{"id":32272,"date":"2023-07-17T14:35:04","date_gmt":"2023-07-17T12:35:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=maechte-und-gewalten-2"},"modified":"2025-01-14T11:44:13","modified_gmt":"2025-01-14T10:44:13","slug":"maechte-und-gewalten-romano-guardinis-auseinandersetzung-mit-dem-phaenomen-der-macht-2","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/maechte-und-gewalten-romano-guardinis-auseinandersetzung-mit-dem-phaenomen-der-macht-2\/","title":{"rendered":"Powers and authorities"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-1\">G<\/span>uardinis Ende der vierziger und in den f\u00fcnfziger Jahren ver\u00f6ffentlichte Schriften kreisen um zwei thematische Schwerpunkte: das Ende der Neuzeit und die Macht. Die Verschr\u00e4nkung der beiden Themen spiegelt sich im Untertitel der in einem Band vereinigten Texte wider, von denen jeder einem der Br\u00fcder Guardinis gewidmet ist.\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">The end of the modern era<\/span>\u00a0ist \u201eein Versuch zur Orientierung\u201c und\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">The power<\/span>\u00a0der \u201eVersuch einer Wegweisung\u201c. Man kann diese \u201eVersuche\u201c nur w\u00fcrdigen, wenn man ihr\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Genus<\/span>\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">litterarium<\/span>\u00a0ber\u00fccksichtigt. Es sind keine theoretischen und systematische Abhandlungen, sondern, wie der Titel zweier 1957 in W\u00fcrzburg gehaltener \u00f6ffentlicher Vortr\u00e4ge nahelegt, \u201eZeitreden\u201c, wozu auch die anl\u00e4sslich der Verleihung des Erasmus-Preises gehaltene Rede \u201eWarum ich ein Europ\u00e4er bin?\u201c, geh\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">F\u00fcr eine philosophische Bewertung von Guardinis Ansatz ausschlaggebend ist, dass eine philosophische Analyse des vielschichtigen Ph\u00e4nomens der Macht mindestens vier anthropologische Begriffe ins Spiel bringt: \u201eMacht\u201c (<span class=\"CharOverride-6\">potestas<\/span>), \u201eAutorit\u00e4t\u201c (<span class=\"CharOverride-6\">auctoritas<\/span>), \u201eHerrschaft\u201c (<span class=\"CharOverride-6\">dominium<\/span>) und \u201eGewalt\u201c. Jeder dieser Begriffe l\u00e4sst sich anhand eines Gegenbegriffs verdeutlichen: \u201eMacht\u201c versus \u201cOhnmacht\u201c; \u201eAutorit\u00e4t\u201c versus \u201cKritik\u201c; \u201eHerrschaft\u201c versus \u201cKnechtschaft\u201c; \u201eGewalt\u201c versus \u201cGewaltlosigkeit\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Das Ende der Neuzeit: Ist Guardini ein Wegbereiter der Postmoderne?<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Guardinis Besinnung \u00fcber das Ende der Neuzeit hebt mit einem kurzen Vergleich des Daseinsgef\u00fchls und des Weltbilds des Mittelalters und dem der heidnischen Antike an. \u201eDer antike Mensch geht nicht \u00fcber die Welt hinaus\u201c und versp\u00fcrt auch kein Bed\u00fcrfnis nach einer solchen Grenz\u00fcberschreitung. Ihm fehlt gleichsam der Hebel, \u201edessen er zu einem solchen Versuch bed\u00fcrfte\u201c (S. 11). Obwohl seine Welt ein wohlgeordneter Kosmos ist, ist sie zugleich der Kampfplatz mythischer \u201eM\u00e4chte und Gewalten\u201c. Der fr\u00fche Mensch empfand \u201edas ganze Dasein als von geheimnishaften M\u00e4chten durchwaltet\u201c (S. 128), denen er schutzlos und nahezu ohnm\u00e4chtig ausgeliefert war, so dass sich erst allm\u00e4hlich neue Formen des K\u00f6nnens herausbildeten, die \u201eMacht sind und deren Aus\u00fcbung \u00adHerrschaft ist\u201c (S.\u00a0129).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Manche Stellen in den Paulusbriefen deuten an, dass die erste Generation der Christusgl\u00e4ubigen sich auf einem Kampfplatz bew\u00e4hren musste, auf dem sie \u201enicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen die b\u00f6sen M\u00e4chte und Gewalten der unsichtbaren Welt, gegen jene M\u00e4chte der Finsternis, die diese Welt beherrschen, und gegen die b\u00f6sen Geister in der Himmelswelt\u201c (Eph 6, 12) k\u00e4mpfen. Weil Christus der Pantokrator \u201edas Haupt jeder Gewalt und jeder Macht\u201c (Kol 2, 10b) ist, spricht der Apostel unerm\u00fcdlich den Gl\u00e4ubigen Mut zu: \u201eDenn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch M\u00e4chte noch Gewalten, weder Gegenw\u00e4rtiges noch Zuk\u00fcnftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.\u201c (Rm 8,38\u201339).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch wenn die Rede von den \u201eM\u00e4chten der Finsternis, die diese Welt beherrschen\u201c, und von den \u201eb\u00f6sen Geistern in der Himmelswelt\u201c in mythischen Vorstellungen wurzelt, beweisen diese Texte, dass \u201eMacht\u201c kein beliebiges Thema f\u00fcr den christlichen Glauben ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das entscheidende Motiv in Guardinis Darstellung des mittelalterlichen Weltbildes ist eine neue Freiheit, \u201edie \u00fcber die Welt hinaus zu Gott emporsteigt \u201eum sich von Ihm her zur Welt zur\u00fcckzuwenden und sie zu formen\u201c (S. 17). \u201eIn te supra me\u201c: Die ber\u00fchmte Formel des Heiligen Augustinus\u00a0liefert uns einen Schl\u00fcssel f\u00fcr Guardinis Verkn\u00fcpfung zweier Pole der menschlichen Existenz: der Aufblick zur H\u00f6he des welttranszendenten Sch\u00f6pfers und das Untertauchen in den abgr\u00fcndigen Seelengrund des Menschen. F\u00fcr ihn ist die \u201emittelalterliche Anthropologie \u201eim Grundlegenden wie im Ganzen gesehen, der neuzeitlichen \u00fcberlegen\u201c (S.\u00a021), auch wenn dem mittelalterlichen Denken der \u201eWille zu empirisch-exakter Wirklichkeitserkenntnis\u201c fehlt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zwar erw\u00e4hnt er den Kampf zwischen Kaiser und Papst, aber seines Erachtens war er im letzten kein Streit \u201eum \u00ad\u00e4u\u00dferlich-politische Macht, sondern um die Einheit der Daseinsordnung\u201c (S.\u00a022). Blickt man auf die Anstrengungen eines Wilhelm von Auvergne, eines Duns Scotus oder Wilhelms von Ockham um den Begriff der\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">potestas<\/span>\u00a0zu kl\u00e4ren, kann man sich fragen, ob das Problem der politischen und der geistigen Macht in Guardinis Darstellung des \u201emittelalterlichen Grundwillens\u201c (S.\u00a027) nicht zu kurz kommt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Besinnung \u00fcber das Ende der Neuzeit war urspr\u00fcnglich als Einleitung zu einem Kolleg \u00fcber Blaise Pascal konzipiert, jener neuzeitliche Denker, dem Guardini sich besonders geistesverwandt f\u00fchlte, weil Pascal, im Gegensatz zu Descartes sich bereits in der Entstehungsf\u00fclle der Neuzeit kritisch mit ihr auseinandersetzte. H\u00fcten wir uns indessen davor, Pascals missverst\u00e4ndliches Wort vom \u201enutzlosen und unsicheren Descartes\u201c (\u201eDescartes inutile et incertain\u201c, Fr. 78), Guardini in den Mund zu legen!<\/p>\n<p class=\"fliess\">Etwas n\u00e4her an den wunden Punkt r\u00fchrt das anschlie\u00dfende Fragment Pascals: \u201eIch kann es Descartes nicht verzeihen: Er w\u00e4re in seiner ganzen Philosophie gerne ohne Gott ausgekommen, aber er gab ihm dennoch einen kleinen Stups, um die Welt in Bewegung zu setzen, woraufhin er nicht mehr wusste, was er mit ihm anfangen konnte.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dass dieser polemische Spruch dem Grundanliegen von Descartes\u2018 philosophischer Theologie in keiner Weise gerecht wird, hat Jean-Luc Marion in seinen Untersuchungen \u00fcber Descartes\u2018 \u201ewei\u00dfe Theologie\u201c und sein \u201emetaphysisches Prisma\u201c nachgewiesen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardinis Analyse des neuzeitlichen Weltbildes arbeitet drei Grundelemente heraus: Die \u201ein sich ruhende Natur\u201c, das \u201eautonome Pers\u00f6nlichkeitssubjekt\u201c und die \u201eaus eigenen Normen schaffende Kultur\u201c, sind drei innerlich zusammenh\u00e4ngende und sich gegenseitig bedingende Aspekte eines neuen Daseinsgef\u00fchls, das sich auf die Eigenart der modernen Wissenschaft st\u00fctzt, aufgrund derer der Erkenntnistrieb sich unmittelbar der Wirklichkeit der Dinge zuwendet, sowohl die der \u00e4u\u00dferen Natur, wie die der geschichtlichen Ereignisse und der gesellschaftlichen Strukturen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In den von Guardini betonten drei Merkmalen steht das, was Hans Blumenberg als die \u201eLegitimit\u00e4t der Neuzeit\u201c\u00a0bezeichnet, auf dem Spiel. Vergleicht man beide Ans\u00e4tze miteinander f\u00e4llt auf, dass Guardini, im Gegensatz zu Blumenberg oder neuerdings zu Charles Taylor, sich kaum mit dem Begriff \u201eS\u00e4kularisierung\u201c befasst.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ebenso wie f\u00fcr Blumenberg und f\u00fcr Alexandre Koyr\u00e9, hat seines Erachtens die Genesis der kopernikanischen Welt so weitreichende Folgen, dass man sie nicht auf ein isoliertes St\u00fcck der neuzeitlichen Kosmologie reduzieren kann. Das kosmologische Unendlichkeitserlebnis, in dem die Welt sich f\u00fcr die Unendlichkeit des Universums \u00f6ffnet, hat die Ortlosigkeit Gottes und die des Menschen zu Folge. F\u00fcr den neuzeitlichen Menschen gibt es \u201ekeine H\u00f6he und kein Droben mehr\u201c (S.\u00a042), wodurch auch der Mensch \u201eins Irgendwo\u201c (S.\u00a044) ger\u00e4t. In dieser kritischen Situation erwachen die Uraffekte m\u00e4chtiger: \u201edie Angst, die Gewaltt\u00e4tigkeit, der Besitzwille, die Auflehnung gegen die Ordnung\u201c (S.\u00a045).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardinis diesbez\u00fcgliche Zeitdiagnose ist wiederum stark von Pascal inspiriert. Im selben Ma\u00dfe, wie der Mensch sich der Gr\u00f6\u00dfe seiner Macht bewusst wird, w\u00e4chst das Gef\u00fchl seines Elends. \u201eLe silence \u00e9ternel de ces espaces infinis m\u2019effraie\u201c (\u201eDas ewige Schweigen dieser unendlichen R\u00e4ume erschreckt mich\u201c). Die Interpreten dieses ber\u00fchmten Fragmentes streiten dar\u00fcber, ob Pascal diese Worte einem Ungl\u00e4ubigen in den Mund legt, oder ob es sich um den Sto\u00dfseufzer eines christlichen Wissenschaftlers handelt. Der Vergleich mit anderen Fragmenten\u00a0best\u00e4tigt, dass Pascal das Erschrecken \u00fcber das Elend des Menschen und seine Ortslosigkeit\u00a0in einem stummen Universum h\u00e4ufig heimsuchte, was gewiss auch auf Guardini zutrifft.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Seine Analyse der neuzeitlichen Geisteshaltung r\u00fcckt das Problem der Macht in den Vordergrund, sowohl die Macht der modernen Wissenschaft und Technik wie die der als \u201eKampf geschichtlicher Machteinheiten, Erwerb und Ordnung von Macht\u201c (S.\u00a031) verstandenen Politik.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der neuzeitliche Mensch strebt nach einer immer gr\u00f6\u00dferen Macht \u00fcber die Natur. Hierzu bef\u00e4higen ihn die moderne Wissenschaft und die eng mit dieser verkn\u00fcpften Technik. Das Neue an der Neuzeit ist, dass die \u00ad\u201eWissenschaft als rationale Erfassung der Wirklichkeit und die Technik als Inbegriff der durch die Wissenschaft erm\u00f6glichten Wirk-Anordnung dem Dasein einen neuen Charakter geben, wodurch Macht und Herrschaft einen akuten Charakter erhalten\u201c (S.\u00a0131).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zum Beleg hierf\u00fcr wird h\u00e4ufig ein Passus aus dem\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Discours de la m\u00e9thode<\/span>\u00a0angef\u00fchrt, in dem Descartes erl\u00e4utert, welche Rolle die Physik in seinem Denkweg gespielt hat, und was man folglich von ihr erwarten kann: Im Gegensatz zur spekulativen Philosophie hat sie einen praktischen Nutzen, der darin besteht, dass die Erkenntnisse der modernen Physik uns \u201egleichsam zu Herrschern und Besitzern der Natur\u201c (\u201enous rendre comme ma\u00eetres et possesseurs de la nature\u201c) machen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Hier muss man freilich genau lesen und das Gewicht des \u201egleichsam\u201c in der Formel \u201e<span class=\"CharOverride-6\">comme ma\u00eetres et possesseurs de la nature<\/span>\u201c nicht \u00fcbersehen. Descartes beansprucht keineswegs, Herrscher und Besitzer, folglich Ausbeuter der Natur zu sein. Seine Perspektive ist die des Gemeinwohls, das uns gebietet, unsere Kenntnisse nach Ma\u00dfgabe des M\u00f6glichen (\u201eautant qu\u2018il est en nous\u201c) in den Dienst einer besseren Lebensqualit\u00e4t zu stellen, wie der Hinweis auf die Arbeit des Mediziners verdeutlicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">\u201eMacht\u201c: Versuch einer philosophischen Wesensbestimmung<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Guardinis Wesensbestimmung der Macht f\u00e4llt verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurz aus.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">1.\u00a0<\/span>\u201eMacht\u201c, umfassend verstanden, ist die F\u00e4higkeit, Realit\u00e4t zu bewegen, ein Verm\u00f6gen, das von zwei Vorbedingungen abh\u00e4ngt. Einmal die Existenz realer Energien, die an der Wirklichkeit der Dinge Ver\u00e4nderungen hervorbringen. Die Rede von den Schalthebeln der Macht, und der Vergleich der Machtzentren mit einem Schaltwerk sind keine unschuldigen Metaphern; sie spiegeln einen zentralen Aspekt des Ph\u00e4nomens wider. In der Wissenschaft, im kapitalistischen Wirtschaftssystem, besonders aber in der Politik ist das Streben nach Machterwerb, Machtbehauptung, Machtverwaltung und Machtsteigerung der treibende Motor. Machiavellis\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Il Principe<\/span>\u00a0und Hobbes\u2019\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Leviathan\u00a0<\/span>betrachten die Politik und den Staat aus derselben machtpolitischen Perspektive.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">2.\u00a0<\/span>Das zweite, in anthropologischer Hinsicht auschlaggebende Merkmal ist ein spezifisches Machtbewusstsein, der instrumentale Wille, der Ziele setzt, und das Verm\u00f6gen, die hierzu n\u00f6tigen Kr\u00e4fte zu mobilisieren. Macht ist niemals ein blo\u00dfer Naturvorgang. Weil es sich um ein spezifisch menschliches Ph\u00e4nomen handelt, spielt die \u201eSinngebung\u201c dabei eine entscheidende Rolle. \u201eDie Initiative, welche Macht aus\u00fcbt, setzt ihr selbst den Sinn\u201c (S.\u00a0103). Es gibt keine an sich sinn- und wertvolle, und deshalb auch keine nicht in die Verantwortung gestellte Macht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardini betont die grundlegende Ambivalenz des Ph\u00e4nomens, das sowohl die M\u00f6glichkeit zum Guten und \u00adPositiven wie die Gefahr des B\u00f6sen und Zerst\u00f6renden in sich birgt. Jede einseitige Verherrlichung oder Verteufelung der Macht verkennt ihre Wesensart. \u201eDer Sehf\u00e4hige lacht nicht\u201c (S.\u00a0107), so Guardini. Er macht sich nicht \u00fcber den Koloss mit t\u00f6nernen F\u00fcssen lustig, denn im Umgang mit der Macht und in der Aus\u00fcbung der Macht stehen zu viele ernste Dinge auf dem Spiel. Aus demselben Grunde wirft er sich nicht vor dem Machthaber wie vor einem G\u00f6tzenbild nieder.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">3.<\/span>\u00a0Das dritte Wesensmerkmal der Macht ist ihre Universalit\u00e4t, bzw. Ubiquit\u00e4t, die sich in unz\u00e4hligen Erscheinungsformen \u00e4u\u00dfert. In jedem Akt des Handelns und Schaffens, des Besitzens und des Genie\u00dfens bekundet sich eine besondere Seinsm\u00e4chtigkeit, f\u00fcr die der sp\u00e4te Heidegger den Ausdruck \u201eMachenschaft\u201c pr\u00e4gte. Machtaus\u00fcbung und Machtgenuss gibt es \u00fcberall und entsprechend vielf\u00e4ltig sind auch die Formen des Machtmissbrauchs.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der \u201eEntfaltung der Macht\u201c betitelte Abschnitt exemplifiziert diese knappe Wesensbestimmung anhand konkreter, haupts\u00e4chlich negativer Ph\u00e4nomene: skrupellose Ausbeutung der Ressourcen der Natur; Verwandlung des Werkzeugs in die Maschine; die Fabrik als Produktionsbereich des industriellen Zeitalters, und innerlich damit zusammenh\u00e4ngend die Figur des Arbeiters am Flie\u00dfband, in der genialen Interpretation von Charlie Chaplins\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Modern Times<\/span>; die zunehmende Ausdifferenzierung von Erkenntnis-, Wirk- und Erlebnisfeld, usw.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardini will diese mehrwiegend kritischen Analysen allerdings nicht im Sinn eines Kulturpessimismus \u00e0 la Oswald Spengler verstanden wissen. Im Gegensatz zu vielen katholischen Denkern (z. B. Jacques Maritain) bestreitet er nicht die Legitimit\u00e4t der Neuzeit als solcher.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Um die philosophische Tragweite von Guardinis Ansatz sowohl positiv wie kritisch zu w\u00fcrdigen, sind drei Autoren besonders hilfreich.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">1.\u00a0<\/span>In den f\u00fcnfziger Jahren ver\u00f6ffentlichte Paul Ric\u0153ur, dem wir die franz\u00f6sische \u00dcbersetzung von Guardinis\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Tod des Sokrates<\/span>\u00a0verdanken, mehrere wichtige Aufs\u00e4tze zum Thema der Macht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ric\u0153ur zufolge ist die Gewaltlosigkeit im Sinne der Bergpredigt mehr als der Traum einer sch\u00f6nen Seele, der sich nicht in die Wirklichkeit \u00fcbersetzen l\u00e4sst. Weil die Gewalt sich in allen Phasen der Geschichte und allerorts bemerkbar macht, ist die Frage der Legitimit\u00e4t des Monopols der Staatsgewalt unausweichlich. In diesem Zusammenhang greift Ric\u0153ur seinerseits auf das mythische Motiv der \u201eM\u00e4chte und Gewalten\u201c zur\u00fcck, um daran zu erinnern, dass die Ordnung des Rechtstaats niemals selbstverst\u00e4ndlich ist, sondern stets einer neuen rationalen Rechtfertigung bedarf.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Letzten Endes konfrontiert eine solche Besinnung uns mit dem Paradox des Politischen selbst. Die Politik stiftet zwischenmenschliche Beziehungen, die sich weder auf einen Klassenkampf noch auf \u00f6konomische Zw\u00e4nge \u00adreduzieren lassen. Der politische Gebrauch der Macht zieht spezifische \u00dcbel nach sich, die als solche diagnostiziert werden m\u00fcssen, sei es auch nur, um besser zu verstehen, inwiefern das Hauptproblem des Staates das der Freiheit ist, und zwar im doppelten Sinn: Die Rationalit\u00e4t des Staates erm\u00f6glicht die b\u00fcrgerliche Freiheit und die Freiheit leistet dem politischen Machthunger Widerstand, immer wenn es n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">2.\u00a0<\/span>\u201eImmer deutlicher zeichnet sich ein Zustand ab, in welchem der Mensch die Natur aber zugleich der Mensch den Menschen, der Staat das Volk, das in sich laufende technisch-wirtschaftlich-staatliche System das Leben in der Gewalt hat\u201c (S. 139): Dieser Kernsatz Guardinis lenkt unseren Blick auf das Verh\u00e4ltnis von Macht und Gewalt, wof\u00fcr Hannah Arendts 1970 publizierte, aber schon 1968, dem Todesjahr Guardinis, in Angriff genommene Schrift\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Macht und Gewalt<\/span>, eine besonders wichtige Quelle ist.\u00a0Auch sie war eine \u201eZeitrede\u201c, in der Arendt sich im Blick auf die damaligen Studentenunruhen kritisch mit dem \u201eZauber des kollektiv gewaltt\u00e4tigen Handelns\u201c auseinandersetzte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Arendt zufolge spielt der Hang zur Unterwerfung, der Trieb zum Gehorsam und der Schrei nach dem starken Mann in der menschlichen Psychologie eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie der von Nietzsche verherrlichte \u201eWille zur Macht\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Macht entspringt der menschlichen F\u00e4higkeit, sich handelnd mit anderen zusammenzuschlie\u00dfen und auf diese Weise neue Anf\u00e4nge zu setzen und Initiativen zu ergreifen. W\u00e4re der Mensch nur ein\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">animal laborans<\/span>, bzw. nur ein Werkt\u00e4tiger, br\u00e4uchte er sich nicht dem Problem der Macht zu stellen. Das tut er nur, insofern er ein\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">zoon politikon<\/span>, ein Gemeinschaftswesen ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Weil Macht, im Gegenteil zur Gewalt, zum Wesen aller staatlichen Gemeinwesen geh\u00f6rt, ist die Frage nach der Legitimit\u00e4t der damit verbundenen Sanktions-, Organisations- und Exekutivfunktionen unausweichlich und muss von jeder Generation neu gestellt werden. \u201eKeine politische F\u00fchrung\u201c, so Arendt, \u201ekann ungestraft Macht durch Gewalt ersetzen; und Macht kann sie einzig aus einer nicht deformierten \u00d6ffentlichkeit gewinnen. Gewalt kann zwar Macht \u201evernichten\u201c, jedoch keine Macht \u201eerzeugen\u201c. Sobald die Macht gewaltt\u00e4tig wird, wird sie illegitim. \u201eWo Gewalt der Gewalt gegen\u00fcbersteht, hat sich noch immer die Staatsgewalt als Sieger erwiesen. Aber diese an sich absolute \u00dcberlegenheit w\u00e4hrt nur solange, als die Machtstruktur des Staates intakt ist, das hei\u00dft solange Befehle befolgt werden und Polizei und Armee bereit sind, von ihren Waffen Gebrauch zu machen.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">3.\u00a0<\/span>Wenn wir Guardinis Satz: \u201eder Mensch kommt mit allem, was er ist und hat, dem Zugriff der Macht zur Verf\u00fcgung\u201c (S.\u00a0143) aus der Perspektive von Michel Foucaults Untersuchungen \u00fcber die \u00dcberwachungs- und Strafma\u00dfnahmen der modernen Gesellschaft betrachten, sind wir gezwungen uns neue, von Guardini kaum oder gar nicht er\u00f6rterte Fragen zu stellen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Foucault zufolge haben wir keinen Grund, die Macht nur im Blick auf das Monopol der legitimen Gewalt des Staates zu betrachten. Auch dort, wo keine uniformierten Ordnungsh\u00fcter die Aufrechterhaltung der \u00f6ffentlichen Ordnung \u00fcberwachen, ist die Macht am Werk und bekundet sich in Form von technischen M\u00f6glichkeiten, im Kr\u00e4ftespiel der Kommunikation und der Machtverh\u00e4ltnisse, die gegenseitig aufeinander abgestimmt sind.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Macht als solche gibt es nicht. Sie ist weder eine Substanz noch ein Privileg der Herrschenden, sondern ein allgegenw\u00e4rtiges\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">plurale tantum<\/span>, das sich innerhalb der unterschiedlichsten sozialen Beziehungen manifestiert.\u00a0Daher die Dringlichkeit der Frage nach den konkreten Formen der Machtaus\u00fcbung. Nur eine \u201eMikrophysik der Macht\u201c,\u00a0kann ihr auf die Schliche kommen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Gegensatz zur landl\u00e4ufigen Vorstellung ist die Macht nicht immer destruktiv; sie erfindet und schafft h\u00e4ufig neue Wirklichkeiten. Auch wenn Macht selten Frieden stiftet, ist sie nicht immer gewaltt\u00e4tig. Sie bezieht sich auf \u201efreie\u201c Subjekte, denen mehrere M\u00f6glichkeiten des Handelns und mehrere Verhaltensweisen zur Verf\u00fcgung stehen. Ihr wahres Wesen offenbaren nicht die zahlreichen Formen der direkten Gewaltanwendung, der Unterdr\u00fcckung bzw. der Bestrafung, sondern der erfinderische Gebrauch komplexer Mechanismen der Belohnung, der \u00dcberwachung, der Bestrafung und der Disziplinierung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Chaplins\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Diktator<\/span>\u00a0ist eine geniale Karikatur des Gr\u00f6\u00dfenwahns, an dem manche Machtmenschen leiden. Trotzdem m\u00fcssen wir uns Foucault zufolge davor h\u00fcten, den Gr\u00f6\u00dfenwahn als das einzige Wesensmerkmal der Macht festzuhalten. Nicht immer macht die Macht wahnsinnig, ebenso wenig wie der Machtverzicht den Wissenschaftler auszeichnet. Macht produziert ihre eigene Wissensformen, ebenso wie umgekehrt Wissen eine Form der Machtaus\u00fcbung ist. Beide bedingen sich gegenseitig.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Foucaults Hinweise auf das komplexe und keineswegs univoke R\u00e4derwerk der Macht sch\u00e4rft unseren Blick f\u00fcr die neuen Formen der Macht im digitalen Zeitalter, von denen Guardini noch keine Ahnung haben konnte. Besonders eindrucksvolle Beispiele hierf\u00fcr liefern uns die \u00dcberwachungskameras in einigen chinesischen Gro\u00dfst\u00e4dten, die gute B\u00fcrger f\u00fcr ihr Verhalten belohnen und schlechte B\u00fcrger an den Rand der sozialen Existenz abdr\u00e4ngen. Orwells \u201e<span class=\"CharOverride-6\">Big Brother is watching you<\/span>\u201c ist l\u00e4ngst von den modernen Technologien \u00fcberholt und eine handfeste und fauststarke Wirklichkeit geworden. Diese Entwicklungen sind umso bedenklicher, als wir uns im Zeitalter der \u201eBig Data\u201c bereitwillig ausbeuten lassen und unsere pers\u00f6nlichsten Daten per Handy oder per Internet f\u00fcr obskure Manipulationen zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Das Medusenhaupt der Macht und die Sehkraft des Glaubens<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Im Vergleich zu seiner verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurzen Wesenskennzeichnung der Macht nimmt Guardinis anschlie\u00dfende theologische Betrachtung, die auf die \u201eSehkraft des Glaubens\u201c (S.\u00a0123) rekurriert, einen gr\u00f6\u00dferen Raum ein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Seine \u201etheologische Perspektive\u201c bringt wiederum drei Schl\u00fcsselbegriffe ins Spiel.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">1.<\/span>\u00a0Das erste Stichwort lautet \u201eGott\u00adebenbildlichkeit\u201c.\u00a0In einem kurzen Kommentar zu Genesis 1 und 2 erinnert Guardini daran, dass Gott den Mensch dazu berufen hat, sich die Erde untertan zu machen und \u00fcber Tiere und Pflanzen zu herrschen, nicht wie ein Diktator, sondern wie ein G\u00e4rtner und ein Hirt, der f\u00fcr das Gedeihen des ihm Anvertrauten verantwortlich ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Macht des Menschen betrifft nicht nur die \u00e4u\u00dfere Natur, sie impliziert auch das eigene Leben des Menschen (S.\u00a0111) und damit das menschliche Selbstverst\u00e4ndnis. Weil die Gottebenbildlichkeit ein Wesensmerkmal des Menschen ist, ist die Frage nach dem Gebrauch, den der Mensch von seiner Machtbegabung macht, unausweichlich. Seine Herrschaft kann nur als Gehorsam und Dienst verstanden werden, n\u00e4mlich als Auftrag, die Menschenwelt in eine Freiheitswelt zu verwandeln, eben jene Welt, die das biblische Symbol des Gottesreiches ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Erz\u00e4hlung von der Erprobung und dem S\u00fcndenfall in Genesis 2 deutet an, dass der Mensch dem Auftrag, zur Herrschaft im weitesten Sinn zu gelangen \u201eebendadurch, dass er im Gehorsamsverhalten zu Gott bleibt und sie als Dienst versteht\u201c (S.\u00a0115), nicht gewachsen war, weil das durch die Schlange symbolisierte frevelhafte Begehren nach einer magischen Macht, etwa in Form des Namenszaubers, m\u00e4chtiger als der Gehorsam gewesen ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Seitdem die Gottebenbildlichkeit mit einer Gottgleichheit verwechselt wurde, gibt es kein reines, \u201eunschuldiges\u201c Verh\u00e4ltnis zur Macht mehr, weil die M\u00f6glichkeit des Machtmissbrauchs nicht nur wahrscheinlicher, sondern unausweichlicher als ihr rechter Gebrauch geworden ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">2.\u00a0<\/span>Das zweite, f\u00fcr die theologische Perspektive entscheidende Stichwort entnimmt Guardini dem christologischen Hymnus im 2. Kapitel des Philipperbriefs. Es lautet: \u201eKenosis\u201c. Sehr viel h\u00e4ngt hierbei davon ab, was man unter Erl\u00f6sung versteht. Guardini \u00fcbernimmt den Paulinischen Vergleich des ersten und des zweiten Adam. F\u00fcr ihn, wie f\u00fcr Paulus, ist die Erl\u00f6sung mehr als ein Flickwerk wie das eines Schusters, der einen abgetragenen Schuh neubesohlt. Der Akt der Erl\u00f6sung ist ein Akt der Neusch\u00f6pfung, der sich in der Wirklichkeit des Menschen und der Dinge vollzieht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Deshalb ist die Erl\u00f6sungslehre nicht mit einer Weisheitslehre zu verwechseln, die vor der Selbst\u00fcberhebung und Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung des Menschen warnt und ihn an seine un\u00fcberschreitbaren Grenzen erinnert. Die weisheitliche Forderung der Selbstbescheidung ist wesensverschieden von der christlichen Grundtugend der Demut, die nach Guardini, ganz im Gegensatz zu Nietzsche, nicht als Schw\u00e4che, bzw. als Ressentiment, sondern als St\u00e4rke interpretiert<br \/>\nwerden muss.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">3.\u00a0<\/span>Ihren hyperbolischen Ausdruck findet diese Einstellung im christologischen Hymnus des Philipperbriefs, der uns dazu einl\u00e4dt, auch den Akt der Menschwerdung des Gottessohns als urspr\u00fcnglichen Akt der Demut zu verstehen. Das hindert Guardini nicht daran, im R\u00fcckgriff auf seine Grundschrift\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Der Herr<\/span>, das ganze Leben Jesu, seine Worte und seine Handlungen, als \u201est\u00e4ndige \u00dcbersetzung der h\u00f6chsten Macht in die Form der Demut\u201c zu verstehen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die synoptischen Evangelien enthalten zahlreiche Hinweise auf die \u201e<span class=\"CharOverride-6\">exousia<\/span>\u201c, die seine Worte und Taten auszeichnete. Dass seine Demut die \u201eBefreiung vom Bann der Macht aus der innersten Wurzel her\u201c (S.\u00a0124) impliziert, zeigt die Erz\u00e4hlung \u00fcber die dreifache Versuchung, die Jesus am Anfang seiner Berufung siegreich besteht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Sehen wir uns diesen Bericht n\u00e4her an, f\u00e4llt es nicht schwer, eine Beziehung zur Kantischen Trias der kulturell erworbenen Leidenschaften der Ehrsucht, der Herrschsucht und der Habsucht\u00a0herzustellen. Weil Kant zufolge Leidenschaften \u201eeigentlich nur auf Menschen\u201c gehen und folglich \u201eauch nur durch sie befriedigt werden\u201c, haben diese Neigungen, zu denen auch die Machtgier geh\u00f6rt, wohl den \u201eAnstrich der Vernunft\u201c, in Wirklichkeit aber handelt es sich um \u201eNeigungen des Wahnes\u201c \u201ewelcher darin besteht: die blo\u00dfe Meinung anderer vom Werte der Dinge dem wirklichen Werte gleich zu sch\u00e4tzen\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Rede von einer Pathologie der Leidenschaften, an denen die Menschheit krank, darf uns freilich nicht daran hindern, uns mit Ricoeur zu fragen, ob diesen gro\u00dfen\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">S\u00fcchten<\/span>, in denen uns der Leidenschaftliche als ein S\u00fcchtiger erscheint nicht ein authentisches Suchen zugrunde liegt. Hinter der Pathologie (\u201eSucht\u201c) verstecken sich konstitutive Dimensionen (\u201eSehns\u00fcchte\u201c) des Menschseins:\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Haben<\/span>,\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Verm\u00f6gen\u00a0<\/span>and\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Gelten<\/span>, bzw. die \u00f6konomische Sph\u00e4re des\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Besitzens<\/span>, die\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">politische\u00a0<\/span>Sph\u00e4re der\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Herrschafts<\/span>&#8211; und\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Machtverh\u00e4ltnisse<\/span>\u00a0und die \u00f6ffentliche Sph\u00e4re der\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Anerkennung<\/span>. Auch wenn auf diesen Gebieten die Ausbeutung und Entfremdung nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind, bleibt ein Spielraum der Imagination \u00fcbrig, die uns \u00adgleichsam ins Paradies zur\u00fcckversetzen. Auch wenn der Adam des Paradiesgartens kein Gro\u00dfgrundbesitzer gewesen ist, war er doch Eigent\u00fcmer einer Schafherde. Und auch wenn Adam und Eva sich noch nicht gegenseitig voreinander aufgespielt haben, so m\u00fcssen sie doch wohl bereits einer gewissen Selbstsch\u00e4tzung f\u00e4hig gewesen sein. Nur das Geld scheint im Paradies noch nicht im Kurs gewesen zu sein!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">L\u00e4sst der entfesselte Prometheus sich noch b\u00e4ndigen? Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine Ethik der Macht<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Hauptbeleg f\u00fcr Guardinis \u00dcberzeugung, dass die Neuzeit im Wesentlichen zu Ende gegangen ist, ist unser gewandeltes Verh\u00e4ltnis zur Macht. Gerade weil \u201edie Macht des Menschen &#8230; \u00fcberall in unaufhaltsamem Steigen begriffen\u201c ist, tritt sie heute erst in ihr kritisches Stadium (S.\u00a098). Hieraus folgert er \u2013 vielleicht etwas vorschnell \u2013, dass \u201esich unser Zeitwille in seinem Wesentlichen nicht mehr auf den Machtzuwachs als solchen\u201c richtet. Sehr viel h\u00e4ngt davon ab, welche Bedeutung man mit diesem dunkeln Begriff des \u201eZeitwillens\u201c verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Begn\u00fcgen wir uns mit der n\u00fcchternen Feststellung, dass die Macht \u201euns fragw\u00fcrdig geworden ist\u201c, weil wir nicht mehr der Meinung sind, dass jede \u201eZunahme an Macht\u201c gleichbedeutend mit einer \u201eWertsteigerung des Lebens\u201c ist. In welcher Verkleidung die Machtmenschen auch auftreten m\u00f6gen, kann man auf sie Nietzsches Wort von den gef\u00e4hrlichen und gef\u00e4hrdeten Menschen anwenden. Das neue Gef\u00fchl, \u201edass unsere steigende Macht uns selbst bedroht\u201c ist unbestreitbar. Der Hauptbeleg hierf\u00fcr war f\u00fcr Guardini, wie f\u00fcr Arendt, das Menetekel der Atombombe.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Siebzig Jahre sp\u00e4ter stellt sich die Frage nach dem verantwortlichen Gebrauch der Macht mit neuer Dringlichkeit und in zahlreichen neuen Lebensbereichen. Weniger als je k\u00f6nnen wir uns um diese Frage herumdr\u00fccken. Guardinis Forderung nach einer \u201eaus wirklicher F\u00fchlung mit dem Ph\u00e4nomen aufgebauten Ethik der Macht\u201c (S.\u00a0148), und sein Ruf nach einer \u201eEntscheidung des Geistes\u201c ist dringlicher als je, weil jede Vergr\u00f6\u00dferung der Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber die Welt uns zwingt, auf ein desto gr\u00f6\u00dferes Wagnis hin zu leben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">An eindringlichen Appellen zur Selbstbeschr\u00e4nkung der Macht herrscht kein Mangel. Vor f\u00fcnfzig Jahren fragte sich Hans Jonas in seinem\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Prinzip Verantwortung<\/span>, unter welchen Bedingungen der entfesselte Prometheus der Technik geb\u00e4ndigt werden kann. Die heutige Generation der Jugendlichen schenkt Greta Thunberg, dem schwedischen Gretchen am Spinnrad, Geh\u00f6r. Auch die Papstenzyklika\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Laudato s\u00ed\u00a0<\/span>schreibt sich indiese Linie ein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Heute wie fr\u00fcher verh\u00e4lt der hartgesottene Machtmensch sich wie das Rhinozeros in Eug\u00e8ne Ionescos Theaterst\u00fcck. Er hat kein Gesp\u00fcr f\u00fcr die Verwundbarkeit der Menschen, die Verletzlichkeit der Dinge und die Gefahren, die mehr als je die Menschheit und die Umwelt bedrohen. Blicken wir auf das tats\u00e4chliche Gebaren der Machthaber in der Wirtschaft, der Politik oder in den Medien, dann haben wir allen Grund, uns zu fragen, ob diejenigen, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, nicht an einer nahezu unheilbaren Schwerh\u00f6rigkeit und Kurzsichtigkeit leiden. H\u00e4tten sie zur Zeit Jesu Christi gelebt, h\u00e4tte er ihnen wohl ein schallendes \u201eEphatata\u201c zugerufen. \u201eMache Ohren und Augen auf, um zu h\u00f6ren und zu sehen, wie es um unsere Welt bestellt ist!\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die \u201epraktischen Gesichtspunkte\u201c (S.\u00a0181), die Guardini am Ende seiner Besinnung in Form eines vierfachen: \u201eWir m\u00fcssen wieder&#8230;\u201c (\u201eetwas von dem verwirklichen, was kontemplative Haltung hei\u00dft\u201c; \u201ewieder die elementare Frage nach dem Wesen der Dinge stellen\u201c; \u201ewieder lernen, dass die Herrschaft \u00fcber die Welt die Herrschaft \u00fcber uns selbst voraussetzt\u201c; \u201ewieder im Ernst die Frage nach dem letzten Beziehungspunkt unserer Existenz, nach Gott stellen\u201c; \u201edie jeweilige Sache so zu tun, wie sie ihrer Wahrheit nach getan werden sein will\u201c) ins Feld f\u00fchrt, gleiten an den Machthabern ab wie das Wasser am Gefieder einer Ente, weil diese Empfehlungen f\u00fcr sie nur die frommen W\u00fcnsche einer sch\u00f6nen Seele sind.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Am Schluss meiner Erw\u00e4gungen m\u00f6chte ich Guardinis praktische Anregungen durch ein f\u00fcnftes \u201eWir m\u00fcssen wieder&#8230;\u201c erg\u00e4nzen. Ich formuliere es in Anspielung auf das Grimmsche M\u00e4rchen\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Von einem, der auszog, das F\u00fcrchten zu lernen<\/span>. Ob es uns gef\u00e4llt oder nicht:\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Wir m\u00fcssen wieder das F\u00fcrchten lernen<\/span>, nicht ein F\u00fcrchten, das kopflos macht, sondern ein F\u00fcrchten, das unser Gesp\u00fcr f\u00fcr das weckt, was im Umgang mit der Macht auf dem Spiel steht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDas Bedenklichste in dieser unserer bedenklichen Zeit ist, dass wir immer noch nicht denken\u201c, hei\u00dft es in Heideggers letzter Vorlesung:\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Was hei\u00dft Denken?<\/span>. Diesen Spruch k\u00f6nnen wir im Blick auf Guardinis Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine \u201eEthik der Macht\u201c und das Jonas\u2018sche \u201ePrinzip Verantwortung\u201c folgenderma\u00dfen abwandeln: \u201eDas Bedenklichste in dieser unserer mehr und mehr bedenklichen Zeit ist, dass wir immer noch nicht f\u00e4hig sind, die Gefahr vorauszudenken und die Macht in ihre Schranken zu verweisen.\u201c<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guardinis Ende der vierziger und in den f\u00fcnfziger Jahren ver\u00f6ffentlichte Schriften kreisen um zwei thematische Schwerpunkte: das Ende der Neuzeit und die Macht. 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