{"id":32304,"date":"2023-07-17T14:35:29","date_gmt":"2023-07-17T12:35:29","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=karl-jaspers-und-theodor-w-adorno"},"modified":"2025-04-28T13:16:25","modified_gmt":"2025-04-28T11:16:25","slug":"das-denken-von-karl-jaspers-im-ueberblick","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/das-denken-von-karl-jaspers-im-ueberblick\/","title":{"rendered":"Das Denken von Karl Jaspers im \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Introduction<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Karl Jaspers vor 50 Jahren starb, war er im deutschsprachigen Raum der wohl bekannteste Philosoph, weltweit, gemessen an der Zahl der \u00dcbersetzungen seiner B\u00fccher, der am meisten rezipierte deutsche Philosoph. Das gro\u00dfe \u00f6ffentliche Interesse ist l\u00e4ngst geschwunden. In der philosophischen Fachwelt hat er ohnehin wenig Echo gefunden, und durch das ihm anh\u00e4ngende Etikett \u201eExistenzphilosoph\u201c wirkt er wie ein Relikt aus abgelebten Zeiten. Warum also sollte man sich mit ihm heute und ausgerechnet heute aus anderem als blo\u00df historischem Interesse besch\u00e4ftigen?<\/p>\n<p>Meine Antwort, auf den einfachsten Nenner gebracht: Jaspers hat, in einer Zeit der Orientierungslosigkeit \u2013 in die wir offensichtlich erst richtig hineingeraten sind \u2013 gezeigt, was Philosophie ist und warum Philosophie nottut \u2013 nicht irgendeine Philosophie, sondern jene, die mit Sokrates beginnt und die den \u201ekleinen\u201c Unterschied zu machen wei\u00df zwischen dem, was man wissen, und dem, was man nicht wissen kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr Jaspers ist unbestritten: Es gibt eine Realit\u00e4t, es gibt Dinge, die man wissen kann. Keiner kann Philosoph sein, der sich nicht um dieses Wissen bem\u00fcht \u2013 dem methodisch disziplinierten Erkenntnisweg folgend, den die neuzeitlichen Wissenschaften gewiesen haben. Dieser Wissensdrang trieb ihn dazu, dass er \u2013 seiner heimlichen Neigung zur Philosophie zum Trotz \u2013 erst Jura, dann Medizin studierte, sich in Psychopathologie spezialisierte und, auf die Art und Weise reflektierend, in der auf diesem Feld Wissen gewonnen werden kann, mit seiner <em>Allgemeinen Psychopathologie<\/em> von 1913 ein umfassendes, mehrfach aufgelegtes und bis heute noch ma\u00dfgebliches Lehrbuch schrieb.<\/p>\n<p>Doch: Wer entschieden und ernsthaft wissen will, wei\u00df umso mehr auch um die Grenzen, an denen unser Nichtwissen beginnt. Auf die erste aufmerksam gemacht wurde Jaspers durch seinen verehrten Lehrer, den Soziologen Max Weber: Wissenschaft kann zwar erkennen, was der Fall ist, aber sie wird uns nie sagen k\u00f6nnen, was der Fall sein soll und was wir wollen sollen. So kann keine Wissenschaft uns sagen, warum \u00fcberhaupt Wissenschaft sein soll.<\/p>\n<p>Eine zweite, und wohl die entscheidendste, ist die Grenze, die ihm Kant er\u00f6ffnet hat: Wissenschaft ist immer partikular und perspektivisch, sie erkennt immer nur bestimmte Gegenst\u00e4nde in der Welt, aber nie die Welt als Ganze. Hinter jedem Horizont \u00f6ffnet sich ein weiterer Horizont, so ins Unendliche. Dies gilt auch f\u00fcr uns selbst, wir k\u00f6nnen immer nur Teilaspekte unseres Daseins erkennen, aber wir wissen nie, wer oder was wir letztlich, im Ganzen unseres Wesens sind. Wir sind immer mehr, als wir von uns wissen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die dritte Grenze hat Jaspers selbst aufgezeigt: Es ist der Umstand, dass wir uns in Situationen finden, die wir nicht ver\u00e4ndern und denen wir nicht entkommen k\u00f6nnen: dass wir nicht leben k\u00f6nnen, ohne zu leiden und zu k\u00e4mpfen und uns schuldig zu machen, dass wir immer in Situationen verstrickt sind und dass wir sterben m\u00fcssen. In diesen Grenzsituationen, wie Jaspers sie nennt, sind wir mit all unserem Weltwissen und all unseren Techniken am Ende. Das ihnen allen Gemeinsame ist, unter subjektivem Gesichtspunkt \u2013 das Leiden als Letztes, als Unabwendbares. Hier ber\u00fchrt Jaspers sich mit Adorno und dessen Beharren auf der Negativit\u00e4t dessen, was nicht sein soll, dem uns\u00e4glichen und sinnlosen Leiden.<\/p>\n<p>Wie verhalten wir uns gegen\u00fcber diesen Grenzen? Wir k\u00f6nnen sie ignorieren und verdr\u00e4ngen, mit Illusionen zudecken, in harmonistische Welterkl\u00e4rungen fl\u00fcchten und uns in rationalen \u201eGeh\u00e4usen\u201c einschlie\u00dfen, wir k\u00f6nnen, wissenschaftsabergl\u00e4ubisch, von einem Totalwissen tr\u00e4umen und uns einer Totalplanung des Menschen und seiner Geschichte verschreiben. Wir k\u00f6nnen aber auch das Gegenteil tun: uns diesen Grenzen stellen, sie uns klarer zu machen versuchen \u2013 um dabei zu erleben, dass mit der gr\u00f6\u00dferen Klarheit auch das Verlangen w\u00e4chst, \u00fcber diese Grenzen hinauszugelangen, zu erfahren, worauf es uns ankommen soll, und Halt zu finden, auch wenn alles ins Wanken ger\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Jaspers\u2019 Weg von der Psychologie zur Philosophie<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Psychologe, als der sich Jaspers nach seiner Habilitation und seiner Ernennung zum Extraordinarius f\u00fcr Psychologie noch verstand, versucht er in seiner <em>Psychologie der Weltanschauungen<\/em> (1919) einen \u00dcberblick zu gewinnen \u00fcber die Vielfalt bisher erdachter M\u00f6glichkeiten, sich Bilder von einem Weltganzen zu schaffen und in ihnen Sinn zu finden. Dabei ist ihm aber durchaus bewusst, dass dies nur abstrakte M\u00f6glichkeiten sind, durch die wir nichts zu wissen und keine Anleitung zum Leben bekommen k\u00f6nnen. Sie m\u00f6gen als solche vielleicht der Bildung dienen, die wir \u00e4sthetisch genie\u00dfen, von Bedeutung aber sind sie erst, wenn das Entscheidende hinzukommt: die eigene pr\u00fcfende Suche nach der Sinnm\u00f6glichkeit, auf die hin ich mein Leben wagen will. Wie aber soll diese Pr\u00fcfung vor sich gehen, was bringt mich dazu, diesen Sprung zu tun? Der Sprung \u00fcbrigens, dem sich Adorno, im Gegensatz zu Jaspers, hartn\u00e4ckig zu verweigern scheint und zu dem er dennoch immer wieder anzusetzen versucht.<\/p>\n<p>Jaspers wurde zunehmend klar, dass er sich mit dieser Frage nicht mehr im Feld der Psychologie, sondern im Feld der Philosophie bewegte. Er markierte dies auch nach au\u00dfen, indem er sich 1922 auf einen Lehrstuhl f\u00fcr Philosophie berufen lie\u00df, als Professor gleichsam sein Philosophiestudium nachholte und nun systematisch den Fragen nachging, die ihn bedr\u00e4ngten. Im Grunde sind es keine andern als die ber\u00fchmten drei Grundfragen Kants: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was kann ich hoffen \u2013 wenn ich tue, was ich soll?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Jaspers\u2019 Existenzphilosophie<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Ergebnis von Jaspers\u2019 Denkarbeit ist das 1932 erschienene dreib\u00e4ndige Werk, das er schlicht <em>Philosophy<\/em> nannte. Der erste Band unter dem Titel <em>Weltorientierung<\/em> gilt der bereits er\u00f6rterten ersten Frage nach den Bedingungen und Grenzen unseres Wissens, der zweite Band, <em>Existenzerhellung<\/em> genannt, f\u00fchrt die Frage philosophisch weiter, die in der \u201ePsychologie der Weltanschauungen\u201c offen geblieben ist: Was erm\u00f6glicht es uns, angesichts der Grenzsituation, nicht in Nihilismus und Verzweiflung zu versinken, sondern \u2013 alle endlichen Daseinszwecke hinter uns lassend \u2013 das zu finden, was wir in Unbedingtheit wollen, und so zu dem zu werden, der wir wirklich sind? Diese M\u00f6glichkeit eines jeden Menschen, er selbst zu sein, ist das, was Jaspers mit Kierkegaard Existenz, genauer: m\u00f6gliche Existenz nennt.<\/p>\n<p>Doch wie wird die m\u00f6gliche Existenz zur wirklichen Existenz, die wei\u00df, was sie in Unbedingtheit will? Auch dies wissen wir nicht. Wenn uns der \u201eAufschwung\u201c gelingt, ist es, \u201eals ob wir uns geschenkt w\u00fcrden\u201c. Ich bin das, was ich als Existenz bin, nicht durch mich selbst \u2013 so wenig wie ich durch mich selbst in die Welt gekommen bin. In dem Ma\u00dfe, wie ich mir meiner selbst bewusst werde, werde ich mir darum auch jenes Anderen bewusst, durch das ich selber bin \u2013 ein Umgreifendes, so der Terminus von Jaspers, das sowohl mich wie die Welt \u00fcbersteigt. Er nennt es Gott oder Transzendenz, wohl wissend, dass dies blo\u00df Namen sind f\u00fcr ein Sein, von dem wir doch nie sagen k\u00f6nnen, was es ist. Dass es ist, soll uns gen\u00fcgen. Keine Existenz ohne Transzendenz: So lautet nunmehr die Losung des Jaspers\u2019schen Philosophierens, das er selbst Existenzphilosophie nennt. Ohne den Anspruch allerdings, damit eine neue Philosophie zu erfinden. Existenzphilosophie ist f\u00fcr ihn, was die Philosophie \u2013 seine sokratische Philosophie \u2013 schon immer gewesen ist.<\/p>\n<p>Auch dies, dass sich Transzendenz nicht denken l\u00e4sst, muss gedacht sein. Denkbar ist, dass es etwas gibt, das sich nicht denken l\u00e4sst. Der dritte Band von Jaspers Philosophie kreist darum um die Frage nach der Transzendenz, nach dem, was \u00fcberhaupt ist, was \u00fcber uns und die Welt hinaus allein noch bleibt. Bisherige Formen metaphysischen Denkens \u201ebeschw\u00f6rend\u201c, \u00f6ffnet Jaspers den Raum, der mit der Idee der Transzendenz aufgespannt wird. In Erinnerung an die philosophische Disziplin, die noch spekulativ Gott erdenken zu k\u00f6nnen glaubte, nennt er seinen dritten Band <em>Metaphysik<\/em>. Sein Schl\u00fcsselbegriff f\u00fcr die Art und Weise, wie Transzendenz uns in dieser Welt gegenw\u00e4rtig werden kann, ist der Begriff der Chiffer. Er steht f\u00fcr das geheimnisvolle Leuchten der Dinge, die pl\u00f6tzlich Tiefe bekommen und in deren Licht uns Transzendenz auf uns unbegreifliche Weise aufscheinen kann. Der Chifferbegriff ist dann sp\u00e4ter, in Jaspers\u2018 Basler Zeit (ab 1948) der Ausgangspunkt f\u00fcr seine Entfaltung dessen, was er philosophischen Glauben nennt, und f\u00fcr seine tief greifende Auseinandersetzung mit der Offenbarungsreligion als der Gegenmacht zur Philosophie, die heute aktueller ist denn je.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Jaspers als Philosoph der Vernunft<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zu den Drei\u00dfiger Jahren. Eine noch unbew\u00e4ltigte Aufgabe nach seiner Philosophie bleibt, die Jaspers fortan nicht mehr losl\u00e4sst und die ihn veranlasst, eine auf vier B\u00e4nde angelegte <em>Philosophische Logik<\/em> zu schreiben. Es ist die Aufgabe, eine Antwort zu finden auf die unabweisbare eine Frage: \u00dcber die Welt hinaus denken, Existenz \u201eerhellen\u201c, Transzendenz \u201ebeschw\u00f6ren\u201c, worauf st\u00fctzen wir uns, wenn wir dies tun, wenn dies alles doch jenseits jeder Erkenntnis liegt? Wenn wir nicht wissen, was wir hier tun, werden wir nie Herr unseres Denkens sein.<\/p>\n<p>Es ist wiederum Kant, der Jaspers hier den Weg gewiesen hat: Was wir nicht erkennen k\u00f6nnen, das k\u00f6nnen wir doch denken \u2013 wir wissen nicht, was das Ganze ist, innerhalb dessen wir stehen, aber wir haben die Idee eines solchen Ganzen, und diese Idee beweist ihre Wirklichkeit insofern, als sie uns dazu antreibt, nach Einheit, nach Zusammenhang zu suchen, und diese Suche selbst dann nicht aufgeben, wenn wir scheitern. Dieses auf Ideen gerichtete Denken nennt Jaspers mit Kant Vernunft. Vernunft ist das Band, das uns mit allem und mit allen verbindet. Vernunft, so kann Jaspers darum auch sagen, ist nichts anderes als der \u201eWille zu grenzenloser Kommunikation\u201c, sie ist wie das \u201eAusstrecken der H\u00e4nde\u201c. F\u00fcr unsere existenzielle Selbstvergewisserung ist sie als Medium ebenso notwendig wie die Luft zum Atmen.<\/p>\n<p>Statt Existenzphilosophie m\u00f6chte Jaspers seine Philosophie darum nun lieber Philosophie der Vernunft nennen. Doch wiederum nicht, um etwas Neues anzuk\u00fcndigen, sondern um noch st\u00e4rker zu betonen, worum es ihm von Anbeginn schon ging: um die Polarit\u00e4t von <em>Vernunft und Existenz<\/em> \u2013 so der Titel seiner programmatischen Schrift von 1935. Existenz \u2013 zur Bezeichnung f\u00fcr den Ort, an dem alles, was wirklich sein soll, entschieden werden muss; Vernunft \u2013 als Losungswort f\u00fcr den unendlichen Raum der M\u00f6glichkeiten. Fehlt die Vernunft, ersticken wir in uns selbst, fehlt die Existenz, verbl\u00e4st es uns ziellos in alle Richtungen.<\/p>\n<p>Die Funktionsweise der Vernunft und ihr Verh\u00e4ltnis zur Erkenntnis des Verstandes zu erkunden, wird in der Hitlerzeit dem auf Grund seiner Ehe mit einer J\u00fcdin ab 1937 unter Lehr- und ab 1938 unter faktischem Publikationsverbot stehenden Jaspers zum Hauptprojekt seiner stillen Arbeit. Es ist nicht zuletzt auch seine Antwort auf den Kommunikationsabbruch und die Vernunftfeindlichkeit des Faschismus. Als erster Band erscheint dann 1947 das mehr als 1000-seitige Buch <em>Von der Wahrheit<\/em>, drei weitere B\u00e4nde fanden sich als Entw\u00fcrfe im Nachlass.<\/p>\n<p>Die entscheidende Pr\u00e4misse dieser \u201ePhilosophischen Logik\u201c: Vernunft ist nicht ein obskures, esoterisches Verm\u00f6gen, das uns in ein von allem Menschlichen verlassenes fernes Gedankenreich f\u00fchrt: Es ist die Art und Weise, wie Menschen bewusst oder weniger bewusst in den verschiedensten Bereichen ihres Lebens denken: im Alltag sowohl wie in der Wissenschaft, der Kunst, der Religion und im praktischen Leben. Wenn wir die Logik dieses Denkens erforschen wollen, m\u00fcssen wir darum von dem Ort ausgehen, an dem wir sind, und an dem alles, was es f\u00fcr uns gibt, gegenw\u00e4rtig werden muss. Hier, in dieser Welt, muss sich bew\u00e4hren, was als wahr gelten soll. Die rationalen Mittel des Verstandes, mit deren Hilfe wir die Dinge in der Welt erkennen, sind die einzigen, die wir haben, um den Raum der Vernunft zu erschlie\u00dfen. Philosophierend k\u00f6nnen wir darum nur eines tun: uns mit Hilfe des von den Philosophen im Lauf der Zeit bereit gestellten \u201eHandwerkszeugs des Philosophierens\u201c bewusst machen, was wir tun, wenn wir denken, und \u2013 im Gespr\u00e4ch miteinander \u2013 kritisch pr\u00fcfen, welches die m\u00f6glichen Kategorien, Formen und Methoden vern\u00fcnftigen Denkens sind und wo deren Grenzen liegen. Und immer wieder werden diese Schwindel erregenden Grenzen sichtbar: Jeder Versuch, \u00fcber den methodisch gesicherten Boden der Wissenschaft hinaus das Umgreifende zu denken, endet in Widerspr\u00fcchen und Tautologien \u2013 und ist letztlich zum Scheitern verurteilt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Jaspers\u2019 Erhellung des Raums der Vernunft<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Scheitern zeigt sich auch in den Resultaten transzendierenden Denkens. Was wir suchen, ist das eine, das umgreifende Sein. Statt des Einen aber haben wir immer nur \u2013 das Viele. Das eine Umgreifende, \u201ein dem wir uns finden\u201c, ist zerspalten in eine Vielzahl von Weisen des Umgreifenden. Nicht nur Welt und Transzendenz sind solche Weisen des Umgreifenden, auch jeder einzelne Mensch ist selber schon ein Umgreifendes und findet sich wiederum vor in unterschiedlichen, sich wechselseitig umgreifenden Ganzheiten, die ihren je eigenen Wahrheitssinn haben: Wir sind biologische Wesen, f\u00fcr die nur wahr ist, was der Selbsterhaltung dient; wir sind mit Hilfe des Verstandes erkennende Subjekte, die sich als identische wiederfinden in einem allen gemeinsamen Bewusstsein \u00fcberhaupt; wir sind an gesellschaftlicher Praxis teilnehmende, mit Phantasie begabte, von Ideen geleitete Individuen; und \u00fcber all dies hinaus m\u00f6gliche Existenz, auf der Suche nach dem unbedingt Wahren. Den Menschen als Menschen gibt es ohnehin nicht, es gibt ihn nur in der Pluralit\u00e4t von Formen des Erlebens, F\u00fchlens und Denkens und letztlich nur als unendliche Vielzahl von Individuen in ihrer einmaligen Geschichtlichkeit.<\/p>\n<p>Pluralit\u00e4t anerkennen, an Unterscheidungen festhalten, Differenzen aushalten: dies ist die entscheidende kritische Funktion der Vernunft. Darum k\u00e4mpft sie auch gegen jedes Denken, das Unterschiede verwischt, Werte f\u00fcr Wissenschaft verkauft, den Anspruch auf ein Totalwissen oder eine Letztbegr\u00fcndung erhebt, kurz \u2013 gegen alles Absolutistische, Totalit\u00e4re und Totalisierende. Konsens mag es in der wissenschaftlichen Erkenntnis geben, aber wo es um Vernunftglauben geht, da findet der Kampf kein Ende. Was aus uns wird, muss immer wieder neu entschieden, was f\u00fcr uns gelten soll, immer wieder neu gepr\u00fcft werden. Philosophie ist darum nie am Ende, nie bei einem letzten Wort, und weil es kein letztes Wort gibt, k\u00f6nnen wir nicht Philosophie als Lehrbestand, sondern nur philosophieren lernen.<\/p>\n<p>Vernunft sei f\u00fcr uns als geistige Wesen ebenso notwendig wie die Luft zum Atmen, sagt Jaspers. Diese Metapher erhellt \u2013 in einem einzigen Bild \u2013 die Wirkungsweise der Vernunft. Sie ist nicht nur selber wie Luft, sie verschafft uns auch Luft. Und sie tut dies sowohl negativ wie positiv. Negativ, indem sie jede Position wieder sprengt, in der wir uns einnisten wollen und uns so von Unwahrheit, Schein und T\u00e4uschung befreit, kurz, von allem, was uns geistig zu ersticken droht. Positiv aber wirkt sie, indem sie die Fenster aufst\u00f6\u00dft, alle M\u00f6glichkeiten zeigt, den weitesten Horizont des Denkens \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Vernunft und F\u00fchrung des Lebens<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Luft allein jedoch n\u00e4hrt nicht, und was uns geistig n\u00e4hrt, uns Sinn und Halt gibt, kommt nicht aus der Vernunft. Es kommt aus dem geistigen Boden, auf dem wir stehen und in dem wir unsere Wurzeln haben. F\u00fcr uns Abendl\u00e4nder ist dieser Boden nach Jaspers die Bibel und sind es die Schriften der alten Griechen. Nicht alles \u00dcberlieferte aber k\u00f6nnen wir f\u00fcr uns bejahen und uns zu eigen machen, und schon gar nicht in der urspr\u00fcnglichen Form. Die reinigende Kraft der Vernunft zeigt m\u00f6gliche letzte Positionen, die uns vor ein Entweder-Oder stellen und an Hand derer uns vor allem eines klar werden kann: was wir nicht wollen und was wir aus dem Grund unseres Wesens ablehnen: Atheismus oder Gottesglaube? Kommunikation oder Gewalt? Freiheit oder Knechtschaft? Totalitarismus oder Demokratie? Mit jeder abgelehnten M\u00f6glichkeit w\u00e4chst auch die Klarheit dar\u00fcber, auf welcher Seite wir stehen. Was die letzte und mithin richtige Seite ist, wissen wir aber nie. Was wir auch immer f\u00fcr die letzte Position halten, kann schon darum nicht die letzte sein, weil wir, an unseren geschichtlichen Standort gebunden, nie alle Positionen \u00fcberblicken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Verfahren der Vernunft, das Jaspers f\u00fcr den existenziellen Bereich zeichnet, ist dasselbe, das ihm auch zur Erhellung der Transzendenz dient. Es ist der alte Weg der \u201evia negativa\u201c: Weil wir nie sagen k\u00f6nnen, was Gott ist, k\u00f6nnen wir ihm nur n\u00e4her kommen, wenn wir all die Bilder, Vorstellungen und Begriffe wieder negieren, die wir uns von ihm gemacht haben. Und je mehr wir uns von diesen Gottes-Bildern befreien, desto freier wiederum werden wir selbst. Denn dies bewahrt uns davor, uns einem Gott zu verschreiben, der, zum einzig wahren erkl\u00e4rt, doch nur eine von Menschen ausgedachte G\u00f6tzengestalt ist.<\/p>\n<p>Warum aber sollen wir uns mit den \u00fcberlieferten Gottesbildern \u00fcberhaupt besch\u00e4ftigen, wenn doch keines gen\u00fcgt? Die Antwort gibt Jaspers\u2019 Chiffernlehre in Verbindung mit dem Grundgedanken seiner \u201ePhilosophischen Logik\u201c. Als endliche, an unseren Ort, unsere Sinne und unseren Verstand gebundene Wesen haben wir auch im Erdenken dessen, was jenseits aller Erkenntnis liegt, keine anderen Mittel als jene, die uns zur Erkenntnis unserer Welt zur Verf\u00fcgung stehen: Vorstellungen zu bilden und mit Begriffen nach den Regeln der Logik zu operieren. Entscheidend aber ist, mit welchem Bewusstsein wir die Grenze zur Transzendenz hin \u00fcberschreiten: Ob wir es tun im sokratischen Wissen, dass alle diese Mittel unzul\u00e4nglich sind und wir doch immer nur sagen, was wir im Grunde nicht sagen k\u00f6nnen, oder ob wir glauben, das von uns Gedachte sei auch schon Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Dieses sokratische Bewusstsein ver\u00e4ndert alles. Unsere Bilder, Vorstellungen und Begriffe nehmen wir nun als das, was sie sind: als Spiel unserer Phantasie, mit dem wir zu erhaschen versuchen, was wir nie erhaschen werden. Und doch kann uns dabei etwas Seltsames widerfahren: Einzelne Figuren in diesem Spiel k\u00f6nnen uns auf unerwartete Weise ansprechen, sie geben uns etwas zu bedeuten, ohne dass wir wissen, was sie bedeuten. Sie werden so zu Chiffern. Wie Wegweiser ohne Inschrift geben sie uns eine Richtung vor, der wir nicht anders als folgen k\u00f6nnen, ohne zu wissen, wohin sie f\u00fchrt. So kann die biblische Geschichte von Moses und der ihm auf dem Sinai geoffenbarten Gesetzestafel zur Chiffer werden f\u00fcr den Ernst des Gewissens im Ringen um die Unbedingtheit meines Wollens \u2013 als ginge es nun auch f\u00fcr mich um die Frage nach dem, was Gott mit mir wolle.<\/p>\n<p>Um solche Wegweiser zu finden, kann ich meinen Blick nicht weit genug \u00f6ffnen f\u00fcr all das, was Menschen von alters her schon Orientierung gewesen ist. Denn nur so kann ich finden, was f\u00fcr mich wahr sein kann. In der Einsamkeit des F\u00fcr-sich-allein-Denkens gibt es keine Wahrheit, die Wahrheit, so das von Jaspers immer wieder zitierte Nietzsche-Wort, beginnt zu zweien. Wahr ist, was mich \u2013 bei allen Differenzen in dem, was wir glauben \u2013 mit dem anderen verbindet. Und das allein Verbindende ist die Vernunft, der Wille im andern und der Wille in mir, zu verstehen und verstanden zu werden. Mit diesem Programm allein schon ist Jaspers weit \u00fcber seine philosophischen Zeitgenossen hinaus. Doch es blieb nicht beim Programm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Jaspers\u2019 Bem\u00fchen um grenzenlose Kommunikation, sein Projekt einer k\u00fcnftigen Weltphilosophie und seine Sorge um das Schicksal der Menschheit<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grenzenlos kommunizieren, mit den Toten und mit den Lebenden, und doch entschieden man selbst sein \u2013 kein Philosoph hat dies so konsequent vorgelebt wie Jaspers. Davon zeugt seine bewundernswerte Leistung in der Aneignung der Geschichte der Philosophie, die sich niedergeschlagen hat in seinem monumentalen Werk <em>Die gro\u00dfen Philosophen<\/em> und in seinen Monografien zu <em>Nietzsche<\/em>, <em>Descartes<\/em>, <em>Schelling<\/em>, <em>Cusanus<\/em>, davon zeugt aber auch sein Wille, weit \u00fcber das Abendland hinaus in das Denken anderer Kulturen einzudringen, der ihn zu der \u2013 zur Zeit h\u00f6chst aktuellen \u2013 These von der Achsenzeit gef\u00fchrt hat: jenem zeitgleichen Erwachen philosophischen Denkens in Vorderasien ebenso wie in Indien und China in der Zeit zwischen 800 und 200 v. Chr. Doch selbst dies war ihm nicht genug, er verstand alle diese Arbeiten als Teil blo\u00df des von ihm in aller Stille vorangetriebenen, unvollendet gebliebenen Projekts einer <em>Weltgeschichte der Philosophie<\/em> als der Grundlage einer k\u00fcnftigen Weltphilosophie.<\/p>\n<p>Weltphilosophie hei\u00dft die von Jaspers intendierte k\u00fcnftige Philosophie nicht zuletzt darum, weil es ihm buchst\u00e4blich um die Welt, um die Menschheit als ganze und die Existenz jedes Einzelnen geht, als B\u00fcrger dieser Welt. So fragt er nach dem Krieg \u2013 im gleichnamigen Buch \u2013 nach <em>Ursprung und Ziel der Geschichte<\/em>. Aus seiner Sorge um die doppelte Bedrohung der Menschheit, durch den Totalitarismus auf der einen Seite und ihre Selbstvernichtung durch die Atombombe auf der andern Seite, wird er mit seinem Buch <em>Die Atombombe und die Zukunft des Menschen<\/em> zum Mahner und Warner und zum Vordenker einer neuen Weltfriedensordnung.<\/p>\n<p>Nicht nur auf dem Katheder, sondern auch in der \u00d6ffentlichkeit daf\u00fcr zu sorgen, dass Vernunft in die Welt kommt: dies bestimmt in der Zeit nach dem Krieg den Stil seiner B\u00fccher, kommt zum Ausdruck in seinem Drang zur Einfachheit und Klarheit, seiner auf allgemeine Verst\u00e4ndlichkeit dringenden Sprache jenseits von Jargon und billiger Rhetorik. Es treibt ihn dazu an, sich mit seinem Philosophieren \u00fcber Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen an ein breites Publikum zu wenden. Auch darin wiederum ist er der Sokratiker. Er geh\u00f6rt nicht zu jenen Philosophen, die im Bewusstsein ihrer eigenen \u00dcberlegenheit die Menge verachten und sich auf sich selbst und ihre engsten Kreise zur\u00fcckziehen. Er ist der Philosoph, der auf die Stra\u00dfe geht und sich an alle wendet, im Wissen darum, dass auch er ein Mensch ist wie sie und nicht mehr. Vernunft, dies war seine tragende \u00dcberzeugung, kommt nur in die Welt durch \u00d6ffentlichkeit, durch Publizit\u00e4t, dadurch, dass Menschen \u00f6ffentlich miteinander reden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Jaspers als politischer Schriftsteller<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jaspers bittere Erfahrungen mit dem Naziregime haben seine Einsicht gesch\u00e4rft, dass es ohne politische Freiheit keine existenzielle Freiheit geben kann. In der Sorge, dass die Deutschen die von den Alliierten geschenkte Chance auf Freiheit erneut wieder verspielen k\u00f6nnten, wird er am Ende seines Lebens zum politischen Schriftsteller, der im Kampf f\u00fcr den Weg der Demokratie und f\u00fcr die von ihm angemahnte moralische Umkehr der Deutschen \u201eKopf und Kragen\u201c riskierte. Was ihn \u2013 trotz der heftigen Angriffe von links und rechts \u2013 weiterhin eingreifen l\u00e4sst, ist die Grundpr\u00e4misse seines Philosophierens, dass eine Philosophie sich nur auf eine Weise als wahr erweisen kann: dadurch, dass sie wirksam wird im eigenen Handeln. Und dies hie\u00df f\u00fcr ihn pers\u00f6nlich, dass sie einm\u00fcndet in die \u201emoderne Tapferkeit\u201c, die im Nichtwissen um das, was die Zukunft bringen wird, hier und jetzt tut, was notwendig und m\u00f6glich ist \u2013 mit der alleinigen Gewissheit, dass Vernunft das Einzige in der Welt ist, worauf wir uns verlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Denkform, die Jaspers in seinen philosophischen Schriften pflegt: die Gedanken so zuspitzen, dass sie zu einer Entscheidung zwingen, schl\u00e4gt auch in seinen politischen Schriften durch. Er greift bestehende Tendenzen auf, wie sie zum Ausdruck kommen etwa in den Notstandsgesetzen, in der Verj\u00e4hrungsfrage, in der Spiegelaff\u00e4re, in der Wahl des ehemaligen Nationalsozialisten Kiesinger zum Bundeskanzler, und er steigert diese Tendenzen idealtypisch zum B\u00f6sen hin, das erneut wieder droht. Kassandrisch nennt er dieses Denken. Es ist, wie sein Biograph und Interpret Hans Saner es charakterisiert, ein Denken, das die Unwahrheit riskiert \u201edurch die Zuspitzung eines Gedankens bis in seine Radikalit\u00e4t\u201c und gerade dadurch der Wahrheit dient, indem es sichtbar macht, \u201ewas in der Wirklichkeit selber in undeutlicher Weise liegt\u201c, als Warnung \u201evor einer m\u00f6glichen \u00e4u\u00dfersten Gefahr\u201c und als Mahnung zur \u201eUmkehr\u201c.<\/p>\n<p>Hier, im \u00f6ffentlichen Wirken und im politisch Werden seiner Philosophie, zeigt sich noch einmal, worin die eigentliche Bedeutung von Jaspers liegt: in seiner Grundhaltung, die nicht nur sein Werk, sondern auch sein Leben pr\u00e4gte und die sich ausdr\u00fcckt in seinem Willen, aufs Ganze zu gehen und redlich zu sein auch im Kleinsten, keinen Satz stehen zu lassen, zu dem er nicht stehen konnte. Ihm d\u00fcrfen wir vertrauen \u2013 auch dann, wenn wir meinen, seiner Philosophie und seinen politischen Urteilen nicht folgen zu k\u00f6nnen. Allein dies schon erhebt ihn \u00fcber seine zeitgen\u00f6ssischen Zunftgenossen \u2013 von seinem verlogenen Gegenspieler Heidegger nicht zu reden \u2013, aber auch \u00fcber die heute hoch gejubelten Welterkl\u00e4rer, die mit selbstgef\u00e4lliger Rhetorik Feuilletonseiten f\u00fcllen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einf\u00fchrung &nbsp; Als Karl Jaspers vor 50 Jahren starb, war er im deutschsprachigen Raum der wohl bekannteste Philosoph, weltweit, gemessen an der Zahl der \u00dcbersetzungen seiner B\u00fccher, der am meisten rezipierte deutsche Philosoph. Das gro\u00dfe \u00f6ffentliche Interesse ist l\u00e4ngst geschwunden. 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