{"id":32256,"date":"2023-07-17T14:34:51","date_gmt":"2023-07-17T12:34:51","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=traumkritik-in-der-bibel"},"modified":"2025-01-14T13:18:38","modified_gmt":"2025-01-14T12:18:38","slug":"traumkritik-in-der-bibel","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/traumkritik-in-der-bibel\/","title":{"rendered":"Dream criticism in the Bible"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"Initiale CharOverride-44\">D<\/span>er Traum als unplanbare Konfrontation mit innerem Erleben hat von jeher fasziniert und verst\u00f6rt \u2013 und tut es bis heute. Tr\u00e4ume k\u00f6nnen vergewissern, aber auch verwirren. So haben wir in der Antike eine gro\u00dfe Bandbreite von Einstellungen zu und Umgangsweisen mit diesem Thema.\u00a0Auch in der Bibel ist ein unverbundenes Nebeneinander von Offenbarung und T\u00e4u\u00adschung, von Sicherheit und Trug im Traum zu beobachten. Was h\u00e4tten Jakob, Joseph, Salomo und Daniel zu dem gesagt, was in den B\u00fcchern Deuteronomium, Sacharja, Micha, Jeremia, Kohelet und Jesus Sirach zu lesen ist? Warum traumkritische Texte \u00fcberhaupt in der Bibel integriert werden konnten, werde ich am Ende meiner Ausf\u00fchrungen zu beantworten suchen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mit den B\u00fcchern Deuteronomium, Sacharja, Micha, Jeremia und Jesus Sirach habe ich Ihnen schon die wichtigsten Quellen genannt, auf die ich mich im Folgenden beziehen werde. Dass ich neben neuzeitlicher Forschung zu diesen B\u00fcchern immer wieder auch antike christliche Exegeten zitieren werde, h\u00e4ngt an meinem Interesse, auch voraufkl\u00e4rerische Exegese in den Blick zu nehmen, f\u00fcr die es grunds\u00e4tzlich kaum Widerspr\u00fcche in der Bibel geben durfte, die aber doch vieles Wesentliche gesehen haben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bei kaum einem der im Folgenden zu besprechenden Texte l\u00e4sst sich eine Entstehung vor der Zeit des babylonischen Exils (586\u2013539) nachweisen. Traumkritische Texte geh\u00f6ren in eine Zeit, in der gleichzeitig die Fremd\u00adg\u00f6tterverehrung in Israel bek\u00e4mpft wird und infolge dessen tats\u00e4chlich auch zur\u00fcckgeht; die sp\u00e4ten alttestamentlichen Belege f\u00fcr die Verehrung fremder G\u00f6tter in Israel konzentrieren sich auf die fr\u00fche nachexilische Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Traumkritik im Pentateuch und in den geschichtlichen B\u00fcchern<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Num 12<\/span><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">,6\u20138<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In Numeri 12,6\u20138 hei\u00dft es: \u201eWenn unter euch ein Prophet ist, dann will ich, JHWH, mich ihm kundmachen in Gesichten oder mit ihm reden in Tr\u00e4umen. 7Aber so steht es nicht mit meinem Knecht Mose; ihm ist mein ganzes Haus anvertraut. 8Von Mund zu Mund rede ich mit ihm, offen und nicht in dunklen Worten\u2026\u201c Im Kontext geht es um die Auflehnung von Mirjam und Aaron gegen Mose. Die Bedeutung des Wortes jenseits dieses Kontextes liegt in einer doppelten Aussage:\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">1.<\/span>\u00a0Prophetische Traumoffen\u00adba\u00adrung ist m\u00f6glich und legitim, allerdings der direkten Rede Gottes an Mose unterlegen;\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">2.<\/span>\u00a0In der Verk\u00fcndigung des Gesetzes durch Mose gibt es keine \u201edunklen Worte\u201c, die der Deutung bed\u00fcrften.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Dtn 13,2\u20136<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In Dtn 13,2\u20136 wird die M\u00f6glichkeit prophetischer Traumoffenbarung nicht grunds\u00e4tzlich bestritten, sie erscheint jedoch nur in einem Kontext, in dem es um den Abfall von dem einen Gott Israels geht. in diesem literarisch wohl nicht einheitlichen Text hei\u00dft es: \u201eWenn in deiner Mitte ein Prophet oder ein Traumdeuter aufsteht, und er gibt dir ein Zeichen oder einen Wunderbeweis, und das Zeichen und das Wunder, das er dir angek\u00fcndigt hat, der zu dir spricht \u201eLasst uns hinter anderen G\u00f6ttern hergehen, die du nicht kennst, und lass uns ihnen dienen\u201c, so sollst du nicht auf die Worte dieses Propheten oder dieses Traumdeuters h\u00f6ren. Denn JHWH, euer Gott, hat euch auf die Probe gestellt, um zu erfahren, ob ihr JHWH, euren Gott, mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seelenkraft liebt. JHWH, eurem Gott, sollt ihr folgen und ihn sollt ihr f\u00fcrchten. Seine Satzungen sollt ihr halten, auf seine Stimme sollt ihr h\u00f6ren und ihm sollt ihr dienen und ihm anhangen. Und dieser Prophet oder dieser Traumdeuter soll get\u00f6tet werden, denn er hat einem Hochverrat an JHWH, eurem Gott, das Wort geredet, der euch herausgef\u00fchrt hat aus dem Land \u00c4gypten und der dich befreit hat aus dem Sklavenhaus, um dich abzubringen von dem Weg, den JHWH, dein Gott, dir geboten hat, um ihm zu folgen.\u201c\u00a0Deutlich ist, dass diese Worte das Grundbekenntnis Israels aufneh\u00admen: H\u00f6re Israel, der Herr, unser Gott, ist einer. Und du sollst den Herrn Deinen Gott lieb\u00adhaben von ganzem Herzen und von ganzer Seele und mit aller deiner Kraft.\u201c Deutlich ist auch, dass das, was ich nach Eckart Otto mit \u201eHoch\u00adverrat\u201c wiedergegeben habe, in die Sprache \u00adpolitischer Loyalit\u00e4tseide in der Umwelt Israels hineingeh\u00f6rt.\u00a0Der Traum erscheint hier im Kontext wahrer und falscher Prophetie. Andernorts im Deuteronomium (Dtn 18,20\u201322) wird Prophetie durch zwei Dinge gekenn\u00adzeichnet:\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">1.\u00a0<\/span>Sie ist nicht durch Gott autorisiert;<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">\u00a02.<\/span>\u00a0Sie erf\u00fcllt sich nicht. Hier jedoch wird die inhaltliche \u00dcberein\u00adstimmung mit der Thora, faktisch mit der Verk\u00fcndigung des Deuteronomiums selbst zum Ma\u00dfstab rechter und falscher Prophetie gemacht, und der Traum erscheint grund\u00ads\u00e4tzlich auf der letzteren Seite \u2013 v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von und geradezu im Widerspruch zu dem, was in der Genesis \u00fcber Jakob und Joseph und in 1 K\u00f6n 3 \u00fcber Salomo zu sagen war. Datiert man mit Eckart Otto den Text in die Exilszeit, kann man die Sch\u00e4rfe, die bis zur Todesstrafe f\u00fcr den Propheten f\u00fchrt, als Reaktion auf die Verun\u00adsicherung deuten, ob denn wirklich der Gott Israels oder nicht vielmehr die offen\u00adsicht\u00adlich m\u00e4chtigeren G\u00f6tter Babylons die eigentlichen Weltregenten sind. All\u00adf\u00e4lligen Vorschl\u00e4gen religi\u00f6ser Exper\u00adten wie Propheten und Traum\u00addeutern, die das Volk Israel zu den babylo\u00adnischen G\u00f6ttern zu bekehren suchen, wird hier eine klare Absage erteilt. Datiert man den Text auf die fr\u00fche nach\u00adexilische Zeit, d\u00fcrfte sich in diesem Text am ehesten der Versuch nieder\u00adschlagen, die Identit\u00e4t Israels ausschlie\u00dflich durch die Orientierung an die Thora zu definieren, gerade aufgrund dessen, dass Israel mit seinem Gott eine Beziehung hat, die es zu anderen G\u00f6ttern nicht hat. Die Thora, und sonst nichts, ist die entscheidende Gottesoffenbarung, und rechte Propheten sind nur diejenigen, die in \u00dcbereinstimmung mit der Thora verk\u00fcndigen.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">2Chron 1,7<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In den geschichtlichen B\u00fcchern der Bibel haben wir eine Ver\u00e4nderung zwischen den K\u00f6nigsb\u00fcchern und den Chronikb\u00fcchern zu vermerken. In 1\u00a0K\u00f6n 3,5 hei\u00dft es: und der Herr erschien Salomo zu Gibeon im Traum des Nachts\u2026\u201c \u2013 da ist der Traum noch wesentliches Medium der Gottes\u00adbegegnung. Anders ist dies in der Wiederaufnahme dieses Textes in 2 Chr 1,7: Dieser Text spricht von einer n\u00e4chtlichen Gotteserscheinung, aber nicht von einem Traum. Man kann fragen, wie wichtig dem Chronisten dieses Detail ist \u2013 seine Quellen bieten ansonsten keine Tr\u00e4ume, und er bringt von sich aus keine Tr\u00e4ume ein.\u00a0M.E. soll das Ungewisse des Traumes nicht mit der absoluten Zuverl\u00e4ssigkeit Gottes zusammengebracht werden. In den Chronikb\u00fcchern wird ja Gott sehr wohl auch als strafend angesehen; sein Handeln wird jedoch fast in eine mechanische Relation zu dem vorangegangenen Handeln der Menschen gestellt. Gott kann grausam sein, aber er ist nicht willk\u00fcrlich. Und zu dieser festen \u00dcberzeugung \u00fcber Gottes Handeln passt es nicht, dass er sich durch einen unsicheren Traum gegen\u00fcber Salomo geoffenbart haben soll. Wie das \u201eErscheinen Gottes in der Nacht\u201c allerdings von einem Traum abgegrenzt wird, erfahren wir nicht; an einer theoretischen Konzeptualisierung ist der Verfasser nicht interessiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Traumkritik in der prophetischen Literatur<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Jes 29,7\u20138<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In Jes 29,7\u20138 wird das Illusion\u00e4re des Traums kritisch gegen die Feinde Israels namhaft gemacht, und das gilt unabh\u00e4ngig davon, ob man Ariel wie im Masoretischen Text mit Jerusalem oder wie in der Septuaginta mit einer feindlichen Stadt identifiziert. Wann der Text entstanden ist, wissen wir nicht: F\u00fcr seine Entstehungszeit hat man eine Spanne vom siebten bis ins dritte vorchristliche Jahrhundert hinauf diskutiert.\u00a0In diesem Text hei\u00dft es: 7Und wie ein Traum, wie ein Nachtgesicht, so soll die Menge aller V\u00f6lker sein, die gegen Ariel k\u00e4mpfen mit ihrem ganzen Heer und Bollwerk und die ihn \u00e4ngstigen. 8Denn wie ein Hungriger tr\u00e4umt, dass er esse \u2013 wenn er aber aufwacht, so ist sein Verlangen nicht gestillt; und wie ein Durstiger tr\u00e4umt, dass er trinke \u2013 wenn er aber aufwacht, ist er matt und durstig: So soll es der Menge aller V\u00f6lker ergehen, die gegen den Berg Zion k\u00e4mpfen. In dem Text liegt die Ironie, dass Hunger und Durst, was normalerweise das Schicksal der Belagerten darstellt, nunmehr von den Belagerern ausgesagt wird.\u00a0Letzt\u00adendlich soll die Errettung Jerusalems betont werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In diesem Jesaja-Text wird das Illusion\u00e4re des Traumes herausgestellt; der Text ist aber insofern nicht traumkritisch, weil er nicht auf Autorit\u00e4ts\u00adanspr\u00fcche Bezug nimmt, die aus einem Traumerleben abgeleitet werden k\u00f6nnten. Anders ist dies in den folgenden Texten. In diesen Texten, bis zum vierten vorchristlichen Jahrhundert entstanden, werden Tr\u00e4ume zun\u00e4chst trotz Numeri 12,6 hinsichtlich ihrer Herkunft als ung\u00f6ttlich und hinsichtlich ihrer Wirkung als widerg\u00f6ttlich disquali\u00adfiziert und innerhalb der Diskussion um wahre und falsche Prophetie stets dem letzteren Ph\u00e4nomen zugeordnet<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Sach 10,1f.<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Das isolierte Mahnwort Sach 10,1f. fordert auf, den Herrn um Regen zu seiner Zeit zu bitten. Die G\u00f6tzen hingegen reden L\u00fcge und die Wahrsager schauen Trug, und sie erz\u00e4hlen nichtige Tr\u00e4ume, und ihr Tr\u00f6sten ist nichts. In seiner Erkl\u00e4rung von Sach 10,1f. begr\u00fcndet Kyrill von Alexandria (\u2020444) die negative Wertung der Tr\u00e4ume mit der verderblichen Wirkung, das Volk in T\u00e4uschung\u00a0<a id=\"_idTextAnchor003\"><\/a>und Irrtum hinein wegzuf\u00fchren. Terminologisch wirkt Dtn 13 ein, die Stelle, die wir relativ am Anfang zu bedenken hatten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Von der antiken Auslegung zur neuzeitlichen Forschung: Wann der Text entstanden ist, wissen wir nicht; \u201eeine \u00adDatierung scheint kaum m\u00f6glich\u201c. Nicht recht deutlich wird, an wen der Autor denkt \u2013 m.E. legt der Beginn dieses Wortes nahe, dass er Wahrsager im Auge hat, die sich gegen\u00fcber Privatleuten bet\u00e4tigten und f\u00fcr ihre Wahrsagekunst bezahlen lie\u00dfen. In der Tat hat einer der alten Bibelausleger, Theodoret (393\u2013466), die Stelle so interpretiert.\u00a0Deutlicher ist die theologische Aussage: Die T\u00e4tigkeit dieser Wahrsager wird als Versto\u00df gegen das erste Gebot gewertet.\u00a0Aber noch im antiken Rom verdienten sich arme Juden damit ihr weniges Geld, dass sie sich als Traumdeuter bet\u00e4tigten, wof\u00fcr der Satiriker Juvenal nur Spott \u00fcbrig hat: \u201eF\u00fcr wenig Geld verkaufen die Juden jede gew\u00fcnschte Traumdeutung.\u201c<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Jer 23,25; 27,8f.; 29,8f.<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Jer 23,9\u201340 ist die ausf\u00fchrlichste Auseinandersetzung mit dem Problem der wahren vs. der falschen Prophetie, und Jer 23,25 ist die \u201esch\u00e4rfste Polemik gegen Tr\u00e4ume in der Bibel\u201c.\u00a0Die Verk\u00fcndigung der anderen Propheten ist nicht durch die Autorit\u00e4t Gottes abgedeckt; inhaltlich ist sie au\u00dferdem falsch. Die Wiederholung \u201eMir hat getr\u00e4umt, mir hat getr\u00e4umt\u201c soll als \u00c4u\u00dferung, die den angegriffenen Propheten in den Mund gelegt wird, einerseits ihre Gewissheit markieren, ist aber andererseits aus der Sicht des Autors eher eine Verh\u00f6hnung des damit einhergehenden Autorit\u00e4tsanspruchs. In Jer 27,9 erfahren wir etwas mehr von der Verk\u00fcndigung dieser Propheten, wenn es hei\u00dft \u201eSo h\u00f6rt doch nicht auf eure Propheten, Wahrsager, Traumdeuter, Zeichendeuter und Zauberer, die euch sagen: Ihr werdet nicht untertan sein m\u00fcssen dem K\u00f6nig von Babel.\u201c Nochmals ergeht in Jer 29,8f. das mahnende Wort: \u201eDenn so spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Lasst euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betr\u00fcgen, und h\u00f6rt nicht auf die Tr\u00e4ume, die sie tr\u00e4umen! Denn sie weissagen euch L\u00fcge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der Herr!\u201c Leitend ist hier das eine Kriterium aus Dtn 18,20\u201322: Falsche Prophetie ist diejenige Prophetie, die nicht von Gott autorisiert ist. Woran man das allerdings in der eigenen Gegenwart erkennen soll, wer Gottes Autorit\u00e4t beanspruchen kann und wer nicht, bleibt offen. Diese und \u00e4hnliche Warnungen blieben ungeh\u00f6rt; die mahnende Zusage \u201eBeugt euch dem Joch des K\u00f6nigs von Babel, und ihr werdet leben\u201c (Jer 27,12), stie\u00df nicht auf Vertrauen. Man erprobte weiterhin den Aufstand gegen den \u00fcberm\u00e4chtigen Gegner. So meinten die K\u00f6nige Judas zweimal nacheinander bei einem Thronwechsel in Babylon die Tributzahlungen einstellen zu k\u00f6nnen, mit der Folge, dass 597\/96 ein erstes Mal Juden aus der Heimat verschleppt wurden, bevor 587\/86 die Zerst\u00f6rung des salomonischen Tempels und der Stadt Jerusalem sowie die Verschleppung gro\u00dfer Bev\u00f6lkerungsteile das einl\u00e4uteten, was als babylonische Gefangenschaft in die Geschichtsb\u00fccher einging.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Autor der Gesamtkomposition des Jeremiabuches lebt, so der Innsbrucker Alttestamentler Georg Fischer, \u201egegen Ausgang der Perserzeit (oder nicht allzu lang danach) und steht in harter Auseinander\u00adsetzung mit den eigenen Berufskollegen, den Priestern und Propheten. Im Unterschied zu ihnen betont er viel st\u00e4rker den selbst\u00adver\u00adschuldeten Anteil am fr\u00fcheren Untergang.\u201c\u00a0Doch welche Aktualit\u00e4t konnte solcher Stellungnahme f\u00fcr die eigene Zeit des Verfassers im vierten oder dritten Jahrhundert zukommen? War es die Frage, ob Jerusalem nach dem Tod Alexanders d.Gr. erneut die politische Selbst\u00e4ndigkeit anstreben soll? \u2013 wir wissen es nicht.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Zwischenfazit<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Wir k\u00f6nnen zusammenfassen: Der aus dem Wider\u00adfahr\u00ad\u00adnis\u00ad\u00ad\u00adcha\u00adrakter von Tr\u00e4umen abgeleitete Offen\u00adba\u00adrungs- und Autorit\u00e4ts\u00adanspruch erscheint in pro\u00adphe\u00adtischer Literatur nur im Medium seiner Be\u00adstreitung. Diese negative Einsch\u00e4tzung des Traumes ist aus der R\u00fcckschau heraus erwachsen. Die Zer\u00adst\u00f6rung Jerusalems 587\/86 v. Chr. war der Erweis daf\u00fcr, dass sich die Un\u00adheils\u00ad\u00adpro\u00adphetie Jeremias erf\u00fcllt hat, w\u00e4hrend die Heilsprophetie seiner Gegner verblendete Illusion geblieben war. Deshalb hat man sich auch auf Jeremias Verk\u00fcndigung des Gottes Israels besonnen. Erst nachdem sich in Israel die alleinige Verehrung des Gottes Israels durch\u00adgesetzt hatte, kann in den B\u00fc\u00adchern Sacharja und Daniel der Prophet jeweils als Empf\u00e4nger einer nicht proble\u00admatisierten Traumvision erscheinen und in Joel 3,1 das Ergehen von Tr\u00e4umen und Visionen als Kennzeichen g\u00f6ttlicher Geistausgie\u00dfung benannt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Traumkritik in der Weisheitsliteratur<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Traumkritische Motive begegnen in der Bibel auch in der sog. Weisheits\u00adliteratur. Weisheitsliteratur umfasst die Psalmen, die Spr\u00fcche Salomos, das Buch Hiob, den Prediger Salomo, Jesus Sirach sowie die Weisheit Salomos.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Ps 73,20<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In den Psalmen haben wir einerseits den Beginn von Ps 126 \u201eWenn der Herr die Gefangenen Zions erl\u00f6sen wird, dann werden wir sein wie die Tr\u00e4umenden, dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll R\u00fchmens sein.\u201c Da steht der Traum f\u00fcr die Sehnsucht nach Heil. Aber wir haben auch traumkritische Passagen: In der Klage \u00fcber den zun\u00e4chst gegebenen Erfolg des Gottlosen Ps 73 hei\u00dft es: \u201eJa, du (scil. Gott) stellst sie (scil. die Gott\u00adlosen) auf schl\u00fcpfrigen Grund und st\u00fcrzest sie zu Boden.19 Wie werden sie so pl\u00f6tzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.20 Wie ein Traum verschm\u00e4ht wird, wenn man erwacht, so verschm\u00e4hst Du, Herr, das Bild der Gottlosen, wenn Du Dich erhebst.\u201c Genau wie man nach dem Aufwachen das, was man im Traum erlebt hat, als unwirklich bezeichnen muss, so bezeichnet Gott das \u201eBild\u201c der Frevler, die Gegenst\u00e4nde, die sie repr\u00e4sentieren, als unwirklich.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Frank-Lothar Hossfeld und Erich Zenger kommentieren: \u201eEin Vergleich fa\u00dft in V. 20 zusammen, was von den Frevlern bleibt: Sie waren wie ein schreck\u00adlicher Traum (bzw. Alptraum), der beim Aufwachen nicht nur definitiv vorbei ist (vgl. Ijob 20,8), sondern der in einem sogar \u00c4rger und Verachtung hervorruft.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Athanasius (ca. 295\u2013373) sagt dazu: Die Einbildungen der Tr\u00e4umenden sind unwirklich und schw\u00e4cher als jeder Schatten.\u00a0Augustinus (354\u2013430) und Cassiodor (ca. 485 \u2013 ca. 580) verdeutlichen die Unwirklichkeit der Tr\u00e4ume an dem Traum eines armen Menschen, der sich im Traum als reich erlebt, aber nach dem Aufwachen sich wieder mit seiner Armut konfrontiert sieht.\u00a0Euthymius Zigabenus (ca. 1050 \u2013 ca. 1120) betrachtet den Traum als T\u00e4uschung f\u00fcr die Babylonier, mit denen er die Gottlosen in dem Psalm insgesamt identifiziert.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Belege aus dem Buch Hiob<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Im Buch Hiob stehen positive und kritische Stellungnahmen zum Traum nebeneinander. Ersteres findet sich in Hi 4,13\u201316 und in Hi 33,14. In Hi 4,13\u201316 wird einem der Freunde Hiobs mit Namen Eliphas ein Traum zuge\u00adschrieben, der inhaltlich, so die Fortsetzung in V. 17\u201320, den Anklagen Hiobs gegen Gott die Spitze abbrechen soll: \u201eWie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott oder ein Mann rein sein vor dem, der ihn gemacht hat?\u201c (V. 17). Die Traumoffenbarung selbst wird vor allem wegen des Schreckenerregenden ausf\u00fchrlich beschrieben: \u201eda kam mich Furcht und Zittern an, und alle meine Gebeine erschraken. Und ein Hauch f\u00e4hrt an mir vor\u00fcber; es stehen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe.\u201c (V. 14f.). Verweise auf das Erschrecken\u00adde des Erlebens finden sich wiederholt in antiker und nicht nur antiker Literatur. Aber das ist noch keine Traumkritik.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch in Hi 33,14 fungiert der Traum in der sekund\u00e4ren Rede des Elihu als Offenbarungsmedium. Auf Hiobs wiederholte Klage, dass Gott ihm gegen\u00ad\u00fcber stumm bleibt, antwortet ihm Elihu, dass Gott durch Tr\u00e4ume den Men\u00adschen warnen will. Olympiodor (erste H\u00e4lfte 6. Jhdt. n. Chr.) erkl\u00e4rt dazu: Gott mahnt oft durch Tr\u00e4ume, doch Hiob, so die Anklage seines Freundes, l\u00e4sst sich nicht mahnen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein anderer Freund Hiobs mit Namen Zophar zieht nach Hiob 20,8 das Irreale des Traumes zur Argumentation heran, um dem leidenden Hiob den in der Weisheitsliteratur bekannten Topos von dem nur scheinbaren und nicht langfristigen Gl\u00fcck des Gottlosen nahezubringen \u2013 wir finden es etwas in dem vorhin besprochenen Psalm 73 \u2013: \u201eWie ein Traum, der weg\u00adge\u00adflogen ist, wird der Gottlose nicht mehr gefunden werden, und wie ein n\u00e4chtliches Gesicht (\u03c6\u03ac\u03c3\u03bc\u03b1) ist er dann verflogen.\u201c\u00a0Der Traum steht hier als Metapher f\u00fcr die Verg\u00e4nglichkeit des Irdischen, auf das sich der Gottlose verlassen hat.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Erschreckende im Traumerleben wird aber nicht nur bei Hiobs Freunden Eliphas und Zophar, sondern in Hi 7,14 auch durch Hiob selbst zur Sprache gebracht, erwartungsgem\u00e4\u00df dann aber mit v\u00f6llig anderer Wertung: Nicht einmal der Schlaf gew\u00e4hrt dem leidenden Hiob Ruhe, und die Tr\u00e4ume, die er hat, sind keine angenehmen Tr\u00e4ume, sondern die \u201eVerl\u00e4ngerung der Qualen\u00a0\u00fcber den Tag hinaus.\u201c\u00a0Die Zuflucht in den Schlaf bleibt Hiob verwehrt. Wo aber \u201eSelbst der Schlaf die Qual nicht mindern darf, wo sich ein Mensch der \u00dcberwachung Gottes st\u00e4ndig ausgesetzt empfindet, steht sein Schrei auf, es wolle Gott anstatt des Leidens ihm den Tod bestimmen.\u201c<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Koh 5,2.6<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In dem vielleicht um die Mitte des dritten, vielleicht aber erst zu Beginn des zwei\u00adten vorchristlichen Jahrhunderts entstandenen\u00a0Buch des Predigers Salo\u00admo wird gewarnt, im Angesicht Gottes zu schnell ein Wort hervorzubringen, d.h. dies und das und noch viel mehr mit dem Anspruch letztg\u00fcltiger Weisheit kommentieren zu wollen. \u201eGott ist im Himmel, und du auf Erden\u201c \u2013 menschliche Selbstbescheidung t\u00e4te in der Tat auch heute manchen bitter Not. \u201eDenn wo viel M\u00fche ist\u201c \u2013 lesen wir in der Fortsetzung \u2013 kommen Tr\u00e4ume, und wo viele Worte sind, da h\u00f6rt man den Toren.\u201c Melanie K\u00f6hlmoos hat 2015 die Aussage positiv gedeutet: das Stichwort \u201eM\u00fche\u201c kennzeichnet im Buch Kohelet sonst durchgehend positiv den m\u00fchsamen Weisheitserwerb, und der Traum spielt an auf Salomons Traum nach 1K\u00f6n 3, der entscheiden\u00adden Gottesbegegnung.\u00a0Allerdings gibt es gen\u00fcgend neuzeit\u00adliche Interpreten, die, wie die alten j\u00fcdischen\u00a0und christlichen Erkl\u00e4rer, der Stelle eine negative Wertung des Traums attestieren.\u00a0Das ist auch meine Meinung. Der Traum steht hier, nimmt man den ersten Satz f\u00fcr sich, im Sinne eines Sprichwortes, erst einmal entweder f\u00fcr das Illusion\u00e4re, Gott durch allerlei Besch\u00e4ftigung in Form von Opfer, Hast und Unruhe (Koh 4,17; 5,1) beeinflussen zu wollen, oder aber f\u00fcr unverarbeitete Tagesreste, wie das auch die Vulgata formuliert: multas curas sequuntur somnia (\u201eWenn man viele Sorgen hat, folgen Tr\u00e4ume\u201c). Hieronymus (347\u2013419) fasst das ebenfalls in Worte: qui in multis cogitationibus est, ea frequenter somniat, de quibus cogitat. (\u201eWer viel am Nachdenken ist, tr\u00e4umt h\u00e4ufig von dem, wor\u00fcber er nachdenkt\u201c). \u00c4hnlich erg\u00e4nzt (Ps.?)-Gregor von Agrigent (7. Jhdt. oder sp\u00e4ter): Ein Mensch verf\u00e4llt in einen Traum, in dem die Sorgen und Gedanken des Tages in Analogie wieder erscheinen. Das Traumgesicht erscheint im Traum selbst als wirklich; sobald der Traum vor\u00fcber ist und man aufwacht, ist das Traumgesicht vergangen, weil keine Wirklichkeit dahintersteht, und man kann keinen Nutzen daraus ziehen. Vielmehr f\u00fchren die Tr\u00e4ume nur zur Verwirrung und Verf\u00fchrung.\u00a0Der Vergleich mit dem Toren kann darauf zielen, dass das Wort eines Toren so wenig wahr wird wie das Wort eines Menschen, der getr\u00e4umt hat. So hat es mindestens Olympiodor verstanden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Weiter hei\u00dft es dann beim Prediger Salomo: Wo viel Tr\u00e4ume sind, ist viel Nichtiges und viel Gerede. Die Wendung \u201eViel Nichtiges\u201c ist von den alten Erkl\u00e4rern in dem Sinne verstanden worden, dass keine Wirklichkeit dahinter steht; \u201eviel Gerede\u201c im Sinne des \u00dcberfl\u00fcssigen, w\u00e4hrend der Gedanke des Autorit\u00e4tsanspruchs oder auch der Aspekt menschlicher Eitelkeit nicht besonders betont ist. Hieronymus betont auch hier die unverarbeiteten Tagesreste, die sich in erschreckenden Traumbildern oder tr\u00fcgerischen Verhei\u00dfungen im Traum Luft verschaffen, und mahnt dazu, Tr\u00e4ume zu verachten.\u00a0In neuzeitlicher Diskussion wird V. 6 auf die \u201eillusorischen Wirklichkeitsvorstellungen \u2026 falsche(n) Vorstellungen von Gott und der ihm gegen\u00fcber angemessenen Verhaltensweisen\u201c bezogen\u00a0oder gelegentlich vermutet, Kohelet setzte sich mit Koh 5,6 von der beginnenden Apokalyptik ab.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Sir\u00a034,1\u20138<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Zu Beginn des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts f\u00e4llt die Entstehung des Buches Jesus Sirach, von dessen hebr\u00e4ischem Text mittlerweile 68 % vorliegen und das ins Griechische, Lateinische und Syrische \u00fcbersetzt worden ist; derzeit wird eine kritische Ausgabe der genannten \u00dcbersetzungen erstellt. Der Verfasser ist Vertreter einer konservativen intellektuellen Elite \u2013 intellektuell ist er insofern, als er Sch\u00f6pfung, Gesetz, Geschichte Israels gleicherma\u00dfen vor Augen hat, konservativ ist er insofern, als er in den Bahnen der Tradition Israels und gegen m\u00f6gliche hellenistische Einfl\u00fcsse all das soeben Genannte, Sch\u00f6pfung, Gesetz und Geschichte Israels auf Gott zur\u00fcckf\u00fchrt. Sein Umgang mit der Bibel l\u00e4sst sich u. a. anhand des Themas Traum studieren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In Kap. 34 hei\u00dft es:\u00a0<span class=\"CharOverride-106\">1<\/span>Unverst\u00e4ndige betr\u00fcgen sich selbst mit t\u00f6richten Hoffnungen, und Narren verlassen sich auf Tr\u00e4ume.\u00a0<span class=\"CharOverride-106\">2<\/span>Wer sich auf Tr\u00e4ume verl\u00e4sst, der greift nach dem Schatten und will den Wind haschen.\u00a0<span class=\"CharOverride-106\">3<\/span>Das eine ist wie das andere: Tr\u00e4ume sind wie Bilder im Spiegel.\u00a0<span class=\"CharOverride-106\">4<\/span>Was unrein ist, wie kann das rein werden? Und was L\u00fcge ist, wie kann das wahr werden?\u00a0<span class=\"CharOverride-106\">5<\/span>Weissagungen, Zeichendeutung und Tr\u00e4ume sind nichts, und man sieht dabei Wahnbilder wie eine Frau in Wehen;\u00a0<span class=\"CharOverride-106\">6<\/span>und wenn sie nicht durch Eingebung des H\u00f6chsten kommen, halte nichts davon.\u00a0<span class=\"CharOverride-106\">7<\/span>Denn Tr\u00e4ume haben viele Menschen betrogen, und gescheitert sind die, die darauf hofften.\u00a0<span class=\"CharOverride-106\">8<\/span>Das Gesetz erf\u00fcllt sich ohne Trugbilder, ebenso die Weisheit im Munde des Frommen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Verfasser warnt davor, sich in seinem Handeln von Tr\u00e4umen leiten zu lassen; sie sind nur dem Schatten und dem Wind vergleichbar (Sir 34, 2), und auf Tr\u00e4ume soll man nicht hoffen, sich stattdessen an der Tora und der Weisheit orientieren. Tr\u00e4ume von L\u00fcgnern k\u00f6nnen ohnehin nicht wahr sein (Sir 34,4). In der Vulgata hei\u00dft es zu V. 7 so sch\u00f6n: multos enim errare fecerunt somnia (\u201eTr\u00e4ume haben viele zu Irrt\u00fcmern veranlasst\u201c). Das literarisch in griechisch-r\u00f6mischer Literatur, aber auch in der Bibel nachweisbare Motiv, dass Tr\u00e4ume unmittelbare Handlungs\u00adanweisung enthalten k\u00f6nnen, wird hier bestritten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die M\u00f6glichkeit, dass Tr\u00e4ume vom H\u00f6chsten gesandt sein k\u00f6nnten, wird konzediert (Sir 34,6), man erf\u00e4hrt aber nicht, wie man diese Tr\u00e4ume von anderen Tr\u00e4umen unterscheiden soll, wie in traumkritischen Texten der Bibel auch keine Berichte von Tr\u00e4umen begegnen, anhand deren man den Unsinn der Orientierung an einem Traum aufzeigen k\u00f6nnte. Vielleicht muss der Verfasser dieses Zugest\u00e4ndnis machen, dass Tr\u00e4ume von Gott gegeben sein k\u00f6nnen, weil er der Bibel nicht widersprechen will.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Sir 34 wird manchmal als Abgrenzung gegen die gleichzeitig auf\u00adbl\u00fchende Bewegung der Apokalyptik interpretiert.\u00a0Wie dem auch sei \u2013 jedenfalls steht der Unsicherheit des Traumes die Verl\u00e4sslichkeit des g\u00f6tt\u00adlichen Gesetzes gegen\u00fcber. Weisheit im Sinne des Jesus Sirach ist nicht an Tr\u00e4umen und deren Deutung, sondern an der Gottesfurcht orientiert (Sir 1,7).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bei solcher Skepsis gegen\u00fcber den Tr\u00e4umen legt sich die Frage nahe, wie Jesus Sirach mit biblischer Geschichte umgeht, die ja auch den Tr\u00e4umen Jakobs und Josephs berichtet. Mit biblischer Geschichte befasst sich der Autor ausf\u00fchrlich, in dem sog. Lob der V\u00e4ter Sir 44\u201349. Dort, um die gestellte Frage zu beantworten, werden der biblische Joseph und die von ihm erlebten Tr\u00e4ume und seine Traumdeutungen v\u00f6llig \u00fcbergangen, ebenso wie bei Jakob die Bundestreue Gottes erw\u00e4hnt wird, aber nicht das Geschehen mit der Jakobsleiter. Wichtiger ist mir: Sirach braucht die Tr\u00e4ume nicht, denn die Offenbarung der Thora geschah ohne Tr\u00e4ume.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Zwischenfazit<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die Argumentation ist rein erfahrungsbezogen. Die Herkunft von Tr\u00e4umen wird in biblischer Weisheitsliteratur, soweit ich sehe, nicht systematisierend gekl\u00e4rt. Aber auch eine Auseinandersetzung mit griechisch-philosophischer Traumtheorie findet nicht statt. Aristoteles meint, Tr\u00e4ume stammen nicht von den G\u00f6ttern, denn sie gehen nicht alle in Erf\u00fcllung, sondern sind Anzeichen f\u00fcr inner\u00admenschlich verankerte, psychologische Prozesse, die im Wach\u00adzustand verdeckt geblieben sind.\u00a0Dieser weitgehenden Kritik kann biblische Weisheitsliteratur vielleicht aufgrund der biblischen Pr\u00e4missen der Josephsgeschichte nicht folgen. Umgekehrt werden in der Weisheitsliteratur aus der Josephsgeschichte keine positiven Folgerungen gezogen, am ehesten indirekt noch da, wo die schreckhaften Tr\u00e4ume nur Nichtjuden zugeschrieben werden. Insgesamt kann man sagen: Eine Bezugnahme auf griechisch-philosophische Traumkritik ist nicht erkennbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Traumkritik ab dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Traumkritik in den \u00dcbersetzungsteilen der Septuaginta<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Ab dem dritten vorchristlichen Jahrhundert wurde das Alte Testament, beginnend mit dem Pentateuch, ins Griechische \u00fcbersetzt, vermutlich vor allem zu Zwecken der P\u00e4dagogik und Katechetik. Die \u00dcbersetzungen der einzelnen biblischen B\u00fccher sind stilistisch unterschiedlich ausgefallen. Zum Thema Traum wurden sowohl die positiven als auch die kritischen biblischen Passagen wiedergegeben. Wir haben innerhalb der \u00dcbersetzungsteile der Septuaginta nur zwei F\u00e4lle von Abweichungen\u00a0zu benennen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In Ps 125[126],1 fehlt der Bezug auf den Traum; dort hei\u00dft es \u201eWenn der Herr die Gefangenen Zions erl\u00f6sen wird, so werden wir sein wie die Getr\u00f6steten.\u201c Man kann fragen, ob Traumkritik f\u00fcr diese Ver\u00e4nderung verantwortlich ist. Vielleicht hat der \u00dcbersetzer an der Stelle das zugrundeliegende hebr\u00e4ische Verbum in seiner Bedeutung \u201egesund werden\u201c vorausgesetzt, oder man empfand aufgrund der Fortsetzung \u201eDann wird unser Mund voll Freude sein\u201c als unrealistisch: Wer tr\u00e4umt, redet nicht. Oder man wollte das Eintreten der auf Gewissheit zielenden Zusage \u201eWenn der Herr die Gefangenen Zions erl\u00f6sen wird\u201c nicht mit dem Ungewissen des Traumes verbinden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In der \u00dcbersetzung von Micha 3,7 ist ein Bezug zu Tr\u00e4umen explizit hergestellt worden. Der hebr\u00e4ische Text hei\u00dft in deutscher \u00dcbersetzung \u201eUnd die Seher sollen zuschanden und die Wahrsager zu Spott werden\u201c; in der Septuaginta hei\u00dft es \u201eund diejenigen, die Tr\u00e4ume schauten, sollen zuschanden werden.\u201c Hier wird der Traum als bevorzugtes Offenbarungsmedium angesprochen. Der tats\u00e4chliche Fortgang der Ereignisse hat in der Tat, so bereits Kyrill von Alexandria, die Tr\u00e4ume der in Mi 3,7 Genannten \u201eFriedensprediger\u201c als falsch erwiesen.\u00a0In der Fortsetzung hei\u00dft es in der Septuaginta: \u201eund sie alle werden sich gegenseitig widersprechen. Deshalb wird niemand auf sie h\u00f6ren, es sei denn, ich erf\u00fclle (sie) mit St\u00e4rke im Geiste des Herrn und des Rechts und der Kraft, um Jakob seine Gottlosigkeit zu verk\u00fcndigen und Israel seine S\u00fcnde.\u201c Ist das Motiv des Gegeneinanderredens aus Num 12,6\u20138 genommen, wo Mirjam und Aaron gegen Mose reden, oder ist es der profane Verweis auf die Unsicherheit des Traumempfanges und der Traumdeutung? Letzteres erscheint mir eher naheliegend.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Traumkritik in der zeitgleich entstandenen antiken j\u00fcdischen Literatur<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Im antiken Judentum des ersten Jahrhunderts v. Chr. werden in der sog. Weisheitsliteratur positive biblische Vorgaben aufgegriffen, aber auch biblische Momente der Traumkritik weitergef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In der Weisheit Salomos wird dem Traum Jakobs nach Gen 28 aufgrund der biblischen Vorlage Offenbarungscharakter zugesprochen. In Sap 10,10 hei\u00dft es: Sie, die g\u00f6ttliche Weisheit, leitete den Gerechten, der vor dem Zorn seines Bruders fliehen musste, auf geraden Wegen; sie zeigte ihm das Reich Gottes und gab ihm zu erkennen, was heilig ist. Der Traum von der Jakobsleiter wird als Offenbarung der himmlischen Welt verstanden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die gottlosen und unvern\u00fcnftigen \u00c4gypter hingegen erleben den Traum als qu\u00e4lend (Sap 17,15). Auch in Sap 18,17 hei\u00dft es: Traumbilder erschreckten sie (die \u00c4gypter) f\u00fcrchterlich. Der Traum wird von Gott als Plage \u00fcber die Feinde Israels verh\u00e4ngt. Nur Nichtjuden haben erschreckende Tr\u00e4ume. Traumkritik ist hier nur insofern von Belang, als das Wissen um die negativen Aspekte des Traumerlebens dazu verwendet wird, einen Gegensatz zwischen Juden und Nichtjuden zu konstruieren. Auch in den Psalmen Salomos (6,3f.; 1. Jhdt. v. Chr.) wird das Verwirrende von Tr\u00e4umen angesprochen, die nur die<br \/>\nGottlosen qu\u00e4len.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein nicht ausgeglichenes Nebeneinander begegnet uns in den Testamen\u00adten der Zw\u00f6lf Patriarchen (der zw\u00f6lf Jakobss\u00f6hne nach Genesis 35,22\u201326).\u00a0Josephs Tr\u00e4ume nach Genesis 37; 40 finden in Testamentum Joseph 1,1\u201318,4 kei\u00ad\u00adnen Wi\u00adder\u00ad\u00adhall. Ansonsten begegnet das Wissen um die m\u00f6gliche Her\u00adkunft des Traumes von Tagesresten\u00a0wie die Hochsch\u00e4tzung des Traumes als Zu\u00adwei\u00adsung des Status als Offenbarungsmittlers f\u00fcr Levi\u00a0oder als Zukunftsansage.\u00a0Doch fehlt diese Hochsch\u00e4tzung im hebr\u00e4ischen Testa\u00adment Naphthalis; dort kann es abschlie\u00dfend hei\u00dfen: Das ist nur ein Traum und wird sich nicht wiederholen \u2013 die Wahrheits\u00adf\u00e4higkeit von Tr\u00e4umen wird hier prinzipiell angezweifelt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Wissen um Tr\u00e4ume als Tagesreste ist auch im Brief des Aristeas (EpArist 216; 1. Jhdt. v. Chr.) pr\u00e4sent: \u201eDenn meistens besch\u00e4ftigt sich auch im Schlafe der Geist mit denselben Dingen, mit denen sich einer wachend abgibt. Wer aber jeden Gedanken und jede Handlung auf das Beste richtet, der trifft das Rechte im Wachen und im Schlafe.\u201c Hier ist eine bei Platon\u00a0genannte Vorstellung leitend: Ob ein Mensch vern\u00fcnftige oder unvern\u00fcnftige Tr\u00e4ume habe, sei durch seinen Lebenswandel am Tag bedingt: Bei beson\u00adnener Lebensf\u00fchrung werden auch die Tr\u00e4ume akzeptabel sein. Auch im sp\u00e4teren Christentum kennt man diese Erfahrung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der antike j\u00fcdische Geschichtsschreiber Josephus (ca. 37 \u2013 ca. 100), dem wir alles Wesentliche f\u00fcr die Kenntnis der neutestamentlichen Zeitgeschichte verdanken, r\u00fchmt sich selbst der F\u00e4higkeit zur Traumdeutung, wei\u00df aber auch um das Tr\u00fcgerische des Traumes. Sichtbar wird das da, wo er die illusion\u00e4re Hoffnung der Aufst\u00e4ndischen auf die Rettung der Stadt Jerusalem und des Tempels im j\u00fcdisch-r\u00f6mischen Krieg bezeichnet.\u00a0Ob Tr\u00e4ume denk- und \u00fcberlieferungsw\u00fcrdig sind, bemisst sich an der Frage, ob sie sich erf\u00fcllt haben.\u00a0Leitend ist hier das im Kontext der Auseinandersetzung um wahre und falsche Prophetie in Dtn 18,22 formulierte Kriterium.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch in rabbinischer Literatur sind traumkritische Gesichtspunkte pr\u00e4sent. In dem ab 400 n. Chr. redigierten babylonischen Tal\u00admud ist einiges Material im Traktat Berachot (Lobspr\u00fcche) gesammelt.\u00a0Der Traum kommt zun\u00e4chst hinsichtlich seiner Wahrheitsf\u00e4higkeit zur Zukunftsdeutung und zugleich emotionalen Wirkung auf den Wachzustand in den Blick. Es wird ausf\u00fchrlich \u00fcber einen professio\u00adnellen Traumdeuter erz\u00e4hlt, der je nachdem, ob er entlohnt wurde, Gutes oder B\u00f6ses deutete; die Ambiguit\u00e4t von Traum\u00addeutung wird somit entlarvt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Das Nachwirken traumkritischer biblischer Motive im antiken Christentum<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Hinsichtlich des Themas Traum haben neutestamentliche Texte keine neuen Impulse gesetzt. Traumbezogene Texte finden sich vor allem bei Matth\u00e4us, wie auch Lukas von n\u00e4chtlichen Erscheinungen spricht, nicht hingegen bei Markus, Paulus, dem Evange\u00adlisten Johannes sowie dem Ver\u00adfasser der Johannesoffenbarung. Traumkritische Aussagen sucht man im Neuen Testament vergebens, aber umgekehrt ist der Traum auch nicht das zentrale Medium von Offenbarung schlechthin.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Ambivalenz des Traumes macht diesen auch f\u00fcr den Schlagabtausch zwischen antiken Christen und Nichtchristen geeignet. Zwei der antiken Christentumskritiker, Kelsos (180) und der bei Makarios Magnes genannte Autor (4. Jhdt.), \u00fcben Kritik an biblischen Traum\u00addarstellungen. Kelsos h\u00e4lt, so sein Gew\u00e4hrsmann Origenes (180\u2013253), die Erz\u00e4hlungen von den Tr\u00e4umen des Mundschenks, des B\u00e4ckers und des \u00e4gyptischen K\u00f6nigs (Gen 40; 41) f\u00fcr ungereimt und unglaubw\u00fcrdig. Aber auch die Schau des auferstan\u00addenen Christus mit den Merkmalen seiner Marter (Johannes 20,24\u201329) gilt als Trug\u00adbild von Menschen mit irregeleiteter Phan\u00adtasie.\u00a0Dem bei Makarios Magnes zitierten Autor zufolge vertr\u00e4gt sich der Traum des Paulus, in dem Christus ihm sagt, ihm werde nie\u00admand widerstehen (Apg 18,10), nicht mit der Tatsche seines Marty\u00adri\u00adums.\u00a0Diese Autor will damit das Christentum insgesamt diskreditieren. Umge\u00adkehrt halten Justin (\u2020 ca. 165) und Athenagoras (zweite H\u00e4lfte 2. Jhdt.) den Nicht\u00adchristen warnend vor Augen, dass D\u00e4monen im Traum Menschen beeinflussen k\u00f6nnen.\u00a0Clemens von Alexandria (ca. 150 \u2013 ca. 220) mahnt dazu, von den alten G\u00f6ttern wie von der Wahrsagerei und der Traumdeuterei Abstand zu nehmen.\u00a0Mit der Distanzierung von jeglicher Divination stilisiert Clemens das Christentum als philo\u00adso\u00adphische Elite. Allerdings war Magie im Christentum weit verbreitet; professionelle Traumdeuterei wird Christen daher untersagt.\u00a0Das Verbot hat man auf dem ersten Konzil von Ankyra 314 wiederholt, sodass nun jedem der Umgang mit seinen Tr\u00e4umen selbst \u00fcberlassen war. Es ist anzunehmen, dass trotz des offiziellen Verbots heimlich kundige Menschen aufgesucht wurden, wie auch das Christentum keineswegs davon ausgenommen blieb, dass Menschen zu allerlei magischen Mitteln Zuflucht nahmen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In patristischer Literatur wird, beginnend bei Tertullian (ca. 160\u2013ca. 220), allgemeines antikes Wissen zum Traum aufgenommen, dabei werden auch traumkritische Momente bedacht. Tertullian sieht die emotio\u00adnale Verunsicherung des Traumes nicht nur in dem, wovor wir auf der Ebene des Geschehens erschrecken, sondern auch in Schuld\u00adgef\u00fchlen. Die Irrealit\u00e4t des Traumes hat aber eine entlastende Wirkung. Tertullian schreibt: \u201eDie guten Taten, die im Schlafe ge\u00adschehen, sind [\u2026] umsonst und die Verge\u00adhun\u00adgen straflos. Wir werden wegen einer erotisierenden Traumer\u00adschei\u00adnung eben\u00adso\u00ad\u00ad wenig ver\u00adworfen, als wegen eines getr\u00e4umten Martyriums gekr\u00f6nt.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Hin\u00adsichtlich der Bestimmung der Herkunft von Tr\u00e4umen wirkt bei Tertullian die stoische Auffassung von Tr\u00e4umen nach, wenngleich mit biblischen Beispielen und christlichen Motiven unterlegt. Tr\u00e4ume k\u00f6nnen von D\u00e4monen stammen (es sind die schl\u00fcpfrigen) oder von Gott (Joel 3,1), oder von der Seele, die ihre Lage betrachtet.\u00a0Nach stoischen Ma\u00dfst\u00e4ben beurteilt Tertullian schlie\u00dflich die Frage nach der Glaubw\u00fcrdigkeit von Tr\u00e4umen: Einige Tr\u00e4ume haben sich bewahrheitet, folglich k\u00f6nnen Tr\u00e4ume insgesamt wahrheits\u00adf\u00e4hig sein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Basilius von Caesarea (ca. 330\u2013378) wei\u00df, dass ein Traum meist Nachklang der Tages\u00adsorgen ist, und empfiehlt, nachts nicht nur zu schlafen, sondern auch zu beten; der Schlaf soll \u00dcbung der Fr\u00f6mmigkeit sein.\u00a0\u00c4hnlich sind nach Gregor von Nyssa (ca. 340 \u2013 ca. 395) die Tr\u00e4ume vom Charakter der Tr\u00e4umenden abh\u00e4n\u00adgig.\u00a0Nach Isidor von Pelusium (ca. 360 \u2013 nach 431) spiegelt sich im Traum nur die fehlende bzw. verwirklichte Christusbindung.\u00a0Augustinus hingegen konstatiert einen Unterschied zwischen dem Ich im Wachzustand und dem Ich im Traum: Die Vernunft ist im Traum aus\u00adgeschaltet und kann einen missliebigen Traum nicht abweisen. So kann Augustinus im Traum der concupiscentia (Begehrlichkeit) zustim\u00admen, was er im Wach\u00adzustand \u00fcber\u00adwun\u00adden hat!\u00a0Wahrtr\u00e4ume k\u00f6n\u00adnen klar for\u00admu\u00adliert sein und dem zuk\u00fcnftigen Ge\u00adschehen entsprechen; dieses kann aber auch mit dunk\u00adlen Andeutungen und fig\u00fcrlichen Redeweisen vorher\u00adverk\u00fcndigt sein.\u00a0In seinem Werk \u201eDialogi de vita et miraculis patrum italicorum\u201c (Dialoge \u00fcber das Leben und die Wunder der italienischen V\u00e4ter) behandelt Gregor der Gro\u00dfe (ca. 540\u2013604) unter anderem auch das Thema Tr\u00e4ume. Er antwortet damit auf die ihm von seinem Dialogpartner Petrus gestellte Frage, ob man n\u00e4chtliche Visionen beachten muss. Im Zuge dessen entwirft er sechs Kategorien f\u00fcr die n\u00e4chtlichen Bilder. Die beiden ersten f\u00fchrt er auf zu viel beziehungsweise zu wenig Essen zur\u00fcck, w\u00e4hrend er die tr\u00fcgerischen, vom Teufel gesandten Tr\u00e4ume zur dritten Kategorie z\u00e4hlt. Die vierte stellen f\u00fcr ihn Trugbilder dar, die von zu vielen Sorgen herr\u00fchren. Die letzten beiden Traumarten schlie\u00dflich sind die Offenbarungen, entweder durch eindeutige Bilder oder Befehle. Allerdings sei es nur heiligen M\u00e4nnern zuzutrauen, zwischen gottgesandten Tr\u00e4umen und allen anderen zu unterscheiden. Deshalb w\u00e4re es besser f\u00fcr die \u00fcbrigen Christen, Tr\u00e4umen keine Beachtung zu schenken, da die Gefahr der Irref\u00fchrung durch Satan zu gro\u00df sei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Schluss<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Anfangs stellte sich die Frage, wie das Nebeneinander positiver und kritischer Texte zum Thema Traum historisch und theologisch eigentlich m\u00f6glich war. Meine Antwort: Die Offenbarung der Thora als der zentralen Orientierungs\u00adgr\u00f6\u00dfe wurde nicht mit einem grunds\u00e4tzlich hinterfragbaren und Unsicherheit implizierenden Traumerlebnis des Mose identifiziert. Deswegen konnten schon im Alten Testament und dann in der nachalttesta\u00admentlichen Literatur auch traumkritische Texte integriert werden. Rabbinische Diskussion hat sich immer eher auf die Mehrheit der Gelehrten als auf au\u00dferplanm\u00e4\u00dfige Erlebnisse verlassen.\u00a0Zugleich blieb j\u00fcdische Religion insofern rationalit\u00e4tsf\u00e4hig.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aber auch christliche Religion hat die wesentlichen Inhalte ihrer Lehren nicht auf Traumerlebnisse gest\u00fctzt. Weder Jesus noch die Apostel werden durch Traumoffen\u00adbarungen an sie selbst oder an Dritte legitimiert; auch fun\u00adgieren Tr\u00e4ume nicht als Medium, bestimmte Glaubenslehren zu vermitteln. Die Tr\u00e4ume an Joseph nach Mt 1 und an Paulus nach Apg 18,9f. gelten diesen selbst und haben Handlungen ihrerseits bzw. ihr Schicksal zum Inhalt, aber keine legitimierende oder f\u00fcr die Gemeinde normierende Funktion.\u00a0<img decoding=\"async\" class=\"_idGenObjectAttribute-3\" src=\"debatte_1_2021_50_links_BACKUP_ang_farben-web-resources\/image\/22.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Traum als unplanbare Konfrontation mit innerem Erleben hat von jeher fasziniert und verst\u00f6rt \u2013 und tut es bis heute. Tr\u00e4ume k\u00f6nnen vergewissern, aber auch verwirren. 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