{"id":32291,"date":"2023-07-17T14:35:20","date_gmt":"2023-07-17T12:35:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=islam-reihe-iii"},"modified":"2025-04-23T10:08:37","modified_gmt":"2025-04-23T08:08:37","slug":"der-mensch-ist-wahrlich-ein-verlierer-sure-103-vers-2-grundzuege-koranischer-anthropologie","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/der-mensch-ist-wahrlich-ein-verlierer-sure-103-vers-2-grundzuege-koranischer-anthropologie\/","title":{"rendered":"&#8222;Der Mensch ist wahrlich ein Verlierer!&#8220; (Sure 103, Vers 2)"},"content":{"rendered":"<p>Die koranische Feststellung, der Mensch sei ein Verlierer, klingt fatal. Ratlose Fragen dr\u00e4ngen sich infolge dieser wie eine Verurteilung im Raum der koranischen Offenbarung hallenden Aussage auf: In welchem Sinn ist der Mensch ein Verlierer? In der Regel verliert man im Handel, im Wettbewerb, im Spiel; welche Art von Verlust wird hier gemeint? Geht es um materiellen oder immateriellen Verlust? Wann tritt ein solcher Verlust auf: schon im Diesseits oder erst im Jenseits? Kann der drohende Verlust abgewendet werden, und wenn ja: wie? Kann es daf\u00fcr Entsch\u00e4digung geben, und wenn ja, wann und in welcher Form?<\/p>\n<p>Die Aussage entstammt der kurzen, nur aus drei Versen bestehenden Sure 103, <em>Al-<\/em><em>\u1d9c<\/em><em>A<\/em><em>\u1e63<\/em><em>r<\/em>:<\/p>\n<p>1 Beim Nachmittag [oder: Bei der Generation bzw. Epoche]!<\/p>\n<p>2 Der Mensch ist wahrlich ein Verlierer,<\/p>\n<p>3 nur die nicht, die glauben und gute Werke tun, einander zur Wahrhaftigkeit anspornen und zur Geduld anspornen.<\/p>\n<p>Die ersten zwei Verse sind kurz und geh\u00f6ren offensichtlich zusammen; der dritte Vers ist etwa doppelt so lang wie die beiden ersten Verse zusammen und ist mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit eine sp\u00e4tere Erg\u00e4nzung. Die Sure beginnt mit einem Schwur, dessen Gegenstand <em>al-<\/em><em>\u1d9c<\/em><em>a<\/em><em>\u1e63<\/em><em>r<\/em> eine Zeitangabe ist, die entweder \u201eNachmittag\u201c oder \u201eGeneration, die Epoche\u201c bedeutet. In 29 Suren, die meisten von ihnen geh\u00f6ren ebenso wie Sure 103 zur fr\u00fchmekkanischen Phase der Verk\u00fcndigung, werden solche Schw\u00fcre eingesetzt, um darauffolgenden \u00c4u\u00dferungen Nachdruck zu verleihen. Am h\u00e4ufigsten wird bei Naturph\u00e4nomenen und Zeiten, aber auch bei bestimmten Orten geschworen.<\/p>\n<p>Die Forschung vermutet, dass diese \u2013 in der Bibel unbekannte \u2013 rhetorische Ausdruckweise im Koran in Anlehnung an feierlichen Eidformeln vorislamischer arabischer Wahrsager (<em>kuhh\u0101n<\/em>) zur Einleitung ihrer Orakelspr\u00fcche verwendet wird. Auch in der vormodernen islamischen Korangelehrsamkeit werden die koranischen Schw\u00fcre als Imitation vorislamisch-arabischen Sprachgebrauchs bezeichnet, ein weiteres Indiz f\u00fcr die Selbstverankerung des Korans in seinem arabischen sprachlichen und geistigen Kontext.<\/p>\n<p>Mit dem Schwur bei der Zeitangabe <em>al-<\/em><em>\u02bf<\/em><em>a<\/em><em>\u1e63<\/em><em>r<\/em> im Sinne des Nachmittags oder der Generation bzw. Epoche wird also die Feststellung, der Mensch sei wahrlich ein Verlierer, bekr\u00e4ftigt. Die Doppeldeutigkeit des Schwurgegenstands ist in unserem Zusammenhang weniger relevant als die Tatsache, dass der Verliererstatus des Menschen allgemein durch einen Schwur bei einer Periode, d.h. bei einer die Zeit betreffenden Angabe, best\u00e4tigt wird. Damit wird eine weitere bedeutende Seite des vorislamisch-arabischen Hintergrunds des Korans erschlossen. Denn dort herrschte die \u00dcberzeugung vor, der Mensch sei unter der umfassenden Herrschaft der schicksalhaften Zeit verloren, ihrer Macht k\u00f6nne kein Mensch entrinnen.<\/p>\n<p>Der altarabischen Auffassung zufolge bewirkt die endlose Zeit durch die unaufhaltsame Wiederkehr der Perioden die Zerst\u00f6rung von Wohnst\u00e4tten und weiteren Werken menschlicher Zivilisation und bringt den Menschen Unheil und b\u00f6se \u00dcberraschungen, vor allem den Tod. Es ist allein die Zeit, die die Menschen in diesem einzigen Leben zugrunde richtet; ein anderes existiert nicht, wie die im Koran rezipierten Araber behaupteten (Q 45:24):<\/p>\n<p>Sie [die Araber] sagen: \u201eEs gibt nichts anderes als unser Leben hier in dieser Welt. Wir sterben, und wir leben. Es ist allein die Zeit, die uns zugrunde richtet.\u201c Doch haben sie kein Wissen dar\u00fcber, sie gehen allein Vermutungen nach. (\u00dcbersetzung von Hartmut Bobzin)<\/p>\n<p>Mit dieser und \u00e4hnlichen \u00dcberzeugungen musste sich die koranische Verk\u00fcndigung auseinandersetzen, um f\u00fcr ihre neuen Inhalte notwendigen Raum zu schaffen und sie den Adressaten \u00fcberzeugend zu vermitteln. Vor diesem Hintergrund gilt das hermeneutische Prinzip, dass Vieles von dem, was der Koran lehrt, in Interaktion mit seinem vorislamisch-arabischen Kontext entwickelt worden ist und deshalb ohne Ber\u00fccksichtigung dieses Kontexts nicht begriffen werden kann. In besonderer Weise betrifft dies die koranische Auffassung vom Menschen, dessen Leben und Schicksal im Mittelpunkt der Betrachtung sowohl in der vorislamisch-arabischen Poesie wie auch im Koran steht. Aus diesem Grund betrachten wir im Folgenden kurz das Menschenbild in jener Dichtung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das Menschenbild<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den vor ihrer Verschriftlichung ab der zweiten H\u00e4lfte des achten Jahrhunderts nur m\u00fcndlich \u00fcberlieferten Versen und Gedichten wird, soweit ich sehen kann, nicht \u00fcber den Ursprung des Menschen reflektiert. Die wenig spekulativen Dichter richteten das Augenmerk eher auf die Wirklichkeit, auf die Realit\u00e4t menschlichen Lebens, das ohnehin in der arabischen W\u00fcste des sechsten und siebten Jahrhunderts generell nicht gerade leicht war. Zu den \u00fcblichen Unannehmlichkeiten z\u00e4hlten die Wanderung auf der Suche nach Wasser und Nahrung f\u00fcr Mensch und Tier, der dadurch verursachte Bruch menschlicher Beziehungen sowie die Ver\u00f6dung verlassener Wohnst\u00e4tten. Die verborgene Macht der endlosen Zeit, <em>ad-dahr<\/em>, wurde daf\u00fcr sowie f\u00fcr die Wechself\u00e4lle des Lebens verantwortlich gemacht. Da dagegen der Mensch nichts unternehmen kann, resultiert daraus eine Haltung von Resignation, Hedonismus und Fatalismus. Denn alles im Leben l\u00e4uft innerhalb dieser perpetuierenden Perioden ab, und das Leben endet mit dem Tod, dessen Termin vorbestimmt ist. So ist die <em>conditio humana<\/em> beschaffen; dem schicksalhaften Diktat der Zeit sind alle Menschen unterworfen, die Fr\u00fcheren wie die Sp\u00e4teren, eine Ausnahme gibt es nicht.<\/p>\n<p>Der Koran h\u00e4lt mit Nachdruck dagegen, indem er die Endlichkeit der Zeit betont: Ebenso wie Gott die Welt samt Zeit schuf, wird er sie am J\u00fcngsten Tag beenden, der im Koran auch \u201eder Letzte Tag\u201c, <em>al-yaum al-\u0101<\/em><em>\u1e2b<\/em><em>ir<\/em>, hei\u00dft und mithin das Ende diesseitiger Zeit bedeutet. Der Koran wird au\u00dferdem nicht m\u00fcde zu betonen, dass keine andere Macht au\u00dfer Gott uneingeschr\u00e4nkt \u00fcber die Entstehung, den Werdegang und das Schicksal eines jeden Menschen im Diesseits und Jenseits verf\u00fcgt. Die Zeit verliert im Koran ihre Unendlichkeit und ihre Bestimmungsgewalt \u00fcber die Menschen; sie wird zu Zeitabschnitten: Tagen, N\u00e4chten, Tageszeiten, Monaten und Jahren fragmentiert. Deren Wechsel wird stets unmittelbar von Gott bewirkt, ihre immer wiederkehrenden Perioden dienen als Zeichen der g\u00f6ttlichen Macht.<\/p>\n<p>Auf diesen geistigen Zusammenhang wird bei der Entfaltung des koranischen Menschenbildes bezuggenommen. Bei einer Periode, die im Sinne der Generation auf das Menschenleben hinweist, im Sinne des Nachmittags als Gebetszeit fungiert und inzwischen eine der t\u00e4glichen f\u00fcnf Gebetszeiten ist, wird geschworen, um zu bekr\u00e4ftigen, dass der Mensch allgemein, d.h. alle Menschen, Verlierer sind. In einer Ali, dem Vetter und Schwiegersohn Muhammads und vierten Kalifen, zugeschriebenen Lesart der ersten zwei Verse der Sure steht sogar, dass der Mensch \u201ebis zum Ende der Zeit\u201c wahrlich ein Verlierer ist.<\/p>\n<p>Der dritte und letzte Vers der Sure 103 bietet einen soteriologischen Ausweg aus der Misere der Menschheit: Diejenigen, die glauben, gute Werke tun und sich gegenseitig zu Wahrhaftigkeit und Geduld anspornen, bleiben vom Verliererstatus verschont. Somit nennt der Koran vier Verhaltensweisen, zu denen die Menschen aufgefordert werden, damit ihr grunds\u00e4tzlicher Stand als Verlierer invertiert wird. Der Glaube bildet die Grundlage der drei ethischen Handlungen, die im Vers auf den Glauben folgen und tats\u00e4chlich aus ihm abgeleitet werden. Die Menschen werden zuallererst zum Glauben aufgefordert; auf dem Glauben basierend sollen sie Gutes tun und sich gegenseitig zur Wahrhaftigkeit und Geduld verpflichten. Nur so k\u00f6nnen sie nach dem zitierten Vers nicht mehr zu den Verlierern gez\u00e4hlt werden. Dementsprechend lassen sich die Menschen in zwei Kategorien aufteilen: die Verlierer und die ethisch handelnden Gl\u00e4ubigen. Beide Kategorien betrachten wir genauer im Folgenden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der menschliche Zustand des Verlierers<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sei erw\u00e4hnt, dass im Koran kommerziell-theologische Terminologie h\u00e4ufig eingesetzt wird, um theologische Lehren vor allem in Bezug auf die Eschatologie und die damit verbundenen Sanktionen zu vermitteln.\u00a0Die metaphorische Verwendung von kommerziellen Ausdr\u00fccken im theologischen Sinne passt nach Charles Torrey (The Commercial-Theological Terms in the Koran, 1892) zur Gesch\u00e4ftsmentalit\u00e4t des Propheten Muhammad und seiner arabischen Adressaten im unmittelbaren Umfeld. Darunter fallen h\u00e4ufig verwendete Marktausdr\u00fccke, wie Namen, Verben und Adjektive, die die T\u00e4tigkeiten der Abrechnung, Aufz\u00e4hlung, des Wiegens und Abwiegens bedeuten, sowie Stellen, an denen im Koran von Lohn, Belohnung und Verdienst aufgrund von erbrachter Leistung sowie von R\u00fcckzahlung geredet wird.<\/p>\n<p>Ebenfalls geh\u00f6ren dazu negative und positive Handelstermini, die einerseits Verlust, T\u00e4uschung und unfairen Handel oder andererseits profitablen Verkauf thematisieren. Insgesamt stellt der Koran die Befolgung seiner Lehren, d.h. den \u00dcbertritt zum Islam, als gewinnbringenden Handel dar (Q 35:29): Diejenigen, die Gottes Buch vortragen und das Gebet verrichten und von dem spenden, womit wir sie versorgten, heimlich oder offen, erhoffen einen Handel, der besteht. (Bobzins \u00dcbersetzung, leicht modifiziert)<\/p>\n<p>Unter den Versen, die von Menschen als Verlierern sprechen, verdeutlicht Q 4:119 in welchem grunds\u00e4tzlichen Sinne dieser Zustand gemeint ist: Derjenige, der einen Pakt mit dem Satan schlie\u00dft, ist ein Verlierer. Dieser Gedanke bringt uns zum Beginn der Menschheit zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Mensch ist eine Sch\u00f6pfung Gottes. Als dieser den Beschluss fasst, den Menschen zu erschaffen, teilt er den versammelten Engeln mit, er sei dabei, auf der Erde einen \u201eNachfolger\u201c bzw. \u201eStatthalter\u201c (<em>\u1e2b<\/em><em>al\u012bfa<\/em>) einzusetzen. Die Engel missbilligen diese Entscheidung und sagen voraus, dass der Mensch auf Erden Unheil stiften und Blut vergie\u00dfen wird (Q 2:30). Genauso wie der arabische Ausdruck \u201e<em>\u1e2b<\/em><em>al\u012bfa<\/em>\u201c kann die Aussage der Engel unterschiedlich interpretiert werden; dennoch deutet sie auf eine grunds\u00e4tzliche Spannung zwischen den beiden Arten der Gesch\u00f6pfe hin, welche der Teufel (<em>Ibl\u012bs<\/em>) offen anspricht. Er widersetzt sich dem Befehl Gottes an die Engel, sich vor dem neugeschaffenen Adam niederzuwerfen, mit einem der Elementenlehre entnommenen naturwissenschaftlichen Argument, er sei h\u00f6heren Ranges als Adam, da Gott ihn aus Feuer erschaffen habe, w\u00e4hrend Adam aus Lehm erschaffen wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Materie, aus der Gott Adam erschuf, gibt es im Koran mehrere Bezeichnungen wie z.B. \u201eetwas Anhaftendes\u201c, \u201e<em>\u02bf<\/em><em>alaq<\/em>\u201c, (Q 96:2), \u201eLehm\u201c, \u201e<em>\u1e6d<\/em><em>\u012bn<\/em>\u201c, (Q 7:12), \u201eErde\u201c, \u201e<em>tur\u0101b<\/em>\u201c (Q 3:59), \u201eTon\u201c, \u201e<em>\u1e63<\/em><em>al<\/em><em>\u1e63<\/em><em>\u0101l<\/em>\u201c (Q 55:14) oder \u201eklebriger Lehm\u201c, \u201e<em>\u1e6d<\/em><em>\u012bn l\u0101zib<\/em>\u201c (Q 37:11). Sie alle bedeuten einen irdischen Stoff niederen Wertes. Dennoch hat Gott die Menschen in sch\u00f6nster Gestalt geformt (Q 40:64. Vgl. 95:4). Dass Gott dem Menschen von seinem Geist einhauchte, wird an anderen Stellen erw\u00e4hnt (Q 15:29. Vgl. 32:9). Die dramatische Szene mit dem Teufel endet mit der g\u00f6ttlichen Erlaubnis, dieser d\u00fcrfe die Menschen bis zum J\u00fcngsten Tag verf\u00fchren und irreleiten. Davon macht der Teufel rasch Gebrauch; Adam und seine Frau, die im Koran \u00fcbrigens nicht mit ihrem Namen genannt wird, unterliegen der Versuchung und essen vom verbotenen Baum. Sie werden aus dem Paradiesgarten auf die Erde hinab vertrieben. Seitdem ist das Menschenleben von satanischen Pr\u00fcfungen gepr\u00e4gt; die Menschen befinden sich in allgemeiner gegenseitiger Feindschaft (Q 2:36).<\/p>\n<p>Der Koran f\u00fchrt den Ungehorsam des ersten Ehepaares darauf zur\u00fcck, dass Adam das Gebot Gottes vergessen hat (Q 20:115). Sein Handeln war also kein absichtlicher Akt des Widerstands oder der Emanzipation, sondern lediglich eine Folge der Vergesslichkeit, der eigenen Schw\u00e4che. Aus diesem Grund sah ihm Gott diesen Fehler bald nach (Q 2:37). Von einem S\u00fcndenfall nach christlicher Vorstellung kann im Islam nicht die Rede sein. Gegen die menschliche Vergesslichkeit wenden sich wiederholt Gottes Propheten und Gesandte; Muhammad wird im Koran als \u201emahnender Erinnerer\u201c bezeichnet (Q 88:21); der Koran bezeichnet sich selbst mehrfach als \u201emahnende Erinnerung\u201c (z.B. Q 81:27; 36:69; 3:58).<\/p>\n<p>Als Gesch\u00f6pf Gottes befindet sich der Mensch nach koranischer Auffassung in einem ontologischen Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis zu seinem Sch\u00f6pfer, dem er sich infolge dessen stets ergeben muss. Die Selbstergebung, arab. <em>isl\u0101m<\/em>, ist die nat\u00fcrliche Haltung des Menschen gegen\u00fcber Gott und die Religion die nat\u00fcrliche Veranlagung des Menschen (<em>fi<\/em><em>\u1e6d<\/em><em>ra<\/em>), wie es in Q\u00a030:30 steht: \u201eRichte also nun dein Antlitz auf die Religion als ein Rechtgl\u00e4ubiger! Dies ist die nat\u00fcrliche Art, in der Gott die Menschen schuf! Es gibt keine Ab\u00e4nderung f\u00fcr die Art der Sch\u00f6pfung Gottes. Dieses ist die gerade Religion. Die meisten Menschen wissen es jedoch nicht.\u201c<\/p>\n<p>In diesem Sinn werden vor-muhammedanische Propheten als Sich-Ergebene, <em>muslim\u016bn<\/em>, bezeichnet. Erst an sp\u00e4ten Stellen im Koran wird der Begriff <em>isl\u0101m<\/em> zur Bezeichnung der neuen Religion Muhammads (Q 5:3). Und im Einklang mit dem Alten und Neuen Testament bezeichnet der Koran den Menschen als Knecht bzw. Diener, <em>\u02bf<\/em><em>abd<\/em>, Gottes. Alle Gesch\u00f6pfe einschlie\u00dflich der Propheten wie Jesus und Muhammad sind Diener Gottes (Q 51:56). Im Falle Jesu wird dies gegen den christlichen Glauben an ihn als Sohn Gottes bekr\u00e4ftigt (Q 4:172).<\/p>\n<p>Die Verbundenheit von Menschen mit dem Teufel \u00e4u\u00dfert sich in bestimmten Haltungen und Handlungen, die unmittelbar zum Verlust f\u00fchren: So sind Verlierer diejenigen, die den J\u00fcngsten Tag und die damit zusammenh\u00e4ngende Begegnung mit Gott leugnen (Q 10:45. Vgl. 40:78) sowie diejenigen, die bei der Anbetung Gottes schwanken (Q 22:11). Kain ist ein Verlierer, weil er seinen Bruder t\u00f6tete (Q 5:30); ebenfalls diejenigen, die den Propheten nicht folgen (Q 7:92) oder von Gottes Vergebung und Barmherzigkeit ausgeschlossen sind (Q 7:149). Der gr\u00f6\u00dfte Verlust schlechthin ist der Unglaube an Gott (Q 2:121), der sich auch als Leugnung der Zeichen Gottes artikuliert (Q 39:63). In Sure 11, V. 18-24 werden diejenigen, die an Gott nicht glauben, L\u00fcgen \u00fcber ihn verbreiten und andere daran verhindern, an ihn zu glauben der Taubheit und Blindheit bezichtigt; sie haben ihre Seelen verloren und mithin auch alles, was sie sich ersonnen haben. Deshalb sind sie im Jenseits diejenigen, die am meisten verlieren. Ihnen werden die Gl\u00e4ubigen, die Gutes tun, gegen\u00fcbergestellt; sie verweilen ewig im Paradies. Im Gegensatz zu den tauben und blinden Ungl\u00e4ubigen k\u00f6nnen sie sehen und h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Gl\u00e4ubige und Ungl\u00e4ubige k\u00f6nnen nicht gleichgesetzt werden, genauso wie Gewinner und Verlierer nicht gleichzusetzen sind. Dies ist der zentrale Gedanke, den der Koran hier als Mahnung \u00e4u\u00dfert. Der Unglaube bringt Verlust, der Glaube Gewinn. Der Verlust, auf den es im Koran ankommt, ist prim\u00e4r der geistliche, der w\u00e4hrend des Menschenlebens beginnt und im Jenseits zur Vollendung kommt. Aufgrund des schon w\u00e4hrend der koranischen Verk\u00fcndigung einsetzenden politischen und milit\u00e4rischen Erfolgs der fr\u00fchen Muslime hat der Verlust im Unglauben auch politische, milit\u00e4rische und materielle Aspekte. Die Ungl\u00e4ubigen verloren zunehmend ihre Macht und Verm\u00f6gen; die Muslime konnten sich dagegen umfangreicher Gewinne und Beute erfreuen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Zum Glauben aufgefordert<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Menschen haben an Gott zu glauben, wenn sie nicht zu den Verlierern geh\u00f6ren wollen. Der Glaube, arab. <em>\u012bm\u0101n<\/em>, bildet das Fundament der neuen metaphysischen und ethischen Sph\u00e4re, die durch die koranische Verk\u00fcndigung gestaltet wird, und steht somit in ihrem Mittelpunkt. Vom Glauben an Gott aus leitet sich der Glaube an die Propheten und ihre Botschaften ab, sowie der Glaube an das J\u00fcngste Gericht. An etwas glauben bedeutet nach koranischer Auffassung, es f\u00fcr wahr halten. Das hei\u00dft, der Glaube ist eine Reaktion auf Vorangegangenes, Mitgeteiltes. Zentraler Gegenstand solcher Mitteilung ist Gott: dass er existiert, dass er Einer ist, welche Eigenschaften zu ihm geh\u00f6ren und welche Werke er vollbrachte.<\/p>\n<p>Vor allem zwei von ihnen haben im Koran besondere Bedeutung: die Sch\u00f6pfung und das J\u00fcngste Gericht. Von diesen beiden Werken Gottes ist das menschliche Dasein fest umklammert. Beide sind vom gl\u00e4ubigen Menschen f\u00fcr wahr zu halten, der sich damit dazu bekennt, Gott, dem Sch\u00f6pfer und Richter gegen\u00fcber, ergeben zu sein und von ihm am J\u00fcngsten Tag zur Rechenschaft gezogen zu werden. In diesem Sinne wird Vers Q 7:172 als Hinweis auf einen urspr\u00fcnglichen Bund zwischen Gott und dem Menschen interpretiert, dem zufolge die Bekenntnis des Menschen zu Gott angeborener Teil der menschlichen Natur und deshalb am Auferstehungstag Gegenstand des Gerichts ist: Damals, als dein Herr aus Adams Kindern, aus ihren Lenden, ihre Nachkommenschaft nahm und sie gegen sich zeugen lie\u00df: \u201eBin ich nicht euer Herr?\u201c Sie sagten: \u201eJawohl, wir bezeugen es.\u201c Damit ihr nicht am Tag der Auferstehung sagt: \u201eWir hatten davon keine Ahnung.\u201c (\u00dcbersetzung von Hartmut Bobzin)<\/p>\n<p>Angesichts drohender eschatologischer Strafen, mit denen die Menschen aufgrund ihrer Untreue zum urspr\u00fcnglichen Bund mit Gott rechnen m\u00fcssen, wird der Glaube an Gott mit der Furcht vor ihm assoziiert, die durch das Vertrauen auf seine Barmherzigkeit ausgeglichen wird.<\/p>\n<p>Wie kommt der Mensch zum Glauben? Gott wendet sich an die Menschen auf unterschiedliche Weise und erwartet von ihnen eine angemessene Erwiderung durch den Glauben. Gottes an die Menschen gerichtete \u00c4u\u00dferungen sind seine <em>\u0101y\u0101t<\/em>, Plural von <em>\u0101ya<\/em>, das sowohl ein Zeichen wie auch einen geoffenbarten Vers bedeutet.<\/p>\n<p>Der Mensch ist mit dem Verm\u00f6gen ausgestattet, Gottes verbale und nichtverbale Zeichen wahrzunehmen und dadurch zum Glauben zu gelangen. Haupts\u00e4chlich zwei Kategorien der g\u00f6ttlichen Kommunikation mit dem Menschen lassen sich beschreiben, mit denen er zum Glauben an Gott aufgefordert wird, Die kosmischen Zeichen: die Erschaffung der Welt und die infolgedessen hergestellte kosmische Ordnung gelten im Koran als Zeichen, deren Wahrnehmung zum Glauben an Gott den Sch\u00f6pfer f\u00fchren soll (Q 3:190; 10:6): In der Erschaffung von Himmel und Erde und im Wechsel von Tag und Nacht sind wahrlich Zeichen f\u00fcr Einsichtsvolle.<\/p>\n<p>Im Wechsel von Nacht und Tag und in dem, was Gott im Himmel und auf Erden erschaffen hat, sind wahrlich Zeichen f\u00fcr Menschen, die Gott f\u00fcrchten.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der vorislamisch-arabischen Zeitvorstellungen fungieren im Koran besonders die von Gott zustande gebrachten Zeiten als Zeichen g\u00f6ttlicher Omnipotenz (Q 36:37-40): Ein Zeichen ist f\u00fcr sie die Nacht: Wir ziehen den Tag weg von ihr, und pl\u00f6tzlich stehen sie im Dunkeln. Die Sonne l\u00e4uft zu einem ihr gesetzten Ort. Das ist des Starken, Wissenden Vorherbestimmung. Dem Mond bestimmten wir Stationen, bis er zur\u00fcckkehrt wie ein alter Dattelpalmenstiel. Die Sonne darf niemals den Mond erreichen und die Nacht den Tag nicht \u00fcberholen: Sie alle schweben auf einer Himmelsbahn. (\u00dcbersetzung von Hartmut Bobzin)<\/p>\n<p>Der Koran betont in diesem Zusammenhang, dass Gott die Zeiten in den Dienst der Menschen gestellt hat, damit sie ihren Lebensunterhalt verdienen und eine Zivilisation aufbauen (Q 17:12):<\/p>\n<p>Wir machten Nacht und Tag zu zwei Zeichen; da l\u00f6schten wir das Zeichen der Nacht und machten das Zeichen des Tages klar sichtbar, auf dass ihr nach der Huld eures Herrn strebt, die Zahl der Jahre kennenlernt und das Rechnen. Alle Dinge haben wir genau erkl\u00e4rt und ausgelegt. (\u00dcbersetzung von Hartmut Bobzin)<\/p>\n<p>Ebenfalls hat Gott die Nacht daf\u00fcr bestimmt, dass die Menschen sich ausruhen (Q 25:47, 62). Der Mensch steht somit im Mittelpunkt des Interesses Gottes, der ihm alles zur Verf\u00fcgung stellt, was ihm nutzt. Dem Menschen obliegt es, dies im Glauben anzuerkennen und Gott dankbar zu sein (Q 7:10; 16:78).<\/p>\n<p>Deutlicher und eindringlicher als in den Naturzeichen kommt die Aufforderung zum Glauben in den verbalen Zeichen, <em>\u0101y\u0101t<\/em>, der Offenbarung (<em>wa<\/em><em>\u1e25<\/em><em>y, tanz\u012bl<\/em>) zum Ausdruck. Die Menschheitsgeschichte besteht im Koran aus prophetischen Perioden. Denn damit der Aufforderung zum Glauben Folge geleistet wird, sendet Gott Propheten zu den V\u00f6lkern, die ihnen die verbalen Zeichen jeweils in ihren Sprachen verk\u00fcnden (Q 14:4; 10:47; vgl. 16:36). Auch den Arabern ist der Koran in arabischer Sprache verk\u00fcndet worden (Q 12:2). Auf diese Weise erm\u00f6glicht Gott den Menschen, seine Offenbarungen zu verstehen. Sollten sie es nicht tun, m\u00fcssen sie die Verantwortung daf\u00fcr tragen. (Q 41:44).<\/p>\n<p>Mit zahlreichen Ausdr\u00fccken deutet der Koran auf kognitive T\u00e4tigkeiten hin, die dazu dienen, dass die Menschen mittels der Vernunft und der intellektuellen Betrachtung der Naturzeichen und vergangener Zeiten an Gott glauben. So hei\u00dft es z.B. an Q 2:164, 242; 23:80, in der \u00dcbersetzung von Hartmut Bobzin: \u201eIn der Erschaffung der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag und in den Schiffen, die auf dem Meere fahren, den Menschen zu Nutzen, und in dem, was Gott von Himmel an Wasser herniedersendet und damit die Erde nach ihrem Tod belebt und auf ihr jede Art von Getier ausbreitet, und darin, dass er den Winden freien Lauf l\u00e4sst und den Wolken, die zwischen Himmel und Erde in den Dienst gestellt sind: Wahrlich, darin sind Zeichen f\u00fcr Menschen, die begreifen.<\/p>\n<p>So macht Gott euch seine Zeichen klar. Vielleicht begreift ihr ja.<\/p>\n<p>Er ist es, der lebendig macht und sterben l\u00e4sst, und bei ihm liegt der Wechsel von Nacht und Tag; wollt ihr denn nicht begreifen?\u201c<\/p>\n<p>Die Voraussetzung daf\u00fcr ist dadurch erf\u00fcllt, dass der Mensch vernunftbegabt und lernf\u00e4hig ist. Gott ist im Koran der erste Lehrer des Menschen; er lehrte Adam die Namen aller Seienden (Q 2:31), er lehrte den Menschen alles, was er nicht wusste (Q 96:3-5), besonders die Sprache und den Koran (Q 55:1-4). Das Wissen kommt also von Gott; Wissen, dessen Urheber nicht Gott ist, ist kein Wissen. Diese Auffassung korrespondiert mit der koranischen Bezeichnung der vorislamischen Zeit Arabiens als Unwissenheit (<em>\u01e7\u0101hil\u012bya<\/em>). Diejenigen, die die Zeichen Gottes f\u00fcr wahr halten, reagieren mit Dankbarkeit (<em>\u0161ukr<\/em>), Gottesfurcht (<em>taqw\u0101<\/em>) und Glauben. Diejenigen, die die Zeichen Gottes leugnen, sind die Ungl\u00e4ubigen, die Verlierer.<\/p>\n<p>Hier m\u00f6chte ich erw\u00e4hnen, dass das arabische Wort f\u00fcr Unglaube <em>kufr<\/em> urspr\u00fcnglich bedeutet, dass jemand etwas bedeckt, versteckt, unsichtbar macht. Im urspr\u00fcnglichen Sinn ist der Ungl\u00e4ubige jemand, der die Augen gegen Gottes nat\u00fcrliche wie verbale Offenbarungen absichtlich schlie\u00dft, sie nicht wahrnimmt und folglich an deren Urheber nicht glaubt. Im Koran steht das intellektuelle Verm\u00f6gen des Menschen im Dienst des Glaubens.<\/p>\n<p>Dennoch stellt der Koran eindeutig fest, dass menschliches Bem\u00fchen, wie etwa dies des Propheten, Menschen zum Glauben zu bewegen, erst dann gelingen kann, wenn Gott es will (Q 6:109-111).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Werke des Glaubens<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der Glaube \u00e4u\u00dfert sich in der Anbetung Gottes und im ethischen Handeln. Denn die theoretische und die praktische Seite des Glaubens sind untrennbar. In diesem Sinne werden die Menschen dazu aufgefordert, ihren Glauben mittels guter Taten zum Ausdruck zu bringen. Schon in recht fr\u00fchen Verk\u00fcndigungen werden der Glaube an den J\u00fcngsten Tag, das Gebet und die karitativen Werke eng miteinander verbunden, wie es z.B. in Sure 107 steht:<\/p>\n<p>1 Sahst du wohl den, der das Gericht zur L\u00fcge erkl\u00e4rt?<\/p>\n<p>2 Ja, das ist der, der mit der Waise hart verf\u00e4hrt<\/p>\n<p>3 und der nicht zu spenden anspornt, was den Armen n\u00e4hrt.<\/p>\n<p>4 Ja, wehe den Betern,<\/p>\n<p>5 die ihr Gebet nicht ehren,<\/p>\n<p>6 die nur gesehen zu werden begehren,<\/p>\n<p>7 die Hilfeleistung verwehren! (\u00dcbersetzung von Hartmut Bobzin)<\/p>\n<p>An vielen Stellen im Koran wird die Notwendigkeit hervorgehoben, den Hilfsbed\u00fcrftigen in der Gemeinde zu helfen. Dennoch m\u00fcssen solche Taten genauso wie der Vollzug von Riten auf dem Glauben basieren, sonst w\u00fcrden sie nicht akzeptiert. Die rituelle Waschung dient zwar unmittelbar der Sauberkeit des K\u00f6rpers, soll jedoch dar\u00fcber hinaus den Menschen in einen Zustand physischer und seelischer Reinheit versetzen, um der g\u00f6ttlichen Pr\u00e4senz im Gebet w\u00fcrdig zu sein. Die Verk\u00fcndigung k\u00f6nnte ebenfalls die Reinheit des Geistes bewirken, wie in Q 80:3 steht.<\/p>\n<p>An einer Stelle kritisiert der Koran die Beduinen, weil sie sich \u00e4u\u00dferlich wie Muslime verhalten, dennoch in Wahrheit nicht glauben (Q 49:14). In der medinensischen Phase der Verk\u00fcndigung tritt zu den karitativen T\u00e4tigkeiten die Beteiligung am milit\u00e4rischen Kampf, Dschihad, hinzu, um den Islam zu verbreiten. Die gl\u00e4ubigen Muslime werden mehrfach eindringlich aufgefordert, neben ihrem Propheten zu k\u00e4mpfen oder den Kampf im Dienste des Glaubens finanziell zu unterst\u00fctzen (Q 49:15). Dementsprechend wird ihnen geboten, neben Gott seinem Gesandten uneingeschr\u00e4nkt zu gehorchen, denn er ist nicht nur der Verk\u00fcnder von Offenbarung, sondern auch das politische und milit\u00e4rische Oberhaupt des jungen Gemeinwesens. F\u00fcr diesen Gehorsam werden jenseitige Belohnungen versprochen (Q 4:59): \u201eO ihr, die ihr glaubt! Gehorcht Gott, und gehorcht dem Gesandten und denen unter euch, die Befehlsgewalt besitzen! Und wenn ihr \u00fcber etwas streitet, dann bringt es vor Gott und den Gesandten, wenn ihr an Gott glaubt und an den J\u00fcngsten Tag. Das ist gut und nimmt den besten Ausgang.\u201c (\u00dcbersetzung von Hartmut Bobzin)<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Gegenseitige Anspornung zur Wahrhaftigkeit<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der Gl\u00e4ubige ist Teil einer Gemeinschaft (<em>umma, milla<\/em>), die auf der Basis gemeinsamen Glaubens gegr\u00fcndet ist. Es kann vermutet werden, dass die Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen, <em>al-mu\u2019min\u016bn<\/em>, wie dieser Ausdruck zumindest in den mekkanischen Suren des Korans verwendet wird, nicht nur die Anh\u00e4nger Muhammads, sondern ebenfalls die anderen an Gott Gl\u00e4ubigen, wie die Juden und die Christen, umfasst. Im sp\u00e4teren Verlauf der koranischen Verk\u00fcndigung in Medina jedoch beginnt die Identit\u00e4t der neuen Gemeinschaft, sich allm\u00e4hlich herauszukristallisieren und die Religion der Muslime, die im Koran als Wiederherstellung der Religion Abrahams pr\u00e4sentiert wird, vom Judentum und Christentum abzugrenzen. Der Koran f\u00fchrt die Vielfalt der V\u00f6lker und Gemeinschaften auf den Willen Gottes zur\u00fcck, dass sich die Menschen gegenseitig kennenlernen (Q 49:13): \u201eIhr Menschen! Wir erschufen euch als Mann und Frau und machten euch zu V\u00f6lkern und zu St\u00e4mmen, damit ihr einander kennenlernt. Derjenige gilt bei Gott als edelster von euch, der Gott am meisten f\u00fcrchtet. Gott ist wahrlich wissend, kundig.\u201c<\/p>\n<p>In diesem Geflecht bilden die Muslime \u201eeine Gemeinschaft der Mitte\u201c (Q 2:143). Die Aufforderung an die Gl\u00e4ubigen, sich gegenseitig zur Wahrhaftigkeit,<em> al-<\/em><em>\u1e25<\/em><em>aqq<\/em>, zu ermutigen, beruht auf dem Glauben, dass Gott der absolut Wahre ist und dass er existiert. Wahrheit und Realit\u00e4t geh\u00f6ren hier zusammen. Gott existiert im Gegensatz zu den G\u00f6tzen, die von den Ungl\u00e4ubigen f\u00fcr G\u00f6tter gehalten, vom Koran aber als \u201enichtig\u201c, <em>b\u0101<\/em><em>\u1e6d<\/em><em>il<\/em>, bezeichnet werden (Q 22:62). Genauso wie der Ausdruck <em>\u1e25<\/em><em>aqq<\/em>, wahr, Wahrheit, im Arabischen sowohl die Wahrheit des Seins als auch die Wahrheit der Rede bedeutet, bedeutet <em>b\u0101<\/em><em>\u1e6d<\/em><em>il<\/em> sowohl die Nichtigkeit im Sinne des Nichtseins als auch die L\u00fcge. Gott, All\u0101h, ist allein der wahre Gott, der Lebensschaffende, Allm\u00e4chtige; und weil er so ist, konnte die Erschaffung des Menschen stattfinden und kann jedes Mal die Natur wiederbelebt werden (Q 22:5-6). Der wahre Gott hat die ganze Sch\u00f6pfung wahrhaftig vollzogen (Q 46:3).<\/p>\n<p>Weil Gott der Wahre ist sowie wahrhaftig existiert und alles geschaffen hat, ist dementsprechend seine Offenbarung, der Koran, wahr, obwohl die Gegner behaupten, der Verk\u00fcnder sei besessen. Die objektive Wahrheit der Offenbarung h\u00e4ngt nicht von den pers\u00f6nlichen Neigungen der Ungl\u00e4ubigen ab (Q 23:70-71). Weil diese Offenbarung wahr ist, best\u00e4tigt sie die fr\u00fcheren Offenbarungen, die Thora und das Evangelium, die wie der Koran aus derselben g\u00f6ttlichen Quelle stammen (Q 35:31). Die damit erkl\u00e4rte Anerkennung der Richtigkeit der heiligen Schriften der beiden \u00e4lteren monotheistischen Religionen wird an medinensischen Stellen durch die Beschuldigung der Juden eingeschr\u00e4nkt, die Worte ihrer Schrift entstellt zu haben (Q 2:75; 4:46; 5:13,41). Der Vorwurf reflektiert die tiefen Spannungen zwischen Muhammad und den Juden in Medina. Die von Muhammad verk\u00fcndete Religion wird in diesem Zusammenhang zur Religion der Wahrheit erkl\u00e4rt\u00a0(Q\u00a09:33): \u201eEr ist es, der seinen Gesandten mit der rechten Leitung sandte und mit der Religion der Wahrheit, um ihr zum Siege zu verhelfen \u00fcber alle Religion, mag es den Beigesellern auch zuwider sein.\u201c (\u00dcbersetzung von Hartmut Bobzin)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Gegenseitige Anspornung zur Geduld<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Schon im vorislamischen Arabien unter den schweren Lebensbedingungen der W\u00fcste war Geduld oder Standhaftigkeit, <em>\u1e63<\/em><em>abr<\/em>, eine hochgesch\u00e4tzte Tugend. Im Koran wird sie zu einer Begleittugend des Glaubens. Dem Verk\u00fcnder wird empfohlen, nach dem Vorbild fr\u00fcherer Gesandter geduldig zu sein, auch wenn er der L\u00fcge bezichtigt wird (Q 46:35; 6:34). Die Gl\u00e4ubigen werden besonders im Krieg zur Geduld aufgefordert (Q 3:200); den aus Mekka ausgewanderten Muslimen wird Geduld bescheinigt (Q 16:110). Angesichts der Unterdr\u00fcckung des Pharaos ruft Mose sein Volk zur Geduld auf (Q 7:128). An einer Stelle wird die Geduld mit dem Gebet kombiniert und damit zu einer allgemeinen Tugend des Glaubens erkl\u00e4rt (Q 2:45), wobei diese Tugend eine Gabe Gottes ist (Q 2:250), der die Geduldigen unterst\u00fctzt (Q 2:153). Derjenige, der in Geduld ge\u00fcbt ist, erkennt die Zeichen Gottes und ist dankbar (Q 31:31).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Geschlechterverh\u00e4ltnis<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Nach Vers Q 30:21 wurde die Frau aus dem Mann geschaffen, damit er bei ihr Ruhe findet. Mann und Frau sind aus einer einzigen Seele geschaffen (Q 7:189; 39:6), was als Hinweis auf die Gleichheit der menschlichen Natur beider Geschlechter verstanden werden kann. Dennoch wird in dem viel beachteten Vers Q 4:34 im Sinne patriarchaler Gesellschaft eine Hierarchie der Geschlechter pr\u00e4sentiert, die besonders in der Moderne intensiv diskutiert wird:<\/p>\n<p>Die M\u00e4nner f\u00fchren Aufsicht \u00fcber die Frauen, weil Gott den einen von ihnen den Vorzug vor den anderen gew\u00e4hrt und weil sie [die M\u00e4nner] etwas von ihrem Verm\u00f6gen aufwenden. Die frommen Frauen sind dem\u00fctig ergeben, h\u00fcten das Verborgene, weil auch Gott es h\u00fctet. Diejenigen aber, deren Ungehorsam ihr bef\u00fcrchtet, die ermahnt, haltet euch fern von ihnen im Ehebett, und schlagt sie. Wenn sie euch gehorchen, dann unternehmt nichts weiter gegen sie. Gott ist erhaben, gro\u00df.<\/p>\n<p>Wie ich an anderer Stelle schon dargelegt habe (\u201eIst Gewalt eine Tugend im Koran?\u201c in: Cleophea Ferrari und Dagmar Kiesel (Hgg.), <em>Tugend<\/em>. Frankfurt: Vittorio Klostermann 2016, S. 131-152, besonders S. 143-146), werden besonders von muslimischen Frauen gro\u00dfe Anstrengungen unternommen, diesen Vers vor dem Hintergrund moderner Lebensverh\u00e4ltnisse und Geschlechtergleichheit auszudeuten. Denn der Vers stellt nicht nur die H\u00f6herstellung der M\u00e4nner gegen\u00fcber den Frauen fest. Noch problematischer ist der Befehl an die Ehem\u00e4nner, ihre Frauen im Falle bef\u00fcrchteten Ungehorsams mit Schl\u00e4gen zu bestrafen. Mit M\u00fche wird manchmal versucht, den gewaltvollen Imperativ \u201eschlagt sie\u201c zu entsch\u00e4rfen, indem z.B. behauptet wird, dass es sich dabei nicht um das Zuf\u00fcgen von Schmerzen handele und deshalb lediglich ein leichter Gegenstand wie ein Tuch oder ein kleines Holzst\u00fcck zum Schlagen verwendet werden solle.<\/p>\n<p>Solche Interpretationen \u00fcberzeugen tats\u00e4chlich nicht, denn der Wortlaut l\u00e4sst kaum Spielraum f\u00fcr dessen Umdeutung. Der Inhalt dieses Verses kann lediglich durch die Ber\u00fccksichtigung des sozialen Umfelds seiner Entstehung beleuchtet werden. Zun\u00e4chst sei erneut darauf hingewiesen, dass die an der Stelle erw\u00e4hnten Strafma\u00dfnahmen, die Ehefrauen zu ermahnen, im Bett zu meiden und schlie\u00dflich zu schlagen, im kausalen Zusammenhang mit der Bef\u00fcrchtung der M\u00e4nner stehen, ihre Frauen w\u00fcrden sich gegen sie ungehorsam verhalten. Das hei\u00dft, die Ehem\u00e4nner m\u00fcssten ihr Ehefrauen z\u00fcchtigen, wenn diese die nat\u00fcrliche Familienordnung, wie sie im ersten Teil des Verses beschrieben wird, durch ihren Ungehorsam durcheinanderzubringen versuchen w\u00fcrden. Mit dem bef\u00fcrchteten Ungehorsam wird unsittliches Verhalten gemeint, das eine Umkehrung der nat\u00fcrlichen Verh\u00e4ltnisse bedeutet. Die M\u00e4nner, denen es wegen ihrer nat\u00fcrlichen Vorz\u00fcge obliegt, f\u00fcr ihre Frauen zu sorgen, m\u00fcssen ebenfalls daf\u00fcr sorgen, dass die nat\u00fcrliche Rangordnung der Geschlechter intakt bleibt. Dass Gewaltanwendung zu den Instrumentarien geh\u00f6rt, die dem Koran zufolge zu diesem Zweck eingesetzt werden sollten, ist bedingt durch vormoderne Normen, die nicht nur im Orient gel\u00e4ufig waren.<\/p>\n<p>Um den Inhalt des umstrittenen Verses besser beurteilen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir, wie bereits angedeutet, einen Blick auf seinen Entstehungskontext werfen. Im vorislamischen Arabien herrschte der Brauch vor, weibliche Neugeborene lebendig zu begraben. Von Natur aus schwach und unf\u00e4hig, sich selbst zu verteidigen, galten Frauen den Arabern als leichte Beute im Krieg und daher im Falle von Gefangennahme und Vergewaltigung als Gef\u00e4hrdungsfaktor f\u00fcr die kollektive Ehre der Familie. Also haben sich viele V\u00e4ter dazu entschlossen, sich dieser Sorge fr\u00fch zu entledigen.<\/p>\n<p>Im Koran wird der Umgang der vorislamischen Araber mit ihren T\u00f6chtern verspottet und abgelehnt. So geh\u00f6rt zu den dort dargestellten apokalyptischen Szenen die ironische Befragung des lebendig begrabenen neugeborenen M\u00e4dchens nach der Schuld, wegen der es umgebracht wurde (Q 81:8f.). Dahinter steckt die Botschaft, dass es unschuldig get\u00f6tet worden ist. Die Verspottung der Ablehnung der T\u00f6chter wird an zwei weiteren Stellen artikuliert. So werden die Araber gefragt, wieso sie Gott T\u00f6chter zuschreiben, w\u00e4hrend sie nur S\u00f6hne haben w\u00fcrden, was der Koran ironisierend als \u201eeine ungerechte Teilung\u201c bezeichnet (Q 53:19-22). Die koranische Ablehnung des besagten Brauchs erreicht ihren H\u00f6hepunkt in Sure 16:57-60: \u201eGott schreiben sie die T\u00f6chter zu \u2013 gepriesen sei er! \u2013, sich selber aber das, wonach es sie gel\u00fcstet. Wenn einem von ihnen ein M\u00e4dchen angek\u00fcndigt wird, bleibt seine Miene finster, und er ist voller Gram und Groll. Er zieht sich vor den Menschen zur\u00fcck, des Schlimmen wegen, was ihm da angek\u00fcndigt wurde. Soll er an ihm festhalten, trotz der Schande, oder soll er es im Staube vergraben? Schlimm ist es, wie sie urteilen! Jene, die nicht an das Jenseits glauben, orientieren sich am Ideal des B\u00f6sen.\u201c<\/p>\n<p>Die durchaus humorvolle Beschreibung der grimmigen Haltung des Arabers, wenn er von der Geburt einer Tochter erf\u00e4hrt, reflektiert tiefe Trauer, Groll gegen das Schicksal, Scham und Ratlosigkeit dar\u00fcber, was er mit einem als schandhaft empfundenen Wesen machen soll: Soll er es \u201etrotz der Schande\u201c behalten oder lebendig begraben? Die T\u00f6tung der T\u00f6chter wird im Koran als ein schlechtes Urteil abgelehnt und an die Verleugnung des Jenseits gekoppelt. Die koranische Kritik an der altarabischen T\u00f6tung der T\u00f6chter steht ohnehin im Zusammenhang mit der Abweisung der Blasphemie, Gott T\u00f6chter zuzuschreiben.<\/p>\n<p>Die Ablehnung eines alten Brauchs geht also mit der Ablehnung alten Glaubens einher. Die neue Religion schafft nicht nur den Glauben daran, dass Gott T\u00f6chter habe, sondern auch das Begraben von neugeborenen T\u00f6chtern bei lebendigem Leibe ab. In der neuen Gesellschaftsordnung darf nur an einen einzigen Gott geglaubt werden; auch Frauen d\u00fcrfen da weiterleben, sie m\u00fcssen sich allerdings den M\u00e4nnern unterordnen, die sie strafen k\u00f6nnen, sollten sie Ungehorsam zeigen. So sehr die Z\u00fcchtigungsautorit\u00e4t der M\u00e4nner gegen\u00fcber ihren Frauen ein Problem f\u00fcr die moderne Auslegung des Korans darstellt, manifestiert sie im Vergleich mit den davor dominierenden Verh\u00e4ltnissen einen deutlichen Fortschritt und eine wesentliche Verbesserung der Situation der Frauen in Arabien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Schlussbetrachtungen<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Nach koranischer Auffassung sind die von Gott geschaffenen Menschen nur f\u00fcr eine begrenzte Weile auf Erden; sie haben hier die Aufgabe, Gott zu dienen, Gutes zu tun und B\u00f6ses zu verhindern. Aufgrund seiner Schw\u00e4che und Undankbarkeit (Q 100:6) neigt der Mensch dazu, sich Gottes Willen zu widersetzen; er bedarf deshalb Gottes unersch\u00f6pflicher Barmherzigkeit. Sie ist des Menschen einzige Garantie, im Jenseits gerettet zu werden. Darauf kommt es letztendlich an, denn das endliche Leben auf Erden ist in der Summe eine einzige Pr\u00fcfung, deren Ausgang der \u00dcbergang entweder ins Paradies oder in die H\u00f6lle ist. Bei jeder Handlung in jeder Lebenssituation steht der Mensch vor dieser Wahl; die richtige Entscheidung kann er aber allein, autonom nicht treffen. Er ist stets auf Gottes Leitung angewiesen. Angesichts dessen lassen sich die Menschen nach der er\u00f6ffnenden Sure des Korans, <em>al-F\u0101ti<\/em><em>\u1e25<\/em><em>a<\/em>, dem meistgesprochenen Gebet im Islam, in drei Gruppen einteilen: die Gruppe der Menschen, denen Gott Gnade erwiesen hat, die Gruppe derer, denen gez\u00fcrnt wird und schlie\u00dflich die Gruppe der Irregehenden. Dem Einzelnen obliegt es, im Bittstand stets bei Gott den rechten Weg zu suchen (Q 1).<\/p>\n<p>Die in diesem Beitrag in groben Z\u00fcgen dargestellte Anthropologie des Korans entspricht ebenso wenig wie ihr biblisches Pendent einer wissenschaftlichen Anthropologie auf der Basis darwinistischer Entwicklungstheorien der Menschheit, die keinen Platz f\u00fcr Gott den Sch\u00f6pfer haben. Im Koran hat dieser zwar den Menschen nicht wie in der Bibel nach seinem Ebenbild geschaffen, er hat ihn jedoch als seinen Stellvertreter auf Erden eingesetzt, ihn umfassend belehrt und h\u00f6her als alle anderen Gesch\u00f6pfe gestellt. Der Mensch besitzt in der Sch\u00f6pfungswelt eine zentrale Stellung; daraus leitet sich die menschliche Verantwortung den Menschen und der Natur gegen\u00fcber ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die koranische Feststellung, der Mensch sei ein Verlierer, klingt fatal. 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