{"id":32248,"date":"2023-07-17T14:34:45","date_gmt":"2023-07-17T12:34:45","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=krieg-und-frieden-mit-deutschland"},"modified":"2025-01-13T11:24:57","modified_gmt":"2025-01-13T10:24:57","slug":"krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/","title":{"rendered":"War and peace with Germany"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-2\">A<\/span>bgesehen von Frankreich ist Deutschland ohne Zweifel das Land, das Charles de Gaulle am meisten besch\u00e4ftigt hat. Gepr\u00e4gt von seinem Vater, der den Krieg von 1870\u20131871 gegen Preu\u00dfen mitgemacht hat und sich mit dem Verlust von Elsass-Lothringen nicht abgefunden hat, w\u00e4chst er auf mit dem Gedanken der \u201eRevanche\u201c gegen Deutschland. Die \u201eGrandeur de la France\u201c, die Gr\u00f6\u00dfe Frankreichs, soll unbedingt wieder hergestellt werden. Nach seinem Eintritt in die Offiziersschule 1909 und seiner Teilnahme an den beiden Weltkriegen k\u00e4mpft er tats\u00e4chlich 36 Jahre lang gegen Deutschland. Es kommen 12 Jahre ohne offizielle Funktionen von 1946 bis 1958 und es wachsen \u00dcberlegungen \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der Zusammenarbeit mit Bonn. So verfolgt er die Entwicklung des geteilten Deutschlands einerseits mit Misstrauen, andererseits mit gro\u00dfem Interesse.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Da er zu dieser Zeit \u00adauch schon seine Memoiren schreibt, ist Deutschland auch in dieser Periode als Thema st\u00e4ndig gegenw\u00e4rtig. Mit seiner R\u00fcckkehr zur Macht, erst als Ministerpr\u00e4sident, dann als Pr\u00e4sident von 1958\u20131969, folgen 13 Jahre der friedlichen Zusammenarbeit mit Deutschland, um Europa neu zu gestalten \u2013 ein Versuch der nicht von allen Seiten Beifall findet. Das letzte Jahr, 1969 bis zu seinem Tod 1970, ist wieder den Memoiren und Deutschland gewidmet. 36 Jahre Rivalit\u00e4t und Krieg gegen Deutschland (1909\u20131945), 26 Jahre Frieden mit Deutschland (1946\u20131970). Wie ist sein Schwenk vom Krieg zum Frieden zu erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p class=\"fliess\">De Gaulle hat viel f\u00fcr Frankreich geleistet und geh\u00f6rt deswegen zu den bedeutendsten Staatsm\u00e4nnern dieses Landes. Durch die Gr\u00fcndung und Leitung der R\u00e9sistance bringt er das geschlagene Frankreich vom Juni 1940, das am Rande des Abgrunds steht, auf die Seite der alliierten Sieger am 8. Mai 1945. Durch die Verfassung der V. Republik (1958) und die Direktwahl des Pr\u00e4sidenten der Republik durch das Volk (1962) gibt er Frankreich feste Institutionen, nachdem diese vorher sehr unstabil waren. Die Wirtschaft wird modernisiert, die Finanzen saniert, ein neuer Franc eingef\u00fchrt. Das Agrarland Frankreich bekommt nun eine wettbewerbsf\u00e4hige Industrie. Der Krieg in Algerien wird 1962 unter schwierigen Umst\u00e4nden beendet und 14 franz\u00f6sische Kolonien in Schwarzafrika werden weitgehend friedlich in die Unabh\u00e4ngigkeit entlassen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Vers\u00f6hnung, die Zusammenarbeit und die Freundschaft mit der Bundesrepublik Deutschland werden mit dem Elys\u00e9e-Vertrag am 22. Januar 1963 besiegelt. Durch den st\u00e4ndigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ab 1945 und die\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">force de frappe<\/span>, die franz\u00f6sische Atommacht, ab 1960, kann Frankreich mit den Weltm\u00e4chten auf Augenh\u00f6he sprechen. Dar\u00fcber hinaus hinterl\u00e4sst General de Gaulle ein umfangreiches literarisches Werk mit etwa 25 B\u00fcchern wie Memoiren, Reden, Aufs\u00e4tzen und Abhandlungen \u00fcber milit\u00e4rische Fragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Familie und Ausbildung<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Charles Andr\u00e9 Josef Marie de Gaulle ist am 22. November 1890 in Lille in Nordfrankreich geboren. Seine Familie, aus der viele Juristen hervorgegangen sind, stammt urspr\u00fcnglich aus Chalons-en-Champagne im Departement Marne, lebt und wohnt aber seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in Paris. Einige Vorfahren von De Gaulle und seiner Frau stammen aus Gro\u00dfbritannien, aus Irland und Schottland, und auch aus Deutschland. Der Vater, Henri de Gaulle, unterrichtet Geschichte und Literatur in privaten Schulen der Jesuiten. Er geh\u00f6rt einer katholischen konservativen Familie an, die jedoch fortschrittlichen sozialen Vorstellungen anh\u00e4ngt. Er sehnt sich nach der Monarchie, bleib aber der Republik treu. Im Krieg von 1870\/71 wird de Gaulles Vater verletzt und kann sich in keiner Weise mit der Niederlage gegen Preu\u00dfen und dem Verlust von Elsass-Lothringen abfinden. Der Gedanke der Revanche, ja sogar der Rache, pr\u00e4gt den Sohn schon sehr fr\u00fch. Er lernt Deutsch, um den Feind sp\u00e4ter besser bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. W\u00e4hrend seiner Schulzeit verbringt er sogar im Sommer 1908 einen Sprachaufenthalt in Bayern. Sehr fr\u00fch schon entscheidet er sich f\u00fcr eine milit\u00e4rische Laufbahn und mit 15 Jahren verfasst er eine Erz\u00e4hlung, in der ein General de Gaulle die Deutschen besiegt und Frankreich rettet. Au\u00dferdem liest Charles de Gaulle viele Geschichtsb\u00fccher.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Charles de Gaulle besucht von 1909 bis 1912 die renommierte Offiziersschule in Saint-Cyr in der N\u00e4he von Versailles, die 1808 von Napoleon I. gegr\u00fcndet worden war. Die Schule wird \u00fcbrigens 1944 im Krieg zerst\u00f6rt. Ab 1913 geh\u00f6rt de Gaulle einem Infanterieregiment in Arras im Departement Pas-de-Calais an, das unter dem Kommando des Oberst Philippe P\u00e9tain steht. Der sp\u00e4tere General, Marschall und Chef des Vichy-Regimes f\u00f6rdert De Gaulle damals nachhaltig. Beide M\u00e4nner werden sp\u00e4ter allerdings Intimfeinde, unter anderem wegen einer gemeinsamen Publikation, als de Gaulle nicht nur als Ghostwriter auftreten, sondern als Mit-Autor genannt werden will. Ber\u00fchmt geworden durch die Schlacht von Verdun 1916, z\u00e4hlt P\u00e9tain dann nach dem Ersten Weltkrieg zu den angesehensten Befehlshabern der franz\u00f6sischen Armee. Im Sommer 1940, P\u00e9tain ist der neue Staatschef, l\u00e4sst er de Gaulle, der sich in London befindet und den Waffenstillstand mit Hitler ablehnt, zum Tode verurteilen. Nach dem Zusammenbruch des Vichy-Regimes und der deutschen Niederlage wird P\u00e9tain im August 1945 von einem franz\u00f6sischen Gericht zum Tode verurteilt. De Gaulle, \u00addamals Chef der Regierung, wandelt die Todesstrafe in eine lebenslange Gef\u00e4ngnisstrafe um, die P\u00e9tain in einer Zitadelle auf der Atlantikinsel Ile d\u2018Yeu verb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Der Erste Weltkrieg<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Deutschland erkl\u00e4rt Frankreich den Krieg am 3. August 1914. De Gaulle, Oberleutnant seit 1913, wird 1915 zum Hauptmann gef\u00f6rdert. Er k\u00e4mpft mit viel Bravour gegen die deutschen Truppen, wird dabei sogar mehrfach verwundet. Anfang M\u00e4rz 1916, bei der Schlacht um Douaumont \u2013 nahe Verdun \u2013, wird er sogar f\u00fcr tot erkl\u00e4rt. In Wirklichkeit ger\u00e4t er in deutsche Gefangenschaft. Seine f\u00fcnf Fluchtversuche scheitern und auch deshalb wird er in verschiedenen deutschen Kriegsgefangenlagern, zuletzt in Bayern in Ingolstadt und auf der W\u00fclzburg bei Wei\u00dfenburg, interniert. In der Festung W\u00fclzburg kann man sogar noch heute eine Erinnerungstafel an diese Zeit lesen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">W\u00e4hrend der Gefangenschaft liest er sehr viel, darunter auch deutsche Publikationen, und informiert sich dabei sehr gr\u00fcndlich \u00fcber Deutschland. Auch h\u00e4lt er Vortr\u00e4ge vor den anderen Offizieren. Erst am Ende des Krieges kommt er frei und bedauert sehr, dass er in der Gefangenschaft so viel Zeit verloren hat, die er nicht f\u00fcr seine Ausbildung und seine Karriere als Offizier verwenden konnte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die deutsche Seite muss am 11. November1918 in Compi\u00e8gne harte Bedingungen f\u00fcr einen Waffenstillstand annehmen. Der Text des Versailler Friedensvertrags wird dann ohne deutsche Beteiligung erarbeitet und muss von Berlin innerhalb von wenigen Tagen angenommen werden. Vor allem der Artikel 231 \u00fcber die deutsche Alleinschuld am Ersten Weltkrieg wird in Deutschland mit sehr gro\u00dfer Verbitterung kritisiert. Der Vertrag wird aber unver\u00e4ndert am 28. Juni1919 vom Deutschen Reich und 27 alliierten und assoziierten M\u00e4chten unterzeichnet. F\u00fcr de Gaulle allerdings, der keinerlei Vertrauen in Preu\u00dfen und Deutschland setzt, ist der Versailler Vertrag nicht hart genug. Die R\u00fcckkehr Elsass-Lothringen an Frankeich, die Besetzung des Saargebietes und des linken Rheinufers mit Br\u00fcckenk\u00f6pfen bei K\u00f6ln, Koblenz und Mainz sind f\u00fcr ihn nicht genug. Er h\u00e4tte gerne eine v\u00f6llige Abtrennung des Gebiets links des Rheinufers von Deutschland gesehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die Zwischenkriegszeit<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Zwischen beiden Weltkriegen sammelt de Gaulle wichtige Erfahrungen im Ausland. Darunter waren auch zwei Aufenthalte in Deutschland. Er vertieft in der Theorie wie in der Praxis seine Ausbildung als Stabsoffizier und er re\u00fcssiert als Autor und Theoretiker der modernen Kriegsf\u00fchrung. Er kommt dabei mit wichtigen Kreisen und Institutionen in Kontakt, die die franz\u00f6sische Sicherheitspolitik bestimmen. Auch steigt er in die Milit\u00e4rhierarchie auf, wird 1933 Oberstleutnant und 1937 Oberst, obwohl er wegen seiner zu steifen Pers\u00f6nlichkeit immer wieder kritisiert wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine besonders pr\u00e4gende Zeit ist seine T\u00e4tigkeit in Warschau. Als Mitglied der franz\u00f6sischen Milit\u00e4rmission in Polen von 1919 bis 1921 kann er sich mit den komplizierten Grenzfragen und Gebietsproblemen nicht nur zwischen Deutschland und Polen, sondern \u00fcberhaupt im Osten Europas vertraut machen. Diese Probleme spielen wieder im Zweiten Weltkrieg und auch in der Nachkriegszeit dann eine eminent wichtige Rolle. Die polnische Republik entsteht ja nach dem Verschwinden des polnischen Staates am Ende des 18. Jahrhunderts erst am 11. November1918 wieder neu. Die neue polnische Regierung findet allerdings eine \u00e4u\u00dferst schwierige territoriale Ausgangslage vor, eingezw\u00e4ngt vor allem zwischen Deutschland und Sowjetrussland. Die franz\u00f6sische Milit\u00e4rmission in Warschau soll dazu beitragen, die neu geschaffene polnische Armee zu organisieren und sie materiell zu unterst\u00fctzen. Die Ausbildung der polnischen Offiziere geh\u00f6rt auch zu ihren Aufgaben. Dar\u00fcber hinaus kann sich de Gaulle \u00fcber die Konflikte zwischen Polen und der neu aufgestellten Roten Armee informieren, weil er den Kampfhandlungen direkt beiwohnt. Dabei beobachtet er ganz besonders die Rolle der Panzertruppen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nach dem Aufenthalt in Polen wird de Gaulle als Stabsoffizier in der Pariser\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Ecole Sup\u00e9rieure de Guerre<\/span>\u00a0ausgebildet. Es folgt ein Aufenthalt in Deutschland im Stab der Rheinarmee in Mainz. Anschlie\u00dfend wird er in den Stab von Marschall P\u00e9tain versetzt. Von 1927 bis 1929 kommandiert er dann das 19. J\u00e4gerbataillon einer Infanteriebrigade, die der Rheinarmee angeh\u00f6rt. Das Bataillon ist in Trier, dem milit\u00e4rischen Hauptquartier in der franz\u00f6sischen Besatzungszone, stationiert. An der Friedrich-Ebert-Allee 2 erinnert eine Tafel daran, dass die Familie de Gaulle zwei Jahre lang dort gewohnt hat. De Gaulle benutzt auch diese Deutschlandaufenthalte, um sich weiter gr\u00fcndlich \u00fcber das Land zu informieren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zwischen November 1929 und November 1931 macht sich de Gaulle mit den komplizierten Problemen des Nahen Osten vertraut: im Libanon, bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Teil des Osmanischen Reiches. Mit seiner franz\u00f6sisch gepr\u00e4gten Kultur wird Beirut als \u201eParis des Nahen Ostens\u201c betrachtet. Nach der Niederlage der Mittelm\u00e4chte besetzen die Entente-M\u00e4chte den Libanon und der V\u00f6lkerbund erteilt Frankreich ein Mandat f\u00fcr Syrien und den Libanon. Es entwickeln sich in diesen Jahren unter der Bev\u00f6lkerung heftige Auseinandersetzungen zwischen den Anh\u00e4ngern eines modernen, westlichen Libanons und denen einer unabh\u00e4ngigen gesamt-arabischen Nation. De Gaulle ist in Beirut stationiert, um neben einer Reihe anderer Aufgaben dort Armeeoffiziere auszubilden. Diese Erfahrung ist f\u00fcr ihn sehr wichtig, denn Libanesen k\u00e4mpfen dann im Zweiten Weltkrieg auf der Seite des Freien Frankreichs.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Es sei auch noch vermerkt, dass sich de Gaulle zwischen 1924 und 1938 einen Namen als Autor von vier Milit\u00e4rb\u00fcchern macht, die bei bekannten Verlagen erscheinen. Er kritisiert darin die defensive Haltung der offiziellen franz\u00f6sischen Doktrin und pl\u00e4diert f\u00fcr eine offensive Strategie mit dem Einsatz von Panzern und Flugzeugen sowie f\u00fcr eine Berufsarmee. In der h\u00f6heren Hierarchie der Armee und unter vielen Politikern findet er kaum Geh\u00f6r, da alle<br \/>\ndarauf setzen, dass die Festungen der Maginotlinie s\u00e4mtliche Angriffe aufhalten w\u00fcrden. Im Jahr 1940 wird der gestaffelte Festungsg\u00fcrtel an der franz\u00f6sischen Nord-Ost-Grenze von den deutschen Truppen umgangen, da er, auf Wunsch Belgiens, die Grenze zu Belgien nicht sch\u00fctzt. Seine B\u00fccher werden \u00fcbrigens in Deutschland und besonders von Adolf Hitler und Heinz Guderian, dem Organisator der deutschen Panzertruppen nach 1934, sehr genau gelesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Der Zweite Weltkrieg<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Ab 1937 steht de Gaulle, der gro\u00dfe Bef\u00fcrworter der Panzer, zuerst als Oberst eines Panzerregiments und ab 1939 als Kommandeur einer Panzerdivision in der Verantwortung. Nach dem deutschen Angriff auf D\u00e4nemark und Norwegen Anfang April 1940, greift die Wehrmacht ab dem 10. Mai Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Frankreich an. De<br \/>\nGaulle k\u00e4mpft zum Teil erfolgreich gegen die deutschen Einheiten, ganz besonders in Moncournet und Crecy-sur-Seine. Allein kann er die Niederlage allerdings nicht abwenden. In vier Jahren (1914\u20131918) konnte das Deutsche Kaiserreich Frankreich nicht schlagen, 1940 wird dieses Ziel in nur sechs Wochen erreicht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ende Mai 1940 wird de Gaulle zum Brigadegeneral \u2013 er ist der j\u00fcngste der franz\u00f6sischen Armee \u2013 bef\u00f6rdert. Und am 6. Juni wird er vom Regierungschef Paul Reynaud, der die Ideen von de Gaulle bez\u00fcglich der Panzer und der Berufsarmee teilt, zum Unterstaatssekret\u00e4r f\u00fcr Nationale Verteidigung berufen. Ihm obliegt dabei die Koordinierung der franz\u00f6sisch-britischen Milit\u00e4raktionen. Winston Churchill, der f\u00fcr das weitere Schicksal de Gaulles von gro\u00dfer Bedeutung sein wird, ist seit dem 10. Mai britischer Regierungschef. Die franz\u00f6sische Regierung ist nach Bordeaux, im S\u00fcdwesten Frankreichs, geflohen. Dort setzen sich mit Philippe P\u00e9tain die Anh\u00e4nger des Waffenstillstandes mit Hitler durch, w\u00e4hrend Reynaud und de Gaulle zur\u00fccktreten. De Gaulle fliegt schlie\u00dflich nach London, um den Kampf gegen Hitler-Deutschland fortzusetzen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Am 18. Juni 1940, im Einvernehmen mit Churchill, h\u00e4lt er in der BBC in London seine ber\u00fchmte Rede, einen Appell an die R\u00e9sistance. \u201eFrankreich hat eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg\u201c ist die Botschaft. Das Land besitze noch viele Ressourcen, unter anderem die Kolonien; und es habe Verb\u00fcndete. Die Franzosen sollten nach de Gaulles Worten also an der Seite der Alliierten weiter k\u00e4mpfen. Strukturen werden dazu geschaffen. So ernennt sich de Gaulle selbst zum Chef des Londoner Komitees \u201eFreies Frankreich\u201c, zum Chef der Freien Franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte und zum Chef des Nationalen Verteidigungskomitees.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wegen seines Ungehorsams P\u00e9tain gegen\u00fcber und seiner \u201eFlucht\u201c nach London wird er in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Das geschlagene Frankreich wird durch \u00adNazi-Deutschland geteilt, besetzt, ausgebeutet und gequ\u00e4lt. Von London, Algier, von den Kolonien in Afrika, vom Nahen Osten und ab 1944 von Paris aus f\u00fchrt de Gaulle den Kampf in Zusammenarbeit mit den Alliierten. Er bringt es fertig, dass das geschlagene Frankreich vom Juni 1940 sich auf der Seite der Siegerm\u00e4chte am Ende des Krieges in Mai 1945 befindet. Es wird Besatzungsmacht im besiegten Deutschland.<\/p>\n<p class=\"fliess\">De Gaulle lehnt den Kommunismus eigentlich vehement ab. Aber um Deutschland zu besiegen und eine zuk\u00fcnftige deutsche Gefahr abzuwenden, schlie\u00dft er eine Allianz mit Stalin und der Sowjetunion, die am 10. Dezember 1940 in Moskau unterzeichnet wird. Damit m\u00f6chte er die sowjetische Unterst\u00fctzung f\u00fcr seine Deutschlandpolitik erhalten. Mit diesem Schritt zeigt er, dass Frankreich wieder unter den Gro\u00dfm\u00e4chten verkehren und die Balance zwischen Washington und Moskau halten kann. Diese Themen beherrschen auch die gaullistische Au\u00dfenpolitik nach 1958. Nach der Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in die NATO im Mai 1955 wird die Allianz Frankreich-UdSSR von sowjetischer Seite beendet. Moskau erkl\u00e4rt, dass das NATO-Mitglied Frankreich den deutschen Militarismus unterst\u00fctze.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die Jahre der IV. Republik<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">De Gaulle leitet \u2013 neben seinem milit\u00e4rischen Oberbefehl \u2013 auch die provisorische Regierung, zuerst in Algier, dann ab Juni 1944 in Paris. Eine Nationalversammlung arbeitet eine neue Verfassung f\u00fcr die IV. Republik aus, wobei de Gaulle seine Vorstellungen \u00fcber eine starke exekutive Macht und ein geschw\u00e4chtes Parlament allerdings nicht durchsetzen kann. Deshalb zieht er sich im Januar 1946 aus der Regierung zur\u00fcck. Und er gr\u00fcndet eine politische Bewegung \u2013 er vermeidet das Wort \u201ePartei\u201c \u2013,\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">le Rassemblement du Peuple Fran\u00e7ais (RPF)\u00a0<\/span>\/ (die Versammlung des franz\u00f6sischen Volkes), die nach anf\u00e4nglichen Wahlerfolgen schnell an Bedeutung verliert. Im September 1955 zieht sich de Gaulle vorerst aus dem politischen Leben zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Er lebt zur\u00fcckgezogen auf seinem Landsitz in Colombey-les-deux-Eglises und arbeitet an seinen Kriegsmemoiren \u2013 die drei B\u00e4nde erscheinen zwischen 1954 und 1959. Die intensive Besch\u00e4ftigung mit Deutschland geht auch, gerade durch die Arbeit an den Memoiren, weiter; sie hat de Gaulle eigentlich seit seiner Jugend nie verlassen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">W\u00e4hrend der Jahre der IV. Republik entwickelt de Gaulle ein gespaltenes Verh\u00e4ltnis zu Deutschland. Da er die Kriege zwischen 1870 und 1945 nicht vergisst, bleibt seine Furcht vor Deutschland stark. Nach seinen Vorstellungen sollte das besiegte Deutschland von 1945 geteilt werden, um nur \u00adeinen losen Staatenbund zu bilden. Das Saarland, das Rheinland, Westfalen, einschlie\u00dflich des Ruhrgebiets, sollten von Deutschland gel\u00f6st werden. De Gaulle ist f\u00fcr eine Internationalisierung des Ruhrgebiets, sogar unter Teilnahme der Sowjetunion. Er lehnt auch die ersten europ\u00e4ischen Institutionen wie die Europ\u00e4ische Gemeinschaft f\u00fcr Kohle und Stahl (ab 1952) und die Europ\u00e4ische Verteidigungsgemeinschaft (1954 gescheitert) nicht nur wegen der Supranationalit\u00e4t ab; er f\u00fcrchtet besonders, dass die Bundesrepublik in diesen Organisationen bald wirtschaftlich und milit\u00e4risch zu stark wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">De Gaulle sieht aber auch, dass die geopolitische und strategische Lage sich im Vergleich zu 1871, 1919 und 1945 stark ver\u00e4ndert hat. Deutschland ist besetzt, gespalten, moralisch wegen des Holocausts tief getroffen, seine internationale Rolle ist eng begrenzt. Die Folgen des \u201eDritten Reichs\u201c werden es noch lange belasten. Und! Der Kalte Krieg spaltet die Welt. Die amerikanischen und sowjetischen Atombomben haben zu einem prek\u00e4ren Waffenstillstand in der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re gef\u00fchrt. Und der Koreakrieg von 1950 bis 1953 zeigt, wie schnell eine Destabilisierung der internationalen Beziehungen stattfinden kann.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Deutschland ist, so sieht es de Gaulle, nicht mehr gef\u00e4hrlich, sondern gef\u00e4hrdet. Frankreich muss die Bundesrepublik sch\u00fctzen, weil das in seinem eigenen Interesse ist. Diese neue und positive Sicht der deutschen Frage f\u00fchrt dazu, dass Deutschland nicht mehr als Feind, sondern mehr als Partner gesehen wird. De Gaulle will mit diesem Deutschland zusammenarbeiten, vor allem, weil er eine gute Meinung von der Person und der Politik des Bundeskanzlers Konrad Adenauer hat. De Gaulle sch\u00e4tzt aber auch zunehmend<br \/>\ndie deutsche Kultur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die F\u00fcnfte Republik<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Algerien \u2013 1848 von Frankreich annektiert \u2013 wird wie ein Teil Frankreichs verwaltet. Bei der Volksz\u00e4hlung 1954 z\u00e4hlt man 984 000 Nicht-Muslime und 8,4 Millionen Muslime (insgesamt hat das Land 9,8 Millionen Einwohner). Nach der Unabh\u00e4ngigkeit von Vietnam (1954) und vieler anderer franz\u00f6sischer Kolonien wird auch in Algerien das Verlangen nach Unabh\u00e4ngigkeit sehr laut. Das Ungleichgewicht beider Bev\u00f6lkerungsgruppen erschwert zunehmend ihre Verst\u00e4ndigung. Die Nichtmuslime sind nicht bereit, ihre wirtschaftliche und politische Macht zu teilen. So kommt es ab Anfang November 1954 zu einem regelrechten Krieg. Die Unf\u00e4higkeit der Pariser Regierung, mit der Krise umzugehen, der Aufstand der Bev\u00f6lkerung in Algerien und schlie\u00dflich der Putsch der Armee am 13. Mai 1958 in Algier bringen de Gaulle an die Macht zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Am 1. Juni 1958 wird er als Regierungschef mit 329 gegen 224 Stimmen gew\u00e4hlt. Er l\u00e4sst eine neue Verfassung \u2013 die der V. Republik \u2013 erarbeiten, die am 28. September von fast 80 Prozent der W\u00e4hler angenommen wird. Die Macht des Staatspr\u00e4sidenten wird darin deutlich verst\u00e4rkt. Am 21. Dezember wird de Gaulle dann als\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Pr\u00e9sident de la R\u00e9publique<br \/>\nFran\u00e7aise\u00a0<\/span>mit 77,5 Prozent der Stimmen gew\u00e4hlt. Dabei handelt es sich allerdings um eine indirekte Wahl durch etwa 80 000 Wahlm\u00e4nner. Am 8. Januar 1959 tritt er sein sieben-<br \/>\nj\u00e4hriges Mandat an.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nach dem Attentat von Petit Clamart bei Paris am 22. August1962 setzt er mit einer Volksabstimmung (Zustimmung: 61 Prozent) das Prinzip der Direktwahl des Pr\u00e4sidenten der Republik durch das Volk durch. Diese Verfassungs\u00e4nderung erh\u00f6ht auch noch einmal deutlich die Macht des Pr\u00e4sidenten. Die erste Direktwahl findet schlie\u00dflich im Dezember 1965 statt. De Gaulle braucht allerdings zwei Wahlg\u00e4nge f\u00fcr den Sieg, erst bei der Stichwahl kann er sich mit gut 55 Prozent gegen den Sozialisten Fran\u00e7ois Mitterand durchsetzen. De Gaulle wird ja oft wegen seines autorit\u00e4ren Regierungsstils kritisiert, man kann ihm aber nicht vorwerfen, er sei undemokratisch an die Macht gekommen und geblieben. Und als er am 27. April 1969 die Volksabstimmung \u00fcber die Reform der Regionen verliert, tritt er schon am n\u00e4chsten Tag zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Beziehungen zu Deutschland sind von Anfang an ein sehr wichtiges Politikfeld. General de Gaulle hat schon vor 1958 einen guten Eindruck von Konrad Adenauer. Der Bundeskanzler ist am Anfang eher misstrauisch. Ein Milit\u00e4r an der Macht, der durch die Reform der Institutionen noch mehr Macht haben will, der eine Au\u00dfenpolitik mit nationalistischen T\u00f6nen verfolgt und einen F\u00fchrungsanspruch in Europa anmeldet \u2013 all das gef\u00e4llt ihm nicht. Es gibt sogar einen Protokollstreit. Wer soll wem den ersten Besuch machen? De Gaulle: Meine Legitimit\u00e4t geht auf das Jahr 1940 zur\u00fcck. Adenauer: Ich bin Kanzler seit 1949, Sie leiten die franz\u00f6sische Regierung erst seit Juni 1958, also habe ich Vorrang. De Gaulle beendet diesen Streit, indem er ein privates Treffen in seinem Landhaus La Boisserie in Colombey-les-deux-Eglises am 14. und 15. September 1958 vorschl\u00e4gt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das ist eine richtige Entscheidung. Beide Staatsm\u00e4nner k\u00f6nnen sich zum ersten Mal in einem famili\u00e4ren Rahmen kennenlernen und miteinander reden. Sie stellen fest, dass es in ihren politischen Vorstellungen mehr Konvergenzen als Divergenzen gibt. Im Schlusskommuniqu\u00e9 hei\u00dft es: \u201eWir glauben, dass die vergangene Gegnerschaft ein f\u00fcr alle Mal \u00fcberwunden sein muss und dass Franzosen und Deutsche dazu berufen sind, im guten Einverst\u00e4ndnis zu leben und Seite an Seite zu arbeiten.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nun gibt es starke Momente in den deutsch-franz\u00f6sischen Beziehungen: Regelm\u00e4\u00dfige Treffen zwischen Adenauer und de Gaulle, der Staatsbesuch Adenauers in Frankreich im Sommer 1962, die triumphale Reise de Gaulles im September 1962 durch die Bundesrepublik. Die Kr\u00f6nung ist nat\u00fcrlich die Unterzeichnung des \u201eVertrages \u00fcber die deutsch-franz\u00f6sische Zusammenarbeit\u201c am 22. Januar 1963, auch bekannt als Elys\u00e9e-Vertrag. Der Br\u00fcderkuss zwischen de Gaulle und Adenauer dabei \u00fcberrascht die Anwesenden. In dem Vertrag sind regelm\u00e4\u00dfige Treffen zwischen dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten und dem Bundeskanzler, sowie zwischen den Fachministern und hohen Beamten vorgesehen. Die Konsultationen betreffen auch die Au\u00dfen- und Verteidigungspolitik. Weiterhin soll das gegenseitige Erlernen der Sprache und der Jugendaustausch aktiv gef\u00f6rdert werden, wof\u00fcr ein deutsch-franz\u00f6sisches Jugendwerk gegr\u00fcndet wird. Diese guten Absichten werden zum Teil durch die deutsche Pr\u00e4ambel zum Vertrag in Frage gestellt \u2013 ein Text, der gegen die gaullistische Au\u00dfenpolitik gerichtet ist. Der R\u00fccktritt Adenauers als Bundeskanzler am 15. Oktober 1963 und die blasse Kanzlerschaft des wenig frankophilen Ludwig Erhard von 1963 bis 1966 erschweren die Anf\u00e4nge des Vertrags, der sich aber sp\u00e4ter als sehr segensreich erweist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">De Gaulle wird in der Bundesrepublik oft scharf kritisiert, weil er den supranationalen Charakter der europ\u00e4ischen Institutionen ablehnt. Er will ein \u201eEuropa der Nationen\u201c, einen losen Bund von kooperierenden Staaten, konnte aber diesen Plan nicht durchsetzen. Wegen eines Streits \u00fcber die Finanzierung der Agrarpolitik blockiert er von Juli 1965 bis Januar 1966 die Tagungen des europ\u00e4ischen Ministerrates. Zweimal (1963 und 1967) lehnt er die Aufnahme Gro\u00dfbritanniens in die EWG ab. Die Aversion gegen die Vereinigten Staaten von Amerika und der R\u00fcckzug aus der Milit\u00e4rorganisation der NATO 1966 finden kein Verst\u00e4ndnis beim deutschen Partner. Die Anerkennung der Volksrepublik China 1964, die Reise in die UdSSR 1966 und eine Polenreise 1967 unterstreichen den Wunsch de Gaulles nach einer unabh\u00e4ngigen Au\u00dfenpolitik. Er bef\u00fcrwortet auch die endg\u00fcltige Anerkennung der Oder-Nei\u00dfe-Linie als deutsch-polnische Grenze und findet den Wunsch nach einer deutschen Wiedervereinigung als legitim. Sein \u201eEuropa vom Atlantik bis zum Ural\u201c soll von den Gro\u00dfm\u00e4chten unabh\u00e4ngig sein. Diese Visionen finden wenig Verst\u00e4ndnis in Deutschland. Man wirft de Gaulle vor, eine Politik des \u201eGrandeur\u201c zu praktizieren, ohne daf\u00fcr die Mittel zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Conclusion<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">De Gaulle, der zuerst gegen Deutschland k\u00e4mpfte, hat viel f\u00fcr die deutsch-franz\u00f6sische Vers\u00f6hnung, Zusammenarbeit und Freundschaft geleistet. Sein Regierungsstil und seine Europa- und Au\u00dfenpolitik wurden in Deutschland hingegen wenig gesch\u00e4tzt. Er bleibt trotzdem ein einflussreicher Franzose und Europ\u00e4er, weil er gerade durch seine Auslandsbesuche und politischen Erkl\u00e4rungen Bewegung in den Beziehungen zwischen Ost- und Westeuropa gebracht hat.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Deutschland spielt noch indirekt eine Rolle bei seinem Abgang von der Macht. Die Studentenrevolte und die Streikwelle vom Mai 1968 ersch\u00fcttern seine Autorit\u00e4t. Der ratlose de Gaulle wirkt wie gel\u00e4hmt. Er holt sich \u00fcberraschender Weise Rat und moralische Unterst\u00fctzung in Baden-Baden bei General Jacques Massu, dem Oberbefehlshaber der franz\u00f6sischen Truppen in Deutschland. Und danach handelt de Gaulle wieder kraftvoll. Er l\u00f6st die Nationalversammlung auf und die Gaullisten bekommen bei der Neuwahl Ende Juni 1968 eine breite absolute Mehrheit.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Vertrauen zwischen de Gaulle und den Franzosen ist aber irgendwie gebrochen. Er verliert am 27. April 1969 das Referendum \u00fcber die Reform der Regionen. Mehr als 52 Prozent der W\u00e4hler versagen ihm ihre Gefolgschaft und schon am n\u00e4chsten Tag tritt er als Pr\u00e4sident der Republik zur\u00fcck. Er bleibt dann in Colombey-les-deux-Eglises, wo er an seinen Memoiren f\u00fcr die Zeit ab 1958 arbeitet.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Am 9. November 1970 stirbt Charles de Gaulle unerwartet. Am 12. November, dem Tag der Beisetzung in Colombey, findet in Notre-Dame in Paris ein Requiem in Anwesenheit von \u00fcber 80 Staats- und Regierungschefs statt. Sein Todestag, eine List der Geschichte? Der 9. November ist ja auch ein wichtiger Gedenktag in Deutschland.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abgesehen von Frankreich ist Deutschland ohne Zweifel das Land, das Charles de Gaulle am meisten besch\u00e4ftigt hat. Gepr\u00e4gt von seinem Vater, der den Krieg von 1870\u20131871 gegen Preu\u00dfen mitgemacht hat und sich mit dem Verlust von Elsass-Lothringen nicht abgefunden hat, w\u00e4chst er auf mit dem Gedanken der \u201eRevanche\u201c gegen Deutschland. Die \u201eGrandeur de la France\u201c,&hellip;<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":97572,"menu_order":1329,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32248","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-frankreich"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Krieg und Frieden mit Deutschland - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Krieg und Frieden mit Deutschland - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Abgesehen von Frankreich ist Deutschland ohne Zweifel das Land, das Charles de Gaulle am meisten besch\u00e4ftigt hat. Gepr\u00e4gt von seinem Vater, der den Krieg von 1870\u20131871 gegen Preu\u00dfen mitgemacht hat und sich mit dem Verlust von Elsass-Lothringen nicht abgefunden hat, w\u00e4chst er auf mit dem Gedanken der \u201eRevanche\u201c gegen Deutschland. Die \u201eGrandeur de la France\u201c,&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-01-13T10:24:57+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/de_Gaulle_Adenauer_2560x1440-1.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"2560\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1440\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"22 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\\\/\",\"name\":\"Krieg und Frieden mit Deutschland - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/de_Gaulle_Adenauer_2560x1440-1.jpg\",\"datePublished\":\"2023-07-17T12:34:45+00:00\",\"dateModified\":\"2025-01-13T10:24:57+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/de_Gaulle_Adenauer_2560x1440-1.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/de_Gaulle_Adenauer_2560x1440-1.jpg\",\"width\":2560,\"height\":1440},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Krieg und Frieden mit Deutschland\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"War and peace with Germany - Catholic Academy in Bavaria","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Krieg und Frieden mit Deutschland - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Abgesehen von Frankreich ist Deutschland ohne Zweifel das Land, das Charles de Gaulle am meisten besch\u00e4ftigt hat. Gepr\u00e4gt von seinem Vater, der den Krieg von 1870\u20131871 gegen Preu\u00dfen mitgemacht hat und sich mit dem Verlust von Elsass-Lothringen nicht abgefunden hat, w\u00e4chst er auf mit dem Gedanken der \u201eRevanche\u201c gegen Deutschland. Die \u201eGrandeur de la France\u201c,&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2025-01-13T10:24:57+00:00","og_image":[{"width":2560,"height":1440,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/de_Gaulle_Adenauer_2560x1440-1.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"22 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/","name":"War and peace with Germany - Catholic Academy in Bavaria","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/de_Gaulle_Adenauer_2560x1440-1.jpg","datePublished":"2023-07-17T12:34:45+00:00","dateModified":"2025-01-13T10:24:57+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/de_Gaulle_Adenauer_2560x1440-1.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/de_Gaulle_Adenauer_2560x1440-1.jpg","width":2560,"height":1440},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/krieg-und-frieden-mit-deutschland-charles-de-gaulle-zum-50-todestag\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Krieg und Frieden mit Deutschland"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32248","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32248\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":97580,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32248\/revisions\/97580"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97572"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}