{"id":32298,"date":"2023-07-17T14:35:25","date_gmt":"2023-07-17T12:35:25","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=franz"},"modified":"2025-04-28T14:55:44","modified_gmt":"2025-04-28T12:55:44","slug":"franz-mensch-aus-assisi-2","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/franz-mensch-aus-assisi-2\/","title":{"rendered":"Francis. Man from Assisi"},"content":{"rendered":"<p>Es ist ein gewisses Wagnis, sich als evangelischer Theologe mit Franz von Assisi zu besch\u00e4ftigen. Aber es ist auch ein Zeichen, denn gerade in diesen Zeiten ist es wichtig zu betonen, dass zwischen unseren Kirchen das Gemeinsame \u00fcberwiegt und dazu geh\u00f6rt auch die gemeinsame Vergangenheit von 1.500 Jahren. Dabei ist es nicht einfach, sich Franz von Assisi historisch zu n\u00e4hern: Seit \u00fcber 100 Jahren begleitet die Forschung die franziskanische Frage, das hei\u00dft die Problematik nach der Zuverl\u00e4ssigkeit der reichlich sprudelnden Quellen. Da schon bald nach seinem Tod der Heiligsprechungsprozess einsetzte und schon die ersten biographischen Bem\u00fchungen seines Ordensbruders Thomas von Celano im Kontext dieser Heiligsprechung stehen, ist es aus der Perspektive des Historikers, der quellenkritisch arbeitet, von vorne herein eine K\u00e4rrnerarbeit, zu unterscheiden, was historisch greifbar und was Gestaltung ist, die dazu dienen soll, diesen Franz heilig darzustellen. Und die Problematik einer Einf\u00e4rbung des Berichteten gilt erst recht f\u00fcr die weiteren pr\u00e4genden Texte, vor allem die durch den Ordensgeneral Bonaventura verfasste Biographie, die im Grunde bis heute, zusammen mit den <em>Fioretti<\/em>, einer Sammlung von legendarischen Erz\u00e4hlungen, unser Bewusstsein von Franz von Assisi formt. Will man sich durch dieses Quellendickicht hindurch Franz n\u00e4heren, so begegnen einem unterschiedliche Bilder, die von ihm gezeichnet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>I.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eines dieser Bilder ist Franz von Assisi als ein Freund des Friedens und der Natur, und es hat Anhalt in dem, was er selbst berichtet: \u201eDen Gru\u00df hat mir der Herr offenbart, dass wir sagen: \u201aDer Herr gebe dir Frieden\u2018.\u201c Das ist offenbar pr\u00e4gend gewesen f\u00fcr die fr\u00fche franziskanische Bewegung. Wo immer die Franziskaner, die zu dem Zeitpunkt noch gar nicht Franziskaner hei\u00dfen, sondern die minderen Br\u00fcder, die <em>fratres minores<\/em>, hinkommen, da treten sie ein und sagen \u201eFriede sei mit dir\u201c. So stellten sie den Frieden Gottes voran in einer Zeit, die alles andere als friedlich war, herkommend aus einer Stadt, aus Assisi, die in seiner Lebenszeit sch\u00e4rfste Auseinandersetzungen erlebt hat, Auseinandersetzungen, die auch in seine Biographie hineinspielen. Denn die b\u00fcrgerlichen und die adeligen Eliten lagen in einem scharfen Konflikt miteinander. Sozialhistorisch gesprochen, musste diese Stadt mit dem neuen und irritierenden Ph\u00e4nomen leben, dass sich in den Augen der aufsteigenden b\u00fcrgerlichen Schichten Status durch wirtschaftliche Leistung erweisen sollte und nicht wie beim Adel durch Herkunft. Und der Konflikt hierum wurde auch gewaltsam ausgetragen.<\/p>\n<p>Andere K\u00e4mpfe, die Franz am eigenen Leib erlebt hat, waren die zwischen den einzelnen St\u00e4dten. Er ist fr\u00fch in Kriegsgefangenschaft gekommen und hat auch \u2013 das ist glaubhaft \u2013 in dieser Kriegsgefangenschaft unter den Umst\u00e4nden schwer gelitten. Ihm war also bewusst: Es war eine \u00e4u\u00dferst konfliktreiche Zeit, in die hinein er diesen Ruf erschallen lie\u00df: Friede.<\/p>\n<p>Das macht das Gro\u00dfartige von Franz von Assisi aus. Aber das Gro\u00dfartige ist nicht immer das Einzigartige und Alleinige. In einer kleinen Randbemerkung in der <em>Dreigef\u00e4hrten-Legende<\/em> wird erz\u00e4hlt: \u201eWundersam ist es gewiss, und nicht ohne Wunder zuzulassen, dass er in der Verk\u00fcndigung dieses Gru\u00dfes noch vor seiner Bekehrung einen Vorl\u00e4ufer hatte, der h\u00e4ufig durch Assisi ging und auf diese Weise gr\u00fc\u00dfte: Frieden und Gutes, Frieden und Gutes.\u201c Da begegnet jemand, der in ganz \u00e4hnlicher Weise wie Franz von Assisi den Frieden in den Mittelpunkt gestellt hat. Wir wissen nicht, wie er hie\u00df. Er hat keine Wirkung gehabt wie Franz von Assisi; wir wissen nicht, warum. Wir wissen auch nicht, ob die Entsprechung Zufall ist oder Franz diesen Vorg\u00e4nger nachgeahmt hat; vielleicht war es einfach Zeitgeist, vom Frieden zu sprechen. Und so fangen wir an, Franz etwas st\u00e4rker einzuordnen. Er war in seiner Zeit jemand, f\u00fcr den es zumindest einen gewissen Resonanzraum gegeben hat, der etwas getan hat, was anderen auch plausibel erschien.<\/p>\n<p>Ein ganz anderer Friedensaspekt hat in diesem Jahr 2019 gewisserma\u00dfen Jubil\u00e4um: das ber\u00fchmte Gespr\u00e4ch mit dem Sultan al-Malik (Malek) al-Kamil. Bei Bonaventura l\u00e4uft dieses Gespr\u00e4ch darauf hinaus, dass Franz eine Feuerprobe anbietet: Er werde nicht vom Feuer verbrannt werden, wohl aber die arabischen Gelehrten, mit denen er debattierte. Und die Pointe ist: Der Sultan lies diesen Test lieber nicht machen, weil er, so der Bericht von Bonaventura, ahnte, dass das f\u00fcr seine Leute kein gutes Ende nehmen werde. Dieser Bericht, zwei Generationen nach Franz von Assisi verfasst, ist schon offenkundig vom biblischen Vorbild des Kampfes Elijah mit den Baals-Priestern auf dem Berg Horeb gepr\u00e4gt. Diese Erz\u00e4hlung ist wohl mehr theologische Gestaltung als historische Erinnerung, und das gilt f\u00fcr viele Elemente der Erz\u00e4hlung von der Begegnung zwischen den Religionen. Wir wissen \u00fcber Franz von Assisi nicht einmal genug, um sagen zu k\u00f6nnen, dass es ihm tats\u00e4chlich um eine Friedensbotschaft ging \u2013 und wenn es eine solche war, dann doch wohl vor allem die: Den Frieden bringt euch Jesus Christus. Es kann ihm nur um eine missionarische Friedensbotschaft gegangen sein. Ganz ungebrochen wird sich daher heutiges Bem\u00fchen um ein Gespr\u00e4ch zwischen den Religionen nicht auf Franz berufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Man darf dabei auch nicht vergessen, von wo aus Franz von Assisi in das Lager des Sultans ging: Er befand sich im Lager der Kreuzfahrer vor Damiette, in einer der brutalsten Phasen der Kreuzz\u00fcge, und ist von dort hin\u00fcbergegangen zum Sultan. Irgendwie ist er, so sagen es die Berichte, wenn auch mit unterschiedlichen Umst\u00e4nden, tats\u00e4chlich bis zu dem orientalischen Herrscher vorgedrungen. Wahrscheinlich wurde er f\u00fcr einen Botschafter gehalten, vielleicht auch f\u00fcr einen \u00dcberl\u00e4ufer. Vielleicht ist er deswegen vor den Sultan selbst gebracht worden, weil er sich auf diesen berufen hat: Nach einem Teil der Berichte hat er, als er im Lager ergriffen wurde, auf Lateinisch, also f\u00fcr die arabischen Soldaten unverst\u00e4ndlich, gesagt: \u201eIch bin Christ\u201c. Nach den wahrscheinlicheren Berichten hat er \u201eSultan\u201c gerufen.<\/p>\n<p>Auch was dann stattgefunden hat, wird in den Berichten h\u00f6chst unterschiedlich geschildert. Das Erstaunlichste war eigentlich, dass Franz von Assisi am Ende heil wieder aus dem Lager des Sultans herauskam, obwohl er offenkundig kein Botschafter mit einem Mandat f\u00fcr Friedensverhandlungen und auch kein \u00dcberl\u00e4ufer gewesen ist. Die wahrscheinlichste Interpretation daf\u00fcr ist schlicht, dass der Sultan ihn f\u00fcr ungef\u00e4hrlich gehalten hat, vielleicht schlicht f\u00fcr einen Narren, dem man nichts weiter antun musste. So banal k\u00f6nnte der Kern jenes Gespr\u00e4chs gewesen sein.<\/p>\n<p>So wie in der Frage des Friedens wird man auch im Blick auf Franz\u2018 Verh\u00e4ltnis zur Natur manches relativieren m\u00fcssen, was die \u00dcberlieferung stark hervorgehoben hat. \u00d6kologische Bem\u00fchungen heute k\u00f6nnen manches bei ihm finden, woran sie ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen \u2013 vorweg genommen hat er sie nicht. Im Grunde sind es zwei Episoden, an denen sich die Naturfreundschaft des Franz im allgemeinen kulturellen Ged\u00e4chtnis festmacht: die Vogelpredigt und der Sonnengesang. In der Vogelpredigt soll er, so wird es schon in der ersten Vita von Celano, der fr\u00fchesten Biographie, als w\u00f6rtliches Zitat berichtet, gesagt haben: \u201eMeine Br\u00fcder V\u00f6gel, ihr m\u00fcsst euren Sch\u00f6pfer sehr loben und ihn stets lieben, der euch Gefieder zum Anziehen gegeben hat, und Federn zum Fliegen, und was immer auch Not getan hat. Mit besonderem Adel hat Gott auch unter seinen Gesch\u00f6pfen ausgestattet und euch in der Reinheit der Luft ein Haus bereitet, da er euch, obwohl ihr weder s\u00e4t noch erntet, dennoch um nichts weniger, ohne dass ihr euch sorgen m\u00fcsst, sch\u00fctzt und leitet.\u201c<\/p>\n<p>Die Schlussverse enth\u00fcllen den theologischen Sinn. Dass die V\u00f6gel nicht s\u00e4en und nicht ernten und doch sch\u00f6ner gekleidet sind als Salomo, ist Jesu Aussage \u00fcber sie \u2013 sie gibt Franz weiter, sei es in seinen eigenen Worten, sei es in solchen, die Celano ihm in den Mund gelegt hat. Nur schwer ist der historische Hintergrund des Geschehens zu erahnen \u2013 dann etwa, wenn man Erz\u00e4hlungen einbezieht, nach welchen Franz durch den Wald geht und singt. Die Natur, so scheint es, fordert ihn heraus, einen Lobpreis Gottes von sich zu geben. So mag er auch tats\u00e4chlich segnend auf die V\u00f6gel zugegangen sein, und vielleicht ist es tats\u00e4chlich einmal vorgekommen, dass eine Schar V\u00f6gel erstaunlicherweise nicht davongeflogen ist, als er auf sie zukam. Ein solcher Kern mag ausgeschm\u00fcckt worden sein, immer mehr und immer weiter, bis dahin, dass in einem Erz\u00e4hlstrang die V\u00f6gel nach beendeter Predigt als Vogelschar in der Form eines Kreuzes gen Himmel fliegen.<\/p>\n<p>Bleibt hier manches im Vagen, so verf\u00fcgen wir hinsichtlich des Sonnengesangs \u00fcber einigerma\u00dfen gesicherte Kenntnisse. Hier handelt es sich, l\u00e4sst man einmal die Unsicherheit fort, die mit Handschriften und den Zuweisungen von Autoren verbunden ist, um einen Text, der mit gro\u00dfer Sicherheit von Franz von Assisi stammt. In ihm hebt er sein Lob an: \u201eGelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Gesch\u00f6pfen, zumal dem Herrn Bruder Sonne, welcher der Tag ist, und durch den du uns leuchtest, und sch\u00f6n ist er und strahlend mit gro\u00dfem Glanz, von dir, H\u00f6chster, ein Sinnbild.\u201c Dieses Lob Gottes im Spiegel der Natur ist nicht ganz vorbildlos. Vielmehr steht im Hintergrund ein Text, der katholisch heute als deuterokanonisch, evangelisch als apokryph eingeordnet wird: ein Zusatz zum Daniel-Buch, der Gesang der drei M\u00e4nner im Feuerofen. In ihm ist ein solches Lob, das die ganze Sch\u00f6pfung umfasst, ausgedr\u00fcckt. Franz d\u00fcrfte die Verse gut gekannt haben, weil der Gesang der M\u00e4nner im Feuerofen zur Osterliturgie geh\u00f6rte. Er nahm ihn auf und variierte ihn, indem er nun die Gesch\u00f6pfe direkt anredete.<\/p>\n<p>Ihm ging es darin nicht um eine sich in irgendeiner Weise verselbst\u00e4ndigende Vorstellung von der Natur, sondern die Natur ist Sinnbild Gottes, sie ist Abbild Gottes. Und sie ist selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr uns da. \u201eDurch den du uns leuchtest\u201c, das ist der Sinn der Sonne. Alles, die ganze Natur, ist klar auf den Menschen bezogen. Auf die Frage, um die wir heute ringen, ob der Mensch im Mittelpunkt des \u00f6kologischen Systems steht oder ob er nur ein Teil des \u00f6kologischen Systems ist, hat Franz von Assisi eine ganz klare Antwort: Der Mensch steht aus g\u00f6ttlicher Perspektive im Mittelpunkt des Systems, und Gott selbst ist es, der alles umfasst. So ordnet Franz die Natur ein und sch\u00e4tzt und preist und lobt sie, und stellt sie vor allen Dingen hinein in das Lob Gottes. Denn er lobt Gott mit, oder wie es immer wieder in diesem Text hei\u00dft, durch die einzelnen Gesch\u00f6pfe: die Natur ist Ort und Ursprung und Grund des Lobes. Blickt man auf das Dargelegte, so zeigt sich, dass sich das Bild von Franz als Freund des Friedens und der Natur auch durch historische Forschung nicht verliert, dass es aber doch an manchen Stellen weicher zu zeichnen ist, als man es gewohnt ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>II.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das zweite Bild ist eines, mit welchem man diesem Menschen Franz von Assisi besonders nahe kommt. Es ist das Bild vom Aussteiger. Das ist ganz grundlegend pr\u00e4gend f\u00fcr Franz. Im Grunde handelt es sich hier um ein sehr typisches Problem zwischen den Generationen. Da ist einer, der mit der Generation seiner Eltern, der mit seinen Eltern nicht mehr zufrieden ist. Ich nenne das die Diskrepanzerfahrung des Franz. Er erlebt seine Eltern als Menschen, die von sich sagen, dass sie gute Christen sind, regelm\u00e4\u00dfig in die Messe gehen und den Armen und Bedr\u00fcckten helfen. Es dringt auch noch in den Erz\u00e4hlungen \u00fcber Franz durch, dass er zu Beginn seiner Jugend genau an diesem Verhalten der Eltern teilgenommen hat: dass man als reicher B\u00fcrger von Assisi ausreitet, und Pestkranken, wenn man sie jenseits der Stadt am Rande des Weges sieht, durch seinen Bettler Almosen zukommen l\u00e4sst \u2013 und so die direkte Ber\u00fchrung vermeidet.<\/p>\n<p>Da setzte bei Franz von Assisi das Empfinden ein, dass diese Distanzierung nicht dem Auftrag Christi gerecht werde. Eine der eindrucksvollen Erz\u00e4hlungen berichtet davon, dass in einer solchen Situation der junge Kaufmannssohn Franz selbst vom Pferd geglitten ist und den Pestkranken umarmt und gek\u00fcsst hat. Das ist die \u00c4nderung des Verhaltens: Der Sohn findet den direkten Weg zu den Betroffenen und den Bedr\u00fcckten, den die Eltern bei aller F\u00fcrsorge vermieden hatten. Das ist einer der ersten Schritte, in denen sich jene Diskrepanzerfahrung ausdr\u00fcckt. Sie formt sich immer mehr zu der Erfahrung, dass das fr\u00fchkapitalistische Wirtschaften, das er bei seinen Eltern erlebt, nicht zu der Botschaft passt, die er im Evangelium h\u00f6rt, etwa in der Erz\u00e4hlung \u00fcber den reichen J\u00fcngling, der all sein Geld, das er geerbt hat, nehmen und es den Armen geben soll.<\/p>\n<p>Das ist die Erfahrung, die Franz von Assisi als ein reicher Kaufmannssohn macht, der eine Karriere vor sich hat. Es kann kaum wundern, dass der Vater den Protest, der hieraus entstand, als ungerecht wahrnahm. Er hatte ja alles getan, um seinem Sohn eine wirtschaftlich gute Zukunft zu erm\u00f6glichen, und nun erntete er nur Undank. Der Konflikt verdichtete und versch\u00e4rfte sich, als Franz auf einer dieser Reisen dann tats\u00e4chlich zus\u00e4tzlich zu den Stoffen, die er verkauft hatte, auch noch sein Pferd verkaufte und den ganzen Batzen Geld nicht seinem Vater zur\u00fcckbrachte, sondern in die Kirche San Damiano \u2013 mit der ber\u00fchmten Geschichte, dass er es dort in einen Fenstersims warf, weil der dortige Priester sich nicht traute es anzunehmen.<\/p>\n<p>Diese Handlung provozierte den Bruch. Franz versteckte sich erst einmal mehrere Wochen lang allein in einer H\u00f6hle, die er kaum einmal, um seine Notdurft zu verrichten, verlassen hat. Man kann erahnen, wie er nach vier Wochen ausgesehen, gerochen hat. Entsprechend berichtet Celano: Als er sich dann doch den B\u00fcrgern von Assisi unter die Augen traute, begannen alle, die ihn kannten und seine Anf\u00e4nge mit dem Ausgang verglichen, ihn mit Vorw\u00fcrfen anzuklagen. Sie nannten ihn wahnsinnig und verr\u00fcckt, und warfen Dreck aus den Gassen und Steine nach ihm.<\/p>\n<p>Darin dr\u00fcckt sich die Wahrnehmung des Aussteigers aus: Als reicher Kaufmannssohn war er ausgeritten, und vier Wochen sp\u00e4ter kommt er dreckig zur\u00fcck in diese Stadt. Das bildete den weiteren Hintergrund f\u00fcr den Konflikt mit dem Vater, und zugleich f\u00fcr das positive Verh\u00e4ltnis, das Franz dann zu seiner Kirche entwickelte. Der Vater verlangte das Geld auf juristischem Wege zur\u00fcck, und den st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden wurde die Sache zu heikel, sie verwiesen ihn an den Bischof. Die Konflikte in der Stadt Assisi zwischen den Adeligen und den B\u00fcrgern hatten sie wohl vorsichtig, ja, \u00e4ngstlich gemacht. Also kam die Sache vor den Bischof, und es spielte sich, wieder, eine ber\u00fchmte Szene ab: Franz von Assisi warf dem Vater seine ganze Kleidung hin, selbst die, die er am Leib trug, um zu zeigen, dass er nichts, aber auch gar nichts von ihm haben wollte. Das war quasi eine umgekehrte Enterbung: Der Erbe verzichtete auf allen Besitz. Und dann, so die Berichte, wurde der nackte Kaufmannssohn Franz durch den Mantel des Bischofs in seiner Bl\u00f6\u00dfe bedeckt. Der Bischof besch\u00fctzte ihn. Das scheint der Moment in dieser Biographie zu sein, in dem Franz seine Diskrepanzerfahrung mit den kapitalistisch wirtschaftenden Eltern umwandelte und einen neuen Vater fand: den Bischof und mit ihm die Kirche. Sie wurde ihm diejenige Instanz, die ihn besch\u00fctzte und bewahrte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zu den Bildern geh\u00f6rt auch: Franz als Geliebter. Es gab eine Phase der Forschung, da hat die Geschichte zwischen Franz von Assisi und Klara von Assisi Hochkonjunktur gehabt mit Spekulationen \u00fcber m\u00f6gliche sexuelle Aspekte. In den 1970er und 1980er Jahren fand man diese Frage spannend. Man hatte Freud intensiv gelesen und Franz und Klara mit einer riesigen Entdeckerfreude entsprechend analysiert. Nur, diese Entdeckerfreude wird dann rasch relativiert, wenn man sieht, dass die Ahnung, zwischen Franz und Klara k\u00f6nnte etwas Anr\u00fcchiges geschehen sein, schon von den ersten Biographen selbst erahnt und gelegt worden sind.<\/p>\n<p>Franz wird in seinen Begegnungen mit Klara von Assisi als ein <em>Paranymphus<\/em> geschildert; das ist das lateinische Wort f\u00fcr den Brautwerber. Es wird berichtet von heimlichen Treffen zwischen Franz und Klara; im Letzten ist es philologisch nicht herauszufinden, aber es ist relativ wahrscheinlich, dass sie dabei nur zu zweit waren. Gelegentlich wird noch eine Freundin, ein Freund erw\u00e4hnt. Es gibt aber, in den Prozessakten von Klara von Assisi, auch die M\u00f6glichkeit, das Geschehen so zu verstehen, dass sie wirklich zu zweit waren. Celano berichtet auch, dass es einen <em>rumor publicus<\/em>, eine \u00f6ffentliche Aufregung, dar\u00fcber gegeben hat. Das hei\u00dft, die Autoren des 13. Jahrhunderts wussten, dass man das Verh\u00e4ltnis der beiden als anst\u00f6\u00dfig verstehen konnte. Und nat\u00fcrlich war es anst\u00f6\u00dfig: Klara war viel j\u00fcnger als Franz; man hatte sich nicht heimlich zu treffen als unverheirateter Mann und als unverheiratete Frau; auch das war v\u00f6llig klar. Dazu kam auch noch, dass sie aus einer adeligen, er aus einer b\u00fcrgerlichen Familie stammte.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zeitgenossen war das Geschehen also in jedem Falle anr\u00fcchig. Aber m\u00fcssen wir daraus im 21. Jahrhundert eine sexuell erf\u00fcllte oder sexuell konnotierte Liebesgeschichte machen? Es d\u00fcrfte reichen, es als eine besonders intensive Begegnung zwischen zwei Menschen stehen zu lassen, in der Franz tats\u00e4chlich dann als Brautwerber aufgetreten ist, n\u00e4mlich als Brautwerber f\u00fcr Jesus Christus. Hier erlebten zwei Menschen eine intensive pers\u00f6nliche N\u00e4he, sie mag erotisch konnotiert gewesen sein, aber es gibt nicht gen\u00fcgend Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass beide sich in einer Weise verhalten h\u00e4tten, die sexuell die Normen ihrer Zeit gesprengt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, wir haben hier eine Erz\u00e4hlung von zwei Menschen, in der der eine zum geistlichen Begleiter des anderen wird, und daraus resultiert eine lebenslange Beziehung, die allerdings dadurch, dass Franz relativ fr\u00fch gestorben ist, an Jahren nicht sehr lang sein konnte. Klara hat nach seinem Tod immer sehr intensiv seiner gedacht und auch versucht, sich an ihm zu orientieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Sehr viel deutlicher erkennbar ist Franz von Assisi als Papstfreund. Das ist in mehrfacher Hinsicht das Irritierendste in dieser Biographie, gerade auch f\u00fcr einen evangelischen Theologen, der in Franz viele Identifikationsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr sich selbst auch als evangelischer Christ sieht: Provokationen, Anregungen f\u00fcr das heutige Dasein als Christ. Und Franz war nicht nur allgemein Papstfreund, sondern er war Freund und Anh\u00e4nger des m\u00e4chtigsten und machtgierigsten Papstes, den es im Mittelalter gab. Innozenz III. war nicht irgendein Papst, sondern Innozenz III. war derjenige, der bei den K\u00f6nigswahlen, die praktisch auch Kaiserwahlen waren im R\u00f6mischen Reich, die Kandidaten gegeneinander ausgespielt hat. Er war derjenige, der durch geschicktes Taktieren die formale Oberhoheit auch \u00fcber England erlangt hat. Er war derjenige, der, als ein Kreuzzug nach Osten aufbrach und dann, angesto\u00dfen durch die Handelsinteressen der Venezianer, damit endete, dass Christen die Christen in Konstantinopel \u00fcberfallen und ausgepl\u00fcndert haben, diese Situation in einer geradezu genialen Weise genutzt hat. Er errichtete in Konstantinopel anstelle des ostr\u00f6mischen Kaisertums ein lateinisches sowie ein Patriachat und erhob in beispielloser Weise den Anspruch, dass der Papst die Oberhoheit der gesamten Christenheit auch im Osten besa\u00df, nachdem von Seiten Konstantinopels nie eine rechtliche Oberhoheit des Bischofs von Rom akzeptiert worden war und seit dem 11. Jahrhundert mit dem Schisma zwischen Ost und West klar war, dass die beiden Kirchen unterschiedliche Wege gehen. Innozenz III. war ein Machtpolitiker sowohl gegen\u00fcber weltlichen wie kirchlichen Instanzen.<\/p>\n<p>Und ausgerechnet er ist der Papst, der Franz von Assisi f\u00f6rdert und zu dem Franz mit einer Gruppe von Gef\u00e4hrten reist, um erste Anerkennung zu finden. Franz sah offenbar nicht, welchem Machtmenschen er da gegen\u00fcbertrat. Hier wirkt wohl die oben angesprochene Erfahrung des Schutzes durch seinen eigenen Bischof nach. Die Kirche hatte sich als Vater, oder im Bild nat\u00fcrlich viel angemessener, als Mutter, als wahre Mutter erwiesen, die ihn sch\u00fctzte. Das galt f\u00fcr seinen Bischof, das galt auch f\u00fcr die Kardin\u00e4le, mit denen er zun\u00e4chst in Rom zu tun hatte, ohne dass er sich von ihnen alles hat vorschreiben lassen. Ihren Rat, sich am benediktinischen M\u00f6nchtum zu orientieren, ignorierte er, weil er etwas Neues, eine <em>fraternitas<\/em>, eine Bruderschaft, gr\u00fcnden wollte. Er wollte in der Nachfolge Christi in einer Existenzweise leben, die nicht \u00fcber gro\u00dfe Kl\u00f6ster wie die Benediktiner verf\u00fcgte.<\/p>\n<p>Dem Papst selbst legte er dann etwas vor, was als Regel bezeichnet wird, was aber wahrscheinlich kaum mehr war als eine Sammlung von Bibelversen. Rechtliche Bestimmungen nahm er erst sp\u00e4ter auf. Zun\u00e4chst bilden seine Regel Sammlungen von Versen, etwa aus der Aussendungsrede Jesu an die J\u00fcnger und dergleichen, die die Armut in den Vordergrund stellen. Es ging bei seiner Begegnung mit dem Papst gar nicht so sehr um die rechtliche Akzeptanz einer bestimmten Regel, sondern es ging darum, ob die Gruppe um Franz weiter das tun durfte, was sie bislang offenbar getan hatte, n\u00e4mlich zur Bu\u00dfe zu rufen.<\/p>\n<p>In seinem sp\u00e4ten Testament erinnert sich Franz von Assisi daran, dass dies das Eigentliche in seiner Gemeinschaft war: ein Leben der Bu\u00dfe. Er und seine J\u00fcnger haben zur Bu\u00dfe gerufen. Genau das aber war heikel, denn den Bu\u00dfruf auszusprechen war, zumal wenn er weiter ausgedeutet wurde, was Franz getan hat, tats\u00e4chlich ein St\u00fcck Predigt. Damit hatte die Kirche schwierige Erfahrungen gemacht. Die Waldenser hatten im 12. Jahrhundert den Streit um die Frage der Erlaubnis einer Predigt im Sinne der Armut, im Sinne der apostolischen Nachfolge, ausgefochten. Sie waren kurz damit akzeptiert worden unter der Voraussetzung, dass sie nicht lehrhaft predigen, aber am Ende sind sie dann aus der Kirche ausgegrenzt worden. Franz aber gelang es tats\u00e4chlich, von Innozenz III. die Erlaubnis zur Predigt zu bekommen; so wird es von dem ersten Biographen Thomas von Celano berichtet, wohl wieder nicht als w\u00f6rtliche Aussage dieses Papstes: Geht mit dem Herrn, Br\u00fcder, und wie der Herr euch einzugeben geruhen wird, predigt allen die Bu\u00dfe.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft wohl, dass die Bu\u00dfpredigt als eine nicht dogmatische Predigt verstanden wird, aber das immerhin gestand Innozenz III. der Gruppe um Franz offenbar zu, allerdings unter der Voraussetzung, dass man sehen wolle, ob daraus nun etwas Fruchtbares werde oder nicht. Fruchtbares hei\u00dft sicherlich aus der Perspektive von Innozenz III.: etwas Fruchtbares zum Erhalt der Kirche: Der ber\u00fchmte Traum von Innozenz III., der in sp\u00e4tere Schichten der Biographien eindringt, erz\u00e4hlt davon, dass ihm deutlich geworden sei, dass in Franz vor ihm eben das M\u00f6nchlein stehe, das er schon einmal im Traum gesehen habe, und das seine einst\u00fcrzende Lateran-Basilika gest\u00fctzt habe. Dieser Traum von Franz von Assisi als Erhalter der Kirche nimmt eine sich durch die Biographien ziehende Metapher auf, wonach Franz dadurch, dass er die Kirche, indem er der Armut breiten Raum in ihr gab, als Institution insgesamt erhielt. Das entbehrt nicht der Tragik, denn was er erhielt, war eine Kirche des Reichtums und der Macht.<\/p>\n<p>Innozenz III. hatte wohl durchschaut, dass man denjenigen, die man vorher mit dem Anliegen der Armut ausgrenzen konnte, nun einen Raum in dieser Kirche geben musste, m\u00f6glichst nah an den traditionellen Formen des M\u00f6nchtums, und dadurch friedenstiftend. Das ist tats\u00e4chlich gelungen, auch wenn die Franziskaner mit ihrem Ruf zur Armut das folgende Jahrhundert hindurch zu einem der gro\u00dfen St\u00f6rfaktoren innerhalb der Kirche geworden sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>V.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ein Bericht eines Engl\u00e4nders, der sicherlich nicht ganz historisch ist, aber doch sch\u00f6n und charakteristisch, erz\u00e4hlt \u00fcber die Begegnung zwischen Franz und Innozenz: \u201eDer Papst betrachtete daher an dem erw\u00e4hnten Bruder sorgf\u00e4ltig das ungestalte Aussehen, das ver\u00e4chtliche Antlitz, den wallenden Bart, die verwilderten Haare, die herabh\u00e4ngenden schwarzen Augenbrauen.\u201c Dass Franz keine besondere Sch\u00f6nheit war, dringt durch verschiedene Berichte durch; hier ist es besonders drastisch ausgedr\u00fcckt. Der Aussteiger-Typus erscheint hier, der ganz bewusst h\u00e4sslich, unangenehm aussehen will.<\/p>\n<p>Und das will er deswegen, weil die Stunde des Gerichts da ist. Die Predigten von Franz haben eben nicht nur die Zartheit eines Sonnengesangs aufgewiesen. In seinem Brief an die Gl\u00e4ubigen, der wahrscheinlich eine Zusammenfassung von Predigten darstellt, hei\u00dft es: \u201eAlle aber, M\u00e4nner wie Frauen, die nicht in Bu\u00dfe stehen, und Laster und S\u00fcnden aus\u00fcben, und in ihrem Leben der \u00fcblen Begierde und den \u00fcblen Sehns\u00fcchten folgen, und nicht beachten, was sie dem Herrn versprochen haben, und leiblich der Welt mit fleischlichen Sehns\u00fcchten und weltlichen Pl\u00e4nen und Sorgen um dieses Leben dienen, die sind vom Teufel festgehalten, dessen Kinder sie sind und dessen Werke sie tun.\u201c<\/p>\n<p>Auch das geh\u00f6rt zu Franz von Assisi dazu. Er war nicht einer, der es allen Recht und angenehm gemacht hat, beileibe nicht. Er hat nicht nur Kritik an sozialen Missst\u00e4nden und Strukturen ge\u00fcbt, sondern er hat ganz konkret Personen kritisiert, nicht nur diejenigen, die verantwortlich waren f\u00fcr das Elend, sondern auch diejenigen, die blo\u00df bei dem Elend mitgemacht haben. Er hat ihnen mit dem Gericht gedroht, er hat sie dem Teufel zugeordnet. Das sind Franz-Zitate, die wir heute nicht so gerne wiedergeben, aber sie geh\u00f6ren zum Bild dieses Franz von Assisi dazu, und sie sind wahrscheinlich, wenn wir das ernst nehmen, dass die Erlaubnis des Papstes hie\u00df, Bu\u00dfe zu predigen, sogar bestimmend f\u00fcr die Weise, wie er gepredigt hat.<\/p>\n<p>Macht man sich das klar, so liest man auch den Sonnengesang noch einmal anders. Dessen Ende n\u00e4mlich lautet: \u201eGelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod. Ihm kann kein Mensch lebend entrinnen. Wehe jenen, die in t\u00f6dlicher S\u00fcnde sterben. Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun. Lobt und preist meinen Herrn und dankt ihm und dient ihm mit gro\u00dfer Demut.\u201c Das steht am Ende des Sonnengesangs die massive Drohung mit dem Gericht. Dass das Lob der Natur in die Warnung vor dem zweiten Tod, in die Warnung vor der H\u00f6lle m\u00fcndet, geh\u00f6rt zur Realit\u00e4t dieses Sonnengesangs, zur Realit\u00e4t des Franz von Assisi. Wenn wir den ganzen Menschen Franz haben wollen, dann m\u00fcssen wir uns auch dem stellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>VI.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zu Franz\u2018 Erbe geh\u00f6rt aber auch, dass er wie kein Zweiter als eine Verwirklichung Jesu Christi gesehen worden ist, lateinisch als <em>alter Christus<\/em>, also der zweite, der andere Christus. Pr\u00e4gnant dr\u00fcckt sich das in der ber\u00fchmten Erz\u00e4hlung von der Stigmatisierung aus, in welcher sich Traditionen vermischt haben, die urspr\u00fcnglich nicht zusammengeh\u00f6rten. Die Verbindung aus der Kennzeichnung des K\u00f6rpers von Franz mit den Stigmata, mit den Wundmalen, mit seiner Vision eines Seraphen, einer engelhaften Gestalt mit mehreren Fl\u00fcgeln am Himmel, ist erst nach und nach entstanden. Vision und Stigmatisierung sind nach gegenw\u00e4rtigem Forschungsstand urspr\u00fcnglich selbst\u00e4ndige Erz\u00e4hlungen. Es gibt eine Erz\u00e4hlung von Vision ohne Stigmatisierung, und eine Erz\u00e4hlung von Stigmatisierung ohne Vision. Das spricht daf\u00fcr, dass beides zun\u00e4chst unabh\u00e4ngig voneinander zu verstehen ist.<\/p>\n<p>Alle damit verbundenen Probleme k\u00f6nnen hier nicht behandelt werden. Das Dr\u00e4ngendste ist aber wohl, wie man die Stigmatisierung als biographisches Ereignis einsch\u00e4tzt. Dabei w\u00e4re es fatal, in der R\u00fcckschau aus dem 21. Jahrhundert Menschen des 13. Jahrhunderts vorschnell Erfindungen oder gar L\u00fcgen zu unterstellen.<\/p>\n<p>Mit einem \u201eStimmt es oder stimmt es nicht\u201c kommen wir einem Ph\u00e4nomen wie der Stigmatisierung nicht n\u00e4her. Es stimmt auf einer Ebene, die f\u00fcr uns heute als Wirklichkeitsebene nur noch schwer nachvollziehbar ist. Wir stellen uns die Stigmatisierung auch durch die fr\u00fchen Berichte als einen sehr physischen Vorgang vor; so wird es auch bei Celano und bei anderen berichtet. Da w\u00e4chst tats\u00e4chlich etwas aus der Haut heraus. M\u00f6glicherweise sind diese physischen Erz\u00e4hlungen aber nur ein Versuch, im Nachhinein etwas zu verarbeiten, das urspr\u00fcnglich eine Vision gewesen ist. Und wenn man dies sagt, muss man bedenken: Nicht nur Fleisch und Muskeln waren f\u00fcr das 13. Jahrhundert echte Realit\u00e4t, sondern auch Visionen, weil in ihnen Gott selbst die Wirklichkeit erschloss.<\/p>\n<p>Dass es bei der Stigmatisierung urspr\u00fcnglich um eine Vision ging, zeigt der allererste Bericht \u00fcber sie, das Rundschreiben des Ordensgenerals Elias von Cortona \u00fcber den Tod des Ordensgr\u00fcnders. Darin hei\u00dft es ganz weihnachtlich: \u201eIch verk\u00fcnde euch eine gro\u00dfe Freude und eine wundersame Neuheit! Von der Welt wurde ein solches Zeichen noch nicht geh\u00f6rt, au\u00dfer vom Sohn Gottes, welcher ist Christus der Herr. Nicht lange vor seinem Tod erschien der Bruder und Vater gekreuzigt und trug f\u00fcnf Wunden, die wahrhaft wie Wundmale Christi sind, an seinem K\u00f6rper. Denn seine H\u00e4nde und seine F\u00fc\u00dfe hatten so etwas wie (quasi!) Stiche von N\u00e4geln, von beiden Seiten durchbohrt, die noch die Narben aufwiesen und die Schw\u00e4rze der N\u00e4gel zeigten. Seine Seite aber wirkte wie (apparuit!) von einer Lanze durchbohrt, und oft dampfte Blut heraus. Als sein Geist noch im K\u00f6rper lebte, war ihm keine Ansehnlichkeit, sondern unansehnlich war sein Antlitz und kein Glied blieb in ihm ohne \u00fcbergro\u00dfes Leiden. Weil seine Sehnen zusammengezogen waren, waren seine Glieder so steif, wie sie bei einem toten Menschen zu sein pflegen, aber nach seinem Tod war der Anblick wundersch\u00f6n. Er schimmerte in wunderbarem Glanz und erfreute die, die es sahen, und die Glieder, die vorher steif waren, sind \u00fcberaus weich geworden. Sie wandten sich seiner Lage nach hierhin und dorthin wie bei einem zarten Knaben.\u201c<\/p>\n<p>In dieser Wahrnehmung des Elias von Cortona also war der Leichnam sch\u00f6n, nicht durch Leiden gekennzeichnet. Das w\u00e4re, wenn man sich die Stigmatisierung so vorstellt, dass am Leib Wunden erschienen, die den Tod \u00fcberdauerten, wenigstens merkw\u00fcrdig. Tats\u00e4chlich aber zeigen die Begriffe \u201eapparuit\u201c\/\u201eerschien\u201c, \u201equasi\u201c\/\u201eals ob\u201c: Hier ging es nicht um ein physisches Ph\u00e4nomen, um eine Vision also: Vision\u00e4r war Franz von Assisi wenigen Zeugen wie Jesus Christus erschienen. Das ist die eigentlich Botschaft der Stigmatisierung: Dass Franz von Assisi ein Mensch gewesen ist, in dem sich, bei aller Schwierigkeit, ihn historisch zu rekonstruieren, etwas von der Botschaft Jesu Christi in einer neuen Weise verwirklicht hat. Und das kann heute auch \u00f6kumenisch gemeinsam gesagt werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man from Assisi<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":32561,"menu_order":1433,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32298","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-n-a"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Franz. 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