{"id":32239,"date":"2023-07-17T14:34:38","date_gmt":"2023-07-17T12:34:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=celan-juedische-und-katholische-tradition"},"modified":"2025-01-13T11:57:53","modified_gmt":"2025-01-13T10:57:53","slug":"im-finstern-einander-nah-juedische-und-katholische-traditionssplitter-in-paul-celans-gedicht-benedicta","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/im-finstern-einander-nah-juedische-und-katholische-traditionssplitter-in-paul-celans-gedicht-benedicta\/","title":{"rendered":"Im Finstern einander nah"},"content":{"rendered":"<div id=\"_idContainer373\" class=\"_idGenObjectStyleOverride-2\">\n<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-6\">R<\/span>oland Barthes hat in seinem Buch\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Fragmente einer Sprache der Liebe\u00a0<\/span>in alphabetischer Reihung von A bis Z Redeweisen, Strategien und Praktiken der Liebe ausgeleuchtet. Auf eines ist er in seinem eindr\u00fccklichen Katalog nicht eingegangen, das Zueinanderfinden zweier Menschen \u00fcber den Sprechakt des Segens. Um diese Leerstelle wird es im Folgenden gehen. Denn Paul Celans Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>, das dem Zyklus\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Die Niemandsrose<\/span> (1963) entstammt, ist ein poetisches Zeugnis f\u00fcr eine Begegnung unter dem Vorzeichen des Segens. Fremdheit und Differenz zwischen Ich und Du werden \u00fcberwunden durch das gemeinsame Gedenken des Leidens. Celans Gedicht greift j\u00fcdische und katholische Traditionssplitter auf, um das \u00fcberraschende Zueinanderfinden von Ich und Du sprachlich zu inszenieren, ja es greift auf den Sprechakt des Segnens zur\u00fcck, um die Angesprochene auszuzeichnen, ja zu signieren: sie, die vertraut ist mit den Finsternissen, sie, die den Abbruch der Stimme registriert und \u201edasselbe, das andere \/ Wort\u201c gesprochen hat.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0weist W\u00f6rter auf, die an keiner anderen Stelle im Gesamtwerk Paul Celans belegt sind. Sie entstammen beinahe ausnahmslos dem sakralen Bereich: \u201eBenedicta\u201c, \u201eV\u00e4ter\u201c, \u201ePneuma\u201c, \u201eTeneberleuchter\u201c, \u201eGe-\/benedeiet\u201c und \u201eGe-\/bentscht\u201c. Das singul\u00e4re Vorkommen dieser W\u00f6rter sowie die erstmalige Verwendung des Jiddischen in einem Gedicht von Celan werfen ein Licht auf die Einzigartigkeit des Zeugnisses, das hier versucht wird: Die Ann\u00e4herung eines Menschen an einen anderen \u00fcber den Sprechakt der Segnung. Dass es dar\u00fcber hinaus auch um eine Begegnung zweier unterschiedlicher religi\u00f6ser Traditionen geht, der j\u00fcdischen und der katholischen, bezeugen die unterschiedlichen Kontexte, denen die sakralen Begriffe entstammen.<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(1)\u00a0<\/span>Zum j\u00fcdischen Kontext geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"AUFZ-HLUNG-GELB\">das Motto (ein jiddisches Lied, das auf eine\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Selicha<\/span>\u00a0\u2013 ein S\u00fchne- und Bu\u00dfgebet des Jom Kippur \u2013 zur\u00fcckgeht, und im 16. Jahrhundert von Salomo Ephraim ben Aaron, Rabbiner in Prag, gedichtet wurde)<\/li>\n<li class=\"AUFZ-HLUNG-GELB\">der jiddische Einschub\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">\u2018s mus asoj sajn<\/span>\u00a0(Z. 14)<\/li>\n<li class=\"AUFZ-HLUNG-GELB\">die V\u00e4ter (die alttestamentlichen Patriarchen; Z. 3 und 4)<\/li>\n<li class=\"AUFZ-HLUNG-GELB\">ge-\/<span class=\"CharOverride-7\">bentscht<\/span>\u00a0(von jiddisch: bentschen = segnen; Z. 24f)<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(2)\u00a0<\/span>Zum katholischen Kontext geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"AUFZ-HLUNG-GELB\">der Titel\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>, dem\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Ave Maria<\/span>\u00a0entnommen<\/li>\n<li class=\"AUFZ-HLUNG-GELB\">Pneuma (Z. 5, findet sich h\u00e4ufig im Neuen Testament, aber schon vorher als griechisches \u00c4quivalent zu hebr.:\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ruach<\/span>)<\/li>\n<li class=\"AUFZ-HLUNG-GELB\">Teneberleuchter (Kultgegenstand der Karliturgie vor dem II. Vatikanum; Z. 11)<\/li>\n<li class=\"AUFZ-HLUNG-GELB\">Gebenedeiet (das deutsche \u00c4quivalent zu\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>;<br \/>\nZ. 19)<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Neben der M\u00f6glichkeit, die im Gedicht verwendeten sakralen W\u00f6rter nach ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zu religi\u00f6sen Kontexten zu ordnen und die Begegnung zwischen einem j\u00fcdischen Ich und einem katholischen Du als interreligi\u00f6se Begegnung zu lesen, gibt es eine zweite vom Titel des Gedichts selbst nahegelegte Lesart, n\u00e4mlich die, das lateinische\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0als Thema und die verschiedenen \u00c4quivalente (Ge-\/segnet, Gebenedeiet, Ge-\/<span class=\"CharOverride-7\">bentscht<\/span>) als Variationen zu begreifen. Dabei kommen die unterschiedlichen Varianten im Bedeutungsgehalt \u00fcberein, ohne je \u2013 und das wird f\u00fcr die folgenden \u00dcberlegungen wichtig sein \u2013 ausdr\u00fccklich\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">die<\/span>\u00a0Instanz ins Spiel zu bringen, auf die beim Segnen rekurriert wird. Jede Segnung geschieht im Namen einer Instanz, von der her der Segen gesprochen wird. Es scheint, dass Celan in\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0die poetische Absicht verfolgt, von dieser Gr\u00f6\u00dfe zu sprechen, ohne sie direkt beim Namen zu nennen. Auf dieses paradoxe Ph\u00e4nomen m\u00f6chte ich bei der Deutung das Augenmerk lenken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">I.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Schon der Titel\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0zeigt das Thema der Segnung an (<span class=\"CharOverride-7\">benedicere<\/span>\u00a0= loben, preisen, segnen); zugleich wird durch die weibliche Form (benedict<span class=\"CharOverride-7\">a<\/span>, nicht: benedict<span class=\"CharOverride-7\">us<\/span>) die Identit\u00e4t des angesprochenen Du n\u00e4her bestimmt. Die deutsche Variante \u201egebenedeiet\u201c sowie die Wendungen \u201eseist du\u201c und \u201egr\u00fc\u00dfen\u201c verweisen auf das\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Ave Maria<\/span>: \u201eAve Maria, gratia plena, benedicta tu in mulieribus et benedictus fructus ventris tui Iesus\u201c (Vulgata Lk 1,28). Allerdings geh\u00f6rt es zur Eigenart des Gedichts, dass es auf marianische Sprache zur\u00fcckgreift, ohne ausdr\u00fccklich von Maria zu reden. Im Gegenteil: Dem lateinischen Wort\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0wird vielmehr ein jiddisches Lied als Motto zur Seite gestellt, das die Frage aufwirft, ob man zu Gott in den Himmel gehen k\u00f6nne, um ihn zu fragen, ob es so, wie es ist, sein d\u00fcrfe. Damit ist \u2013 in der Tradition Hiobs \u2013 die Theodizeefrage aufgeworfen. Beide Traditionen aber, die j\u00fcdische wie die katholische, laufen in einem Namen zusammen, der durch die \u00dcberschrift des Gedichts evoziert wird. Es handelt sich um die Husserl-Sch\u00fclerin Edith Stein (1891\u20131942), die den Namen Teresia\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0a cruce annahm, als sie vom Judentum zum katholischen Glauben \u00fcbertrat und Karmelitin wurde, bevor sich im August 1942 die Spuren ihres Lebens im Vernichtungslager Auschwitz verlieren. Allerdings gibt das Gedicht zun\u00e4chst keinen eindeutigen Hinweis darauf, ob ein solcher Bezug gegeben ist, vielmehr hei\u00dft es von der, die hier angesprochen wird:<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">Ge-<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">trunken hast du,<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">was von den V\u00e4tern mir kam<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">und von jenseits der V\u00e4ter:<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">\u2013 \u2013 Pneuma.<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">und weiter:<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">Ge-<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">segnet seist du, von weit her, von<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">jenseits meiner<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">erloschenen Finger.<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Schon im ersten Gedichtteil wird eine Gr\u00f6\u00dfe ins Spiel gebracht, die nicht n\u00e4her benannt wird, etwas, was\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">von den V\u00e4tern<\/span>\u00a0kommt und\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">von jenseits der V\u00e4ter<\/span>. Die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">V\u00e4ter<\/span>\u00a0stehen im Judentum ebenso f\u00fcr das religi\u00f6se Erbe (Bund und Verhei\u00dfung) wie f\u00fcr die genealogische Abstammung. Das h\u00e4ufige Vorkommen \u00e4hnlicher Wortchiffren wie \u201eGeschlechterkette\u201c (GW I, 274), \u201eRadix\u201c, \u201eMatrix\u201c, \u201eSame\u201c, \u201eWurzel\u201c und \u201eStamm\u201c zeigt an, dass es Celan in der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Niemandsrose<\/span>\u00a0um eine Auseinandersetzung mit seiner j\u00fcdischen Herkunft geht. Das Du aber ist dem Ich, von dem es angesprochen wird, dadurch verbunden, dass es vom Pneuma der V\u00e4ter und \u201ejenseits der V\u00e4ter\u201c getrunken hat. \u00dcber die geistige Aneignung des religi\u00f6sen Erbes legt<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0Benedicta<\/span>\u00a0durch die Rede vom Trinken zugleich einen k\u00f6rperlichen Vorgang nahe. In einer der Vorstufen stand nach dem Doppelpunkt urspr\u00fcnglich \u201eSperma\u201c \u2013 ein Wort, das \u00fcber die sexuelle Konnotation ins Genealogische zur\u00fcckverweist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dann folgt die direkte \u00dcbersetzung des Titels ins Deutsche: \u201eGe-\/ segnet\u201c. Aber der Segen, der dem Du zugesprochen wird, geht dem Sprechenden nicht leicht \u00fcber die Lippen. Er ist gestammelt, der Zeilenbruch nach der ersten Silbe macht die Unterbrechung des Sprachflusses augenf\u00e4llig. Dieses Verfahren, durch Silbentrennung das Sprechtempo eines Gedichts extrem zu verlangsamen, hat Ingeborg Bachmann in ihren Frankfurter Poetik-Vorlesungen von 1960 treffend als \u201eWortkernspaltung\u201c bezeichnet. Auf die strukturbildende Wiederholung der Vorsilbe \u201eGe-\u201c wird zur\u00fcckzukommen sein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Ich, das hier segnet, spricht nicht im eigenen Namen. Es spricht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">von weit her<\/span>. Es sieht von sich ab und geht \u00fcber sich hinaus, greift zur\u00fcck auf etwas, das weit, ja\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">jenseits<\/span>\u00a0seiner selbst liegt. Zum zweiten Mal bringt das Gedicht dieses\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">jenseits<\/span>\u00a0ins Spiel, das \u00fcber das Ich hinaus auf etwas verweist, das nicht genannt wird. Von diesem Nichtgenannten her setzt das Ich sein Zeichen (dt. \u201esegnen\u201c kommt von lat.\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">signare<\/span>: ein Zeichen setzen). Es kann die jahrhundertealte Bundes- und Leidensgeschichte der V\u00e4ter sein, eine ungebrochen gebrochene Geschichte von Verfolgung, Exil und Diaspora, auf die das Ich hier anspielt. Es kann aber auch sein, dass sich die Ann\u00e4herung an das Du, die sich im Sprechen des Segens verdichtet, auf eine Instanz r\u00fcckbezieht, von der her und in deren Namen gesegnet wird. Diese Instanz bleibt ohne Namen, wenngleich Spuren ihrer Pr\u00e4senz in der Rede vom Segen eingezeichnet werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein Segenswunsch, will er nicht innerlich bleiben, muss seinen Ausdruck finden in einer leiblich-symbolischen Geste. Das Organ dieser Geste sind in der j\u00fcdischen Tradition die Finger. \u00dcber die Finger des Ich aber hei\u00dft es, dass sie\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">erloschen<\/span>\u00a0sind. Diese ungew\u00f6hnliche Rede, die das L\u00f6schen der Kerzen des Teneberleuchters in einen anderen Bereich transponiert, deutet m\u00f6glicherweise an, dass die Segenskraft \u2013 aus hier ungenannten Gr\u00fcnden \u2013 erloschen ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Was aber veranlasst das Ich \u00fcberhaupt, einen Segen in solch emphatischer Weise auszusprechen? Im zweiten Gedichtabschnitt werden drei Vorkommnisse erinnert, welche die Angesprochene auszeichnen:<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-25\">Du, die ihn gr\u00fc\u00dfte,\/ den Teneberleuchter.<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-25\">Du, die du\u2019s h\u00f6rtest, \u2026 , wie\/ die Stimme nicht<br \/>\nweitersang nach:\/ \u2018<span class=\"CharOverride-7\">s mus asoj sajn.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-25\">Du, die du\u2019s sprachst \u2026 : dasselbe, das andere\/ Wort: Gebenedeiet.<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Zun\u00e4chst wird erinnert, dass die Angesprochene den Teneberleuchter gegr\u00fc\u00dft hat. Das ist eine bemerkenswerte Abweichung von der Verk\u00fcndigungsszene, wie sie im Lukas-Evangelium erz\u00e4hlt wird: Im Unterschied zu Maria, die vom Engel gegr\u00fc\u00dft wird und damit eine eher passive Rolle einnimmt, hat hier die Angesprochene selbst die Initiative ergriffen und den Teneberleuchter gegr\u00fc\u00dft, einen Kultgegenstand, der in der katholischen Karliturgie den Einbruch der Finsternis nach dem Todesschrei Christi am Kreuz sinnlich wahrnehmbar macht. Im\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Officium tenebrarum<\/span>, den so genannten Finstermetten, werden am Gr\u00fcndonnerstag, am Karfreitag und am Karsamstag Lesungen aus den Klageliedern Jeremiae gelesen. Dabei werden die 15 Kerzen des Teneberleuchters nach und nach gel\u00f6scht, so dass die Worte der Klage durch die Verdunklung des Kirchenraumes auch \u00e4sthetisch erfahrbar werden. Brigitta Eisenreich, eine Freundin Celans, schreibt: \u201eSowie ich mich zu erinnern glaube, hat Paul Celan diesem auch \u201aDunkel- oder Trauermetten\u2019 genannten katholischen Ritus in der Bretagne einmal beigewohnt.\u201c Im Gegensatz zum\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Ave Maria<\/span>, das an das alles wendende Heilsereignis erinnert, wird durch das Gr\u00fc\u00dfen des Teneberleuchters der Blick auf Golgotha gelenkt (das erst aus nach\u00f6sterlicher Perspektive und im Lichte des Glaubens zum Heilsereignis wird). Das lateinische Wort\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tenebrae<\/span>\u00a0bezeichnet, so Hans-Georg Gadamer, eine \u201ebestimmte Verfinsterung, die, dem Evangelium zufolge, eintrat, als Jesus am Kreuz seinen letzten Atemzug aushauchte. Im katholischen Kultus wird das als Passionsmette, als Karfreitagsmette, so gefeiert, dass das Ereignis der Verfinsterung des Himmels im Augenblick von Jesu Sterben kultisch wiederholt wird [\u2026]. Das Wort Jesu am Kreuz: \u201aMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u2018 (Mk 15,34) ist selbst ein Zitat aus dem Alten Testament (Ps 22,2). So f\u00fcgt schon der christliche Kult die Gottverlassenheit, die das Schicksal des j\u00fcdischen Volkes in seiner babylonischen Gefangenschaft war, mit der Gottverlassenheit des Juden Jesus am Kreuz zusammen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">II.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Celan d\u00fcrfte es in der Rede vom Teneberleuchter \u00fcber die Erinnerung an das babylonische Exil hinaus zugleich um das Eingedenken der Katastrophe gehen, die das j\u00fcdische Volk w\u00e4hrend der NS-Zeit traf. Dies macht das \u201ePassionsgedicht\u201c\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tenebrae<\/span>\u00a0deutlich, auf das sich\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0in der Rede vom Teneberleuchter r\u00fcckbezieht:<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">TENEBRAE<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Nah sind wir, Herr,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">nahe und greifbar.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Gegriffen schon, Herr,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">ineinander verkrallt, als w\u00e4r<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">der Leib eines jeden von uns<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">dein Leib, Herr.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Bete, Herr,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">bete zu uns, wir sind nah.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Windschief gingen wir hin,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">gingen wir hin uns zu b\u00fccken<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">nach Mulde und Maar.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Zur Tr\u00e4nke gingen wir, Herr.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Es war Blut, es war,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">was du vergossen, Herr.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Es gl\u00e4nzte.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Es warf uns dein Bild in die Augen, Herr,<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Augen und Mund stehn so offen und leer, Herr.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Wir haben getrunken, Herr.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Das Blut und das Bild, das im Blut war, Herr.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Bete, Herr.<\/span><\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-31\">Wir sind nah.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Das Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tenebrae<\/span>\u00a0ist durch die Passionskantate\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Le\u00e7ons de<\/span><span lang=\"ar-SA\">\u00a0<\/span><span class=\"CharOverride-7\" lang=\"ar-SA\">T\u00e9n\u00e8bres<\/span><span lang=\"ar-SA\">\u00a0<\/span>des Barockkomponisten Fran\u00e7ois<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0<\/span>Couperin angeregt worden. Es spielt schon im Titel auf die \u201eGottesverfinsterung\u201c des Karfreitags an. Der Beginn erinnert an H\u00f6lderlins Hymne\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Patmos<\/span>, wo es hei\u00dft: \u201eNah ist \/ Und schwer zu fassen der Gott\u201c. Die Ebene des Verstehens, die H\u00f6lderlin mit der Rede vom schwer fassbaren Gott ber\u00fchrt, wird bei Celan allerdings sofort auf die Ebene des physisch Greifbaren verlagert. Denn\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tenebrae<\/span>\u00a0spricht von einer<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0<\/span>N\u00e4he<span class=\"CharOverride-7\">\u00a0<\/span>zwischen den \u201egegriffenen\u201c und \u201eineinander verkrallten\u201c Leibern der Toten (vgl. Klgl\u00a03,6) zum geschundenen Leib des Gekreuzigten, vermeidet aber, beide einfach in eins zu setzen. Weder wird die Kreuzigung Jesu in die Agonie des j\u00fcdischen Leidens hineingenommen \u2013 wie in der \u201eGelben Kreuzigung\u201c Marc Chagalls<span class=\"CharOverride-64\">\u00a0<\/span>\u2013, noch wird \u2013 wie bei einigen Vertretern der j\u00fcdischen Holocaust-Theologie \u2013 das Leid der Shoah-Opfer auf der Linie des Vierten Gottesknechtslieds als stellvertretende S\u00fchne gedeutet (vgl. Jes\u00a052,13\u201353,12). Es ist zwar bemerkenswert, dass der christologische W\u00fcrdetitel \u201eHerr\u201c (\u03ba\u03cd\u03c1\u03b9\u03bf<span class=\"CharOverride-65\">V<\/span>) eindringlich beschworen wird. Der Hoheitsanspruch, den das christliche Bekenntnis f\u00fcr Jesus, den Juden, geltend macht, scheint demnach anerkannt. Allerdings wird \u2013 und dies bedeutet eine massive Infragestellung \u2013 die Perspektive verkehrt:\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Nicht die Rufenden beten zum Herrn, sondern der Herr wird seinerseits zum Gebet aufgefordert<\/span>. Ja, das Gedicht geht sogar so weit, dass es den Herrn selbst dr\u00e4ngt, sein Gebet an die Leidenden zu richten (\u201eBete, Herr,\/ bete\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">zu uns<\/span>,\/ wir sind nah.\u201c). Der Literaturwissenschaftler Werner Kraft hat dazu kritisch angemerkt, dass Gott doch wohl nicht beten k\u00f6nne. Celan erwiderte ihm darauf in einem Brief, dass sich sein Gedicht ausdr\u00fccklich auf das Karfreitagsgeschehen beziehe, und fragte, ob \u201eEli, Eli, lama sabachtani\u201c, der Schrei des Gottverlassenen am Kreuz (vgl.<br \/>\nPs 22,2; Mt 27,46) etwa kein Gebet Gottes gewesen sei. Im Tod sind die Opfer dem Gekreuzigten nahezu gleich geworden, ja es scheint, als w\u00fcrde jetzt\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">ihrem<\/span>\u00a0Leiden eine sakrale Bedeutung beigemessen. Das steht in Kontrast zu Gedenkpraxis vieler Christen, die die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">memoria passionis<\/span>\u00a0auf den\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">einen<\/span>\u00a0Gekreuzigten konzentrieren, die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">vielen<\/span>\u00a0Passionsgeschichten, besonders die der j\u00fcdischen Opfer, aber vergessen. Von der rettenden und vers\u00f6hnenden Kraft der Passion Jesu ist jedenfalls in\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tenebrae\u00a0<\/span>keine Rede, sie scheint angesichts des Grauens erloschen, an dessen f\u00fcrchterliches Ausma\u00df das Gedicht erinnert, wenn es die Bilder von \u201eineinander verkrallten\u201c Leichen heraufbeschw\u00f6rt. Dadurch setzt es einen Kontrapunkt zur religi\u00f6sen Verkl\u00e4rung des Leidens.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Um die j\u00fcdische Leidensgeschichte aber scheint das Du im Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0zu wissen; im Gr\u00fc\u00dfen des Teneberleuchters gibt es zu erkennen, dass ihm diese Gottesverfinsterung vertraut ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dar\u00fcber hinaus zeichnet sich die Angesprochene\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">zweitens<\/span>\u00a0durch eine bestimmte Wahrnehmung aus: es h\u00f6rt den ungew\u00f6hnlichen Abbruch der Stimme nach \u201e<span class=\"CharOverride-7\">\u2019s mus asoj sajn<\/span>\u201c. Das jiddische Lied, das dem Gedicht als Motto vorangestellt wurde, hatte die Frage aufgeworfen, ob man in den Himmel hinaufgehen und bei Gott anfragen k\u00f6nne, ob es so sein darf, wie es ist. Diese Frage \u2013 die einzige im ganzen Gedicht! \u2013 kann als hadernde R\u00fcckfrage an Gott gedeutet werden, und die Antwort, die dem Gedicht als jiddisches Zitat gewisserma\u00dfen als Achse einkonstruiert ist, lautet, es m\u00fcsse so sein, wie es ist. Nach dieser lapidaren Auskunft \u2013 im jiddischen Lied \u201eGott\u201c in den Mund gelegt \u2013 verstummt die Stimme. (Inzwischen ist der biographische Hintergrund dieser Zeile bekannt. Birgitta Eisenreich hat das jiddische Lied mit Celan gemeinsam geh\u00f6rt, die Nadel des Plattenspielers hat sich beim \u201e<span class=\"CharOverride-7\">\u2019s mus asoj sajn<\/span>\u201c verhakt \u2026). Die Behauptung aber, dass das, was geschah, habe geschehen m\u00fcssen, verschl\u00e4gt die Sprache, auch und gerade dann, wenn sie \u2013 wie im Lied \u2013 mit der Autorit\u00e4t \u201eGottes\u201c vorgetragen wird. Das Ich schlie\u00dft die Augen, und ganz buchst\u00e4blich verdunkelt sich ihm die Welt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Immer wieder st\u00f6\u00dft man beim Lesen Celanscher Gedichte auf die Schwierigkeit, im Gesagten den einkomponierten Fokus des Mitgesagten transparent zu machen, ohne die Grenze zur Willk\u00fcr zu \u00fcberschreiten. Vielleicht ist diese Grenze schon \u00fcberschritten, wenn man im\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">\u2018s mus asoj sajn<\/span>\u00a0die Frage mith\u00f6rt, ob und wie die Existenz Gottes angesichts des sinnlosen Leids in der Welt zu rechtfertigen sei. Die lakonische Art jedoch, mit der die Behauptung vom gottgewollten Zustand der Dinge zitiert wird, und die ungew\u00f6hnlichen Reaktionen (Verstummen, Augen schlie\u00dfen), mit der sie kommentiert wird, scheinen daf\u00fcr zu sprechen, dass hier die Theodizee-Frage zu leichtfertig beantwortet wird. Auf die Implikationen dieser Behauptung wird nicht eingegangen, als k\u00f6nne schon die blo\u00dfe Auseinandersetzung damit als leisestes Zugest\u00e4ndnis an deren Triftigkeit missdeutet werden. Mithin d\u00fcrfte es kein Zufall sein, dass das Gedicht diese Behauptung in einer seit der Shoah vom Untergang bedrohten Sprache einbringt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Entscheidend ist, dass das Du\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">nicht<\/span>\u00a0\u00fcberh\u00f6rt, wie die Stimme nach der Auskunft:\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">\u2018s mus asoj sajn<\/span>\u00a0nicht weitersingt. Es vollzieht die Betroffenheit mit. Dass es trotz unterschiedlicher religi\u00f6ser Herkunft \u2013 das Gr\u00fc\u00dfen des Teneberleuchters legt eine katholische Sozialisation nahe \u2013 ein Sensorium f\u00fcr die Brisanz dieser Aussage hat, ist f\u00fcr das Ich Grund zur Emphase: \u201eDu, die du\u2019s h\u00f6rtest&#8230;\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">dritte<\/span>\u00a0Qualit\u00e4t des Du besteht darin, dass es \u201edasselbe, das andere Wort\u201c spricht. Ausgespart wird,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">wem<\/span>\u00a0dieses Wort gilt, kein Name wird genannt, ja es ist unklar, ob die Anrede \u00fcberhaupt jemandem gilt. Das Gedicht schweigt; es nennt nur den Ort, wo gesprochen wird, als lie\u00dfe sich von der Ortsangabe auf die Identit\u00e4t der Adressaten r\u00fcckschlie\u00dfen. Das \u201eGebenedeiet\u201c wird in \u201eAuen\u201c gesprochen, von denen es hei\u00dft, dass sie \u201eaugen-\/los\u201c sind. Das poetische Verfahren bildet geradezu den Sehverlust ab, wenn dem Wort \u201eAugen\u201c der mittlere Buchstabe, das \u201eg\u201c, gleichsam amputiert wird und als Relikt \u201eAuen\u201c stehen bleibt. Was aber ist damit angedeutet? Handelt es sich um die leer stehenden Augen derer, die auf ein bestimmtes Gel\u00e4nde verschleppt wurden? \u201eVerbracht ins\/ Gel\u00e4nde\/ mit der untr\u00fcglichen Spur &#8230;\u201c (GW I, 197) hie\u00df es in der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Engf\u00fchrung<\/span>, dem gro\u00dfen Abschlussgedicht aus dem Band\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Sprachgitter<\/span>, und weiter: \u201eZum\/ Aug geh, zum feuchten.\u201c (GW I, 199) Oder spielt Celan auf die ausgeweinten Augen der Schechina im Exil an? Bei Gershom Scholem hei\u00dft es: \u201eMerkw\u00fcrdig ist der mehrfach bezeugte Brauch, die Sabbath-Psalmen mit geschlossenen Augen zu sagen, was von den Kabbalisten damit begr\u00fcndet wurde, da<span lang=\"ar-SA\">\u00df<\/span>\u00a0die Schechina im Sohar als \u201adie sch\u00f6ne Jungfrau, die keine Augen hat\u2018, bezeichnet wird, welche sie sich n\u00e4mlich im Exil ausgeweint hat.\u201c (<span class=\"CharOverride-7\">Zur Kabbala und ihrer Symbolik<\/span>, Frankfurt\/M.\u00a0<span class=\"CharOverride-64\">6<\/span>1989, 188f)<\/p>\n<p class=\"fliess\">Vielleicht ist mit den \u201eAuen\u201c ein ganz bestimmtes Gel\u00e4nde gemeint, vielleicht wird damit auf die Orte \u201eBirken<span class=\"CharOverride-7\">au<\/span>\u201c und \u201e<span class=\"CharOverride-7\">Au<\/span>schwitz\u201c angespielt und vielleicht gilt das \u201eGebenedeiet\u201c ganz bestimmten Adressaten, denen auf diesem Gel\u00e4nde ganz Bestimmtes widerfahren ist. (Von \u201eAugenlosen ohne Gestalt\u201c wird sp\u00e4ter das Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Denk dir<\/span>\u00a0sprechen; GW II, 227). Vielleicht hat der Segen, den das Du spricht, die Absicht, diesem Geschehen auf ganz bestimmte Weise zu gedenken. Immerhin hei\u00dft es in\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Les Globes<\/span>, einem anderen Gedicht aus der\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Niemandsrose<\/span>: \u201eIn den verfahrenen Augen \u2013 lies da: [&#8230;] Die\/ Geschlechterkette,\/ die hier bestattet liegt und\/ die hier noch h\u00e4ngt, im \u00c4ther,\/ Abgr\u00fcnde s\u00e4umend.\u201c (GW I, 274)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">III.<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Aber so deutlich spricht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0nicht. Es geh\u00f6rt zur Eigenart dieses Gedichts, dass es ganz Bestimmtes unbestimmt l\u00e4sst, weil dieses ganz Bestimmte, wenn es bestimmt w\u00fcrde, aufh\u00f6rte, das zu sein, was es gewesen ist. Sicher ist nur, dass das in den j\u00fcdischen Benediktionsformeln gebr\u00e4uchliche \u201eGesegnet\u201c, das dem Ich vertraut ist, und das in der katholischen Gebetssprache verwendete \u201eGebenedeiet\u201c, das dem Du vertraut ist, trotz unterschiedlicher Wortgestalt im Bedeutungsgehalt konvergieren. Sie sind je eigene \u00dcbersetzungen des lateinischen Wortes\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>. Ge-\/ bentscht, das jiddische Pendant zum katholischen \u201eGebenedeiet\u201c, wird das letzte Wort des Gedichts sein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Angesprochene ist mit Wirklichkeiten vertraut, die dem Ich wichtig sind. Das wird in Anlehnung an die Gebetssprache auf geradezu doxologische Weise hervorgehoben. Man k\u00f6nnte das Gedicht als poetische Verdichtung einer Ann\u00e4herung lesen, die \u2013 entgegen der Erwartung \u2013 nicht an Maria, sondern an eine katholische Frau, deren Name nicht genannt wird, adressiert ist. Man hat die Anrede lange auf Gis\u00e8le Lestrange, die Frau Celans, bezogen. Diese Zuordnung kann durch die auff\u00e4llige Wiederholung der Vorsilbe \u201eGe-\u201c gest\u00fctzt werden, die sich als Abk\u00fcrzung f\u00fcr Gis\u00e8le lesen und damit als verschl\u00fcsselte Hommage an die Frau des Dichters werten l\u00e4sst. Nach der Ver\u00f6ffentlichung des Buches\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Celans Kreidestern,\u00a0<\/span>das den biographischen Hintergrund freigelegt hat, wird man die Anrede nicht minder auf Brigitta Eisenreich beziehen m\u00fcssen, die \u201eden teils hell erstrahlenden, teils d\u00fcsteren Zauber des katholischen Ritus und Brauchtums\u201c von Kindertagen kannte und mit der Celan im franz\u00f6sischen Exil ein \u00f6sterreichisch gef\u00e4rbtes Deutsch sprechen konnte. Zwischen 1953 und 1962 dauerte die geheim gehaltene Beziehung der beiden an. Unabh\u00e4ngig von diesen Realien ist die Einsch\u00e4tzung Hans Mayers richtig, dass es sich bei\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0um ein Liebesgedicht handelt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die letzte Strophe aber kommt kompositorisch einer Engf\u00fchrung des ganzen Gedichts gleich und erh\u00e4lt durch die Einf\u00fchrung des jiddischen \u00c4quivalents zu\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0doch zugleich einen unerwarteten Schlussakkord:<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">Ge-<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">trunken.<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">Ge-<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">segnet.<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\">Ge-<\/p>\n<p class=\"CORP-S-Reg-9-7pt ParaOverride-5\"><span class=\"CharOverride-7\">bentscht.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die jiddische Stimme, die durch abweichendes Druckbild als\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">andere<\/span>\u00a0kenntlich gemacht wird, hat das letzte Wort. Wie beinahe alle, die diese Sprache einmal tagt\u00e4glich sprachen, in der NS-Zeit mit dem Mal der Fremdheit, dem Stern, gezeichnet waren, bevor sie f\u00fcr immer verstummten, so tr\u00e4gt auch diese Stimme \u2013 durch Kursivschrift sichtbar gemacht \u2013 das\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Stigma der Andersartigkeit<\/span>: indem das Gedicht das jiddische Lied aufgreift, leiht es denen, die nicht mehr sprechen k\u00f6nnen, stellvertretend das Wort, und tr\u00e4gt so dazu bei, ihre Sprache vor endg\u00fcltigem Verstummen zu bewahren. Insofern hat das Zitat auch die Funktion, anamnetische Solidarit\u00e4t mit den vor allem osteurop\u00e4ischen Juden zu bekunden, f\u00fcr die einst das Jiddische lebendige Sprache war. Celan, der das Jiddische erst in den Arbeitslagern n\u00e4her kennenlernte (zuhause wurde Hochdeutsch gesprochen), distanziert sich dadurch indirekt vom absch\u00e4tzigen Urteil der meisten assimilierten westeurop\u00e4ischen Juden, f\u00fcr die das Jiddische eine r\u00fcckst\u00e4ndige Sprache, die Sprache des Ghettos, war. Die poetische Technik der Einbeziehung des Fremden ins eigene Sprechen, ohne das Fremde nach eigenen Ma\u00dfst\u00e4ben so zuzurichten, dass es unkenntlich wird, ist f\u00fcr das Gedicht\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0strukturbildend: Anfang (Motto), Mitte und Ende des Gedichts bestehen aus einkomponierten Elementen des Jiddischen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bemerkenswert ist, dass Celan in\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0nicht ausdr\u00fccklich von Gott spricht. Er tut dies nur indirekt im Motto des jiddischen Zitats, auch im Sprechakt des Segens wird nur andeutend auf die Instanz verwiesen, in deren Namen der Segen gesprochen wird. Das j\u00fcdische Verbot, den heiligen Namen auszusprechen, wird hier wie im\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Psalm<\/span>\u00a0geachtet, in dem \u201eNiemand\u201c als \u201eDu\u201c angerufen wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn in den Gedichten\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0oder\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tenebrae<\/span>\u00a0der Passion gedacht wird, dann wird die Nacht des Leidens ins Zentrum ger\u00fcckt, nicht die Erl\u00f6sung von S\u00fcnde und Schuld. Diese Verschiebung ist wichtig. Die alle Kategorien sprengende Abgr\u00fcndigkeit der \u201ePassion aller Passionen\u201c (Emmanuel Levinas) wird im Verstummen der Stimme deutlich. Celan konfrontiert das Geschick des \u201eHerrn\u201c mit den \u201eineinander verkrallten\u201c Leichen der Shoah. Darin steckt eine deutliche Reserve gegen jede Form der theologischen Verkl\u00e4rung oder \u00c4sthetisierung des Leidens. Diese tiefe Verst\u00f6rung sollte auch in den theologischen Reflexionen \u00fcber die Bedeutung der Passion Jesu nachzittern. Eine Christologie nach Auschwitz kann von daher den Ansto\u00df aufnehmen, das lange vernachl\u00e4ssigte Judesein Jesu, aber auch die N\u00e4he des Gekreuzigten zu den Opfern der Geschichte deutlicher zu betonen. F\u00fcr die Gedichte\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Benedicta<\/span>\u00a0und\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Tenebrae<\/span> trifft zu, was Edith Silbermann, eine Jugendfreundin des Dichters, einmal bemerkt hat: \u201eAuffallend ist, dass Paul Celan die Leiden Christi mehrfach stellvertretend f\u00fcr die Leiden seines Volkes in Anspruch nimmt.\u201c Dem entspricht eine Mitteilung von Gerhart Baumann, der mit Celan am 26. M\u00e4rz 1970, dem Mittwoch der Karwoche, den Isenheimer Altar von Matthias Gr\u00fcnewald in Colmar besucht hat. \u201eCelan wandte seine Aufmerksamkeit ausschlie\u00dflich der Kreuzigung zu. Die Gegenwart des Entsetzlichen lie\u00df ihn nicht los, die unerh\u00f6rten Spannungen zwischen Inbrunst und Verwesung, der Glaube an den gesch\u00e4ndeten Gott. Wir verharrten schweigend.\u201c Im anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ch, das von nachdenklichen Pausen immer wieder unterbrochen wurde, soll Celan die Kreuzigung Gr\u00fcnewalds, die plastisch die physischen Qualen herausstellt, mit dem Leidensweg seiner Eltern und Gef\u00e4hrten in Zusammenhang gebracht haben. Mit der Trauer \u00fcber diesen Verlust und dem Versuch, den unbestatteten Opfern der Shoah einen Erinnerungsort in der Sprache zu geben, d\u00fcrfte der tiefste Impuls Celanscher Dichtung ber\u00fchrt sein.<img decoding=\"async\" class=\"_idGenObjectAttribute-3\" src=\"debatte_2_2021_22_BACKUP-web-resources\/image\/23.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roland Barthes hat in seinem Buch\u00a0Fragmente einer Sprache der Liebe\u00a0in alphabetischer Reihung von A bis Z Redeweisen, Strategien und Praktiken der Liebe ausgeleuchtet. Auf eines ist er in seinem eindr\u00fccklichen Katalog nicht eingegangen, das Zueinanderfinden zweier Menschen \u00fcber den Sprechakt des Segens. Um diese Leerstelle wird es im Folgenden gehen. 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