{"id":32295,"date":"2023-07-17T14:35:23","date_gmt":"2023-07-17T12:35:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=liturgie-in-der-stadt-4"},"modified":"2025-04-23T11:52:48","modified_gmt":"2025-04-23T09:52:48","slug":"der-stadt-bestes-stadt-ohne-gott-liturgie-in-der-stadt","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/der-stadt-bestes-stadt-ohne-gott-liturgie-in-der-stadt\/","title":{"rendered":"Der Stadt Bestes &#8211; Stadt ohne Gott?"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Stadt ohne Gott?<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Buch von Harvey Cox, das 1965 zum ersten Mal in englischer und kurz danach in deutscher Sprache erschienen ist, gab viel zu reden. Der amerikanische Originaltitel des Buches lautete ins Deutsche \u00fcbertragen <em>Die s\u00e4kulare Stadt. S\u00e4kularisation und Urbanisation in theologischer Perspektive<\/em>. In Deutschland hat das Buch den etwas rei\u00dferischen, aber pr\u00e4gnanten Titel <em>Stadt ohne Gott?<\/em> bekommen. Harvey Cox war Theologieprofessor an der Harvard Divinity School und geh\u00f6rte zu denjenigen amerikanischen Theologen, die dem Zusammenhang von Religion, Kultur und Gesellschaft besonders intensiv nachgesp\u00fcrt haben. Cox zeichnet in seinem Buch ein eindr\u00fcckliches Bild der Stadt in der Moderne. Wie ein Fanfarensto\u00df muten die ersten S\u00e4tze seines Buches an: \u201eDie Heraufkunft einer urbanen Zivilisation und der Zusammenbruch der traditionellen Religionen sind die beiden bestimmenden Kennzeichen unserer Zeit &#8230; Heute steht die s\u00e4kularisierte Gro\u00dfstadt sowohl als Muster unseres Zusammenlebens da wie als Symbol unseres Weltverst\u00e4ndnisses.\u201c<\/p>\n<p>Cox verstand das Zeitalter der s\u00e4kularisierten Stadt als ein Zeitalter der v\u00f6lligen Religionslosigkeit. Fragen der Moral oder des Lebenssinns lassen sich nicht l\u00e4nger durch religi\u00f6se Regeln oder Rituale beantworten. Die S\u00e4kularisierung sei ein Faktum und wenn wir \u00fcberhaupt unsere Zeit verstehen und auf sie eingehen wollen, m\u00fcssten wir lernen, sie in ihrer unaufhaltsamen S\u00e4kularisierung zu lieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Stadt mit Religion?<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe ein wenig gemogelt. Nicht ich, sondern mein inzwischen emeritierter und gesch\u00e4tzter Kollege Albrecht Gr\u00f6zinger aus Basel hat vor 20 Jahren Harvey Cox wieder ausgegraben \u2013 um ihm zuzustimmen und zu widersprechen! Denn es sei un\u00fcbersehbar, so Gr\u00f6zinger, dass in das Buch grandiose Irrt\u00fcmer eingeschrieben sind, was die Zukunft der Religion angeht. Cox habe zwar 1965 hellsichtig erkannt, dass der Vorgang der Verst\u00e4dterung ein umfassender kultureller Vorgang sei, der in seiner Tragweite kaum \u00fcbersch\u00e4tzt werden k\u00f6nne. Geirrt habe sich Cox aber darin, dass er kulturelle Urbanisierung und Globalisierung nahezu bruchlos mit einem Abnehmen der Religiosit\u00e4t in diesem neu entstehenden globalen Kulturraum gleichgesetzt hat.<\/p>\n<p>\u201eHeute k\u00f6nnen wir beobachten, dass diese gegenl\u00e4ufige Korrelation mit Sicherheit eine Fehlprognose war. Religion boomt heute geradezu. Urbanisierung und Globalisierung sind in ihren Folgen weniger religionskritisch oder religionszersetzend als vielmehr religionsproduktiv. Globalisierung und Urbanisierung produzieren Religion.\u201c<\/p>\n<p>Gr\u00f6zinger argumentiert mit einem funktionalen, offenen und anthropologisch fundierten Religionsbegriff. Was er <em>Passagenreligiosit\u00e4t<\/em> nennt, zeige sich auch in der modernen Stadt. Aus der Religionszerst\u00f6rerin wird eine Religionsproduzentin. Stadtarchitektur sei immer auch Ausdruck des impliziten und expliziten Lebensentwurfs der Menschen. Und dieser habe sich ge\u00e4ndert. Gr\u00f6zinger erinnert an das Ideal des st\u00e4dtebaulichen Kahlschlags in den 1960er und 1970er Jahren, das Cox\u2018 Wahrnehmung bestimmte. Es war das Ideal der durchrationalisierten Stadt, das st\u00e4dtebauliche Konzept Ausdruck einer \u00f6konomischen Gesellschaft, die effiziente Produktions- und Konsumationsbereiche brauchte. Ende der 1980er Jahre \u00e4nderte sich das. Stichworte, die Gr\u00f6zinger nennt, sind: Museums-Boom, verkehrsberuhigte Zonen, neue Pl\u00e4tze und Passagen sowie \u00f6kologisches Bauen. Der Gesichtspunkt der \u00d6konomie war nicht mehr konkurrenzlos wichtig. Im St\u00e4dtebau wurde die alte Weisheit wiederentdeckt, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt. \u201eDie Menschen entdeckten sich neu in ihren sozialen, geselligen und kulturellen Bed\u00fcrfnissen. Deshalb werden pl\u00f6tzlich die Museen wieder wichtig. Deshalb braucht es menschenfreundliche Pl\u00e4tze der Begegnung\u201c, so Gr\u00f6zinger.<\/p>\n<p>Es kommt in dieser Neuorientierung etwas zum Ausdruck, das Gr\u00f6zinger das Passage-Bed\u00fcrfnis nennt. Gemeint ist damit die Erfahrung der Mehrdimensionalit\u00e4t der <em>Conditio humana<\/em>, die Erfahrung n\u00e4mlich, dass wir Menschen an unserer Menschlichkeit Schaden nehmen, wenn wir in unserem Menschsein auf eine Funktion festgelegt oder gar reduziert werden.<\/p>\n<p>\u201eDer Mensch begegnet sich in der Passage als der Mensch in seinem Nicht-festgelegt-Sein, in seiner \u00dcberg\u00e4ngigkeit. Der Mensch sucht und begegnet sich in seinem Geheimnis. Und dies ist genau der Ort, wo die Religion ins Spiel kommt. Wenn die St\u00e4dte unserer Gegenwart nicht mehr allein St\u00e4tten der \u00f6konomischen Effizienz sind, sondern St\u00e4tten menschlicher Selbst-Erkundung und menschlicher Selbst-Deutung, dann werden die Museen mit ihren Bildern und Symbolen zu Kultst\u00e4tten des postmodernen Menschen. Dann werden die Passagen und Orte zu rituellen St\u00e4tten der Selbst-Begegnung und Selbst-Findung. Und deshalb k\u00f6nnen wir mit gutem Grund davon sprechen, dass in unsere St\u00e4dte das Heilige als Grundsymbol des menschlichen Geheimnisses zur\u00fcckgekehrt ist.\u201c<\/p>\n<p>Und genau dies habe Harvey Cox vor vierzig Jahren nicht vorausgesehen, diese R\u00fcckkehr des Heiligen in die Stadt, wie sie in der Architektur und auch in der Literatur der Gegenwart un\u00fcbersehbar sei. Das Defizit des Buches bestand nicht in diesem theoretischen Setting, sondern in der \u00fcberzogenen Prognose beziehungsweise in dem bruchlosen Fortschreiben einer Entwicklung, die Cox zu einem bestimmten Zeitpunkt beschrieben hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Neue Ausgangslage<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit dieser Relekt\u00fcre sind wieder 20 Jahre ins Land gegangen und ich bin versucht, Gr\u00f6zingers kritische Diagnose von Cox auf seine eigene Gegenwartsdeutung anzuwenden. Mir geht es mit seiner Prognose, wie es ihm mit Cox ergangen ist. Es stimmt vieles, aber nicht ganz.<\/p>\n<p>Interessant finde ich, wie Gr\u00f6zinger seine These begr\u00fcndete. Er argumentierte mit dem Wandel, der sich im st\u00e4dtischen Raum manifestierte. Wir sind inzwischen an einem anderen Ort in der Urbanisierungsdebatte. Da sind einerseits die regionalen Unterschiede: Stadt ist nicht Stadt und in der Stadt sind diverse Zonen. Die City unterscheidet sich von den Vorst\u00e4dten und dem Agglomerationsbrei. Dasselbe gilt auch f\u00fcr den Religionsdiskurs. Die Spiritualisierung der Religion macht Differenzierungen n\u00f6tig. Welche Substanz muss religi\u00f6ses Leben haben, damit es noch als solches wahrgenommen werden kann? In welchem Aggregatszustand der Religion kann der im Begriff der Religion angelegte R\u00fcckhalt in der Tradition noch erkannt werden? Wo geht das Feste ins Fluide \u00fcber? Und wann l\u00f6st sich das Fluide ins Fl\u00fcchtige auf, um zu verdampfen und zu verschwinden?<\/p>\n<p>An beiden Enden der Verbindung von Stadt und Religion zeigen sich Aufl\u00f6sungserscheinungen. Sie geben Anlass zu Fragen. Was l\u00e4sst sich sagen \u00fcber den Gang in die Stadt? Warum suchen Menschen immer noch ein Zentrum? Wie lassen sich die unterschiedlichen Gangarten unterscheiden? Ich denke, dass die Frage nach dem Umgang mit R\u00e4umen und der Begehung im Raum einen Zusammenhang mit dem Gang zum Heiligtum haben, das einen Ort hat und Ort ist. Es geht mir um das biblische Ged\u00e4chtnis der Pilgerschaft und den Ortsverlust, der in der Diaspora erfahren wird und gleichsam auf Umwegen wieder auf die Frage des St\u00e4dtebaus zur\u00fcckf\u00fchrt. Mich interessiert dabei speziell die Weggemeinschaft, die auf dem Weg zum Tempel und bei Begegnungen im Tempel entstehen kann. Wo versammeln sich Pendler, Pilger und Touristen und was verbindet sie mit den Sesshaften?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Begegnung im Kirchenraum <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich bin privilegiert. Mein Arbeitsplatz ist das Geb\u00e4ude des Theologischen Seminars \u2013 ein Anbau zum Gro\u00dfm\u00fcnster, dem Wahrzeichen und Mittelpunkt des historischen Z\u00fcrichs. Aus meinem Fenster sehe ich auf den Zwingli-Platz, sehe die Menschen, die Schlange stehen, um einen Blick ins Innere der Kirche zu erhaschen. Der Kirchenbesuch ist in. Es gibt ein Projekt der Gro\u00dfm\u00fcnster-Gemeinde, das darauf reagiert. Es hei\u00dft Seelsorge und Liturgie im Kirchenraum.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein kirchliches Projekt, das sich dem Kirchenbesuch widmet, ist das eigentlich ein seltsamer Titel! Was soll denn sonst im Kirchenraum geboten werden? Wenn man sich aber die 250.000 Menschen, die j\u00e4hrlich das Gro\u00dfm\u00fcnster besuchen, genauer anschaut, wird der seltsame Projektname plausibel. Es sind gr\u00f6\u00dftenteils Touristen. Sie suchen etwas in diesen Mauern, was sie sonst nicht finden. Aber nicht unbedingt Liturgie und Seelsorge.<\/p>\n<p>Die projektverantwortliche Pfarrerin, Monika Frieden, die seit 2017 den Pr\u00e4senzdienst zusammen mit Freiwilligen vorsieht, hat sich \u00fcberlegt, wie man Besucher auf die M\u00f6glichkeit des Gespr\u00e4chs aufmerksam machen kann. Es soll durch eine Geste der Gastfreundschaft geschehen, sichtbar durch eine Tafel beim Eingang zum Gro\u00dfm\u00fcnster mit dem Portrait der jeweils verantwortlichen Pfarrpr\u00e4senzperson. Da steht: \u201ePastor in Church, ask me a question!\u201d Und wie geschieht Liturgie?<\/p>\n<p>\u00dcber die Mikrofonanlage werden die Menschen in gewissen zeitlichen Abst\u00e4nden begr\u00fc\u00dft und es folgt die Einladung, sich f\u00fcr einige Minuten zu einem Kurzimpuls hinzusetzen oder auch im Raum weiter zu wandeln. Man kann zuh\u00f6ren, muss aber nicht. Man kann den Raum verlassen. Die T\u00fcren bleiben offen, auch w\u00e4hrend der biblischen Impulse. Die Kirche bleibt mit einer \u201ewohl dossierten Beharrlichkeit\u201c Gastgeberin im Kirchenraum. Sowohl die seelsorgerliche wie die liturgische Aktivit\u00e4t geschehen diskret und sensibel. Menschen erleben Kirche in der Kirche, wenn sie sich darauf einlassen.<\/p>\n<p>Die Einladung, der Pfarrerin in der Kirche Fragen zu stellen, ist der Einsicht geschuldet, dass der \u00dcbergang \u00dcbersetzer braucht. Eine Theologie-Studentin engagiert sich als Freiwillige und steht an Samstagnachmittagen im Gro\u00dfm\u00fcnster. Sie hat von sehr eindr\u00fccklichen Begegnungen berichtet. Sie hat mir erlaubt, eine zu erz\u00e4hlen. \u201eEine Frau kommt auf mich zu. Sie \u00e4u\u00dfert den Wunsch, dass ich sie segne. Gestern sei leider niemand hier gewesen, der das h\u00e4tte tun k\u00f6nnen, darum sei sie heute nochmals gekommen. Ich sage ihr, dass ich das gerne machen w\u00fcrde und frage, ob sie denn eine bestimmte Vorstellung h\u00e4tte? Nein, einfach so, wie ich das jeweils machen w\u00fcrde. Ich lade sie in die 12-Boten-Kapelle ein. Wir sprechen leise und ich erfahre, dass ihr erwachsener Sohn wegen eines Sportanlasses in Z\u00fcrich sei und sie mit ihm hier sei. Wir stehen am alten Taufstein und betrachten die Schwimmkerzen, die wir angez\u00fcndet haben. Ich schlage ihr vor, dass ich gerne beten und sie segnen w\u00fcrde und ob es recht sei, wenn ich ihr dabei meine Hand auf die Schulter legen w\u00fcrde. Die Frau nickt, nimmt an und l\u00e4sst geschehen. Selbst mein abenteuerliches Englisch scheint die Kraft von Gottes Segen nicht zu beeintr\u00e4chtigen. Nach meinem Amen strahlt die Frau und freut sich, dass ihr ein Engel begegnet sei im Gro\u00dfm\u00fcnster, das passiere einem in Kirchen sonst eher nicht so oft.\u201c<\/p>\n<p>Das ist eine sch\u00f6ne Geschichte. Sie macht allerdings auch ein wenig nachdenklich. Sind die Kirchenr\u00e4ume nicht f\u00fcr solche Erfahrungen gebaut worden? F\u00fcr Begegnungen, die der Seele guttun? Was hat es zu bedeuten, wenn Menschen \u00fcberrascht sind, dass ihnen so etwas in einer Kirche passiert?<\/p>\n<p><em>Stadt ohne Gott<\/em> war die rei\u00dferische \u00dcbersetzung von Harvey Cox\u2018 Buch ins Deutsche. <em>Kirche ohne Liturgie?<\/em> oder <em>Kirche ohne Seelsorge?<\/em> k\u00f6nnte meiner lauten, wenn ich ein Buch schreiben m\u00fcsste. Aber das Fragezeichen ist ernst gemeint. Es sagt etwas \u00fcber das Potential der Kirchenr\u00e4ume aus, die im Leibzentrum unserer St\u00e4dte stehen. Es sind in Stein gebaute Einladungen f\u00fcr Begegnungen. Sie sind offen f\u00fcr \u00dcberraschungen. Man kann sie leer oder geisterf\u00fcllt antreffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die gef\u00e4hrliche Erinnerung des Pilgers<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ist es die Hoffnung auf Begegnung, die Menschen zu einem Kirchenbesuch bewegt? Ich habe mich intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt und habe realisiert, dass die alte Tradition des Pilgergangs ein Schl\u00fcssel sein kann, um die komplexen Beziehungen zwischen Liturgie und Stadt zu entschl\u00fcsseln. Man muss allerdings einen Umweg \u00fcber die Bibel machen. Eine Spur f\u00fchrt nach Jerusalem. Die Stadt auf dem Berg und die Tempelliturgie bilden eine eigenartige, schillernde, ja ambivalente Verbindung. Es begann mit der umstrittenen Kultzentralisation und m\u00fcndete in die prophetische Skepsis der politischen und religi\u00f6sen Machtballung, die sich mit diesem Akt verband.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Wallfahrt ist in das Schicksal Israels eingezeichnet. Das Ziel der Sehnsucht, das die S\u00e4nger besingen, wandelte sich in ein Schreckensbild und eine Metapher f\u00fcr Zerst\u00f6rung und Wiederaufbau. Dabei mischte sich die Spiritualit\u00e4t der Wallfahrer mit anderen Wegerfahrungen: der Segensverhei\u00dfung f\u00fcr den wandernden Abraham, der Befreiung aus dem Sklavenhaus, der W\u00fcstenwanderung zum Berg Sinai, der Deportation in die Fremde und die erhoffte Heimkehr. Topisches und Utopisches amalgieren zu einem Hoffnungsbild. Im Kranz der Erz\u00e4hlungen werden Liturgie und Stadt immer mehr in Geschichten verstrickt. Gott ohne Stadt und Stadt ohne Gott \u2013 sein Auszug und seine R\u00fcckkehr \u2013 werden prophetische Orakel. Es kommt zu einem Hin und Her.<\/p>\n<p>Die Frage, wo Gott wohnt, ist nicht eindeutig entschieden. Einmal wird die fremde Stadt zur provisorischen Heimat. Jeremia schreibt den Exilanten in Babylon: \u201eSucht der Stadt Bestes, lasst Euch nieder, mehrt Euch, der Segen Gottes ist mitgereist, er wird Euch Zukunft und Hoffnung geben.\u201d Die Bedeutung der alten Heimat wird relativiert, weil die fremde Stadt ein Ort geworden ist, an dem Gott begegnet.<\/p>\n<p>Es ist der Beginn der Schriftreligion, der Anfang einer neuen \u00c4ra und gef\u00e4hrlichen Erinnerung. Weil sie es wagt, Gott ohne eine bleibende Stadt vorzustellen, einen Gott im Wandel, einen Gott, der im Weggang \u2013 und im Untergang \u2013 neu als Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde sein Volk anspricht, einen Gott, der in kein Haus und in keine Stadt mehr passt, weil er sich universal geweitet hat. Auf den Umwegen und in den Umkehrungen wandelt (sich) Gott. Es gibt diese merkw\u00fcrdige Mehrdeutigkeit des Wandel-Begriffs, der einmal Ver\u00e4nderung, aber auch Gang oder Transformation \u2013 Wandlung \u2013 bedeuten kann. Ist es Gott selbst, der am Ende fluide wird? Oder fl\u00fcchtig? Steht dann noch fest, woran wir uns im Inneren der Religion halten k\u00f6nnen? In die Sache mit Gott kommt Bewegung.<\/p>\n<p>Dass die Verbindung von Tempel und Stadt der Hoffnung auf Erneuerung im Weg stehen k\u00f6nnen, sehen wir im gr\u00f6\u00dften Drama aller Zeiten, in der Geschichte des radikalen Wanderpropheten, in dem Gott unterwegs begegnet, auf den Stra\u00dfen und an den Z\u00e4unen. Jesus aus Nazareth ist einer, der in Geist und Wahrheit anbetet und wie Moses auf den Berg geht zum Beten.<\/p>\n<p>Jesus, der galil\u00e4ische Provinzler, passt nicht ins st\u00e4dtische Milieu. Die Riten und Liturgien am Tempel sind nicht seine Heimat: Er wei\u00df nicht, wo er sein Haupt niederlegen soll und endet drau\u00dfen \u2013 vor der Stadt, hingerichtet am Kreuz, dem Foltertod, den der r\u00f6mische Staat f\u00fcr den Fremden \u2013 den peregrinus \u2013 vorgesehen hat. Die Evangelien erz\u00e4hlen die Geschichte einer katastrophal verlaufenden Wallfahrt. Was in Nazareth begonnen hat, verungl\u00fcckt an Pessach in Jerusalem. Ausgerechnet der Pilgerort spuckt ausgerechnet zur Pilgerzeit den Messias aus! Der unheimliche Vorgang wird zur Kernstory einer neuen Liturgie, in der die Geschichte von der Nacht, in der er verraten wurde, erinnert, wiederholt und durchgearbeitet wird \u2013 bis er wiederkommt.<\/p>\n<p>Bis er wiederkommt ist das Signal f\u00fcr den neuen Gang in Christus auf Christus hin. Der Apostel Paulus, dessen Mission man in Umkehrung zur missgl\u00fcckten Wallfahrt ins Zentrum als exzentrische Bewegung an die R\u00e4nder der Welt sehen kann, spricht vom Wandel im Geist und einer Wandlung durch den Geist, die durch eine Begegnung mit dem auferweckten Gekreuzigten ausgel\u00f6st wird. Er selber, von der Christus-Begegnung \u00fcberrascht, wurde zum Apostel der V\u00f6lker.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Wandel im Raum<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die gef\u00e4hrliche Erinnerung an die urchristliche Bewegung will nicht recht zum Bild der Stadt, die im Zentrum ihrer Gesch\u00e4ftigkeit Gott einen Sitz im Leben einr\u00e4umt, passen. Dieses alte st\u00e4dtebauliche Prinzip, das mir einen sch\u00f6nen Arbeitsplatz beschert, habe ich jeden Tag vor Augen.<\/p>\n<p>Geht man ins Innere des M\u00fcnsters, erkennt man, dass die gro\u00dfe Zentrumskirche im Herzen der Stadt in ihrem Inneren vom Wandel gezeichnet ist. Er zeigt sich im r\u00e4umlichen Arrangement f\u00fcr die Liturgie. Der Wandel im Kirchenraum ist nicht nur die Folge einer Ver\u00e4nderung durch die Zeit, sondern hat auch eine ver\u00e4nderte Wahrnehmung der Zeit in der Zeit zur Folge. Augenscheinlich wird es an der M\u00f6blierung. Wo im Mittelalter der Letter stand, hinter dem die priesterliche Religion Liturgie am Tisch zelebrierte, ist ein leerer Chor. Die Reform hat das Geschehen ins Zentrum nach vorne verschoben. Die Wandlung, die als Schau inszeniert wurde, wanderte als Volksliturgie ins Kirchenschiff, kommt zum Taufstein und wird auf der Kanzel verk\u00fcndigt. Die priesterliche Religion wird prophetisch zur\u00fcckger\u00fcckt. Die Religion, der man zuschaut, wandelt sich zum Glauben, der aus dem H\u00f6ren kommt. Und man sieht, dass es nichts mehr zu sehen gibt. Der Kirchenraum wird zum H\u00f6rsaal. Die N\u00e4he zur Akademie wird architektonisch befestigt. Man sitzt und lauscht den Worten eines Schriftgelehrten auf B\u00e4nken sitzend. Auch der reformatorische Ritus h\u00e4lt an der Transformation fest. Aber das Verst\u00e4ndnis der Wandlung wandelt sich.<\/p>\n<p>Zur Zeit der Reformation wurde der Chor der M\u00f6nche zum Ort, wo die Schriften \u00fcbersetzt wurden. In der sogenannten Prophezey wurde die erste vollst\u00e4ndige deutsche Bibel aus dem griechischen und hebr\u00e4ischen Urtext \u00fcbersetzt. Die \u00dcbersetzung ver\u00e4nderte die Liturgie nachhaltig. Sie wurde auf ein st\u00e4dtisches Auditorium zugeschnitten, das die deutsche Predigt aufmerksam h\u00f6ren und selber lesen sollte. Reformen f\u00fchren nicht immer zu dem, was die Reformer intendierten. Aber sie hinterlassen Spuren.<\/p>\n<p>Wandel ist auch ein altert\u00fcmliches Wort f\u00fcr das betrachtende, sinnende Schreiten, das in den antiken Akademien gepflegt und in der Theologie weiterkultiviert wurde. Es gibt eine architektonische Verbindung zwischen der Philosophie und der christlichen Religion. Im Geb\u00e4ude, in dem ich lehre und forsche, ist das Fundament ein Kreuzgang. Es ist ein der Akademie nachempfundener Korridor, das dem Umhergehen dient. Der Gang um die Mitte f\u00f6rdert das Nachdenken im Geist der <em>meditatio<\/em> und der <em>contemplatio<\/em>.<\/p>\n<p>Dass die Universit\u00e4t Z\u00fcrich die beiden T\u00fcrme des Gro\u00dfm\u00fcnsters als Logo gew\u00e4hlt hat, erinnert sie daran, dass die erste Initiative einer Z\u00fcrcher Hochschule auf den Reformator Zwingli zur\u00fcckging. Die Urzelle der Universit\u00e4t war denn auch jene \u00dcbersetzungswerkstatt im leerger\u00e4umten Chor des Gro\u00dfm\u00fcnsters.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>\u00dcbersetzung [in] der Kirche<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Verbindung von kritischem Geist und betrachtendem Gebet in ein und demselben Raum ist dem Christentum eigentlich nicht fremd. Der Versammlungsraum, der f\u00fcr die Schriftlesung und das gemeinsame Gebet reserviert war, ist der erste r\u00e4umliche Impuls in der Geschichte des Kirchbaus. Der Tempel \u2013 klassisch der Ort, wo Gott wohnt \u2013 spielt im fr\u00fchen Christentum aus naheliegenden Gr\u00fcnden eher eine metaphorische Rolle. Der einzige physische Tempel, der als Kultort in Frage gekommen w\u00e4re, der Tempel in Jerusalem, wurde 70 n. Christus im J\u00fcdischen Krieg von den R\u00f6mern zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Aber die Botschaft des Himmelreichs hat expandiert. Dass sie \u00fcberall ansiedeln konnte, machte sie zum Exportschlager. Schlie\u00dflich war es der Erfolg der ortskritischen Missionsbewegung, die das Christentum sesshaft gemacht hat. Sp\u00e4testens als Staatsreligion mussten die Christen Tempel haben. Es ist ein bemerkenswerter Wandel im temporalen Sinn, der sich in der Liturgie und im Raum widerspiegelte. Denn mit der Tempelfunktion ist eine wichtige Anforderung an die Religion, die im Raum stattfinden soll, gegeben. Sie soll Wandlung \u2013 im transformativen Sinn \u2013 bewirken.<\/p>\n<p>Die Darstellung der Taufe und der Eucharistie, die zentralen Riten des Glaubens, verlangen nach einem symbolischen Bad und einem Tisch, also nach einer M\u00f6blierung und nach einer Einteilung des Raumes, die dem Personal und den Gottesdienstteilnehmern die dazu n\u00f6tigen Gesten erlaubt. Sie richten sich auf ein Zentrum des Geschehens, einen Ort im Raum, auf den sich die Aufmerksamkeit konzentriert. Seelsorge und Liturgie sollen diejenigen, die sich versammeln, als Wandlung in sich erfahren. Schon die \u00dcbersetzer im Gro\u00dfm\u00fcnster haben von dieser anderen \u2013 im Herz des Menschen sich ereignende \u2013 Wandlung \u2013 gesprochen. Im <em>Prophezeygebet<\/em> hei\u00dft es: \u201eAllm\u00e4chtiger, ewiger und barmherziger Gott, dessen Wort eine Leuchte ist f\u00fcr unsere F\u00fc\u00dfe und ein Licht auf unseren Wegen, \u00f6ffne und erleuchte unsere Herzen, auf dass wir Deine Worte lauter und rein verstehen und uns umwandeln lassen zu dem, was wir richtig verstanden haben, durch Jesus Christus unseren Herren.\u201c<\/p>\n<p>Es ist nicht mehr die wundersame Speise, die rettet, es ist das aufr\u00fcttelnde Wort. Sucht der Stadt Bestes wird zum prophetischen Ruf \u2013 in die Welt hinaus. Vor allem die Reformierten zeigten die Neigung, ihre St\u00e4dte als neues Jerusalem zu verstehen: Calvin in Genf und Bullinger in Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Stadtgang mit Michel de Certeau<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Verschiebung im Raum war bei Lichte betrachtet eine beherzte R\u00fcckkehr zur Buchreligion, die sich schon immer schwer tat mit der urt\u00fcmlichen Vorstellung des blutigen Tempelbetriebs, mit Schlachtopfern, rauchenden \u00d6fen und brennendem Fett. Sie begn\u00fcgte sich mit der Erinnerung an die Erinnerung, die das geistige Opfer verlangt. Sie lieb\u00e4ugelte mit dem Symbol und erg\u00f6tzte sich am Wortritual. Genau das sieht man den leerger\u00e4umten R\u00e4umen an. Dennoch bleibt etwas vom Rauchgeruch in der Luft. Der Taufstein ist immer noch da. Brot liegt bereit und Wein auch. Das Ritual kommt nicht ohne das Feste aus. Es bleibt analog, stofflich, k\u00f6rperlich und sinnenhaft \u2013 ein letzter Widerstand bleibt. Sonst verfl\u00fcchtigt sich die Religion.<\/p>\n<p>Dazu braucht es einen liturgisch bezeichneten Raum. Daf\u00fcr stehen die Kirchen. Die Erfahrung mit Mehrzweckhallen, die man bei Bedarf religi\u00f6s umr\u00fcstet und aufm\u00f6belt, ist zwiesp\u00e4ltig. Die Kirche ist mehr als ein Raum f\u00fcr einen religi\u00f6sen Zweck. Selbst der n\u00fcchternste Versammlungsraum tr\u00e4gt noch den Gebetsmantel der Tempelerinnerung. Und selbst wenn Gerichts-, Parlaments- oder Bankengeb\u00e4ude, die im 19. Jahrhundert gebaut sind, antike Tempel imitieren, wei\u00df man doch instinktiv, dass man in diesen R\u00e4umen keinen Segen empf\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Wenn wir nun vom Blick ins Geb\u00e4ude zum Blick auf das Geb\u00e4ude wechseln, r\u00fcckt dieses s\u00e4kulare Umfeld ins Bild: die anderen Bauten, die nicht f\u00fcr Liturgien \u2013 oder wenn man den Begriff weitet f\u00fcr andere Liturgien, andere Opferg\u00e4nge \u2013 bestimmt sind. Dieser Blick verlangt, dass man eine geistige Bewegung macht und sich in eine Beobachterposition begibt. Dann sieht man gleichsam von oben auf die Stadt herunter und erkennt die Stra\u00dfen, die Pl\u00e4tze und die Position oder Verortung der Kirchen im Ensemble der H\u00e4user.<\/p>\n<p>Michel de Certeau verwendet das Bild des \u00dcberblicks in einem seiner Essays, der im Band <em>The Practice Everyday Life<\/em> ver\u00f6ffentlicht wurde. De Certeau, der 1925 in Chamb\u00e9ry in Frankreich geboren wurde, studierte bei Henry de Lubac, wurde Jesuit, geh\u00f6rte zum Kreis der Sch\u00fcler um Jacques Lacan, wechselte unter dem Eindruck der 68er Revolten zu den Sozialwissenschaften, lehrte in Kalifornien und Paris. Er lie\u00df sich auch als Sozialwissenschaftler in seinen Lehren von der ignatianischen Kernbotschaft leiten: dass es die Bestimmung des Menschen ist, Gott in allen Dingen zu suchen. Es ist eine \u00dcberzeugung, die in ihrer Radikalit\u00e4t der residentiellen Religion riskant vorkommen muss.<\/p>\n<p>In <em>The Practice of Everyday Life<\/em> verbindet De Certeau die Heiligung mit dem Gedanken der W\u00fcrdigung aller Menschen, die sich im Raum der Stadt bewegen. Er fragt nach der Liturgie und Seelsorge im Alltag, wenn man so will. Was der Stadt Leben verleiht, was das Beste an ihr ist, sind ihre Bewohner. Es ist ihr Lebenswandel im eigentlich k\u00f6rperlichen Sinn \u2013 die Wege, die sie hinter sich legen und die Geschichte, die sie verk\u00f6rpern, die den Raum ausmachen und f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Der Lebenswandel im Raum bahnt sich seine Wege. Man sieht es \u2013 oder soll es sehen, was die Menschen treiben und wovon sie getrieben sind. Es sind ihre Geschichten. Es sind Prozeduren, die eine Kreativit\u00e4t abverlangen, die, wenn man es bei Licht betrachtet, das allt\u00e4gliche Leben zu einer spirituellen \u00dcbung machen. Dazu braucht es Begegnungen, Muse und Zeit.<\/p>\n<p>In dieser Grund\u00fcberzeugung ist eine Vorstellung des Lebens verbunden, die sich schwertut mit der modernen City. In <em>Ghosts in the City<\/em> wendet sich De Certeau gegen eine Stadtplanung, die das Ged\u00e4chtnis ausl\u00f6scht, funktionale und sterile Pl\u00e4tze kreiert und St\u00e4dte in Gesch\u00e4fts- und Wohnviertel aufteilt. Er wehrt sich gegen die Vorstellung, dass die Stadt selbst zu einem Tempel wird \u2013 und es scheint, dass er dabei an Le Corbusiers \u201eradiant city\u201c denkt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Le Corbusier sind Wolkenkratzer von Manhattan \u201eneue wei\u00dfe Kathedralen\u201c. Das Materielle wird transzendent, alle Bed\u00fcrfnisse sind gestillt, es braucht keine Kirchen \u2013 das urbane Engineering segnet alle. Le Corbusier ist ein Funktionalist, ein extremer Spiritualist, ein urbaner Gnostiker, der keine Erinnerung braucht, keinen Stoff und kein Sakrament. F\u00fcr De Certeau ist Ausl\u00f6schung des Alten Ausdruck einer totalit\u00e4ren Gesinnung. Das Gesetz des Marktes verlange effiziente Mechanismen; dadurch werde Spontanit\u00e4t, die Kreativit\u00e4t erm\u00f6glicht, zerst\u00f6rt. Im durch und durch organisierten Raum wird man durch eine k\u00fcnstliche Mobilit\u00e4t am Leben erhalten, ohne wirklich zu leben.<\/p>\n<p>In einem zweiten Aufsatz, <em>Walking in the City<\/em>, fordert De Certeau Widerstand gegen\u00fcber einem System, das keinen Raum f\u00fcr das Andere mehr l\u00e4sst. Es brauche Raum f\u00fcr Geschichten und Begegnungen, \u201enarration created humanity\u201c. Inspiriert von Roland Barthes Essay, der sich auf den Eiffelturm stellt, um \u00fcber Paris aus der H\u00f6he gesehen zu schreiben, steht De Certeau auf dem Dach des World Trade Center. Diese Position erlaubt die Fantasie, das Ganze zu sehen. Man ist Voyeur und wandelt nicht mehr. Es sei die Lust, \u00fcber der Materie zu stehen und gottgleich zu sein.<\/p>\n<p>Und das schadet dem Menschen. Es kann nicht gut gehen. Dieser Gott ist leb-, leib- und lustlos. Seine Transzendenz ist abstrakt. Ihr fehlt das Entscheidende: die Lebendigkeit. Das Gewusel der Geschichte und die Reibung des Menschlichen. Das Heilige, das sich im Schein der City aufl\u00f6st, ist der Tempel, der zur Stadt wird und zur Stadt, die zum Tempel wird, ihr Glanz ist eine kalte Vision. Die Wanderer verschwinden, werden verschlungen. De Certeau h\u00e4lt dem entgegen, dass die Praktiker durch ihre Bewegung Leben in die Stadt bringen. Die Leben der Stadt \u2013 das sind Menschen, die in den Stra\u00dfen gehen. Die Liturgie der Stadt sind ihre Menschen, ihr Bitten und Suchen, ihre <em>participatio actuosa<\/em> ist es, welche die Stadt lebendig macht. Dann w\u00e4re aber die Einsicht, dass die Stadt nie ohne Gott und Gott nie ohne Stadt leben kann, zugleich eine Absage an die urbane Utopie, die meint, F\u00fclle planen zu k\u00f6nnen. Der Segen der Begegnung kommt immer \u00fcberraschend. Er ist nicht planbar und unverf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Schlusslicht<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>De Certeaus Vision weist eine gewisse N\u00e4he zu Albrecht Gr\u00f6zingers These einer R\u00fcckkehr der Religion auf, auch wenn sie \u2013 zwischen Moderne und Postmoderne positioniert \u2013 kritischer, k\u00e4mpferischer und zugleich vorsichtiger in der Prognose ist, wie sich die S\u00e4kularisierung der St\u00e4dte entwickelt.<\/p>\n<p>Die Zur\u00fcckhaltung ist \u2013 im gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang der Geschichte des Wandels \u2013 durchaus angemessen. Die verschiedenen in sich verschlungenen Spuren lassen ein Geflecht erkennen, das sich nicht auf einfache Formeln reduzieren l\u00e4sst. Es verweist auf eine Dialektik, die schon in der wechselvollen Geschichte des Tempels und der Kirche f\u00fcr \u00fcberraschende Kehrtwenden gesorgt hat. Wer wei\u00df schon, wie es weitergeht mit der Liturgie in der Stadt? Eine Lehre, scheint mir, lasse sich dennoch aus der Geschichte ziehen: Totalit\u00e4re Projekte, die aus der Stadt einen Tempel machen, zerst\u00f6ren die \u00dcberg\u00e4nge, in denen Begegnungen mit Gott und dem Mitmenschen m\u00f6glich werden.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte zum Schluss f\u00fcr eine B\u00fcndelung der Gedanken noch einmal auf das Motiv des Pilgers zur\u00fcckkommen. Interessanterweise hat die Praktik des Gehens in den letzten Jahren ein ph\u00e4nomenales Comeback erfahren. Ob man den Trend als R\u00fcckkehr zur Religion bezeichnen kann, ist eher fragw\u00fcrdig. Auff\u00e4llig ist aber die Bodenhaftung der Pilgerspiritualit\u00e4t. Die alten Pfade haben ein symbolisches Kapital. Man kann den Pilgerschritt als eine minimale oder \u2013 vielleicht angemessener \u2013 als eine aufs Elementare reduzierte Liturgie begreifen, die den gr\u00f6\u00dferen Raum, die Natur, als Wohnung Gottes erfahren l\u00e4sst. Es ist eine Frage der Gangart, ob die Wanderer das Ziel erreichen.<\/p>\n<p>In einer kritischen Auslegung postmoderner Lebenseinstellungen, unterscheidet Zygmunt Bauman vier Typen, die sozusagen an diesem Ziel vorbeischie\u00dfen oder vorbeischlendern. Weil sie auf Nutzenmaximierung aus sind, \u201evergegnen\u201c sie den Mitmenschen. Ob Flaneur, Vagabund oder Tourist: was sie erleben bleibt oberfl\u00e4chlich, folgenlos und unverbindlich.<\/p>\n<p>Die sp\u00e4tmodernen Wanderer wissen, dass durch jede Zielsetzung andere M\u00f6glichkeiten ausgeschlossen werden. Der best\u00e4ndige Ortswechsel hilft dem Reisenden, sich selbst zu erfinden. Das Provisorische wird zum Prinzip, die Unruhe ist gewollt und das Offene ein (m\u00f6glicher) Gewinn. Wenn das Angebot der Optionen w\u00e4chst, wird die M\u00f6glichkeit der besseren Option zum st\u00e4ndigen Antreiber und Begleiter.<\/p>\n<p>Kirchenr\u00e4ume, die f\u00fcr Liturgien gebaut wurden, sind Mahnmale einer anderen Gangart. Sie unterbrechen das Programm der Festlegungsvermeidung durch ihre schiere r\u00e4umliche Existenz. Nat\u00fcrlich kann man sich darum scheren und auch dem Kirchenraum \u201evergegnen\u201c.<\/p>\n<p>Viele sehen in alten Kirchen das beste Sujet der Stadt, sie bleiben Flaneure und Voyeure. Sie kommen zum Schauen, nicht um zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Wie viele Gro\u00dfm\u00fcnster-Besucher dennoch innehalten und verweilen, wage ich nicht zu sagen. M\u00f6glicherweise sind es mehr, als man denkt \u2013 Touristen, die Pilger werden, weil sie etwas aufsuchen, das sie gefunden hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadt ohne Gott? &nbsp; Ein Buch von Harvey Cox, das 1965 zum ersten Mal in englischer und kurz danach in deutscher Sprache erschienen ist, gab viel zu reden. Der amerikanische Originaltitel des Buches lautete ins Deutsche \u00fcbertragen Die s\u00e4kulare Stadt. S\u00e4kularisation und Urbanisation in theologischer Perspektive. 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