeugungen<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Um diese Erkenntnis gewinnen zu k\u00f6nnen, muss zun\u00e4chst bestimmt werden, welche\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">logische Form<\/span>\u00a0eine philosophische\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugung<\/span>\u00a0hat: Eine philosophische\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugung<\/span>\u00a0ist immer auch eine\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugung<\/span>\u00a0\u00fcber die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">wahre (oder g\u00fcltige) Bedeutung von Begriffen<\/span>; sie besteht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">not<\/span> einfach in f\u00fcr wahr gehaltenen \u00dcberzeugungen, dass dieses oder jenes der Fall ist, wobei die Bedeutung von Begriffen unkritisch vorausgesetzt werden kann. Ich will dies durch ein Beispiel erl\u00e4utern: Wenn wir im Alltag beispielsweise die \u00dcberzeugung \u00e4u\u00dfern, dass der Gipfel Zugspitze am 1. Mai 2022 schneebedeckt sein wird, so kann diese \u00dcberzeugung wahr oder falsch sein. Doch ob sie wahr oder falsch ist, betrifft nicht die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Bedeutung<\/span>\u00a0der enthaltenen Begriffe oder W\u00f6rter. Das Wort \u201eZugspitze\u201c und der Begriff des \u201eschneebedeckt-Seins\u201c bedeuten ja gerade dasselbe, wenn der Satz wahr ist, wie dann, wenn er falsch ist. Andernfalls lie\u00dfe sich ja gar nicht sinnvoll \u00fcber die Frage\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">streiten<\/span>, ob der Gipfel der Zugspitze nun am 1. Mai 2022 schneebedeckt sein wird oder nicht. Denn dann w\u00e4re der Sinn des Satzes in beiden F\u00e4llen verschieden; es w\u00e4re gar nicht vom selben die Rede.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Anders verh\u00e4lt es sich nun bei\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">philosophischen<\/span>\u00a0\u00dcberzeugungen: Wenn ich vertrete, der Mensch ist ein geistiges Wesen von unbedingter W\u00fcrde, so gebe ich damit eine\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Wesensbestimmung<\/span>\u00a0des Menschen. Wenn mir jemand entgegnet, der Mensch sei ein Naturobjekt ohne jede W\u00fcrde, so sagt er nicht blo\u00df\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">etwas anderes \u00fcber<\/span>\u00a0den Menschen als ich; sondern er spricht auch\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">von einem anderen\u00a0<\/span>Menschen als ich. Genauer: Er behauptet, dass ein von uns beiden zwar identifizierbares \u201eetwas\u201c \u2013 auf das wir exemplarisch mit dem Finger zeigen k\u00f6nnen \u2013 ein\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">anderes Wesen<\/span>\u00a0sei als ich meine. Dieses Beispiel ist nun alles andere als aus der Luft gegriffen: Es ist die kondensierte Form des inner- wie au\u00dferphilosophischen Streits zwischen einem geistigen und einem naturalistischen Verst\u00e4ndnis des Menschen. Wir alle wissen, dass dieser Streit andauert \u2013 und ein gutes Beispiel f\u00fcr die einander fundamental widersprechenden philosophischen\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugungen<\/span>\u00a0ist, von denen eingangs die Rede war.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wir erwarten nun in der Philosophie (und von der Philosophie) ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass Vertreter:innen beider\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugungen<\/span>\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Argumente<\/span><span lang=\"ar-SA\">\u00a0f\u00fcr ihre\u00a0<\/span>jeweilige\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugung<\/span>\u00a0geben<span lang=\"ar-SA\">\u00a0k\u00f6nnen und geben<\/span>. Doch aus dem Gesagten sehen wir nun klar das Problem: Wenn der Streit \u00fcber die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Bedeutung<\/span>\u00a0von Begriffen geht \u2013 hier die Bedeutung des Begriffs des Menschen \u2013, so ist er\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">nicht mit Argumenten<\/span>\u00a0zu entscheiden. Denn Argumente m\u00fcssten als ihre Pr\u00e4missen S\u00e4tze enthalten, die ihrerseits wieder Begriffe enthalten, \u00fcber deren Bedeutung\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ebensowenig Einigkeit<\/span>\u00a0besteht wie \u00fcber die Bedeutung des in Frage stehenden Begriffs. Ich will dies am gegebenen Beispiel illustrieren: So kann die Vertreterin des geistigen Verst\u00e4ndnisses des Menschen beispielsweise argumentieren, im naturalistischen Verst\u00e4ndnis sei nicht erkl\u00e4rbar, warum der Mensch eine Form des Genusses kennt, die selbstzwecklich und ohne Nutzen ist und sich in der Erfahrung kategorial von blo\u00df sinnlicher Lust unterscheidet: n\u00e4mlich den \u00e4sthetischen Genuss. Doch dies wird die Vertreterin der naturalistischen Auffassung nicht \u00fcberzeugen: Sie mag entgegnen, dass der \u00e4sthetische Genuss eben\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">not<\/span>\u00a0selbstzwecklich und ohne Nutzen sei, sondern zum Zwecke der biologischen Erholung und damit Gesundheit verfolgt werde, und dass \u00e4sthetischer Genuss nichts kategorial anderes als der Genuss von Schokolade oder sexueller Lust sei, nur eben anders und vielleicht bisweilen graduell intensiver.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das also zeigt: Die einander widersprechenden\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcber\u00adzeugungen<\/span> \u00fcber die Begriffsbedeutungen pflanzen sich in die Pr\u00e4missen etwaiger Argumente f\u00fcr solche\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcber\u00adzeugungen<\/span>\u00a0fort. Das ist \u2013 genauer besehen \u2013 nicht \u00fcberraschend. Denn wenn eine Pr\u00e4misse eine\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugung<\/span>\u00a0st\u00fctzen kann, dann muss in ihr ja schon\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">derselbe Geist<\/span>\u00a0wehen wie in dem, was sie st\u00fctzen soll. Deshalb aber gilt: Argumente verm\u00f6gen es\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">prinzipiell<\/span>\u00a0nicht, ein Gegen\u00fcber von einer widerstreitenden philosophischen\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugung<\/span>\u00a0zu \u00fcberzeugen. Das bedeutet freilich nicht, dass Argumente in der Philosophie nicht wichtig w\u00e4ren. Sie sind sogar unverzichtbar, denn sie verm\u00f6gen etwas f\u00fcr die Philosophie Wesentliches: Durch sie k\u00f6nnen wir den Nachweis erbringen, dass eine philosophische Auffassung\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">koh\u00e4rent<\/span> ist; \u00add. h. dass sie logisch widerspruchsfrei und begrifflich artikuliert \u2013 und damit erst aussagekr\u00e4ftig ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Philosophische Wahrheit? Philosophie als Offenbarung<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Was aber folgt nun aus der Erkenntnis, dass Argumente es prinzipiell \u2013 also aus logischen, nicht aus\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">psycho<\/span>-logischen Gr\u00fcnden \u2013 nicht verm\u00f6gen, ein Gegen\u00fcber von einer widerstreitenden philosophischen\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugung<\/span>\u00a0zu \u00fcberzeugen? Nun, es gibt\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">zwei m\u00f6gliche Folgerungen<\/span>, die \u00e4u\u00dferst ern\u00fcchternd und \u2013 wie ich glaube \u2013 letztlich sogar menschen-unw\u00fcrdig sind: (i) Die eine besagt, dass es so etwas wie philosophische Erkenntnis eben\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">gar nicht<\/span>\u00a0gibt. In Wahrheit ist Philosophie nicht mehr als das\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Nebeneinanderherbestehen von unverbindlichen Meinungen<\/span>, die sich in voneinander isolierten Blasen artikulieren und ausbilden. Philosophischer Streit ist \u2013 wenn er an Wahrheit und Verbindlichkeit geeicht sein soll \u2013 schlicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Unsinn<\/span>; wo er Sinn hat, da einen ganz anderen: Er ist in Wahrheit etwa ein Streit um\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Power<\/span>, um Meinungsvormacht und Einfluss. Diese Option hatte ich eingangs, mit einem emphatischen Festhalten am \u201esub specie veritatis\u201c, schon zur\u00fcckgewiesen. Ich kann hier zwar nicht beanspruchen,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">bewiesen<\/span>\u00a0zu haben, dass sie falsch ist. Sehr wohl aber kann ich beanspruchen, zu beweisen, dass diese Option dann falsch ist,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">wenn<\/span>\u00a0sie behauptet, sie sei die einzig m\u00f6gliche und schon daher zwingende Folgerung aus unserer Erkenntnis, dass Argumente es prinzipiell nicht verm\u00f6gen, ein Gegen\u00fcber von einer widerstreitenden philosophischen\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugung<\/span>\u00a0zu \u00fcberzeugen. (ii) Die andere, aus meiner Sicht ebenfalls f\u00fcrchterliche Folgerung daraus<span lang=\"ar-SA\">\u00a0w\u00e4re diese:\u00a0<\/span>Es\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">gibt<\/span>\u00a0zwar philosophische Wahrheit; aber die ist f\u00fcr diejenigen, die nicht schon immer in ihr stehen \u2013 also gleichsam gl\u00fccklicherweise in der richtigen Blase geboren wurden \u2013,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ein f\u00fcr allemal<\/span>\u00a0verloren. Dadurch, dass wir solche Verlorenen nicht durch Argumente zur Erkenntnis der Wahrheit f\u00fchren k\u00f6nnen, bleiben sie notwendig die Verlorenen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dem widerspricht nun eine andere Folgerung, welche ich vertrete: Es ist ja denkbar, dass in einer der widerstreitenden \u00dcberzeugungen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">tats\u00e4chlich<\/span>\u00a0die Wahrheit liegt; und zwar eine Wahrheit, die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">selbst die Kraft hat<\/span>, sich gegen andere\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugungen<\/span>\u00a0geltend zu machen. Dann w\u00e4re zu sagen: Wir k\u00f6nnen uns zwar nicht aus\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">eigener<\/span>\u00a0Kraft \u2013 mittels verf\u00fcgbarer Argumente \u2013 von der Wahrheit \u00fcberzeugen, aber die Wahrheit kann es aus\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ihrer<\/span>\u00a0Kraft;\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">sie<\/span>\u00a0can\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">uns<\/span>\u00a0from\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">sich<\/span>\u00a0\u00fcberzeugen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das klingt zun\u00e4chst wie ein\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Mythos<\/span>. Wie soll die Wahrheit etwas\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">tun<\/span><span lang=\"ar-SA\">\u00a0k\u00f6nnen, wie soll sie\u00a0<\/span>uns von sich \u00fcberzeugen k\u00f6nnen? Dieser Anschein verschwindet, wie ich denke, schnell, wenn wir an das vorhin gegebene Beispiel ankn\u00fcpfen: Wenn wir davon \u00fcberzeugt sind, dass \u00e4sthetischer Genuss von kategorial anderer Art ist als der Genuss von Schokolade \u2013 n\u00e4mlich geistiger Art \u2013, dann ruht diese \u00dcberzeugung auf\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Erfahrung<\/span>\u00a0auf (\u2013 die uns in einem tiefen Sinne des Wortes \u201e<span class=\"CharOverride-7\">bildet<\/span>\u201c). Wir haben den \u00e4sthetischen Genuss kategorial anders\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">erfahren<\/span>\u00a0als den Genuss von Schokolade. Nun ist es denkbar, dass eine Vertreterin der gegens\u00e4tzlichen \u00dcberzeugung diese Erfahrung ebenfalls macht. Sie mag eines Tages die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Missa Solemnis<\/span>\u00a0Beethovens in einer Weise h\u00f6ren, die sie davon \u00fcberzeugt, dass \u00e4sthetische Erfahrung\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">geistig<\/span>\u00a0ist \u2013 und die sie daher zwingt, ihr naturalistisches Menschenbild im Ganzen koh\u00e4renterweise zu verwerfen. Dann aber hat sie erfahren, dass letztlich nicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">sie<\/span>, sondern\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">der Geist<\/span>\u00a0in ihrer Kunsterfahrung am Werk war. Dieses Beispiel erinnert uns an etwas, das uns durchaus vertraut ist: \u00c4sthetische Erfahrungen sind\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">unverf\u00fcgbar<\/span>. Wir k\u00f6nnen sie nicht erzwingen. Das gilt dann aber auch f\u00fcr die Art,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">like<\/span>\u00a0wir sie erfahren \u2013 und daf\u00fcr,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">als was<\/span>\u00a0wir sie erfahren. Wenn ich nicht erzwingen kann, dass jemand Beethovens Musik \u00fcberhaupt als sch\u00f6n und tief h\u00f6rt, so kann ich auch nicht erzwingen, dass sie oder er sich darin\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">als geistig<\/span>\u00a0erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">F\u00fcr Philosophie gilt nun dasselbe \u2013 was der Grund ist, warum Hegel sie zusammen mit Kunst und Religion als Gestalt des \u201eabsoluten Geistes\u201c auffasst: Auch das Gelingen von Philosophie ist unverf\u00fcgbar. Ich kann zwar aus eigener Kraft Denk<span class=\"CharOverride-7\">anstrengungen<\/span>\u00a0unternehmen; aber ich kann nicht aus eigener Kraft erzwingen, dass ich\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">klar<\/span>\u00a0and\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">gut<\/span>\u00a0denke; dass mir im Denken\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">etwas aufgeht<\/span>. Genau darum aber geht es in der Philosophie letztlich, gleich wie in der Kunst: Dass mir etwas aufgeht; dass mir etwas\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">t\u00e4tig<\/span>\u00a0gegen\u00fcbertritt, entgegentritt. Mit Recht sagen wir daher \u00fcber philosophische Werke, die uns fremd bleiben: \u201eDas bleibt mir verschlossen,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">das leuchtet mir nicht ein<\/span>!\u201c Oder: \u201eDas sagt mir nichts!\u201c, \u201eDas spricht mich nicht an!\u201c. Wir k\u00f6nnen dieses \u201eAnsprechen\u201c, \u201eAufgehen\u201c oder \u201eEinleuchten\u201c nun \u2013 sinnvollerweise \u2013 auch \u201e<span class=\"CharOverride-7\">Offenbaren<\/span>\u201c nennen. Philosophie ist dann wesentlich Offenbarung: Denn die Wahrheit muss sich mir offenbaren, sie muss sich selbst geltend machen, wenn\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ich<\/span>\u00a0mich von ihr nicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">aus eigener Kraft<\/span>\u00a0\u2013 d. h. mittels verf\u00fcgbarer Argumente \u2013 \u00fcberzeugen kann.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das hei\u00dft nun gerade\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">not<\/span>, dass die Wahrheit der- oder demjenigen verschlossen bleiben muss, die bzw. der (noch) anderer \u00dcberzeugung ist. Es bedeutet nur, dass es\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">uns<\/span>\u00a0verschlossen ist,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ihr\u00a0<\/span>or<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0ihm<\/span>\u00a0die Wahrheit\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">aufzwingen<\/span>\u00a0zu k\u00f6nnen; also\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">erzwingen<\/span>\u00a0zu k\u00f6nnen, dass sie oder er von der Wahrheit \u00fcberzeugt wird. Auch bedeutet es, dass wir nicht wissen, wann \u2013 ja nicht einmal:\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ob<\/span>\u00a0jemals \u2013 die Wahrheit sich ihr oder ihm erschlie\u00dfen wird. Aber wir wissen: Es ist jederzeit\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">m\u00f6glich<\/span>. Und wir wissen, falls wir selbst von der Wahrheit \u00fcberzeugt sind, dass es bei uns geschehen sein muss. Das kann Grund zur\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Hoffnung<\/span>\u00a0sein darauf, dass es auch anderen zuteil werden wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Daran wird nun noch etwas deutlich: Der Begriff von Offenbarung mag zun\u00e4chst den Anschein einer\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">autorit\u00e4ren<\/span>,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">unaufkl\u00e4rerischen<\/span>\u00a0Rede haben. Doch mir scheint, dass das Gegenteil der Fall ist. Menschenunw\u00fcrdig und gegen die Vernunft sind diejenigen Reden, die ich oben bereits diskutiert habe: Die uns entweder die philosophische Wahrheit\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00fcberhaupt<\/span>\u00a0absprechen wollen, oder die schlie\u00dfen m\u00fcssen, dass es zwar philosophische Wahrheit gibt, aber\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ein f\u00fcr allemal<\/span>\u00a0nicht f\u00fcr diejenigen, die jetzt au\u00dferhalb ihrer stehen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ich denke, man kann und sollte sogar noch einen weiteren kritischen Schritt gehen. Dieser scheint mir in unserer Gegenwart sogar von besonderer Bedeutung zu sein: Die sich als aufkl\u00e4rerisch und \u201enachmetaphysisch\u201c bezeichnende Rede vom \u201ezwanglosen Zwang\u201c des Arguments ist von der Warte der hier skizzierten Auffassung\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">gef\u00e4hrlich<\/span>. Denn entweder redet sie nur von einem Diskurs, der tats\u00e4chlich\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">vollst\u00e4ndig<\/span>\u00a0durch Argumente zu f\u00fchren ist \u2013 und damit aber nicht mehr von einem philosophischen. Oder sie redet\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">also<\/span>\u00a0vom philosophischen Diskurs, dann aber ist sie aus meiner Sicht nicht nur schlicht falsch, sondern sogar Ausdruck einer\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Selbst\u00fcberh\u00f6hung<\/span>\u00a0des Menschen: Denn sie zeichnet ein Bild des philosophischen Streits, demgem\u00e4\u00df dort, wo die Wahrheit uns in Wahrheit unverf\u00fcgbar ist, schlicht eine Verf\u00fcgbarkeit behauptet wird.\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Damit \u00fcberh\u00f6ht sich der Mensch \u00fcber die Wahrheit<\/span>\u00a0\u2013 und denkt sich so, dass er sich anderer Menschen durch Argumente\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">bem\u00e4chtigen<\/span>\u00a0kann. Sieht man so auf die Sache, ist nicht meine Rede von der Offenbarung die einer autorit\u00e4ren Bem\u00e4chtigung, sondern vielmehr die scheinbar unschuldige Rede vom \u201ezwanglosen Zwang\u201c des Arguments, sofern sie nicht pr\u00e4zisiert oder eingeschr\u00e4nkt wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein Fehlschluss w\u00e4re es \u00fcbrigens auch zu denken, dass aus meinem Begriff von Philosophie als Offenbarung folgt, dass wir als Menschen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">eigentlich nichts mehr zu tun h\u00e4tten<\/span>, sondern blo\u00df abzuwarten<span lang=\"ar-SA\">\u00a0h\u00e4tten<\/span>, bis die Wahrheit von selbst alles tut. Das ist absurd. Ich hatte ja schon gesagt, dass ich erst einmal\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">denken<\/span>\u00a0muss, damit mir\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">im<\/span>\u00a0Denken etwas aufgehen kann. Das ist genauso trivial \u2013 und zugleich genauso schwierig \u2013 wie dass ich erst einmal die Ohren aufsperren und aufmerksam hinh\u00f6ren muss, damit ich beim H\u00f6ren von Beethoven\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">m\u00f6glicherweise<\/span>\u00a0eine \u00e4sthetische Erfahrung machen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">can<\/span>. Wenn ich aufmerksam hinh\u00f6re, kann ich dadurch nicht erzwingen, eine zu machen; aber ich kann es\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ausschlie\u00dfen<\/span>, eine zu machen, wenn ich\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">gar nicht erst hinh\u00f6re<\/span>. Und genauso wenig, wie die Unverf\u00fcgbarkeit der \u00e4sthetischen Erfahrung beim H\u00f6ren von Beethoven unsere Orchester dazu verleitet, Beethoven nicht mehr aufzuf\u00fchren \u2013 genauso wenig sollten wir das philosophische Streiten unterlassen, weil die philosophische Wahrheit unverf\u00fcgbar ist. Wie jedes Konzert, so kann auch jede philosophische \u00c4u\u00dferung ein Ort der Offenbarung werden.\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Dass<\/span>\u00a0sie es ist \u2013 davon kann ich nur \u00fcberzeugt werden, wenn ich es erfahre; aber erfahren kann ich es nur, wenn ich mich erst einmal auf den Vollzug des Denkens einlasse, mich zu ihm ent-schlie\u00dfe; das hei\u00dft: wenn ich nicht nur \u00fcber das Denken rede, sondern selbst denke. Das \u2013 so scheint mir \u2013 tun wir alle viel zu selten. Das relativiert im \u00dcbrigen auch einen Text wie diesen: Er soll eine Einladung zum eigenen Denken sein \u2013 nicht eine Belehrung, deren Annahme einem das je eigene Denken ersparen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Philosophie als Offenbarung ist Philosophie des Geistes<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Ich komme nun zum letzten Gedankenschritt. Es k\u00f6nnte scheinen, als h\u00e4tten wir durch den skizzierten Begriff von Philosophie als Offenbarung eine\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Pattsituation<\/span>\u00a0zwischen den einander widersprechenden philosophischen\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugungen<\/span>\u00a0hergestellt: Jede dieser\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugungen<\/span>\u00a0kann, so scheint es, zun\u00e4chst mit gleichem Recht sagen, dass\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">sie<\/span>\u00a0die Wahrheit artikuliert, die sich den anderen erst noch zu erschlie\u00dfen hat.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Doch dieser Schein tr\u00fcgt \u2013 aus folgendem Grund: Es kann sich nur diejenige Wahrheit offenbaren, deren\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Inhalt<\/span>\u00a0Raum f\u00fcr den Begriff der Offenbarung hat. Genauer: Nur eine solche Wahrheit, mit der der Gedanke ihrer Offenbarung in Einklang gebracht, also\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">koh\u00e4rent zusammengedacht<\/span>\u00a0werden kann; eine Wahrheit, als deren Teil man unser\u00a0<span lang=\"ar-SA\">\u00dcberzeugt<\/span>werden von dieser Wahrheit denken kann. Wieder an unserem Beispiel illustriert: Ein Naturalismus, der sich darauf verpflichtet, dass es so etwas wie einen geistigen Akt der Offenbarung gar nicht geben\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">can<\/span>, kann eo ipso keine sich-offenbarende Wahrheit sein. Denn w\u00e4re er ein solcher, d\u00fcrfte es ihn, seinem Inhalt gem\u00e4\u00df, \u00fcberhaupt nicht geben. W\u00e4re der Naturalismus wahr, k\u00f6nnte er \u2013 wenn meine Argumentation soweit richtig ist \u2013 niemanden von sich \u00fcberzeugen, der nicht schon von ihm \u00fcberzeugt ist. Will er daraus nicht den Schluss ziehen, dass es sich deshalb gar nicht um eine wahrheits<span class=\"CharOverride-7\">f\u00e4hige\u00a0<\/span>Position handelt, m\u00fcsste er Philosophen wie mich als\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ewig Verlorene<\/span>\u00a0charakterisieren \u2013 wohl als Opfer der Natur.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Daraus folgt nun also: Eine Philosophie, die am Begriff der Wahrheit festhalten will und sich deshalb als Offenbarung versteht, ist dadurch nicht nur\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">formal<\/span>\u00a0bestimmt. Sondern: Sie ist\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">inhaltlich<\/span>\u00a0soweit bestimmt, dass der Gedanke der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Offenbarung<\/span>\u00a0wesentlich zu ihrem Inhalt geh\u00f6ren muss. Deshalb ist \u2013 wie bei Hegel auch der Fall \u2013 Philosophie als Offenbarung notwendig Philosophie\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">des Geistes<\/span>. Denn: Offenbarung ist, was auch immer sie im Detail ist oder impliziert, jedenfalls ein\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">geistiger<\/span>\u00a0Akt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Offenbarung geh\u00f6rt somit selbst\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">wesentlich<\/span>\u00a0zur philosophischen Wahrheit. Dem entspricht, dass sie genauso wenig blo\u00df \u00e4u\u00dferliche H\u00fclle oder Kanal der philosophischen Wahrheit ist, wie der geistig erhebende Klang Beethovens blo\u00df \u00e4u\u00dferliche H\u00fclle oder Kanal seiner Musik ist. Diese Einsicht er\u00f6ffnet nun eine bedeutende Perspektive, die ich noch kurz andeuten will.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn Offenbarung ein geistiger Akt ist, der wesentlich zur philosophischen Wahrheit geh\u00f6rt, so bedeutet dies, dass diese sich-offenbarende Wahrheit selbst \u201eGott\u201c ist \u2013 wenn man unter \u201eGott\u201c etwas Wirkliches versteht, das uns Menschen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">unbedingt vorausgesetzt<\/span>\u00a0ist und uns Menschen zeigt,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">wer oder was\u00a0<\/span>es<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0selbst in Wahrheit ist, und wer oder was\u00a0<\/span>wir<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0selbst in Wahrheit sind<\/span>. Genau dies gilt von der philosophischen Wahrheit, welche wesentlich ihre eigene Offenbarung ist: Diese Wahrheit, die als solche unbedingt gilt und die Wahrheit \u00fcber uns Menschen enth\u00e4lt, ist uns Menschen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">unverf\u00fcgbar<\/span>; der Mensch kann sich von ihr nicht \u00fcberzeugen, sondern nur sie selbst kann ihn von sich \u00fcberzeugen. Sie ist aber etwas Wirkliches deshalb, weil sie sich, wenn sie den Menschen von sich \u00fcberzeugt, eben\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">in seine Denkakte einmischt<\/span>, und daher\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ebenso wirklich sein muss wie diese<\/span>. Der Gedanke einer sich offenbarenden philosophischen Wahrheit ist also der Gedanke\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Gottes<\/span>.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Doch hier ergibt sich eine Komplikation: Wenn Offenbarung wesentlich zur philosophischen Wahrheit geh\u00f6rt, so k\u00f6nnte es nun scheinen, dass diese philosophische Wahrheit eben doch\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">abh\u00e4ngig<\/span>\u00a0von geschichtlich sich wandelnden individuellen Menschen oder Kollektiven ist. Denn: Offenbarung ist ja nur Offenbarung, wenn es auch einen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Addressees<\/span>\u00a0der Offenbarung gibt. Wenn ein solcher Adressat, der Mensch, der Offenbarung wesentlich w\u00e4re, so k<span lang=\"ar-SA\">\u00f6nnte<\/span>\u00a0die philosophische Wahrheit, f\u00fcr die wiederum diese Offenbarungsf\u00f6rmigkeit wesentlich ist, eben nichts an und f\u00fcr sich schon Geltendes, dem Menschen Vorausgesetztes sein. Von ihr g\u00e4lte dann: Sie\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ist\u00a0<\/span>nicht, sondern sie\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">wird<\/span>\u00a0erst \u2013 durch den Menschen und seine Geschichte. Dieser Verdacht ist eine Variante der historisierenden Hegel-Rezeption: Was als eine Offenbarungsgeschichte Gottes und seiner Wahrheit\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">erscheint<\/span>, ist in Wahrheit ein laufender Selbstverst\u00e4ndigungsprozess der Menschheit, in der alle Wahrheit relativ wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Doch dieser Verdacht ist nicht zwingend. Aus dem \u2013 in der Tat zwingenden \u2013 Gedanken, dass die Offenbarung\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">eines<\/span>\u00a0Adressaten bedarf, kann man auch etwas anderes folgern: Dass es einen\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ewigen<\/span>\u00a0Adressaten geben muss. Dieser ewige Adressat w\u00e4re ein\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ewiges Gegen\u00fcber Gottes<\/span>, das als Gegen\u00fcber von ihm zu unterscheiden ist und doch intern zu seinem eigenen Wesen hinzugeh\u00f6rt, also ein\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ihm innerlicher<\/span>\u00a0Adressat der Offenbarung ist. Das aber w\u00e4re der Gedanke des \u201eewigen Sohnes\u201c, der \u201ezweiten Person\u201c der Trinit\u00e4t. Erst mit ihm kann Gott die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">eine<\/span>\u00a0sich-offenbarende\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Wahrheit<\/span>\u00a0sein, die als Ganze, in ihrer f\u00fcr uns qua Offenbarung zug\u00e4nglichen Einheit,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Geist<\/span>\u00a0ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dies bed\u00fcrfte freilich einer n\u00e4heren Ausbuchstabierung in einer\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">philosophischen Theologie<\/span>, die ich hier nicht mehr darstellen kann. Es sollte aber deutlich geworden sein, warum das zun\u00e4chst\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">religi\u00f6se<\/span>\u00a0Wort der \u201eOffenbarung\u201c<span lang=\"ar-SA\">\u00a0f\u00fcr die philosophische Wahrheit passend gew\u00e4hlt ist. Denn\u00a0<\/span>diese impliziert, konsequent zu Ende gedacht, sogar die philosophische \u00dcberzeugung von der Wirklichkeit\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Gottes<\/span>\u00a0\u2013 ja sogar eines\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">trinitarischen<\/span>\u00a0Gottes. So hat uns der Gedankengang also doch auf die eingangs gestellte Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von Philosophie und Religion zur\u00fcckgef\u00fchrt.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Ausblick: Ein neues Gespr\u00e4ch zwischen Philosophie und Theologie<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Auf dieser Basis aber ist ein\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">neues Gespr\u00e4ch<\/span>\u00a0mit der Religion und ihrer Theologie<span lang=\"ar-SA\">\u00a0m\u00f6glich, sinnvoll und geboten<\/span>\u00a0(\u2013 wie wir es mit unserem hiesigen Gespr\u00e4ch passend beginnen: als Gespr\u00e4ch zwischen einer katholischen Theologin und einem Philosophen). Meine philosophische Auffassung widerspricht dem naturalistischen Mainstream unserer Zeit wie ihrer Philosophie in sehr grundlegender Weise \u2013 allerdings auch der Religion und Theologie, sofern diese den eingangs genannten, grundfalschen Gegensatz zwischen Philosophie und Vernunft auf der einen, und Religion und Offenbarung auf der anderen Seite beschw\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In einem solchen Gespr\u00e4ch sollte aber eines nicht vergessen werden. Ich habe \u201e<span class=\"CharOverride-7\">only<\/span>\u201c eine Hypothese gezeigt:\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Wenn<\/span>\u00a0es eine philosophische Wahrheit gibt und diese prinzipiell aller Menschen eingesehene \u00dcberzeugung werden kann,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">dann\u00a0<\/span>muss Philosophie Offenbarung sein.\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Dass<\/span>\u00a0es aber philosophische Wahrheit gibt und\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">dass<\/span>\u00a0sie aller Menschen \u00dcberzeugung werden kann \u2013 das ist, eben wenn und weil Philosophie Wahrheit ist, nicht von\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">mir<\/span>\u00a0zu zeigen, sondern muss \u2013 wenn es wahr ist \u2013\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">selbst offenbar<\/span>\u00a0werden. In nicht-hypothetischer Weise vern\u00fcnftig affirmieren kann die Offenbarung also nur die- oder derjenige, die bzw. der auch von sich behauptet, dass sie ihr bzw. ihm zuteil geworden ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das klingt selbstbewusst \u2013 und ist es auch. Aber es ist nicht bem\u00e4chtigend: Denn gerade dann, wenn dies wahr ist, versteht sich die philosophische Rede davon konsequenterweise\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">not<\/span>\u00a0missionarisch, sondern hoffend, ausstrahlend und erwartend. Philosophieren ist meinem Verst\u00e4ndnis nach ein\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Beziehungsgeschehen zu Gott<\/span>, dessen Erf\u00fcllung im gelingenden Vollzug des Philosophierens selbst liegt und nicht blo\u00df in dessen \u201eresultierenden\u201c Erkenntnissen; und einem Beziehungsgeschehen ist es wesentlich, offen sein zu k\u00f6nnen \u2013 in jedem Fall aber hoffnungs-voll, aus-strahlend und er-wartend.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Philosophische Rede des\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Menschen<\/span>\u00a0muss also wissen und deutlich machen, dass sie nicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">die Philosophie selbst<\/span>\u00a0ist, sondern die Philosophie nur\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">bezeugt<\/span>. Philosophie kann nur f\u00fcr sich selbst sprechen. Und ihr letztes Wort\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ist<\/span>\u00a0noch nicht gesprochen: Aber ich bin \u00fcberzeugt, dass es jederzeit zu jeder und jedem von uns gesprochen werden\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">can<\/span>, so wir nur ernsthaft \u00fcber uns selbst nachzudenken bereit sind.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Titel unseres philosophisch-theologischen Gespr\u00e4chs \u2013 \u201ePhilosophie und Offenbarung\u201c \u2013 verweist auf eine alte Streitfrage: Wie soll die Vernunft mit Wahrheitsanspr\u00fcchen umgehen, die sich auf Offenbarung berufen? Wie soll sich somit die Disziplin der Philosophie, die allein der Vernunft verpflichtet ist, zur Religion verhalten, die sich auf Offenbarung beruft? 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