{"id":32321,"date":"2023-07-17T14:35:45","date_gmt":"2023-07-17T12:35:45","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=heilige-2"},"modified":"2025-07-09T13:40:24","modified_gmt":"2025-07-09T11:40:24","slug":"die-fraglichkeit-des-heiligen","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-fraglichkeit-des-heiligen\/","title":{"rendered":"Die Fraglichkeit des Heiligen"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Ein chaotischer Begriff<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Bergwanderer kennen das Ph\u00e4nomen: Vom Tal aus sieht der Gipfel harmlos aus; die Besteigung ist augenscheinlich ein Kinderspiel. N\u00e4hert man sich aber dem Berg, zeigt sich dieser voller Schrunden, Steilw\u00e4nde, Abgr\u00fcnde; vorgelagert sind H\u00f6hen, die man zuvor gar nicht bemerkt hatte. T\u00e4ler fallen ab, in die man m\u00fchsam hinunterklettern muss, ehe es wieder aufw\u00e4rts geht. Bald ist zu erkennen: Der Gipfelsturm wird ein hartes St\u00fcck Arbeit.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich ergeht es dem, der den Begriff des <em>Heiligen<\/em> \u2013 als Adjektiv oder als Substantiv verstanden \u2013 analysieren soll. Auf den ersten Blick erscheint er ziemlich problemlos. Wir verwenden ihn in schier zahllosen Wendungen und Kompositionen, weshalb die gemeinte Sache doch eigentlich sehr klar und ganz und gar nicht fraglich sein sollte. Es gibt heilige Orte und heilige Zeiten, heilige Gegenst\u00e4nde und heilige Vollz\u00fcge (Riten), heilige Zust\u00e4nde und heilige Gr\u00e4ber. Man spricht von der <em>heiligen Stadt<\/em> Jerusalem und dem <em>heiligen Gral<\/em>, von <em>heiligem Zorn<\/em> und von <em>heiliger Stille<\/em>. In Trier existiert der <em>Heilige Rock<\/em>. Im Nahen Osten werden <em>heilige Kriege<\/em> (Dschihad) gef\u00fchrt. Die Nachfolgeinstitution des Imperium Romanum nannte sich <em>Heiliges R\u00f6misches Reich Deutscher Nation<\/em>. Man kann mit jemandem <em>seine heilige Not<\/em> haben, bis einen <em>heiliger Eifer zur Besserung der Zust\u00e4nde antreibt. Heilige Zeiten <\/em>k\u00f6nnen bestimmte Jahresabschnitte in der Liturgie sein (Ostern oder Pfingsten) oder auch nur seltene Ereignisse (\u201ealle heiligen Zeiten kommt ein Bus\u201c). Bei den Schwaben hei\u00dft sogar manchmal ein flaches Walzwerkst\u00fcck aus Metall heilig \u2013 das \u201eheilige Blechle<em>\u201c. <\/em>Selbst einen vierbeinigen Heiligen gibt es, den <em>Heiligen Stuhl<\/em>, auf dem die <em>Heiligen V\u00e4ter<\/em> thronen, die allesamt V\u00e4ter gar nicht sein d\u00fcrfen und heiligm\u00e4\u00dfig manchmal wirklich nicht waren.<\/p>\n<p>Damit stehen wir bei den <em>heiligen Personen<\/em>. Da ist das Tohuwabohu noch gr\u00f6\u00dfer. Wir \u00fcbergehen den Umstand, dass solche in nahezu allen Religionen verehrt werden, wobei beachtliche Differenzen im Verst\u00e4ndnis der Heiligkeit herrschen, und bleiben im Bereich des Christentums. Dort erscheint <em>Heiligkeit<\/em> geradezu als Synonym f\u00fcr die gesamte Gemeinschaft der Christen, f\u00fcr die Kirche. In der Ekklesiologie ist sie eine Wesenseigenschaft der Kirche, die ihr unverlierbar gegeben ist, ebenso wie die Einheit, Katholizit\u00e4t und Apostolizit\u00e4t. Sie geh\u00f6rt so selbstverst\u00e4ndlich zu ihr, dass sie geradezu zum protokollarischen Epitheton geworden ist. Die ganze Gemeinschaft der Glaubenden firmiert als <em>heilige Kirche<\/em>, obschon man beim besten Willen heute nicht mehr \u00fcber die multiple S\u00fcndenverfallenheit der Institution hinwegsehen kann. Aber auch das l\u00e4sst sich nicht abstreiten: In nicht mehr \u00fcberbietbarer Vielfalt pr\u00e4sentiert sich in der Glaubensgemeinschaft das Spektrum gro\u00dfartiger und Bewunderung erregender Menschen, die als <em>Holy<\/em> firmieren. Da gibt es P\u00e4pste wie Leo den Gro\u00dfen oder Johannes Paul II., Bettler wie den ungezieferstarrenden Benedikt Josef Labre (1748-1783), Herrscherpers\u00f6nlichkeiten wie Kaiser Heinrich II. oder Herzogin Hedwig von Schlesien, bierselige Klosterpf\u00f6rtner wie Konrad von Parzham. In die offizielle Schar der Heiligen sind aufgenommen weltgeschichtlich bedeutsame Pers\u00f6nlichkeiten wie Katharina von Siena, welche das Papsttum wieder nach Rom brachte, geniale Gelehrte wie Thomas von Aquin, aber auch Figuren, deren Historizit\u00e4t arg bezweifelt werden darf. Das war mitunter ihrem Ruhm nicht im Mindesten abtr\u00e4glich. Man kann an den Drachent\u00f6ter Georg oder die Musikpatronin Caecilia denken (die zu dieser Ehre durch einen \u00dcbersetzungsfehler gelangt ist). Zu den besonders verehrten Vierzehn Nothelfern rechnet der hl. Vitus, ein heiliger Knabe, dessen Konturen sich im Wabern der Legenden aufl\u00f6sen. Was nicht gehindert hat, dass er mindestens 41 Patronate h\u00e4lt \u2013 darunter \u00fcber Niedersachsen, \u00fcber die Bierbrauer, die Kesselschmiede, gegen die Krankheit Chorea Huntington (Veitstanz) und das Bettn\u00e4ssen; er ist zust\u00e4ndig f\u00fcr gute Ernten und die Bewahrung der Keuschheit. Schon von den Anf\u00e4ngen an rechneten die Blutzeugen zu den Heiligen, doch bald gesellte man ihnen besonders fromme Asketen, glaubensstarke Hierarchen, politische F\u00fchrer zu; und schlussendlich konnten alle fr\u00f6mmigkeitsstarken Christenmenschen als Heilige verehrt und angerufen werden. Aber auch kirchlich verurteilte und deswegen vom Staat exekutierte Ketzer und Hexen geh\u00f6ren zum Chor der Heiligen \u2013 so wie La Pucelle, die Jungfrau von Orleans: Jeanne d\u2019Arc. Und dann gibt es noch die Frau Eger, Putzfrau im N\u00fcrnberger Pfarrhaus, Pflegerin ihres lebensl\u00e4nglich ans Bett gefesselten Mannes. Sie kennt keiner, aber f\u00fcr mich ist sie das leuchtendste Beispiel christlicher Liebe und Fr\u00f6hlichkeit, das mir begegnet ist \u2013 eine heiligm\u00e4\u00dfige Christin.<\/p>\n<p>Die Kirchenleitung hat schon fr\u00fch versucht, in diese immer weniger \u00fcberschaubare \u201eWolke von Zeugen\u201c (Hebr 12,1) eine gewisse Ordnung und Systematik hineinzubringen. Seit 997 existiert das Instrument der Kanonisation, erstmals f\u00fcr den Augsburger Bischof Ullrich angewendet. Urspr\u00fcnglich war es Sache der Bisch\u00f6fe, seit Alexander III. (reg. 1159-1181) ist es Reservat der P\u00e4pste. Wir werden darauf sp\u00e4ter zur\u00fcckkommen. Im Moment ist nur festzustellen, dass seine Handhabung manchmal sehr problematisch gewesen ist. Die Heiligsprechung war stets auch im weitesten Sinne politisch motiviert. Nicht durchweg gelangten wirklich jene Menschen zur Ehre der Alt\u00e4re, die heroische Tugendhaftigkeit gelebt hatten, sondern manchmal kamen Personen dazu, die sich gerade ins kirchenpolitisch-theologische Programm der jeweiligen P\u00e4pste und ihrer Berater trefflich einf\u00fcgten. Dann konnten sie ebenso gro\u00dfz\u00fcgig die gleichen kanonischen Vorschriften \u00fcbergehen, die sie sonst rigoros beachteten, wenn ein Kandidat nicht so recht ins Konzept passte. Da war im ersten Fall das kanonisch geforderte Wunder nicht mehr so wichtig, wie etwa im Fall Imelda Lambertinis, einer Verwandten Benedikt XIV. Im zweiten Fall verlangte die Heiligsprechungs-Kongregation einfach mehr Wunder als vorgeschrieben, so etwa in der Causa der S\u00fcdamerikanerin Maria Anna de Ges\u00f9 de Paredes y Flores. Gelegentlich verhalf auch einfach ein wenig Schokolade gegen die Hartleibigkeit der Konsultoren, wie etwa bei der Heiligsprechung des Jesuiten Francesco de Gerolamo. Stefan Samerski hat in seiner Habilitationsschrift alle Selig- und Heiligsprechungsprozesse zwischen 1740 und 1870 minuti\u00f6s untersucht und solche Fakten wie die angef\u00fchrten und noch zahlreiche andere erstaunliche Ergebnisse festgehalten.<\/p>\n<p>Faktisch f\u00fchrte die Praxis des Heiligen Stuhles auch zu einem gravierenden Ungleichgewicht bei den kanonisierten Pers\u00f6nlichkeiten. Betrachtet man den Generalkalender des R\u00f6mischen Messbuchs, so sieht man auf den ersten Blick: Die heiligen M\u00e4nner \u00fcberwiegen. Frauen kommen gew\u00f6hnlich nur vor, wenn sie Herrscherinnen oder Nonnen gewesen sind. Nur drei M\u00fctter werden mit Gedenktagen und Festen geehrt, und dies stets wegen ihrer Kinder: Anna, Mariens Mutter, diese als Jesu Mutter selber und endlich Monika, die Mutter Augustins. Die Messformulare im Commune f\u00fcr die Heiligen sind typologisch geordnet. Vor der Liturgiereform firmierten die verheirateten Bekennerinnen unter der Bezeichnung \u201enec virgo nec martyr\u201c, also unter der Zweifachverneinung \u201eweder Jungfrau noch M\u00e4rtyrin\u201c. Man kann sich nur schwer der Bemerkung enthalten: Und dennoch heilig!<\/p>\n<p>Es w\u00e4re freilich falsch, wollte man in diesen Fakten nur den Reflex des lange die Kirche beherrschenden patriarchalischen Denkens sehen. Das Kanonisierungsverfahren ist eine sehr aufwendige Prozedur, die zweierlei voraussetzt: Jemand muss ein intensives Interesse an seiner Einleitung haben und au\u00dferdem reichlich Geld. Es ist verst\u00e4ndlich, dass es vornehmlich Institutionen wie eine Di\u00f6zese, eine Adelsfamilie oder ein Orden sind, die das Verfahren in Gang bringen und es auch finanzieren k\u00f6nnen: Es erh\u00f6ht das Prestige betr\u00e4chtlich, wenn man einen eigenen Heiligen im Sozialverband vorweisen kann. Da sind die Kosten leicht unter Werbung zu verbuchen. Gew\u00f6hnliche V\u00e4ter oder M\u00fctter, Putzfrauen oder Pflegerinnen und Pfleger besitzen keine Lobby und niemand wird den gewaltigen Apparat f\u00fcr sie in Bewegung setzen. Frau Eger hat keine Chance \u2013 eine Heilige war sie dennoch f\u00fcr alle, die sie kannten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich darf man nicht unterschlagen, dass das Thema Heilige auch ein \u00f6kumenisches Problem darstellt. W\u00e4hrend die \u00f6stlichen Kirchen den Heiligen einen au\u00dferordentlich gro\u00dfen Raum in Liturgie und Kult einr\u00e4umen, kam es im Westen im 16. Jahrhundert zum Dissens zwischen Rom und den Reformatoren. Er brach an den hypertrophen sp\u00e4tmittelalterlichen Formen der katholischen Heiligenverehrung auf. Bernhard K\u00f6tting fasst sie so zusammen: \u201eEs sind a) die Spezialisierung und Zust\u00e4ndigkeitserkl\u00e4rung der Heiligen f\u00fcr bestimmte Aufgaben; b) die Reliquienteilung und Reliquienh\u00e4ufung als Unterpfand der Hilfe vieler Heiliger; c) der Wunderglaube und die Wundersucht\u201c. Es konnte geradezu zur Verkehrung (lateinisch <em>perversio<\/em>) der heilsgeschichtlichen Verh\u00e4ltnisse kommen. Wenn beispielsweise Christus die F\u00fcrbitten der Heiligen erh\u00f6rt, gew\u00e4hrt er nicht ein Geschenk, sondern erf\u00fcllt seine Pflicht. Im Dom von Florenz existiert ein Fresko von einem unbekannten Meister des 14. Jahrhunderts. Maria bittet ihren Sohn f\u00fcr die vor ihr knienden Menschen. Sie sagt: \u201eLieber Sohn, gedenke der Milch, die ich dir gab, und habe mit ihnen Erbarmen\u201c. Erst daraufhin wendet sich Christus durch den Hl. Geist an den Vater. Damit ist ein \u00f6fters festgehaltener Gedanke ins Bild gesetzt: Da der Sohn als Mensch unter dem vierten Gebot steht, muss er tun, was seine Mutter sagt. Der folgerichtige Schluss der Beter: Wenn man ganz sicher sein will, betet man zu Maria, nicht zu Gott. Aus der exklusiven Mittlerschaft Christi gem\u00e4\u00df der Schrift (1 Tim 2,5) wurde so bestenfalls eine sekund\u00e4re Vermittlungsinstanz. Man muss auch in Rechnung stellen, dass die exzessive Heiligenverehrung damals an den Gedenkst\u00e4tten ihres Lebens konzentriert war, zu denen gro\u00dfe Wallfahrten zogen. Sie waren mit dem Ablasswesen verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Reformatorischer Protest konnte da nicht ausbleiben. Er bezog sich zwar nicht auf die Existenz und Vorbildhaftigkeit der Heiligen, wohl aber \u2013 neben der Ablassproblematik \u2013 auf deren Anrufung als F\u00fcrbitter. Denn diese stie\u00df sich mit dem Grundartikel von der Ausschlie\u00dflichkeit der Gnade f\u00fcr die Rechtfertigung. <em>Solus Christus \u2013 <\/em>nur von Christus allein konnte sie gewirkt und vermittelt werden. So wurde bald im Zuge der konfessionellen Abgrenzungen die Zuwendung zu den Heiligen zum katholischen Proprium, dessen Perhorreszierung zum Kennzeichen des Reformatorischen. Besonders hat sich das auf dem Gebiet der Mariologie ausgewirkt: Hier gab es die gravierendsten \u00dcbertreibungen in der altkirchlichen Fr\u00f6mmigkeit. Maria wurde f\u00fcr die Reformer des 16. Jahrhunderts nahezu exklusiv katholisch. Weil sie die Mutter Christi als biblische Gestalt aber nicht ganz aus dem christlichen Gedenken tilgen konnten, versteckten sie sie so gut es ging.<\/p>\n<p>Wir lassen es hier genug sein. Es d\u00fcrfte sich hinreichend deutlich gezeigt haben, dass der scheinbar so unproblematische Begriff, den wir uns angesehen haben, h\u00f6chst komplex, ziemlich abgr\u00fcndig, voller Untiefen ist. Er macht ein ganzes Fass voller Fragen auf. Erkenntnistheoretisch jedenfalls l\u00e4sst sich jetzt schon sagen: Er ist ein analoger Begriff. Die Un\u00e4hnlichkeit der damit bezeichneten Gegenst\u00e4nde ist gr\u00f6\u00dfer als ihre \u00c4hnlichkeit. Damit freilich erhebt sich die entscheidende Frage, worin diese \u00c4hnlichkeit besteht, was also der gemeinsame Nenner ist. Was versteht man unter Heiligkeit, den Heiligen und etwas Heiligem?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ein biblischer Begriff<\/strong><\/h3>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Eine entscheidende Antwort d\u00fcrfen wir von der Grund-Glaubensurkunde der Christen erwarten, von der Heiligen Schrift. Tats\u00e4chlich kommen das Wortfeld <em>heilig<\/em> und verwandte Begriffe dort \u00fcberaus h\u00e4ufig vor. Die sehr ausf\u00fchrliche Z\u00fcrcher Bibel-Konkordanz f\u00fchrt fast zehn engstens bedruckte Spalten mit Belegen an. Versucht man aus dieser F\u00fclle eine Synthese der biblischen Auffassung von <em>heilig<\/em> zu erheben, gelangt man zu einem frappierenden Befund. Man kann ihn in zwei S\u00e4tzen artikulieren:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><em>Nicht ist heilig au\u00dfer Gott;<\/em><\/li>\n<li><em>alles ist heilig in Gott.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Die Basis der Heiligkeitstheologie der Schrift ist ohne Zweifel die Berufungsvision des Propheten Jesaja (Jes 6,1-4). \u201eIm Todesjahr des K\u00f6nigs Usija\u201c schaut der Seher Gott auf einem \u201ehohen und erhabenen Thron sitzen und die S\u00e4ume seines Gewandes f\u00fcllten den Tempel aus<em>\u201c.<\/em> Die Serafim seines himmlischen Hofstaats singen seinen Lobpreis: \u201eHeilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen. Erf\u00fcllt ist die ganze Erde von seiner Herrlichkeit<em>\u201c (<\/em>V.3). Die Gottesdienstgemeinde nahezu aller christlichen Konfessionen rezitiert dieses Lob im Sanctus der Eucharistie- bzw. Abendmahlsfeier. Das hebr\u00e4ische Wort <em>kadosch<\/em> bedeutet <em>ausgesondert<\/em>. Was <em>kadosch<\/em> ist, ist gegen\u00fcber allen anderen Dingen transzendent. Absolute Transzendenz aber kommt allein Gott zu. Die dreimalige Wiederholung des Wortes macht das deutlich. <em>Heilig<\/em> ist also lediglich Gott, dessen Glanz die ganze Erde erf\u00fcllt. Im Vergleich zu ihm ist nichts heilig, weil nichts au\u00dfer ihm Gott ist. <em>Gott allein ist heilig<\/em>. Heiligkeit ist eine absolut exklusive Bezeichnung f\u00fcr ihn.<\/p>\n<p>Dann aber werden wir gewahr, dass ungeachtet dieser Grundaussage alles M\u00f6gliche <em>kadosch<\/em> sein kann: Es gibt heilige <em>Zeiten<\/em> wie den Sabbat (Gen 2,3) oder das Erlassjahr (Lev 15,12). <em>R\u00e4ume <\/em>k\u00f6nnen heilig sein, z.B. Kanaan (Ex 15,3; Jes 11,9) oder Orte von Gotteserscheinungen (Ex 3,5; Jos 5,15). <em>Kadosch<\/em> sind <em>Dinge<\/em>, z.B. der Tempel (Ex 30,25-29; 40,9-11 ff.), die Ger\u00e4te der Stiftsh\u00fctte und diese selber (Lev 8,10; Ex 29,37). Auch Menschen verdienen dieses Attribut wie etwa die Priester (Ex 30,23-32; 40,9-11).<\/p>\n<p>Auf dieser Schiene bewegt sich sp\u00e4ter das Neue Testament besonders. Hier sind <em>Holy <\/em>schlechterdings alle Christen und Christinnen. Sie sind auch alle Priester. Paulus adressiert den ersten Brief an die Gemeinde von Korinth: <em>\"<\/em>An die Kirche Gottes, die in Korinth ist \u2013 die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen<em>\u201c<\/em> (1 Kor 1,2). \u00c4hnlich lautet das Initium des R\u00f6merbriefs (R\u00f6m 1,7) und des zweiten Korintherbriefs (2 Kor 1,1). Bei den Deuteropaulinen steht es nicht anders: Auch der Brief an die Epheser (Eph 1,1) und jener an die Kolosser (Kol 1,2) bezeichnen alle Gemeindemitglieder ohne Ausnahme als Heilige. Das hindert den Apostel allerdings keinen Moment daran, diesen Heiligen bei Bedarf ganz geh\u00f6rig den Kopf zu waschen und ohne Blatt vor dem Mund die gemeindlichen Missst\u00e4nde anzuprangern. Begn\u00fcgen wir uns mit einige Beispielen aus dem Ersten Korintherbrief: Da setzt er sich auseinander mit Streitsucht (1 Kor 1,10-17), Wichtigtuerei (4,6-8), Blutschande (5,1-13), Prozesshanselei (6,1-11) und Unzucht (6,12-30). Das alles und noch mehr gibt es in der Gemeinde der Heiligen am Isthmus von Korinth! Dass die Bezeichnung der Getauften als Heilige urkirchlicher Standard war, bekundet u.a. auch die Apostelgeschichte. Da wird berichtet: \u201eAuf einer Reise zu den einzelnen Gemeinden kam Petrus auch zu den Heiligen in Lydda<em>\u201c <\/em>(Apg 9,32).<\/p>\n<p>Im Zentrum der Betrachtung steht also nicht wie sp\u00e4ter der ethische Hochstand einzelner Gemeindemitglieder, sondern die bereits durch die Kirchenmitgliedschaft gegebene neue christliche Existenz, die allen zukommt.<\/p>\n<p>Sie hat gewiss ihre Konsequenzen f\u00fcr das konkrete Leben als Christenmenschen, aber diese sind als Folgen von Natur aus sekund\u00e4r. Im Einzelnen bew\u00e4hrt sich die Heiligkeit subjektiv einmal durch das christliche Leben in der Welt (vgl. Apk 13,7.10), dann durch die Verbundenheit der \u201eHeiligen\u201c untereinander. So verstehen die mazedonischen Christen die von Paulus angeregte Sammlung f\u00fcr die bedr\u00e4ngte Jerusalemer Gemeinde als \u201eGemeinschaft des Dienstes f\u00fcr die Heiligen<em>\u201c<\/em> (2 Kor 8,4; vgl. auch R\u00f6m 16,16 und Kol 1,4).<\/p>\n<p>Wir begn\u00fcgen uns mit diesen Belegen, die unschwer vermehrt werden k\u00f6nnten, und fragen am Ende dieser raschen \u00dcbersicht, wie die anfangs konstatierte Dialektik gelten gelassen werden k\u00f6nnte: Nichts ist heilig au\u00dfer dem Dreimal Heiligen \u2013 alles ist (wenigstens grunds\u00e4tzlich) heilig. Der scheinbare Widerspruch l\u00f6st sich auf, wenn wir die Fundamentallehre der gesamten Bibel vor Augen halten, nach welcher Gott als der Sch\u00f6pfer und Erl\u00f6ser der Welt offenbar wird. Sicherlich: Gott ist der absolut und restlos Transzendente und als eben solcher in sich \u2013 vom Wesen her \u2013 heilig. Dann kann konsequenterweise nur er allein und einzig heilig sein. Ein anderes Heiliges w\u00e4re mithin ebenfalls Gott. Die absolute Heiligkeit Gottes ist, mit anderen Worten, mit dem Monotheismus und seiner inneren Notwendigkeit selbst gegeben. Nur ist Gott kein nackter Gott, der monadenhaft in sich selber west. Er hat sich in der Sch\u00f6pfung und den Gesch\u00f6pfen ge\u00e4u\u00dfert. Sie sind sein Werk. Entsprechend dem alten Adagium <em>agere sequitur esse (das Tun folgt dem Sein)<\/em> tr\u00e4gt das Werk stets Spuren des Erschaffenden, das Gottgeschaffene also Gottes Spuren. Darauf beruht die ganze Theorie von der nat\u00fcrlichen Theologie, wie sie schon bei Paulus im Kern zu finden ist. Die Menschen sind immer schon vor Gott verantwortlich, <em>\"<\/em>denn es ist ihnen offenbar, was man von Gott erkennen kann; Gott hat es ihnen offenbart. Seit Erschaffung der Welt wird n\u00e4mlich seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Sch\u00f6pfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit<em>\u201c <\/em>(R\u00f6m 1,19 f.). Wenn also Gott erkennbare Spuren setzt, dann muss in ihnen notwendig, wenigstens in etwa, sein innerstes Wesen ansichtig werden, also seine Heiligkeit. Was also (und soweit etwas) gottbezogen, gottverbunden, gottgeschaffen ist, ist (es) logischerweise auch heilig. Heiligkeit ist mithin urspr\u00fcnglich ein ontischer Begriff: Er sagt etwas \u00fcber das Wesen, die Natur, den inneren Charakter eines so bezeichneten Objekts aus.<\/p>\n<p>Damit aber haben wir ein entscheidendes Element kreat\u00fcrlichen Heiligseins ausgemacht. Dieses ist nichts anderes als die konstitutive Gottbezogenheit der Sch\u00f6pfung und der Gesch\u00f6pfe. Diese ist graduell: Beim Menschen als Gottes Ebenbild ist sie anders als bei einem Tier oder bei unbelebter Materie. Je nach Individualit\u00e4t wird beim Menschen nochmals ein immenses Spektrum der Relationen zu Gott festzustellen sein. Jeder ist heilig, aber jeder in seiner Weise, auf seine eigene, unverwechselbare, unnachahmliche Art. Menschen k\u00f6nnen daher f\u00fcreinander zwar Vorbild, aber nie Blaupause der eigenen Heiligkeit sein. Das ist eine Folge der Analogizit\u00e4t des Begriffs.<\/p>\n<p>Eine wichtige Rolle nimmt die Intensit\u00e4t des Lebens aus der Heiligkeit bei den einzelnen Menschen ein, also ihre Welt- und Menschenzuwendung entsprechend der biblischen Vorgaben. Versucht man konkret zu bestimmen, was der Inhalt der die Heiligkeit begr\u00fcndenden Gottesbeziehung ist, so st\u00f6\u00dft man auf die Spitzenaussage der Bibel \u00fcber Gott, formuliert im Ersten Johannesbrief: \u201eGott ist Liebe<em>\u201c <\/em>(1 Joh 4,8. 16b). Die Gestalt jedweder Heiligkeit, der g\u00f6ttlichen wie der gesch\u00f6pflichen, ist mithin die Liebe in allen ihren Formen und Gestalten, ausgenommen sind weder <em>eros<\/em> noch <em>agape. <\/em>Das Ma\u00df der Liebe, halten wir fest, ist das Ma\u00df der Heiligkeit.<\/p>\n<p>Daraus folgt f\u00fcr die Betrachtung der einzelnen heiligen Menschen eine bedeutsame Feststellung. Manche der kanonisierten Personen haben ein geradezu exzessiv zu nennendes religi\u00f6ses Leben gepflegt. Man darf getrost jene fr\u00fcher im Brevier stehende Nachricht ins Reich der Legende verweisen, wonach der hl. Nikolaus von Myra bereits als S\u00e4ugling an der Mutterbrust die damaligen Fasttage beobachtet habe. Aber durchaus glaubw\u00fcrdig wird uns in den seri\u00f6sen Viten von Verhaltensweisen, Taten, \u00dcberlegungen berichtet, die, vorsichtig formuliert, an den Grenzen des psychologisch Normalen liegen. Nur ein einziger, zudem ziemlich bekannter Beleg: Als Halbw\u00fcchsiger stahl Augustinus mit seinen Freunden \u2013 <em>adulescentuli neqissimi, eine Bande von Taugenichtsen, nennt er sie \u2013 <\/em>ein paar Birnen, weniger aus Hunger denn aus Spa\u00df am Abenteuer, wie das viele Jungen vor und nach ihm getan haben. Doch als der reife Bischof seine \u201eConfessiones\u201c schreibt, macht er aus dem Bubenstreich einen Beweis f\u00fcr seine ma\u00dflose Schlechtigkeit, seine Liebe zur abgrundtiefen S\u00fcnde. \u201eVon dem festen Grunde, der Du bist\u201c, betet er zu Gott, \u201esprang (meine Seele) ab ins reine Nichts: denn nicht ein Etwas begehrte sie, ob auch sch\u00e4ndlicherweise, sondern das Sch\u00e4ndliche selbst<em>\u201c. <\/em>Viele Seiten kreist er geradezu besessen um diese Thematik. Man versteht alles das nur, wenn man solche unzweifelhaften \u00dcbertreibungen als Ausdruck einer alles verzehrenden Liebe zu Gott interpretiert. Wie jede Liebe ist auch sie ma\u00dflos bis hin zu Zuspitzungen, die in der Normalperspektive ganz einfach als verr\u00fcckt erscheinen. Es gibt den <em>amour fou<\/em>. Er kann Heilige als Ausdruck ihrer Gottesliebe erfassen. F\u00fcr weniger Heilige erscheint er schlicht als abwegig. Auch das geh\u00f6rt zur Fraglichkeit des Heiligen.<\/p>\n<p>Halten wir uns alle die \u00dcberlegungen nochmals vor Augen, so l\u00f6st sich nicht allein der scheinbare Widerspruch in der Heiligkeitslehre der Bibel auf. Wir erkennen auch, dass <em>heilig<\/em> als analoger Begriff rechtens einer chaotisch anmutenden F\u00fclle von Objekten zukommt, die sich manchmal widerspr\u00fcchlich zueinander zu verhalten scheinen. Damit h\u00e4ngt ein weiteres Charakteristikum zusammen, dem wir nun die Aufmerksamkeit zuwenden wollen: Die Geschichtlichkeit des Begriffs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ein geschichtlicher Begriff<\/strong><\/h3>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Heilig<\/em> ist in der Heiligen Schrift, so sahen wir, ein Relationsbegriff. Er besagt eine n\u00e4her zu bestimmende Teilhabe an Gottes Sein. <em>Heilig sein, <\/em>so k\u00f6nnte man auch sagen, bedeutet, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Damit ist mitgesagt, dass alle, welche sie besitzen, auch untereinander in Gemeinschaft stehen. Oder in liturgischer Terminologie: Wenn du und wenn ich Kinder Gottes sind, sind wir zueinander Geschwister, \u201eBr\u00fcder und Schwestern\u201c. Aus diesem Prinzip entwickelte sich im Lauf der Kirchengeschichte die theologische und spirituelle Betrachtung der Gott besonders verbundenen Menschen, der Heiligen im speziellen Sinn.<\/p>\n<p>Als solche werden seit der Mitte des 2. Jahrhunderts zun\u00e4chst, wie schon einmal erw\u00e4hnt, die Blutzeugen angesehen. Jesus hatte gesagt, dass niemand eine gr\u00f6\u00dfere Liebe hat, als wer sein Leben f\u00fcr die Freunde hingibt (Joh 15,13). Das hatten die M\u00e4rtyrer als Gottes Freunde buchst\u00e4blich getan. Es bedurfte dann keiner gro\u00dfen Untersuchungen mehr, um einen solchen Menschen zum Heiligen zu erkl\u00e4ren. Es hat zwar in der Kirchengeschichte wieder und wieder Situationen gegeben, die von Christen das Glaubensbekenntnis bis zum Blutvergie\u00dfen abverlangten, aber auch lange Zeiten friedlich-unangefochtenen Lebens. In ihnen wurde sehr bald deutlich, dass manche Leute ihre Gottesliebe auch ohne gewaltsamen Tod auf herausgehobene, vorbildliche, radikale Weise (bis zur asketischen Selbstaufgabe schier) realisierten \u2013 eminente Kirchenf\u00fchrer, Jungfrauen, Witwen; Herrscher, kurz im Lauf der Zeiten Menschen aller Altersstufen, beider Geschlechter, jeglichen Berufes, an allen nur denkbaren Orten. Dabei verschob sich der Prim\u00e4rma\u00dfstab der Beurteilung: Nicht mehr das ontische Moment, sondern das ethische trat in den Vordergrund. Die Heiligen mutierten zu christlichen Tugendhelden, Schwergewichten der Fr\u00f6mmigkeit \u2013 mit einem Wort, zu Ausnahmechristen. Als solche kam ihnen auch, verglichen mit den restlichen Christenmenschen, eine besondere Gottesn\u00e4he zu. Sie waren Gottes Freunde par excellence.<\/p>\n<p>Damit aber waren die <em>Heiligenverehrung<\/em> und die <em>Heiligenanrufung <\/em>geboren. Den Menschen des r\u00f6mischen Rechts- und Kulturraumes war das Institut des Patronats vertraut: Sozial schwache Menschen, die Klienten, suchten sich einen m\u00e4chtigen Mann, der ihre Interessen um den Preis der Gefolgschaft vertrat, den <em>patronus<\/em>. Die Gottesfreunde waren solche potenten Pers\u00f6nlichkeiten. Ehrte man sie und folgte man ihnen, durfte man darauf vertrauen, von allem \u00dcbel bewahrt zu bleiben. Sie w\u00fcrden bei Gott F\u00fcrsprache in den zahlreichen N\u00f6ten und \u00c4ngsten der vorneuzeitlichen Menschen einlegen. Entsprechend ihren Lebensschicksalen wurden ihnen spezielle Zust\u00e4ndigkeiten f\u00fcr spezielle N\u00f6te zugeschrieben. Naheliegend war es, den Heiligen den Schutz der Orte anzuvertrauen, an denen sie gewirkt hatten oder der Gemeinschaften, denen sie zugeh\u00f6rig waren. So ist Klara von Assisi Patronin von Assisi und des Ordens der Klarissinnen. Aber auch besondere Ereignisse der Heiligen-Biographie boten Anhaltspunkte f\u00fcr Schutzzuweisungen, auch wenn sie nicht jedem so recht nachvollziehbar sein mochten. So erhob Pius XII. 1958 die gleiche heilige Klara zur Patronin des Fernsehens. Als streng klausurierte Nonne war ihr die Teilnahme am Begr\u00e4bnis von Bruder Franz verwehrt. Wunderbarerweise aber schaute sie diese in einer Vision: Television also <em>avant la lettre<\/em>.<\/p>\n<p>Als Dank f\u00fcr alle Hilfe der Heiligen ehrten die Gl\u00e4ubigen die \u00dcberreste ihrer einstigen Existenz, vor allem das Grab, ihr einstiges Wohnhaus und besonders ihre materiellen Hinterlassenschaften (Gew\u00e4nder, B\u00fccher, Gef\u00e4\u00dfe); diese wurden als heilige Reliquien verehrt. Weiter galten ihre Bilder als wirkm\u00e4chtige und Leben stiftende Verk\u00f6rperung ihrer selbst. Wallfahrten entstanden zu den Orten ihrer Biographie, neu entstehende religi\u00f6se Gemeinschaften (Orden, Kongregationen, Bruderschaften) stellten sich unter ihren Schutz. Es entstanden jetzt auch die Unzutr\u00e4glichkeiten, von denen wir im ersten Abschnitt gesprochen haben.<\/p>\n<p>Das Heiligenwesen rief daher schon fr\u00fch die kirchlichen Autorit\u00e4ten auf den Plan. Sie reagierten zum ersten dadurch, dass sie der unkontrollierten Ausdehnung des Heiligenkults mit einem kanonischen Verfahren zu steuern suchten. Jetzt trat endg\u00fcltig das sittlich-ethische Moment nach vorn: Kandidaten mussten ein \u201eheroisches Tugendleben\u201c gef\u00fchrt haben, um \u00fcberhaupt ins r\u00f6mische Visier zu gelangen. Au\u00dferdem musste wenigstens <em>ein<\/em> verb\u00fcrgtes Wunder von den Antragstellern nachgewiesen werden, welches auf F\u00fcrsprache des Betreffenden geschehen war. Der Grund f\u00fcr diese Forderung: Das positive Urteil des Papstes \u00fcber ihn, die Kanonisation, wurde als ein Akt seiner Unfehlbarkeit angesehen. Mit dem Wunder war sichergestellt, dass jemand wirklich \u201eim Himmel\u201c sein musste; sonst erwiese sich Gott als L\u00fcgner. Damit war der Papst definitiv abgesichert. Hier braucht nicht weiter diskutiert werden, dass damit ein h\u00f6chst problematisches Kriterium aufgestellt wurde.<\/p>\n<p>Im Lauf der Jahrhunderte bildeten sich verschiedene Verfahren zur Kanonisierung heraus. Derzeit gilt die von Johannes Paul II., inzwischen selbst kanonisiert, ver\u00f6ffentlichte Apostolische Konstitution <em>Divini perfectionis magister <\/em>\u201ezur Durchf\u00fchrung von Kanonisationsverfahren\u201c, die unter dem Datum vom 25. Januar 1983 unterzeichnet ist, also am gleichen Tag wie der derzeit geltende <em>Codex Iuris Canonici<\/em>. Sie ist in allen Ausgaben dieses Gesetzeswerkes mit abgedruckt. Im Wesentlichen handelt es sich um ein Prozessverfahren, welches in drei Stufen abl\u00e4uft. Am Anfang steht die Erhebung des Di\u00f6zesanbischofs. Er kann t\u00e4tig werden auf Verlangen eines einzelnen Gl\u00e4ubigen oder kirchlich anerkannter Gruppen. Es steht also jedem Katholiken und jeder Katholikin frei, einen solchen Antrag bei seinem Di\u00f6zesanbischof f\u00fcr eine katholische Person zu stellen, die mindestens f\u00fcnf Jahre tot ist. Bei g\u00fcnstigem Ausgang seiner Nachforschungen \u00fcbermittelt der Bischof die Akten an die r\u00f6mische Heiligsprechungskongregation mit dem Ersuchen um weiteres Procedere. Dort befindet man \u00fcber sein Verfahren und \u00fcbernimmt es gegebenenfalls in die eigene Regie. Am Ende steht ein Urteil der Kongregation, welches dem Papst zur endg\u00fcltigen Entscheidung vorgelegt wird. Ihm steht allein das Recht zu, dar\u00fcber zu befinden, ob der in Frage stehenden Person \u201eeine amtliche Verehrung in der Kirche (cultum publicum ecclesiasticum) zu erweisen ist\u201c<em>. <\/em>Deren erste Stufe ist die Beatifikation oder Seligsprechung. Sie besagt, dass jemand einen partikul\u00e4ren Kult erfahren kann, z. B. in einem Bistum, einem Land oder einer kirchlichen Gemeinschaft. Die zweite Stufe ist, nach einem erneuten Verfahren, die Heiligsprechung, mit der die Erlaubnis zur gesamtkirchlichen Verehrung verbunden ist. Wie schon gezeigt wurde, leidet das an sich so objektiv und sachlich erscheinende Vorgehen an mehreren Schw\u00e4chen. Die Auswahl der Kandidaten durch die verschiedenen Instanzen wie auch der Entscheidungsmodus ist sehr subjektiv, bedingt durch die jeweiligen Interessen der Beteiligten, aber auch durch die Finanzen der an der Kanonisation interessierten Kreise. Lange war eine Heiligsprechung ein seltenes Ereignis, das sich meist auf Personen bezog, die schon lange verblichen waren. Die Resonanz bei den Gl\u00e4ubigen war dann nicht selten entsprechend bescheiden. Johannes Paul II. hat dagegen durch zahllose Kanonisationen eine Heiligeninflation ausgel\u00f6st. Das \u201e\u00d6kumenische Heiligenlexikon\u201c hat ausgerechnet, dass von 1978-2004, seinem letzten vollen Pontifikatsjahr, 1316 Beatifikationen und 483 Sanktifikationen erfolgt sind \u2013 das sind mehr Menschen, als alle P\u00e4pste vorher zur Ehre der Alt\u00e4re erhoben haben. Da befanden sich zwar endlich auch moderne Personen darunter, doch weil sie noch vielen Menschen pers\u00f6nlich bekannt waren, erschienen manche Entscheidungen als sehr diskussionsbed\u00fcrftig. Man muss wohl eingestehen, dass insgesamt die Heiligenverehrung dadurch nicht gestiegen ist.<\/p>\n<p>Zum zweiten reagierte die amtliche Kirche auf den Heiligenkult dadurch, dass sie ihn in geordnete Bahnen zu lenken suchte und den \u00e4rgsten \u00dcbertreibungen Einhalt zu gebieten suchte \u2013 nicht immer mit durchschlagendem Erfolg. Die Weichen hat bereits das Konzil von Trient 1563 gestellt. Die Richtlinien sind bis heute g\u00fcltig; sp\u00e4tere h\u00f6chstinstanzliche Dokumente, die substantiell Neues beibringen, gibt es nicht. Zwei Gedanken m\u00f6chte ich hervorheben: Die Kirchenversammlung \u00e4u\u00dfert den \u201enachdr\u00fccklichen Wunsch (vehementer cupit)\u201c, dass alle Missst\u00e4nde \u201ev\u00f6llig abgeschafft werden, so dass keine Bilder einer falschen Lehre oder solche, die den Ungebildeten Gelegenheit zu einem gef\u00e4hrlichen Irrtum geben, aufgestellt werden\u201c. Des Weiteren \u201esoll jeder Aberglaube bei der Anrufung der Heiligen, der Verehrung der Reliquien und dem heiligen Gebrauch der Bilder beseitigt, jeder sch\u00e4ndliche Gelderwerb ausgeschaltet und schlie\u00dflich jede Mutwilligkeit (lascivia) gemieden werden\u201c. Man darf f\u00fcglich dar\u00fcber streiten, welchen Erfolg diese Mahnungen in der Gesamtkirche gehabt und auch heute noch haben.<\/p>\n<p>Der zweite Gedanke des Dekrets, den ich betonen m\u00f6chte, bezieht sich auf die <em>Notwendigkeit<\/em> der Verehrung von Heiligen. Entsprechend der allgemeinen Tendenz des Konzils, die sp\u00e4tmittelalterliche Praxis zu sch\u00fctzen, h\u00e4lt es an der grunds\u00e4tzlichen Legitimit\u00e4t des Heiligenkults fest. Zugleich macht es deutlich, dass es sich dabei um einen uralten <em>Brauch<\/em> (<em>usus)<\/em> der katholischen Kirche handelt, nicht aber um einen glaubensverpflichtenden und glaubensnotwenigen Bestandteil der Lehre. Die Heiligen zu verehren ist \u201ebonum atque utile, gut und n\u00fctzlich\u201c \u2013 nicht weniger und nicht mehr. Der Heiligenkult ist also kein <em>articulus stantis et cadentis Ecclesiae<\/em>. Es w\u00e4re sch\u00f6n, w\u00fcrde das auch besser im \u00f6kumenischen Gespr\u00e4ch bedacht. Ein katholischer Christ, der mit ihm wenig anfangen kann (die Marienverehrung eingeschlossen), ist unter dogmatischem Blickwinkel ein ebenso guter Gl\u00e4ubiger wie einer, dem die Heiligen ganz wichtig f\u00fcr seine Spiritualit\u00e4t sind.<\/p>\n<p>Von liturgischer Bedeutung waren die Beschl\u00fcsse des Zweiten Vatikanischen Konzils, die ganz in der Linie des Tridentinums liegen. Der Kirchenkalender war mit Heiligenfesten geradezu \u00fcberwuchert. Dass das Kirchenjahr eigentlich ein Christusjahr ist, in dem die Mysterien des Erl\u00f6sers im Blickfeld stehen m\u00fcssen, war nur schwer noch erkennbar. Dem sucht die Liturgiekonstitution gegenzusteuern: \u201eDie Feste der Heiligen sollen nicht das \u00dcbergewicht haben gegen\u00fcber den Festen, welche die eigentlichen Heilsmysterien begehen\u201c. Nur solche Gedenktage sollen im Generalkalender stehen, die \u201ewirklich von allgemeiner Bedeutung sind\u201c<em>. <\/em>Im Jahr 1969 publizierte die Ritenkongregation den neuen \u201eR\u00f6mischen Kalender\u201c entsprechend der vom Konzil vorgegebenen Linie. Demnach gibt es einschlie\u00dflich der vierzehn Marienfeste insgesamt 182 Heiligentage, also ziemlich genau an jedem zweiten Tag. Seitdem sind es noch einige mehr geworden, veranlasst durch nachvatikanische Kanonisierungen. Daneben stehen die zahlreichen Partikularkalender der Di\u00f6zesen, Nationen, Gemeinschaften, die weitere Heilige anzeigen. Im deutschen Sprachgebiet kommen so noch weitere 67 Eigenfeiern hinzu.<\/p>\n<p>Man darf also von einer Ern\u00fcchterung bei der Zuwendung zu den Heiligen sprechen, ganz offiziell in der Liturgie, gewiss aber auch im Leben der Gl\u00e4ubigen bei uns zulande. Damit ist aber noch nicht wirklich etwas \u00fcber die theologische Bedeutung der Heiligen gesagt. Was \u201egut und n\u00fctzlich\u201c ist, sollte immer und je unsere Aufmerksamkeit, unsere Beachtung finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ein theologischer Begriff<\/strong><\/h3>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In der Einladung zu dieser Tagung steht: \u201eHeilige geh\u00f6ren nicht der Vergangenheit an, sie sind Boten der Aktualit\u00e4t des Glaubens\u201c. Ich versuche in diesem Sinne und als Zusammenfassung der bisherigen \u00dcberlegungen, den Stellenwert der Heiligen\/des Heiligen mittels einiger Thesen darzulegen, die selbstverst\u00e4ndlich ausbauf\u00e4hig, je ausbaubed\u00fcrftig sind \u2013 auf jeden Fall sollten sie das Nachdenken anregen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Firstly<\/strong>: Das Thema heilig\/Heilige ist ein <em>Hauptthema der Gotteslehre<\/em> im strengen Sinn. Der Begriff <em>heilig <\/em>artikuliert die absolute Transzendenz, die unendliche Vollkommenheit, die grenzenlose M\u00e4chtigkeit, die restlose G\u00fcte Gottes und kann daher im eigentlichen und vollen Sinne nur von ihm pr\u00e4diziert werden. Daraus ergibt sich alle weitere theologische Betrachtung.<\/p>\n<p><strong>Secondly<\/strong><em>: Heilig<\/em> ist abgeleitet, d. h. aufgrund der grundlosen Zuwendung Gottes an Nichtg\u00f6ttliches, wie sie die christlich-j\u00fcdische Offenbarung lehrt, ein <em>sch\u00f6pfungstheologischer Begriff<\/em>. Logisch gesehen hei\u00dft das: Er ist relational und analog. Wenn und weil der absolute Gott das Kontingente ins Dasein ruft, haftet diesem die Spur seiner Herkunft an. Von der Sch\u00f6pfung kann, immer auf Gott bezogen und immer eingedenk der Distanz zwischen Creator und Kreaturen, eine gewisse Vollkommenheit, eine gewisse Potentialit\u00e4t zur Transzendenz behauptet werden. Alle diese Begriffe sind im Begriff der Heiligkeit enthalten. Deswegen kann die Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung auch sagen: \u201eGott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut\u201c (Gen 1,31). Zum Glaubensbekenntnis geh\u00f6rt somit die Reaktion der Leute auf Jesu Wirken: \u201eEr hat alles gut gemacht\u201c (Mk 7,37).<\/p>\n<p><strong>Drittens<\/strong>: Damit werden wir zur Erkenntnis gef\u00fchrt: Unser Begriff ist ein <em>christologischer Begriff<\/em>. So wie die Welt in heilsgeschichtlicher Betrachtung nun einmal ist, existiert un\u00fcbersehbar in ihr das Unvollkommene, das B\u00f6se, das Begrenzte und Beschr\u00e4nkte \u2013 das Unheilige, mit einem Wort. Zur grundlosen Zuwendung Gottes an seine Kreaturen geh\u00f6rt, sagt die christliche Offenbarung, seine heilige Treue gegen\u00fcber allen Kreaturen. Sie veranlasst ihn zu jener grundlegenden Erneuerung, die menschliche Heiligkeit wieder erm\u00f6glicht. Diese Erneuerung geschieht durch die Heilstat Jesu Christi, des Sohnes Gottes. Sie ist also aus sch\u00f6pfungstheologischer Sicht eine Vermittlung der urspr\u00fcnglichen Heiligkeit und des daraus resultierenden Heiles. Man z\u00e4hlte ehedem die Jahre nach Christus als <em>anni reparatae salutis, als Jahre des <\/em>erneuerten<em> Heiles.<\/em> Da dies die exklusive Tat Christi ist, ist er allein der Heils- und Heiligkeitsmittler (vgl. 1 Tim 2,5 f.). Im Blick auf die Geschichte des Heiligenkults ist also mit allem Nachdruck zu sagen: Heilige k\u00f6nnen nicht das Heil selbst vermitteln, weder direkt noch indirekt. Sie schenken keine Gnade und sind auch nicht eine Art Vorzimmerpersonal Gottes, mit dem man sich gut stellen sollte, um den Chef gn\u00e4dig zu stimmen. Alle Gnade kommt durch Christus.<\/p>\n<p><strong>Viertens<\/strong>: Weil aber die Heiligen zu Gott geh\u00f6ren, ist der Begriff heilig auch ein <em>ekklesiologischer Begriff<\/em>. Weil Heiligsein Gottbezogenheit, Gottesgemeinschaft bedeutet, wenn auch in verschiedener Dichte, bilden die Geheiligten unter sich eine Gemeinschaft. In der religi\u00f6sen Sprache: Sie sind Kinder Gottes. Damit erweist sich der Begriff als partizipativ. Ein heiliger Mensch schenkt und erf\u00e4hrt im anderen Menschen das Gute, das die Liebe Gottes ist. Wo immer also Liebe ist und G\u00fcte, da ist mitten unter den Menschen Gott gegenw\u00e4rtig. In diesem und nur in diesem Sinne, also abgeleitet, kann man von einem \u201eHeilsaustausch\u201c mittels der Heiligen sprechen. Dass sie ihn vollziehen, darum kann man bitten, darauf darf man hoffen, weil sie Glieder der Kirche sind: Sie erf\u00fcllen die damit gegebene Pflicht zur N\u00e4chstenliebe, meinte bereits Origenes. An dieser Stelle ist auch die F\u00fcrbitte der Gl\u00e4ubigen recht geortet. Ihre Grundmelodie lautet: \u201eHilf mir, dass ich Gott mehr liebe und alle Hindernisse \u00fcberwinde, die mich davon abhalten\u201c. Wie die Verh\u00e4ltnisse sind, hat bereits Paulus plastisch erkl\u00e4rt: Die Christen verhalten sich zueinander wie die Glieder eines Leibes. Kraft ihrer jeweiligen Eigenschaften tragen sie zum Funktionieren des Gesamtk\u00f6rpers bei, der aber als solcher vom Lebensprinzip, beim Apostel ist dies das Haupt, gesteuert ist (vgl. 1 Kor 12,12-31a). Das Haupt Christus vermittelt der gesamten Kirche Gottes Heiligkeit, aber in diese Vermittlung sind alle ihre Glieder einbezogen. Diese haben je eigene Funktionen; die Heiligen im engeren Sinne spielen dabei eine besonders heilsame Rolle.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcnftens<\/strong><em>: Heilig<\/em> ist daher auch ein <em>Begriff der christlichen Spiritualit\u00e4t<\/em>. Das Konzil von Trient hat den Bisch\u00f6fen die Sorge um den rechten Heiligenkultus deswegen aufgetragen, weil er, n\u00fcchtern und richtig vollzogen, wesentliche Punkte der seelsorglichen Verk\u00fcndigung freisetzt. Er ist deswegen \u201egut und n\u00fctzlich\u201c, weil er auf die Gestalt christlicher Spiritualit\u00e4t aufmerksam machen kann. Kanonisationen haben, erinnern wir uns, eigentlich das Ziel, einen bestimmten, auf diese oder jene Weise herausragenden Christenmenschen, f\u00fcr die konkrete, d.h. f\u00fcr die heutige Kirche als Muster exemplarischen Christseins hervorzuheben: seine Mildt\u00e4tigkeit, seine Fr\u00f6mmigkeit, seine Christustreue angesichts von Bedr\u00e4ngnis oder gar Tod, seine Askese usw. Solche Menschen aber leben \u00fcberall und immer, sie sind unterschiedlich nach Geschlecht, Alter, Rasse, Nation, Beruf, Lebensumst\u00e4nden etc. Niemand ist von vornherein daran gehindert, seine Heiligkeit zu verwirklichen nach allen seinen Kr\u00e4ften. Diese Feststellung schlie\u00dft je mich ein. Die Heiligen machen uns darauf aufmerksam, dass Kirche in erster Linie nicht eine Lehrgemeinschaft, sondern eine Lebensgemeinschaft ist. Der Sinn des Lebens liegt nicht in einer passgenauen Orthodoxie. Er liegt in einer gottesf\u00f6rmigen Orthopraxis. Beim J\u00fcngsten Gericht fragt der Menschensohn, so das Matth\u00e4usevangelium (Mt 15,31-46), mit keinem Sterbenswort danach, ob wir den Katechismus der Katholischen Kirche geglaubt, zu allen p\u00e4pstlichen und bisch\u00f6flichen Verlautbarungen Ja und Amen gesagt, die Kirchengebote genau befolgt haben. Er fragt nicht einmal nach unserem Gottesverh\u00e4ltnis. Er will lediglich wissen, ob wir liebende Menschen \u2013 also eben Heilige \u2013 waren, die den geringsten Bruder und haarscharf in ihm Gott ernst und ans Herz genommen haben. Solches freilich kann in der Gnade Gottes jeglicher Mensch: Jeder also ist potentiell heilig, zur Heiligkeit berufen und bef\u00e4higt. In diesem Sinne sind die Heiligsprechungen lediglich seelsorglich bedingte Hinweise f\u00fcr ein christlichen Leben, bestimmt f\u00fcr die Christen und Christinnen in der Gemeinschaft der Kirche. Dazu ist die \u2013 sowieso unerreichbare \u2013 Vollst\u00e4ndigkeit bei der Erfassung heiligen Personals weder verlangt noch m\u00f6glich. Der Seher von Patmos sieht \u201eeine gro\u00dfe Schar aus allen Nationen und St\u00e4mmen, V\u00f6lkern und Sprachen; niemand konnte sie z\u00e4hlen\u201c (Apok 7,9).<\/p>\n<p><strong>Sechstens<\/strong><em>: Heilig<\/em> ist schlie\u00dflich ein <em>eschatologischer Begriff<\/em>. Das Streben nach Vollkommenheit in der Gottes- und Menschenbeziehung wird lebensl\u00e4nglich wieder und wieder durchkreuzt von der Schw\u00e4che, von der S\u00fcndhaftigkeit eines jeden menschlichen Individuums. Sie k\u00f6nnen zur Heillosigkeit f\u00fchren. Die S\u00fcnde ist eine nicht hinweg zu eskamotierende Realit\u00e4t in der Geschichte. Heiligkeit ist zu keiner Stunde ein Besitz, sie hat den Charakter eines Weges. Man kann sich verlaufen, Umwege machen, sich verirren. Gegen Ende seines Lebens lobten die Leute des Poverello Reinheit und Heiligkeit. Es war im Winter, und Franziskus formte aus dem Schnee eine gro\u00dfe und sechs kleine Kugeln. \u201eDas k\u00f6nnen morgen meine Frau und meine Kinder sein\u201c, kommentierte er sein seltsames Tun. Die Endg\u00fcltigkeit der Heiligkeit eines Menschen erscheint erst im Moment seines Todes, wenn der Lebensweg abgeschlossen ist. Zugleich erf\u00e4hrt sie darin ihre Vollendung. Diese ist Gott selber, die nicht mehr \u00fcberbietbare und beseligende Gemeinschaft mit ihm. Heilig sein hei\u00dft in summa nichts anderes als \u201eim Himmel sein\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Zum Beschluss<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber die Fraglichkeit des Heiligen nachzudenken lautete die uns gestellte Aufgabe. Dabei wurden wir in das blutvolle Leben der Kirche hineingezogen, mit allen ihren Schw\u00e4chen, mit ihren Aufgaben und mit ihrem Lehrgut, vor allem aber auch mit ihrer bleibenden Gottverbundenheit. Aus diesem Gemenge ergeben sich die vielen Fragen, die sich gestellt haben. Heiligkeit ist kein unproblematischer Begriff, wie immer man die Analyse angeht. Doch hinter aller Bedenklichkeit, damit zu operieren, steht nicht weniger als die Herrlichkeit Gottes selber. Er ist der dreimal, der einzig Heilige. Man kann dankbar sein, dass ein solcher Satz nicht im Abstrakten, im Nebel, im Mythos verbleibt, sondern dass seine Wahrheit wieder und wieder aufleuchtet in den M\u00e4nnern, Frauen, Kindern, die wir die Heiligen nennen. Von ihnen kann man, fraglos, nicht genug h\u00f6ren, von der Betrachtung ihres Lebens, Leidens und Wirkens kann man, hat man sich erst darauf eingelassen, nur schwerlich ablassen. Dazu ist unter anderem auch diese Tagung da.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein chaotischer Begriff \u00a0 Bergwanderer kennen das Ph\u00e4nomen: Vom Tal aus sieht der Gipfel harmlos aus; die Besteigung ist augenscheinlich ein Kinderspiel. 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