{"id":32284,"date":"2023-07-17T14:35:14","date_gmt":"2023-07-17T12:35:14","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=dein-wahrhaft-sorgfaeltiger-vatter"},"modified":"2025-04-22T11:34:27","modified_gmt":"2025-04-22T09:34:27","slug":"dein-wahrhaft-sorgfaeltiger-vatter-leopold-mozart-zum-300-geburtstag","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/dein-wahrhaft-sorgfaeltiger-vatter-leopold-mozart-zum-300-geburtstag\/","title":{"rendered":"&#8222;Dein wahrhaft sorgf\u00e4ltiger Vatter&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Die Musik, die gerade vor dem Beginn des Vortrags erklang, stammt aus der Feder eines Komponisten, von dem wir heute nicht mehr viel w\u00fcssten, wenn er nicht der Vater seines Sohnes gewesen w\u00e4re. Und das, obwohl er laut eigenem Bekunden hunderte von Werken geschrieben hatte. Leopold Mozart, 1719 in Augsburg geboren, gab 1757 eine Art zusammengefasstes Werkverzeichnis zu Protokoll, das da lautete:<\/p>\n<p><em>\u201eVon des Hrn. Mozards in Handschriften bekannt gewordenen Compositionen sind haupts\u00e4chlich viele contrapunctische und andere Kirchensachen zu merken; ferner eine gro\u00dfe Anzahl von Synfonien theils nur \u00e0 4. theils aber mit allen nur immer gew\u00f6hnlichen Instrumenten; ingleichen \u00fcber drei\u00dfig gro\u00dfe Serenaten, darinnen f\u00fcr verschiedene Instrumente Solos angebracht sind. er hat ausserdem viele Concerte, sonderlich f\u00fcr die Fl\u00f6traversiere, Oboe, das Fagott, Waldhorn, die Trompete etc. unz\u00e4hlige Trios und Divertimenti f\u00fcr unterschiedliche Instrumente; auch zw\u00f6lf Oratorien und eine Menge von theatralischen Sachen, sogar Pantomimen, und besonders gewisse Gelegenheits=Musiken verfertiget, als: ein Soldatenmusik mit Trompeten, Paucken, Trommeln und Pfeiffen, nebst den gew\u00f6hnlichen Instrumenten; eine t\u00fcrkische Musik; eine Musik mit einem st\u00e4hlernen Clavier; und endlich eine Schlittenfahrtsmusik mit f\u00fcnf Schlittengel\u00e4uth; von M\u00e4rschen, sogenannten Nachtst\u00fccken, und vielen hundert Menuetten, Opert\u00e4nzen, und dergleichen kleinern St\u00fccken nicht zu reden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr Violoncello war nichts dabei. Julius Berger hat ein Trompetenkonzert von Leopold Mozart f\u00fcr sein Instrument bearbeitet, und das w\u00e4re durchaus im Sinne des Komponisten gewesen. Denn Bearbeitungen dieser Art waren an der Tagesordnung zu einer Zeit, da nicht jedes Instrument zu jeder Zeit verf\u00fcgbar war, und da Musik, die nicht selber gemacht wurde, auch nicht zu h\u00f6ren gewesen w\u00e4re. Leopold Mozart hat, wie wir eben h\u00f6ren konnten, eine durchaus ernst zu nehmende Musik geschrieben. Wir kennen ihn freilich nur als den allzu gestrengen Vater eines hochbegabten Sohnes. Allzu gestreng? Dieses Bild bedarf, so meine ich, einer deutlichen Korrektur. Zumindest war sein Selbstbild ein anderes, wie der Gl\u00fcckwunsch zeigt, den er am 23. Oktober 1777, eine gute Woche vor dem Namenstag seines Sohnes formulierte, einen Gru\u00df aus Salzburg nach Augsburg, wo Wolfgang sich auf seiner Reise nach Paris gerade aufhielt:<\/p>\n<p><em>\u201eMon tr\u00e8s cher Fils! Ich soll dir zu deinem Nahmenstage Gl\u00fcck w\u00fcnschen! aber was kann ich dir itzt w\u00fcnschen, was ich dir nicht immer w\u00fcnsche? \u2013 \u2013 Ich w\u00fcnsche dir die Gnade Gottes, die dich aller Ort begleite, die dich niemals verlassen wolle, und niemals verlassen wird, wenn du die Schuldigkeiten eines wahren Catholischen Christen auszu\u00fcben beflissen bist.<\/em><\/p>\n<p><em>du kennest mich. \u2013 Ich bin kein Pedant, kein Bettbruder, noch weniger ein Scheinheiliger: allein deinem Vatter wirst du wohl eine Bitte nicht abschlagen? -Diese ist: da\u00df du f\u00fcr deine Seele besorgt se\u00ffn wollest, da\u00df du deinem Vatter keine Be\u00e4ngstigung in seiner Todesstund verursachest, damit er in ienem schweren augenblick sich keinen Vorwurff machen darf als h\u00e4tte er an der Sorge f\u00fcr dein SeelenHeil etwas vernachl\u00e4ssiget. Lebe wohl! Lebe gl\u00fccklich! lebe vern\u00fcnftig! Ehre und sch\u00e4tze dein Mutter, die in ihrem Alter nun viele M\u00fche hat, Liebe mich wie ich dich liebe als dein wahrhaft sorgf\u00e4ltiger Vatter Leop: Mozart manu propria\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Mann, der uns hier in diesem Gl\u00fcckwunsch entgegentritt, ist ein anderer als der, den wir zu kennen meinen, alles andere als allzu gestreng. Und dennoch: Was hat die Nachwelt diesem Leopold Mozart nicht alles vorgeworfen! Ganze Arbeit hat etwa Wolfgang Hildesheimer geleistet, der den Vater in seiner ber\u00fchmten Mozart-Biographie von 1977 als \u201eLakaiennatur mit starkem Hang zu Duckm\u00e4userei\u201c charakterisierte. Und auch Peter Shaffer befeuerte die Diskussion um die Rolle des Vaters in Mozarts Leben in seinem Amadeus-Schauspiel von 1979, das Milos Forman sp\u00e4ter seinem oscarpr\u00e4mierten <em>Amadeus<\/em>-Film 1983 zugrunde legte. Peter Shaffer bem\u00fchte die Tiefenpsychologie, um das Verh\u00e4ltnis Wolfgangs zu seinem \u00dcbervater zu charakterisieren, indem er eine Beziehung zwischen ihm und dem Komtur in <em>Don Giovanni <\/em>herstellte. Wenn Mozart in dem Theaterst\u00fcck und sp\u00e4ter auch im Film in Wien die Nachricht vom Tod seines Vaters erh\u00e4lt, h\u00f6rt man den Auftritt des Steinernen Gastes und sieht, wie Leopold Mozart seinem Sohn als strafender Geist erscheint. Und wenn der Unbekannte an die T\u00fcr pocht und Mozart den Kompositionsauftrag f\u00fcr das Requiem erteilt, wird diese Szene erneut vom Auftritt des Komturs in <em>Don Giovanni<\/em> musikalisch untermalt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich konstruierte Maynard Solomon, ein US-amerikanischer Musikwissenschaftler mit dezidiert psychoanalytischen Interessen, gar eine schicksalhafte seelische Verstrickung zwischen Vater und Sohn \u2013 zwischen Leopold Mozart, der seine eigenen \u00c4ngste, Traumata und Schuldgef\u00fchle aus der Zeit seiner Jugend in Augsburg auf seinen Sohn projizierte und ihn damit zum S\u00fcndenbock f\u00fcr eigene Verfehlungen machte, und Wolfgang Mozart, der diese \u201eVerfehlungen\u201c wiederholte und sich seinem Vater in \u00e4hnlicher Weise entzog wie dieser sich seiner eigenen Familie entzogen hatte. Solomon \u00fcbertrug Sigmund Freuds Idee von der \u201eGef\u00fchlserbschaft\u201c auf die Familie Mozart und verstieg sich zu Mutma\u00dfungen dar\u00fcber, dass \u201edie Salzburger Mozarts ein Drama von Aufopferung und S\u00fchne wiederholt\u201c h\u00e4tten, \u201edas Leopold unbewusst inszenierte, um sich mit fr\u00fcheren Geschehnissen auszus\u00f6hnen, deren Erinnerung ihn fortw\u00e4hrend belastete.\u201c<\/p>\n<p>Sehen wir einmal von der Frage ab, ob sich psychologische Lehrmeinungen des 20. Jahrhunderts problemlos auf die Gef\u00fchlswelten fr\u00fcherer Jahrhunderte \u00fcbertragen lassen, ob also das, was unter Psychologen und auch Historikern inzwischen \u201etransgenerationale Traumaweitergabe\u201c genannt wird, ein gedankliches Werkzeug zum Verst\u00e4ndnis Leopold und Wolfgang Mozarts sein kann. Was alle Versuche kennzeichnet, die die wachsende Entfremdung zwischen Vater und Sohn zu bewerten versuchen, ist die Blickrichtung: Im Zentrum unseres Interesses steht Wolfgang Amad\u00e9 Mozart, und unser Trachten geht dahin, das R\u00e4tsel dieser Pers\u00f6nlichkeit zwischen tiefem k\u00fcnstlerischen Ernst, vulg\u00e4ren Denkfiguren und seiner immer aufs Neue unbegreiflichen Kunst zu entschl\u00fcsseln. Leopold Mozart bildet da oft nur die famili\u00e4re Folie, vor der sich die Person und das Werk des Sohnes umso plastischer abheben. Das aber wird Leopold Mozart nicht gerecht.<\/p>\n<p>Denn sein wichtigstes Werk, die<em> Violinschule<\/em>, war geschrieben, bevor Wolfgang geboren wurde, und seine bedeutendsten Briefe entstammen der Zeit, bevor Wolfgang selbst zum Briefschreiber wurde. Leopold Mozarts Interessen gingen Zeit seines Lebens weit \u00fcber das hinaus, was die Welt seines Sohnes ausmachen sollte. Es lohnt sich, den Blick einmal nicht auf Wolfgang, sondern auf Leopold Mozart zu richten, auf den Mann, der von Zeitgenossen als lebensklug, geistreich, gebildet und kultiviert beschrieben wurde, der sich selbst als Mittler zwischen den Welten verstand \u2013 ein Jesuitensch\u00fcler, der mit Protestanten Freundschaften schloss, ein B\u00fcrgersohn, der dem Adel diente, ein Geiger, der als Schriftsteller zu re\u00fcssieren hoffte, ein \u201eMann von vielen Witz und Klugheit\u201c, wie es ein langj\u00e4hriger Weggef\u00e4hrte in einem Nachruf formulierte. Es lohnt sich, einmal den Leopold Mozart der ersten f\u00fcnfzig Jahre seines Lebens zu betrachten, bevor Wolfgang aus dem Schatten seines Vaters heraustrat und ein eigenes k\u00fcnstlerisches Leben begann.<\/p>\n<p>Sicher \u2013 es ist nur recht und billig, dass wir uns f\u00fcr den Sohn st\u00e4rker interessieren als f\u00fcr den Vater, der als Komponist ohne Zweifel weniger begabt war, dessen musikalisches Werk uns nicht mehr interessieren w\u00fcrde, wenn wir nicht w\u00fcssten, welches musikalische Universum sein Sohn sp\u00e4ter erschaffen w\u00fcrde. Aber genau das ist ein Teil des Problems: Wir Nachgeborenen sind in der komfortablen Situation zu wissen, wie die Geschichte weiterging. Wie Wolfgang Mozart in seinem letzten Lebensjahrzehnt Meisterwerke f\u00fcr die Ewigkeit schrieb, wie er nach seinem Tod Ende 1791 zu einem G\u00f6tterliebling ohne Fehl und Tadel verkl\u00e4rt und schlie\u00dflich verkitscht wurde, und wie Leopold Mozart im Zuge dieses musikalischen Heiligsprechungsprozesses immer mehr als der autorit\u00e4re, engstirnige, verst\u00e4ndnislose\u00a0 Vater dargestellt wurde, der das Genie seines Sohnes nicht erkannt habe oder nicht habe sehen wollen, der ihm eine abgesicherte, aber kleingeistige, beschr\u00e4nkte Existenz in Salzburg aufzwingen wollte, statt seine H\u00f6henfl\u00fcge zu begleiten. Je heller der Glanz des Komponisten der <em>Zauberfl\u00f6te<\/em>, der <em>Jupiter-Sinfonie<\/em>, der <em>Haydn-Quartette<\/em>, des <em>Kr\u00f6nungskonzerts<\/em> strahlte, umso d\u00fcsterer wurde dahinter die Gestalt des Vaters gemalt. Es verwundert also nicht, dass sich das Interesse der \u00d6ffentlichkeit an Wolfgang Amad\u00e9 Mozart, dieser musikalischen Jahrtausendbegabung, auch auf sein Verh\u00e4ltnis zu seinem Vater Leopold richtete.<\/p>\n<p>Als Komponist w\u00e4re dieser ohne seinen Sohn heute vergessen, und das hat auch mit der Zeit zu tun, in der er komponierte. Denn f\u00fcr die Jahre, in denen Leopold Mozart als Komponist aktiv war, hat die Musikgeschichtsschreibung nicht einmal einen Namen. Im G\u00e4nsemarsch der Epochen klafft zwischen dem, was wir gemeinhin als \u201eBarock\u201c bezeichnen, und dem, was sich in der musikhistorischen Wahrnehmung als \u201eWiener Klassik\u201c etabliert hat, eine L\u00fccke. Dabei lie\u00dfe sich f\u00fcr die Frage, wie der \u00dcbergang vom \u201eBarock\u201c zur \u201eKlassik\u201c gelang, an vielerlei Einzelf\u00e4llen, an den Kompositionen eines Ignaz Holzbauer, Giovanni Battista Sammartini, Michel Corrette oder eines Johann Christian Bach im Detail untersuchen. Eine Epoche mit scheinbar festen Stilmerkmalen w\u00fcrde daraus freilich nicht. Zu heterogen waren die kompositorischen Strategien, aber auch die Bedingungen, unter denen die Musik entstand, als dass sich daran verallgemeinerbare Eigent\u00fcmlichkeiten h\u00e4tten beschreiben lassen.<\/p>\n<p>Die Jahrzehnte zwischen Johann Sebastian Bachs Tod 1750, der laut g\u00e4ngiger Musikgeschichtsschreibung das Ende des Barock markiert, und Joseph Haydns Streichquartetten op. 33 1782, die als Beginn der Wiener Klassik gelten, werden generell mit Verlegenheitsvokabeln wie \u201eEpoche zwischen den Epochen\u201c, \u201eVorklassik\u201c oder auch \u201eFr\u00fchklassik\u201c bezeichnet; beliebt sind auch Anleihen bei den Literaturwissenschaften mit Begriffen wie \u201eEmpfindsamkeit\u201c oder \u201eSturm und Drang\u201c. Sie scheinen sich vor allem als ein \u201enicht mehr\u201c oder ein \u201enoch nicht\u201c zu pr\u00e4sentieren und ungeeignet zu sein, kompositorische Prinzipien gleichsam eigenen Rechts zu definieren. Dar\u00fcber hinaus l\u00e4sst sich f\u00fcr diese Generation keine Komponistenpers\u00f6nlichkeit \u00e4hnlich epochaler Bedeutung ausmachen, deren Strahlkraft ebenso lange Schatten auf die Zeitgenossen h\u00e4tte werfen k\u00f6nnen wie Bach oder Beethoven. Statt von einer \u201eEpoche zwischen den Epochen\u201c k\u00f6nnte man auch mit Fug und Recht von einer \u201eEpoche der Vielfalt\u201c sprechen.<\/p>\n<p>Nicht aber, dass dies eine Besonderheit gegen\u00fcber den beiden scheinbar festgef\u00fcgten Epochen \u201eBarock\u201c und \u201eKlassik\u201c w\u00e4re. Denn dass Bach und Beethoven das Ma\u00df aller kompositorischen Dinge in ihrer Zeit sein sollen, ist ja auch nichts anderes als ein historiographisches Konstrukt. Was etwa k\u00f6nnte das Gemeinsame von Bachs <em>Clavier\u00fcbungen<\/em>, Jean-Philippe Rameaus Trag\u00e9die en musique <em>Castor et Pollux<\/em>, H\u00e4ndels Ode <em>Alexander\u2019s Feast<\/em> und Giovanni Battista Pergolesis <em>Stabat mater<\/em> sein, die alle etwa gleichzeitig entstanden und als Meisterwerke des Barock fungieren? Oder von Beethovens Symphonien, Gioacchino Rossinis Opern und Franz Schuberts Liedern? Auch \u201eBarock\u201c und \u201eKlassik\u201c, diese beiden vermeintlich so trennscharf zu definierenden Epochen, sind musikalisch gekennzeichnet von der \u201eGleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen\u201c und dar\u00fcber hinaus von der Vielfalt kultureller Einflusssph\u00e4ren. In diesem Sinne ist das Fehlen einer alles \u00fcberragenden Komponistenpers\u00f6nlichkeit in der Mitte des 18. Jahrhunderts eher von Vorteil: Es erm\u00f6glicht einen unbefangenen, nicht vom Zwang zum Gewichten geleiteten Blick auf eine Zeit, in der musikalisch so viel Neues passierte.<\/p>\n<p>In dieser Epoche der Vielfalt, in der Generation der vor 1720 geborenen Komponisten, zu denen u.a. auch Christoph Willibald Gluck und Carl Philipp Emanuel Bach geh\u00f6rten, w\u00e4re Leopold Mozart vermutlich nur mit seinem Lehrwerk, dem <em>Versuch einer gr\u00fcndlichen Violinschule<\/em>, ans Licht getreten, weniger aber mit seinen Kompositionen. Mit der <em>Violinschule<\/em> aber, vor der Geburt seines siebten und letzten Kindes namens Wolfgang verfasst und ein paar Monate nach dessen Geburt ver\u00f6ffentlicht, schrieb er sich in die Musikgeschichte ein. Dabei war es nicht einmal die erste schriftliche Unterweisung im Violinspiel auf dem Markt, nicht einmal die erste in deutscher Sprache. 1738 war eine franz\u00f6sische in Paris erschienen, 1751 eine englische in London und im selben Jahr eine deutsche mit dem Titel <em>Rudimenta panduristae<\/em>. Alle diese Violinschulen aber waren kaum mehr als technische Anweisungen mit \u00dcbungsbeispielen. Leopold Mozart beschritt einen anderen Weg.<\/p>\n<p>Mit seiner <em>Violinschule<\/em> stellte er sich explizit in den Kontext der Aufkl\u00e4rung \u2013 jener philosophischen und gesellschaftlichen Bewegung, deren wichtigste Impulse von England und Frankreich, im deutschsprachigen Raum aber vor allem von den protestantischen Landen ausgingen \u2013\u00a0 Gottfried Wilhelm Leibniz in Hannover, Johann Mattheson in Hamburg, Johann Christoph Gottsched in Leipzig, Immanuel Kant in K\u00f6nigsberg. Im Vorwort der <em>Violinschule<\/em> bekannte Leopold Mozart, gez\u00f6gert zu haben, sich \u201ebey so aufgekl\u00e4rten Zeiten\u201c, wie er schrieb, in den Diskurs einzuschalten. Es ging ihm denn auch in seiner <em>Violinschule<\/em> jenseits der spieltechnischen Anweisungen vor allem um \u00e4sthetische Reflexionen und stilistische Empfehlungen, um die Vermittlung all jener \u00dcberlegungen, die der Interpretation und dem Verst\u00e4ndnis der Musik dienten.<\/p>\n<p>Das Buch begann mit Grundkenntnissen der allgemeinen Musiklehre und der Musikgeschichte, bevor sich der Autor den technischen Details des Violinspiels widmete. Wie ein roter Faden aber ziehen sich vor allem umfangreiche \u00e4sthetische Er\u00f6rterungen durch das Buch, und es sind vier Kategorien, die Leopold Mozart zugrunde legte \u2013 die Natur, die menschliche Stimme, die Vernunft und der gute Geschmack. Dass das Instrument, also in diesem Fall die Violine, die menschliche Stimme nachahmen solle, weil Instrumentalmusik textlos und damit \u2013 im Wortsinn \u2013 sinn-los sei, war ein Gedanke, der bis ins 16. Jahrhundert zur\u00fcckreichte. Auch in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als die Instrumentalmusik die Vokalmusik an Bedeutung zu \u00fcberfl\u00fcgeln begann, galt diese Maxime noch. Als einer der letzten sicherte Leopold Mozart sie noch einmal mit spieltechnischen Argumenten ab:<\/p>\n<p><em>\u201eJeder, der die Singkunst ein bi\u00dfchen verstehet, weis, da\u00df man sich eines gleichen Tones befleissigen mu\u00df. Denn wem w\u00fcrde es doch gefallen, wenn ein Singer in der Tiefe oder H\u00f6he bald aus dem Hals, bald aus der Nase, bald aus den Z\u00e4hnen u. s. w. singen, oder gar etwa dazwischen falsetiren wollte? Die Gleichheit des Tones mu\u00df also auch auf der Violin nicht nur bey der Schw\u00e4che und St\u00e4rke auf einer Seyte, sondern auf allen Seyten und mit solcher M\u00e4ssigung beobachtet werden, da\u00df eine Seyte die andere nicht \u00fcbert\u00e4ube. Und wer weis denn nicht, da\u00df die Singmusik allezeit das Augenmerk aller Instrumentisten seyn soll: weil man sich in allen St\u00fccken dem Nat\u00fcrlichen, so viel es immer m\u00f6glich ist, n\u00e4hern mu\u00df?\u201c<\/em><\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich appellierte Leopold Mozart an die Musiker, nicht nur ihre Finger, sondern auch ihren Verstand zu benutzen, wenn sie ein Musikst\u00fcck auff\u00fchren wollten:<\/p>\n<p><em>\u201eBevor man zu spielen anf\u00e4ngt mu\u00df man das St\u00fcck wohl ansehen und betrachten. Man mu\u00df den Charakter, das Tempo und die Art der Bewegung, so das St\u00fcck erfordert, aufsuchen, und sorgf\u00e4ltig nachsehen, ob nicht eine Passage darinnen stecket, die oft beym ersten Ansehen nicht viel zu bedeuten hat, wegen der besondern Art des Vortrags und des Ausdruckes aber eben nicht leicht abzuspielen ist. Man mu\u00df sich endlich bey der Aus\u00fcbung selbst alle M\u00fche geben den Affect zu finden und richtig vorzutragen, den der Componist hat anbringen wollen; und da oft das Traurige mit dem Fr\u00f6hlichen abwechselt: so mu\u00df man jedes nach seiner Art vorzutragen beflissen seyn. Mit einem Worte, man mu\u00df alles so spielen, da\u00df man selbst davon ger\u00fchret wird.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Leopold Mozarts Appell an die musikalische Vernunft klingt wie eine Vorwegnahme jener Forderung \u201eHabe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen\u201c, die Immanuel Kant in seinem ber\u00fchmten Aufsatz \u201eBeantwortung der Frage: Was ist Aufkl\u00e4rung?\u201c 1784 formulierte. \u00dcber die Jahrzehnte hinweg entwickelte sich die <em>Violinschule<\/em> zu einem Longseller, an dem Leopold Mozart viel Geld verdiente. Sie erlebte mehrere Auflagen, wurde ins Franz\u00f6sische und Holl\u00e4ndische \u00fcbersetzt und selbst im 19. Jahrhundert immer wieder nachgedruckt. Generationen von Violinisten haben nach diesem Buch gelernt, und f\u00fcr die historisch informierte Auff\u00fchrungspraxis ist sie bis heute ein wichtiges Referenzwerk.<\/p>\n<p>Als Wolfgang Mozart dann im Januar 1756 das Licht der Welt erblickte, hatte sein Vater schon jahrelange Erfahrungen nicht nur als aus\u00fcbender Musiker und als Komponist, sondern auch als Musiklehrer gesammelt. Wolfgang kam eigentlich zur Unzeit, denn Leopold Mozart war gerade mit der Endredaktion seiner <em>Violinschule<\/em> besch\u00e4ftigt und hatte auch sonst alle H\u00e4nde voll zu tun. In den Briefen an seinen Verleger Johann Jakob Lotter in Augsburg beklagte er sich denn auch \u00fcber die Unruhe, die dieses neugeborene Kind in seine Tage brachte:<\/p>\n<p><em>\u201e12. Februar 1756. Ich kann sie versichern, da\u00df ich so viel zu thun habe, da\u00df ich manchmal nicht weis wo mir der kopf stehet. nicht zwar wegen dem vielen Componieren, sondern wegen vielen Scolaren und den opern bey Hofe. Und das wissen sie auch, da\u00df wann die frau W\u00f6chnerin ist, da\u00df immer jemand k\u00f6mmt der einem die Zeit wegstihlt. dergleichen Historien nehmen geld und Zeit weg.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Mit seinem erfahrenen Blick erkannte Leopold Mozart bald aber auch, dass dieses Kind hochbegabt war und einer sorgf\u00e4ltigen F\u00f6rderung bedurfte. Wolfgang Mozart ist in jeder Hinsicht das Gesch\u00f6pf dieses Vaters gewesen. Er hat nie eine Schule besucht, nie andere Lehrer als seinen Vater gehabt, und alles, was er wusste und konnte, hatte er von seinem Vater gelernt \u2013 Lesen und Schreiben ebenso wie Latein, Franz\u00f6sisch und Italienisch, Klavier und Violine Spielen ebenso wie Komponieren. Leopold Mozart war immer um seinen Sohn, seit er erkannt hatte, dass dieser Knirps, der da in seinem Hause heranwuchs, ein Wunder Gottes war, wie er nicht m\u00fcde wurde zu betonen, und dass es gleichsam sein Auftrag und seine Verpflichtung gegen\u00fcber Gott und der Welt war, dieses Wunder in jeder nur denkbaren Weise zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Zu den Mythen um den vermeintlichen G\u00f6tterliebling, den Donnerblitzbub, das Wolferl, geh\u00f6rt auch die Vorstellung, dass diesem Kompositionsgenie alles gelang, dass er, wie Salieri dies in Peter Shaffers <em>Amadeus<\/em>-Schauspiel thematisierte, wie ein Medium agierte, durch das die Noten gleichsam vom Himmel direkt auf das Papier flossen, ohne dass ihm selbst bewusst gewesen w\u00e4re, woher die Inspiration kam. Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Wolfgang Mozart wusste nicht nur genau, was er tat \u2013 er hatte ja den besten und sorgf\u00e4ltigsten Lehrer gehabt, den man sich vorstellen konnte. Er durchlebte auch immer wieder Phasen des Zweifelns, und so leicht ihm das Komponieren zumeist aus der Feder floss, so m\u00fchsam waren wieder andere Phasen, in denen er wenig mehr als ein paar Fragmente zustande brachte.<\/p>\n<p>Zu diesen Fragmenten geh\u00f6rt auch das einzige St\u00fcck f\u00fcr Violoncello und Klavier, das wir von Wolfgang Mozart kennen. Das Violoncello war f\u00fcr ihn ein Orchesterinstrument und vor allem ein Kammermusikinstrument. Schon die K\u00f6chelnummer macht deutlich, wie schwierig es ist, dieses St\u00fcck zeitlich zu verorten. Sie lautet 374g = Anhang 46, was soviel bedeutet, dass eine Umdatierung stattgefunden hat. Es handelt sich um 34 Takte eines Adagios, das nach neueren Erkenntnissen 1781 entstanden sein muss, als Wolfgang Mozart sich endg\u00fcltig von seinem Vater abgenabelt hatte, nach Wien gezogen war, ein Leben als freier K\u00fcnstler anstrebte und auf Freiersf\u00fc\u00dfen zu wandeln begann.<\/p>\n<p>Margarita H\u00f6henrieder und Julius Berger kombinieren dieses Fragment mit der Bearbeitung eines anderen Fragments aus dem Herbst 1789, ebenfalls ein Adagio, diesmal 73 Takte lang und eigentlich f\u00fcr Englisch Horn, 2 Violinen und Violoncello komponiert, hier aber bearbeitet.<\/p>\n<p>Als Wolfgang Mozart das zweite der eben geh\u00f6rten Adagios komponierte, war sein Vater schon mehr als zwei Jahre lang tot. Seit Wolfgang 1781 nach Wien \u00fcbergesiedelt war, hatten sich die beiden nur zweimal noch gesehen \u2013 einmal als Wolfgang mit seiner Frau Constanze, die der Vater als schlimme Mesalliance betrachtete, Salzburg besuchte, ein zweites Mal, als Leopold Mozart Anfang 1785 nach Wien kam. Danach war das Verh\u00e4ltnis so frostig geworden, wie man es sich nach den vielversprechenden Jahren der der Ausbildung niemals h\u00e4tte tr\u00e4umen lassen. Zu dieser Ausbildung geh\u00f6rte auch die einer adligen \u201eGrand Tour\u201c nicht un\u00e4hnliche Reise, die Leopold Mozart mit seinen beiden begabten Kindern, dem Sohn und der f\u00fcnf Jahre \u00e4ltere Tochter Nannerl, unternahm. Die Wunderkindreise f\u00fchrte die gesamte Familie Mozart zwischen 1763 und 1766 drei Jahre durch halb Europa, \u00fcber M\u00fcnchen, Augsburg und Schwetzingen den Rhein hinauf bis nach Br\u00fcssel und Paris, von dort nach London und \u00fcber Frankreich und die Schweiz wieder zur\u00fcck nach Salzburg. Sie er\u00f6ffnete ihm selbst und den Kindern Horizonte, die weit \u00fcber die Kircht\u00fcrme von Salzburg hinausreichten. Anders als bei einer Grand Tour mussten die Mozarts das Geld, das eine solche Reise kostete, selbst erwirtschaften. Mit den Konzerten, die die Kinder vor den Augen und Ohren einer staunenden \u00d6ffentlichkeit gaben, war das freilich leicht, wenn auch nicht ohne organisatorische M\u00fchen, zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Schon immer hatte Leopold Mozart danach gestrebt, \u00fcber den Tellerrand seiner kleinen, engen Welt in Salzburg hinauszublicken. Sein Interesse an dem Gedankengut der Aufkl\u00e4rung, wie es sich in seiner <em>Violinschule<\/em> artikulierte, war im streng katholischen Erzbistum Salzburg, wo seit der Vertreibung der Protestanten 1731\/32 keine Andersgl\u00e4ubigen mehr lebten, keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Dennoch suchte sich Leopold Mozart auch dort M\u00f6glichkeiten, sich die einschl\u00e4gigen B\u00fccher und Zeitschriften zu besorgen. Sein Augsburger Verleger und Freund Johann Jakob Lotter, selbst Protestant, nahm seine Bestellungen auf und schickte ihm, was er haben wollte. In Anbetracht der Tatsache, dass die konfessionelle Grenze im Heiligen R\u00f6mischen Reich Deutscher Nation auch eine Kulturgrenze darstellte, die selten \u00fcberwunden wurde, dass die Schriften der Aufkl\u00e4rung im katholischen S\u00fcden wenig Interesse fanden, dass der Sprachenstreit zwischen Lutherdeutsch und Jesuitendeutsch bis in Leopold Mozarts Lebenszeit hineinreichte, ist es mehr als verwunderlich, wie gezielt Leopold Mozart seine Freunde bei den Protestanten suchte \u2013 nicht nur in seiner bikonfessionellen Heimatstadt Augsburg, sondern vor allem in Mitteldeutschland, wo er mit Geistesgr\u00f6\u00dfen wie Christian F\u00fcrchtegott Gellert oder Lorenz Mizler Kontakte pflegte, Christoph Martin Wielands Weimarer <em>Teutschen Merkur<\/em> las, Johann Christoph Gottscheds B\u00fccher kaufte.<\/p>\n<p>Dabei haben Fragen der Religion und insbesondere der Konfession Leopold Mozart sein gesamtes Leben lang begleitet. Leopold Mozart war ein gefestigter Katholik, der an seinem Glauben auch dann nicht zweifelte, wenn er die Ausw\u00fcchse katholischen Schlendrians kritisierte. \u00dcber Andersgl\u00e4ubige verlor er in seinen Briefen allerdings nie ein b\u00f6ses Wort. Auf seinen Reisen staunte er immer wieder \u00fcber die konfessionelle Vielfalt und ihre Auswirkungen. Aus Schwetzingen, der Sommerresidenz des pf\u00e4lzischen Kurf\u00fcrstenpaares, schrieb er nach Salzburg:<\/p>\n<p><em>\u201e19. Juli 1763. wir sind nun wirklich immer in orten, wo 4 Religionen sind. n\u00e4mlich Catholisch, Lutherisch, Calvinisch, und Juden. Schwetzingen ist ausser der Menge der Hofleute meist Calvinisch; Es ist nur ein Dorf, hat 3 Kirchen, eine Catholische, lutherische und Calvinische: und so ist es durch die ganze Pfalz. Merkw\u00fcrdig ist, da\u00df wir von Wasserburg aus bis itzt kein Weichbrunnkr\u00fcgl nimmer in unserm zimmer hatten. denn wenn die \u00d6rter gleich Catholisch sind, so bleiben derley sachen doch schon weg, weil viele Lutherische fremde auch durchreisen. und\u00a0 folglich sind die zimmer schon so eingericht, da\u00df alle Religionen darinn wohnen k\u00f6nnten. Man sieht auch in den Schlafgem\u00e4chern selten etwas anders als ein paar Landschaften oder das Portrait eines alten Kaysers etc: gar selten ein Crucifix. die fastenspeisen bekommt man sehr hart, sie machen solche auch sehr schlecht denn alles frisst fleisch; und wer weis was sie uns gegeben haben. Basta! Wir haben keine schuld! unser gastgeb hier ein Calvinist. gut, da\u00df es nicht lange dauert.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Als er dann rheinabw\u00e4rts nach Mainz kam und dem Mainzer Kurf\u00fcrsten und Erzbischof die Gr\u00fc\u00dfe seines Salzburger Amtskollegen \u00fcberbrachte, und sp\u00e4ter dann nach Koblenz, war er \u00fcber die Nachl\u00e4ssigkeit erstaunt, mit der die Mainzer ihren Glauben lebten:<\/p>\n<p><em>\u201e26. September 1763. Ja ich mu\u00df sagen, da\u00df ich in der That mich sehr gewundert \u00fcber die Lauigkeit, und schmutzige, nachl\u00e4ssige und recht b\u00e4uerische Art, mit welcher die Kirchen Ceremonien in Maynz und Coblenz gehalten werden. Es ist kein Wunder, wenn es den Lutheranern, Kalvinisten und Juden, mit denen diese gegenden angef\u00fcllt sind, mehr zur \u00c4rgerni\u00df als zur Auferbauung dienet. In Maynz und Coblenz selbst sind zwar keine Lutheraner, noch Calvinisten: aber destomehr Juden, Sie kommen aber genugsam dahin, ihrer Verrichtungen halber, und es ist nur der Umstand, da\u00df Sie alda nicht ans\u00e4ssig sind; weil in den gegenden die meisten \u00d6rter aus Menschen von 4. auch 5.erley Religionen bestehen, mit einem Worte! unser Hof ist wirklich ein zweyter R\u00f6mischer Hof, und unser gn\u00e4digster Erzbischof ein anderer Pabst.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Das Nebeneinander der Konfessionen wurde nicht weniger, je weiter sich die Mozarts von Salzburg entfernten. Vor allem in London ging es diesbez\u00fcglich hoch her. Leopold Mozart f\u00fchrte viele Gespr\u00e4che \u00fcber Religion mit zahlreichen Menschen aus unterschiedlichen L\u00e4ndern, und er sah sich, mit gespielter Verzweiflung, schon als Missionar f\u00fcr den katholischen Glauben in London. Inzwischen hatte sich seine Verwunderung \u00fcber die vielen unterschiedlichen Konfessionen und ihre so unterschiedlichen Gebr\u00e4uche etwas gelegt. Aber eine Taufe, bei der er Gast war, weil seine Frau als Patin gebeten wurde, schien ihm denn doch der Erw\u00e4hnung wert:<\/p>\n<p><em>\u201e19.3.1765. Die Merckw\u00fcrdigkeit dieser taufe besteht darin, dass der Vater des Kindes gar keine Religion hat, und seine gr\u00fcnde nur darinne bestehen, dass man Gott anbethen, ihm und seinen Nebenmenschen lieben und ein ehrlicher Mann seyn m\u00fcsse. Die Mutter, die gegenw\u00e4rtig war, ist eine Calvinistin, und h\u00e4lt ihre Religion noch so ziemlich. Der Herr Gevatter ist lutherisch, und die Jungfrau Gevatterin Calvinisch, meine Frau als die 2. Weibliche Gevatterin eine gut catholische Salzburgerin, und der Herr Pastor, der hier Minister genennet wird, ist englischer Religion. Wie gef\u00e4llt Ihnen diese Tauf Compagnie? F\u00fcr uns Catholischen war bey der Tauf selbst nichts ungew\u00f6hnliches; denn der Glaub in Gott, und das Vatter unser, so hier gebethet wurde ist nach der englischen Kirche von Wort zu Wort, wie bey uns. Aber die Lutheraner und Calvinistin musten etwas ihnen ungew\u00f6hnliches mitmachen, n\u00e4mlich mit uns allen niederknien, dann in der englischen Kirche wird kniend gebethet. War es nicht schade, da\u00df nicht auch noch ein Jude, wenigst in der Compagnie war?\u201c<\/em><\/p>\n<p>Dass aber die Religions\u00fcbung in katholischen Landen ernsthafter und besser sei, konnte Leopold Mozart denn auch nicht feststellen. In Mailand, wo er sich mit seinem Sohn Anfang 1770 aufhielt, gefielen ihm weder die Gottesdienste noch der Umgang mit dem Beginn der Fastenzeit. An seine Frau in Salzburg schrieb er:<\/p>\n<p><em>\u201e10. Februar 1770. du must dir nicht einbilden, da\u00df ich dir eine Beschreibung der hiesigen Andachten machen werde; ich k\u00f6nnte es f\u00fcr \u00c4rgerni\u00df nicht thun: alles bestehet in der Musik, und im kirchen aufputz, das \u00fcbrige ist alles die abscheulichste Ausgelassenheit.\u201c \u2026 \u201eSe : Ex: Gr: Firmian wollen in der ersten fastenwoche eine grosse Accademie f\u00fcr die Damen in seinem Hause geben: und es sind noch andere Sachen auszumachen. Hier isst man morgen und donnerstags noch fleisch, alle tag ist opera und Ball, und am Samstag der Letzte. dieses ist nach der Ambrosianischen Kirchen Ordnung, und so lebt die ganze Statt. In den Cl\u00f6stern aber h\u00e4lt man die R\u00f6mischen Gebr\u00e4uche, und f\u00e4ngt die fasten am Aschermitwoche an. Es lauffen aber am Ascher Mittwoche und donnerstage alle Geistl: aus den Kl\u00f6stern zu ihren bekannten in die Statt und laden sich zum fleischessen ein. wie gef\u00e4llt es? \u00f2, mit der zeit werde dir hundert dergleichen sch\u00f6ne sachen erzehlen, die gar nicht auferb\u00e4ulich sondern h\u00f6chst \u00e4rgerlich sind.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Am schlimmsten aber war es in Neapel \u2013 eine wundersch\u00f6ne Stadt mit bl\u00fchenden Landschaften in der Umgebung, wenn nur das \u201egottlose Volk\u201c nicht gewesen w\u00e4re:<\/p>\n<p><em>\u201e9. Juni 1770. \u201edie Lage dieser Statt gef\u00e4llt mir t\u00e4glich besser, und die Statt \u00fcberhaupts ist nicht \u00fcbl; wenn das Volk nicht so gottlo\u00df und auch gewisse Leute nicht so dumm w\u00e4ren, die sich es sonst nicht einfallen lassen, da\u00df sie dumm sind. und der Aberglauben! \u2013 \u2013 dieser ist hier so eingewurzelt, da\u00df ich sicher sagen darf, da\u00df hier eine v\u00f6llige Ketzere\u00ff eingerissen, die man mit gleichgiltigen Augen ansiehet. [\u2026] <\/em><\/p>\n<p><em>Den erschrecklichen aberglauben und die Menge der gottlosisten abg\u00f6ttere\u00ffen, so das hiesige Volk hat, k\u00f6nnte dir hier in k\u00fcrze nicht beschreiben. [&#8230;] du must aber nicht unter dem Volk die Lazaroni allein verstehen, nein! auch Leute von distinction sind voll des aberglaubens. ich werde dir genug zu erzehlen wissen. und es ist eben nichts kleines, wenn du h\u00f6rest, da\u00df iemand zu Gott rufft; Gott wolle den heil: Januarium bitten, da\u00df er dem Menschen in diesem oder jenem zufall helfen solle.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Dass den Musiker Leopold Mozart die Fragen des Glaubens zeit seines Lebens so umtrieben, dass er kaum zu bremsen war, wenn er sich \u00fcber Fragen der Religions\u00fcbung, der Fastenspeisen oder des Aberglaubens ereifern konnte, mag mit seiner fr\u00fchen Erziehung zusammenh\u00e4ngen. Leopold Mozart, im November 1719 in Augsburg geboren, war der \u00e4lteste Sohn eines Buchbinders, der ihm gro\u00dfe Bildungschancen er\u00f6ffnete, indem er ihn in die Obhut der Jesuiten gab. Auf dem Augsburger Jesuitengymnasium St. Salvator lernte Leopold Mozart Latein und Griechisch, Grammatik und Rhetorik, Geografie und Mathematik. Und er machte in den sechs Jahren seiner Gymnasialzeit eine Karriere als Theaters\u00e4nger. Denn die Jesuiten f\u00fchrten jeweils am Ende der Schulzeit ein Theaterst\u00fcck auf, in dem die Sch\u00fcler der \u00d6ffentlichkeit ihre Fortschritte im Deklamieren oder Musizieren vorstellen konnten, und Leopold Mozart trat schon, bevor er in die Schule kam, mit knapp f\u00fcnf Jahren in einer kleinen Statistenrolle dort auf. Am Ende seiner Schulzeit brillierte er in einer musikalischen Hauptrolle. Dennoch begann er danach nicht etwa eine Musikerlaufbahn, sondern ein Studium im Jesuitenseminar.<\/p>\n<p>Was m\u00f6gen sein Vater und seine Lehrer mit diesem begabten Jungen vorgehabt haben? Einiges deutet darauf hin, dass es die Priesterlaufbahn war, die von ihm erwartet wurde \u2013 nichts Ungew\u00f6hnliches in einer Zeit, in der die Kirche zu den wichtigsten Arbeitgebern gerade f\u00fcr diejenigen geh\u00f6rte, die nicht mit einem goldenen oder auch nur silbernen L\u00f6ffel im Mund geboren worden waren. Wenn man denn bereit war, ihre Regeln zu akzeptieren \u2013 und zu diesen geh\u00f6rte, allem voran, die Ehelosigkeit, mehr noch als der unbedingte Gehorsam. Die Heerschar von Abb\u00e9s, die irgendwann die Niederen Weihen erlangt hatten, ohne danach Priester zu werden, verdiente sich vor allem als Hauslehrer und Ratgeber, Sekret\u00e4r oder Schriftsteller, Dichter oder Komponist den Lebensunterhalt. Sehr fromm scheint es dabei nicht immer zugegangen zu sein \u2013 auch Giacomo Casanova und Lorenzo Da Ponte, die beiden legend\u00e4ren Abenteurer und Frauenhelden, letzterer dar\u00fcber hinaus Wolfgang Mozarts wichtigster Librettist, hatten ihre Laufbahn als Abb\u00e9 begonnen.<\/p>\n<p>Doch es scheint, als habe Leopold Mozart schon fr\u00fch gewusst, dass er nicht zum Geistlichen geboren war. Bevor er freilich diese Diskussionen mit seinem Vater f\u00fchren konnte, starb dieser Anfang 1736, und es dauerte nicht lange, bis Leopold Mozart Anfang August um seine Entlassung aus dem Seminar bat. Wir kennen die Gr\u00fcnde daf\u00fcr nicht. Es m\u00f6gen wirtschaftliche gewesen sein. Obwohl die Jesuiten von ihren Z\u00f6glingen kein Schulgeld verlangten, k\u00f6nnte doch Leopolds Arbeitskraft in der Buchbinderwerkstatt des Vaters nun gefehlt haben. Oder vielleicht erh\u00f6hten seine Lehrer den Druck auf den Sechzehnj\u00e4hrigen, Priester zu werden? So zumindest verrieten es Leopolds Schulkameraden seinem Sohn, als dieser 1777 auf dem Weg nach Mannheim und Paris in Augsburg Station machte und sich von den alten Bekannten des Vaters so manche Geschichte aus dessen Jugendzeit erz\u00e4hlen lie\u00df. Und nur so lie\u00dfe sich auch der Wortschwall erkl\u00e4ren, mit dem Leopold Mozart 30 Jahre nach seinem Abgang aus dem Seminar in einem Brief aus Paris an seinen Freund Lorenz Hagenauer in Salzburg von einem Menschen berichtete, den die allzu fr\u00fche Entscheidung, Priester zu werden, ungl\u00fccklich gemacht hatte.<\/p>\n<p><em>\u201e16. Mai 1766. wir haben einen Salzburger in Amsterdam getroffen, welcher wegen gewissen Umst\u00e4nden calvinisch geworden. Ich w\u00fcnschte nichts mehrers, als ihn wieder auf einen bessern weg zu bringen\u2026. Grosser Gott! mit was f\u00fcr einer Verwirrung verlie\u00df er uns! das bitterste weinen verhinderte ihn zu sprechen. Wie viele unruhige und Gedancken volle Stunden verursachte mir nicht dieser Mensch! Die\u00df sind die Fr\u00fcchten, wenn man die Jugend zu der Erw\u00e4hlung eines Standes beredet, die wieder ihren Beruff sind. Betr\u00fcbte Folgen! \u2013 Ich bin durch so viele Beyspiele die ich auf meinen Reisen erfahren in meiner iederzeit gefasten Meinung best\u00e4ttigt worden, da\u00df es sehr \u00fcbl, ja recht Seelenverk\u00e4ufferisch gehandlet ist, junge leute vor ihren 25.ten Jahr zur ablegung eines Ordensgel\u00fcbt zu lassen\u2026.. O ich kenne viele, die im ledigen Stande sind; die gar die Religion nicht ver\u00e4ndert haben, und die \u00fcberhaupts eine h\u00f6chst auferbauliche Lebensart f\u00fchren\u2026. Nehmen sie mir meinen Eyfer nicht \u00fcb:; ich liebe die Menschen und ihre Ruhe: und mein Herz ist beklemmet, wenn ich einen Menschen sehe, der auf seine ganze Lebenszeit soll elend und geplagt seyn, und noch \u00fcberda\u00df eine ungl\u00fcckselige Ewigkeit zu erwarten hat.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auch das Seelenheil seines Sohnes lag Leopold Mozart immer am Herzen. M\u00f6glicherweise verzichtete er auf der gro\u00dfen Wunderkindreise auch auf eine Weiterfahrt nach Norden und Osten, nach D\u00e4nemark und Russland, weil ihm die Gefahr, dort seine Religion vielleicht nicht mehr leben zu k\u00f6nnen, zu gro\u00df wurde. Zwar begr\u00fcndete er den Verzicht auf diese L\u00e4nder mit Dunkelheit und K\u00e4lte, die dort herrschten, doch d\u00fcrfte auch die konfessionelle Verwirrung, der er seine Familie dort ausgesetzt h\u00e4tte, ein wichtiges Argument gewesen sein. Von Psalmen und Gebetb\u00fcchern, von der Beichte und gef\u00e4hrlichen Freigeistern war auch die Rede, als Wolfgang Mozart mit seiner Mutter allein und ohne die Obhut des Vaters, im Herbst 1777 auf demselben Weg in Richtung Paris aufbrach, den die Familie auf der Wunderkindreise vierzehn Jahre zuvor schon einmal genommen hatte.<\/p>\n<p>Im Oktober 1777, als Leopold Mozart seinem Sohn zum Namenstag gratulierte, war die Welt der Mozarts, das Verh\u00e4ltnis von Vater und Sohn, noch intakt. Das aber sollte sich bald \u00e4ndern. Denn es bewahrheitete sich, was Leopold Mozart schon immer gewusst hatte: Dieser so \u00fcberirdisch begabte Sohn war lebensunt\u00fcchtig, was die praktischen Dinge des Daseins angingen. Denn eines hatte Leopold Mozart seinem Sohn nicht beigebracht \u2013 sich selbst zu organisieren, Situationen und Menschen richtig einzusch\u00e4tzen, mit Geld umzugehen. Solange Wolfgang seiner F\u00fcrsorge bedurfte, st\u00f6rte der Vater sich nicht gro\u00df an diesen Defiziten, die er sehr wohl bemerkte. In den Briefen von der italienischen Reise 1770 findet sich manche spitze Bemerkung \u00fcber Wolfgangs Umgang mit den praktischen Dingen des Lebens. So entschuldigte sich Leopold Mozart bei seiner Frau in Salzburg daf\u00fcr, dass er nicht alle Briefe beantwortet habe.<\/p>\n<p><em>\u201edu weist, wie es auf Reisen gehet, sonderheit: da ich Herr, Diener und alles bin.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Und als Leopold Mozart sp\u00e4ter im Juli desselben Jahres wegen einer Verletzung am Bein l\u00e4nger das Bett h\u00fcten musste, wurde er in seinen Briefen deutlicher:<\/p>\n<p><em>\u201eStelle dir einmahl unsre Hauswirtschaft vor, wenn ich nicht von der Stelle kann; du weist was der Wolfg: ist.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Jahrelang blieb es bei sp\u00f6ttischen Bemerkungen dieser Art. Zum Konflikt kam es erst, als Wolfgang Ende 1777 zu der gro\u00dfen Reise nach Mannheim und Paris aufbrach, als Leopold Mozart von seinem Dienstherrn, dem Erzbischof Colloredo keinen Urlaub erhielt, seinen Sohn also nicht begleiten konnte und von Salzburg aus immer dr\u00e4ngendere, immer w\u00fctendere Briefe schrieb, um den Sohn zur Vernunft zu bringen, der auf dieser Reise gerade begann, die unvern\u00fcnftigen Seiten des Daseins zu entdecken \u2013 darunter einen ganzen Flor junger Damen, eine M\u00fcnchner Schauspielerin, seine Augsburger Kusine Maria Anna Thekla, das ber\u00fchmte B\u00e4sle, mit dem er schl\u00fcpfrige Briefe austauschte, die musikbegabte Tochter des Mannheimer Konzertmeisters Rose Cannabich und die junge Mannheimer S\u00e4ngerin Aloysia Weber.<\/p>\n<p>Zum ersten Mal war Wolfgang ohne Aufsicht, ohne die Organisation, aber auch ohne die Kontrolle seines Vaters auf Reisen, nur mit der wohlmeinenden und unendlich geduldigen Mutter, und das Ergebnis dieser Reise war ein Desaster \u2013 finanziell, menschlich, karrieretechnisch. Leopold Mozart, der seinem Sohn zwanzig Jahre lang jeden Wunsch von den Augen abgelesen, jeden Stein aus dem Weg ger\u00e4umt und sein Leben in den Dienst dieses Sohnes gestellt hatte, konnte sich nicht damit abfinden, ihn aus seiner Obhut zu entlassen und seinen eigenen Weg gehen zu lassen. So weit, so normal. Ein typischer Generationenkonflikt eben. Von Luftschl\u00f6ssern ist die Rede in den Briefen, wenn Wolfgang Mozart von einem Leben als fahrender Opernkomponist in Italien tr\u00e4umt, von Verantwortungslosigkeit, wenn er den Sohn ermahnt, nicht nur ans Vergn\u00fcgen, sondern auch ans Geldverdienen zu denken:<\/p>\n<p><em>\u201e24. November 1777. So eine Reise ist kein Spa\u00df, das hast du noch nicht erfahren, man mu\u00df andere wichtigere Gedanken im Kopf haben, als Narrenspossen, man mu\u00df hundert sachen vorauszusehen bem\u00fchet se\u00ffn, sonst sitzt man auf einmahl im dreck, ohne Geld, \u2013 \u2013 und wo kein Geld ist, \u2013 ist auch kein freund mehr, und wenn du hundert Lecktionen umsonst giebts, Sonaten Componierst, und alle N\u00e4chte, statt wichtigern dingen, von 10 uhr bis 12 uhr Saureien machst.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Fast flehentlich appellierte der Vater an bessere Zeiten. So schrieb er am 11. Februar 1778:<\/p>\n<p><em>\u201eGrosser g\u00fctiger Gott, die f\u00fcr mich vergn\u00fcgten Augenblicke sind vorbe\u00ff, wo du als Kind, und Knab nicht schlaffen giengst ohne auf dem Sessl stehend mir das oragnia figatafa vorzusingen, mich \u00f6fters und am Ende auf das Nasenspitzl zu k\u00fcssen, und mir zu sagen, da\u00df, wenn ich alt seyn werde, du mich in einem Kapsel, wo ein Gla\u00df vor, vor aller Luft bewahren wollest, um mich immer be\u00ff dir, und in Ehren zu halten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Sohn aber antwortete postwendend eine Woche sp\u00e4ter:<\/p>\n<p><em>\u201eDie Zeiten wo ich ihnen auf den Sessel stehend das oragna fiagata f\u00e0 sang, und sie am Ende auf das Nasenspizl k\u00fcste, sind fre\u00fflich vorbe\u00ff, aber hat dessentwegen meine Ehrfurcht, liebe und gehorsamm gegen sie abgenommen? \u2013 \u2013 mehr sage ich nicht.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Graben, der sich zwischen Vater und Sohn auf der Parisreise auftat, lie\u00df sich nicht mehr zusch\u00fctten. Zwar kehrte Wolfgang Mozart Ende 1778 nach Salzburg zur\u00fcck, zwar integrierte er sich dort als Mitglied der Hofmusik in das Leben in der Stadt, doch nutzte er die erste sich bietende Gelegenheit, dem verhassten Salzburg den R\u00fccken zu kehren. Von nun an verstand der Vater den Sohn nicht mehr, und der Sohn h\u00f6rte nicht mehr auf seine Vorhaltungen. Die letzten sechs Jahre im Verh\u00e4ltnis von Leopold und Wolfgang Mozart waren nichts als eine Qual. Zwar gingen pflichtschuldig noch einige Briefe zwischen Wien und Salzburg hin und her, doch von der gegenseitigen Achtung, von der Bewunderung des Vaters f\u00fcr die Begabung des Sohnes, von der M\u00f6glichkeit auch, sich wenn schon nicht in den Dingen des Lebens, so doch im Reden \u00fcber Musik in der alten Gemeinsamkeit und Vertrautheit wieder zu finden wie etwa zuletzt in den Briefen \u00fcber <em>Idomeneo<\/em>, konnte keine Rede mehr sein.<\/p>\n<p>Um also ein bekanntes Wort von Loriot abzuwandeln: V\u00e4ter und S\u00f6hne passen einfach nicht zusammen. Die Weltgeschichte ist voll von V\u00e4tern, die ihre S\u00f6hne beseitigen lassen, von S\u00f6hnen, die ihre V\u00e4ter vom Thron sto\u00dfen. Und auch die Weltliteratur kennt Vater-Sohn-Konflikte zu Hauf. Die lange Liste reicht vom Alten Testament \u00fcber die griechische Trag\u00f6die, \u00fcber Shakespeare und Schiller bis hin zu Siegfried Lenz\u2018 <em>Deutschstunde<\/em>. Und selbst noch in den Science-Fantasy-Filmen der <em>Star-Wars<\/em>-Reihe wird das Ringen zwischen dunkler und heller Seite der Macht als Konflikt zwischen dem d\u00fcsteren Darth Vader und seinem Sohn, der Lichtgestalt Luke Skywalker ausgetragen.<\/p>\n<p>Die schmerzhaften Auseinandersetzungen, die gegenseitigen Verletzungen, die Geh\u00e4ssigkeiten und die bleierne Sprachlosigkeit, die das Verh\u00e4ltnis von Leopold und Wolfgang in den letzten Jahren bis zum Tod des Vaters im Mai 1787 vergifteten, hat Franz Xaver Mozart mit seinem Vater nicht erleben m\u00fcssen \u2013 oder erleben k\u00f6nnen. Geboren Ende Juli 1791, war er gerade einmal vier Monate alt, als Wolfgang Mozart starb. Ein \u201ewahrhaft sorgf\u00e4ltiger Vatter\u201c konnte dieser f\u00fcr den j\u00fcngsten Sohn nicht werden. Ja, es ist nicht einmal sicher, ob \u00fcberhaupt er der biologische Vater war oder nicht vielleicht Franz Xaver S\u00fc\u00dfmayr, der in dieser Zeit Constanze Mozart zu ihren Kuren nach Baden begleitete. Dieses Ger\u00fccht kam fr\u00fch auf und h\u00e4lt sich bis heute. Wolfgang Hildesheimer war sich nicht zu schade, genau nachzurechnen und den Geburtstermin mit Wolfgang Mozarts Reise im Herbst 1790 in Beziehung zu setzen, von der dieser erst so sp\u00e4t, Anfang November 1790, zur\u00fcckkehrte, dass das Kind 17 Tage zu fr\u00fch h\u00e4tte geboren werden m\u00fcssen, um Wolfgangs Kind und damit ein Produkt der Wiedersehensfreude h\u00e4tte sein zu k\u00f6nnen. Wir werden dieses R\u00e4tsel nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Tatsache aber ist, dass dieser Franz Xaver irgendwann von seiner Mutter nur noch Wolfgang Amadeus genannt wurde und von klein auf an zum musikalischen Erben seines Vaters erzogen wurde. Und obwohl er selbst eine sorgf\u00e4ltige musikalische Ausbildung von so namhaften Lehrern wie Johann Nepomuk Hummel, Antonio Salieri und Sigismund von Neukomm erhielt und sich zu einem achtbaren Komponisten entwickelte, lastete der Ruhm des Vaters zeitlebens auf ihm. Was f\u00fcr seinen Gro\u00dfvater gilt, sollte freilich auch ihm nicht verwehrt werden: Wir sollten sie als Pers\u00f6nlichkeiten eigenen Rechts wahrnehmen, und nicht nur als Vater seines Sohnes oder als Sohn seines Vaters. Der Vergleich mit Mozart \u2013 und damit ist nat\u00fcrlich immer Wolfgang Mozart gemeint \u2013 kann f\u00fcr niemanden gut ausgehen. Und ebenso wie Leopold Mozart verdient, auch ohne seinen Sohn wahrgenommen zu werden, hat auch Franz Xaver Mozart dies verdient, und das wollen wir uns jetzt, am Ende des Vortrags, anh\u00f6ren mit der Grande Sonate f\u00fcr Violoncello und Klavier, die 1820 gedruckt wurde, aber um 1815 schon entstanden war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Musik, die gerade vor dem Beginn des Vortrags erklang, stammt aus der Feder eines Komponisten, von dem wir heute nicht mehr viel w\u00fcssten, wenn er nicht der Vater seines Sohnes gewesen w\u00e4re. Und das, obwohl er laut eigenem Bekunden hunderte von Werken geschrieben hatte. 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