{"id":32292,"date":"2023-07-17T14:35:20","date_gmt":"2023-07-17T12:35:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=die-antwort-der-stoa"},"modified":"2025-04-23T11:43:29","modified_gmt":"2025-04-23T09:43:29","slug":"die-antwort-der-stoa-philosophie-als-lebenskunst","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-antwort-der-stoa-philosophie-als-lebenskunst\/","title":{"rendered":"The answer of the Stoa"},"content":{"rendered":"<p>Die Stoa war die bedeutendste Bewegung der hellenistischen Philosophie. Vom dritten vorchristlichen bis zum ersten nachchristlichen Jahrhundert hingen ihr eine gro\u00dfe Zahl der Gebildeten im griechisch-r\u00f6mischen Kulturkreis an. Ihr Einfluss blieb nicht auf die pagane Antike beschr\u00e4nkt. Christliche Theologie und Lebensform sind \u00fcber die fr\u00fchen Kirchenv\u00e4ter (etwa Clemens von Alexandrien und Origenes) in Einverst\u00e4ndnis und Auseinandersetzung von der Stoa mitgepr\u00e4gt. Und von der Renaissance \u00fcber die Aufkl\u00e4rung bis in die Moderne sind die Auswirkungen insbesondere der stoischen Moral-, Rechts- und Staatsphilosophie auf die westliche Kultur und Zivilisation von durchdringender Bedeutung.<\/p>\n<p>Die Philosophie-Geschichtsschreibung unterscheidet zwischen Alter, Mittlerer und J\u00fcngerer Stoa. Die gro\u00dfen Figuren der Alten Stoa waren Zenon von Kition, Kleanthes von Assos und Chrysipp aus Soloi, die der Mittleren Panaitios von Rhodos und Poseidonios aus Apameia. Unter den j\u00fcngeren Stoikern ragen Seneca, Epiktet und Mark Aurel heraus.<\/p>\n<p>Unser Zugang zur altstoischen Philosophie wird durch den Umstand erschwert, dass die Werke der Autoren der Alten und Mittleren Stoa s\u00e4mtlich verloren sind. Wir m\u00fcssen die Gedanken und Argumente ihres Systems, gegliedert in Logik, Physik und Ethik, aus Zitaten und Berichten sp\u00e4terer Autoren rekonstruieren. Das belastbare Ergebnis dieser arch\u00e4ologischen Geistesarbeit ist das Bild eines etwas formelhaften Gedankenskeletts, dem Fleisch und Blut der Darstellung fehlen. Dies betrifft vor allem den gro\u00dfen Bereich der Logik, zum erheblichen Teil auch den der Physik, das hei\u00dft der Naturphilosophie einschlie\u00dflich der Theologie, Bereiche, in denen die alten und mittleren Stoiker nach allem, was wir wissen, auch Gro\u00dfes geleistet haben. Es trifft weniger auf das Gebiet der Ethik zu; hier k\u00f6nnen wir uns ein lebendigeres Bild ihrer eindrucksvollen Theorie verschaffen.<\/p>\n<p>Eine wichtige Vermittlerrolle spielt dabei Cicero, der noch Zugang zu den Originalwerken hatte und Poseidonios pers\u00f6nlich gekannt hat. Sein Referat zur altstoischen Ethik in <em>De finibus bonorum et malorum <\/em>ist recht genau und verl\u00e4sslich. Zudem bietet er mit <em>De officiis <\/em>eine Schrift, in der er seine eigenen Gedanken explizit auf eine mittelstoische Vorlage st\u00fctzt. Und aus der sp\u00e4ten Stoa besitzen wir nun doch Originalwerke ethischen Inhalts, allem voran Senecas <em>Epistulae ad Lucilium, <\/em>Epiktets <em>Diatriben<\/em> und Mark Aurels meditative <em>Selbstbetrachtungen.<\/em> Diese Texte basieren auf einer Kontinuit\u00e4t der \u00dcberlieferung. Doch sie sind von einem weitgehend popular-philosophischen und p\u00e4dagogischen Zuschnitt. Und sie lassen die gedankliche Auseinandersetzung und Frontstellung gegen konkurrierende Philosophien vermissen. Dies bedingt, dass die eminente Wirkung der Stoa bis in die Neuzeit und Moderne nicht von ihrem terminologisch ausgefeilten und argumentativ hochdifferenzierten fachphilosophischen Gesamtsystem, sondern von der Ethik, und zwar von deren popular-philosophischer Auspr\u00e4gung bestimmt ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Kunst, seine Lebensrolle gut zu spielen<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Buch von Ciceros Schrift <em>De officiis <\/em>findet sich in den Abschnitten 107 bis 121 eine systematische Erl\u00e4uterung dessen, was man heute als stoische Theorie einer authentischen Pers\u00f6nlichkeit bezeichnen k\u00f6nnte. Ciceros Schrift orientiert sich nach eigener Auskunft in den ersten beiden B\u00fcchern an Panaitios\u2018 (verlorenem) Traktat <em>\u00dcber passendes Verhalten (Peri tou kath<\/em><em>\u00ea<\/em><em>kontos). <\/em>Die Theorie f\u00fcgt sich in eine l\u00e4ngere Diskussion dar\u00fcber, was <em>decorum\/prepon<\/em> (passend, sittlich sch\u00f6n, erfreulich und \u00fcberzeugend) ist im Habitus und Verhalten eines Menschen. Sie unterscheidet vier Gesichtspunkte, die wir uns vor Augen halten m\u00fcssen, wenn wir vor der Frage stehen, was zu tun f\u00fcr uns passend ist (<em>quid deceat<\/em>). Diese vier leitenden Gesichtspunkte bei sittlich relevanten Entscheidungen nennt Cicero <em>\u201epersonae\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Das griechische Wort f\u00fcr \u201e<em>persona\u201c <\/em>war \u201e<em>pros<\/em><em>\u014d<\/em><em>pon\u201c. <\/em>Das Wort entstammt der Vorstellungswelt des Theaters, wo es zun\u00e4chst die Maske, dann auch im \u00fcbertragenen Sinn die Rolle meint, die ein Schauspieler in einem Drama in Wort und Tat in Szene setzt. Die Stoa ben\u00fctzt die Metaphorik des Theaters (vgl. etwa Cicero, <em>De fin.<\/em> 3, 24) zur Erl\u00e4uterung der menschlichen Stellung in der Welt: Das Weltgeschehen ist ein Drama, von Gott geschrieben und inszeniert, in dem jedem Menschen eine bestimmte Rolle zu spielen zugedacht ist.<\/p>\n<p>Die Kunst zu leben besteht f\u00fcr ihn darin, seine ihm eigene Rolle m\u00f6glichst pr\u00e4gnant zu erfassen und m\u00f6glichst gekonnt zu spielen. Was nun diese stoische Theorie der vier personae so aktuell erscheinen l\u00e4sst, ist der Gedanke, dass der Weg, sein Leben als eine \u00fcberzeugende Pers\u00f6nlichkeit zu leben, nicht nur \u00fcber die Treue zur allgemein menschlichen Natur, sondern auch \u00fcber die Treue zur nat\u00fcrlich vorgepr\u00e4gten Eigenart und \u00fcber die genaue Ber\u00fccksichtigung der faktischen Lebensumst\u00e4nde f\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u201eMan muss \u2026 verstehen, dass wir von der Natur gleichsam mit zwei Rollen versehen sind: Die eine ist uns gemeinsam aufgrund des Umstands, dass wir alle Anteil haben an der Vernunft und ihrer Vorz\u00fcglichkeit, aufgrund deren wir aus dem Tierreich herausragen, von der alles sittlich Gute und Sch\u00f6ne sich herleitet und \u00fcber die wir einen Weg zur Auffindung des Passenden finden; die andere aber ist jene, die ganz speziell dem Einzelnen zugewiesen ist.\u201c (De off. 1, 107).<\/p>\n<p>Vernunft zu haben, sprachf\u00e4hig zu sein ist die Voraussetzung daf\u00fcr, im Weltgeschehen \u00fcberhaupt eine aktive Rolle zu spielen, und nicht lediglich lebendes Requisit oder Ausstattungsst\u00fcck zu sein. Eine vorgegebene Rolle selbst in Szene zu setzen, setzt voraus, sich \u00fcber seine Stellung im Ganzen und die zu erbringende Leistung wenigstens prinzipiell erkennend im Klaren zu sein. Alle Menschen haben Anteil an der Vernunft. Diese Gemeinsamkeit bedingt eine uns allen gemeinsame Rolle: die Rolle des prinzipiell freien B\u00fcrgers im Bereich des sittlich Guten und Sch\u00f6nen, dem Bereich der selbstgegebenen politischen und gesellschaftlichen Ordnung, dem Bereich der theoretischen Wissenschaften und praktischen K\u00fcnste, Bereiche, die den nicht-vernunftf\u00e4higen Tieren verschlossen sind.<\/p>\n<p>Drei Aspekte des hier ins Spiel gebrachten Vernunftbegriffs scheinen mir beachtenswert. Erstens: Die Vernunftf\u00e4higkeit ist uns Menschen gemeinsam. Man kann seine Rolle des Vern\u00fcnftig-seins niemals isoliert, sondern nur mit anderen Menschen realisieren. Vernunft ist eine Sache der Sprache. Sprache ist immer ein Spiel, das man miteinander spielt, nach Regeln, die allen gemeinsam sind. Zweitens: Vern\u00fcnftig-sein meint nicht nur und prim\u00e4r, sich \u00fcber einen Kanon rein formaler F\u00e4higkeiten und Regeln zu definieren. Vernunftf\u00e4higkeit wird vielmehr als M\u00f6glichkeit des Zugangs zu wahren Gedanken \u00fcber die Welt und den Sinn des Weltgeschehens verstanden. Und drittens: Vernunftf\u00e4higkeit schlie\u00dft die M\u00f6glichkeit ein, Leistungen des sittlich Guten und \u00e4sthetisch Sch\u00f6nen zu erbringen. Hier besteht eine Differenz zum Tierreich, die die Stoa sich nicht scheut, mit dem Ausdruck \u201e<em>praestantia\u201c<\/em> (Herausragen) zu benennen und zu bewerten.<\/p>\n<p>Eine \u00fcberzeugende Pers\u00f6nlichkeit wird man nur, wenn man diesen drei Aspekten der uns allen gemeinsamen Vernunft in seiner Person gerecht wird. Doch diese universalistische Seite menschlicher Vernunft reicht nicht. Wir m\u00fcssen auch die zweite Rolle erf\u00fcllen, die die Natur uns zugedacht hat, eine Rolle, die f\u00fcr uns als vern\u00fcnftige Individuen spezifisch ist. Diese Rolle er\u00f6ffnet sich einem genau beobachtenden und interpretierenden Blick auf unsere naturgegebene, unverdorbene Eigenart (De off. 1, 107-110). Das Ziel einer Gleichf\u00f6rmigkeit, Sch\u00f6nheit und Stimmigkeit des Lebens und Handelns (<em>aequabilitas universae vitae, tum singularum actionum, <\/em>De off. 1, 111) erreicht ein Mensch nur, wenn er in seiner Lebensf\u00fchrung auch seine naturgegebene Eigenart respektiert; man verfehlt sie, \u201ewenn man die Natur anderer nachahmt und die eigene aufgibt.\u201c (De off. 1, 111). \u201eWir haben n\u00e4mlich so zu handeln, dass wir nichts gegen die allgemeine Natur anstrengen, dass wir aber \u2013 in ihrem Rahmen \u2013 unserer eigenen Natur folgen, so dass wir, auch wenn andere Ziele gewichtiger und besser sind, unsere Bestrebungen doch am Ma\u00dfstab unserer eigenen Natur ausrichten\u201c (De off. 1, 110).<\/p>\n<p>Der Mensch ist nicht nur vernunftf\u00e4higes Gattungswesen, sondern auch, von der Natur dazu gedacht, einzigartiges Individuum. Man muss zu seiner nat\u00fcrlichen Eigenart stehen und ihr in Lebensplanung und Lebensf\u00fchrung Gestalt und Ausdruck verleihen. Gefordert ist hier n\u00fcchterne, ehrliche, kritische Selbstbeobachtung und Selbstbeurteilung. \u201eDaher m\u00f6ge jeder seine nat\u00fcrliche Art und Beschaffenheit erkennen und sich als durchdringender Richter seiner Vorz\u00fcge und unzul\u00e4nglichen Seiten erweisen, damit nicht die Schauspieler \u00fcber mehr Klugheit zu verf\u00fcgen scheinen als wir. Diese w\u00e4hlen n\u00e4mlich nicht die besten, sondern die f\u00fcr sie angemessensten St\u00fccke aus\u201c (De off. 1, 114).<\/p>\n<p>Welche Bedeutung diese durch unsere nat\u00fcrliche Eigenart vorgezeichnete Rolle f\u00fcr einen Stoiker besitzt, macht Ciceros Bemerkung zu Cato Uticensis\u2018 Suizid deutlich. Dieser hatte sich nach der gegen Caesars Truppen verlorenen Schlacht bei Tapsus (46 v. Chr.) selbst ins Schwert gest\u00fcrzt. Das Beispiel verdeutlicht, wie sehr die Stoa bei all ihrem humanen Universalismus einer Pluralit\u00e4t sehr verschiedener, selbstverantworteter, thematisch \u00fcberzeugender Lebensformen und Biographien Raum gibt: \u201eUnd diese Verschiedenheit der Naturen hat solche Kraft, dass mitunter der eine sich selbst den Tod zuf\u00fcgen muss, der andere aber in derselben Lage nicht. War denn etwa Marcus Cato in einer anderen Lage als die anderen, die sich in Afrika Caesar ergaben? Und doch h\u00e4tte man es den anderen vielleicht als Fehler (<em>vitium<\/em>) angerechnet, wenn sie sich das Leben genommen h\u00e4tten; und zwar deshalb, weil ihr Leben milder (<em>lenior<\/em>) und ihre Verhaltensweisen lockerer (<em>faciliores mores<\/em>) waren. Da die Natur Cato mit unglaublichem Ernst (<em>gravitas<\/em>) ausgestattet, und er diese Strenge mit best\u00e4ndiger Konsequenz verst\u00e4rkt hatte und stets seinem Vorsatz und einer einmal getroffenen Entscheidung treu geblieben war, musste er eher sterben als den Anblick des Tyrannen ertragen.\u201c (De off. 1, 112).<\/p>\n<p>Zu diesen beiden Rollen, der Rolle gemeinsamer Vernunft und der Rolle nat\u00fcrlicher Eigenart, kommen nun noch weitere dazu. Zu ihnen \u201egesellt sich eine dritte, die uns irgendwelche Zuf\u00e4lle oder die Zeitumst\u00e4nde zuweisen; und auch noch eine vierte, die wir uns selbst nach eigenem Urteil zuf\u00fcgen. Denn Dinge wie K\u00f6nigt\u00fcmer, milit\u00e4rischer Oberbefehl, Adel, Ehren\u00e4mter, Reichtum und Einfluss und ihr Gegenteil sind zufallsbedingt und von den Zeitumst\u00e4nden abh\u00e4ngig. Welche Rolle wir aber selbst spielen wollen, das geht aus unserem eigenen Willen hervor. So wenden sich die einen der Philosophie, die anderen dem b\u00fcrgerlichen Recht, wieder andere der Redekunst zu; und selbst im Falle der Tugenden will der eine in dieser, der andere in jener herausragen\u201c (De off. 1, 115).<\/p>\n<p>Die dritte <em>persona <\/em>hat offensichtlich die gesellschaftliche und politische Lage zum Inhalt, in der wir uns, durch Zufall und Zeitumst\u00e4nde bedingt, als Menschen vorfinden. Wir wissen, dass die Stoa keinen objektiven Zufall kennt: Wenn <em>wir <\/em>etwas zufallsbedingt nennen, so dr\u00fccken wir nur unser Unwissen aus \u00fcber das Netz der Ursachen, die zum besagten Ereignis oder zu der genannten Lage gef\u00fchrt haben. Alles, was von uns unabh\u00e4ngig ist und geschieht, ist vielmehr Ergebnis und Ausdruck vern\u00fcnftiger g\u00f6ttlicher Providenz und g\u00f6ttlichen Wirkens. Es ist Teil des von Gott uns zugedachten Lebensrahmens und der uns von seinem Geschick gebotenen Lebenssituation. Mit dieser unserer schicksalhaften Lage sind bestimmte Entscheidungen und Handlungsweisen als passend oder unpassend verbunden. Die vern\u00fcnftige Interpretation dieser Umst\u00e4nde bringt f\u00fcr den Einzelnen bestimmte Anforderungen, aber auch M\u00f6glichkeiten und Grenzen der selbstt\u00e4tigen und selbst zu verantwortenden Lebensf\u00fchrung zum Vorschein.<\/p>\n<p>Mit der vierten <em>persona <\/em>ist offensichtlich das alte ethische Motiv der <em>Lebenswahl <\/em>angesprochen. Sie ist einmal das Ergebnis einer freien Entscheidung, das Resultat der praktischen Reflexion auf die Aspekte der anderen drei Rollen. Sie ist zum anderen, wenn einmal getroffen und verfolgt, eine weitere ethische Determinante, wenn wir uns jeweils fragen, was zu tun f\u00fcr uns angemessen und passend ist. Die Rede ist vom <em>genus vitae<\/em>, vom <em>cursus vitae<\/em>, von der <em>via vitae<\/em>. Gemeint ist damit sowohl die grunds\u00e4tzliche Antwort auf die Frage, welche Art von Mensch man sein m\u00f6chte, als auch die Antwort auf die Frage, mit welcher Art von T\u00e4tigkeit in der Welt man prim\u00e4r sein Leben verbringen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Beides steht in engem Zusammenhang. Denn die Antwort auf die zweite Frage, ob man sich etwa f\u00fcr eine politische oder soziale oder \u00f6konomische, wissenschaftliche oder handwerkliche bzw. k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit entscheidet, ob man eine Ehe eingeht und Kinder zeugt oder den Weg des Junggesellen w\u00e4hlt, die Antwort auf diese Fragen befindet auch dar\u00fcber, welchem Tugendbereich man f\u00fcr sich selbst praktisch den Vorrang gibt. Unser Text empfiehlt bei dieser schwierigsten aller Entscheidungen vorrangig seiner unverdorbenen Naturanlage, also Talent, Neigung und Temperament Rechnung zu tragen. Nur so kann man, auf die Dauer seines Lebens, sich selbst treu bleiben.<\/p>\n<p>Ein gelingendes Leben basiert auf einer Einheit von Selbstwahl und Wahl der \u00e4u\u00dferen Lebenslaufbahn. Die Beschaffenheit, die man, in besonnener R\u00fccksicht auf seine nat\u00fcrliche Eigenart und die gegebenen Lebensumst\u00e4nde, sich selbst zu geben sich entschlie\u00dft, finden ihren stimmigen Ausdruck im haupts\u00e4chlichen T\u00e4tigkeitsbereich in der Welt.<\/p>\n<p>Dabei geht die Stoa mit dem Gedanken der Lebenswahl durchaus illusionslos um. Menschen geraten in der Regel auf eine Bahn, ehe sie selbst zureichend beurteilen und entscheiden k\u00f6nnen, was f\u00fcr sie das Beste w\u00e4re. \u201eMeistens l\u00e4sst man sich, von den Vorgaben der Eltern beeinflusst, zu ihrer Lebensweise bringen. Andere lassen sich vom Urteil der Menge bestimmen und w\u00fcnschen sich vor allem das, was der Mehrheit am sch\u00f6nsten scheint; einige schlagen gleichwohl ohne elterliche Weisung, sei es auf gut Gl\u00fcck, sei es dank einer guten Natur, den richtigen Lebensweg ein\u201c (De off. 1, 118).<\/p>\n<p>Kommt man, was durchaus sein kann, im Erwachsenenleben bei eingehender Selbstpr\u00fcfung zu dem Ergebnis, sich in der Wahl seines Lebenswegs geirrt zu haben, dann sollte man auf m\u00f6glichst undramatische Weise Profession, sozialen Umgang und Verhaltensweisen \u00e4ndern und sein Leben neu ordnen (vgl. De off. 1, 120).<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Die Kunst, vollkommen frei zu sein<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die stoische Lebenskunst gr\u00fcndet in einem bestimmten Verst\u00e4ndnis und Gebrauch von Freiheit. Das Besondere an ihr besteht in einer Verbindung von weltbezogenem Engagement mit radikaler Distanz zu allen G\u00fctern des Lebens. Ihre Kennzeichen sind einerseits Engagement, andererseits Gelassenheit. Ein Stoiker bem\u00fcht sich um die nat\u00fcrlichen menschlichen Lebensg\u00fcter, doch allemal so, dass er den Erfolg seines Bem\u00fchens dem Willen Gottes \u00fcberl\u00e4sst und das faktische Ergebnis, wie immer es ausf\u00e4llt, als gottgewollt begr\u00fc\u00dft. Worauf es ihm unbedingt ankommt, ist der gesunde Zustand seines Geistes, ist das Gut- und Richtigsein seines Denkens, Wollens und F\u00fchlens, das sich in allen Lebenslagen bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Epiktet ist der Autor, der in seinen Diatriben f\u00fcr uns am eindr\u00fccklichsten erl\u00e4utert, was stoische Freiheit besagt. Ein Stoiker privilegiert keine Herkunft, keinen Stand, kein Geschlecht, kein Alter, keinen Beruf. Er richtet sein Streben auf das, was ihm wahrhaft eigen ist, den Zustand und Gebrauch seiner Vernunft.<\/p>\n<p>\u201eFrei ist der, der lebt, wie er will\u201c (Diss. IV, 1, 1). Von Wollen im eigentlichen Sinn, so Epiktet, kann nur die Rede sein, wenn es vern\u00fcnftig ist, das hei\u00dft das objektiv Beste f\u00fcr den Wollenden zum Inhalt hat. Wer lebt, wie er will, verlangt nach dem Richtigen und vermeidet das Falsche. Vern\u00fcnftig indessen ist nur jenes Streben, dessen Erf\u00fcllung jederzeit in der Hand des Strebenden ist. Und die Erf\u00fcllung jenes Strebens ist stets in unserer Hand, das die intendierten Sachverhalte in der Welt unter dem Vorbehalt des Einklangs mit dem g\u00f6ttlichen Willen erstrebt, und damit auch das gottgewollte Scheitern des Bem\u00fchens willkommen hei\u00dfen kann. Wer so nach den Dingen und Zust\u00e4nden in der Welt trachtet, steht nicht unter Bedrohungen, Behinderungen und Zw\u00e4ngen, ist frei von \u00c4ngsten und Verwirrungen, von Tendenzen zur Selbstverbiegung und Selbstversklavung, von Entt\u00e4uschung und Frustration.<\/p>\n<p>Grundlegend f\u00fcr alle sinnvolle Sorge um sich und die Welt ist die Unterscheidung dessen, was wahrhaft in unserer Hand ist und was nicht. Was in unserer Hand ist, ist das Eigene (<em>oike<\/em><em>\u012b<\/em><em>on<\/em>), was nicht in unserer Hand ist, ist das Andere, das Fremde (<em>allotrion<\/em>). Alle Freiheit beruht auf der bedingungslosen Identifikation mit dem Eigenen, alle Unfreiheit und mit ihr alle Entfremdung und alles Ungl\u00fcck beruht auf dem Umstand, dass man Fremdes f\u00fcr Eigenes h\u00e4lt und sein Herz an vermeintlich Eigenes, in Wahrheit Fremdes h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Als Eigenes im strikten Sinn identifiziert Epiktet eine einzige Kraft und F\u00e4higkeit und die verschiedenen Leistungen dieser unserer F\u00e4higkeit; er nennt sie <em>dynamis logik<\/em><em>\u00ea, <\/em>Sprachf\u00e4higkeit bzw. Vernunft (Diss. I, 1, 4).<\/p>\n<p>Sie allein betrachtet und beurteilt sich selbst und alles andere; sie allein bestimmt das Verh\u00e4ltnis des Subjekts zu sich und der Welt. Ihre zentralen Leistungen sind unsere Annahmen, unser durch Gedanken bestimmtes Verlangen und F\u00fchlen, unser aversives und appetitives Bestreben. Im Blick auf diese Leistungen l\u00e4sst es sich als Verm\u00f6gen kennzeichnen, das die (meist unwillk\u00fcrlichen) Vorstellungen gebraucht, oder auch als Verm\u00f6gen, das entscheidet und w\u00e4hlt, weil es theoretisch und praktisch Stellung bezieht zu den Vorstellungen, die beanspruchen, Wahres oder Falsches, Gutes oder Schlechtes, Sch\u00f6nes oder H\u00e4ssliches, N\u00fctzliches oder Sch\u00e4dliches zu repr\u00e4sentieren. Die habitualisierte Grundentscheidung f\u00fcr eine freie Lebensform macht das aus, was man einen Charakter bzw. eine Pers\u00f6nlichkeit nennt. Der gro\u00dfe Charakter, der unter allen Umst\u00e4nden richtig Stellung nimmt zu den Vorstellungen, und nur er macht das Gute und Gl\u00fcckliche des menschlichen Lebens aus. Alles, was unserem Charakter und seinen Stellungnahmen \u00e4u\u00dferlich ist, hat lediglich als das Material zu gelten, in dem wir uns ausdr\u00fccken und unsere Beschaffenheit verwirklichen. Und dieses \u00c4u\u00dferliche m\u00f6gen die Lebensumst\u00e4nde eines Kaisers oder eines Sklaven, eines Gesunden oder Kranken, eines Armen oder Reichen sein.<\/p>\n<p>Epiktet interpretiert Freiheit also ganz und gar psychologisch und ethisch. Unfrei ist, wer seine Seele an Dinge h\u00e4ngt, die nicht uneingeschr\u00e4nkt in seiner Hand sind. Die L\u00f6sung von diesen Dingen verb\u00fcrgt Ausgeglichenheit, Gleichf\u00f6rmigkeit, Gelassenheit, Gl\u00fcck. Sie bedeutet die Befreiung aus sich selbst versklavender Entfremdung, eine Befreiung von affektiven seelischen Regungen und pathologischen Zust\u00e4nden. Ihr Ziel ist \u201eein harmonisches und ruhiges Streben\u201c, das in absoluter Weise auf das gerichtet ist, was im Bereich unserer souver\u00e4nen Wahl liegt, was gut und gegenw\u00e4rtig ist (Diss. IV, 1, 84).<\/p>\n<p>Entscheidend ist die Konzentration auf die Gegenwart; Vergangenes l\u00e4sst sich nicht mehr \u00e4ndern; \u00fcber K\u00fcnftiges verf\u00fcgen wir nicht. Entscheidend ist aber auch die Konzentration auf das Gute und Sch\u00f6ne. Es geht im stoischen Freiheitsverst\u00e4ndnis nicht um einen willk\u00fcrlichen Gebrauch unserer Vorstellungen. Ein Leben nach willk\u00fcrlichem Belieben ist gerade nicht souver\u00e4n, sondern l\u00e4sst sich von Launen und dem Reiz des Augenblicks bestimmen. Worauf es ankommt, ist der rechte Gebrauch unserer Vorstellungen. Und der durchweg rechte Gebrauch unserer Vorstellungen ergibt sich aus der konstanten Ausrichtung am begr\u00fcndeten \u201eWissen vom Leben im Ganzen\u201c (Diss. IV, 1, 118).<\/p>\n<p>Epiktet folgt der stoischen Theorie der Affekte. Ein Affekt ist nach diesem Verst\u00e4ndnis <em>eo ipso<\/em> etwas Negatives, weil Widervern\u00fcnftiges, etwas, was den Menschen verwirrt, zerrei\u00dft, bedr\u00fcckt, versklavt, sich selbst entfremdet. Ein Affekt ist ein Ph\u00e4nomen intensiven Gef\u00fchls, gewiss. Doch den Kern eines Affekts macht ein falsches Urteil bzw. eine falsche \u00dcberzeugung aus (vgl. Diss. IV, 1, 58; 68; 112), ein Fehlurteil bez\u00fcglich dessen, was wahrhaft gut oder schlecht ist, und was dementsprechend zu lieben oder zu verachten tunlich oder geboten erscheint. Jeder Affekt ist dadurch gekennzeichnet, dass man, sei es in Liebe oder Hass, in Lust oder Schmerz leidenschaftlich an etwas h\u00e4ngt, \u201ewas von Anderem abh\u00e4ngig und was verg\u00e4nglich ist\u201c (Diss. IV, 1, 77). Darunter fallen so vermeintlich Wichtiges wie der eigene Leib, seine Teile, seine Kr\u00e4fte, seine Gesundheit und Sch\u00f6nheit, der Besitz, der Ruf, die Ehren und \u00c4mter, ja auch die Kinder, die Eltern, die Geschwister und Freunde. Von all diesem muss man sich auf bestimmte Weise seelisch l\u00f6sen (vgl. Diss. IV, 1, 87).<\/p>\n<p>Man kann, ja soll dieses uns \u201e\u00c4u\u00dfere\u201c nehmen, wenn es sich schuldlos bietet; man soll auch, soweit es m\u00f6glich und passend ist, f\u00fcr es aktiv Sorge tragen. Doch man muss es jederzeit ohne Erregung, ohne Groll, ohne Schmerz und Trauer wieder lassen k\u00f6nnen, wenn es verloren geht. Kurz: Die sogenannten G\u00fcter des Lebens gilt es zu besitzen, als ob man sie nicht besitzt. Und die sogenannten \u00dcbel des Lebens sind, wenn unvermeidbar, gelassen hinzunehmen, ja als von Gott gewollte Gelegenheit zur Bew\u00e4hrung des eigenen Charakters willkommen zu hei\u00dfen. All dieses gilt es als etwas uns \u00c4u\u00dferliches, Nicht-Eigenes, Fremdes zu betrachten, was es ja tats\u00e4chlich ist (Diss. IV, 1, 87).<\/p>\n<p>Wer an nicht-eigenen G\u00fctern, wer an welthaften Dingen und Sachverhalten mit \u201eHerzblut\u201c h\u00e4ngt, setzt sich der Furcht vor ihrem Verlust aus, ist \u00fcber sie behinderbar, verletzbar, erpressbar, ist unausweichlich bedr\u00e4ngenden, bedr\u00fcckenden, beunruhigenden und verwirrenden Sorgen, Irritationen, Zw\u00e4ngen und Schmerzen unterworfen. Und er macht sich damit jenen zu Sklaven, die Macht \u00fcber diese Dinge besitzen bzw. zu besitzen scheinen. Er ist nicht Autor seines Lebens; er ist fremdbestimmt. Frei werden wir nicht durch den m\u00f6glichst gro\u00dfen Besitz von allseits Begehrtem, sondern durch den Abbruch unserer Begierde nach Dingen, die uns nicht wahrhaft eigen sind.<\/p>\n<p>Frei werden wir nach Epiktet also dadurch, dass wir uns von unserer Bindung an Nicht-Eigenes l\u00f6sen und alle au\u00dfermoralischen G\u00fcter und \u00dcbel f\u00fcr sich genommen als etwas Gleichg\u00fcltiges (<em>adiaphoron<\/em>) betrachten. Doch dies besagt nicht, dass die Stoa auch die Art des Umgangs mit diesen Dingen f\u00fcr gleichg\u00fcltig erkl\u00e4rt und einem Libertinismus des Weisen das Wort geredet h\u00e4tte, im Gegenteil. \u201eDas Material ist gleichg\u00fcltig, wie man mit ihm umgeht, ist nicht gleichg\u00fcltig\u201c (Diss. II, 5, 1). Epiktet gesteht zu, dass es schwierig ist, die n\u00f6tige Sorgfalt des Umgangs mit Nicht-Eigenem mit einer standfesten Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber seinem tats\u00e4chlichen Gewinn, Besitz oder Verlust zu verbinden. Doch es ist nicht unm\u00f6glich. W\u00e4re es unm\u00f6glich, w\u00e4re der Mensch eine Fehlkonstruktion der Natur, k\u00f6nnte ein Mensch in seinem Leben nicht frei und gl\u00fccklich werden (Diss. II, 5, 9). Die Natur freilich ist g\u00f6ttlich und vern\u00fcnftig.<\/p>\n<p>Gott bzw. die g\u00f6ttliche Allnatur hat uns mit nat\u00fcrlichen Neigungen ausgestattet, die der Erhaltung und Entfaltung unserer spezifischen Menschennatur dienen. Diesen Neigungen entsprechen die unserer Natur gem\u00e4\u00dfen Dinge und Sachverhalte (<em>ta kata physin<\/em>). Mit der Entwicklung und Reifung unserer Vernunft und der Erfahrung kontinuierlichen vernunftgem\u00e4\u00dfen Verhaltens werden wir dessen inne, dass die dem Menschen spezifische und st\u00e4rkste Neigung der eigenen Vernunft und ihrem Wohlsein gilt. Ihr sind alle anderen Neigungen nachgeordnet. In normalen Umst\u00e4nden kommen alle unsere nachgeordneten nat\u00fcrlichen Neigungen mit ihren Zielen zu ihrem begrenzten Recht. In au\u00dfergew\u00f6hnlichen Umst\u00e4nden, die als besondere Zeichen Gottes zu verstehen sind, kann es passend sein, sich gegen sie zu entscheiden. In Epiktets Worten: \u201eChrysipp sagt treffend: Solange mir das Kommende verborgen ist, werde ich mich stets an das halten, was von Natur aus geeigneter ist zum Erreichen der naturgem\u00e4\u00dfen Dinge. Denn der Gott hat mich so gemacht, dass ich dieses bevorzuge. W\u00fcsste ich dagegen, dass mir jetzt krank zu sein bestimmt ist, w\u00fcrde ich auch danach streben\u201c (Diss. II, 6, 9-10).<\/p>\n<p>Die Verbindung von Engagement und Gelassenheit bez\u00fcglich Welthaftem gelingt in stoischer Sicht nur \u00fcber eine theologische Interpretation der nat\u00fcrlichen Neigungen und des Weltgeschehens und eine philosophisch-religi\u00f6se \u00dcberantwortung von Handlungsergebnissen und Widerfahrnissen an die g\u00f6ttliche Weltvernunft. Man m\u00fcsse genau unterscheiden zwischen dem, was Gott uns zu eigen gegeben und was er f\u00fcr sich behalten hat. Wahrhaft zu eigen habe er mir nur meine Vernunft, mein W\u00e4hlen und dessen intentionale Objekte (<em>ta prohairetika<\/em>) gegeben (Diss. IV, 1, 100). Alles \u00dcbrige behalte er ersichtlich in seiner Hand und seinem Ermessen. Der Gott ist darin allemal der St\u00e4rkere. Alle Behinderung, aller Zwang, alle Entfremdung w\u00fcrden f\u00fcr den aufgehoben, der \u201egenau auf den Willen und die Verwaltung Gottes achtet\u201c (Diss. IV, 1, 100), sein Streben Gott anheimgibt (IV, 1, 89), sich in seiner Lebensreise Gott anschlie\u00dft (IV, 1, 98), das hei\u00dft alles Liebe und Teure und vermeintlich Angeh\u00f6rende, aber in Wahrheit Fremde dem Gesetz der g\u00f6ttlichen Weltverwaltung und dem Gehorsam ihm gegen\u00fcber unterstellt (IV, 1, 159), kurz: Alles Schicksalhafte als g\u00f6ttliche Gabe versteht und als solche bejaht. Der willige Gehorsam gegen\u00fcber dem h\u00f6heren g\u00f6ttlichen Willen bedeutet seinerseits keinerlei Selbstaufgabe und Selbstentfremdung. Sind wir doch Abk\u00f6mmlinge Gottes, ja, als Vernunftwesen wesensgleiche, auf Zeit der abbildhaften Selbst\u00e4ndigkeit \u00fcberantwortete Teilchen der umfassenden g\u00f6ttlichen Vernunft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Kunst, im Einverst\u00e4ndnis mit dem Tod zu leben<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Kaiser Mark Aurel pr\u00e4gte eine markante Formel, die als oberster praktischer Grundsatz seinen Alltag bestimmen sollte, und die er sich h\u00e4ufig in Erinnerung rief: \u201eHandle so, als w\u00e4re es das Letzte, was du tust\u201c (Med. 2,5; vgl. 2, 11; 7, 69; 8, 2; 10, 29). Und er verwies darauf, was die Befolgung dieser Devise f\u00fcr das Leben nach sich zieht: Wer sich gewisserma\u00dfen kontrapunktisch immer wieder das eigene Ende vergegenw\u00e4rtigt, wird gelassen, affektfrei und vern\u00fcnftig leben. Mark Aurel steht mit diesem Gedanken nicht allein. Alle hellenistische und kaiserzeitliche Philosophie ist sich dar\u00fcber im Klaren, dass nur der richtig zu leben wei\u00df, der mit dem eigenen Tod auf vertrautem Fu\u00dfe steht. Die Philosophie zeigt uns, wie vern\u00fcnftig zu leben sei; und die Kunst zu leben ist ohne die Kunst zu sterben nicht zu haben (vgl. etwa Seneca, <em>Briefe an Lucilius<\/em> 98, 17 und 68, 1).<\/p>\n<p>Physik und Ethik sind in der stoischen Philosophie eng miteinander verwoben. Die Stoiker waren Korporalisten. Nur K\u00f6rperliches \u201eist da\u201c, existiert (<em>hyparchei<\/em>) im eigentlichen Sinn des Wortes. Nichts Existentes entsteht aus dem Nichts, nichts Existentes vergeht in Nichts. Alles Entstehen und Vergehen ist nur Verwandlung. Den Tod haben wir nicht als Vernichtung, sondern als Verwandlung (<em>metabol<\/em><em>\u00ea<\/em><em>, alloi<\/em><em>\u014d<\/em><em>sis<\/em>) zu verstehen. Sinnlich Erfahrbares ist als konkrete Verbindung bzw. Mischung von Elementen zu denken. Solche Verbindungen l\u00f6sen sich nach nat\u00fcrlichen Gesetzen wieder auf und verbinden sich neu. Sterben und Tod sind eine Trennung (<em>ch<\/em><em>\u014d<\/em><em>rismos<\/em>) der feink\u00f6rperlichen Seele vom grobk\u00f6rperlichen Leib und der allm\u00e4hlichen Aufl\u00f6sung von beiden (SVF I, 137-139; DL 10, 65). Das Vergehen eines Dinges ist Anlass und Grund zum Entstehen eines neuen. Ohne Aufl\u00f6sung kein Vergehen von Reifem, Welkem und Altem und Entstehen von Neuem, Jungem und Frischem. Alles Leben auf Erden lebt von der Aneignung und Verwandlung von Anderem (Med. 8, 18). Die Mittel, von denen wir leben, w\u00fcrden zu knapp, der Bereich, in dem man lebt, w\u00fcrde zu eng, wenn alles, was ins Dasein tritt, f\u00fcr immer leben w\u00fcrde (vgl. auch Epiktet Diss. IV, 1, 106). Die Gesetze, die die nat\u00fcrlichen Prozesse regieren, sind dem Wohl des Ganzen zutr\u00e4glich und vern\u00fcnftig; zu sterben ist ein Prozess, der von einem vern\u00fcnftigen Gesetz der Natur bestimmt und geleitet wird.<\/p>\n<p>Die Kunst zu leben ist an ein Studium und Verst\u00e4ndnis der Natur gebunden. Chrysipp dr\u00fcckt diesen Gedanken in einer trockenen Formel \u00fcber das Ziel des menschlichen Lebens aus, n\u00e4mlich \u201ezu leben in \u00dcbereinstimmung mit der Erfahrung des tats\u00e4chlichen Verlaufs der Dinge\u201c (Diogenes Laertius 7, 87). Und Seneca erl\u00e4utert, was diese \u00dcbereinstimmung praktisch besagt: Wer nicht sterben m\u00f6chte, w\u00fcnscht im Grunde auch nicht zu leben; denn das Leben ist uns unter der Bedingung seiner Endlichkeit, das hei\u00dft des Sterbens und des Todes gegeben (Epist. 30, 10). Epiktet kommentiert den Grundsatz auf seine drastische Art: Man habe, was sich als unab\u00e4nderlich und f\u00fcr das Wohl des Ganzen sinnvoll erweist zu akzeptieren, ja willkommen zu hei\u00dfen. Sich zu beklagen, zu murren, aufzubegehren, in Gedanken, in Gef\u00fchlen oder in Taten, das sei vergeblich, unvern\u00fcnftig, undankbar, destruktiv.<\/p>\n<p>Es mache einen selbst nur ungl\u00fccklich und st\u00f6re die gemeinschaftliche Feier des Festes des Lebens. Wer dieses Fest nicht mittragen und mitfeiern wolle, sei nicht zur Teilnahme gezwungen; das Tor sei allemal offen, man k\u00f6nne gehen (Epiktet, Diss. 4,1, 101-108).<\/p>\n<p>Schl\u00fcsselw\u00f6rter stoischen Naturverst\u00e4ndnisses sind \u201eEinheit (<em>hen<\/em><em>\u014d<\/em><em>sis<\/em>)\u201c, \u201eOrdnung (<em>taxis<\/em>)\u201c, \u201eVorsehung (<em>pronoia<\/em>). Kausal verantwortlich f\u00fcr die geordnete Struktur des Kosmos und die Prozesse des kosmischen Geschehens ist nach stoischer Auffassung das dem Kosmos immanente g\u00f6ttliche Prinzip, das alles belebt und auf \u00e4u\u00dferst vern\u00fcnftige Weise wirkt, gestaltet und lenkt (vgl. Mark Aurel, Med. 4, 27). Es arbeitet mit kontinuierlichem Wandel, indem es in ewigen Kreisl\u00e4ufen Neues durch die Aufl\u00f6sung von Altem schafft (vgl. Med. 4, 36). Durch das Gesetz des permanenten regenerativen Wandels bereitet der g\u00f6ttliche Kosmos sich selbst sein Heil (<em>s<\/em><em>\u014d<\/em><em>zei<\/em>); das Entstehen und Vergehen der einzelnen Dinge ist notwendig f\u00fcr das Wohlsein des Ganzen (vgl. Med. 2, 3).<\/p>\n<p>Der oberste Grundsatz stoischer Ethik \u201eder Natur gem\u00e4\u00df leben\u201c meint zuallererst, sich selbst als ein Teilchen, als integralen Teil eines wohlgeordneten g\u00f6ttlichen Ganzen zu wissen und zu f\u00fchlen und entsprechend zu streben und zu handeln. Wenn du gl\u00fccklich sein willst, hast du dich vollkommen mit diesem Ganzen zu identifizieren, dein kleines Los anzunehmen und die dir zugeteilte kleine Rolle in diesem gro\u00dfen Prozess und festlichen Spiel des g\u00f6ttlichen Kosmos zu erf\u00fcllen. Denn alle Dinge und Ereignisse sind miteinander verbunden, und alle tragen zum g\u00f6ttlichen Leben, zum Wohlsein und Gelingen des Ganzen bei (vgl. Med. 4, 40).<\/p>\n<p>Der Mensch ist ein sehr kleiner, gleichwohl ein privilegierter Teil des Ganzen. Er ist ein sprach- und vernunftf\u00e4higes Lebewesen. Dadurch ist er in der Lage, f\u00fcr eine begrenzte Zeit auf eine bewusste und aktive Weise am g\u00f6ttlichen Leben teilzunehmen und mitzuwirken. Der menschliche Geist ist Abk\u00f6mmling und Teil des g\u00f6ttlichen Geistes, der den gesamten Kosmos durchdringt und gestaltet. Er erreicht seine Vollendung, wenn er die g\u00f6ttliche Ordnung der Welt erkennt und repr\u00e4sentiert, wenn er sich selbst in \u00dcbereinstimmung mit dieser Ordnung wei\u00df und diese Harmonie in seinem F\u00fchlen, Streben und Verhalten ausdr\u00fcckt und nachahmt (vgl. Cicero ND 2, 37; Poseidonios, Edelstein-Kidd Frgm. 186; Epiktet, Diss. 1, 6, 19-20).<\/p>\n<p>Zwei Gedanken, die in der stoischen Physik gr\u00fcnden, sind es, die helfen sollen, mit dem ehernen Faktum zurechtzukommen, dass unser Leben ein Ende hat. Erstens, dass die Elemente, die uns konstituieren und im Tod sich aufzul\u00f6sen beginnen, unverzichtbar zur Konstitution neuer Dinge gebraucht werden. Zweitens: dass unsere sprachf\u00e4hige Seele in den zeugenden und geb\u00e4renden \u201eScho\u00df\u201c des g\u00f6ttlichen Geistes zur\u00fcckkehrt, aus dem alle Dinge und Ereignisse der Welt entstehen und in ihrer Verbindung und Abfolge ein harmonisches Ganzes bilden. \u201eDu bist als Teil ins Dasein gekommen; du wirst in das hineinverschwinden, was dich erzeugt hat; oder besser, du wirst durch Verwandlung wieder aufgenommen in seine samenartige Vernunft (<em>logos spermatikos<\/em>)\u201c (Mark Aurel, Med. 4, 14).<\/p>\n<p>Die Stoiker sind Pantheisten. Manche Texte, wie etwa der Zeus-Hymnus des Kleanthes, klingen so, als h\u00e4tten sie einen personalen Gottesbegriff, zumal sie vom g\u00f6ttlichen Prinzip in Begriffen des Geistes und der Vernunft sprechen. Sie betrachten den Kosmos im Ganzen als ein einziges, vern\u00fcnftiges, periodisch sich entfaltendes, sich differenzierendes und wieder in einen samenartigen Zustand sich zur\u00fcckziehendes g\u00f6ttliches Lebewesen. Dies er\u00f6ffnet die systematische M\u00f6glichkeit, das g\u00f6ttliche Ganze wie eine Person zu betrachten und sein belebendes, leitendes und gestaltendes Prinzip aus der Perspektive des Menschen als g\u00f6ttlichen Vater anzusprechen (vgl. DL 7, 147) und sich selbst als \u201eGottes Sohn\u201c (vgl. Epiktet Diss. IV, 1, 2; I, 9, 6).<\/p>\n<p>Identit\u00e4t mit und Differenz zum g\u00f6ttlichen Ganzen bestimmen das menschliche Leben. Dieses ist gekonnt und vollkommen, wenn das von ihm objektiv Gewollte, das<em>, was<\/em> es jeweils will, dem entspricht, was Gott will, und wenn die subjektive Art seines F\u00fchlens und Strebens von unbegrenztem Vertrauen in die Weisheit und G\u00fcte der g\u00f6ttlichen Weltverwaltung getragen wird. Dem Abbau aller Selbstbefangenheit und der Hingabe und \u00dcberantwortung aller Regungen des Gem\u00fcts an das g\u00f6ttliche Ganze dient die personale, religi\u00f6s-theologische Sprache der Stoa.<\/p>\n<p>Gleichwohl besteht ein grundlegender Unterschied der stoischen Religiosit\u00e4t zur christlichen. Der Stoiker versteht sich als wesensgleiches Teilchen Gottes, der Christ betont die immense Differenz zwischen dem Sch\u00f6pfer und allem Geschaffenen. Der Stoiker setzt auf die g\u00f6ttliche Kraft seiner Vernunft, der Christ wei\u00df sich als schwacher S\u00fcnder und setzt auf die g\u00f6ttliche Gnade, die seiner Schw\u00e4che aufhilft. Der Stoiker betont die M\u00f6glichkeit begrenzten, doch sicheren Erkennens und Wissens vom g\u00f6ttlichen Ganzen, der Christ vertraut in Glaube, Hoffnung und Liebe auf Gott, der ihm nah und doch, als der ganz Andere, auch dunkel und fern ist. Der Christ hofft, am \u201eEnde der Tage\u201c allem Elend entronnen und als Individuum f\u00fcr immer in seliger Gemeinschaft mit Gott zu sein. Der Stoiker versteht sich als entstehendes und vergehendes \u201eTeilchen\u201c Gottes, das voll und ganz der jeweiligen Gegenwart lebt, seine nat\u00fcrliche Partikularit\u00e4t und Endlichkeit bejaht und sich im umfassenden g\u00f6ttlichen Leben eingebunden und aufgehoben wei\u00df.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stoa war die bedeutendste Bewegung der hellenistischen Philosophie. Vom dritten vorchristlichen bis zum ersten nachchristlichen Jahrhundert hingen ihr eine gro\u00dfe Zahl der Gebildeten im griechisch-r\u00f6mischen Kulturkreis an. Ihr Einfluss blieb nicht auf die pagane Antike beschr\u00e4nkt. 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