{"id":32314,"date":"2023-07-17T14:35:38","date_gmt":"2023-07-17T12:35:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=zum-dienst-in-der-kirche-bestellt"},"modified":"2025-07-04T15:41:35","modified_gmt":"2025-07-04T13:41:35","slug":"zum-dienst-in-der-kirche-bestellt-der-aufbruch-im-neuen-testament","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/zum-dienst-in-der-kirche-bestellt-der-aufbruch-im-neuen-testament\/","title":{"rendered":"Appointed to serve in the Church"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Die Fragestellung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Niemand wurde von Jesus zur Nachfolge gedr\u00e4ngt \u2013 genau deshalb hat er eine ganze Reihe von M\u00e4nnern und Frauen f\u00fcr das Evangelium begeistert. Niemand wurde von den Aposteln f\u00fcr den Dienst in der Kirche zwangsverpflichtet \u2013 genau deshalb haben sich die fr\u00fchen Gemeinden gegr\u00fcndet. Niemand wurde von den ersten Christinnen und Christen in ein geschlossenes kirchliches Milieu gepresst \u2013 genau deshalb hat sich eine Kirche gebildet, die klein angefangen hat, aber gro\u00df herausgekommen ist.<\/p>\n<p>Paulus hat wie kein anderer die Freiheit des Glaubens betont und damit die tiefe Erfahrung reflektiert, dass sich das Gl\u00fcck des Lebens inmitten sozialer Schande finden und dass sich die Liebe zu Gott mit der Liebe zum N\u00e4chsten verbinden l\u00e4sst. Das Neue Testament verifiziert diese Option f\u00fcr die Freiheit. Die Evangelien beschreiben die Wege der J\u00fcngerschaft, die in der Passion enden, um durch Jesus einen neuen Anfang zu finden. Die Apostelgeschichte schildert, mit welchen Hoffnungen sich die ersten Menschen auf den Weg gemacht haben, um Jesus zu bezeugen, und in welchen inneren K\u00e4mpfen sie entdecken konnten, dass Gott l\u00e4ngst dort ist, wohin sie, m\u00fchsam genug, vorgedrungen sind. Die Briefe reflektieren die Gottesfrage mitten im Alltag der Welt und geben Antworten, die in jeder Generation kreativ neu entdeckt werden m\u00fcssen. Die Johannesoffenbarung beschreibt die Katastrophe eines finalen Infernos, um den Glanz des himmlischen Jerusalems erstrahlen zu lassen, das allen V\u00f6lkern dieser Erde einen paradiesischen Platz bietet.<\/p>\n<p>Diese Geschichten eines religi\u00f6sen Aufbruchs sind in der Kirche wieder und wieder erz\u00e4hlt worden, um die (angebliche) kulturelle, moralische, spirituelle \u00dcberlegenheit des Christentums herauszustreichen: gegen\u00fcber dem Judentum, gegen\u00fcber den R\u00f6mern wie den Griechen und von Generation zu Generation gegen\u00fcber jeder \u201eUmwelt\u201c.<\/p>\n<p>Dieser Abwertung anderer entspricht innerkirchlich eine Stabilisierung herrschender Strukturen. Die Erinnerung an den Schwung des Anfangs dient dann dazu, die Kirche mit frischer Motivation, echter Begeisterung und neuer Energie zu versorgen, ohne die traditionellen Hierarchien in Frage zu stellen. Wer die neutestamentlichen Geschichten so erz\u00e4hlt, steht meist oben und beansprucht eine Deutungshoheit, die Anerkennung findet, weil die Geschichten so faszinieren, nicht die Erz\u00e4hler.<\/p>\n<p>Die biblischen Glaubensgeschichten sind aber auch immer anders erz\u00e4hlt worden und sollten dann eine andere Wirkung haben: Sie sollten Autorit\u00e4ten und Hierarchien in Frage stellen; sie sollten die Fixierung auf Strukturen aufl\u00f6sen; sie sollten zeigen, dass es echte Alternativen zum Status quo gibt. In dieser Haltung werden sie meistens von unten erz\u00e4hlt \u2013 von denen, die an der Basis die Wirkung der bisherigen Entwicklung sp\u00fcren und mehr wollen: mehr Kirche, mehr Glaube, mehr Freiheit.<\/p>\n<p>In der gegenw\u00e4rtigen Krise ist der erste Erz\u00e4hltyp obsolet, der zweite hingegen brisant. Die aktuelle Debatte \u00fcber die notwendige Strukturreform der katholischen Kirche dreht sich um Machtfragen, um Beteiligungsrechte, um Transparenz und Kontrolle. Diese Debatte ist notwendig. Sie hat jedoch eine entscheidende Voraussetzung: dass Menschen \u00fcberhaupt bereit sind, sich in die Kirche einzubringen und dort mitmachen, mitreden und selbstverst\u00e4ndlich auch mitbestimmen zu wollen. Diese Voraussetzung ist aber alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Die Reformen w\u00fcrden umsonst sein, wenn es nicht Menschen g\u00e4be, die sich an der Kirche reiben, mit der Kirche solidarisieren und in der Kirche engagieren. Wie aber kann es gelingen, Leute von heute f\u00fcr die Kirche zu interessieren, so dass sie sogar Verantwortung in ihr zu \u00fcbernehmen bereit sind? Besser gefragt: Was erwarten Menschen von der Kirche, so dass sie sich einbringen wollen? Welche Charismen und Kompetenzen bringen sie mit? Welche hoffen sie in der Kirche zu entwickeln? Welche Strukturen m\u00fcssen geschaffen werden, damit die Freiheit des Glaubens ihren Platz erh\u00e4lt?<\/p>\n<p>Diese Fragen aufzuwerfen, liegt in der Perspektive der neutestamentlichen Geschichten selbst. Sie stellen Gott und den Glauben der Menschen in den Mittelpunkt. Sie verachten Organisationen und Hierarchien in keiner Weise, sondern bilden sie aus, um dem Wort Gottes dauerhaft und vielerorts Geh\u00f6r zu verschaffen. Das Urchristentum ist kein rechtsfreier Raum. Von Anfang an gibt es Dienste und \u00c4mter, wenngleich nicht nach Schema F. Von Anfang an wird auch die kirchliche Hierarchie aufgebaut: freilich in der biblisch einzig begr\u00fcndbaren Bestimmung des Begriffs, dass Jesus Christus auch in der Struktur und Organisation als Herr der Kirche zur Wirkung kommt. Deshalb ist der Nachfolgeruf Jesu wesentlich, deshalb der Dienst der Apostel, deshalb auch die Gestaltung der apostolischen Nachfolge.<\/p>\n<p>Die Exegese kann ihr Ziel nicht darin sehen, die sp\u00e4tere Entwicklung zum dreigegliederten Amt entweder bereits ins Neue Testament zu projizieren oder als historischen Fehler zu demaskieren, weil sie nicht biblisch sei. Beides w\u00e4re anachronistisch. Die Exegese kann aber das ekklesiologische Potential ermessen, das genutzt worden ist, und ebenso dasjenige, das bislang ungenutzt geblieben ist. Sie kann rekonstruieren, in welcher kirchlichen Gemeinschaft und in welcher Phase der Kirchengeschichte welche biblischen Traditionen aufgenommen worden sind und welche nicht, auch in der Ekklesiologie.<\/p>\n<p>Es reicht allerdings nicht, wenn die Exegese aufweist, welche kirchlichen Strukturen es im Urchristentum bereits gegeben hat und welche nicht. Es ist auch schwierig, im Neuen Testament Modelle f\u00fcr Gemeindebildung und Kirchenleitung auszumachen, an denen man sich bei der heutigen Kirchenreform orientieren k\u00f6nnte. Denn die ganze Welt hat sich ge\u00e4ndert, die Kirche auch. Bislang gab es in der Geschichte der Kirche keine Reform, die nicht am Neuen Testament Ma\u00df genommen, und keine, die das Neue Testament kopiert h\u00e4tte. Die Exegese muss zu zeigen versuchen, unter welchen Bedingungen von welchen Positionen aus welche Perspektiven der Kirche ge\u00f6ffnet worden sind, die es wiederum erlauben, jeweils neue Standortanalysen vorzunehmen, die realistische Zukunftsszenarien entwickeln lassen, um dem Glauben einen Ort zu bereiten, an dem er sich personal wie ekklesial zu entwickeln vermag.<\/p>\n<p>Eine wichtige Voraussetzung ist die historische Einordnung theologischer Geltungsanspr\u00fcche, die f\u00fcr die neutestamentlichen Texte typisch sind. Ohne diese Anspr\u00fcche h\u00e4tte es keine Mission, keine Bewegung, kein Wachstum gegeben. Mit ihnen verantwortlich umzugehen, ist ebenso schwierig wie n\u00f6tig. Damit sie theologisch fruchtbar werden, bed\u00fcrfen sie einer religionswissenschaftlichen und sozialgeschichtlichen Analyse. Auf diese Weise wird an der Heiligen Schrift selbst die F\u00e4higkeit trainiert, zwischen Tradition und Traditionalismus zu unterscheiden. Wenn diese Differenzierung gelingt, werden neue L\u00f6sungen m\u00f6glich, die ebenso schrift- wie zeitgem\u00e4\u00df sind, ohne dass die bisherige \u00dcberlieferung verachtet oder vergessen w\u00fcrde. Die Geschichte der Kirche ist von dieser Kreativit\u00e4t gepr\u00e4gt. Ausgerechnet in der Neuzeit wird sie r\u00f6misch domestiziert. Auch in der neutestamentlichen Ekklesiologie vermischen sich die Ambitionen des religi\u00f6sen Aufbruchs mit den Konventionen traditioneller Gesellschaften, z.B. in den Geschlechterrollen.<\/p>\n<p>Diese Korrelationen sind nicht nur unvermeidlich, sondern auch im Ansatz legitim, weil die Kirche kein utopisches Gebilde ist, sondern immer vor Ort pr\u00e4sent ist, mitten im Leben, bestenfalls als Avantgarde an der Peripherie. Wie aber ist das eine, der genuine Impuls, vom anderen, der kulturellen Einbettung, zu unterscheiden? In der lehramtlichen Rezeption wird diese Differenzierungsleistung bislang nicht erbracht. Deshalb segeln paternalistische Stereotype unter der Flagge des Evangeliums Jesu Christi. Es sind erst die modernen Gesellschaften mit neuen Rollenbildern und Familienstrukturen, in denen die Geltungsfrage aufbricht und differenziert beantwortet werden kann.<\/p>\n<p>Theologisch entscheidend ist die Frage, wie der verantwortliche Dienst in der Kirche mit der Freiheit des Glaubens einhergeht, der zum Aufbruch der Kirche gef\u00fchrt hat und in der Kirche aller Zeiten neu vergegenw\u00e4rtigt werden muss. Das Neue Testament verweist auf die Berufung durch Jesus, auf die Begabung durch den Heiligen Geist und in beidem auf die Bestimmung durch Gott \u2013 als Begr\u00fcndung menschlicher Freiheit in der Erfahrung des Glaubens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Berufung und Bevollm\u00e4chtigung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In allen Evangelien wird erz\u00e4hlt, dass Jesus von Anfang an nicht allein sein wollte, sondern Menschen in seine Nachfolge gerufen hat (Mk 1,16-20 parr.; 2,13-14 parr.; Joh 1,35-51). Die Erz\u00e4hlungen sind in hohem Ma\u00dfe stilisiert. Sie erlauben weder ein Psychogramm von Berufungen noch eine soziologische Studie \u00fcber den Beginn kirchlicher Karrieren. Sie verdichten und veranschaulichen vielmehr theologische Grund\u00fcberzeugungen, die sich in der reflektierten Erinnerung an das Wirken Jesu gebildet haben. Das entscheidende Wort hat immer Jesus selbst. Markus und Matth\u00e4us schreiben in archaischer Einfachheit. Er kommt \u2013 er sieht \u2013 er ruft. Dieser Ruf ist eine Berufung, die Berufung ist eine Verhei\u00dfung, die Verhei\u00dfung wird zu einem neuen Beruf: Aus Fischern wird Jesus Menschenfischer machen. Bei Lukas wird diese Profession ins Bild gesetzt, wenn Jesus diejenigen, die er schon als seine J\u00fcnger ausersehen hat, Simon und ein paar andere, auffordert, in See zu stechen und die Netze auszuwerfen, die wider Erwarten bis zum Bersten gef\u00fcllt sein werden; bei Lukas erkennt Simon auch sofort seine eigene Unf\u00e4higkeit, die er als S\u00fcnder bekennt, ohne dass Jesus von ihm abl\u00e4sst, seine Sendung mit ihm zu beginnen (Lk 5,1-11). Bei Johannes schickt der T\u00e4ufer die ersten J\u00fcnger zu Jesus \u2013 die dann von ihm selbst eingeladen werden, ihn und seine Welt und seinen Gott zu entdecken: \u201eKommt und seht\u201c (Joh 1,39).<\/p>\n<p>Die Berufung in die Nachfolge hat eine doppelte Pointe. Zum einen qualifiziert sie den Glauben, an dem die Beziehung zu Jesus h\u00e4ngt. Nachfolge ist bei Markus eine qualifizierte Form des Glaubens an das Evangelium, den Jesus fordert. Basal ist sie dadurch gekennzeichnet, dass Jesus vorangeht und die J\u00fcnger folgen. Es kann weder zu einem Rollentausch noch zu einer Abl\u00f6sung kommen, weil Jesus nicht nur ein Lehrer und Prophet, sondern der Messias ist \u2013 erkennt der Glaube. In der Kirche, der nach\u00f6sterlichen J\u00fcngerschaft, gibt es einen einzigen Primat, der seinen Namen verdient; das ist der Primat dessen, der seinen J\u00fcngern nach Jerusalem vorangeht (Mk 10,32) und nicht gekommen ist, bedient zu werden, sondern zu dienen und sein Leben zu geben als L\u00f6segeld f\u00fcr viele (Mk 10,45).<\/p>\n<p>Dieser Primat Jesu entlastet und verpflichtet die J\u00fcnger: Sie werden nie in der Rolle Jesu sein; sie d\u00fcrfen nie die Menschen, die Gott Glauben schenken wollen, an sich selbst binden; sie d\u00fcrfen sich nie zwischen Gott und die Menschen dr\u00e4ngen \u2013 werden es aber noch und noch tun, wie die Evangelien in vielen plastischen Szenen vor Augen stellen. Desto wichtiger ist die Ausbildung einer kirchlichen Organisation, die den Primat Jesu \u2013 wenn nicht garantiert, so doch \u2013 strukturiert. Rhetorisch ist dies in der r\u00f6misch-katholischen Kirche bestens geregelt. Der Papst, als <em>vicarius Christi <\/em>gesehen, scheint genau diese Rolle zu spielen. Aber wenn der Stellvertreter alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, wird es nicht leicht, die Rolle zu erkennen. Praktisch schl\u00e4gt das Zeugnis f\u00fcr Christus strukturell in Herrschaftswissen um.<\/p>\n<p>Zum anderen ist die Berufung eine Bevollm\u00e4chtigung. Die J\u00fcnger m\u00fcssen k\u00f6nnen, was sie sollen. Jesus bef\u00e4higt sie. Die synoptischen Evangelien verfolgen die Spur der Berufung weiter, wenn sie von der Einsetzung des Zw\u00f6lferkreises erz\u00e4hlen und dessen Sinn \u2013 Markus sei zitiert \u2013 wie folgt bestimmen: \u201edamit sie mit ihm seien und er sie aussende, zu verk\u00fcnden und Macht zu haben, D\u00e4monen auszureiben\u201c (Mk 3,14). Die Exorzismen sind erw\u00e4hnt, weil sie, in der Welt der damaligen Zeit, das Schwerste sind, was es zu leisten gilt, wenn Menschen befreit werden, wieder sie selbst zu sein und ihr eigenes Leben zu gestalten, einschlie\u00dflich der Suche nach Gott. Diese Machttaten sind wie die Spitze eines Eisbergs, der von der Bevollm\u00e4chtigung zur Verk\u00fcndigung getragen ist, in Worten und Taten nichts Anderes zu besagen und zu bewirken als das, was Jesus besagt und bewirkt hat: die N\u00e4he des Reiches Gottes offenbar werden zu lassen.<\/p>\n<p>Dies k\u00f6nnen die J\u00fcnger nie und nimmer aus eigener Kraft, sondern nur in der Kraft Jesu selbst. Aber in ihr sollen sie es k\u00f6nnen, weil er durch sie den Radius seines Wirkens verbreiten will. So hei\u00dft es auch in der sp\u00e4ter folgenden Aussendung der Zw\u00f6lf: Er \u201egab ihnen Macht \u00fcber die unreinen Geister\u201c (Mk 6,7). Diese Linie ist exegetisch, ekklesiologisch und kanonistisch im Blick darauf ausgezogen worden, welche Macht durch Jesus den Nachfolgern<\/p>\n<p>Jesu zukommt, welche Rechte sie haben und welche Freiheit sie genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist ohne die \u00dcbertragung von Macht und Recht das Evangelium nicht in Wort und Tat zu verk\u00fcnden und zu vergegenw\u00e4rtigen: S\u00fcnden zu vergeben, b\u00f6se Geister zu vertreiben, die N\u00e4he Gottes zuzusprechen. Es bedarf auch einer Freiheit des Amtes, diese Macht auszu\u00fcben und dieses Recht wahrzunehmen. Aber die entscheidende Perspektive darf bei dieser Auslegung nicht verlorengehen: Bei der Bevollm\u00e4chtigung und Aussendung geht es nicht darum, einen privilegierten Status der J\u00fcnger zu begr\u00fcnden, sondern darum, den Menschen, die mit dem Evangelium in Kontakt kommen sollen, nicht ein zweitklassiges, sondern ein erstklassiges Angebot zu machen: die volle Kraft der Vergebung und der Erneuerung, das ganze Wort Gottes, die F\u00fclle der Gnade.<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger m\u00fcssen mit der ganzen Vollmacht Jesu ausgestattet sein, um den Menschen, zu denen sie gesandt sind, diesen Dienst leisten zu k\u00f6nnen. Der diakonische Zug ist pr\u00e4gend. Die J\u00fcnger sind nicht um ihrer selbst willen, sondern um Gottes und der Menschen willen mit der Vollmacht, den Rechten und den Freiheiten ausgestattet, die um der kraftvollen Verk\u00fcndigung willen notwendig sind. Sie brauchen sie, weil sie selbst schwach sind und \u00fcber die notwendige Kraft unm\u00f6glich selbst verf\u00fcgen k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen sie deshalb auch nicht um ihrer selbst willen gebrauchen, sondern um derer willen, die ihren eigenen Zugang zum Reich Gottes finden sollen. Theoretisch ist wiederum in der katholischen Kirche alles klar. Der Papst nennt sich sogar <em>servus servorum, <\/em>Diener der Diener. Bescheidener geht es nicht, hochm\u00fctiger auch nicht. Die Dialektik der Demut wirft tiefe Schatten. Der Missbrauch geistlicher Macht hat in ihr eine seiner tiefsten Wurzeln.<\/p>\n<p>Die Linie von der Berufung zur Bevollm\u00e4chtigung und Aussendung verl\u00e4uft nicht ungebrochen. Es gibt keine Automatik. Nachfolge setzt Glauben voraus. Glauben kann nur in Freiheit gelebt werden. In den Evangelien wird dieser Zusammenhang an zwei Schaltstellen deutlich. Die eine Position: Der Ruf in die Nachfolge kann abgelehnt werden. Daf\u00fcr steht das traurige Beispiel des Reichen, bei Matth\u00e4us des reichen J\u00fcnglings. Er hat in seinem Leben alles richtiggemacht: Er hat die Gebote Gottes erf\u00fcllt; er ist zu Jesus gekommen; er hat ihn gefragt, wie er das ewige Leben gewinnen kann. Aber er kann sich nicht von seinem Geld trennen, als Jesus ihn einl\u00e4dt, seinen Besitz zu verkaufen und den Armen zu geben, um ihm nachzufolgen (Mk 10,17-22). So bedauerlich dieser Ausgang ist, so deutlich zeigt er die Freiheit der Nachfolge. Simon und Andreas, Johannes und Jakobus \u2013 sie alle h\u00e4tten Nein sagen k\u00f6nnen, und Jesus h\u00e4tte es akzeptiert. Sie haben Ja gesagt \u2013 und m\u00fcssen ein Leben lang lernen, was diese Zustimmung bedeutet.<\/p>\n<p>Die andere Schaltstelle: Zu den wichtigsten Lektionen in der Schule der J\u00fcngerschaft geh\u00f6rt es, anzuerkennen, dass es nicht nur einen Weg der Nachfolge gibt und dass er nicht auf einer h\u00f6heren Steilkurve zu einem besseren Platz im Reich Gottes f\u00fchrt, sondern dass es neben ihm, mit ihm, unterschieden von ihm andere Wege gibt, denselben Glauben in derselben N\u00e4he Gottes und in derselben Anerkennung durch Jesus zu leben, auch wenn die Evangelien diesen Formen etwas weniger Aufmerksamkeit schenken. Aber die Indizien sind klar: Der eine will Jesus nachfolgen, wird aber angehalten, in seine Heimat zu gehen und dort das Evangelium zu verk\u00fcnden (Mk 5,1-20); die andere kehrt in ihre Familie zur\u00fcck, wo sie sich vor allem um ihr Kind k\u00fcmmern will, das Jesus geheilt hat (Mk 7,24-30). Der eine wird in sein Haus geschickt (Mk 2,12), die andere soll im Frieden ihrer Wege gehen, ohne dass sie sich Jesus anschlie\u00dfen m\u00fcsste (Mk 5,34). Der eine ist \u201enicht weit vom Reich Gottes\u201c, weil Jesus und er im Doppelgebot \u00fcbereinstimmen (Mk 12,29.34), die andere macht nicht viel Aufhebens um ihre Heilung und sorgt f\u00fcr Jesus als Gast des Hauses (Mk 1,29ff.). Den J\u00fcngern, die einem fremden Wundert\u00e4ter verbieten wollen, in Jesu Namen zu wirken, sagt Jesus: \u201eWer nicht gegen uns ist, ist f\u00fcr uns\u201c (Mk 9,40). Beim Gleichnis vom Weltgericht, dass Jesus nach Matth\u00e4us seinen J\u00fcngern erz\u00e4hlt, wird das Bekenntnis zu Jesus an den Werken der Barmherzigkeit gemessen, die getan oder verweigert werden (Mt 25,31-46; vgl. Mk 9,41).<\/p>\n<p>Die Bedeutung der expliziten Nachfolge wird durch diese Differenzierungen nicht kleiner, sondern gr\u00f6\u00dfer. Es ist gerade die Berufung der J\u00fcnger, im Glauben zu bezeugen, dass es nicht nur die Formen der Gottesliebe und N\u00e4chstenliebe gibt, die sie realisieren, sondern auch andere. Es ist ihre Verpflichtung, andere Menschen nicht von sich abh\u00e4ngig zu machen, sondern ihnen die N\u00e4he Gottes zu erschlie\u00dfen. Es ist ihre Sendung, die Geschichte und das Ziel ihrer Berufung und Bevollm\u00e4chtigung transparent werden zu lassen: dass n\u00e4mlich ihr Privileg ist, keines zu haben und auch keines reklamieren zu m\u00fcssen, um wichtig zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Bestimmung und Befreiung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die vor\u00f6sterliche Grundstruktur der J\u00fcngerschaft \u2013 Berufung und Beauftragung zur Bezeugung der Heilssendung Jesu \u2013 charakterisiert auch die \u00f6sterliche Grundstruktur, nur dass Jesus allen J\u00fcngern ihr Versagen in der Passion vergeben muss, bevor er sie neu beruft und beauftragt. Eindrucksvoll verdichtet das Johannesevangelium in der nachgetragenen Offenbarungsszene am See Genezareth, dem Meer von Tiberias, diese Verbindung, wenn Jesus nach dem reichen Fischfang drei Mal Petrus fragt, ob er ihn liebe, so wie Petrus drei Mal Jesus verleugnet hat, und ihm auf dessen dreifache Liebesbeteuerung hin drei Mal sagt: \u201eWeide meine L\u00e4mmer\u201c, \u201eweide meine Schafe\u201c (Joh 21,15-17). Als Hirte h\u00fctet er alles, aber dominiert nichts, wie ihm sogleich an der eigenen Geschichte des Lieblingsj\u00fcngers klargemacht werden wird (Joh 21,18-23).<\/p>\n<p>Paulus hat seine Theologie der Freiheit aus einer Reflexion seiner Berufung gewonnen. Einerseits sieht er sie als g\u00f6ttliche Bestimmung. So schreibt er im Galaterbrief: \u201eAls es aber Gott gefiel, der mich aus meiner Mutter Scho\u00df erw\u00e4hlt und in seiner Gnade berufen hat, seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn den V\u00f6lkern verk\u00fcnde, zog ich nicht Fleisch und Blut zu Rate und ging auch nicht nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel gewesen waren, sondern ging nach Arabien und kehrte dann wieder nach Damaskus zur\u00fcck\u201c (Gal 1,15-17).<\/p>\n<p>Am Anfang steht die Erw\u00e4hlung. Gott ergreift nicht nur die Initiative im Moment der Berufung, sondern hat immer schon die gesamte Biographie des gro\u00dfen Au\u00dfenseiters unter den Aposteln im Sinn. Genau diese Vorherbestimmung aber verschafft Paulus Freiheit. Er wei\u00df sich nicht abh\u00e4ngig von der Zustimmung anderer, sondern begr\u00fcndet in seiner Berufung seine Unabh\u00e4ngigkeit selbst gegen\u00fcber den Jerusalemer Uraposteln \u2013 mit denen er aus freien St\u00fccken intensiven Kontakt pflegt.<\/p>\n<p>Den gegenl\u00e4ufigen Gedankengang entwickelt Paulus im Ersten Korintherbrief. Hier beginnt er mit der rhetorischen Frage: \u201eBin ich nicht frei? Bin ich nicht Apostel? Habe ich nicht Jesus, gesehen, unseren Herrn?\u201c (1Kor 9,1) \u2013 freilich nicht, um auf seinem Freiheitsrecht zu beharren, sondern um die Berufung als Grund f\u00fcr den Dienst zu sehen, den er leistet. Diese Diakonie verpflichtet ihn so sehr, dass er beteuert: \u201eWenn ich das Evangelium verk\u00fcnde, ist es nicht mein Ruhm, denn ein Zwang liegt auf mir; denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verk\u00fcnde\u201c (1\u00a0Kor 9,16). Er f\u00e4hrt in einer Dialektik fort, die kaum jemand so wie Martin Luther in seiner \u201eFreiheit eines Christenmenschen\u201c 1520 auf den Punkt gebracht hat: \u201eFrei von allen, versklave ich mich allen selbst, um einige zu gewinnen\u201c (1\u00a0Kor 9,19). Die Freiheit des Apostels umschlie\u00dft die Freiheit, auf sie zu verzichten, um anderen zu dienen. In dieser gebundenen Freiheit und in dieser freien Bindung will Paulus den Korinthern, besonders den \u201eStarken\u201c ein Vorbild sein, dass zur christlichen Souver\u00e4nit\u00e4t Rechtsverzicht geh\u00f6ren kann.<\/p>\n<p>Warum aber kann die Bestimmung durch Gott Befreiung sein? Weil Paulus sich selbst, wie jeden anderen Menschen, als Gesch\u00f6pf Gottes sieht, der durch Gottes Wort ins Leben gerufen wird: nicht nur biologisch, sondern auch personal, und weil Paulus sich als Sohn Gottes sieht, als Bruder Jesu, der in der Liebe Jesu sein Ich findet (Gal 2,19-20) \u2013 und darin nicht vereinsamt, sondern mit allen geschwisterlich verbunden ist, die getauft sind (R\u00f6m 6,3-4). Die Freiheit konkretisiert sich nicht nur in der Vergebung der S\u00fcnden, sondern in der Liebe zu Gott, im Glauben an Jesus, in der Inspiration durch den Heiligen Geist. In der Bestimmung zum Apostel \u00f6ffnen sich Paulus weite Horizonte des Lebens, die sich ekklesial in der Bildung der einen Kirchen von Juden und Heiden zeigen. Im Glauben entstehen Schnittstellen von Himmel und Erde, die das Gl\u00fcck der Gnade sp\u00fcren \u2013 und freilich im selben Moment Gott vermissen und ersehnen lassen, solange er nicht von Angesicht zu Angesicht geschaut werden kann: von allen, denen Gott sich offenbaren will, gleich welche Position sie innerhalb oder au\u00dferhalb der Kirche haben.<\/p>\n<p>In der paulinischen Reflexion kommt eine Struktur zum Ausdruck, die auch f\u00fcr die Nachfolge gilt: Jesus nimmt in Dienst \u2013 und dadurch kommen die J\u00fcnger zu sich selbst. Sie gewinnen ihr Leben, indem sie es f\u00fcr Jesus und das Evangelium einsetzen (Mk 8,35). Sie erkennen, wie sie mit der Sonde des Doppelgebotes von Gottes- und N\u00e4chstenliebe das ganze Gesetz durchleuchten k\u00f6nnen, um es zu erf\u00fcllen (Mk 12,28-34 parr.). Sie lernen, mit eigenen Worten so zu beten, wie Jesus sie zu beten gelehrt hat. Sie erfahren die N\u00e4he Gottes mitten im Leid; sie hoffen auf das ewige Leben, das jetzt schon beginnt. Berufung und Bevollm\u00e4chtigung sind Bestimmung und Befreiung, oder sie sind nicht Berufung und Bevollm\u00e4chtigung, sondern Verf\u00fchrung und Entm\u00fcndigung.<\/p>\n<p>Wie aber kann dieses paulinische Moment, dass g\u00f6ttliche Bestimmung pers\u00f6nliche Befreiung ist und g\u00f6ttliche Befreiung pers\u00f6nliche Bestimmung, in der kirchlichen Praxis der Berufung und Bevollm\u00e4chtigung realisiert werden? Eine Antwort hat mindestens zwei Aspekte. Eine Dimension ist die Theozentrik: Gott ruft und beruft, durch Jesus. Dieser theozentrische Vorbehalt ist nicht nur gegen\u00fcber allen Herren dieser Welt, sondern auch gegen\u00fcber allen Bisch\u00f6fen dieser Kirche geltend zu machen. Er schafft Freiheit \u2013 in der Bindung an Gott; sie spiegelt sich in der Anerkennung derer, die Gott beruft und bevollm\u00e4chtigt, durch diejenigen, die zur Gemeinschaft der Kirche geh\u00f6ren, und insbesondere durch diejenigen, die sich ihrerseits berufen und bevollm\u00e4chtigt wissen, die Kirche zu leiten.<\/p>\n<p>Die Liturgie der Ordination \u00f6ffnet dieser Freiheit einen Raum \u2013 wenn deutlich wird, dass die Handauflegung und das Gebet der Person, die ordiniert, in das Gebet und in die Prophetie der ganzen Kirche integriert sind, wie es sich die Pastoralbriefe einmal gedacht zu haben scheinen (1\u00a0Tim 4,14; 2\u00a0Tim 1,6). Was heute fehlt, ist eine rechtliche Ordnung, die dieser Liturgie entspricht und nicht nur die episkopale Vollmacht, sondern auch den theozentrischen Vorbehalt und die gesamt-ekklesiale Einbettung organisiert.<\/p>\n<p>Der andere Aspekt ist die Orientierung an den Menschen: sowohl in der diakonischen Orientierung jeden Amtes als auch in der intrinsischen Motivation, diesen Dienst zu leisten \u2013 nicht, weil man es soll, sondern weil man es will. Die einzige Motivationsquelle, die nicht versiegt, ist der Glaube, so angefochten er ist. Er verbindet diejenigen, die in der Kirche beauftragen und beauftragt sind. Niemand kann beauftragen, der nicht selbst beauftragt ist. Die Humanisierung der Amtstheologie ist die Kehrseite der Theozentrik.<\/p>\n<p>Je deutlicher die Bestimmung durch Gott, desto gr\u00f6\u00dfer die Freiheit; je gr\u00f6\u00dfer die Befreiung, desto entschiedener die Bestimmung in der Vorsehung Gottes, ohne die es keinen universalen Heilswillen und keine Vollendung der Vers\u00f6hnung g\u00e4be. Psychologisch und mentalit\u00e4tsgeschichtlich lassen sich Grade unterscheiden. Theologisch gibt es aber nur das volle Ma\u00df, mag es auch nicht gesp\u00fcrt werden.<\/p>\n<p>Die Befreiung, die in der Bestimmung durch Gott f\u00fcr den Dienst in der Kirche liegt, ist so kreativ, wie Gott kreativ ist: Sie f\u00fchrt nicht zum <em>status quo ante; <\/em>sie l\u00f6st auch nicht nur die Fesseln, die um der guten Ordnung halber nahezu allen angelegt werden m\u00fcssen, die an sich dasselbe k\u00f6nnten, aber es nicht sollen, damit kein Chaos entsteht. Die Befreiung ist vielmehr, biblisch verstanden, die Antizipation der Vollendung, der Vorschein jenes Reiches der Freiheit, das im Modus der Verhei\u00dfung Gegenwart sein kann. Umgekehrt ist die Bestimmung, als Befreiung verstanden, keineswegs etwa nur die Zuschreibung von Kompetenzen, sondern die Er\u00f6ffnung eines Handlungsspielraumes im Interesse aller, die sich aus der offenen Zukunft und Gegenwart der Gottesherrschaft ergibt und auf diese Weise die diakonische Dimension mit Leben erf\u00fcllen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Begabung und Beauftragung <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Paulus selbst hat in seinen Briefen klare Vorstellungen, wie das Leben in den Gemeinden organisiert werden soll. Er selbst hat als Apostel seine Aufgabe darin gesehen, alles zu tun, damit auf dem Fundament, das er mit Jesus Christus selbst vor Ort gelegt hat, kr\u00e4ftig weitergebaut wird (1\u00a0Kor 3,10-17). Entscheidend sind f\u00fcr Paulus die Charismen: die geistgewirkten Kompetenzen, die von den Gl\u00e4ubigen in die Kirche mitgebracht oder in der Kirche entwickelt werden. Paulus unterscheidet sie nicht von \u201e\u00c4mtern\u201c, wie es in der deutschen Ekklesiologie eingerissen ist, sondern identifiziert sie mit \u201eDiensten\u201c und \u201eEnergien\u201c (1\u00a0Kor 12,4-6). Im Ersten Korintherbrief entwickelt Paulus eine Charismen-Ekklesiologie f\u00fcr eine von ihm selbst gegr\u00fcndete, (1\u00a0Kor 12-14), im R\u00f6merbrief f\u00fcr eine ihm pers\u00f6nlich unbekannte Gemeinde (R\u00f6m 12,6-8). Da er \u00fcber die Lage in der Hauptstadt recht gut informiert ist, d\u00fcrfte diese Adresse beweisen, dass Charismen zwar im paulinischen Missionsfeld besonders gut bezeugt, aber im Urchristentum als Ph\u00e4nomen und Konzept weit verbreitet und geradezu charakteristisch sind.<\/p>\n<p>Die Charismen gibt es immer nur im Plural, weil niemand alles und niemand nichts mitbringt, mag jemand auch als \u201estark\u201c oder \u201eschwach\u201c eingesch\u00e4tzt werden. Jedes Charisma geht auf den einen Geist, den einen Kyrios, den einen Gott zur\u00fcck, der \u201ealles in allen wirkt\u201c (1\u00a0Kor 12,6). Der Unterschied der Charismen besteht nicht darin, dass sie mehr oder weniger Gnade realisieren, sondern darin, dass der Reichtum der menschlichen Ressourcen und die F\u00fclle der gemeindlichen Aufgaben zu einander in Beziehung gesetzt werden. Paulus listet nicht vollst\u00e4ndige Kataloge auf, sondern nennt signifikante Gnadengaben, die von der Martyrie \u00fcber die Liturgie bis zur Diakonie die gesamte Bandbreite kirchlicher Aktivit\u00e4ten erfassen. Die Leitungsaufgaben werden nicht hoch oben auf dem Podest platziert, sondern in l\u00e4ngere Kataloge integriert. Besonders betont Paulus im Ersten Korintherbrief den Apostolat, die Prophetie und das Lehren (1\u00a0Kor 12,28): weil sie auf verschiedene Weise einen spezifischen Dienst am Wort leisten, von dem die Kirche lebt.<\/p>\n<p>Das Kriterium, die Qualit\u00e4t eines Charismas zu ermessen, ist die Orientierung an der St\u00e4rkung anderer und am Aufbau der Kirche als ganzer (1\u00a0Kor 12,7), nicht etwa die Selbstdarstellung oder die Selbsterbauung. Im Blick auf den korinthischen Gottesdienst wird Paulus diese Orientierung am Vergleich von Prophetie und Glossolalie entwickeln (1\u00a0Kor 14) \u2013 besonders signifikant, wenn das Zungenreden aufgrund seines Enthusiasmus in der Gemeinde besonders gesch\u00e4tzt worden sein sollte, Paulus aber die Prophetie f\u00f6rdern wollte. St\u00e4rkung der anderen hei\u00dft: Anerkennung und F\u00f6rderung ihrer spezifischen Charismen, Kooperation mit ihnen durch Selbstbegrenzung und Selbstverpflichtung auf den Gebrauch der eigenen Gaben.<\/p>\n<p>\u00dcber die Apostel, Propheten und Lehrer \u2013 beiderlei Geschlechts \u2013 schreibt Paulus, Gott selbst habe sie in der Ekklesia eingesetzt (1\u00a0Kor 12,28). Die Berufung zum Apostolat, die Paulus an der eigenen Person reflektiert, aber auch bei den Zw\u00f6lfen und Anderen analysiert (1\u00a0Kor 15,3-8), zeigt den Zusammenhang der Charismen mit der Berufung, der Bestimmung und Befreiung zum Dienst am Evangelium, der nicht exklusiv mit den Aposteln, sondern auch mit anderen Gl\u00e4ubigen verbunden ist, die wichtige Dienste in der Kirche \u00fcbernehmen. Alle Gnadengaben werden von ein und demselben Gott selbst verliehen. Diese Quelle begr\u00fcndet die Unabh\u00e4ngigkeit vom Urteil anderer und ebenso wie die Freiheit, sich aus voller \u00dcberzeugung zu engagieren \u2013 und von anderen helfen zu lassen, wo es not- und guttut.<\/p>\n<p>In 1\u00a0Kor 12,28-31 macht Paulus einen Unterschied zwischen den personalen Markierungen der Apostel, Propheten und Lehrer und den funktionalen der weiteren Charismen, die erw\u00e4hnt werden. Aber der Unterschied ist nicht qualitativ. Immer sind es bestimmte Menschen, die ihre Aufgaben annehmen sollen und erf\u00fcllen k\u00f6nnen; immer sind es bestimmte Aufgaben, die nur Menschen sich zu eigen machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Apostel ist es, der dieses Bild einer charismatischen Gemeinde entwirft, um die Kr\u00e4fte zu st\u00e4rken und zu b\u00fcndeln, die Gott selbst in der Kirche durch Menschen entwickelt, die glauben und ihre spezifischen Talente nutzen. Charismen sind bei Paulus nicht spontane Eingebungen, die fl\u00fcchtige Momente erfassen, sondern angenommene, reflektierte und nachhaltig genutzte M\u00f6glichkeiten, die Verantwortung begr\u00fcnden und Verpflichtungen schaffen.<\/p>\n<p>In der nachapostolischen Zeit muss diese Konstellation zukunftsfest gemacht werden. Das Corpus Paulinum l\u00e4sst zwei gro\u00dfe Schritte entdecken.<\/p>\n<p>Die erste Passage gestaltet der Epheserbrief. Die Apostel und Propheten sieht er als Fundament der Kirche, dessen Eckstein Jesus ist (Eph 2,20f.).<\/p>\n<p>Auf diesem Fundament entwickeln sich alte Dienste neu und neue in der Nachfolge der alten. Evangelisten, Hirten und Lehrer werden eigens genannt, ihre Aufgabe ist es, alle Heiligen, die ganze Gemeinde, zu ert\u00fcchtigen, so dass sie m\u00fcndig ihr eigenes Glaubensleben \u2013 in Verbindung mit den anderen Gl\u00e4ubigen \u2013 f\u00fchren k\u00f6nnen (Eph 4,11-16). Das Wort Charisma kennt der Brief nicht; aber dass die Dienste, die das Wachstum des Leibes Christi f\u00f6rdern, eine <em>charis, <\/em>eine Gnade, sind, h\u00e4lt er fest.<\/p>\n<p>Er kn\u00fcpft auch eine theologische Verbindung zur Christologie, weil es nicht etwa die Weitergabe des Staffelstabes durch den Apostel, sondern der von den Toten auferstandene Jesus Christus selbst ist, der allen Gl\u00e4ubigen, die getauft sind (Eph 4,4-6), das Ma\u00df an Gnade zueignet, das sie f\u00fcr sich und f\u00fcr ihr Engagement in der Kirche brauchen (Eph 4,7-9). Es ist die Begabung durch Jesus Christus selbst, die in der Kraft des Geistes zur Beauftragung wird. \u201ePaulus\u201c, der ideale Autor des Briefes, stellt diese Gnadentheologie als R\u00fcckgrat der Ekklesiologie heraus und rekonstruiert dadurch den Zusammenhang zwischen Berufung und Bevollm\u00e4chtigung als Korrelation von Bestimmung und Befreiung unter den Bedingungen nachapostolischer Zeit.<\/p>\n<p>Der zweite Passus wird von den Pastoralbriefen markiert, die von der Gnade, die einen kirchlichen Dienst begr\u00fcndet, nur noch im Hinblick auf den Meistersch\u00fcler Timotheus sprechen (1\u00a0Tim 4,14) und dadurch indirekt auf den Episkopos, den Bischof, der in einer Stadt amtieren soll (1\u00a0Tim 3,1-7), aber nicht mehr auf die vielen anderen Dienste, die in der Kirche zu leisten sind; \u00fcberdies wollen sie die Frauen aus der \u00d6ffentlichkeit, auch der kirchlichen, ins Private zur\u00fcckdr\u00e4ngen (1\u00a0Tim 2,8-15).<\/p>\n<p>Bei den konservativen Reformern, die sich in den Briefen zu Wort melden, wird als neue, aus dem Judentum adaptierte Struktur die Ordination durch Handauflegung und Gebet entwickelt, die von den Presbytern (1\u00a0Tim 4,14) resp. dem Apostel (2\u00a0Tim 2,6) ausgeht und \u00fcber Timotheus weitergehen soll (1\u00a0Tim 5,22). Mit diesem Modell wird einerseits personale Kontinuit\u00e4t geschaffen, die Generationen verbindet und das Zeugnis des Glaubens von Angesicht zu Angesicht auf Dauer stellt. Anderseits wird durch den Ritus der Handauflegung das epikletische Moment der Ekklesiologie gest\u00e4rkt, verbunden mit dem Gebet der \u00c4ltesten, die das kollegiale Moment st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die starke Entwicklung im Corpus Paulinum wird extrem unterschiedlich bewertet: im traditionellen Katholizismus als notwendiger Kl\u00e4rungsprozess, der anf\u00e4ngliche Unsicherheiten hinter sich l\u00e4sst, im liberalen Protestantismus als Abfall von der paulinischen Geistesh\u00f6he in die Niederungen fr\u00fchkatholischer Kasuistik. Beide Deutungen untersch\u00e4tzen die hermeneutische Dynamik des Corpus Paulinum, das zu den Keimzellen des neutestamentlichen Kanons geh\u00f6rt. Gegen\u00fcber den paulinischen Originalbriefen halten die Pastoralbriefe fest, dass die Geschichte \u00fcber die Anf\u00e4nge der paulinischen Gemeindegr\u00fcndungen hinausgef\u00fchrt hat und neue L\u00f6sungen der kirchlichen Organisation forderten; aber gegen\u00fcber den Pastoralbriefen halten die paulinischen Schreiben an die Korinther und die R\u00f6mer fest, dass die Entwicklung nie \u00fcber den Anfang hinaus, sondern immer nur mitten in ihn hineinf\u00fchren kann, weil er ja durch Jesus Christus selbst gelegt und in der Kraft des Geistes vergegenw\u00e4rtigt wird.<\/p>\n<p>Wenn also die Pastoralbriefe in die Richtung einer episkopalen resp. presbyterialen Leitung weisen m\u00f6gen, die nach einer langen Inkubationszeit und nicht ohne starke Modifikationen lange Zeit den Dienst der Kirche gepr\u00e4gt hat, erkl\u00e4ren die paulinischen Originalscheiben: Jedes kirchliche Amt ist Dienst; jedes ist Charisma, das wirkt, alle Amtsinhaber werden also daran gemessen, wie sehr sie ihre Aufgabe in der Anerkennung anderer und in der Arbeit am Wachstum der Kirche erf\u00fcllen. Paulus zeigt: Es darf keine Monopolisierung kirchlicher Leitung, Katechese, Liturgie und Diakonie durch Bisch\u00f6fe resp. \u00c4lteste geben, denen Diakone dann noch assistieren d\u00fcrfen; der ekklesiale Pool verantwortlicher, freiwilliger, kompetenter, anerkannter Mitarbeit ist weit gr\u00f6\u00dfer, als er sich im Spiegel der Tradition katholischer Theologie zeigt, das Zweite Vatikanische Konzil nicht ausgeschlossen. Auch die Dienste von Frauen geh\u00f6ren dazu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Auswertung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Grundfrage, wie der verantwortliche Dienst in der Kirche mit der Freiheit des Glaubens einhergeht, l\u00e4sst sich auf der Basis des Neuen Testaments theoretisch beantworten, indem die Theozentrik der Berufung mit der Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen vermittelt wird, die ihrerseits kein Selbstzweck ist, sondern die N\u00e4he Gottes in der Welt von heute verk\u00fcnden und verwirklichen soll. Die Kirche bedarf einer charismatischen Erneuerung \u2013 im Sinne dessen, dass die fundamentale Bedeutung, die soteriologische Gleichheit und die ekklesiale Vielfalt der M\u00f6glichkeiten, die alle Gl\u00e4ubigen mitbringen, als Lebenselixier der Kirche neu beschrieben und vor allem neu organisiert wird. Charismen sind Begabungen, die als Beauftragungen entdeckt, angenommen und anerkannt sein wollen. Darin realisieren sie in der nach\u00f6sterlichen Kirche die Korrelation von Bestimmung und Befreiung, in der sich der Zusammenhang von Berufung und Bevollm\u00e4chtigung zeigt.<\/p>\n<p>Eine solche Neuorientierung der katholischen Ekklesiologie kann theologisch nicht \u00fcberzeugen, ohne dass die \u00f6kumenischen Beziehungen vertieft werden, und zwar im Ansatz so, dass die Kirchlichkeit nicht vor allem an den historischen Entwicklungen ekklesialer Leitungsdienste gemessen, sondern an der \u201eFrucht des Geistes\u201c (Gal 5,22) erkannt wird, also am Glaubenszeugnis, am Weltdienst und an der Gemeinschaftsbildung, an der sakramentalen Vers\u00f6hnung, an den Sakramenten der Taufe und der Eucharistie. Die katholische Kirche hat eine Bringschuld, die sie mit einer Neubesinnung auf das Neue Testament im Rahmen biblisch orientierter Ekklesiologie abtragen kann.<\/p>\n<p>Ob die Suche nach einer praktischen Neujustierung der Ekklesiologie vergeblich ist, weil sie gegen die Wand des Klerikalismus l\u00e4uft oder schlicht zu sp\u00e4t begonnen wurde? Nicht wenn es neue Koalitionen zwischen reformfreudigen Bisch\u00f6fen und engagierten Mitgliedern des Kirchenvolkes gibt. Die Zeit ist reif. Die urchristlichen Geschichten eines Aufbruchs ins Neue, Unbekannte, Weite m\u00fcssen heute neu als die Anfangsgeschichten eines Glaubens entdeckt werden, der durch Freiheit bestimmt ist und die Freiheit als Chance bestimmt, Gott und dem N\u00e4chsten zu dienen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fragestellung &nbsp; Niemand wurde von Jesus zur Nachfolge gedr\u00e4ngt \u2013 genau deshalb hat er eine ganze Reihe von M\u00e4nnern und Frauen f\u00fcr das Evangelium begeistert. 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