{"id":32273,"date":"2023-07-17T14:35:06","date_gmt":"2023-07-17T12:35:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=macht-und-ethik"},"modified":"2025-01-14T08:58:08","modified_gmt":"2025-01-14T07:58:08","slug":"macht-und-ethik-im-dienst-der-menschen-um-einen-verantwortlichen-gebrauch-der-macht","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/macht-und-ethik-im-dienst-der-menschen-um-einen-verantwortlichen-gebrauch-der-macht\/","title":{"rendered":"Power and ethics"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"_idGenDropcap-1\">A<\/span>usgehend von einem kurzen Text Romano Guardinis aus dem Jahr 1964, \u201eFragen zum Problem der Macht\u201c, m\u00f6chte ich einige \u00dcberlegungen zur Aktualit\u00e4t seines Denkens anstellen, und zwar hinsichtlich der Fragen im Spannungsfeld von Macht und Ethik, welche uns heute beunruhigen.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Warum \u201eFragen\u201c?<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Romano Guardini verfasste diesen Text als Beitrag zur Festschrift f\u00fcr Karl Rahner. Mit den folgenden Worten entschuldigt er sich bereits zu Beginn f\u00fcr dessen K\u00fcrze und offensichtliche Leichtigkeit: \u201eVerehrter P. Rahner, ich brauche Ihnen gewi\u00df nicht zu sagen, wie gern ich etwas Gewichtigeres f\u00fcr Ihre Festschrift beigetragen h\u00e4tte, mu\u00df aber zur Zeit mit meinen M\u00f6glichkeiten haushalten. So habe ich die Schriftleitung gebeten, meinen Beitrag in einer gel\u00f6steren Weise leisten zu d\u00fcrfen, n\u00e4mlich durch die Formulierung von Fragen, die mich selbst besch\u00e4ftigen, und von denen ich denke, sie besch\u00e4ftigen auch andere \u2013 oder sollten es wenigstens tun. Fragen sind ja Stellen, an denen sich Einsicht entz\u00fcnden kann, so hoffe ich, da\u00df sie ihren bescheidenen Platz finden werden\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine oberfl\u00e4chliche Analyse k\u00f6nnte den Grund daf\u00fcr, dass Guardini seinen Beitrag in eine Reihe von Fragen kleidet, auf seinen gesundheitlich prek\u00e4ren Zustand bei der Abfassung des Textes zur\u00fcckf\u00fchren. Wenn dies auch unbestreitbar der Fall war, so reicht diese Konstatation jedoch keinesfalls als Erkl\u00e4rung hin. Bereits in den vorausgehenden Jahren hatte Guardini dem Thema der Macht einige Reflexionen gewidmet und sicherlich w\u00e4re es ihm nicht schwer gefallen, diese in einer kurzen Synthese zusammenzufassen. Daher muss man nach m\u00f6glichen tiefer liegenden Gr\u00fcnden suchen, welche der Wahl dieser Darstellungsweise zugrunde lagen. Im Folgenden werde ich versuchen, zwei solcher Gr\u00fcnde anzuzeigen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der erste ist methodologischer Art: Bekanntlich ist der philosophische Ansatzpunkt Guardinis streng der sokratischen Methode verpflichtet, die sich zentral auf das Fragestellen gr\u00fcndet. Die sokratische Frage dr\u00fcckt in diesem Sinn nicht nur das \u201eWissen, nichts zu wissen\u201c, und damit die charakteristische Haltung dessen, der nicht die Wahrheit zu besitzen glaubt, aus. Sondern sie macht sich auf dem\u00fctige Weise auf die Suche nach ihr. Die sokratische Frage ist damit immer auch die \u201ePosition\u201c, das Stellen, eines Problems, sofern diese \u201ePosition\u201c eine Sichtweise auf ein Problem ausdr\u00fcckt und den Gespr\u00e4chspartner dazu einl\u00e4dt, eine bestimmte Sichtweise einzunehmen. Dadurch soll er dazu gebracht werden, \u2013 m\u00f6glicherweise zum ersten Mal \u2013 das fragliche Problem von jenem Standpunkt aus zu betrachten, den der Fragesteller mit seiner Frage einzunehmen gedenkt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Daher dr\u00fccken die sokratischen Fragen wesentlich eine\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Suche nach der Wahrheit<\/span>\u00a0aus. Sie sind keine statischen Eckpunkte eines Nicht-Wissens, sondern dynamische Aspekte, die in kontinuierlicher Bewegung die Wahrheit zu erforschen dr\u00e4ngen. In diesem Sinn haben wir auch im zitierten Textausschnitt geh\u00f6rt: \u201eFragen sind ja Stellen, an denen sich Einsicht entz\u00fcnden kann\u201c. Das unabl\u00e4ssige Fragen des Sokrates stellt sich f\u00fcr Guardini mithin nicht als das Ergebnis einer skeptischen Haltung dar, sondern ist im Gegenteil Ausdruck eines Erfassens der Wahrheit als einer, die die menschliche Erkenntnis \u00fcbersteigt und somit niemals g\u00e4nzlich erfasst und durchdrungen werden kann. Es ist genau diese Beziehung zur Wahrheit, welche die Suche immer weiter treibt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein weiterer Hinweis, dass man die Fragen Guardinis mit Hilfe der sokratisch-platonischen Methode interpretieren kann, scheint mir die Tatsache zu sein, dass eine der letzten Schriften Guardinis den Titel\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Wahrheit und Ironie<\/span>\u00a0tr\u00e4gt. An ihr kann man synthetisch ablesen, wie Guardini \u2013 mit explizitem Hinweis auf Sokrates und Platon \u2013 die Suche nach der Wahrheit verstanden hat. Hier unterstreicht er mit klaren Worten, dass die sokratische Methode, die von diesem unabl\u00e4ssigen und ironischen Fragen charakterisiert ist, \u201e[a]uf jeden Fall keine Skepsis [sc. ist], so da\u00df eigentlich Sokrates \u2013 wie das Nietzsche gemeint hat \u2013 selbst zu den Sophisten gerechnet werden m\u00fc\u00dfte, sondern sie folgt aus dem tiefsten Wesen dieses Wahrheitserlebnisses selbst.\u201c Somit setzt das Fragen gleichzeitig zwei Elemente voraus, n\u00e4mlich \u201eein Wissen um die Wahrheit und zugleich ein Wissen um die Inkommensurabilit\u00e4t der eigenen Kraft ihr gegen\u00fcber; eine Erkenntnis der eigenen Ungem\u00e4\u00dfheit, aus der aber nicht Skepsis, sondern h\u00f6chste Zuversicht hervorgeht\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Vor dem Hintergrund dieses Verweises auf die sokratisch-platonische Methode scheint mir die Wahl Guardinis, seine letzten Gedanken zum Thema der Macht in Form von Fragen auszudr\u00fccken, einen tieferen Grund zu besitzen als allein sein prek\u00e4rer Gesundheitszustand.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auf eine zweite Erkl\u00e4rung m\u00f6chte ich an dieser Stelle ebenfalls verweisen: Eine Abhandlung \u00fcber die Macht kann sich in Form von Fragen ausdr\u00fccken, weil es das Wesen der Macht selbst ist, fraglich zu machen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardini analysiert das Ph\u00e4nomen der Macht als spezifisch menschliches Ph\u00e4nomen. Gewiss gibt es eine Macht der physischen Natur, wie auch der pflanzlichen und tierischen Lebewesen, sowie letztlich auch der anderen geistbegabten Wesen wie der D\u00e4monen oder der G\u00f6tter. Im eigentlichen Sinn basiert jedoch das, was wir als Macht bezeichnen, auf der ontologischen Struktur eines Seins, dessen Dasein an die Dimension des\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">M\u00f6glichen<\/span>\u00a0und nicht des\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Notwendigen\u00a0<\/span>gebunden ist. Sie hat demnach etwas mit der Handlungsfreiheit zu tun. Es ist gerade das M\u00f6gliche, welches das Sein infrage stellt. Damit ist es aber auch nichts Neues und mitnichten ein Charakteristikum nur unserer Zeit, dass das\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">M\u00f6gen<\/span>\u00a0im Sinne von\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Macht-haben<\/span>\u00a0fraglich macht und das Sein des Menschen und der Dinge infrage stellt bzw. problematisch macht. Dieses Fraglichsein ist weiterhin von einer tief sitzenden Angst begleitet. Als aufmerksamer Leser Kierkegaards kommt Guardini an dieser radikalen Verbindung zwischen dem Entstehen der Macht und dem Fraglichmachen nicht vorbei. Damit ist es nicht nur der Mensch, der die Macht infrage stellt. Vielmehr stellt auch die Macht den Menschen selbst infrage.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch dieser zweite Versuch, die im genannten Text gew\u00e4hlte Methodik des Fragens zu erkl\u00e4ren, kommt damit zum Ergebnis, dass Guardini alles andere als zuf\u00e4llig auf sie rekurriert. Vielmehr ist sie vom\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Objekt<\/span>\u00a0selbst gefordert, das der Autor behandelt: n\u00e4mlich der Macht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aus dieser Voruntersuchung der Fragen Guardinis zur Macht k\u00f6nnen wir an dieser Stelle einige wertvolle Hinweise auf die Probleme unserer heutigen Zeit gewinnen, die sich aus dem unglaublichen Wachstum der Macht der Technik ergeben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein erster Hinweis mahnt zur Vorsicht: Bevor wir uns auf die Suche nach konkret-operativen Antworten machen, sollten wir uns der grundlegenden Fragestellung in ihrer ganzen Ernsthaftigkeit vergewissern. Hier kommt wiederum die sokratisch-platonische Rolle der Philosophie als Suche nach der Wahrheit zum Vorschein \u201eWir m\u00fcssen wieder die elementare Frage nach dem Wesen der Dinge stellen\u201c, so Guardini. Nicht, weil sich aus solchen Fragen unmittelbar anwendbare Hinweise erg\u00e4ben, sondern weil diese Fragestellungen uns neue Sichtweisen er\u00f6ffnen, dank derer wir einen neuen Zugang zum Problem selbst finden: \u201eFragen sind ja Stellen, an denen sich Einsicht entz\u00fcnden kann\u201c. Dieser guardinische Ausdruck \u2013 an denen sich Einsicht entz\u00fcnden kann \u2013 erinnert uns gewiss an eine Erkenntnistheorie augustinischer bzw. vielmehr bonaventurianischer Pr\u00e4gung. Guardini verfasste seine Doktorarbeit wie auch die Habilitationsschrift \u00fcber Bonaventura. Aber auch wer diese erkenntnistheoretische Grundausrichtung nicht teilt, kann gleicherma\u00dfen die Fruchtbarkeit einer Methode anerkennen, die in der Auseinandersetzung mit praktischen Fragen zun\u00e4chst zur Kl\u00e4rung der grundlegenden Termini der Fragestellung mahnt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In unserer Auseinandersetzung mit dem Thema der Macht \u2013 so der zweite Hinweis, den uns Guardini in seinem kurzen Text an die Hand gibt \u2013 d\u00fcrfen wir niemals dessen zutiefst \u201eproblematische\u201c Natur vergessen. Gewiss rufen die gegenw\u00e4rtigen Anwendungen der technischen Macht zahlreiche Fragestellungen in uns hervor. Was uns aber in einer viel radikaleren \u2013 weil tiefgreifenderen \u2013 Weise infrage stellt, ist die Existenz der Macht selbst, das Faktum, dass etwas sein oder nicht sein kann, dass etwas auch ganz anders sein k\u00f6nnte, als es de facto ist, dass sich etwas auf das Leben anderer Seiender auswirken kann und dass all dies eine tief greifende Relation zum menschlichen Sein einschlie\u00dft und damit den Menschen selbst kennzeichnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die theologischen und ontologischen Wurzeln der Macht<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Diese Verankerung der Macht im Sein des Menschen selbst unterbindet von Anfang an den Gedanken, die Macht sei an sich ein d\u00e4monisches Ph\u00e4nomen. Wer dennoch versuchte, die Macht zu d\u00e4monisieren, w\u00fcrde nur entt\u00e4uscht. Guardini ist sich des d\u00e4monischen Gebrauchs der Macht, den der Mensch gemacht hat und auch weiterhin machen kann, durchaus bewusst (und es ist genau diese Hinsicht, in der die Verurteilung des nationalsozialistischen Regimes und jedes anderen totalitaristischen Systems bei Guardini immer wiederkehrt). Dennoch enth\u00e4lt er sich strikt der sich an diesem Punkt er\u00f6ffnenden M\u00f6glichkeit, eine negative Theorie der Macht zu formulieren. In seiner auf das Jahr 1950 datierten Schrift\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Die Macht\u00a0<\/span>z\u00f6gert er nicht, jene b\u00fcrgerliche Haltung zu kritisieren, welche \u00fcber die Aus\u00fcbung der Macht ihren Deckmantel legt, als ob man sich des Machtgebrauchs sch\u00e4men m\u00fcsste und nicht gerade darin die W\u00fcrde des Menschen selbst zu finden sei: \u201eUnd wir Heutige tun gut, uns daran zu erinnern, da\u00df im Tr\u00e4ger der neuzeitlichen Entwicklung, auch und gerade der darin sich vollziehenden Entfaltung menschlicher Macht, n\u00e4mlich im B\u00fcrger, eine verh\u00e4ngnisvolle Neigung wirksam ist: in immer gr\u00fcndlicherer, wissenschaftlich wie technisch vollkommenerer Weise, Macht auszu\u00fcben, sich aber nicht offen zu ihr zu bekennen, bzw. sie hinter Gesichtspunkten des Nutzens, der Wohlfahrt, des Fortschritts usw. zu verstecken\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Wurzelgrund der Macht ist f\u00fcr Guardini \u2013 weitab davon, d\u00e4monisch zu sein \u2013: theologisch. So ist es Gott selbst, der aus dem Menschen ein m\u00e4chtiges Seiendes macht und ihm eine Macht \u00fcber sich selbst, \u00fcber die Dinge und \u00fcber die anderen in die H\u00e4nde gibt. Diese Macht scheint Guardini so bedeutsam, dass er sich sogar fragt, ob nicht in ihr selbst bzw. aus der sich aus ihr ergebenden Verantwortung die grundlegende und konstitutive Eigenschaft des Menschen selbst zu finden sei: Jene, die in synthetischer Form alles in sich birgt, was charakteristisch menschlich ist, wie das bewusste Denken, den freien Willen und das \u00fcbernat\u00fcrliche Ziel.<\/p>\n<p class=\"fliess\">So lautet die erste Frage \u00fcber die Macht bezeichnenderweise wie folgt: \u201eMan bestimmt in der Regel die Gottebenbildlichkeit des Menschen ihrer nat\u00fcrlichen Seite nach von der Anlage zur Erkenntnis und freien Willensentscheidung, ihrer \u00fcbernat\u00fcrlichen Seite nach von der heiligenden Gnade her. W\u00e4re es nicht fruchtbarer, nach Genesis 1,28 zu sagen, der Mensch sei das Wesen, dem Gott Macht \u00fcber die Welt wie auch \u00fcber es selbst gegeben und entsprechende Verantwortung auferlegt hat?\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese guardinische Frage ist von besonderem Interesse. Guardini fragt sich mit anderen Worten, ob es nicht hilfreicher w\u00e4re, den Menschen ausgehend von der Tatsache zu definieren, dass er ein Seiendes ist, dem eine Macht verliehen worden ist und derer er sich bedienen kann. Es geht ihm hierbei offensichtlich nicht um die Eigentlichkeit der Frage, sondern um ihren Ertrag. Damit weist er die klassischen Definitionen der Philosophie und Theologie nicht ab, jene Definitionen des Menschen als eines\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">animal rationale\u00a0<\/span>bzw. als eines Seins in Freiheit oder als Gesch\u00f6pf Gottes. Vielmehr stellt er die Frage, ob andere Definitionsversuche nicht weiter f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dieser Hinweis scheint mir f\u00fcr die gegenw\u00e4rtigen Diskussionen \u00e4u\u00dferst hilfreich. In einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, zu einer einhelligen und universal teilbaren Definition der menschlichen Natur oder der Freiheit zu gelangen, k\u00f6nnte die Identifizierung des Menschen als eines Seienden, das eine Macht \u00fcber sich und andere Seiende aus\u00fcbt und sich dieser Macht bewusst werden muss, einige weiterf\u00fchrende Perspektiven er\u00f6ffnen. Diese w\u00e4ren meines Erachtens in der Lage, eine \u00dcbereinkunft dar\u00fcber zu etablieren, welche Ethik der Aus\u00fcbung einer solchen Macht voranstehen sollte bzw. welche juristischen Mittel herangezogen werden m\u00fcssten, um zu vermeiden, dass eine solche Macht \u2013 \u00fcber sich und die<br \/>\nanderen \u2013 in Missbrauch ausartet und somit andere an der Aus\u00fcbung des je eigenen Seinsverm\u00f6gens hindert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aus den \u00dcberlegungen Guardinis wird deutlich, dass der eigentlich neuralgische Punkt nicht in der Anerkenntnis der Tatsache liegt, dass der Mensch eine Macht aus\u00fcbt oder dass seine Handlungen Auswirkungen zeitigen. Best\u00fcnde die Macht nur darin, k\u00f6nnte man seinen Standpunkt getrost einer hobbesschen Perspektive zuordnen: Dann ginge es ihm lediglich darum, eine physische Theorie der Gesellschaft und der Politik ausgehend vom Ph\u00e4nomen der Macht der einzelnen als bewegter K\u00f6rper zu entwerfen. F\u00fcr Guardini ist jedoch, wie wir bereits betont haben, die Macht im eigentlichen Sinn nicht auf die physische Macht reduzierbar. Vielmehr besitzt sie ihre Charakteristik darin, aus einem freien und bewussten Seienden hervorzugehen, wie er schreibt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardinis betont den Aspekt der \u201eInitiative\u201c und verweist uns direkt auf die Zentralit\u00e4t dieses Themas im Denkens Hannah Arendts, die in Berlin die Vorlesungen Romano Guardinis h\u00f6rte. 1958 charakterisierte sie in der Schrift\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Vita Activa<\/span>\u00a0die menschliche Handlung grundlegend durch ihre F\u00e4higkeit, Initiative zu sein, d. h. etwas Neues zu beginnen bzw. hervorzubringen. Und weil die Handlung die politische Aktivit\u00e4t par excellence ist, ist es auch die Natalit\u00e4t und nicht die Mortalit\u00e4t, welche im Zentrum der politischen Macht steht. Arendt greift dieses Thema im posthum erschienenen Fragment\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Was ist Politik?<\/span>\u00a0(1993) wieder auf. Hier bekr\u00e4ftigt sie nochmals diese Verbindung zwischen der F\u00e4higkeit zur Initiative und der politischen Handlung. Ihrer Analyse zufolge taucht die Verbindung erstmals im griechischen Denken auf, das f\u00fcr das Beginnen und das Beherrschen dasselbe Wort gebraucht (<span class=\"CharOverride-6\">archein<\/span>), und gleichzeitig mit dem Begriff\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">prattein<\/span>, d. h. Handeln, das Beenden und Vollenden dessen, was begonnen wurde, bezeichnet.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch in Rom ist die Verkn\u00fcpfung zwischen Freiheit und Beginn pr\u00e4sent. Hier wurde die republikanische Freiheit stets mit der Gr\u00fcndung der Stadt (<span class=\"CharOverride-6\">ab urbe condita<\/span>) in Verbindung gebracht. Augustinus betonte seinerseits, dass die menschliche Existenz, die eben durch die Geburt \u2013 durch das Zur-Welt-Kommen \u2013 gekennzeichnet ist, ontologisch mit jener Dimension des Beginnens zusammenh\u00e4ngt. Und Kant f\u00fchrte in der Neuzeit die Idee vom Beginnen auf die spezifisch menschliche moralische F\u00e4higkeit zur\u00fcck. Die verheerenden Verw\u00fcstungen des Totalitarismus best\u00fcnde darin \u2013 so schlie\u00dflich Arendt am Ende des Fragments \u2013, den Menschen diese Macht aberkannt zu haben, d. h. jenes Recht, etwas Neues beginnen zu k\u00f6nnen. Der \u201eneue Mensch\u201c, den die totalit\u00e4re Macht erschaffen wollte, war demzufolge die exakte Negation jenes \u201eMenschen als einer, der den Beginn von etwas Neuem setzt\u201c. Der \u201eneue Mensch\u201c des Totalitarismus pr\u00e4sentiere sich dagegen als reiner Nachahmer, als Teil der Maschine des Determinatismus.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Macht, einen Beginn zu setzten, ist eine Macht des einzelnen Individuums. Zwar gibt Arendt zu, dass die politische Handlung als solche immer eine \u201ekonzertierte Handlung\u201c darstellt und eine Handlung freilich niemals isoliert abl\u00e4uft; doch liegt das Anfangsmoment, eben jene Initiative, immer auf Seiten des Einzelnen und seines Mutes. Daher kann im Grunde der Mensch auch alleine \u2013 wenn ihm die G\u00f6tter beistehen \u2013 so wie Herakles gro\u00dfe Heldentaten vollbringen. Der anderen Menschen bedarf er nur noch, um die Erinnerung an sich zu erhalten. Aus diesem Grund kann die Freiheit der Initiative sogar im Dunkel der Tyrannei bewahrt werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Parallele zu den Ausf\u00fchrungen Hannah Arendts \u00fcber die \u201eInitiative\u201c zeigt uns, wie die Reflexionen Guardinis zutiefst mit einigen der signifikantesten Abhandlungen der politischen Philosophie des 20. Jahrhunderts in Verbindung stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die Gefahren der Macht<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die Wurzeln der Macht liegen demzufolge in der theologischen und ontologischen Dynamik der Verbindung zwischen Macht und Person. Nur ein selbstbez\u00fcglicher Geist, d. h. eine Person, kann Macht im eigentlichen Sinne besitzen. Ist dies aber der Fall, dann kann nun in einem weiteren Schritt der grundlegend problematische Aspekt der Macht in ihrer M\u00f6glichkeit erkannt werden, sich von ihrem Grund im personal Seienden loszusagen und gegen dieses zu wenden. Damit degeneriert sie von einer Kraft zur Humanisierung zu einer dehumanisierenden Potenz.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Einzelnen individuiert Guardini vier Gefahren solcher Art. Dabei handelt es sich gleichzeitig um Gefahren von h\u00f6chster Aktualit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">a)\u00a0<\/span>Die erste Gefahr geht von jener Macht aus, welche aufgrund der technischen Errungenschaften das menschliche Leben in einer bislang ungeahnten Weise zerst\u00f6rt. Es handelt sich dabei um die Macht der Atomwaffen, die dem Menschen ein niemals zuvor besessenes zerst\u00f6rerisches Potenzial in die H\u00e4nde legt. Durch den Gebrauch solcher Waffen g\u00e4be es keine Sieger und Besiegte mehr, sondern nur noch ein totaler Krieg, der nichts als eine vollst\u00e4ndige Ausl\u00f6schung mit sich br\u00e4chte. An diesem Punkt treffen sich die Er\u00f6rterungen Guardinis mit jenen Karl Jaspers zum Problem der Atombombe sowie mit den Analysen Hannah Arendts;<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">b)\u00a0<\/span>eine zweite Gefahr birgt die Macht der Totalitarismen, die das Leben des Geistes zerst\u00f6rt. Die Erfahrungen des Nationalsozialismus und des Stalinismus zeigten Guardini, wie zerbrechlich der Schutz des menschlichen Geistes ist, jenes Geistes, der sich stets unendlich \u00fcber die Barbareien erhebt. Es ist aber auch der Geist, der angesichts des Entstehens von Tyranneien elend kapituliert. Wurden auch einige Totalitarismen erfolgreich \u00fcberwunden, so entstehen w\u00e4hrenddessen neue, die oft nicht auf den ersten Blick sichtbar und somit hinterh\u00e4ltig sind; als solche bedrohen sie aber nicht weniger gef\u00e4hrlich das Leben des Geistes;<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">c)<\/span>\u00a0das Ph\u00e4nomen der Gewalt \u00fcber eine andere Person stellt die dritte Form der Gefahr der Macht dar. Nur allzu oft ist es so, dass unser Wunsch, die Realit\u00e4t an unsere Vorstellungen anzupassen, nicht die n\u00f6tige Geduld mit sich bringt, die jedoch f\u00fcr eine authentische Realisierung unerl\u00e4sslich w\u00e4re. Man verneigt sich nicht vor der Natur, um ihre Rhythmen zu erkennen; man schenkt den anderen kein Geh\u00f6r, wenn man mit ihnen ein bestimmtes Projekt durchf\u00fchren will; sondern man will immer alles und sofort. Dabei macht man aber den Anderen zu einem einfachen Mittel des eigenen Willens. Der Andere wird so nicht mehr in seiner Natur, in seinem personalen Sein, anerkannt, d. h. in seinem Recht, selbst eigene Handlungen zu beginnen. Seine freie Zustimmung und Kreativit\u00e4t ist immer notwendig, wird aber ein Mittel zur Durchsetzung eigener Ziele. Es ist mithin die Macht, die die Personalit\u00e4t des Anderen zerst\u00f6rt;<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">d)<\/span>\u00a0die vierte und letzte Gefahr geht von der Macht aus, die uns selbst zerst\u00f6rt, d. h. die Personalit\u00e4t desjenigen, der sie aus\u00fcbt. Guardini h\u00e4lt es f\u00fcr eine Illusion zu glauben, dass die Aus\u00fcbung einer Macht sich nicht auf den Aus\u00fcbenden selbst auswirkt. Die antiken Denker waren sich jener der Machtaus\u00fcbung inh\u00e4rierenden Gefahren durchaus bewusst \u2013 jener Gefahren, die also nicht nur f\u00fcr die Adressaten, sondern auch f\u00fcr die Subjekte der Machtaus\u00fcbung besteht. Oder, um denselben Sachverhalt mit Hegel auszudr\u00fccken: In der Knechtschaft wird nicht nur die Menschheit des Knechtes, sondern auch jene des Herren negiert. Der verzerrte Gebrauch der Macht m\u00fcndet so in die Zerst\u00f6rung des Subjekts selbst, das sie aus\u00fcbt. Damit wird die Macht nicht l\u00e4nger von einer Person ausge\u00fcbt, sondern sie wird unpers\u00f6nlich, sie wird zu einer Macht des Apparates, der Organisation, der Maschine.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Macht und Verantwortung<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Angesichts dieser Gefahren konzipiert Guardini eine R\u00fcckf\u00fchrung der Macht auf die Person. Die verantwortete Macht ist damit jene, die auf ihren Urheber, d. h. auf den Menschen, bezogen wird. Wenn Macht in diesem eigentlichen Sinn die menschliche Macht ist, dann existiert nachgerade keine Macht, die nicht vom Menschen ist; eine Macht, die keinen Verantwortlichen kennte, gibt es mithin nicht: \u201eEs gibt keine nicht-verantwortete Macht. [\u2026] Deren Wirkung ist immer Tat \u2013 oder wenigstens Zulassung \u2013 und steht als solche in der Verantwortung einer menschlichen Instanz, einer Person. Das ist auch dann so, wenn der Mensch, der sie aus\u00fcbt, diese Verantwortung nicht will. [\u2026] Sobald letzteres geschieht; sobald auf die Frage: wer hat das getan? weder ein \u201eIch\u201c noch ein \u201eWir\u201c, weder eine Person noch eine Personengemeinschaft mehr antwortet, scheint die Machtaus\u00fcbung zur Naturwirkung zu werden. [\u2026] In Wahrheit wird dadurch der wesenhafte Charakter der Macht als personal verantworteter Energie nicht aufgehoben, sondern nur verdorben. Der Zustand wird zur Schuld und wirkt sich als Zerst\u00f6rung aus\u201c (103\u2013104).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die nicht-verantwortete Macht wird also ausge\u00fcbt, ohne dass ihr Tr\u00e4ger auch deren Autor sein will. Dagegen wird die verantwortete Macht von einer Person ausge\u00fcbt, die sich nicht hinter dieser versteckt, sondern offen und frei akzeptiert, Ursprung einer solchen Handlung zu sein. Guardini spricht auch von der Notwendigkeit, ein \u201eEthos des Befehlens\u201c wiederzugewinnen und erhofft diesbez\u00fcglich eine \u201eRegierung\u201c der Macht. Damit will er keine institutionell-systematische Kontrolle der Macht einf\u00fchren \u2013 wer w\u00e4re auch schon dazu in der Lage, da doch die menschliche Macht der Freiheit eines jeden einzelnen unterliegt? \u2013, sondern erhofft sich vielmehr, dass sich jeder seiner pers\u00f6nlichen Verantwortung gewahr werde m\u00f6ge, d. h. seiner Funktion als deren Urheber.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CharOverride-6\">Herr<\/span>\u00a0der Macht zu sein, und zwar durchaus im Sinn des g\u00f6ttlichen Auftrages der Genesis, hei\u00dft damit nicht, jede m\u00f6gliche Auswirkung unserer Handlungen zu kontrollieren zu versuchen. Fasste man die Beherrschung der Macht in dieser Weise, dann w\u00e4re nicht einmal Gott selbst der perfekte Herr seiner sch\u00f6pferischen Handlungen, da die Erschaffung des Menschen aus seiner Kontrolle geriet. So kann eine Beherrschung der Macht nur darin bestehen, die Urheberschaft unserer Handlungen anzuerkennen, und zwar genau im w\u00f6rtlichen Sinne eines Vaters, der ein Seiendes anerkennt, das durch ihn geboren ist, das er aber gleichwohl nicht vollst\u00e4ndig kontrollieren kann. Verantwortung hei\u00dft in diesem Sinn nichts anderes, als eine Handlung in freier Weise und gem\u00e4\u00df einem Ziel zu beginnen sowie gegen\u00fcber den Anderen sich zu deren Urheberschaft zu bekennen. Sie kann dagegen nicht als ein absoluter Wille zur Kontrolle gefasst werden \u2013 dieser Wille bezeichnet ganz im Gegenteil jene totalit\u00e4re Macht, welche die Personalit\u00e4t des Anderen doch \u00ad<br \/>\ngerade negiert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn man von einer Ethik der Macht als einer Ethik der Verantwortung spricht, dann scheint es unverzichtbar, auf eine Parallele zu einem anderen gro\u00dfen Repr\u00e4sentanten der gegenw\u00e4rtigen politischen Philosophie hinzuweisen, n\u00e4mlich auf Max Weber und sein ber\u00fchmtes Werk\u00a0<span class=\"CharOverride-6\">Politik als Beruf<\/span>. Diese Schrift ist von der offenen Polemik mit Friedrich Wilhelm Foerster gekennzeichnet, also mit jenem antiautorit\u00e4ren und antimilitaristischen P\u00e4dagogen, den Guardini bewunderte. Aus diesem Grund scheint es alles andere als willk\u00fcrlich, den hier vorgestellten Text Guardinis zum Thema der verantworteten Macht auch als eine Antwort auf Weber zu lesen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bekanntlich erkennt Max Weber in der Ethik der Verantwortung den typischen Ausdruck der politischen Ethik, d. h. einer Politik, die als Gebrauch der Macht bzw. als Aus\u00fcbung des legitimen Zwanges verstanden wird. Weber sieht die politische Macht konstitutiv an deren \u00e4u\u00dferste M\u00f6glichkeit, n\u00e4mlich die Gewaltanwendung, gebunden. Genau aus diesem Grund erfordert ihr Gebrauch auch ein bestimmtes Ethos. Andernfalls w\u00fcrde sie letztlich zu einem rein willk\u00fcrlichen Instrument entarten. Und in der Tat \u2013 was bereitet mehr Gefallen als den Lauf der Geschichte und die Existenz der Anderen beeinflussen zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zur politischen Rechtfertigung der Machtanwendung m\u00fcssen mithin drei Bedingungen erf\u00fcllt sein: \u201eLeidenschaft \u2013 Verantwortungsgef\u00fchl \u2013 Augenma\u00df\u201c. Weber versteht dabei\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(1)<\/span>\u00a0\u201eLeidenschaft im Sinn von Sachlichkeit: leidenschaftliche Hingabe an eine \u201aSache\u2019, an den Gott oder D\u00e4mon, der ihr Gebieter ist\u201c.\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(2)<\/span>\u00a0Verantwortung ist die Bereitschaft des Politikers, \u201ef\u00fcr die (voraussehbaren) Folgen seines Handelns aufzukommen\u201c. Und\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(3)<\/span>\u00a0wird das Augenma\u00df als die F\u00e4higkeit bestimmt, \u201edie Realit\u00e4ten mit innerer Sammlung und Ruhe auf sich wirken zu lassen, also: [\u2026] [die] Distanz zu den Dingen und Menschen\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Verantwortungsethik Webers versteht sich vor einem grundlegend anderen Hintergrund als jene Guardinis. Letzterer geht nicht von einem polytheistischen Universum aus, in welchem sich jeder aussucht, seinem eigenen Gott oder einem D\u00e4mon zu dienen. Sondern er erkennt eine objektiv begr\u00fcndete Ordnung der Dinge. Die menschlichen Handlungen sind nachgerade nicht auf willk\u00fcrlich festgelegte Ziele des subjektiven Willens ausgerichtet, sondern vielmehr Handlungen, die vor allem die \u201eWahrheit der Dinge\u201c erf\u00fcllen sollen: \u201cDie Dinge haben aber ein Wesen; wenn das verkommt oder vergewaltigt wird, dann zieht sich ein Widerstand zusammen, gegen den weder List noch Gewalt mehr helfen. Die Wirklichkeit sperrt sich dann gegen den menschlichen Griff. Die Ordnungen gehen aus den Fugen. Die Achsen des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen Gef\u00fcges laufen sich hei\u00df. Man kann mit den Dingen nicht umgehen, wie man will, wenigstens nicht im Ganzen und auf die Dauer, sondern nur so, wie es ihrem Wesen entspricht, sonst bereitet man Katastrophen vor. Wer sehen kann, sieht, wie \u00fcberall die Katastrophe der falsch gehandhabten Wirklichkeit im Gange ist\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Somit kann auch der \u201eGrund\u201c, dem sich der Mensch leidenschaftlich widmen soll, nicht willk\u00fcrlich festgelegt werden, sondern er erweist sich als dem Menschen zusammen mit seiner Macht mitgegeben. Er ist der Mensch selbst. Genau in diesem Sinn richtete sich Dietrich Bonhoeffer in seiner Untersuchung der \u201eStrukturen des verantworteten Handelns\u201c innerhalb seiner Ethik aus theologischer Perspektive gegen die Verantwortungsethik Webers. Und dies v\u00f6llig zu Recht. Sich indirekt auf Weber beziehend, stellt Bonhoeffer heraus, dass die Verantwortung niemals gegen\u00fcber einer \u201eUrsache\u201c, sondern stets gegen\u00fcber Personen, gegen\u00fcber Personen aus Fleisch und Blut, besteht. An seinen Freund Bethge schreibt er: \u201eF\u00fcr mich sind die Menschen das Wichtigste\u201c. Gewiss h\u00e4tte auch Guardini diese Worte vollauf geteilt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein Element, das die Verantwortungsethik Webers mit derjenigen Guardinis verbinden k\u00f6nnte, ist die zentrale Bedeutung der Askese in Bezug auf die Macht. Guardini fasst diesen nicht in weberscher Art als eine innerweltliche Askese des kapitalistischen Unternehmers oder als den tragischen Dualismus des politischen Helds, der den Pakt mit dem Teufel auf sich nimmt und sich dem Gericht der Geschichte unterwirft. Jedoch verraten die \u00dcberlegungen zur notwendigen Askese des verantwortlichen Menschen, der die Beherrschung der Macht annimmt, mehr als nur einen fl\u00fcchtigen Hinweis auf Weber.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardini schreibt: \u201eAskese bedeutet, da\u00df der Mensch sich selbst in die Hand bekomme. Dazu mu\u00df er das Unrecht im eigenen Innern erkennen und es wirksam angreifen [\u2026] Er mu\u00df seine physischen wie geistigen Triebe ordnen, was ohne Selbst\u00fcberwindung nicht m\u00f6glich ist [\u2026] Er mu\u00df sich erziehen, seine Habe in Freiheit zu besitzen und das Geringere um des H\u00f6heren willen zu opfern [\u2026] Er mu\u00df um die Freiheit und Gesundheit seines Inneren k\u00e4mpfen: gegen die Maschinerie der Reklame, gegen die Flut der Sensationen, gegen den L\u00e4rm in allen Formen, wie sie von allen Seiten her auf ihn eindringen [\u2026] Er mu\u00df sich zur Distanz erziehen; zur Unabh\u00e4ngigkeit des Urteils; zum Widerstand gegen das, was \u201eman\u201c sagt [\u2026] Stra\u00dfe, Verkehr, Zeitung, Rundfunk, Kino stellen Aufgaben der Selbsterziehung, ja der elementarsten Selbstverteidigung, die weithin nicht einmal geahnt, geschweige denn klar gestellt und in Angriff genommen sind [\u2026] \u00dcberall kapituliert der Mensch vor den M\u00e4chten der Barbarei \u2013 Askese bedeutet, da\u00df er nicht kapituliere, sondern k\u00e4mpfe, und zwar an der entscheidenden Stelle, n\u00e4mlich gegen sich selbst. Da\u00df er durch Selbstzucht und Selbst\u00fcberwindung von innen heraus wachse, damit das Leben in Ehren stehe und seinem Sinn gem\u00e4\u00df fruchtbar werde [\u2026]\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgehend von einem kurzen Text Romano Guardinis aus dem Jahr 1964, \u201eFragen zum Problem der Macht\u201c, m\u00f6chte ich einige \u00dcberlegungen zur Aktualit\u00e4t seines Denkens anstellen, und zwar hinsichtlich der Fragen im Spannungsfeld von Macht und Ethik, welche uns heute beunruhigen. Warum \u201eFragen\u201c? Romano Guardini verfasste diesen Text als Beitrag zur Festschrift f\u00fcr Karl Rahner. 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