{"id":32260,"date":"2023-07-17T14:34:55","date_gmt":"2023-07-17T12:34:55","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=ein-bayer-in-bollywood"},"modified":"2025-01-14T11:02:12","modified_gmt":"2025-01-14T10:02:12","slug":"wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/","title":{"rendered":"Wenn Briefe Geschichte(n) erz\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-6\">J<\/span>a\u201c, schreibt Karl Graf von Spreti im Juli 1937 aus Indien an seine Eltern im heimischen Niederbayern, \u201e\u00fcber die Film-Wirtschaft k\u00f6nnte man eine Doktor-Arbeit schreiben, weil es eine Industrie ist, in welcher, ausser die technischen Mitarbeiter und Arbeiter, alle anderen Empork\u00f6mmlinge, Spekulanten sind, die selbst noch nie etwas richtiges gearbeitet haben, d. h. eigentlich nur Eintagsfliegen waren und bleiben\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Inzwischen sind unz\u00e4hlige Dissertationen \u00fcber die indische Filmindustrie verfasst worden, um von Aufs\u00e4tzen, Sammelb\u00e4nden und weiteren Monographien zu schweigen. Und dennoch hat es die Katholische Akademie in Bayern gemeinsam mit der Karl Graf Spreti Stiftung unternommen, ein Symposium zu dem Vorl\u00e4ufer dessen, was heute als Bollywood bekannt ist, zu realisieren. Da kann man sich schon nach dem Warum fragen. Was gab den Ansto\u00df hierzu und vor allem: Welchen Erkenntnisgewinn verspricht eine solche Tagung?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ich beginne mit dem Einfacheren, der Frage, wie es zu diesem Thema kam, hat dies doch mit der Akademie selbst zu tun, genauer: mit dem 6. Karl Graf Spreti Symposium, das sich 2016 der Italienreise des bayerischen Kurprinzen Karl Albrecht, des nachmaligen Kaisers Karl VII., von 1715\/16 widmete (vgl. das Sonderheft zur Ausgabe 3\/2017 der\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">debatte<\/span>). Im Zuge der Vortragsvorbereitungen n\u00e4mlich entdeckte Andrea Zedler im\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Porta fontium<\/span>, dem bayerisch-tschechischen Archivportal, einige Briefe, die einschl\u00e4gig f\u00fcr ihren Beitrag waren und im Staatsarchiv Pilsen liegen. Die weitere Recherche in besagtem digitalen Portal f\u00f6rderte dann auch Material zutage, das mit \u201eArchiv Riedl von Riedenstein\u201c \u00fcber<br \/>\nschrieben war \u2013 jener Familie also, in die Karl Spreti 1941 einheiratete.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ohne zu wissen, was mich erwarten w\u00fcrde, habe ich den Bestand f\u00fcr den gemeinsamen Archivbesuch auf gut Gl\u00fcck zur Einsicht bestellt. Die Arbeit in Pilsen endete dann unterschiedlich erfolgreich: W\u00e4hrend meine Frau einige wenige Bl\u00e4tter vorgelegt bekam, erhielt ich knapp 400 Seiten Briefe, die Karl Spreti zwischen 1935 und 1938 aus Indien an seine Familie gerichtet hatte, leider nur in einseitiger \u00dcberlieferung, es fehlen also die Antworten. Wieso sie heute in Tschechien liegen, ist nicht zweifelsfrei zu kl\u00e4ren. Wahrscheinlich ist, dass er sie nach seiner R\u00fcckkehr 1938 wieder an sich nahm und 1943 von seinem Wohnort Berlin nach Dallwitz bei Karlsbad verbrachte, auf das Gut seiner Schwiegereltern, auf das im April desselben Jahres seine Frau mit der neugeborgenen Tochter Maria-Gaetana aus der Reichshauptstadt \u00fcbergesiedelt waren. Von dort floh die Familie 1945 nach Lindau, w\u00e4hrend die Briefe in der Tschechoslowakei verblieben sein d\u00fcrften, um im Anschluss dem n\u00e4chsten Staatsarchiv einverleibt zu werden \u2013 was dann eben Pilsen war.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Und weil aus dem indischen Abschnitt des Lebens von Karl Spreti praktisch nichts bekannt war, entstand nicht nur die Idee zur Edition der Briefe, sondern auch zu einer Tagung, umso mehr als Spreti zu den Pionieren der Filmarchitektur in Indien z\u00e4hlt und \u00fcber seine wie die Arbeit der anderen Deutschen kaum Egodokumente existieren. Die Herausgabe der Briefe wurde von einschl\u00e4gigen Bollywood-Forscherinnen wie Eleanor Halshall (London) oder Debashree Mukherjee (New York) wiederholt als ausgesprochen w\u00fcnschenswert eingesch\u00e4tzt. Doch sollen die Briefe, ihr Urheber und sein Denken, wie es sich in seinen Schreiben niederschl\u00e4gt, im vorliegenden Beitrag nicht sui generis betrachtet, sondern in einen gr\u00f6\u00dferen kulturhistorischen Kontext verortet werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Denn das Bemerkenswerte an den rund 100 Briefen ist, dass sie einen breiten Horizont \u00f6ffnen: Da ist zun\u00e4chst einmal der Umstand, dass im Indien der 1930er Jahre eine Filmindustrie entstand, die heute mehr Filme produziert als Hollywood; dann der Umstand, dass deren Verantwortliche in Europa auf eine Art recruiting-Tour gingen, um sich die Dienste mehrerer Deutscher zu sicheren, darunter auch die eines bayerischen Adligen, der mithin nicht nur den geographischen, sondern auch den sozialen Raum radikal wechselte, M\u00fcnchen mit Mumbai und sein von aristokratischem Denken gepr\u00e4gtes Umfeld mit einer T\u00e4tigkeit in nachgeordneter, weisungsgebundener Position vertauschte. Schlie\u00dflich spiegeln Spretis Schilderungen eine wahrnehmungsgeschichtliche Perspektive, die nicht ohne die zeithistorischen Umst\u00e4nde im nationalsozialistischen Deutschland einerseits und in dem um Unabh\u00e4ngigkeit k\u00e4mpfenden, unter britischer Hoheit stehenden Indien andererseits gelesen werden sollte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Schon ein solch fragmentarischer Aufriss zeigt, dass das 8. Karl Graf Spreti Symposium im Schnittpunkt mehrere Disziplinen und Fragestellungen angesiedelt war: der Filmgeschichte selbstverst\u00e4ndlich, aber auch der Kultur-, Wahrnehmungs- und der politischen Geschichte \u2013 und zwar der indischen wie der deutschen \u2013 und, last not least, der Adelsgeschichte, der sich der vorliegende Beitrag widmet. In dessen erstem Teil wird dem Klammerausdruck des Titels Rechnung getragen, den\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Geschichten<\/span>, hier werden die Quelle und ihr Urheber knapp vorgestellt. Zu fragen ist, wie es Spreti nach Indien verschlug. Welche Adressaten und welchen Charakter haben die Briefe? Welche Gegenst\u00e4nde traktieren sie?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im zweiten, analytischen Teil des Vortrags geht es darum, diese Geschichten auf ihre \u00fcberindividuelle Aussagekraft hin zu befragen, ist es doch ein substantieller Unterschied, ob sie ausschlie\u00dflich etwas \u00fcber Karl Spreti sagen \u2013 dann w\u00e4ren sie f\u00fcr die Familie interessant, gleicherma\u00dfen zur Unterhaltung, nicht aber f\u00fcr ein historisch interessiertes Publikum oder die Wissenschaft \u2013 oder ob sie \u00fcber ihren Urheber hinaus auf Strukturmerkmale der Zeit verweisen. Mit anderen Worten: Geht es nur um die Person oder geht es um die Person als Repr\u00e4sentanten ihrer Zeit, ihrer Nation, ihres untergegangenen Standes?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Welche Aussagekraft also hat der Einzelfall f\u00fcr kollektives Verhalten und kollektive Erfahrungen? Hierf\u00fcr gilt es, die Selbstwahrnehmung und -darstellung, wie sie sich in den Briefen manifestiert, ihrer Individualit\u00e4t zu entkleiden und in allgemeinere Denk- und Handlungshorizonte einzuordnen. Der franz\u00f6sische Sozialphilosoph Pierre Bourdieu spricht diesbez\u00fcglich vom Habitus und meint damit Handlungs- und Verhaltenspr\u00e4ferenzen, die zwar individuell verankert, aber kollektiv g\u00fcltig sind und sich im Auftreten, Gebaren, der Kleidung usw. manifestieren. Weniger soziologisch formuliert, gilt es in den Briefen Spretis jene Z\u00fcge herauszuarbeiten, in denen sich \u00fcbergeordnete zeittypische Entwicklungen zeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Der Protagonist und die Quellen<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Karl Graf von Spreti kam am 21. Mai 1907 als Sohn des Gutsbesitzers Adolf von Spreti und dessen Frau Anna, einer geborenen Gr\u00e4fin Yrsch im niederbayerischen Kapfing zur Welt. Die h\u00f6here Schule absolvierte er teils mit Privatlehrern, teils in den Internaten von Metten und Feldkirch (Jesuitenp\u00e4dagogium Stella Matutina), das Abitur legte er 1930 am Gymnasium Neubrandenburg ab. Zum Wintersemester 1930\/31 schrieb er sich als Architekturstudent an der Technischen Hochschule M\u00fcnchen ein, legte im M\u00e4rz 1933 das Vordiplom ab, beendete das Studium aber nie. Das k\u00f6nnte nicht zuletzt mit einem zeitintensiven Nebenjob zusammenh\u00e4ngen, denn bereits seit 1932 war er f\u00fcr die M\u00fcnchener Lichtspielkunst (kurz: Emelka) bzw., wie sie ab 1932 hie\u00df, die<span class=\"CharOverride-6\">\u00a0Bavaria Film AG\u00a0<\/span>t\u00e4tig, in der er den Regisseur Franz Osten und den Kameramann Josef Wirsching kennenlernte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Letzterer war es, der ihn am Weihnachtsabend 1934 fragte, ob er nicht Lust habe, als Filmarchitekt mit ihm und Osten nach Indien zu gehen, genauer: nach Malad, nahe dem heutigen Mumbai, wo die 1934 gegr\u00fcndeten\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Bombay Talkies Filmstudios<\/span>\u00a0ihren Sitz hatten. Kurzentschlossen nahm Spreti das Angebot an und traf nach gut zweiw\u00f6chiger Schiffsreise Ende M\u00e4rz 1935 in Malad ein. Seine Vertr\u00e4ge w\u00e4hrten jeweils ein Jahr und wurden kurzfristig verl\u00e4ngert; wie lange er bleiben w\u00fcrde, wusste er anfangs selbst nicht. Dieser Rhythmus endete 1937, im November verk\u00fcndete er seinen Eltern, die Zelte in Indien abzubrechen, und am 30. Dezember bestieg er das Schiff, das ihn \u00fcber den Golf von Aden, den Suezkanal und das Mittelmeer zur\u00fcck nach Europa brachte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Schon auf der Hinfahrt begann er, in langen Briefen von seinen Erlebnissen zu berichten. Rund 100 davon sind erhalten, ihr Umfang betr\u00e4gt zwischen zwei und acht Seiten, und sie richten sich ausnahmslos an die Eltern bzw. an diese und seine beiden j\u00fcngeren Br\u00fcder Franz und Maximilian. F\u00fcr 1935 und 1936 sind sie nahezu l\u00fcckenlos \u00fcberliefert. Das \u00e4ndert sich bedauerlicherweise im letzten Jahr des Aufenthalts, f\u00fcr das nur f\u00fcnf Briefe erhalten sind. Hinzu kommen f\u00fcnf weitere von der R\u00fcckfahrt und einige, zeitlich nicht zuzuordnende Fragmente.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Was stand nun in diesen Briefen? Mit Spretis eigenen Worten: \u201eViel Interessantes gibt es nicht zu erz\u00e4hlen, da sich nicht vieles neues zugetragen hat. Zum Schildern von Gebr\u00e4uchen und Sitten g\u00e4be es immer etwas, aber es fehlt mir die Ruhe, mich l\u00e4nger hinzusetzen und zu erz\u00e4hlen. Ich vertage dies immer auf sp\u00e4ter.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Tats\u00e4chlich kommen ethnologische Fragen, geschweige denn daran ankn\u00fcpfende Reflexionen praktisch nicht vor. Ebenfalls nur in hom\u00f6opathischen Dosen gereicht werden Schilderungen seiner beruflichen T\u00e4tigkeit. Wie die konkrete Filmarbeit ablief, was er selbst tat, was er delegierte, wie die Arbeitsteilung zwischen ihm und dem von ihm wenig gesch\u00e4tzten \u201eArt-Direktor\u201c war, l\u00e4sst er offen. Die Titel der Filme, an denen er arbeitete, verschweigt er, und nur selten nennt er deren Sujet, obwohl es sich durchaus angeboten h\u00e4tte, denn mit Themen wie dem Konflikt zwischen einer arrangierten und einer Liebesheirat in einem der ersten sowie weiteren Filmen, die gesellschaftliche und soziale Folgen der Kastenunterschiede f\u00fcr Liebesbeziehungen durchdeklinieren, finden sich gleicherma\u00dfen interessante wie sozialpolitisch brisante Aspekte, f\u00fcr deren Thematisierung die\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Bombay Talkies Studios<\/span>\u00a0bekannt waren. Spreti aber ersch\u00f6pft sich meist in Beteuerungen von Intensit\u00e4t und Umfang seiner Arbeit ohne auf deren konkrete Ausgestaltung einzugehen; auf die Erfolge der Filme wie seiner eigenen Sets hingegen weist er mit entsprechendem Stolz sehr wohl hin.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mehr Raum nehmen die Schilderungen von \u00c4rger in der Firma ein, f\u00fchlte Spreti sich und seine Arbeit doch wiederholt nicht ausreichend wertgesch\u00e4tzt, was sich weniger auf Franz Osten bezieht \u2013 obwohl er diesen nicht wirklich mochte \u2013, als auf die indischen Verantwortlichen, allen voran auf Himanshu Rai, den Gr\u00fcnder der Bombay Talkies und Produzenten der Filme. Hauptthemen seiner Briefe sind seine Freizeitgestaltung, insbesondere seine gesellschaftliche Positionierung. Das schlie\u00dft umfangreiche Darstellungen der von ihm unternommenen Ausfl\u00fcge, bei denen die Landschaftswahrnehmung und vor allem zoologische und botanische Aspekte eine wichtige Rolle spielen, ein, ebenso die Beschreibungen seines Alltags in Bombay, der neben Lesen vor allem in der Pflege sozialer Kontakte bestand, das hei\u00dft aus Berichten \u00fcber Bekannte, Clubbesuche und private Einladungen. Gro\u00dfes Interesse zeigte er zudem f\u00fcr Ver\u00e4nderungen im heimischen Netzwerk, insbesondere f\u00fcr Heiraten und Todesf\u00e4lle, ebenso f\u00fcr Besuche seiner Eltern im gemeinsamen Bekannten- und Verwandtenkreis und private oder berufliche Ver\u00e4nderungen. W\u00e4hrend es sich bei diesen Topoi \u00fcberwiegend um neutrale Schilderungen handelt, gibt es einige Felder, auf denen Spreti dezidiert Stellung bezieht und wertet. Dies betrifft im indischen Umfeld insbesondere Sozialverhalten und berufliche F\u00e4higkeiten anderer, vor allem der Kollegen und Untergebenen, f\u00fcr die Vorg\u00e4nge in Deutschland das Verhalten seines zwei Jahre \u00e4lteren Bruders Cajetan.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Prima vista erstaunlich ist \u2013 und damit soll der beschreibende Zugriff auf die Briefe beschlossen werden \u2013, dass Politisches nahezu ausgeblendet wird. Der sp\u00e4tere Bundestagsabgeordnete (1949\u20131956) und langj\u00e4hrige deutsche Botschafter (1956\u20131970) h\u00e4tte sich, k\u00f6nnte man meinen, intensiv damit auseinandersetzen m\u00fcssen, zumal es zahlreiche Zeugnisse auch f\u00fcr zeitlich fr\u00fcher liegendes politisches Interesse gibt. Die Vorg\u00e4nge der Jahre 1935 bis 1937 hingegen sind nahezu ausgeblendet, insbesondere \u00fcber die Verh\u00e4ltnisse auf dem Subkontinent verliert er praktisch keine Silbe. Einem Inder, der ihn nach seiner Haltung zu Gandhi und der britischen Politik fragt, entgegnet er \u201ekurz und b\u00fcndig, dass uns Deutsche diese Frage kaum interessiert, da wir selber gen\u00fcgend zu tun haben\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Was genau der Deutsche zu tun hat, verr\u00e4t er aber auch nicht, denn die Vorg\u00e4nge im nationalsozialistischen Deutschland kommentiert er nur sp\u00e4rlich, obwohl er deutsche Zeitungen las. Weder \u2013 um nur einige wenige, zentrale Ereignisse herauszugreifen \u2013 die antisemitischen N\u00fcrnberger Gesetze 1935 und die brutaler werdende Drangsalierung j\u00fcdischer Mitb\u00fcrger, noch der Bruch internationaler Vertr\u00e4ge durch den Einmarsch ins Rheinland 1936 oder die aufsehenerregende Enzyklika\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Mit brennender Sorge<\/span>, mit der Pius XI. 1937 den Nationalsozialismus verurteilte, finden Erw\u00e4hnung. Lediglich sporadisch wird deutlich, dass er das Geschehen verfolgte: \u201eBei Euch zu Hause muss es scheinbar z.Z. lustig zugehen, nachdem was man hier liest. Scheinbar geht es gegen die Juden und Katholiken ziemlich scharf her. Auf diese Weise gewinnt man wenig Freunde, sowohl im In-, als auch im Ausland\u201c, hei\u00dft es am 8. August 1935 und vier Wochen sp\u00e4ter mit Bezug auf den Tod einer Verwandten: \u201eObwohl es sicher f\u00fcr Sie eine Erl\u00f6sung ist, tut mir der Tod doch leid. Gerade der Humor, den sie hatte, kann man in der heutigen Zeit so gut gebrauchen.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Und ohne Absatz f\u00e4hrt er fort: \u201eMit grossem Interesse lese ich hier immer die Zeitungen und verfolge die Neuigkeiten aus Deutschland, auch aus M\u00fcnchen und die Berichte von allen Kriegen gegen Juden und Catholiken.\u201c Gemeint sein d\u00fcrften die gewaltsamen SA-Ausschreitungen gegen die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung in Berlin und das Auftrittsverbot f\u00fcr katholische Jugendorganisationen, beide vom Juli, das Eheschlie\u00dfungsverbot zwischen Juden und Nicht-Juden sowie der regierungskritische Hirtenbrief der katholischen Bisch\u00f6fe vom August 1935. \u2013 Spretis Andeutungen nach zu schlie\u00dfen, scheint er, obwohl selbst Mitglied einiger NSDAP-Organisationen, der Partei aus einem konservativen Verst\u00e4ndnis heraus indifferent, mitunter kritisch-distanziert gegen\u00fcbergestanden zu sein. \u201eMonatlich sind hier Partei-Versammlungen, f\u00fcr deren Einladung ich herzlichst dankte\u201c, schreibt er im April 1935, und Ostens Parteieintritt kommentiert er lapidar: \u201eWirsching &amp; Osten fuhren abends in den deutschen Klub zu einer National-Sozialistischen Versammlung, und Herr Osten liess sich an diesem Abend in die Partei aufnehmen. Wir, Herr Zolle und ich und die beiden Frauen, blieben hier und tranken Coctail.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Haltung wurde in der deutschen Kolonie offenbar kritisch be\u00e4ugt, denn: \u201eWie ich gestern erfuhr, muss man sich auch hier sehr in acht nehmen, da die hiesigen Deutschen, d. h. gewisse Leute, nichts besseres zu tun haben, als sich gegenseitig zu beobachten, zu belauschen etc. Wie ich erfuhr, hat sich hier eine sehr hohe Partei-Stelle schon \u00fcber mich erkundigt, ob ich eigentlich wirklich national eingestellt bin.\u201c Als n\u00e4mlich bei der Reichstagswahl 1936 unter den Auslandsdeutschen in Bombay einige Neinstimmen waren, wurde auch er darunter vermutet. Dies ist schon deshalb plausibel, als in der \u201eNacht der langen Messer\u201c 1934, dem sogenannten R\u00f6hm-Putsch, mit Hans-Erwin von Spreti der pers\u00f6nliche Adjutant des Obersten SA-F\u00fchrers R\u00f6hm und naher Verwandter Karls ermordet wurde; der Familienname d\u00fcrfte in einem Teil der NSDAP also kritisch be\u00e4ugt worden sein. \u2013 Es w\u00e4re mithin vorschnell, die Absenz politischer Meinungs\u00e4u\u00dferungen in den Briefen als Indiz der Zustimmung zu interpretieren. Wahrscheinlicher ist, dass das Schweigen der Sorge vor Bespitzelung entsprang. Nur wenige Wochen nach seiner Ankunft in Indien hatte Spreti angemerkt, zahlreiche Briefe seien ge\u00f6ffnet worden, 1936 wiederholt er das, und 1937 fragt er ganz direkt: \u201eSind meine Briefe oft ge\u00f6ffnet?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Spretis Habitus und das Konzept von \u201eAdeligkeit\u201c<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Im zweiten Teil der Ausf\u00fchrungen soll nun Spretis Habitus in einen gr\u00f6\u00dferen kulturhistorischen Kontext verortet werden. Hierbei gilt es, zun\u00e4chst auf die Verlustgeschichte des Adels seit 1800 hinzuweisen, ohne die die Folgen f\u00fcr dessen ver\u00e4ndertes Selbstverst\u00e4ndnis hinsichtlich der \u00f6konomischen wie der politisch-gesellschaftlichen Positionierung in den 1920er und 30er Jahren unverst\u00e4ndlich bleiben m\u00fcssen. Dabei wird Spretis Haltung jeweils mit Forschungen zu adeligen Positionierungsstrategien abgeglichen, so dass in der Analyse individuelle Spezifika genauso sichtbar werden wie kollektives Kalk\u00fcl und Verhalten. Dies soll abschlie\u00dfend in den Versuch m\u00fcnden, Karl Graf von Spreti als Vertreter des relativ jungen historischen Forschungskonzepts von \u201eAdeligkeit\u201c zu konturieren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">H\u00e4ufig wird der Abstieg des Adels und dessen partielle politische Radikalisierung mit der Revolution des Jahres 1918 und deren Folgen begr\u00fcndet. Dies spielt sicherlich eine wichtige Rolle, doch muss die Perspektive meines Erachtens geweitet werden, um nicht allzu glatten Erkl\u00e4rungsmustern auf den Leim zu gehen. Denn die Entmachtung des Adels hatte nicht 1918, sondern um 1800 begonnen, einige Stichworte m\u00fcssen hierzu gen\u00fcgen: Die Hoch-, dann auch die Patrimonialgerichtsbarkeit, die der fr\u00fchneuzeitliche Adel innehatte, hatte ihm der moderne Staat in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts genommen; gleiches gilt f\u00fcr die Herrschaft \u00fcber die Bauern; auch politisch war der Abstieg l\u00e4ngst eingeleitet: Trug der Adel vor 1800 Verantwortung als Stand, war er danach zwar noch in den Kammern repr\u00e4sentiert, doch automatische Mitgliedschaft gab es in den ersten Kammern nur noch f\u00fcr die h\u00f6chsten Adligen (die Standesherren), in die zweiten mussten auch adlige Abgeordnete gew\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Immer mehr mutierten sie damit von Vertretern ihres Standes zu solchen einer politischen Weltanschauung. Und selbst in die hohe und h\u00f6chste B\u00fcrokratie kam der Adel seit den Reformen am Jahrhundertbeginn, die in Bayern untrennbar mit dem Namen Maximilian von Montgelas\u2019 verbunden sind, nicht mehr qua Geburtsrecht, sondern mittels Qualifikation. Der Verlust von Herrschaftsrechten war also weit fortgeschritten, als die Revolution von 1918\/19 die letzten Privilegien hinwegfegte, standesspezifische Heirats- und Erbregeln, Hausgesetze, dann Fideikomisse, exklusive Hofzug\u00e4nge usw. usw. Etwas pointiert lie\u00dfe sich res\u00fcmieren: Einen Rechtfertigungs-, Selbstbehauptungs- und Anpassungsdruck gab es seit 1800, 1918 verst\u00e4rkte er sich nur noch einmal; hinzu kam die soziale Nivellierung der Massen- und Konsumgesellschaft, die dem Adel nat\u00fcrlich ebenso ein St\u00fcck seiner Exponiertheit nahm.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die 1920er und 30er gelten als Jahrzehnte, in denen der Adel versuchte, wieder Boden unter den F\u00fc\u00dfen zu gewinnen. Eine eher untergeordnete Rolle hierbei spielte, folgt man Spretis Briefen, die Berufst\u00e4tigkeit. Nat\u00fcrlich, er musste arbeiten, der elterliche Grundbesitz als Lebensgrundlage reichte bei weitem nicht f\u00fcr die Versorgung aller S\u00f6hne aus. \u201eIch bin froh, dass ich Arbeit habe und Gott sei Dank nicht zur Last falle\u201c, gesteht er seinen Eltern in einem der ersten Briefe. Pers\u00f6nlich zog er sogar einige Befriedigung aus dem Umstand, arbeiten zu k\u00f6nnen \u2013 thematisiert das, wie seine T\u00e4tigkeit insgesamt allerdings praktisch nie. Diese Absenz verweist darauf, dass er Arbeit per se keinen Wert f\u00fcr die Selbstwahrnehmung zuma\u00df.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Meine These lautet, dass dies deshalb der Fall war, weil sie f\u00fcr ihn kein relevantes Distinktionsmerkmal darstellte. Berufliche T\u00e4tigkeit war f\u00fcr die Mehrheit des Adels unabdingbar geworden, doch unterschied ihn das nicht vom B\u00fcrgertum, ebenso wenig wie wirtschaftlicher Erfolg oder materieller Besitz; tats\u00e4chlich spielt beides keine Rolle in den Briefen. Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen: Die Vorstellungen eines von Leistung und Erfolg definierten Adels w\u00e4re auf eine Umcodierung der gesamten Adelssemantik hinausgelaufen, w\u00e4re doch dann das Wirtschaftsb\u00fcrgertum unweigerlich zur Aristokratie zu rechnen gewesen. Dieses Verhalten Spretis, sein geringes Interesse f\u00fcr Materielles, deckt sich mit Forschungen etwa von Eckart Conze, wonach sich adliges Standesbewusstsein im 20. Jahrhundert von Fragen des Besitzes entkoppelte und stattdessen auf immaterielle, kulturelle \u00ad<br \/>\nAspekte rekurrierte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Fragen der politischen Einstellung Karl Graf von Spretis k\u00f6nnen hier \u00fcbergangen werden, weil sie f\u00fcr die eben formulierte These keine weitergehenden Erkenntnisse bringen. Spreti war nationalkonservativ, mitunter nationalistisch, immer wieder kann seine Haltung als revisionistisch und durchsetzt mit g\u00e4ngigen antisemitischen Ressentiments, zuweilen auch als blau\u00e4ugig gegen\u00fcber den Zielen des Dritten Reichs beschrieben werden, nicht jedoch als dezidiert nationalsozialistisch. Hiervor bewahrte ihn seine christliche Grund\u00fcberzeugung wie sein aristokratisch-elit\u00e4res Denken, das der Ideologie der sozial nivellierenden Volksgemeinschaft diametral gegen\u00fcberstand. Wenn auch nur in Parenthese, sei an dieser Stelle doch darauf verwiesen, dass zwischen Adel und NS mancherlei Wertekongruenz bestand \u2013 die nationalpolitische Ausrichtung, die auf F\u00fchrung hinauslaufenden Elitenkonzepte, die antimodernistischen wie antikapitalistischen Grundhaltungen \u2013, die Aufstieg und Machtsicherung der Nationalsozialisten erleichterten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Weit breiter als Arbeit und Leistung werden in den Briefen, wie erw\u00e4hnt, Freizeit und soziale Beziehungen thematisiert, konnte sich doch in deren Ausgestaltung ein spezifisch adliges Standesbewusstsein manifestieren. Die wichtigsten Aushandlungsfelder waren Ehe und Familie sowie der gesellschaftliche Umgang. \u201eImmer wieder, wenn von zu Hause gesprochen wird hier in der Ferne, spreche ich mit Stolz und h\u00f6chster Hochachtung von Euch und meiner Familie\u201c, so Spreti, um mit Blick auf eine noch nicht in Sichtweite befindliche Heirat zu urteilen: \u201eWenn meine Ehe einmal so wird wie die meiner Eltern, dann kann ich f\u00fcr mein Leben zufrieden sein\u201c. Dabei kontrastiert er die Vorbildlichkeit des eigenen Umfeldes gezielt mit b\u00fcrgerlichen Familienkonzepten, im konkreten Fall mit der Ehe seines Produzenten Himanshu Rai, dessen Frau, der Filmstar Devika Rani, zwischenzeitlich mit einem Schauspielkollegen durchgebrannt war. Was sich in der Vorstellung Spretis amalgamierte, ist die Vorstellung von Musterg\u00fcltigkeit und Adeligkeit, die dann ein distinktives Kennzeichen des Adels bildete, das diesen vom B\u00fcrgertum abhob.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Den Lackmustest dieser Haltung musste sein Umgang mit dem \u00e4lteren Bruder Cajetan bilden. Dieser war 1930 Partei und SA beigetreten und hatte es im M\u00e4rz 1934, im Alter von 29 Jahren, zum SA-Obersturmbannf\u00fchrer gebracht. 1932 war er in SA-Sprengstoffanschl\u00e4ge auf politische Gegner, 1933 in ein wenn auch missgl\u00fccktes Attentat auf einen Gegner R\u00f6hms verwickelt, was zum Konflikt mit seinen Eltern f\u00fchrte, bei denen er fortan persona non grata war. W\u00e4hrend Karl Spretis Aufenthalt in Indien wiederum lief \u00fcber mehrere Jahre ein Parteiverfahren gegen Cajetan, weil der zwei andere SA-M\u00e4nner t\u00e4tlich angegriffen und verletzt haben soll. Dass Karl hiervon wusste, scheint plausibel, ist aber nicht eindeutig \u2013 erw\u00e4hnt wird der Vorgang mit keinem Wort. Das, was Karl umtrieb, war der Umstand, dass Cajetan 1935 im Begriff stand, seine erste Frau und die beiden Kinder zu verlassen, weil er eine B\u00fcrgerliche geschw\u00e4ngert hatte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In den Briefen mit seinen Eltern fand dieses Thema intensiv Niederschlag. Karl votierte \u00fcber Wochen dringend dahin, die bestehende Ehe zu retten. Nur im \u201eunverheirateten Zustand\u201c h\u00e4tte der \u201eFehltritt unbedingt die Ehrenpflicht verlangt\u201c, so aber w\u00e4re eine Scheidung \u201eeine sehr ekelhafte Sache\u201c. W\u00e4hrend Cajetan argumentierte, mit der zweiten Frau gl\u00fccklicher zu sein, es au\u00dferdem nicht verantworten zu k\u00f6nnen, sie als ledige Alleinerziehende sitzen zu lassen, war eine solche Einstellung f\u00fcr seinen Bruder \u201enichts als eine Verdrehung der Gesetze und der Moral\u201c; er machte stattdessen einen nicht weiter definierten Ehrbegriff geltend, der die M\u00f6glichkeit einer Scheidung nicht vorsah: Die Welt, insistierte er, \u201everlangt von uns, die wir einmal eine andere Erziehung erhalten haben, dadurch, dass wir in ein anderes Familienmilieux geboren sind, immer mehr als von allen anderen Sterblichen\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Erst als er Cajetans Entscheidung nolens volens akzeptieren musste, stellte er weitergehende, um die Familienehre kreisende \u00dcberlegungen an: Es sei zu bedenken, riet er den Eltern bei der Frage, ob der famili\u00e4re Verkehr mit Cajetan wiederaufzunehmen sei, \u201edass die Kinder unseren Namen tragen und es vielleicht sp\u00e4ter nicht in unserem Sinne ist, dass dieselben, die einmal Spreti heissen, in Kreise geschoben werden, die man vielleicht auch nicht w\u00fcnscht und vielleicht einmal Menschen werden, nach denen man dann die Familie beurteilt, die bisher immer in Ehren in Deutschland und besonders in Bayern dastand.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Was im hier vorliegenden Kontext relevant ist, ist nicht das moralische Urteil, sondern die Frage, warum sich Karl in so dezidierter Weise f\u00fcr die Erhaltung der Ehe ausspricht, obwohl er die nachmalige zweite Frau seines Bruders nicht kannte, ja, obwohl er nicht einmal besondere Sympathien f\u00fcr seine noch-Schw\u00e4gerin hegte. F\u00fcr die Antwort gilt es knapp auszuholen: Vermutlich unbewusst kn\u00fcpfte Spreti in seinem Denken an das Konzept des \u201eganzen Hauses\u201c von Wilhelm Heinrich Riehl, einem M\u00fcnchner Kulturhistoriker, aus der Mitte des 19. Jahrhunderts an. Demnach sollte sich Familie nicht auf die Kernfamilie, das kleinb\u00fcrgerliche Konstrukt par excellence, beschr\u00e4nken, sondern in horizontaler Ausdehnung auch weit entfernte Angeh\u00f6rige einbeziehen, in vertikaler Tiefe unbedingten Zusammenhalt garantieren, Harmonie und Sitte ausstrahlen, die negativen Kr\u00e4fte der Moderne b\u00e4ndigen und als Fundament des Staates dienen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die einem solchen Denken inh\u00e4rente Verzichtslogik ist nicht zu \u00fcbersehen: Das Wohl des Einzelnen hatte hinter dem der Familie zur\u00fcckzustehen. Obwohl an sich ein konservatives, kein adliges Konzept, wurde es, wie Daniel Menning gezeigt hat, nur von diesem rezipiert, so dass es um die Jahrhundertwende zu dessen distinktivem Kennzeichen<br \/>\ngeworden war, das ihm nicht zuletzt dazu diente, eigene \u00adgesellschaftliche Vorbild- und F\u00fchrungsanspr\u00fcche zu begr\u00fcnden. Cajetan hatte also nicht nur, vielleicht nicht einmal prim\u00e4r, gegen innerfamili\u00e4re Normen versto\u00dfen, sondern gegen adelsgem\u00e4\u00dfes Verhalten ganz generell. Seine Scheidung betraf damit nicht nur ihn, sondern die Gro\u00dffamilie, ja, deren st\u00e4ndische Selbstwahrnehmung, zus\u00e4tzlich erschwert davon, dass die Heirat mit einer B\u00fcrgerlichen die Au\u00dfengrenzen zum B\u00fcrgertum zunehmend aufweichte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein letztes Feld gilt es exemplarisch zu betrachten, das des gesellschaftlichen Verkehrs. Spreti suchte ihn auch in Bombay in europ\u00e4ischen Kreisen, die Inder interessierten ihn nicht, mehrfach \u00e4u\u00dfert er sich absch\u00e4tzig \u00fcber ihre F\u00e4higkeiten und Einstellungen. Die Urteile zeugen von Ignoranz und Chauvinismus, nicht allerdings von Rassismus. Anschluss suchte und fand er rasch im Deutschen Club in Bombay. \u201eIch bin wirklich herzlichst froh\u201c, schreibt er nach einem viertel Jahr, \u201edass ich nun langsam wieder einen Bekanntenkreis um mich bilde und quasi mir wieder eine \u201agesellschaftliche Position\u2018 erobere.\u201c Die Aufz\u00e4hlung, wen er wo getroffen, mit wem er diniert, Tanzmusik, Cabaret, Clubs oder sonstige Veranstaltungen besucht hat, sind Legion und nachgerade ein Charakteristikum der Briefe. \u201eIch schreibe dies nicht\u201c, erkl\u00e4rte er seinen Lesern, \u201eum zu protzen, aber Ihr seht doch, dass ich mir einen netten Bekanntenkreis gefunden habe und scheinbar auch gerne gesehen werde. Durch Herrn Patze habe ich Karten beim italienischen Generalkonsul abgeben lassen und hoffe auch, da herein zu kommen.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Hoffnung erf\u00fcllte sich und Renato Galleani, Conte di Caravonica dei Conti d\u2019Agliano \u2013 ein Graf also! \u2013 wurde bis zu seiner Abberufung aus Bombay die engste Bezugsperson. Das kam nicht von ungef\u00e4hr, suchte Spreti doch bewusst den Umgang mit Standesgenossen. \u201eIch lechze oft nach diesem Milieux, denn ich weiss nicht, ob Ihr das versteht, wenn man immer mit Leuten beisammen sein muss, die eine ganz andere Erziehung und auch andere Interessen haben wie ich. Ich muss gestehen, ich habe noch nie ein so aristokratisches Bewusstsein, Denken und F\u00fchlen gehabt, ohne dabei auf die anderen herunter zu gucken, als ich es hier bekommen habe. Ich weiss nicht warum, aber vielleicht im Mangel erkennt man, was man an seiner Erziehung hat. Erst neulich sprach ich dar\u00fcber mit Baron[!] Hempel, der mir das gleiche sagte.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn Adel in seinem Denken mit Kultiviertheit einherging, so B\u00fcrgerlichkeit mit fehlendem Stil. Was man auch an Kleidungsfragen, Auftreten oder Umgangsformen zeigen k\u00f6nnte, sei an der Schilderung einer Abendszene exemplifiziert: Er selbst machte geltend, nach zwei Whiskys und drei Cocktails gewusst zu haben, dass es Zeit sei, den Alkoholkonsum einzustellen. Die anderen aber \u201esoffen\u201c weiter, \u201eder eine Herr mit Rai Sahibs Titel, der der Direktor einer der gr\u00f6ssten Versicherungsgesellschaften Indiens ist, schlief in seinem Suff ein, dagegen mein Direktor mit demselben Titel kotzte auf den Tisch. Gott sei Dank waren keine Bekannten mehr von mir im Lokal. Auf jeden Fall merkte ich doch, dass es hier doch nur Wilde gibt.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Schilderungen sind nicht anzuzweifeln; aber die st\u00e4ndisch eindeutigen Zuschreibungen von gesellschaftlicher Gewandtheit hier und Tumbheit dort sind weniger das Produkt unvoreingenommener Beobachtung als das Resultat einer klaren gesellschaftlichen Ordnungsvorstellung. \u201eDie Erziehung\u201c, r\u00e4soniert er an anderer Stelle, \u201emacht viel mehr aus als viel Geld.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Umkehrschluss galt freilich auch:\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">noblesse oblige<\/span>. Spreti engagierte sich f\u00fcr Wohlt\u00e4tigkeitsfeste und half Bekannten bei der Inneneinrichtung, oder in seinen Worten: \u201eWisst Ihr, wenn man in einem Beruf wie ich bin, so spielt man konstant eine Doppel-Rolle. Die einen wollen, dass ich der Graf Spreti bin, die anderen nur der Herr Spreti; beide jedoch verlangen aber letzten Endes, dass man sich besser benimmt als die anderen. Es war dies fr\u00fcher einfacher, in einer Zeit, in welcher viele Berufe dem Adel verschlossen waren.\u201c Hier ist der Konnex zwischen dem Funktionsverlust des Adels und der Ausdehnung der kulturellen Adelssemantik unverkennbar. Adelig-Sein konnte sich nicht mehr im Beruf manifestieren, weil sein Tr\u00e4ger dort nach dem Leistungsprinzip mit anderen nicht-Adligen konkurrierte \u2013 es musste auf andere Felder ausweichen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Es lie\u00dfen sich noch zahlreiche Beispiele anf\u00fchren, aber ich hoffe, das Streben nach Abgrenzung als das zentrale Merkmal Spretis, wie es sich in den Briefen spiegelt, deutlich gemacht haben zu k\u00f6nnen. Nach dem tats\u00e4chlichen Funktionsverlust des Adels im 19. und 20. Jahrhundert wurde das, was die Griechen als\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">aristoi<\/span>, als das Edle, Vornehme bezeichnet haben, zu einer Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr elit\u00e4re Ideale. Der Beruf war im modernen Staat kein Unterscheidungsmerkmal, seit dem Aufstieg des Gro\u00dfb\u00fcrgertums auch der Reichtum nicht, und selbst der Konsum von Kunst, Kultur oder gediegenem Essen markierte seit dem Siegeszug der Konsumgesellschaft keine soziale Grenze mehr. Die charismatische Wirkung, die der Adel im 20. Jahrhundert aus\u00fcbte (und h\u00e4ufig noch immer aus\u00fcbt), bemerkt Stephan Malinowski luzide, geht dementsprechend weniger von sozialen Realit\u00e4ten als von kulturellen Konstruktionen aus, von denen die soziale Distinktion die wichtigste ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Anders als in der Fr\u00fchen Neuzeit und weiten Teilen des 19. Jahrhunderts sahen sich Adelige qua Herkommen, Gesinnung, Charakter und Verhalten einander verbunden, nicht qua Macht oder Verm\u00f6gen und auch nicht qua Bildung und Leistung. Dies bedingte eine Homogenisierung innerhalb des Adels und eine Abschlie\u00dfung nach au\u00dfen. Beides wird etwa im Konnubium, dem Namen oder einem mehr oder minder exklusiven gesellschaftlichen Verkehr sichtbar und ist vice versa eine st\u00e4ndisch verstandene Handlungsnorm, die hier am Beispiel der Kultiviertheit oder dem Hinweis auf Spretis Mitwirken am Wohlt\u00e4tigkeitsfest gezeigt und konkretisiert werden sollte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Malinowski und Marcus Funck haben hieraus das Konzept der Adeligkeit entwickelt. Es bezeichnet einen Habitus, der die \u2013 an sich ja alles andere als homogene \u2013 Sozialformation Adel verbindet. Ein Habitus, der sozial bestimmt und kulturell gepr\u00e4gt ist. Was entsteht, ist ein zwar nicht homogenes, aber doch innerhalb des deutschen Adels weitgehend akzeptiertes Kulturmodell, dem eine zentrale Funktion bei der Selbstverst\u00e4ndigung, der Herausbildung und dem Erhalt von adliger Sozialidentit\u00e4t zukam. Die Briefe zeigen sehr deutlich, dass Karl Graf von Spreti die Werte dieses Modells akzeptiert hatte und lebte. Es ging f\u00fcr ihn \u2013 wie den Adel insgesamt \u2013 nicht so sehr darum, um ein ber\u00fchmtes Wort des Soziologen und Volkswirts Werner Sombarts zu bem\u00fchen, \u201eoben zu bleiben\u201c, sondern darum, wie Josef Matzerath formuliert, \u201ezusammenzubleiben\u201c. Der Abgrenzung von der modernen Massengesellschaft kam hierbei die zentrale Rolle zu. Die gesichtslosen Empork\u00f6mmlinge und Spekulanten der Filmbranche aus dem Eingangszitat, so wirtschaftlich erfolgreich sie sein mochten, lehnte Spreti als Eintagsfliegen ab. \u201eWas uns\u201c, und er meint den Adel insgesamt, \u201ehervorhebt, ist nicht der Titel oder Namen, sondern allein eine bewusste Tradition und eine damit zusammenh\u00e4ngende Erziehung und Kultur\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">So verstanden, sind die Briefe Karl Graf von Spretis nicht nur diejenigen eines Einzelnen, sondern Ausdruck einer kollektiven Haltung. Sie zeigen mentale Einstellungen, Selbstverst\u00e4ndnis, Anspruch, Auftreten und kulturelle Deutungsmuster einer ganzen Gesellschaftsgruppe, des deutschen Adels. Und weil dieser nicht im luftleeren Raum agierte, ist Adelsgeschichte nie nur Geschichte des Adels, sondern \u201edie Geschichte jener politischen Ordnungen, sozialen Bedingungen und kulturellen R\u00e4ume, in denen Adel existierte\u201c (Eckart Conze).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja\u201c, schreibt Karl Graf von Spreti im Juli 1937 aus Indien an seine Eltern im heimischen Niederbayern, \u201e\u00fcber die Film-Wirtschaft k\u00f6nnte man eine Doktor-Arbeit schreiben, weil es eine Industrie ist, in welcher, ausser die technischen Mitarbeiter und Arbeiter, alle anderen Empork\u00f6mmlinge, Spekulanten sind, die selbst noch nie etwas richtiges gearbeitet haben, d. h. eigentlich nur&hellip;<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":89998,"menu_order":1368,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32260","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-film","media-library-category-spreti-karl-graf-von"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Wenn Briefe Geschichte(n) erz\u00e4hlen - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Wenn Briefe Geschichte(n) erz\u00e4hlen - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ja\u201c, schreibt Karl Graf von Spreti im Juli 1937 aus Indien an seine Eltern im heimischen Niederbayern, \u201e\u00fcber die Film-Wirtschaft k\u00f6nnte man eine Doktor-Arbeit schreiben, weil es eine Industrie ist, in welcher, ausser die technischen Mitarbeiter und Arbeiter, alle anderen Empork\u00f6mmlinge, Spekulanten sind, die selbst noch nie etwas richtiges gearbeitet haben, d. h. eigentlich nur&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-01-14T10:02:12+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2021-1-42-Zedler-e1736848481982.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"2539\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1430\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"27 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\\\/\",\"name\":\"Wenn Briefe Geschichte(n) erz\u00e4hlen - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2021-1-42-Zedler-e1736848481982.jpg\",\"datePublished\":\"2023-07-17T12:34:55+00:00\",\"dateModified\":\"2025-01-14T10:02:12+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2021-1-42-Zedler-e1736848481982.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2021-1-42-Zedler-e1736848481982.jpg\",\"width\":2539,\"height\":1430},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Wenn Briefe Geschichte(n) erz\u00e4hlen\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Wenn Briefe Geschichte(n) erz\u00e4hlen - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Wenn Briefe Geschichte(n) erz\u00e4hlen - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Ja\u201c, schreibt Karl Graf von Spreti im Juli 1937 aus Indien an seine Eltern im heimischen Niederbayern, \u201e\u00fcber die Film-Wirtschaft k\u00f6nnte man eine Doktor-Arbeit schreiben, weil es eine Industrie ist, in welcher, ausser die technischen Mitarbeiter und Arbeiter, alle anderen Empork\u00f6mmlinge, Spekulanten sind, die selbst noch nie etwas richtiges gearbeitet haben, d. h. eigentlich nur&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2025-01-14T10:02:12+00:00","og_image":[{"width":2539,"height":1430,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2021-1-42-Zedler-e1736848481982.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"27 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/","name":"Wenn Briefe Geschichte(n) erz\u00e4hlen - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2021-1-42-Zedler-e1736848481982.jpg","datePublished":"2023-07-17T12:34:55+00:00","dateModified":"2025-01-14T10:02:12+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2021-1-42-Zedler-e1736848481982.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2021-1-42-Zedler-e1736848481982.jpg","width":2539,"height":1430},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/wenn-briefe-geschichten-erzaehlen-karl-graf-von-spretis-schreiben-aus-indien-1935-1938\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Wenn Briefe Geschichte(n) erz\u00e4hlen"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":97673,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32260\/revisions\/97673"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/89998"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}