{"id":32238,"date":"2023-07-17T14:34:36","date_gmt":"2023-07-17T12:34:36","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=celan-judentum-im-spaetwerk"},"modified":"2025-01-13T12:02:08","modified_gmt":"2025-01-13T11:02:08","slug":"es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/","title":{"rendered":"\"Jerusalem stood around us\""},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-6\">P<\/span>aul Celan hat in seinem Werk nicht nur an die ermordeten Juden Europas erinnert \u2013 eine Erinnerung, die vielen Zeitgenossen in den L\u00e4ndern der T\u00e4ter mehr als unangenehm war \u2013, sondern er hat in seinen Texten auf vielf\u00e4ltige Weise die Frage aufgeworfen, was j\u00fcdische Existenz nach der Schoah eigentlich bedeutet oder bedeuten kann. Es geht also, mit Adorno gesprochen, nicht allein darum, wie man nach Auschwitz noch dichten, sondern wie man nach Auschwitz, jenem ungeheuerlichen Zivilisationsbruch, \u00fcberhaupt noch leben kann, wie der Denker der Frankfurter Schule sein eigenes Verdikt aus dem 1951 publizierten Aufsatz\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Kulturkritik und Gesellschaft<\/span>\u00a0in der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Negativen Dialektik<\/span> von 1966 modifizierte und teilweise revidierte. Celans Haltung gegen\u00fcber und die Auseinandersetzung mit seinem Judentum changiert im Verlauf der neunundvierzig Lebensjahre und dies ist in gewisser Weise symptomatisch f\u00fcr die soziohistorischen Gegebenheiten dieser Biographie. Einer m\u00fctterlicherseits eher assimilierten, v\u00e4terlicherseits eher traditionsbewussten, doch nicht orthodoxen ostj\u00fcdischen Familie ent-stammend, besuchte Celan auf Wunsch des Vaters eine Zeitlang die hebr\u00e4ische Schule in Czernowitz, interessierte sich jedoch als Jugendlicher nicht f\u00fcr entsprechende zionistische Vereinigungen (anders als seine Gro\u00dfcousine Selma Merbaum), sondern vielmehr f\u00fcr s\u00e4kular sozialistisch-anarchistische Bewegungen. In seiner B\u00fcchnerpreis-Rede wird er sich selbst als einen \u201eauch mit den Schriften Peter Kropotkins und Gustav Landauers Aufgewachsenen\u201c bezeichnen. Doch vor allem galten seine Interessen schon als Jugendlicher der Dichtung, den Symbolisten, den Expressionisten und Rilke, sp\u00e4ter dann ebenso den Surrealisten. Auch wenn der Antisemitismus im Rum\u00e4nien der Zwischenkriegszeit deutlich sp\u00fcrbar war, so ist es vor allem die Erfahrung der Deportation und des Lagers, die das Bewusstsein f\u00fcr die kollektive Dimension des J\u00fcdischen in Celan bef\u00f6rderte. Dieses zwangskollektivierende Moment, die heteronome Zuschreibung des \u201aJ\u00fcdischseins\u2018 durch die Nationalsozialisten, wird keineswegs von Celan fraglos identifikatorisch aufgefasst; vielmehr betont er auch immer das Fremdbleiben der Menschen untereinander, selbst da, wo es sich um Schicksalsgenossen handelt, die gemeinsam zu leiden haben. So hei\u00dft es von den \u201eGeschwisterkinder[n]\u201c im\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Gespr\u00e4ch im Gebirg<\/span>\u00a0in ebenso deutlichem wie diskretem Bezug auf die Situation in den nationalsozialistischen Lagern: \u201e[\u2026]\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">sie liebten mich nicht und ich liebte sie nicht, denn ich war einer, und wer will Einen lieben, und sie waren viele, mehr noch als da herumlagen um mich, und wer will alle lieben k\u00f6nnen, und, ich verschweigs dir nicht, ich liebte sie nicht, sie, die mich nicht lieben konnten<\/span>\u00a0[\u2026]\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">I.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Diese existenzielle Fremdheit, das Beharren auf dem \u201eindividuum ineffabile est\u201c, dem Ungreifbaren des Seinsgrunds des Individuums, ist in einem hohen Ma\u00dfe Celans Werk eingeschrieben \u2013 und dies bestimmt auch das Verh\u00e4ltnis zum eigenen Judentum, welches daher niemals ein schlicht affirmatives sein konnte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Es lassen sich mindestens vier unterschiedliche Dimensionen des J\u00fcdischen bei Celan differenzieren, die jedoch intrinsisch miteinander verkn\u00fcpft sind und die, wie noch zu sehen sein wird, gerade auch in sp\u00e4ten Gedichten Celans pr\u00e4sent sind: zum ersten die traditionelle Bestimmung des Judentums als eine religi\u00f6s begr\u00fcndete Gemeinschaft, basierend auf den \u00dcberlieferungen der heiligen Texte. Hierzu geh\u00f6ren die Auseinandersetzung mit dem Gottesbegriff und der Theodizee in der Folge der Schoah. Die zweite Bedeutungsdimension ist eng mit der ersten verbunden, bezeichnet sie doch die auf Jahrhunderten gr\u00fcndenden Traditionen der Diaspora, des Galut, eine Erfahrung der Heimatlosigkeit und des Exils, die sich in kulturellen Praktiken des Judentums, wie etwa einem spezifischen Verh\u00e4ltnis zur Sprache und zu den Sprachen, manifestiert. Hierzu z\u00e4hlen nicht nur die dezidiert j\u00fcdischen Namen wie Sulamith, Esther, Ruth und Jakob, sondern auch Einsprengsel des Jiddischen und Hebr\u00e4ischen in Celans Dichtung. Die dritte, auf den ersten Blick dominante Dimension j\u00fcdischer Existenz in Celans Dichtung ist die, \u00fcber die schon einiges gesagt wurde,<span lang=\"ar-SA\">\u00a0n\u00e4mlich die\u00a0<\/span>der Opfer der Schoah, wie Celan betonte, wenn er gegen\u00fcber seinem damaligen Lektor Klaus Reichert in einem Brief vom 29. Mai 1967 formulierte, seine Gedichte seien \u201e[\u2026] f\u00fcr die Lebenden geschrieben, allerdings f\u00fcr diejenigen, die der Toten eingedenk bleiben (wollen)\u201c. Die vierte und letzte Bedeutungsebene des J\u00fcdischen bezieht sich auf die politische und gesellschaftliche Situation der Juden in der Gegenwart \u2013 und hier vor allem auf den Staat Israel, den Celan als eine geschichtliche Notwendigkeit erachtete. Diese vier Dimensionen des J\u00fcdischen sind insbesondere kopr\u00e4sent in Celans sp\u00e4ten, im Kontext seiner Israel-Reise im Herbst 1969 entstandenen Gedichten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Celan verfolgte von seinem Wohnort Paris aus die Geschicke Israels mit wachem Interesse und auch mit Sorge um die Existenz der jungen Demokratie, die von allen Seiten von ihren arabischen Nachbarn bedroht wurde. Die Situation eskalierte im Juni 1967, als der \u00e4gyptische Staatspr\u00e4sident Gamal Abdel Nasser einen massiven Truppenaufmarsch an den Grenzen zu Israel befahl und Israel mit einem pr\u00e4ventiven Milit\u00e4rschlag die \u00e4gyptischen Luftwaffenbasen ausschaltete, worauf Jordanien und Syrien als Verb\u00fcndete \u00c4gyptens ebenfalls in den Konflikt eingriffen, der als Sechstagekrieg mit dem Sieg Israels \u00fcber die Vertreter der Arabischen Liga endete und eine wesentliche Etappe im Nahostkonflikt markierte. Drei Tage nach Beginn der Kampfhandlungen, am 8. Juni 1967, schreibt Celan an seinen Korrespondenzpartner Franz Wurm, einen in Z\u00fcrich lebenden und aus Prag stammenden j\u00fcdischen Dichter und \u00dcbersetzer: \u201e<span class=\"CharOverride-7\">In mir ist Unruhe, der Dinge um Israel wegen, der Menschen dort, des Krieges und der Kriege wegen. Israel mu\u00df leben und dazu mu\u00df alles aufgeboten werden. Aber der Gedanke an eine Kette von Kriegen, an das Markten und Schachern der \u201aGro\u00dfen\u2018, w\u00e4hrend Menschen einander t\u00f6ten \u2013 nein, das kann ich nicht zu Ende denken.<\/span>\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dieser Brief schlie\u00dft mit dem beiliegenden Blatt des Gedichts\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Denk Dir<\/span>, das auf den 7. und 8. Juni 1967 datiert ist, also unter dem unmittelbaren Eindruck der Berichte von den Kriegsereignissen in Pal\u00e4stina entstand:<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">DENK DIR<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">Denk dir:<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">der Moorsoldat von Massada<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">bringt sich Heimat bei, aufs<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">unausl\u00f6schlichste,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">wider<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">allen Dorn im Draht.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">Denk dir:<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">die Augenlosen ohne Gestalt<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">f\u00fchren dich frei durchs Gew\u00fchl, du<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">erstarkst und<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">erstarkst.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">Denk dir: deine<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">eigene Hand<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">hat dies wieder<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">ins Leben empor-<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">gelittene<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">St\u00fcck<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">bewohnbarer Erde<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">gehalten.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">Denk dir:<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">das kam auf mich zu,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">namenwach, handwach<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">f\u00fcr immer,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">vom Unbestattbaren her.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Das aus vierundzwanzig Versen bestehende Gedicht ist ein Bekenntnis zum aus der leidvollen j\u00fcdischen Geschichte resultierenden Lebensrecht des Staates Israel, wie Celan dies in der zitierten Briefstelle betont. Zugleich \u2013 und dies ist charakteristisch f\u00fcr Celans Dichtung \u2013 wird im Gedicht die Problematik eines solchen Anspruches f\u00fcr die Haltung der eigenen Person exponiert, deren Ethik sich aus der Solidit\u00e4t nicht nur mit den j\u00fcdischen, sondern mit allen Opfern von Herrschaft, Krieg und Gewalt ergibt, wie die Briefpassage ja ebenfalls deutlich macht. Eine solche Position ist sp\u00e4testens mit der B\u00fcchner-Exegese im\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Meridian<\/span>\u00a0und mit dem Bezug auf die Opfer der Atombombe im gro\u00dfen, den Band\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Sprachgitter<\/span>\u00a0von 1959 beschlie\u00dfenden Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Engf\u00fchrung<\/span>\u00a0in Celans Werk klar umrissen. Dennoch ist\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Denk dir<\/span>\u00a0ein emphatischer Ausdruck f\u00fcr Celans Verst\u00e4ndnis der historischen wie konkret lebenswirklichen Leistungen, die mit der Gr\u00fcndung und auch der Verteidigung des Staates Israel erreicht worden sind \u2013 ein Zeugnis der Solidarit\u00e4t des in der fernen Pariser Diaspora weilenden Juden Paul Celan mit Eretz Israel in Vergangenheit und Gegenwart. Die anaphorisch viermalig wiederkehrende Wendung \u201eDenk dir:\u201c, die jeden der vier Abschnitte des Gedichts einleitet, ist Ausdruck des Erstaunens (im Sinne einer kaum f\u00fcr m\u00f6glich gehaltenen Vorstellung), zugleich wird damit durch die imperativische Gestalt ein Auftrag an das \u201eDu\u201c adressiert. F\u00fcr den im Pariser Exil lebenden osteurop\u00e4ischen Juden Celan, dessen \u201eHeimat\u201c Bukowina als eine stark vom Judentum chassidischer Provenienz gepr\u00e4gte Kulturlandschaft buchst\u00e4blich ausgel\u00f6scht wurde, ist die Formulierung \u201eder Moorsoldat von Massada\/ bringt sich Heimat bei\u201c von gr\u00f6\u00dftem Kontrast zu allen Bildern der Entwurzelung und der Verbannung, wie sie etwa die Gedichte des Bandes\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Die Niemandsrose<\/span>\u00a0beschw\u00f6ren, in denen die von ihrer jeweiligen Gesellschaft verfemten, ausgesto\u00dfenen und verfolgten Dichter von Ovid \u00fcber Dante bis zu Mandel\u2019\u0161tam als Schicksalsgenossen und als Zeugen f\u00fcr die eigene Existenz im Kontext der Anfeindungen der Goll-Aff\u00e4re aufgerufen werden. Der \u201eMoorsoldat von Massada\u201c hypostasiert zwei zutiefst im kollektiven Ged\u00e4chtnis des Judentums verankerte historische Erfahrungen und bildet auf diese Weise eine Klammer von katastrophischer, aber auch widerst\u00e4ndiger und wehrhafter j\u00fcdischer Existenz: Der Begriff des \u201eMoorsoldaten\u201c verweist nat\u00fcrlich auf das gleichnamige Lied, das im Konzentrationslager B\u00f6rgermoor bei Papenburg von Insassen dieses KZs, Johann Esser, Wolfgang Langhoff und Rudi Goguel, geschaffen wurde, und das die eigene Situation als Zwangsarbeiter im Lager und im umliegenden Moor thematisiert. Dieses Lied wurde, vor allem nach der Bearbeitung durch Hanns Eisler, zum Inbegriff der Lagerdichtung und Ausdruck einer trotzigen Widerst\u00e4ndigkeit auch im Angesicht dieser existenziellen Bedrohung. Im ersten Abschnitt von Celans Gedicht klingen Motive an, die im Refrain und in der zweiten und dritten Strophe des\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Moorsoldatenlieds<\/span>\u00a0gestaltet sind. Die zweite und dritte Strophe lauten:<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">Hier in dieser \u00f6den Heide<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">ist das Lager aufgebaut,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">wo wir fern von jeder Freude<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">hinter Stacheldraht verstaut.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">Morgens ziehen die Kolonnen<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">in das Moor zur Arbeit hin,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">graben bei dem Brand der Sonne,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">doch zur Heimat steht der Sinn.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Das \u201aSich-Beibringen\u2018 von \u201eHeimat\u201c erscheint in Celans Gedicht als eine aktive Konsequenz aus der Formulierung des\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Moorsoldatenlieds<\/span>\u00a0abgeleitet, als etwas, was nach der Befreiung erfolgt, ja erfolgen muss, da die urspr\u00fcngliche Heimat in Europa verloren gegangen ist \u2013 eine Erfahrung, die so viele Juden w\u00e4hrend der Alia, der Auswanderung nach Pal\u00e4stina gemacht haben, wo sie sich eine neue Heimat aufbauen mussten. Und Celans Formulierung \u201ewider\/ allen Dorn im Draht\u201c greift den die Gefangenen zur Passivit\u00e4t verdammenden \u201eStacheldraht\u201c (\u201eHinter Stacheldraht verstaut\u201c) aus dem Lagerlied wieder auf und wendet dieses Motiv ebenfalls zu einer widerst\u00e4ndigen Geste. Dass Celan hier vom \u201eDorn\u201c spricht, stellt den Bezug zu seinem Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Psalm<\/span>\u00a0aus der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Niemandsrose<\/span>\u00a0her, welches in seinem Wortbestand auf die Dornenkrone und das Martyrium Christi anspielt. Zugleich wird durch diesen Gestus eine Umwertung der passiven Opfer des NS-Terrors zu aktiven, am Aufbau einer neuen \u201eHeimat\u201c beteiligten Schaffenden vorgenommen, wobei die von Celans Briefpartner Franz Wurm zun\u00e4chst kritisch kommentierte superlativische Formulierung \u201eaufs\/ unausl\u00f6schlichste\u201c (vgl. Celan\/Wurm, S. 73) dem Prozess gewisserma\u00dfen das\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Signum indelebile<\/span>\u00a0einpr\u00e4gt und dieser so fast zu einer Ritualhandlung sakramental stilisiert erscheint. Mit dem Namen der am s\u00fcdlichen Rand des Toten Meeres auf einem Hochplateau gelegenen Festung \u201eMassada\u201c wird ein Topos aufgerufen, der wie kein zweiter als Symbol f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis des Judentums als einer wehrhaften Nation steht. Die von Herodes ausgebaute Palastfestung war Schauplatz des letzten Widerstandes w\u00e4hrend des J\u00fcdischen Krieges gegen die r\u00f6mische Besatzungsmacht. Der j\u00fcdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus, dessen Werk \u00fcber den J\u00fcdischen Krieg die wichtigste Quelle zu den Ereignissen bildet, schildert, wie sich nach dem Fall von Jerusalem im Jahr 70 n. Chr. auf der Bastion eine Gruppe von Zeloten mit ihren Familien unter der F\u00fchrung von Eleasar ben Ja\u2018ir verschanzt hatte. Erst nach einer monatelangen Belagerung konnte im April 74 das r\u00f6mische Heer die Festung einnehmen, nachdem in der Nacht zuvor sich die gesamte dort ausharrende j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung, 960 M\u00e4nner, Frauen und Kinder, den Tod gegeben hatte. Da Suizid f\u00fcr die gl\u00e4ubigen Juden eine schwere S\u00fcnde darstellt, waren zehn M\u00e4nner ausgelost worden, die das blutige Werk ausf\u00fchrten. Mit dieser Niederlage setzte die endg\u00fcltige Vertreibung der Juden aus ihrer Heimat ein, die Zeit der Diaspora begann. Doch ist in der j\u00fcdischen \u00dcberlieferung an den Ort nicht nur die Erinnerung an Niederlage und Vertreibung gebunden, sondern Masada fungiert vor allem auch als Grundmythos j\u00fcdischer Kampf- und Opferbereitschaft. Die Devise \u201eMasada darf nie mehr fallen\u201c ist Teil der Staatsdoktrin des modernen Israels, Ausdruck des Willens, nie wieder Opfer fremder Gewalt zu werden, und zugleich auch der Grundmythos der milit\u00e4rischen Traditionen der israelischen Armee: Bis heute finden die Rekrutenvereidigungen in Masada statt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die F\u00fcgung \u201eder Moor<span class=\"CharOverride-7\">soldat<\/span>\u00a0von Massada\u201c in\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Denk dir<\/span>\u00a0versinnbildlicht daher die Entwicklung von den Opfern der Geschichte zu wehrhaften und t\u00e4tigen Verteidigern einer auch innerlich neu zu erringenden, zu \u201aerlernenden\u2018 \u201eHeimat\u201c, als die sich jene Bewohner des Staates Israel bew\u00e4hren, gerade auch in schwierigen Zeiten, als diese \u201eHeimat\u201c milit\u00e4risch bedroht wird, wie dies im Sechstagekrieg der Fall war. Zugleich ist das Gedicht aber auch eine Selbstermutigung des Dichters, die er an eine prominente Stelle, n\u00e4mlich ans Ende seines 1968 publizierten Gedichtbands\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Fadensonnen<\/span>\u00a0platzierte. Das zeigt nicht zuletzt der Wechsel der Pronomen von \u201eEr\u201c in der ersten zu \u201eDu\u201c in der zweiten und dritten bis zum \u201eIch\u201c in der vierten Versgruppe an. Die F\u00fchrung des \u201eDus\u201c durch die \u201eAugenlosen ohne Gestalt\u201c im zweiten Versabschnitt, die zum \u201aErstarken\u2018 der Du-Instanz f\u00fchren, verweisen auf die j\u00fcdischen Toten der Verfolgung vom Beginn der Vertreibung durch die R\u00f6mer bis zu den Gemordeten der Schoah in der j\u00fcngsten Vergangenheit. Die \u201eeigene Hand\u201c ist ein Terminus, der bei Celan die kreat\u00fcrliche Individualit\u00e4t des Menschen symbolisiert, gleichzeitig aber auch f\u00fcr die Besonderheit der T\u00e4tigkeit steht \u2013 und dies vor allem auch in Bezug auf die T\u00e4tigkeit des Schreibens, wodurch dieses Motiv autoreflexive poetologische Z\u00fcge tr\u00e4gt: \u201eNur wahre H\u00e4nde schreiben wahre Gedichte.\u201c So hei\u00dft es im Brief Celans an Hans Bender vom 18. Mai 1960 (GW III, S. 177). Doch ist vordergr\u00fcndig auch das gro\u00dfe gesellschaftliche Projekt der Kultivierung des Landes, die bereits im Zuge des zionistischen Aufbruchs nach Pal\u00e4stina, der Alia, sich formierende Kibbuz-Bewegung gemeint, wenn formuliert wird, \u201edeine\/ eigene Hand\/ hat dies wieder\/ ins Leben empor-\/ gelittene\/ St\u00fcck\/ bewohnbarer Erde\/ gehalten\u201c. Die Bedingung f<span lang=\"ar-SA\">\u00fcr eine solche Art der Wiederbelebung der Heimat-\u201eErde\u201c ist der Aufstieg durch das Leiden, das \u201aEmpor-gelittene\u2018<\/span>, wobei der durch das Wort hindurchgehende Zeilenbruch wie eine segmentierende Narbe die Spur der Verheerungen und des Leidens sprachgestisch festh\u00e4lt und markiert. Auch dies ist eine Dimension der Zeugenschaft des j\u00fcdischen Schicksals bei Celan. Die Bewegung dieser nun neuen historischen Erfahrung kommt wie eine Art der Epiphanie auf das \u201eIch\u201c der letzten Versgruppe zu, wobei \u201aName\u2018 und \u201aHand\u2018 wiederum als Identit\u00e4tsmarker eingesetzt sind, hier adjektivisch als Komposita mit der Qualit\u00e4t des \u201aWachseins\u2018 verkn\u00fcpft. Bei Celan figuriert der Gegensatz von Wachsein und Schlafen h\u00e4ufig, wie etwa in der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Engf\u00fchrung<\/span>, zu der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Denk dir<\/span>\u00a0in diesem Punkt starke motivische Bez\u00fcge aufweist, als Gegensatz von Lebendig- und Totsein. In der Fassung, die Celan in dem Brief vom 8. Juni 1967 an Franz Wurm schickte, hatte es noch in einer beide Grundbegriffe synthetisierenden F\u00fcgung \u201ehandnamenwahr\u201c gehei\u00dfen. Noch relevanter ist allerdings die Ver\u00e4nderung bez\u00fcglich der Schlusswendung. In der Fassung f\u00fcr Franz Wurm lautete der letzte Vers: \u201evom Allverwandelnden her\u201c (Celan\/Wurm, S. 72). Dieser Begriff weist deutlich in theologische oder aber philosophische Bedeutungssph\u00e4ren. Gerade darauf bezieht sich die signifikanteste Kritik Wurms in dessen Antwortbrief von 11. Juni 1967. Wurm schreibt: \u201e<span class=\"CharOverride-7\">Das eine Wort, das Sie nicht aus mir geholt haben, ist \u201aAllverwandelnden\u2018: &#8211; die Berufung auf eine Instanz, die weder zustimmen noch widersprechen kann, gibt mir in diesem Kontext einen Stich. Jeder Widersacher k\u00f6nnte sich auf die gleiche Instanz berufen, hat es in den letzten Tagen (u. Jahrzehnten) bis zum Irrwitz getan, u. mag ich das Wort bei Ihnen nun zu recht oder zu unrecht gleichsam als das angeborene Recht verstehen: es f\u00e4rbt sich hier, statt als Pr\u00e4misse, trotz der beiden Zeilen, die ihm vorausgehen, als Argument. Nochmals: wahrscheinlich bin ich auf solche Berufungen (als Argumente) besonders u. \u00fcberempfindlich \u2026 aber dann m\u00f6chte ich Sie wenigstens wissen lassen, da\u00df es eine solche Scheu gibt<\/span>\u201c (Celan\/Wurm, S. 73).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wurm m\u00f6chte eine solche metaphysische Instanz als Begr\u00fcndungsinstanz im Zusammenhang dieses Gedichts nicht gelten lassen, d.h. er m\u00f6chte gewisserma\u00dfen die Legitimierung des historischen Prozesses der \u201eHeimat\u201c-Gewinnung und Verteidigung, auf den sich Israel beruft, nicht einer theologischen Fundierung anheimfallen lassen. Er<span lang=\"ar-SA\">\u00a0m\u00f6chte Celans Gedicht absetzen von\u00a0<\/span>m\u00f6glichen theologisch-orthodoxen Deutungsmustern, die in der Staatsgr\u00fcndung Israels die Erf\u00fcllung der g\u00f6ttlichen Verhei\u00dfung erblicken wollen. Vielmehr \u2013 und das sieht der sympathetische Dichterkollege ganz klar \u2013 ist es doch die Perspektive der Opfer von zweitausend Jahren Verfolgung, m\u00fcndend im gr\u00f6\u00dften Verbrechen, der Shoah, die hier dem Vorgang eine unabweisbare und ewig-g\u00fcltige (\u201ef\u00fcr immer\u201c) Legitimit\u00e4tsgrundlage bereitstellt. Diese s\u00e4kulare Perspektive w\u00fcrde, so das Argument Wurms, durch die Formulierung \u201evom Allverwandelnden her\u201c getr\u00fcbt, zumal die missbr\u00e4uchliche Berufung auf solche metaphysischen Instanzen (man nenne sie Gott, das Schicksal, die Weltrevolution etc.) gerade auch in der<span lang=\"ar-SA\">\u00a0j\u00fcngeren und j\u00fcngsten Vergangenheit zur vermeintlichen Legitimierung der schlimmsten Ver\u00adbrechen gegen die Menschheit immer wieder herangezogen worden sind, wie Wurm insinuiert. Dies scheint auch Celan\u00a0<\/span>eingeleuchtet zu haben, denn er \u00e4ndert den Schlussvers seines Gedichts hin zu \u201evom Unbestattbaren her\u201c, was nun wieder zweifelsfrei die j\u00fcdische Leidensgeschichte und die Opfer, die nicht bestattet werden k\u00f6nnen (wie etwa das \u201eGrab in der Luft\u201c aus der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Todesfuge\u00a0<\/span>indiziert), als Begr\u00fcndungszusammenhang einsetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">II.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In Celans Auseinandersetzung mit dem eigenen Judentum nimmt die Israel-Reise vom Herbst 1969 eine besondere Stellung ein, sie ist gewisserma\u00dfen ein biographischer Kulminationspunkt. Die Einladung des Hebr\u00e4ischen Schriftstellerverbands gab Celan die Gelegenheit, vom 30. September bis zum 17. Oktober 1969 die St\u00e4tten mit eigenen Augen zu \u00adsehen, die als \u00adgeistige \u00adKomplexe schon zuvor in seiner Dichtung und seinem Denken pr\u00e4sent gewesen waren, und so einen Abgleich der inneren Vorstellungen und Projektionen mit der Wirklichkeit vorzunehmen. Hatte es zuvor \u00dcberlegungen hinsichtlich einer m\u00f6glichen Auswanderung nach Israel gegeben, so hatten die dortigen Erfahrungen Celan dazu gebracht, solche Erw\u00e4gungen aufzugeben. Am 14. Oktober hielt Celan eine kleine Rede vor dem Hebr\u00e4ischen Schriftstellerverband in Tel Aviv. In diesem Text kommen nicht allein die pers\u00f6nlichen Hoffnungen, Einstellungen und \u00dcberzeugungen des Autors hinsichtlich des j\u00fcdischen Staats und seiner Gesellschaft zum Ausdruck, ebenso wie seine existenzielle Situation, sondern es lassen sich in der Rede auch deutliche Bez\u00fcge zu den Motivkomplexen ausmachen, die in dem Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Denk dir<\/span>\u00a0vorgepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p class=\"ZWISCHEN ParaOverride-27\">Ansprache vor dem hebr\u00e4ischen Schriftstellerverband<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG ParaOverride-27\"><span class=\"CharOverride-7\">Ich bin zu Ihnen nach Israel gekommen, weil ich das gebraucht habe.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-27\"><span class=\"CharOverride-7\">Wie nur selten eine Empfindung, beherrscht mich, nach allem Gesehenen und Geh\u00f6rten, das Gef\u00fchl, das Richtige getan zu haben \u2013 ich hoffe, nicht nur f\u00fcr mich allein.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-27\"><span class=\"CharOverride-7\">Ich glaube einen Begriff zu haben von dem, was j\u00fcdische Einsamkeit sein kann, und ich verstehe, inmitten von so vielem, auch den dankbaren Stolz auf jedes selbstgepflanzte Gr\u00fcn, das bereitsteht, jeden, der hier vorbeikommt zu erfrischen; wie ich die Freude begreife \u00fcber jedes neuerworbene, selbsterf\u00fchlte erf\u00fcllte Wort, das herbeieilt, den ihm Zugewandten zu st\u00e4rken \u2013 ich begreife das in diesen Zeiten der allenthalben wachsenden Selbstentfremdung und Vermassung. Und ich finde hier, in dieser \u00e4u\u00dferen und inneren Landschaft, viel von den Wahrheitszw\u00e4ngen, der Selbstevidenz und der weltoffenen Einmaligkeit gro\u00dfer Poesie. Und ich glaube mich unterredet zu haben mit der gelassen-zuversichtlichen Entschlossenheit, sich im Menschlichen zu behaupten.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess ParaOverride-28\"><span class=\"CharOverride-7\">Ich danke all dem, ich danke Ihnen.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-29\">Tel-Aviv, am 14. Oktober 1969<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Wie in dem Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Denk dir<\/span>\u00a0erscheint die Kultivierung der Landschaft intrinsisch verkn\u00fcpft mit der Wahrhaftigkeit dichterischen Sprechens, \u201eder Selbst\u00adevidenz und der weltoffenen Einmaligkeit gro\u00dfer Poesie\u201c; auch das Motiv des St\u00e4rkens und Erstarkens kehrt hier wieder. Israel Chalfen hat in seinem Bericht \u00fcber Celans Lesung im Saal des Journalisten-Hauses in Jerusalem am 9. Oktober vermerkt, dass Celan als letztes Gedicht seines Vortrags\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Denk dir<\/span>\u00a0pr\u00e4sentierte, ein Beleg f\u00fcr die besondere Bedeutung, die der Autor diesem Text als einem Zeugnis seiner Verbundenheit mit dem Schicksal Israels beima\u00df.<\/p>\n<p class=\"fliess\">F\u00fcr Celan war die Israel-Reise vor allem aber auch verbunden mit dem Wiedersehen von alten Freunden und Bekannten aus der alten, der verlorenen Heimat von Czernowitz und der Bukowina. Gerade hinsichtlich der geteilten Erfahrungen des Verlusts waren diese Begegnungen f\u00fcr Celan, der in den Jahren zuvor zahlreiche Krisen durchlitten hatte, in deren Verlauf er sich mehrfach l\u00e4ngeren, qu\u00e4lenden Aufenthalten in psychiatrischen Einrichtungen hatte unterziehen m\u00fcssen, von entscheidender Bedeutung \u2013 auch auf diesen Hintergrund ist sein Wort von der \u201ej\u00fcdische[n] Einsamkeit\u201c und deren tiefempfundenes Verst\u00e4ndnis gem\u00fcnzt. Die wichtigste dieser Begegnungen war zweifelsohne die mit Ilana Shmueli, mit der ihn eine Liebesbeziehung verband, die \u2013 wie so h\u00e4ufig in Celans Leben \u2013 Momente der Begl\u00fcckung wie solche des Befremdens miteinander verquickte. (Auch ihr hatte Celan \u00fcbrigens bereits im Juni 1967 eine Abschrift von\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Denk dir<\/span>\u00a0postalisch zukommen lassen.) Mit Shmueli erlebte Celan auf gemeinsamen Spazierg\u00e4ngen die Stadt Jerusalem (und auch andere St\u00e4tten des Heiligen Landes), Jerusalem, das geistige wie geistliche, historische wie gegenw\u00e4rtige Zentrum des Judentums, und es ist diese Verbindung, die das Erlebnis f\u00fcr Celan pr\u00e4gte, wie seine in diesem Zusammenhang entstandenen Gedichte offenbaren. Wie Goethe in den\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">R\u00f6mischen Elegien<\/span>, so wird in diesen Gedichten Celans die besondere Erfahrung der Stadt mit einer Liebesbeziehung verkn\u00fcpft. Dadurch entsteht die spezifische Perspektive einer Wahrnehmung, in der gegenw\u00e4rtiges Erleben sich mit Schichten historischer und pers\u00f6nlicher Tiefendimensionen und Auseinandersetzungen verbindet. Celans Besch\u00e4ftigung mit dem eigenen Judentum ebenso wie die nicht unproblematische Befasstheit mit den religi\u00f6sen Traditionen einschlie\u00dflich der j\u00fcdischen Mystik kommen hier im direkten Kontakt mit der biblischen Landschaft zum Tragen, aktiviert durch die Begegnung mit einem weiblichen j\u00fcdischen Du im Zeichen des Eros, das in dialogischen Bezug gesetzt wird zu den Schwierigkeiten der eigenen Person im Umgang mit seiner Biographie, die so viel Leidvolles und Traumatisches enth\u00e4lt. Die Erlebnisse beim gemeinsamen Gang durch die von \u00dcberlieferung ges\u00e4ttigte Stadt Jerusalem und die St\u00e4tten Israels geraten im Lichte dieser Beziehung zu Epiphanien, deren Signifikanz und Offenbarungscharakter anders als eine rein messianische Entbergung allerdings im Opaken und Ambivalenten verharrt, wodurch die Schwierigkeiten, die Zweifel und die Skepsis \u2013 in Bezug auf das eigene Ich, das Du, aber auch Gott und die Wirkmacht des \u00dcberlieferten \u2013 in keiner Weise ausgeblendet oder gar \u00fcberwunden werden. Davon zeugt der im Nachlass Celans befindliche Zyklus von 19 Gedichten, der \u201eIlana\u201c \u00fcberschrieben ist, wobei die Gedichte zwischen September 1969 und Februar 1970, nach dem Besuch Shmuelis bei Celan in Paris, datiert sind. Barbara Wiedemann, die Herausgeberin der gesammelten Gedichte, weist in \u00adihrem Kommentar darauf hin, dass Celan zu seinen Lebzeiten nur Ilana Shmueli alle 19 Gedichte geschickt habe. Dies spricht, bei aller Repr\u00e4sentativit\u00e4t, f\u00fcr den intimen Charakter dieser Art von poetischer Kommunikation, die, wie Shmueli in ihren Erinnerungen anmerkt, von Celan oft als Ausdruck einer \u201eBegegnung im \u201aBuberschen Sinn\u2018\u201c apostrophiert wurde. Hier erweist sich, wie die dialogische Offenheit, die Martin Buber in seiner Philosophie des\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Ich und Du<\/span>\u00a0propagierte, f\u00fcr Celans Denken und Dichten bis zu seinem Ende von zentraler Relevanz geblieben ist, als eine spezifische Form von Welt- und Ichbezug. Die doppelte Perspektive zwischen Pers\u00f6nlichstem und der Signifikanz der von der kollektiven Geschichte getr\u00e4nkten Landschaft, wie auch der Zuschreibungen und (Heils-)Erwartungen, die an sie gebunden sind, dominiert auch das dritte der Gedichte dieses Zyklus,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Die Glut<\/span>, in dem eben diese Offenheit des Du wie bei Buber als existenzielle wie ph\u00e4nomenologische, aber auch erotisch-sexuell konnotierte Grunddisposition exponiert wird.<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">DIE GLUT<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">z<\/span><span class=\"CharOverride-31\" lang=\"ar-SA\">\u00e4hlt uns zusammen<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">im Eselsschrei vor<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">Absaloms Grab, auch hier,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">Gethsemane, dr\u00fcben,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">das umgangene, wen<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\" lang=\"ar-SA\">\u00fcberh\u00e4ufts?<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-30\"><span class=\"CharOverride-31\">Am n\u00e4chsten der Tore tut sich<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-31\"><span class=\"CharOverride-31\">nichts auf,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-30\"><span class=\"CharOverride-31\">\u00fcber dich, Offene, trag ich dich<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-31\"><span class=\"CharOverride-31\">zu mir.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In ihren Aufzeichnungen von Celans Besuch in Israel hat Shmueli die Wege verzeichnet, die sie zusammen gegangen sind, hier lassen sich alle Realien des Gedichts wiederfinden: der Gang zu Absaloms Grab im Kidron-Tal, der Garten Gethsemane, der w\u00e4hrend des Wegs nicht betreten wurde, die Nennung mehrerer Jerusalemer Stadttore (Abu-Tor, Zions-Tor, Jaffa-Tor), sogar die Erw\u00e4hnung \u201eEsel und Maultiere schreien\u201c. Doch diese Erlebnisgrundlagen katalysiert, sublimiert und erweitert Celans Gedicht zu einer Aussage von allgemeinerer und weitereichender Erfahrung: Die titelgebende \u201eGlut\u201c ist nicht allein ein klimatischer Index, es ist auch die Temperaturanzeige des beide verbindenden Liebesbegehrens, welches das \u201aZusammenz\u00e4hlen\u2018 erm\u00f6glicht \u2013 mit \u201eEselsschrei\u201c und \u201eAbsalom\u201c gehen weitere Konnotationen des Begehrens einher. Doch die Beziehung der beiden Liebenden wird vor dem Hintergrund des der Stadt Jerusalem eingeschriebenen Verh\u00e4ltnisses von Altem und Neuem Testament, von j\u00fcdischer und christlicher Verhei\u00dfung, aber auch damit einhergehender Rebellion und Verzweiflung entfaltet. Mit der deiktischen Struktur von \u201ehier\u201c-\u201eAbsaloms Grab\u201c und \u201edr\u00fcben\u201c-\u201eGethsemane\u201c wird eine Zuordnung der beiden zu diesem Verh\u00e4ltnis vorgenommen (dies erinnert an das \u201edr\u00fcben\u201c des M\u00fcnsters im Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Z\u00fcrich, Zum Storchen<\/span>), die der Position und Haltung der Juden Celan und Shmueli zum Christentum entspricht \u2013 es wird \u201aumgangen\u2018. Zugleich wird allerdings mit der Frage \u201e[W]en\/ \u00fcberh\u00e4ufts?\u201c die nach dem Geltungsbereich offengelassen. Die Frage nach dem Offenbarungscharakter verl\u00e4ngert sich in die beiden das Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Die Glut<\/span>\u00a0beschlie\u00dfenden Verse, die einen Gegensatz zwischen einer verweigerten topographisch-allegorisch und damit religi\u00f6sen \u00d6ffnung und einer erf\u00fcllten in der erotischen Beziehung konstruieren. Auch wenn darauf hingewiesen wurde, dass das \u201an\u00e4chste der Tore\u2018 mit Blick auf die topographischen Gegebenheiten des Gedichts nicht das zugemauerte \u201eGoldene Tor\u201c, auch \u201eTor des Erbarmens\u201c genannt, sein kann, so ist im Kontext der Motivik des Gedichts die Assoziation naheliegend, denn dieses Tor soll sich nach j\u00fcdischer Glaubensvorstellung erst dann wieder \u00f6ffnen, wenn der Messias kommt. In diesem Sinn figuriert das \u201eTor des Erbarmens\u201c in einem anderen Gedicht des Zyklus,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Die Pole<\/span>, auch hier wieder in einer \u00dcberblendung von messianischen und erotischen Offenbarungen. Diese Konzeption einer m\u00f6glichen Transzendenz kann man, wie auch die Kombination von Liebesdichtung und Elegie in Celans Lyrik, anst\u00f6\u00dfig finden, aber sie entspricht durchaus anderen Formen religi\u00f6s-mystischer Dichtung, beginnend mit dem Hohen Lied Salomons. Selbst wenn sich Celans Vorstellung von einer dauerhaften \u00dcbersiedlung nach Israel nicht realisieren lie\u00df, wie er selbst einsehen musste, so haben ihn die Erfahrungen der Israel-Reise zu einem letzten gro\u00dfen H\u00f6hepunkt seines Dichtens vor seinem zu fr\u00fchen Verstummen gef\u00fchrt, der beides zugleich ist, Liebesdichtung und Ausdruck dessen, was Celan als sein \u201epneumatisches Judentum\u201c bezeichnete.<span class=\"CharOverride-48\">\u00a0<\/span><span class=\"CharOverride-48\"><img decoding=\"async\" class=\"_idGenObjectAttribute-3\" src=\"debatte_2_2021_22_BACKUP-web-resources\/image\/23.png\" alt=\"\" \/><\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">DIE POLE<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">sind in uns,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">un\u00fcbersteigbar<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">im Wachen,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">wir schlafen hin\u00fcber, vors Tor<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">des Erbarmens,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">ich verliere dich an dich, das<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">ist mein Schneetrost,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">sag, da\u00df Jerusalem\u00a0<\/span><span class=\"CharOverride-34\">ist<\/span><span class=\"CharOverride-31\">,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">sags, als w\u00e4re ich dieses<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">dein Wei\u00df,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">als w\u00e4rst du<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">meins,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">als k\u00f6nnten wir ohne uns wir sein,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">ich bl\u00e4ttre dich auf, f\u00fcr immer,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">du betest, du bettest<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-26\"><span class=\"CharOverride-31\">uns frei.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paul Celan hat in seinem Werk nicht nur an die ermordeten Juden Europas erinnert \u2013 eine Erinnerung, die vielen Zeitgenossen in den L\u00e4ndern der T\u00e4ter mehr als unangenehm war \u2013, sondern er hat in seinen Texten auf vielf\u00e4ltige Weise die Frage aufgeworfen, was j\u00fcdische Existenz nach der Schoah eigentlich bedeutet oder bedeuten kann. Es geht&hellip;<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":97571,"menu_order":1312,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32238","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-literatur","focus-area-literatur"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>&quot;es stand Jerusalem um uns&quot; - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"&quot;es stand Jerusalem um uns&quot; - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Paul Celan hat in seinem Werk nicht nur an die ermordeten Juden Europas erinnert \u2013 eine Erinnerung, die vielen Zeitgenossen in den L\u00e4ndern der T\u00e4ter mehr als unangenehm war \u2013, sondern er hat in seinen Texten auf vielf\u00e4ltige Weise die Frage aufgeworfen, was j\u00fcdische Existenz nach der Schoah eigentlich bedeutet oder bedeuten kann. Es geht&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-01-13T11:02:08+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Celan_1200x675-1.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"675\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"24 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\\\/\",\"name\":\"\\\"es stand Jerusalem um uns\\\" - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Celan_1200x675-1.jpg\",\"datePublished\":\"2023-07-17T12:34:36+00:00\",\"dateModified\":\"2025-01-13T11:02:08+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Celan_1200x675-1.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Celan_1200x675-1.jpg\",\"width\":1200,\"height\":675},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"&#8220;es stand Jerusalem um uns&#8221;\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"\"es stand Jerusalem um uns\" - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"\"es stand Jerusalem um uns\" - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Paul Celan hat in seinem Werk nicht nur an die ermordeten Juden Europas erinnert \u2013 eine Erinnerung, die vielen Zeitgenossen in den L\u00e4ndern der T\u00e4ter mehr als unangenehm war \u2013, sondern er hat in seinen Texten auf vielf\u00e4ltige Weise die Frage aufgeworfen, was j\u00fcdische Existenz nach der Schoah eigentlich bedeutet oder bedeuten kann. Es geht&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2025-01-13T11:02:08+00:00","og_image":[{"width":1200,"height":675,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Celan_1200x675-1.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"24 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/","name":"\"es stand Jerusalem um uns\" - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Celan_1200x675-1.jpg","datePublished":"2023-07-17T12:34:36+00:00","dateModified":"2025-01-13T11:02:08+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Celan_1200x675-1.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Celan_1200x675-1.jpg","width":1200,"height":675},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/es-stand-jerusalem-um-uns-judentum-in-paul-celans-spaeten-gedichten\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"&#8220;es stand Jerusalem um uns&#8221;"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":97586,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32238\/revisions\/97586"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97571"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}