{"id":32224,"date":"2023-07-17T14:34:24","date_gmt":"2023-07-17T12:34:24","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=kardinal-faulhaber-und-die-juden"},"modified":"2025-01-09T16:30:32","modified_gmt":"2025-01-09T15:30:32","slug":"kardinal-michael-von-faulhaber-und-die-juden","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/kardinal-michael-von-faulhaber-und-die-juden\/","title":{"rendered":"Kardinal Michael von Faulhaber und die Juden"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-3\">H<\/span>eute Nacht die Synagoge in der Herzog-Rudolf-Stra\u00dfe niedergebrannt und die Fenster in den Auslagen der Judengesch\u00e4fte eingeschlagen.\u201c Sehr viel mehr findet man in Kardinal Faulhabers Tageb\u00fcchern nicht zur sogenannten Reichskristallnacht vom 9.\/10. November 1938. Sehr viel mehr findet man allerdings dar\u00fcber, dass der Kardinal die Katholiken und nicht zuletzt sich selbst bedroht f\u00fchlte. Mancher radikale Aufruf hatte sich in M\u00fcnchen n\u00e4mlich \u201egegen das Weltjudentum und seine schwarzen und roten Bundesgenossen\u201c gerichtet. Damit schien die Gefahr f\u00fcr die Katholiken mindestens genauso gro\u00df wie f\u00fcr die Juden. Faulhaber betete unter anderem: \u201eCustodi Domine a bestiis animas confitentes tibi\u201c (also etwa: \u201eBesch\u00fctze, Herr, die Seelen, die Dich bekennen, vor den Raubtieren\u201c), und notierte Anfang Dezember 1938: \u201eWir stehen am Anfang, nicht am Ende. Es wird wie heute gegen Juden, so gegen Katholiken gehen\u201c. Dies ist eine immer wieder, auch nach dem Krieg gezogene Parallelit\u00e4t zwischen j\u00fcdischem und katholischem Martyrium. Aus heutiger Sicht wirkt diese Parallelit\u00e4t des \u201eWir haben gemeinsam gelitten\u201c nicht nur nicht \u00fcberzeugend, sondern angesichts des Holocaust eher zynisch.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Kardinal Michael von Faulhaber ist eine der gro\u00dfen Gestalten des Katholizismus, zu denen es geh\u00f6rt, dass sich ihr Denken und Handeln nicht auf einen Nenner bringen lassen. Im Gegenteil: Beides weist in vieler Hinsicht Widerspr\u00fcche auf und bleibt einer tiefen Ambivalenz verhaftet. Das gilt in politischer Hinsicht, aber auch und gerade im Hinblick auf Faulhabers Haltung zu den Juden. Die Thematik ist schon viel verhandelt worden, und sie bildet gewisserma\u00dfen den Lackmustest f\u00fcr die umfassendere Frage, wie Faulhaber zum Nationalsozialismus und der NS-Diktatur stand.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zun\u00e4chst ist festzuhalten, dass der Kardinal vor 1933 und nach 1945 als dezidierter Judenfreund galt. In doppelter Hinsicht l\u00e4sst sich das beobachten: Zum einen wurde er von v\u00f6lkischen und rassenantisemitischen Gegnern wegen seiner \u201eJudenfreundschaft\u201c phasenweise scharf attackiert. Zum anderen empfing er aus dem In- und Ausland warme Dankesworte von j\u00fcdischen Korrespondenten und Gespr\u00e4chspartnern f\u00fcr seine Unterst\u00fctzung. Unbestritten gab es f\u00fcr diese Wahrnehmung Faulhabers als Judenfreund gute Argumente und historische Belege. N\u00e4heres Hinsehen lehrt jedoch, dass sich diese Freundschaft alles andere als eindeutig darstellt. Vielmehr war Faulhabers Verh\u00e4ltnis zu den Juden wie auch zum Nationalsozialismus gekennzeichnet von einer leitmotivischen Uneindeutigkeit, die letztendlich auch eine innere Schw\u00e4che gegen\u00fcber der verbrecherischen NS-Diktatur erzeugt hat.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In drei Schritten m\u00f6chte ich im Folgenden das Thema umkreisen. Erstens fragen wir, was genau Faulhaber zum \u201eFreund der Juden\u201c machte (I); zweitens geht es um die klaren Grenzen und Schw\u00e4chen seiner Position, die nach 1933 deutlich zu Tage traten (II). Schlie\u00dflich m\u00f6chte ich einige Interpretationsangebote diskutieren, wie die so ambivalente Haltung Faulhabers erkl\u00e4rt werden kann (III).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">I.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Zun\u00e4chst erinnern wir uns daran, dass Faulhaber Professor f\u00fcr Altes Testament gewesen war. Das hei\u00dft, er war ein Experte f\u00fcr die Geschichte Israels und den heilsgeschichtlichen Zusammenhang zwischen vorchristlichem Judentum und Christentum. Seine wissenschaftliche T\u00e4tigkeit begr\u00fcndete ein Grundinteresse, ja eine Grundsympathie f\u00fcr das J\u00fcdische in der Geschichte. Irgendein Antisemitismus im Sinne eines biologisch begr\u00fcndeten Rassismus findet sich daher bei Faulhaber zu keinem Zeitpunkt. Auch ist in dieser Hinsicht sein Denken von einer klaren Kontinuit\u00e4t gekennzeichnet. So sprach er sich in den fr\u00fchen 1920er Jahren, als der M\u00fcnchner Antisemitismus auf einen H\u00f6hepunkt zusteuerte, mehrfach gegen antisemitische \u00dcbergriffe aus, was ihm wiederum von der v\u00f6lkischen Rechten pers\u00f6nliche Angriffe eintrug. Rassismus und Rassenhass waren, so der Kardinal, als zutiefst unchristliche Haltungen abzulehnen. Tats\u00e4chlich blieb er zun\u00e4chst ein konsequenter Gegner des Nationalsozialismus, von dem er im November 1930 sagte, er sei \u201emit erschreckender Bestimmtheit [\u2026] eine H\u00e4resie\u201c und mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dazu passt es, dass Faulhaber eine treibende Kraft der 1928 gegr\u00fcndeten Priestervereinigung\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Amici Israel<\/span>\u00a0war. Diese bem\u00fchte sich unter anderem darum, die Sentenz \u201eOremus et pro perfidis Judaeis\u201c aus den Karfreitagsf\u00fcrbitten zu tilgen. Und in dieser Kontinuit\u00e4t stand auch der vielleicht ber\u00fchmteste Ausweis, der Faulhaber seinen Ruf als Freund der Juden einbrachte: die Adventspredigten vom Dezember 1933. Deren Hintergrund waren die Bestrebungen der v\u00f6lkischen Rassisten, das Alte Testament aus dem Kanon des Christentums zu streichen. Die V\u00f6lkischen forderten einen klaren Trennungsstrich zwischen Christentum und Judentum; Jesus sollte am besten zum Arier und zum Gew\u00e4hrsmann einer judenfreien, deutschen Religion werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Solchen Bestrebungen, die mit Hitlers Macht\u00fcbernahme neues Oberwasser erhalten hatten, trat Faulhaber ganz klar entgegen. In seinen Predigten betonte der Kardinal die sittlichen und sozialen Werte des Alten Testaments, vor allem aber den Gottesgedanken und die heilsgeschichtliche Bedeutung des Alten Testaments. Auch in seinem Tagebuch hielt Faulhaber fest, das \u201eeigentliche Thema\u201c der Predigten sei gewesen: \u201eDas Alte Testament und seine Erf\u00fcllung im Christentum\u201c. Insofern galt es auch an der kanonischen Einheit von Altem und Neuem Testament festzuhalten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dass sich der fr\u00fchere Professor f\u00fcr Altes Testament hier mit bemerkenswerten Aussagen exponierte, ist h\u00e4ufig betont worden und v\u00f6llig zutreffend. Ende 1933 erforderte es intellektuelle Klarheit und pers\u00f6nlichen Mut, sich \u00f6ffentlich f\u00fcr das Alte Testament und die dort niedergelegten j\u00fcdischen Glaubensbezeugungen auszusprechen. Die Adventspredigten hinterlie\u00dfen im In- und Ausland denn auch einen ungeheuren Eindruck, und noch nach Kriegsende erhielt Faulhaber viele Dankesbriefe. Seine Adventspredigten h\u00e4tten vielen Juden Hoffnung gemacht, und befestigten mithin seinen Ruf als Freund der Juden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Insofern best\u00e4tigen die Predigten das Bild Faulhabers als jemanden, der Rassismus und rassistischen Antisemitismus verurteilte und sich damit gegen den Nationalsozialismus stellte. Von den Adventspredigten f\u00fchrt auch eine klare Kontinuit\u00e4t bis zur Enzyklika\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Mit brennender Sorge<\/span>\u00a0von 1937, die Faulhaber bekanntlich entwarf und wo es unter anderem hei\u00dft: \u201eOffenbarung im christlichen Sinn ist das Wort Gottes an die Menschen. Dieses gleiche Wort zu gebrauchen f\u00fcr die \u201aEinfl\u00fcsterungen\u2018 von Blut und Rasse, f\u00fcr die Ausstrahlungen der Geschichte eines Volkes ist in jedem Fall verwirrend. Solch falsche M\u00fcnze verdient nicht, in den Sprachschatz eines gl\u00e4ubigen Christen \u00fcberzugehen.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gleichwohl ist dies nur die eine Seite unseres Themas. Denn praktisch jede \u00c4u\u00dferung Faulhabers zeigt auch jene klar fassbaren Grenzen auf, die insgesamt betrachtet die Schw\u00e4che der katholischen Kirche im NS-Regime begr\u00fcndeten. Wo lagen nun diese Grenzen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">II.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Im Kern l\u00e4sst sich diese Frage knapp beantworten: Faulhaber besa\u00df keinen konsistenten Begriff von den Juden oder dem Judentum. Vielmehr differenzierte er den Begriff des J\u00fcdischen in unterschiedliche Bestandteile: auf der einen Seite in Elemente, die sich problemlos in die katholische Lehre und Praxis integrieren lie\u00dfen; auf der anderen Seite aber in solche Elemente, die der katholischen Lehre und Praxis entweder entgegenstanden oder in ihr keine Priorit\u00e4t besa\u00dfen. Insofern hat Faulhaber die Wirkung seiner pro-j\u00fcdischen Haltung immer wieder selbst relativiert und sie damit geschw\u00e4cht. In typischer Weise trat dies beispielsweise zutage, als Faulhaber seine Verurteilung des Rassismus im Jahre 1923 zugleich relativierte, wenn er betonte, selbstverst\u00e4ndlich wolle er nie das entschuldigen, \u201ewas in den letzten Jahren durch j\u00fcdische Revolution\u00e4re und Wucherer am deutschen Volk und Volkswohl ges\u00fcndigt worden ist\u201c. Wahrscheinlich war es dem Kardinal nicht bewusst, dass er mit einer solchen \u00c4u\u00dferung der antisemitischen Hetze im Gefolge der M\u00fcnchner Revolution und der R\u00e4terepublik kritiklos aufsa\u00df und sie \u2013 gleichsam mit katholischem Segen \u2013 verst\u00e4rkte. Aber dies lag durchaus in der Logik seiner l\u00e4ngerfristigen Anschauungen \u00fcber die Juden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">So wurden Faulhabers Grenzen im Hinblick auf eine pro-j\u00fcdische Stellungnahme bereits in seiner Fr\u00fchzeit sehr deutlich, als er n\u00e4mlich1898 eine Reise nach Pal\u00e4stina unternahm. In seiner Autobiographie \u2013 die auf Tagebuchaufzeichnungen beruht \u2013 verarbeitete er unter anderem seine Beobachtungen an der Klagemauer. \u201eWir haben sie beobachtet, etwa 40 Frauen und 10 M\u00e4nner, als sie, die Stirn an die Quadersteine dr\u00fcckend, ihre litanei\u00e4hnlichen Gebete in die Mauer hineinmurmelten und hineinweinten. Das ehedem auserw\u00e4hlte Volk wandert seitdem ohne Rast und Ruhe \u00fcber die Erde, und immer wieder erf\u00fcllt sich das Strafgericht, das seine V\u00e4ter herausgefordert haben mit dem Wort: Sein Blut komme \u00fcber uns und unsere Kinder\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Hier bricht der ganz klassische, religi\u00f6s begr\u00fcndete Antisemitismus bzw. Antijudaismus hervor, wie er im christlichen Europa \u00fcber Jahrhunderte hinweg bekannt war. Auch in den Adventspredigten taucht er auf, wenn Faulhaber dort n\u00e4mlich ganz bewusst und explizit die Grenzen zog: Seine Predigten galten, so hob er hervor, ausschlie\u00dflich dem vorchristlichen Judentum. Die nachchristlichen und gegenw\u00e4rtig lebenden Juden schloss der Kardinal dagegen aus seiner Reflexion aus: \u201eNach dem Tode Christi wurde Israel aus dem Dienst der Offenbarung entlassen. Sie hatten die Stunde der Heimsuchung nicht erkannt. Sie hatten den Gesalbten des Herrn verleugnet und verworfen, zur Stadt hinausgef\u00fchrt und ans Kreuz geschlagen. Damals zerri\u00df der Vorhang im Tempel auf Sion und damit der Bund zwischen dem Herrn und seinem Volk. Die Tochter Sion erhielt den Scheidebrief, und seitdem wandert der ewige Ahasver ruhelos \u00fcber die Erde [\u2026]. F\u00fcr unsere Adventspredigten aber handelt es sich nur um das vorchristliche Judentum.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Hier ist nicht der Ort, ausf\u00fchrlicher \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von religi\u00f6sem Antijudaismus und \u201emodernem\u201c Rassenantisemitismus zu sprechen. Klar wird aber, dass Faulhaber den traditionellen Stereotypen des religi\u00f6sen Antisemitismus verhaftet blieb. Tats\u00e4chlich war er \u2013 wie die katholische Kirche im Allgemeinen \u2013 schlecht ger\u00fcstet f\u00fcr eine wirkliche Opposition gegen\u00fcber dem brutalen Aufbruch des nationalsozialistischen Rassenantisemitismus, der Deutschland mit dem 30. Januar 1933 erfasste. Die Entrechtung und Verfolgung der Juden durch das NS-Regime begannen jetzt sehr rasch. Ihren ersten H\u00f6hepunkt erreichten sie im April 1933, als das\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums<\/span>\u00a0verabschiedet wurde und der sogenannte \u201eJudenboykott\u201c f\u00fcr internationale Schlagzeilen sorgte. Aber um Faulhabers Positionen zu verstehen, m\u00fcssen wir kurz etwas weiter ausholen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bereits Raul Hilberg hat die Definition dessen, was als J\u00fcdisch zu gelten habe, als den notwendigen ersten Schritt auf dem Weg zur Vernichtung bezeichnet. Wie aber sollten die Juden in Deutschland, sp\u00e4ter auch im besetzten Europa, definiert werden? Definiert, um sie b\u00fcrokratisch erfassen, verfolgen und entrechten, schlie\u00dflich deportieren und ermorden zu k\u00f6nnen? Selbst die hartgesottensten Rassisten mussten erkennen, dass es kein biologisches Kriterium gab, mit dem man streng objektivierbar die Zugeh\u00f6rigkeit eines Menschen zur \u201ej\u00fcdischen Rasse\u201c h\u00e4tte nachweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Was blieb, war allein der R\u00fcckgriff auf die Religionszugeh\u00f6rigkeit. Sie war standesamtlich verifizier-, damit objektivierbar und wurde bereits zur Grundlage des\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums\u00a0<\/span>und dann vor allem der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">N\u00fcrnberger Rassengesetze<\/span>\u00a0von 1935. Die j\u00fcdische Religionszugeh\u00f6rigkeit wurde f\u00fcr die Definition eines \u201eJuden\u201c fortan auch dann entscheidend, wenn schon seine Eltern zum Christentum konvertiert waren. Besa\u00df ein deutscher Staatsb\u00fcrger drei oder vier Gro\u00dfeltern mit j\u00fcdischer Religionszugeh\u00f6rigkeit, so definierte ihn das Regime als \u201eJuden\u201c. Mit zwei oder einem Gro\u00dfelternteil galt er als \u201eMischling\u201c ersten oder zweiten Grades. \u00dcber das komplexe und h\u00e4ufig tragische Schicksal der \u201eMischlinge\u201c sei hier nicht weiter gehandelt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Entscheidend war aber, dass das Merkmal der (gegebenenfalls blo\u00df gro\u00dfelterlichen) Religionszugeh\u00f6rigkeit im NS-Regime unentrinnbar wurde. Auch eine Konversion zum Christentum \u00e4nderte daran nichts. Unz\u00e4hlige Christen, deren Eltern bereits vom j\u00fcdischen Glauben zum Christentum \u00fcbergetreten waren, hatten sich taufen lassen, aber die NS-Rassengesetzgebung kannte keine Konversion. Vielmehr wurde im Nationalsozialismus das Merkmal der Religionszugeh\u00f6rigkeit rassistisch genutzt und umgepr\u00e4gt. Die sogenannten nichtarischen Christen waren daher dem gleichen Verfolgungsdruck ausgesetzt wie j\u00fcdische Religionsangeh\u00f6rige.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dieser Hintergrund war f\u00fcr Faulhabers Haltung entscheidend: Die rassistische Umpr\u00e4gung des Religionsmerkmals lehnte er kompromisslos ab. Getaufte Juden waren ohne Abstriche als Christen anzusehen und nicht \u201enach rein biologischen Gesichtspunkten\u201c als Juden zu betrachten. Sie waren nach 2. Kor. 5,17 durch die Taufe \u201e\u201aein neues Gesch\u00f6pf\u2018, ein wirkliches Kind der Kirche Gottes geworden\u201c. Der getaufte Jude hatte damit das Recht erworben, als Christ und nicht mehr als Jude behandelt und \u201ewenigstens nicht an die antisemitischen Feinde ausgeliefert zu werden\u201c. Dar\u00fcber jedoch, was mit den nicht getauften deutschen Staatsb\u00fcrgern j\u00fcdischen Glaubens passieren w\u00fcrde, schwieg sich Faulhaber aus; und auch die Enzyklika\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Mit brennender Sorge\u00a0<\/span>l\u00e4sst sich nahtlos in diese Leitlinie einordnen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dass auf solchem Boden keine \u00f6ffentliche Solidarit\u00e4t mit den verfolgten Juden gedeihen konnte, liegt auf der Hand.\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Wenn<\/span>\u00a0Faulhaber sich \u00f6ffentlich \u00e4u\u00dferte, dann unterschied er peinlich genau zwischen nichtarischen Katholiken und Juden. F\u00fcr letztere, d. h. f\u00fcr die j\u00fcdischen Deutschen, gab es aus seiner Sicht eigentlich nur zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder sie wurden Christen und waren dann \u201eviel mehr Christen als die geborenen Christen\u201c; oder sie blieben als Juden ihrem Glauben treu. Sein Res\u00fcmee lautete: Die Juden \u201esind eben deutsch oder sie sind heimatlos\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Unterscheidung zwischen getauften Juden \u2013 die damit aufh\u00f6rten, Juden zu sein (\u201eHier ist nicht Jude, nicht Grieche\u201c, Galater 3,28) und \u201edeutsch\u201c wurden \u2013 und nicht getauften Juden wurde zur entscheidenden Leitlinie Faulhabers und mit ihm der katholischen (wie auch gro\u00dfenteils der evangelischen) Kirche insgesamt. Diese Haltung erlaubte es einerseits, mehr oder minder massiv gegen die Rassenideologie des NS-Regimes Stellung zu beziehen,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ohne<\/span>\u00a0sich zugleich f\u00fcr die nicht getauften Juden sichtbar einzusetzen. Anders gesagt: Empathie und Einsatz f\u00fcr die \u201enichtarischen Christen\u201c ja, nicht aber f\u00fcr die Juden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Tats\u00e4chlich wurde Faulhaber fr\u00fch f\u00fcr die \u201ekatholischen Juden\u201c aktiv und trug bereits im April 1933 die Sache dem bayerischen Reichsstatthalter von Epp vor. Im Verlauf des Jahres 1933 suchten \u201enichtarische\u201c Katholiken bei Faulhaber mehr als einmal Hilfe oder zumindest Trost angesichts ihrer Situation. Die Tagebucheintr\u00e4ge des Kardinals zeigen, dass ihn die seelische Qual der Betroffenen belastete und er seelsorgerische Hilfe leistete. Drei Jahre sp\u00e4ter, kurz nach Erlass der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">N\u00fcrnberger Rassengesetze<\/span>, unterzog Faulhaber die Problematik einer systematischen Betrachtung. Wie schon zuvor verwarf er die Rassengesetzgebung, allerdings nur im Hinblick auf die getauften Juden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zwar habe der Staat das Recht, \u201egegen Ausw\u00fcchse des Judentums in seinem Bereich vorzugehen, im besonderen, wenn die Juden als Bolschewisten und Kommunisten die staatliche Ordnung gef\u00e4hrden. F\u00fcr jene Juden aber, die zur katholischen Kirche \u00fcbertreten [\u2026], kann der Staat die beruhigende Sicherheit haben, da\u00df es sich nicht um Kommunisten oder Bolschewisten handelt.\u201c Diese Dichotomisierung der j\u00fcdischen Deutschen, die ihre Anleihen an der NS-Propaganda nicht verbergen konnte, blieb f\u00fcr Faulhaber die Leitlinie. Das Ergebnis war eine Art doppelter Moral: W\u00e4hrend Faulhaber 1933 sich f\u00fcr nichtarische Christen einsetzte, war er der Auffassung, die j\u00fcdischen Deutschen \u201ek\u00f6nnten sich selber helfen\u201c und versagte sich in ihrer Richtung zu einem Zeichen der Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das \u00e4nderte sich auch dann nicht, als im Herbst 1941 die Deportation der deutschen Juden begann. Sie belastete Faulhaber. Szenen, \u201edie in der Chronik dieser Zeit einmal mit den Transporten afrikanischer Sklavenh\u00e4ndler in Parallele gesetzt werden\u201c, spielten sich beim Abtransport der \u201eNichtarier in brutaler Form und unter unmenschlichen Auflagen\u201c ab, so notierte er. Nach eigener Aussage wurde der Kardinal von zahlreichen katholischen Laien gefragt, ob die deutschen Bisch\u00f6fe in dieser Situation nicht etwas f\u00fcr die Bedr\u00e4ngten tun k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Faulhabers Reaktion war charakteristisch und v\u00f6llig konsistent zu seinem fr\u00fcheren Verhalten: \u201eEin Eintreten f\u00fcr die Nichtarier im allgemeinen\u201c lehnte er ab. Wohl aber hielt es Faulhaber f\u00fcr die Pflicht der Bisch\u00f6fe, sich f\u00fcr die \u201enichtarischen\u201c Katholiken einzusetzen, und regte bei Kardinal Bertram eine entsprechende Eingabe \u201ean h\u00f6chster Stelle\u201c an. Denn der Episkopat m\u00fcsste sich auf die Tatsache berufen, \u201eda\u00df es sich hier um [neue Kreaturen], um wirkliche Katholiken und Angeh\u00f6rige der Kirche handelt, als deren geistige V\u00e4ter die Bisch\u00f6fe bestellt sind.\u201c Eine solche Eingabe kam indes nicht zustande, und nach Kriegsende bedauerte es Faulhaber, dass er \u201eden Abtransport nicht verhindern\u201c konnte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mithin unterschied Faulhaber auch hier peinlich genau zwischen Juden und \u201enichtarischen\u201c Katholiken. Das Schicksal Letzterer ging ihm nahe, auch wenn er sich f\u00fcr sie \u00fcberwiegend \u201enur\u201c seelsorgerlich einsetzte. Zwar wird im Kontext der M\u00fcnchner Judendeportation \u00fcber einen Fall berichtet, bei dem der Kardinal eine nichtarische Christin in einem Kloster habe unterbringen lassen. Aber dieser Hinweis beruht lediglich auf einem m\u00fcndlichen Zeugnis ex post. Und Eins\u00e4tze f\u00fcr j\u00fcdische Religionsangeh\u00f6rige sind von Faulhaber ohnehin nicht belegt. Faulhaber wollte nicht erkennen, dass sich die verbrecherische Sto\u00dfrichtung des rassistischen Regimes gegen die Juden insgesamt richtete, ob getauft oder nicht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das dezidierte Nicht-Engagement f\u00fcr die 1933 entrechteten, bald verfolgten, schlie\u00dflich deportierten Juden in Deutschland (von den europ\u00e4ischen Juden gar nicht zu reden) war f\u00fcr die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Christen in Deutschland w\u00e4hrend der NS-Zeit charakteristisch. Innerhalb des deutschen Episkopates provozierten die damit verbundenen Fragen im August 1940, auf einer Sitzung der Fuldaer Bischofskonferenz, eine erbitterte (und bittere) Auseinandersetzung. Insbesondere der Bischof von Berlin, Konrad von Preysing, kritisierte den Harmoniekurs des Kardinals Bertram, des Vorsitzenden der Fuldaer Bischofkonferenz. Faulhaber fehlte hier aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden. In gewisser Weise war dies symbolisch f\u00fcr eine Haltung, die das Beste wollte, in der hermetisch abgegrenzten Perspektive auf das Eigene jedoch irrte und das Naheliegende nicht sah.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">III.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Wie aber lassen sich die offenkundige Ambivalenz und auch die Grenzen in der Haltung Faulhabers zu den Juden erkl\u00e4ren? Die Aufspaltung des Begriffs vom J\u00fcdischen in vor- und nachchristlich und in j\u00fcdisch und nichtarisch-katholisch ist zweifellos das wichtigste Element. Es kommen aber mindestens vier weitere Aspekte dazu, die eine verst\u00e4rkende Wirkung aus\u00fcbten.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Erstens<\/span> schlug das Selbstverst\u00e4ndnis Faulhabers zu Buche, das sich einer \u201eunpolitischen\u201c Haltung verpflichtet sah. \u201eAus dem Politischen soll man mich drau\u00dfen lassen. Ich wiederhole [\u2026] das immer wieder\u201c \u2013 vertraute Faulhaber 1933 seinem Tagebuch an. Im Prinzip waren Geistliche f\u00fcr ihn nicht politisch t\u00e4tig, und auch katholische Verb\u00e4nde und Initiativen sollten \u201egrunds\u00e4tzlich unpolitisch sein und bleiben\u201c. Auch nach dem Krieg, im Juni 1945, blieb Faulhaber der Auffassung treu, die \u201eGeistlichen sollten sich nicht mit Politik befassen\u201c. Diese Einstellung entsprach zwar einer katholischennPraxis, die sich haupts\u00e4chlich zur Seelsorge aufgerufen sah. Faktisch freilich glich sie einer Lebensl\u00fcge. Sie entsprang der konservativen ideologischen Konstruktion einer \u00fcber den politischen Parteien thronenden, \u201eunpolitischen Politik\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Sp\u00e4testens dann n\u00e4mlich, wenn politisches Handeln erforderlich wurde, war es mit der Fiktion einer unpolitischen Haltung notwendig vorbei. Das galt erst recht f\u00fcr einen Kardinal wie Faulhaber, der, ob er es wollte oder nicht, eine eminent politische Rolle spielte und sich auch nicht scheute, politisch relevante Positionen zu beziehen. Bereits die analytische Trennung der deutschen Bev\u00f6lkerung in Juden, nichtarische Christen und deutsche Katholiken war unter den Bedingungen der NS-Diktatur hochpolitisch. Indem Faulhaber dieses ihm zufallende politische Mandat nicht annahm, konnte er auch keine nachdr\u00fcckliche politische Stimme entwickeln.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Zweitens<\/span>\u00a0ergab sich aus einer solchen Haltung ein \u00dcberma\u00df an Taktik und taktisch bedingtem Lavieren. Wie ein roter Faden durchzog die Diskussionen in der Bischofskonferenz die Unklarheit, aber auch ein fortbestehender Dissens dar\u00fcber, ob und in welchem Sinne man wegen der Verfolgung der Juden mit einem klaren Wort an die \u00d6ffentlichkeit gehen sollte. Die Streitigkeiten und Unsicherheiten \u00fcber die einzuschlagende Taktik haben das politisch m\u00f6gliche Gewicht der Kirche von vornherein stark gemindert und gesch\u00e4digt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dieser Hang zum Taktieren hatte allerdings\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">drittens <\/span>einen Grund, der in historischer Erfahrung lag. Dies waren der Kulturkampf der Bismarckzeit und die damals aus allen Rohren einsetzende \u201eJesuitenhetze\u201c. Immer wieder taucht bei den Bisch\u00f6fen und bei Faulhaber pers\u00f6nlich die Furcht auf, durch allzu forsches Auftreten in der \u00d6ffentlichkeit selbst den Hass der Herrschenden auf sich zu ziehen und damit selber \u2013 wieder \u2013 zum Objekt der Verfolgung zu werden. Sich im Nationalsozialismus \u00f6ffentlich f\u00fcr die Juden einzusetzen, hielt der Kardinal daher letztendlich f\u00fcr inopportun oder sogar f\u00fcr gef\u00e4hrlich. Denn damit w\u00fcrde die Stellung der katholischen Kirche gegen\u00fcber dem Regime unterminiert und die verbliebenen M\u00f6glichkeiten, zu verhandeln, geschm\u00e4lert. Dies blieb die Leitlinie. \u201eWir k\u00f6nnten den Gegnern der Kirche keinen gr\u00f6\u00dferen Gefallen tun\u201c, so notierte Faulhaber Ende M\u00e4rz 1943, \u201eals jetzt gro\u00dfe Kanonen auffahren\u201c. Das schrieb er aber im selben Atemzug, in dem er \u00fcber einen Hirtenbrief der niederl\u00e4ndischen Bisch\u00f6fe berichtet, der sich gegen \u201edie Ermordung der Juden\u201c richtete. Kein Dokument k\u00f6nnte die innere Schw\u00e4che des deutschen Katholizismus in dieser Frage deutlicher dokumentieren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Am wichtigsten ist aber\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">viertens\u00a0<\/span>vielleicht noch etwas anderes, womit Faulhaber und die Katholische Kirche nat\u00fcrlich im Mainstream der deutschen Gesellschaft standen. Sie hatten n\u00e4mlich immer \u201eWichtigeres\u201c zu tun, als den Juden zu helfen. Als der Regensburger Priester Alois Wurm Faulhaber im April 1933 nachdr\u00fccklich dazu aufforderte, \u00f6ffentlich gegen Judenhetze und Judenboykott Position zu beziehen, winkte der M\u00fcnchner Kardinal ab. Zwar stimmte er zu, das Vorgehen gegen die Juden sei \u201ederart unchristlich, da\u00df jeder Christ, nicht blo\u00df jeder Priester, dagegen auftreten m\u00fc\u00dfte\u201c. Aber die kirchlichen Oberbeh\u00f6rden h\u00e4tten sich mit \u201ewichtigeren Gegenwartsfragen\u201c auseinanderzusetzen. \u201eDenn Schule, der Weiterbestand der katholischen Vereine, Sterilisierung sind f\u00fcr das Christentum in unserer Heimat noch wichtiger, zumal man annehmen darf, und zum Teil schon erlebte, da\u00df die Juden sich selber helfen k\u00f6nnen, da\u00df wir also keinen Grund haben, der Regierung einen Grund zu geben, um die Judenhetze in eine Jesuitenhetze umzubiegen.\u201c Zugespitzt formuliert war sich der Katholizismus selbst immer der N\u00e4chste. Auch Faulhaber hatte stets anderes und Wichtigeres zu tun, als eine eindeutige, menschenrechtlich (und damit christlich) fundierte Gegenposition zu den nationalsozialistischen Verbrechen aufzubauen und diese \u00f6ffentlich kundzutun.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn es aber um theologische und kirchenrechtliche Fragen sowie um die Verteidigung der Kultfreiheit ging, wusste der M\u00fcnchner Kardinal hingegen eine eindeutige, kompromisslose Sprache zu sprechen. Politisch dagegen trieben ihn andere Pr\u00e4missen in eine geradezu \u00fcberraschende Blindheit, was die ganz grunds\u00e4tzliche verbrecherische Signatur des NS-Regimes betraf. Und vor diesem Hintergrund verblassten selbst Faulhabers f\u00fcr sich genommen starke und mutige Worte in ihrer moralischen Substanz. Sie mochten zwar im katholischen Binnenraum Eindruck machen, gegen\u00fcber der NS-Diktatur stellten sie aber nur eine schwache R\u00fcstung dar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Nacht die Synagoge in der Herzog-Rudolf-Stra\u00dfe niedergebrannt und die Fenster in den Auslagen der Judengesch\u00e4fte eingeschlagen.\u201c Sehr viel mehr findet man in Kardinal Faulhabers Tageb\u00fcchern nicht zur sogenannten Reichskristallnacht vom 9.\/10. November 1938. Sehr viel mehr findet man allerdings dar\u00fcber, dass der Kardinal die Katholiken und nicht zuletzt sich selbst bedroht f\u00fchlte. 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