{"id":32322,"date":"2023-07-17T14:35:45","date_gmt":"2023-07-17T12:35:45","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=kunst-religion-spiritualitaet"},"modified":"2025-07-09T14:43:27","modified_gmt":"2025-07-09T12:43:27","slug":"die-dg-wird-125-jahre-was-bedeutet-christliche-kunst-heute","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-dg-wird-125-jahre-was-bedeutet-christliche-kunst-heute\/","title":{"rendered":"Die DG wird 125 Jahre"},"content":{"rendered":"<p>Wie kann man diesen Festvortrag anders beginnen als mit Thomas Manns Erz\u00e4hlung \u201eGladius Dei\u201c aus dem Jahre 190?! Der damals 27j\u00e4hrige beschreibt in den ersten S\u00e4tzen die pr\u00e4chtige Residenzstadt, erf\u00fcllt von Musik und Kunst: \u201eDie Kunst bl\u00fcht, die Kunst ist an der Herrschaft [\u2026] &#8211; M\u00fcnchen leuchtete\u201c \u2013 allerdings mit einem kritischen Nebenton: \u201eein treuherziger Kultus der Linie, des Schmuckes, der Form, der Sinne, der Sch\u00f6nheit obwaltet\u201c. Mit seiner Ironie kritisiert Thomas Mann die Art dieser Kunst, das Epigonale und blo\u00df auf Vermarktung Ausgerichtete des Kunstmarkts in der Stadt Ludwig I. Was war da los in jenem M\u00fcnchen, wo neun Jahre zuvor die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Christliche Kunst gegr\u00fcndet worden war?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Kunst im Zeitalter ihrer Reproduzierbarkeit<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Was war das so umw\u00e4lzend Neue des neunzehnten Jahrhunderts im Blick auf die Bilder? Man kann sich den Unterschied im Bildbewusstsein der Menschen zwischen 1800 und 1900 kaum gro\u00df genug vorstellen. Begegnete ein Mensch noch des 18. Jahrhunderts Bildern lediglich im Raum der f\u00fcr ihn erreichbaren Kirchen, im Titelkupfer eines Buchs, auf Bilderb\u00f6gen des Jahrmarkts, vielleicht noch im heimischen Kunsthandwerk so \u00e4nderte sich das grundlegend im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Kunst.<\/p>\n<p>Ein 25j\u00e4hriger M\u00fcnchner, Alois Senefelder (1771-1834), hatte 1796 entdeckt, wie gut man mit ge\u00e4tzten Kalksteinplatten Noten und Bilder drucken kann. Die Erfindung der Lithographie war nicht nur eine technische Sensation, sondern reduzierte den Preis von Bilddrucken auf weniger als 20 Prozent des Preises von Kupferstichen. Seit 1826 konnte Senefelder auch farbig drucken. Und wiederum 10 Jahre sp\u00e4ter revolutionierte der franz\u00f6sische Maler Louis Jaques Mand\u00e9 Daguerre die Welt optischer Wahrnehmungen mit der Erfindung der Fotographie, dem Konservieren von Lichteinwirkungen auf versilberte Kupferplatten. Die schwarz-wei\u00dfen Bilder wurden schon fr\u00fch koloriert, was eine Verwendung im Bereich der Reproduktionen von Kunstwerken m\u00f6glich werden lie\u00df.<\/p>\n<p>Um auf Thomas Mann zur\u00fcckzukommen: er parodiert mit seinem Kunsth\u00e4ndler Bl\u00fcthenzweig und dessen \u201eSch\u00f6nheitsmagazin\u201c am Odeonsplatz, wie Peter-Klaus Schuster im Ausstellungskatalog zum Katholikentag 1984 so genau gezeigt hat, die gro\u00dfe Bilderfabrik Hanfstaengl f\u00fcr fotografische Kunstreproduktionen von Franz (1804-77), der sich schon ab 1833 auf Kunstreproduktionen spezialisierte, und vor allem Edgar (1842-1910) Hanfstaengl, der Filialen in New York und London er\u00f6ffnete. Das Verlagsprogramm umfasste ca. 7.000 Reproduktionen \u201ealter Meister\u201c, 11.000 Reproduktionen \u201eneuer Meister\u201c. In diesem Gesch\u00e4ft konnte der junge Savonarola Thomas Manns das Gottesgericht anrufen \u00fcber die anz\u00fcglich erotischen Madonnenbilder, die er in den dortigen Auslagen vor die Augen bekam.<\/p>\n<p>Der Markt mit Reproduktionen boomte in der Zeit um 1900. Die Verlage f\u00fcr Bilder boten Kunstwerke als Wandschmuck f\u00fcr die b\u00fcrgerliche Wohnung an: ein Umstand, den es in fr\u00fcheren Jahrhunderten nie gegeben hatte. Gelegentlich wurden sie sortiert in Wohn- und Schlafzimmerbilder. Und die Sujets sind wie die in der fr\u00fchen Massenproduktion von B\u00fcchern auch die religi\u00f6sen Stoffe. Der Bereich der Bilder war die Kirche und die dortigen Themen bestimmen einen Gro\u00dfteil der Angebote, wobei in Berlin im fr\u00fchen 20. Jahrhundert mehr auf profane Bilder ausgerichtete Verlage beheimatet waren als in M\u00fcnchen, der Hauptstadt der religi\u00f6sen Kunst und ihrer technischen Reproduktion.<\/p>\n<p>Es waren neben der Alten Kunst eben auch die modernen, aktuellen Kunstwerke, die reproduziert wurden. Um den Motivhunger der Verleger nach rechtefreien Bildern und den Geschmack eines breiten Publikums zu bedienen, ist dies auch die Zeit des Niedergangs der Kunst und des Siegeszuges dessen, was sp\u00e4ter als \u201eKitsch\u201c bezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Man muss sich diese gewaltige Ver\u00e4nderung im Bildbewusstsein der Menschen jener Zeit klar machen, will man die k\u00fcnstlerischen Debatten und Ans\u00e4tze des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts verstehen. Man kannte pl\u00f6tzlich die Kunst der Alten aus der Anschauung, man erweiterte sein Bildged\u00e4chtnis in bisher unvorstellbarem Ma\u00dfe. In der Bildenden Kunst konnte man \u2013 abseits von Mimetik und sogar unter Zuhilfenahme des neuen Mediums Fotografie \u2013 das Eigene der Malerei erforschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Gr\u00fcndungsgeschichte der DG<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>In diese Jahre f\u00e4llt die Gr\u00fcndung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Christliche Kunst. Es sind die Jahre der m\u00fchsamen Durchsetzung katholischer Interessen in einem Reich, das sich 1871 \u201ekleindeutsch\u201c konstituierte. Der Effekt war, dass konfessionell die Katholiken in eine Minderheit gerieten, die unter Einbeziehung \u00d6sterreichs ein Gleichgewicht gewesen w\u00e4re. Der Katholizismus war in den Jahren nach 1803 durch die S\u00e4kularisation der Kl\u00f6ster \u2013 nicht zuletzt durch den Wegfall der Mehrzahl der katholischen h\u00f6heren Schulen \u2013 und finanziell erheblich geschw\u00e4cht worden. Gleichzeitig hatte sich aber durch die an vielen Orten erstmalig b\u00fcrgerliche Besetzung der Bischofsst\u00fchle und der Entwicklung eines selbstbewussten Laienkatholizismus eine hohe Vitalit\u00e4t und Kampagnenf\u00e4higkeit entwickelt.<\/p>\n<p>Die Katholikentage, wie sie seit 1848 abgehalten wurden, waren die Vorstufe f\u00fcr das Centralkomit\u00e9e der Vorbereitungsgruppen, den Vorl\u00e4ufer unseres ZdK. Es wurde vor 150 Jahren, 1868, in Bamberg gegr\u00fcndet. Der Kulturkampf der preu\u00dfischen Regierung gegen die \u201eultramontan\u201c auf Rom ausgerichteten Katholiken tat sein \u00dcbriges zum Selbstbewusstsein und auch zur Milieubildung der deutschen Katholiken im Widerstand gegen den neu entstandenen Staat und gegen die Moderne, wie sie ab 1910 im \u201eAntimodernisteneid\u201c von jedem Kleriker geschworen werden musste und der erst \u00fcber f\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter im Zweiten Vatikanischen Konzil wieder abgeschafft wurde.<\/p>\n<p>In diesen Kontext geh\u00f6rt eine christliche Gesellschaft, die 1876 begr\u00fcndet worden war, die \u201eG\u00f6rres-Gesellschaft zur Pflege der katholischen Wissenschaften\u201c. Mitbegr\u00fcnder und Hauptinitiator war der sp\u00e4tere bayerische Ministerpr\u00e4sident und f\u00fcr ein knappes Jahr deutsche Reichskanzler, der Zentrumspolitiker Prof. Dr. Georg Freiherr von Hertling, der auch erster Pr\u00e4sident der G\u00f6rres-Gesellschaft wurde. Der gleiche Georg von Hertling war von der Gr\u00fcndung 1893 bis 1911 achtzehn Jahre der erst Pr\u00e4sident der DG. \u201eNicht nur in der Organisationsstruktur zeigte sich die enge Verwandtschaft der beiden Gesellschaften.\u201c Das konstatiert Bernd Feiler.<\/p>\n<p>Wie kam es zur Gr\u00fcndung? Ein wesentlicher Impuls kam vom vierten Deutschen Katholikentag 1850 in Linz, heute \u00d6sterreich. Der Jurist und Zentrumspolitiker August Reichensperger (K\u00f6ln 1808 \u2013 1895), der sich den Weiterbau des K\u00f6lner Doms auf die Fahnen geschrieben hatte, regte dort die Gr\u00fcndung eines allgemeinen deutschen christlichen Kunstvereins an. Ein Jahr sp\u00e4ter, 1851, erschien die erste Ausgabe der von ihm auf den Weg gebrachten Zeitschrift \u201eOrgan f\u00fcr christliche Kunst\u201c. In diesen Jahren folgten allenthalben die Gr\u00fcndungen di\u00f6zesaner Kunstvereine. In den zwei Jahren 1853 und 1854 entstehen Vereine in Rottenburg und K\u00f6ln, in Aachen, Trier und K\u00f6ln, in Regenburg und Osnabr\u00fcck. Es wurde zu einem Trend. Die Kunstvereine vereinigten Kunstschaffende mit Kunstfreunden und potentiellen Auftraggebern. Zum gro\u00dfen Teil eher konservativ ausgerichtet, regten sie in einer Phase intensiver Kirchbaut\u00e4tigkeit ein an den Vorbildern der Vergangenheit orientiertes, streng kirchliches Kunstschaffen an. Die Auseinandersetzung um die Frage, was kirchliche und christliche Kunst denn sei, begleitet sie seit ihrer Gr\u00fcndung.<\/p>\n<p>1853 wurden auch die ersten Di\u00f6zesanmuseen im deutschsprachigen Raum, in Paderborn und K\u00f6ln er\u00f6ffnet, die vor allem die Aufgabe hatten, sakrale Kunst, die in der S\u00e4kularisation von Vernichtung bedroht war, zu sichern und als Modell f\u00fcr aktuelles Kunstschaffen zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Der M\u00fcnchner Bildhauer Georg Busch (1862 \u2013 1943) hatte Anfang 1885 mit Gleichgesinnten einen Albrecht-D\u00fcrer-Verein gegr\u00fcndet. Stilideale waren die \u201ealtdeutsche Kunst\u201c und die Nazarener. Busch bem\u00fchte sich um engen Kontakt mit f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft. Am 18. M\u00e4rz 1892 trafen sich in Buschs Atelier in M\u00fcnchen drei Bildhauer und vier Maler, darunter Gebhard Fugel, von dem noch die Rede sein wird, und dar\u00fcber hinaus der Kirchenhistoriker Aloys Weiss und zwei Mitherausgeber des Jahrbuchs der G\u00f6rres-Gesellschaft, um \u00fcber die Gr\u00fcndung einer gesamtdeutschen Gesellschaft f\u00fcr christliche Kunst zu beraten. Diese Gruppierung beteiligte sich im selben Jahr 1892 am 21. Katholikentag in Mainz, um f\u00fcr ihr Anliegen zu werben. Dort kam es zu der erw\u00e4hnten Resolution der Vollversammlung, die die Gr\u00fcndung empfahl. Diese erfolgte, mit Unterst\u00fctzung gro\u00dfer Teile des deutschsprachigen Episkopats, am 4. Januar 1893.<\/p>\n<p>Die DG vereinigte seit ihren Anf\u00e4ngen die drei Gruppen, die in Beziehung zur Bildenden Kunst stehen: K\u00fcnstler, Theologen und andere Kunstfreunde. Georg von Hertling \u00fcbernahm die Pr\u00e4sidentschaft, Georg Busch als K\u00fcnstlerpr\u00e4sident die faktische Leitung. Die DG habe sich, so Bernd Feiler, in mehrfacher Hinsicht von \u00e4hnlichen k\u00fcnstlerisch orientierten K\u00f6rperschaften des 19. Jahrhunderts unterschieden: Die DG war von Anfang an sowohl eine Korporation von Kunstfreunden und Kunstf\u00f6rderern als auch eine Interessensgemeinschaft von aus\u00fcbenden K\u00fcnstlern.<\/p>\n<p>Beim Katholikentag in Bonn im Jahr 1900 zog Busch Bilanz: \u201eDie DG z\u00e4hlt jetzt 2.380 Mitglieder, darunter mehrere Mitglieder aus souver\u00e4nen f\u00fcrstlichen H\u00e4usern, an deren Spitze Prinzregent Luitpold von Bayern und 26 Mitglieder aus dem hochw\u00fcrdigsten Episkopat. Die Gesellschaft hat bis jetzt acht Jahresmappen herausgegeben mit 219 Abbildungen von Werken ihrer Mitglieder [\u2026] ferner hat sie zwei Kunstausstellungen f\u00fcr christliche Kunst arrangiert, [\u2026]. Seit 1899 hat sie in der internationalen Kunstausstellung im k\u00f6niglichen Glaspalaste zu M\u00fcnchen die christliche Kunst in eigenen R\u00e4umen zu einer Gruppe vereinigt und am 20. Juli wurde auf ihre Anregung hin in M\u00fcnchen, Karlstra\u00dfe 6, eine eigene Ausstellung f\u00fcr christliche Kunst er\u00f6ffnet.\u201c (Katalog M\u00fcnchen leuchtete 1984, S. 58). Deutsch, das war f\u00fcr die DG immer ein Kulturraum und nicht auf das kleindeutsche Reich von 1871 beschr\u00e4nkt. Der Erzbischof von Salzburg geh\u00f6rte ebenso zu den Mitgliedern wie seine Kollegen aus Triest und Graz, und die Schweizer Bisch\u00f6fe von Chur, St. Gallen und Basel. 1912 hatte die DG bereits die Zahl von 6.000 Mitgliedern erreicht.<\/p>\n<p>Das merkantile Interesse der DG wurde deutlich, als sieben Jahre nach der DG-Gr\u00fcndung eine Handelsgesellschaft mit dem Namen \u201eDeutsche Gesellschaft f\u00fcr Christliche Kunst GmbH\u201c ins Leben gerufen wurde, die sich um die Vermarktung von teils sehr angepassten, schwachen Werken von K\u00fcnstlermitgliedern aber auch von Devotionalien und \u201echristlicher Hauskunst\u201c k\u00fcmmerte, deren k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t zunehmend auch von Mitgliedern in Zweifel gezogen wurde. Diese \u201eVertriebsgesellschaft f\u00fcr religi\u00f6ses Kunsthandwerk und Devotionalien\u201c, wie sie Bernd Feiler zutreffend bezeichnet, legte den finanziellen Grundstein f\u00fcr eine neuerliche Gr\u00fcndung Buschs.<\/p>\n<p>Denn dieser gr\u00fcndete am 21. Dezember 1918 im B\u00fcro der DG mit sieben Freunden einen weiteren Verein, dessen Ziel es war, in M\u00fcnchen ein Ausstellungshaus zu errichten und zu unterhalten. Es sollte ausschlie\u00dflich der christlichen Kunst auf der Grundlage des katholischen Glaubens dienen. Dieser VAH existiert noch heute und pflegt nach nicht spannungsfreien Perioden inzwischen ein gutes und enges Verh\u00e4ltnis zur DG und ist m\u00e4zenatisch f\u00fcr k\u00fcnstlerische Projekte in ganz Deutschland t\u00e4tig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die kirchliche Ablehnung der Moderne<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Einer der wichtigsten K\u00fcnstler unter den Gr\u00fcndern war der Maler Gebhard Fugel (1863 \u2013 1939), nach dem der Kunstpreis der DG benannt ist, der seit 1979 inzwischen zw\u00f6lf Mal vergeben wurde. Gebhard Streicher, lange Pr\u00e4sident der DG, ein Enkel Fugels, hat ihn gestiftet. Gebhard Fugel war auf christliche Motive spezialisiert; sein bekanntestes Werk ist das Passions-Panorama von Alt\u00f6tting. Mit Unterrichtswerken und christlicher Malerei wurde er bekannt. Fugel sei zu seiner Zeit der \u201ekirchliche Maler schlechthin\u201c gewesen, urteilt Feiler. Gebhard Fugels Werk ist wie das Carl Caspars und anderer Zeitgenossen durchaus neu zu entdecken und abseits der Frage nach ihrer Christlichkeit zu lesen.<\/p>\n<p>Was denn kirchliche Malerei sei, das war nicht erst um die Jahrhundertwende immer sch\u00e4rfer zum Problem geworden. Eine Bemerkung von Georg Heckner in seinem 1897 in Freising verlegten \u201ePraktischen Handbuch der kirchlichen Baukunst\u201c ist so grotesk wie aufschlussreich: \u201eSchlie\u00dflich sei noch auf die durch Tausende von Beispielen erwiesene Thatsache hingewiesen, dass K\u00fcnstler zweiten Ranges bei frommer Begeisterung viel leichter in der kirchlichen Bildhauerei und Malerei Gen\u00fcgendes leisten k\u00f6nnen als K\u00fcnstler ersten Ranges, welch letztere gew\u00f6hnlich auch zwei- bis sechsmal teurer arbeiten. Ausgezeichnete technische Kenntnisse und frommer Sinn finden sich sehr selten bei einem K\u00fcnstler vereinigt.\u201c<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel: Bischof Wilhelm Berning, Bischof von Osnabr\u00fcck ging in der Predigt zur Er\u00f6ffnung seines Di\u00f6zesanmuseums 1918 auf die Kunst ein, die im neuen Museum zu sehen sein sollte. Er sagte: \u201eDie \u201emoderne\u201c Kunst ging vielfach Irrwege, Wege der Sinnlichkeit und L\u00fcge. Sie hob den Menschen nicht zum Idealen, sondern zog ihn herunter in den Schmutz; sie stellte nicht das rechte Ma\u00df der Dinge, die Wahrheit dar, sondern krankhafte und verzerrte Formen der Natur, ich erinnere nur an den Kubismus und Futurismus. [\u2026] Es ist vielleicht nicht \u00fcberfl\u00fcssig, an diese Beziehungen von Kirche und Kunst zu erinnern in einer Zeit, in der die Kunst oft gegen Religion und Sittlichkeit Stellung nimmt, in der fast als Glaubenssatz verk\u00fcndigt wird, dass es eine religi\u00f6se und kirchliche Kunst nicht gebe und geben k\u00f6nne.\u201c\u00a0 Die Ablehnung und das v\u00f6llige Unverst\u00e4ndnis gegen\u00fcber der modernen Kunst war keine Osnabr\u00fccker Eigenart.<\/p>\n<p>Der Rottenburgische Bischof Paul Wilhelm von Keppler (1852 \u2013 1926), der als besonderer Kunstsachverst\u00e4ndiger galt, hatte die Richtung in heftigen Angriffen auf die moderne Kunst f\u00fcr die Bisch\u00f6fe in Deutschland vorgegeben. Keppler hatte im Namen der Deutschen (Fuldaer) Bischofskonferenz seit 1911 die Rolle eines Kontrolleurs der DG \u00fcbernommen, was in den Folgejahren zu heftigem Protest und dem Austritt von bis zu 1.000 Mitgliedern f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Dabei hatte es neue Bewegung in der Frage der Kunst gegeben: der Dichter Konrad Weiss (1880 \u2013 1940), eine wichtige Gestalt des intellektuellen Katholizismus des vergangenen\u00a0 Jahrhunderts, schrieb 1914 an Pater Desiderius Lenz OSB in Beuron einen offenen Brief, in dem er konstatiert: \u201eEs ist schwer, unter Katholiken \u00fcber die neue Kunst in einer Sprache zu reden, die die gegenw\u00e4rtigen Kunstprobleme und die ganze katholische und geschichtliche Weite zugleich umfasst, denn wir Katholiken haben in k\u00fcnstlerischen Dingen keine eigene Sprache mehr.\u201c<\/p>\n<p>Dieser Maler geh\u00f6rt zu denen, die eine Erneuerung der christlichen Kunst anstrebten, aber letztlich Einzelg\u00e4nger blieben. \u201eDiese Kunst, die den Gl\u00e4ubigen und ihrem Glauben dienen und zugleich der Moderne zugeh\u00f6ren will, hat sich zwischen alle St\u00fchle gesetzt\u201c, konstatiert Peter-Klaus Schuster. Wie in Frankreich Symbolisten wie Maurice Denis oder im evangelischen Bereich Fritz von Uhde hatten sie eine Erneuerung ohne Aufgabe der ikonografischen Bindung angesto\u00dfen. Grunds\u00e4tzliche Bild-Probleme, wie sie von Vincent van Gogh mit seiner religi\u00f6sen Aufladung des Profanen, von Paul Gaugin und James Ensor mit der \u00dcbertragung des Biblischen Motivs auf die Gegenwart oder der v\u00f6lligen Entfernung vom ikonografischen Motiv bei Kandinsky und so vielen anderen angegangen worden waren, wurden nicht zur Kenntnis genommen.<\/p>\n<p>Und so hat man in Deutschland auch in den Jahren des gro\u00dfen Kirchenbaubooms in der Nachkriegszeit, als so viele Kirchen gebaut worden sind, wie in keinem Jahrhundert zuvor, die wirklich neuen Impulse kaum wahrgenommen, wie sie beispielweise die Dominikaner Regamey und Coutourier in Frankreich angeregt hatten und zu so bedeutenden Ergebnissen wie die von Courbusiers, Leger, Matisse, Chagall oder Cocteau f\u00fchrten. Zwar erhielten die besten Architekten Auftr\u00e4ge f\u00fcr spektakul\u00e4re Kirchenbauten, aber die Ausstattungen hielten sich viel zu oft eng an die ikonografische Ablesbarkeit der Motive und die kirchliche Verankerung der beauftragten K\u00fcnstler, auch wenn es spektakul\u00e4re Abweichungen von diesem Prinzip gab.<\/p>\n<p>Alle die Entwicklungen der Bl\u00fcte kirchlicher Kunstauftr\u00e4ge in den f\u00fcnfziger bis siebziger Jahren begleitete die DG mit Publikationen, Ausstellungen, Tagungen und Debatten \u2013 stets in ihrem unverkennbar klaren Stil aller Druckerzeugnisse, den sie bis heute kultiviert. Auch die Frage nach der M\u00f6glichkeit christlicher Kunst wurde dabei immer wieder zum Thema, nicht zuletzt in den Neunziger Jahren, als eine Vorstands-Initiative zur Namens\u00e4nderung in \u201eDG \u2013 Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Kunst und Christentum\u201c in einer Mitgliederversammlung vereitelt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Christliche Kunst?<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Kann es \u00fcberhaupt eine Christliche Kunst geben, die von anderer Kunst unterschieden w\u00e4re? Kardinal Faulhaber nahm in einer heute zutiefst erschreckenden Silvesterpredigt 1924 zur Christlichkeit der Kunst Stellung: \u201eSo erhebe ich heute meine Stimme, um die Gesetze der christlichen Kunst zu verk\u00fcnden und die Grenzen der k\u00fcnstlerischen Willk\u00fcr abzustecken. [\u2026] Das erste und oberste Gesetz der kirchlichen Kunst lautet: Du sollst Dich an die kirchliche Tradition halten!\u201c Und richtig und auch heute anschlussf\u00e4hig formuliert er, die Kirchenr\u00e4ume sollten verk\u00fcnden: \u201eEs gibt noch ein anderes Leben, es gibt noch ein anderes Licht, und noch ein anderes Brot.\u201c Doch dann f\u00e4hrt er fort: \u201eM\u00f6gen die drau\u00dfen die B\u00e4ume rot, die Pferde gr\u00fcn, die Menschen dreieckig oder viereckig malen. M\u00f6gen ihre menschlichen Missgestalten und Zerrbilder glauben machen, der Mensch stamme vom Affen ab; [\u2026] Es wurden Engel wie fliegende Fische dargestellt, und Heilige mit einem so bl\u00f6den Gesichtsausdruck, als ob Verbrecher Modell gesessen h\u00e4tten. Die kirchlichen K\u00fcnste m\u00fcssen aus dem Glauben leben und arbeiten\u201c. Wie kann die Kunst da eine N\u00e4he zur Kirche finden, wenn gar ein Kardinal nicht bereit ist, unbefangen hinzusehen! Die DG hat in diesen Auseinandersetzungen der Zwanziger Jahre nur vereinzelt die Position der Avantgarde eingenommen. Sie blieb befangen von der ikonografisch eindeutig gebundenen Kunst.<\/p>\n<p>Man merkt vielen Arbeiten dieser Zeit die Negativfolie an, gegen die man sich absetzen wollte: die als s\u00fc\u00dflich empfundene kirchliche Kunst in der Nachfolge der Nazarener. Alles Effektvolle, Affekthafte, Momentane, Bewegte sollte vermieden werden, um zu einem neuem Ausdruck der Ernsthaftigkeit zu finden, der Medium der Offenbarung ernster Gedanken einer Theologie werden konnten, deren Zeichen, Geb\u00e4rden und Bilder einer umfassenden Sinndeutung unterzogen wurden, deren Themen die Herrschaft Christi als K\u00f6nig, die Apokalypse und darin das Modell einer Herrschaft des Lichtes der Liebe Gottes gegen das als Reich der Dunkelheit erfahrenen realen Staates unter dem Nationalsozialismus waren. Eine solche Aufladung hat in der Praxis der Kunst allerdings auch fatale Folgen: Monumentalit\u00e4t, Pathos und Schwere sind der Preis f\u00fcr die Angestrengtheiten der theologischen Absichten. Eine ganze Reihe von Arbeiten etwa zum Christk\u00f6nigsmotiv, wie sie nach der Einf\u00fchrung des Christk\u00f6nigsfestes 1925 vielfach entstanden, zeugen davon.<\/p>\n<p>Dies war so, obwohl Autoren wie Karl Muth und seine Kunstredakteure Georg Popp und Konrad Weiss in der f\u00fchrenden intellektuellen katholischen Zeitschrift \u201eHochland\u201c immer wieder zu gr\u00f6\u00dferer Offenheit der Moderne gegen\u00fcber aufriefen. Im vierten Jahrgang der noch jungen Zeitschrift erschien 1907 ein programmatischer Aufsatz des Trierer Publizisten Johannes Mumbauer unter der \u00dcberschrift \u201eDie Kunst im Dienste der Kirche und der \u201aStil\u2018\u201c. Der Verfasser pr\u00e4zisierte darin seine Thesen zur Kunst, nachdem er wegen eines kleinen Beitrags unter dem Titel \u201eVom \u201akirchlichen\u2018 Stilelend\u201c im zweiten Jahrgang 1905 erheblicher Kritik \u201enamentlich geistlicher Kreise\u201c ausgesetzt war. Seine These kulminiert in dem Satz: \u201edass auch die Kirchen, rein \u00e4sthetisch betrachtet, den allgemeinen Gesetzen der Kunst unterliegen, weil es gar keine spezifische, \u201akirchliche\u2018 Kunst, also auch keinen \u201akirchlichen\u2018 Stil gibt, dass demnach jede Stilart \u201akirchlich\u2018 sein kann, sofern sie nur zweckm\u00e4\u00dfig den sachlichen Bedingungen des katholischen Kirchengeb\u00e4udes entspricht, kurz, dass auch die im Dienste der Kirche stehende Kunst \u2013 Architektur sowohl als Ausstattungskunst \u2013 eine lebendige (nicht einseitig historisch-traditionelle) sachliche und dadurch erst \u201asch\u00f6ne\u2018 sein soll.\u201c<\/p>\n<p>Die Chroniken der DG sprechen immer wieder von auch k\u00fcnstlerischen Richtungsstreitigkeiten, von einer vorsichtigen \u00d6ffnung zum Expressionismus, von der geduldigen Vermittlung durch die wenigen unter den Theologen, die sich f\u00fcr die Kunst interessieren, den K\u00fcnstlern, die ihrer Kirche trotz solcher Invektiven noch nicht den R\u00fccken gekehrt haben und den Kunstfreunden, denen die Gestaltung der Kirchenr\u00e4ume ein Anliegen ist und, viel allgemeiner noch, die Frage nach dem Geistigen in der Kunst nicht los l\u00e4sst. Mitten in diesen Auseinandersetzungen steht die DG mit ihrer Arbeit.<\/p>\n<p>Der Versuch, mit der Ausgrenzung eines katholischen Milieus mit eigenen gesellschaftlichen Strukturen auch eine eigene katholische Kunst als \u201eChristliche Kunst\u201c zu fixieren, hat sich \u2013 das war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkennbar \u2013 als ein v\u00f6lliger Fehlschlag erwiesen.<\/p>\n<p>Der grundlegende Irrtum bei diesem Versuch liegt darin, der Kunst, die es zuerst mit der Form zu tun hat, ein inhaltliches Konzept auch abseits eines ikonografisch ablesbaren Themas \u00fcberzust\u00fclpen. Das stimmte schon in den Anf\u00e4ngen nicht: der antike Schaftr\u00e4ger kann als Christushinweis gelesen werden, kann aber auch ganz anderes meinen; und die sp\u00e4tantiken K\u00fcnstler stellten sich in den Dienst ganz verschiedener Themen und Auftraggeber: die byzantinischen, christlichen Mosaizisten hielten f\u00fcr die Dekoration der Gro\u00dfen Moschee in Damaskus ihren Stil bei, der eben nicht christlich oder islamisch ist. Das ikonografische Motiv kn\u00fcpft nicht bereits und nicht allein an religi\u00f6se-christliche Fragen \u2013 die Illustration biblischer Geschehnisse macht aus sich nicht ein religi\u00f6ses Kunstwerk aus. Die religi\u00f6sen Potentiale sind anders zu erfahren.<\/p>\n<p>Als Interpretationsmodell f\u00fcr alte Kunst kann ein solcher Begriff durchaus taugen: Man w\u00e4hlt interpretierend aus einem Kanon des Geschaffenen unter bestimmten inhaltlichen Kriterien aus und definiert diese Gruppe gemeinsam: das ist dann zum Beispiel \u201esp\u00e4tantike christliche Kunst\u201c. Als Schema f\u00fcr die Kunstproduktion ist der Begriff \u2013 wie alle Adjektivkunst \u2013 v\u00f6llig untauglich. Christliche Kunst, das ist ein Inhaltsbegriff, w\u00e4hrend die Kunst es mit Formal- und Stilproblemen zu tun hat.<\/p>\n<p>Entscheidend ist der Wechsel der Perspektive: weg von der Fixierung auf Produzent und Werk auf die Rezipienten. Wenn ein gl\u00e4ubiger Mensch sich einem Werk aussetzt, wird er anderes sehen und erfahren als jemand, der mit dem Christentum keinen Kontakt hatte. Das Kunstwerk konstituiert sich im Betrachter, es wird zum \u201echristlichen\u201c erst im Auge des Rezipienten. Allerdings stellt sich dann die Frage, inwieweit solche Glaubens\u00fcberzeugungen (noch) pr\u00e4sent sind, ob sie vermittelt wurden und die Betrachter in die Lage versetzen, die spirituellen Potentiale zu lesen und f\u00fcr sich individuell wirksam werden zu lassen. Ist einem Gl\u00e4ubigen die Auferstehung Jesu zu einem inneren Thema geworden, wird er aus vielen offenen Kunstwerken dieses Thema f\u00fcr sich herauslesen.<\/p>\n<p>Vollends obsolet wird der Begriff der \u201eChristlichen Kunst\u201c\u00a0 im Blick auf eine Kunst, die ihre thematische Offenheit zum Programm macht. Konkrete, abstrakte, experimentelle Kunst, die ihre eigenen M\u00f6glichkeiten auslotet und thematisiert, kommt hierbei gar nicht in den Blick. Die Trennung von profaner und religi\u00f6ser Kunst scheint nicht mehr angemessen, wenn man die transzendierende Wirkung im Kunsterlebnis einmal ohne kirchliche Beschr\u00e4nkung wahrnimmt. Besch\u00e4mend wird die Reduktion auf eine kirchliche Eigenkultur schlie\u00dflich, wenn man \u00fcberrascht zur Kenntnis nehmen muss, wie viel Christliches gerade in der au\u00dferkirchlichen Kunst im 19. und 20. Jahrhundert entstanden ist.<\/p>\n<p>Die Einsicht in diesen Reichtum verdanken wir nicht zuletzt einer gro\u00dfartigen Ausstellung, die Wieland Schmied 1980 f\u00fcr den Katholikentag in Berlin unter dem Titel \u201eZeichen des Glaubens \u2013 Geist der Avantgarde\u201c zusammengestellt hatte. Sie setzte einen deutlichen Schlusspunkt unter alle gelegentlich noch vorhandenen Zweifel an der Wahrnehmung der k\u00fcnstlerischen Autonomie im kirchlichen Bereich. Sp\u00e4testens da wurde auch den letzten Zweiflern klar, welcher Schatz an religi\u00f6sen Elementen in der Kunst der Moderne \u2013 auch in Kubismus und Futurismus \u2013 zu finden ist. Alle Versuche, nur bestimmte K\u00fcnstler ins katholische Milieu aufzunehmen und nur ihnen Auftr\u00e4ge zu geben, stellte sich als v\u00f6llig verfehlter Ansatz heraus. \u201eSchmied war von dem Wissen bestimmt, dass auch die moderne Kunst in ihren wesentlichen Anf\u00e4ngen von spirituellen Impulsen gepr\u00e4gt war. [\u2026] Das Motto zielte weder auf eine simple Gleichsetzung, noch bezeichnete es einen un\u00fcberbr\u00fcckbaren Gegensatz.\u201c, wie es Friedhelm Mennekes formuliert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Anerkennung der k\u00fcnstlerischen Autonomie<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Entfremdung zwischen bedeutenden K\u00fcnstlern und der Kirche wurde in den Jahren einer hohen Auftragslage, zwischen 1950 und 1970 bis zu v\u00f6lligen Sprachlosigkeit gesteigert. F\u00fcr eine Gesellschaft wie die DG, f\u00fcr die eine enge Zusammenarbeit von K\u00fcnstlern, Theologen und Kunstfreunden konstitutiv ist, waren das besonders schwere Jahrzehnte. Der Kontakt mit der Kirche drohte f\u00fcr K\u00fcnstler geradezu rufsch\u00e4digend zu sein. Papst Paul VI. formulierte in seinem Rundschreiben <em>Evangelii Nuntiandi<\/em> 1975 einen ersch\u00fctternden Befund:\u00a0 \u201eDer Bruch zwischen Evangelium und Kultur ist ohne Zweifel das Drama unserer Zeitepoche.\u201c<\/p>\n<p>Die genannte Ausstellung von 1980 war geradezu ein Fanal, auch weitere Positionen der Moderne auf ihre spirituellen Kerne hin zu befragen und fr\u00fchere Untersuchungen genauer wahrzunehmen. Im Wesentlichen ging es um die Anerkennung der k\u00fcnstlerischen Autonomie, die kirchlich bis dato noch nicht eindeutig erkl\u00e4rt worden war.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Tagung von K\u00fcnstlern, Theologen und Kunstwissenschaftlern, veranstaltet von DBK und ZdK, befasste sich 1994 in Berlin mit diesem Thema. Ein Grundsatzreferat von Karl Kardinal Lehmann erl\u00e4uterte die ver\u00e4nderte Einstellung der Kirche zur Kunst in der Folge der \u2013 allerdings recht d\u00fcrftigen \u2013 Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Allerdings: wem wollte man 1994 eine Autonomie zugestehen, die sich die Kunst l\u00e4ngst selbstverst\u00e4ndlich selbst erworben hatte. Der Blick ging vor allem nach innen: die Kirche musste den neuen Blick auf die Kunst nachvollziehen, sich deutlich von den Vereinnahmungen fr\u00fcherer Zeiten absetzen und endg\u00fcltig die Kunst nicht mehr in einem Dienstverh\u00e4ltnis als \u201eMagd der Theologie\u201c sehen. Die Kunst als ein eigenst\u00e4ndiges, freies Gegen\u00fcber der Kirche, das war nach langer Zeit endlich angesagt.<\/p>\n<p>Dies ist durchaus in den Jahren zwischen 1980 und 2000 gelungen. Wieland Schmied kuratierte zum Katholikentag 1990 erneut eine Ausstellung. \u201eGegenwart Ewigkeit. Spuren des Transzendenten in der Kunst unserer Zeit\u201c war sie betitelt. Hier wurde deutlich, dass mit einem offenen Spiritualit\u00e4tsbegriff eine geradezu unabsehbare F\u00fclle von k\u00fcnstlerischen Positionen pr\u00e4sentiert werden k\u00f6nnen: ein neuer Blick auf die Gegenwartskunst war \u00fcberdeutlich geworden.<\/p>\n<p>Eine ganze Reihe von Protagonisten ist f\u00fcr die neue Wahrnehmung der Kunst in der Kirche zu nennen. Neben der DG waren es Pers\u00f6nlichkeiten wie Otto Mauer in Wien, Franz-Josef van der Grinten in Goch, Alex Stock in K\u00f6ln, G\u00fcnther Rombold in Linz, Friedhelm Mennekes SJ in Frankfurt und K\u00f6ln, Pfarrer Karl-Josef Ma\u00dfen in Krefeld, Horst Schwebel in Marburg und andere mehr, die sich f\u00fcr das neue Verst\u00e4ndnis der Kunst und das neue Verh\u00e4ltnis zu ihren Produzenten einsetzten. Die Workshops und K\u00fcnstlertreffen, der Kunstpreis der Katholiken, ausgerichtet von DBK und ZdK gemeinsam haben zur Entkrampfung des Verh\u00e4ltnisses beigetragen. Inzwischen finden es K\u00fcnstler weder als rufsch\u00e4digend, wenn sie f\u00fcr kirchliche Orte oder Auftraggeber arbeiten, noch ist eine Abfrage unter K\u00fcnstlern nach ihrer Rechtgl\u00e4ubigkeit die Regel bevor sie Auftr\u00e4ge der Kirche bekommen. Kirchenr\u00e4ume sind mit spektakul\u00e4ren Ausstellungen und Interventionen von L\u00fcbeck bis Graz zu wichtigen Kunstorten geworden. Die DG hat zu solchen Aktionen beigetragen und selbst wichtige Ausstellungen in Kirchenr\u00e4umen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Auch viele Streithemen der Vergangenheit haben sich erledigt, viele K\u00e4mpfe sind kaum mehr nachvollziehbar: Figuration versus Abstraktion; Illustration versus Offenheit; Autonomie und Bindung; Spiritualit\u00e4t oder Kirchenkunst; modern oder traditionell; schlie\u00dflich die leidige Frage nach profan und sakral. Selbst die Gegensetzung von \u201eangewandt\u201c und \u201efrei\u201c scheint sich inzwischen erledigt zu haben \u2013 sp\u00e4testens seit mit Gerhard Richters Fenster f\u00fcr den K\u00f6lner Dom und andere von Polke, L\u00fcpertz, Rauch der hohe Stand der Glaskunst in Deutschland auch einmal in den Focus eines Kunstfeuilletons bringt, dem jede Art von \u201eAngewandtheit\u201c immer h\u00f6chst suspekt war.<\/p>\n<p>Ist also alles gut, sind das tempi passati, die uns nicht mehr ber\u00fchren? Georg Meistermann sagte 1979 auf einer Tagung des ZdK \u00fcber \u201eKirche, Wirklichkeit und Kunst\u201c: \u201eWir brauchen nicht nur fertige Meisterwerke in der Kirche. Es ist nicht die Frage, ob L\u00e9ger, Rainer, Beuys im historischen Vergleich betrachtet, Meisterwerke geschaffen haben. Aber auch ihre Werke sind Ausdruck dessen, was alle angeht. Ich appelliere an Sie: Bem\u00fchen Sie sich um die, die auf dem Weg, auf auch dem Sie zu sein glauben, mit Mitteln der Kunst arbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Wie kann die DG ein Ort sein f\u00fcr K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die auf dem Weg sind? Schon in der Phase ihrer Ausbildung lastet heute auf den Kunstschaffenden der Druck, das eigene Marketing mit allen medialen M\u00f6glichkeiten m\u00f6glichst effizient zu betreiben. Aber auch Kirchenleute leiden darunter, wie \u201eihre\u201c Themen, das Bezeugen einer lebensrettenden Wahrheit, ihr Einsatz f\u00fcr soziale Fragen, ihr Arbeiten f\u00fcr eine menschliche Gesellschaft und f\u00fcr die humane Existenz jedes menschlichen Lebewesens auf das Desinteresse einer \u00fcberdrehten Informationsgesellschaft trifft.<\/p>\n<p>Wenn wir als Christen glaubhaft weiter denken als nur in den Grenzen von \u00d6konomie und Geld; wenn wir sagen und zeigen: f\u00fcr uns ist das Leben mehr als die Abfolge fl\u00fcchtiger Reize, dann bereiten wir am ehesten den Boden f\u00fcr religi\u00f6se Erfahrungen. Die Welt neben der \u00d6konomie, neben der zielgerichteten Arbeit, die notwendige Erg\u00e4nzung in Freizeit und Mu\u00dfe, das unverzweckte Spiel in Fest und Feier, dies ist die notwendige Bedingung f\u00fcr Kultur und Religion, f\u00fcr Kunst und Christentum gleicherma\u00dfen. In dieser N\u00e4he, die vielleicht versch\u00fcttet, aber nicht verloren ist, liegt die Chance f\u00fcr eine Partnerschaft zwischen Kunst und Kirche.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen heute feststellen, dass trotz und wegen ihrer Eigenst\u00e4ndigkeit K\u00fcnstler ein gro\u00dfes Interesse daran haben, Gespr\u00e4chspartner zu finden, von denen sie den Eindruck gewinnen k\u00f6nnen, sie haben etwas zu vermitteln von unserer Zeit und ihren Themen, sie wissen etwas, das wichtig ist und sie sind authentisch in ihrem eigenen Zeugnis. Kunst und K\u00fcnstler lassen sich gewinnen f\u00fcr die Begegnung mit authentischen Christen, die ihre Glaubenstraditionen kennen und in kritischer Beheimatung darin leben. Christian Boltanski sagte einmal im Interview mit Friedhelm Mennekes, er ziehe Kirchen\u00a0 als Ort f\u00fcr Ausstellungen vor, weil \u201ean sakralen Orten die entscheidenden Fragen der Menschheit gestellt werden\u201c. Da kann die DG in ihrer Verbindung von K\u00fcnstlern, Theologen und Kunstfreunden viel leisten.<\/p>\n<p>Wir reden bei der Personengruppe der Frauen und M\u00e4nner, die als K\u00fcnstler arbeiten, \u00fcber Menschen mit zumeist sehr bescheidenen Einkommen. Sich f\u00fcr die sozialen Belange dieser Menschen einzusetzen \u2013 auch das ist Aufgabe eines Kunstvereins wie es die DG ist. Das bedeutet auch die Verteidigung der Kunst \u00fcberhaupt, auch \u00fcber jeden religi\u00f6sen Zusammenhang hinaus, nicht zuletzt, weil es sich um eine Lebens\u00e4u\u00dferung handelt, die es mit menschlichen Existenzialien zu tun hat.<\/p>\n<p>Vielleicht gelingt die \u00dcberwindung einer so lange verlorenen N\u00e4he dadurch, dass in einer Welt der Events und der marktschreierischen Aktualit\u00e4ten, der Sonderwelten von Kunst nur f\u00fcr Galeriebesucher, des nicht wichtig Nehmens der Kunst wie der Kirche beide zu Exoten des medialen Geschw\u00e4tzes werden. Jedenfalls ist an der Ber\u00fchrung zwischen Kunst und Kirche die DG nicht unbeteiligt, sondern Motor der gegenseitigen Vertrauensbildung geworden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die geistigen Grundlagen der Kunst<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausstellung der DG zum Jubil\u00e4um tr\u00e4gt den programmatischen Titel \u201e\u00dcber das Geistige in der Kunst. 100 Jahre nach Kandinsky und Malewitsch\u201c. Sieben k\u00fcnstlerische Positionen von acht Personen sind zu sehen. Hier geht es um jenen weiten Begriff des Spirituellen, der nicht am ikonografischen Thema, sondern in innerk\u00fcnstlerischen Elementen erfahrbar ist. Kandinsky und\u00a0 Malewitsch lie\u00dfen die Wiedergabe des Gegenstands hinter sich. Lange Zeit hielt man solche Kunst f\u00fcr mathematisch-kompositorische \u00dcbungen an der \u201erichtigen\u201c\u00a0 Form und folgerichtig f\u00fcr einen Diskurs \u00fcber christliche Kunst f\u00fcr irrelevant, obwohl die emphatische Schrift Kandinskys aus dem Jahr 1912 und die Selbstzeugnisse Malewitschs eine andere Sprache sprechen. Abseits von Stilbegrenzungen und der utopischen Emphase setzt sich eine neue K\u00fcnstlergeneration assoziativ mit den syn\u00e4sthetischen Ans\u00e4tzen auseinander \u2013 wie es die Ank\u00fcndigung verspricht.<\/p>\n<p>Das Thema Spiritualit\u00e4t hat in der Kunst zurzeit Konjunktur. Allerdings wird sie vor allem im profanen Kontext, in Museen, Konzerth\u00e4usern und Theatern thematisiert. Da f\u00fchrt die gGmbH Elbphilharmonie und Laeiszhalle Hamburg alle zwei Jahre das Musikfestival \u201eLux Aeterna\u201c durch. Die Website verhei\u00dft: \u201eWenn Hamburg im Februar im grautr\u00fcben Nieselregen versinkt, stellt sich die Frage nach dem Sinn des Seins noch etwas dr\u00e4ngender als sonst. Eine w\u00e4rmende, sinnliche Antwort bietet das Festival \u201eLux Aeterna\u201c. Wer seine Schritte zu den hell erleuchteten Konzerth\u00e4usern und Kirchen lenkt, kann sich dort von Musik umh\u00fcllen lassen, die uns auf einer besonderen, unterbewussten Ebene anspricht\u201c.\u00a0 Und beim \u201eAcht Br\u00fccken Festival\u201c der Neuen Musik in K\u00f6ln wird das Programm ausgeweitet \u201ein Richtung der anderen monotheistischen Religionen und einer von christlichen Inhalten Stils losgel\u00f6sten Spiritualit\u00e4t, f\u00fcr die Hildegard von Bingen mittlerweile zum Synonym geworden ist\u201c, so Michael Gassmann in einer Besprechung.<\/p>\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr Theaterprogramme mit Themenreihen zu Glauben und Religion. Die sehr vagen Botschaften solcher Theater- und Konzertprogramme zielen auf ein nicht (mehr) kirchlich gebundenes Publikum, das aber die Erfahrung meditativer Versenkung nicht missen m\u00f6chte und am diffus-Mystischen Interesse hat. Und so tauchen mit \u201eRausch\u201c, \u201eEntr\u00fcckung\u201c, \u201eEwigkeit\u201c oder \u201eBegeisterung\u201c, h\u00e4ufig nicht direkt religi\u00f6se, aber religionskompensierende Begrifflichkeiten auf. Sicher sind das Zeichen f\u00fcr das Abwandern des Spirituellen in profane Bereiche, f\u00fcr Entkirchlichung und Multikulturalit\u00e4t, f\u00fcr einen Verlust an exklusiver Verwaltung solcher Themen durch die Kirchen und zeugt von der Zunahme spiritueller Angebote bei abnehmender Kirchenbindung wie es f\u00fcr die Bildende Kunst oft beschrieben worden ist.<\/p>\n<p>Aber kann das nicht auch eine Chance f\u00fcr die Ansprache von Menschen auf der Suche sein, von dem Meistermann 1979 gesprochen hatte und die uns Kirchenleuten unser Papst Franziskus so sehr angelegen sein l\u00e4sst? Vielleicht ergeben sich hier ganz neue Formen der Kooperation mit oft nur scheinbar g\u00e4nzlich profanen Einrichtungen.<\/p>\n<p>Ich halte es jedenfalls nicht nur f\u00fcr ein Detail, dass die Jubil\u00e4umsausstellung der DG in Kooperation mit dem Museum f\u00fcr Konkrete Kunst in Ingolstadt durchgef\u00fchrt wird. Solche Kooperationen stehen in bester Tradition der DG \u2013 ich erinnere nur an die gro\u00dfe Schau beispielhafter k\u00fcnstlerischer Aktionen und Ausstattungen in Kirchenr\u00e4umen zum 100sten Jubil\u00e4um, die mit der \u201eNeuen Sammlung\u201c, dem Staatlichen Museum f\u00fcr angewandte Kunst in M\u00fcnchen realisiert wurde. Vielleicht ist eine Kunst, die das Motiv weit hinter sich l\u00e4sst, besonders gut geeignet, in der Bilderwelt von Selfie und WhatsApp, die sich so radikal von der Zeit vor 200 Jahren ver\u00e4ndert hat, mit Askese und Zur\u00fcckhaltung von einem Heiligen zu sprechen, das sich letztlich der Darstellung entzieht.<\/p>\n<p>Aus den \u201esch\u00f6pferischen Konfessionen\u201c von Paul Klee (1879 \u2013 1940) aus dem Jahre 1920 stammt das oft zitierte Dictum \u201eKunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar\u201c.\u00a0 Und\u00a0 Josef Albers (1888 \u2013 1969) formuliert in einer Vorlesung am Trinity College 1965: \u201eSt. Augustin sagt: \u201aKunst verwandelt das Leblose \u2013 in Leben\u2018 und Thomas von Aquin: \u201aKunst ist Imitation der Natur \u2013 in ihrem Vorgehen\u2018. Bitte beachten Sie er spricht nicht von der Erscheinung der Natur, sondern von ihrem Verhalten. [\u2026] Kunst macht das Unsichtbare \u2013 sichtbar [\u2026] Der Inhalt der Kunst: Visuelle Formulierung unserer Reaktion auf das Leben.\u201c<\/p>\n<p>Und der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889 \u2013 1951) beendet sein Hauptwerk \u201eTractatus logico\u2013philosophicus\u201c am Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren mit einem weit bekannten Satz, dessen Kontext aufschlussreich ist: \u201eWir f\u00fchlen, dass, selbst wenn alle m\u00f6glichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht ber\u00fchrt sind. [\u2026]\u00a0 Es gibt allerdings Unaussprechliches. Dies zeigt sich, es ist das Mystische. Die richtige Methode der Philosophie w\u00e4re eigentlich die: Nichts zu sagen, als was sich sagen l\u00e4sst, also S\u00e4tze der Naturwissenschaft [\u2026].Er muss diese S\u00e4tze \u00fcberwinden, dann sieht er die Welt richtig. Wovon man nicht sprechen kann, dar\u00fcber muss man schweigen.\u201c<\/p>\n<p>Was kann man denn \u00fcber das Schweigen hinaus \u201esagen\u201c oder geht es bei dem Schweigen der Begriffe genau um die Worte, Farben, Formen, Kl\u00e4nge und Bilder, die Zeichen der Ann\u00e4herung sein k\u00f6nnen? \u00a0Ist genau das der Ort, an dem Religion und Kunst zusammenfallen?<\/p>\n<p>Die DG m\u00f6ge auch in den kommenden 125 Jahren wach bleiben f\u00fcr die Grenz- und \u00dcberschneidungsbereiche der Kunst und der Religion und den Betrachtern helfen, in der F\u00fclle der Abbildungen \u2013 t\u00e4glich werden heute 4,5 Milliarden Bilder und eine Milliarde Videos allein \u00fcber WhatsApp versandt \u2013 die wirklich lebenswichtigen Bilder sehen zu lernen.<\/p>\n<p>Wenn es Kunst und Kirche zugleich mit dem Menschen, mit menschlichem Leben, mit Grenz- und Extremsituationen und mit dem Ganzen der Wirklichkeit zu tun haben, dann muss sich die N\u00e4he von Kunst und Kirche anders ausdr\u00fccken, als nur in den kleinen \u00dcberschneidungsbereichen, in denen die Kunst im kirchlichen Vollzug oder im Kirchenraum in gewisser Weise dienstbar wird. In dem Reichtum der Kunst erfahren wir unseren Glauben und unsere Zeit \u2013 ganz im Sinne der Gr\u00fcndungsv\u00e4ter der DG. Geben wir nicht auf beim letztlich uneinl\u00f6sbaren Versuch der Kunst, hinter die Dinge der Welt zu blicken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann man diesen Festvortrag anders beginnen als mit Thomas Manns Erz\u00e4hlung \u201eGladius Dei\u201c aus dem Jahre 190?! 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