{"id":32329,"date":"2023-07-17T14:35:52","date_gmt":"2023-07-17T12:35:52","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=fuer-die-vernunft"},"modified":"2025-07-10T11:37:02","modified_gmt":"2025-07-10T09:37:02","slug":"wider-moralisierung-und-emotionalisierung-in-politik-und-kirche-akademiegespraech-mit-offizieren-der-bundeswehr","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/wider-moralisierung-und-emotionalisierung-in-politik-und-kirche-akademiegespraech-mit-offizieren-der-bundeswehr\/","title":{"rendered":"Wider Moralisierung und Emotionalisierung in Politik und Kirche"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Wider Moralisierung und Emotionalisierung in Politik und Kirche <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Immer schon waren die Sprache der Moral und die Emotionen, die sie zu wecken vermag, ein Mittel der Politik. Gegenw\u00e4rtig greift die Moralisierung und Emotionalisierung in Politik und Gesellschaft jedoch in einem f\u00fcr die moderne Demokratie bedenklichen Ausma\u00df um sich. Der moralische Imperativ hat Hochkonjunktur, auch auf dem B\u00fcchermarkt. \u201eEmp\u00f6rt euch!\u201c, \u201eEntr\u00fcstet euch!\u201c, \u201eEnt\u00e4ngstigt euch!\u201c: Solche Buchtitel finden rei\u00dfenden Absatz. Es lebe der moralische Imperativ! Sich aus hochmoralischen Gr\u00fcnden emp\u00f6ren oder entr\u00fcsten zu d\u00fcrfen, verschafft ein gutes Gef\u00fchl, enth\u00e4lt doch der moralische Imperativ die frohe Botschaft: Wir sind die Guten! Wer dagegen wie Max Weber f\u00fcr die Unterscheidung \u2013 nicht Trennung! \u2013 von Politik und Moral pl\u00e4diert und Politik als n\u00fcchternes Handwerk, als beharrliches Bohren dicker Bretter versteht, hat in der moralisch aufgeladenen Gegenwartsstimmung einen schweren Stand.<\/p>\n<p>Auch in den Kirchen l\u00e4sst sich das Ph\u00e4nomen der Moralisierung beobachten. Verbreitet ist die These, das Christentum sei in der Moderne in sein ethisches Zeitalter eingetreten. Die Umformung dogmatischer Gehalte in eine Ethikotheologie beg\u00fcnstigt die Gleichsetzung von Religion und Moral beziehungsweise die Reduktion des neutestamentlichen Evangeliums auf moralische Handlungsanweisungen, die in erh\u00f6htem Ton vorgetragen werden.<\/p>\n<p>Wie es die Aufgabe der Ethik ist, vor zuviel Moral und ihren Ambivalenzen zu warnen, so ist die Aufgabe der Theologie, die Unterscheidung zwischen Religion und Moral in Gesellschaft, Politik und Kirche bewusst zu machen. In der Sprache der reformatorischen Tradition: die Unterscheidung zwischen Gesetz und Evangelium. Sie ist das Herzst\u00fcck theologischer Vernunft und f\u00f6rdert die politische Vernunft. Ohne theologische und politische Vernunft ineinanderfallen zu lassen, sind doch beide in ein konstruktives Verh\u00e4ltnis zu setzen, um der Tyrannei des moralischen Imperativs in Politik und Kirche Einhalt zu gebieten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Politische Vernunft<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unter politischer Vernunft wollen wir den Gebrauch der Vernunft im Bereich des Politischen verstehen. Der Begriff unterstellt, dass es nicht nur im Bereich der Wissenschaft, sondern auch in der Sph\u00e4re des Politischen Erkenntnis von Wahrheit gibt, wie man auch im Bereich des Moralischen von Wahrheitsf\u00e4higkeit sprechen muss. Beides ist allerdings h\u00f6chst umstritten. Wer jedoch der Politik die M\u00f6glichkeit der Wahrheitserkenntnis abspricht, stellt im Grunde das Modell der modernen Demokratie in Abrede, spielt doch in der Demokratie mehr als in jeder anderen Staatsform \u201eder Austausch von Argumenten, der Rekurs auf gute Gr\u00fcnde\u201c (Julian Nida-R\u00fcmelin) eine tragende Rolle.<\/p>\n<p>Eine Hermeneutik des Verdachts unterstellt, dass hinter vorgetragenen Argumenten grunds\u00e4tzlich andere politische oder \u00f6konomische Interessen stecken, die durch politische Rhetorik verschleiert werden sollen. Die westliche Menschenrechtspolitik wird dann zum Beispiel als Fortsetzung des Imperialismus mit anderen Mitteln verd\u00e4chtigt. \u201eFr\u00fcher lautete die Parole: Sie lesen die Bibel und meinen Kattun! Versch\u00e4rft klingt das heute so: Sie sprechen von Menschenrechten und meinen das \u00d6l. Aber\u201c, so der Philosoph R\u00fcdiger Bubner, \u201edie ideologiekritische Enth\u00fcllung hinter angeblich allgemeinen Prinzipien reicht gar nicht mehr aus. Die Sicherung der verbleibenden \u00d6lreserven der Welt liegt ja im Interesse der ganzen Welt und nicht allein der L\u00e4nder der westlichen Hemisph\u00e4re. Die \u00e4u\u00dferste Interpretation, die den blutigen Terrorismus ausl\u00f6st, w\u00fcrde lauten: Sie predigen die Menschenrechte und vernichten unsere eigenst\u00e4ndige Kultur!\u201c<\/p>\n<p>Nun ist die ideologiekritische Funktion einer Hermeneutik des Verdachts f\u00fcr den Bereich des Politischen, wie f\u00fcr andere Lebensbereiche auch, keineswegs gering zu sch\u00e4tzen. Auch der investigative Journalismus als Teil der vierten Gewalt \u2013 der Medien \u2013 in der modernen Demokratie hat eine unverzichtbare aufkl\u00e4rerische Aufgabe. In der Tat sind Interessen und ihre Verschleierung eine zentrale Kategorie der politischen Sph\u00e4re. Durch Interessenlagen werden nicht nur Irrt\u00fcmer gef\u00f6rdert, bisweilen freilich auch aufgedeckt. Aus bestimmten Interessenlagen heraus wird auch eine gezielte Politik der Desinformation getrieben. Bekanntlich stirbt die Wahrheit im Krieg zuerst. \u201eAber\u201c, so wendet Nida-R\u00fcmelin ein: \u201ees bleiben Argumente. Hinter der Oberfl\u00e4chengrammatik des Arguments verbirgt sich nicht etwas anderes, das Argument ist nicht in Analogie zum Emotivismus in der Ethik blo\u00dfer Ausdruck einer Pr\u00e4ferenz, eines Wunsches, eines Interesses, einer politischen Bindung etc. Es bleibt ein Argument, wie immer es motiviert sein mag.\u201c<\/p>\n<p>Demokratie lebt von der Zuversicht, dass es einen \u00f6ffentlichen Vernunftgebrauch gibt, der den Deformationen der demokratischen Herrschaftsform nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern dass sich Aufkl\u00e4rung und Wahrheit am Ende doch immer wieder Bahn brechen. Das ist, wenn man so will, eine Hoffnung und eine Frage der Zuversicht, nicht eine Angelegenheit von unumst\u00f6\u00dflichen Beweisen. Nida-R\u00fcmelin spricht von \u201eepistemischem Optimismus\u201c. Man kann auch sagen, es ist eine Glaubenssache; daher mag man an dieser Stelle eine Verbindung zur Vernunft des Glaubens sehen, von der noch eigens zu reden sein wird.<\/p>\n<p>Politische Vernunft und Emotionen schlie\u00dfen sich nicht aus. Eine Politik der Gef\u00fchle sollte nicht nur die Emotionen als das Andere der Vernunft sehen, sondern die Emotionalit\u00e4t der Vernunft \u2013 platonisch gesprochen: den Vernunfteros \u2013 in Rechnung stellen und darauf die Hoffnung setzen, dass die Affektion durch Argumente eine ebenso starke Kraft entwickeln kann wie anders gelagerte Gef\u00fchle und Ressentiments, die zweifellos eine politische Macht entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Politische Vernunft ist nun nicht das Andere der politischen Macht, wie \u00fcberhaupt die Vernunft nicht das Andere der Macht im Allgemeinen ist. Sie ist auch nicht als solche zu denunzieren, etwa als s\u00fcndige Gestalt der Entfremdung. Es stimmt zwar, dass sich politische oder sonstige Macht mit Hilfe der Vernunft noch schrecklicher als ohne sie missbrauchen l\u00e4sst, jedoch geh\u00f6rt es zum aufgekl\u00e4rten Vernunftgebrauch, die Vernunft nicht mit der Wirklichkeit gleichzusetzen, zu die zwar ihren Teil beitr\u00e4gt, ohne f\u00fcr sie aber als Ganzes verantwortlich zu sein. Wie der Philosoph Volker Gerhardt zutreffend schreibt, hilft gegen den Missbrauch von Macht und ihre Neigung totalit\u00e4r zu werden letzten Endes nicht die Denunziation jeglicher Macht, sondern \u201enur eine andere Macht. Auch deshalb bed\u00fcrfen wir einer Vernunft, die sich als Macht gegen konkurrierende M\u00e4chte behauptet.\u201c Dazu bietet die Demokratie immer noch die besten Voraussetzungen.<\/p>\n<p>Zum Schutz gegen den Machtmissbrauch und den Missbrauch der Vernunft im Bereich des Politischen ist das Prinzip der Gewaltenteilung entwickelt worden. Neben der klassischen Unterscheidung von Legislative, Exekutive und Jurisdiktion ist die Rolle der au\u00dferparlamentarischen \u00d6ffentlichkeit und der Zivilgesellschaft hervorzuheben, aber auch die Bedeutung der Unterscheidung zwischen Regierung und Opposition. Eine starke Opposition ist ein wirksames Instrument, um die politische Vernunft zu f\u00f6rdern, weil auf diese Weise der Tatsache Rechnung getragen wird, dass die Wahrheit und die Klugheit keineswegs immer auf der Seite der parlamentarischen Mehrheit stehen, auch wenn diese demokratisch durch Wahlen legitimiert ist. Die Oppositionsrolle kann freilich zu einer Position der reinen Obstruktionspolitik und der Destruktion verkommen. Es gibt politische Kr\u00e4fte, die solche Politik nicht etwa deshalb betreiben, weil sie auf diese Weise an die Macht gelangen wollen, sondern die sich im Gegenteil parasit\u00e4r in der bequemen Oppositionsrolle einrichten, in der man sein politisches und finanzielles Auskommen findet, ohne selbst Verantwortung f\u00fcr das Gemeinwesen tragen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Vernunftgebrauch in einem demokratisch verfassten Gemeinwesen zeigt seine St\u00e4rke in der Anerkennung des Pluralismus, im toleranten Umgang mit divergierenden politischen Ansichten und in der Bereitschaft zum Kompromiss. Damit wird freilich einer postmodernen Depotenzierung der Vernunft und des vern\u00fcnftigen Arguments das Wort geredet. Kennzeichen politischer Vernunft ist nicht die Behauptung unumst\u00f6\u00dflicher Wahrheiten, sondern die Bereitschaft zu gemeinsamer Wahrheitssuche, an der alle Subjekte zu beteiligen sind. Die Skepsis gegen\u00fcber den eigenen \u00dcberzeugungen und der Respekt gegen\u00fcber gegenteiligen Argumenten geh\u00f6rt nicht nur zum universalistischen Ideal moderner Wissenschaft, sondern auch zum demokratischen Verst\u00e4ndnis politischer Vernunft. Der Unterschied zwischen Wissenschaft und Politik besteht allerdings darin, dass in den wissenschaftlichen Diskurs nur diejenigen einbezogen werden, die \u00fcber eine entsprechende Ausbildung, Kenntnis wissenschaftlicher Methoden und Fachwissen verf\u00fcgen, wohingegen in den politischen Diskurs prinzipiell alle m\u00fcndigen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger eingeschlossen sind. Wissenschaftliche Expertise in Gestalt von Politikberatung kann wiederum nur soweit politische Relevanz erlangen, als sie sich auf den \u00f6ffentlichen Vernunftgebrauch einl\u00e4sst, ohne sich willf\u00e4hrig politisch instrumentalisieren zu lassen.<\/p>\n<p>Um ein Beispiel zu w\u00e4hlen: Die bioethische Diskussion in einer nationalen Ethikkommission bewegt sich an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlichen Diskursen im universit\u00e4ren Bereich und der politischen Debatte im Parlament. \u00dcber ethische Fragen, so lautet ein h\u00e4ufig anzutreffendes Argument, kann man nicht abstimmen. Doch besteht die Herausforderung der wissenschaftlichen Politikberatung darin, dass eine politische Frage f\u00fcr eine gewisse Zeit aus der politischen Kommunikation und ihrer Semantik in die wissenschaftlich-ethische Diskurskultur mit ihrer normativen Unterscheidung zwischen wahr und falsch transformiert wird, um sp\u00e4ter wieder in den politischen Diskurs zur\u00fcckgef\u00fchrt und letztlich zu einer abstimmungsf\u00e4higen Frage umgewandelt zu werden, n\u00e4mlich der Frage einer biopolitischen Gesetzgebung, \u00fcber die dann im Code von Mehrheit und Minderheit verhandelt und entschieden wird. Das aber geht zumeist nicht ohne politische Kompromisse ab.<\/p>\n<p>Kompromisse einzugehen, entspricht der Klugheitsvorschrift der Goldenen Regel. Diese findet sich in der biblischen \u00dcberlieferung ebenso wie in anderen religi\u00f6sen und kulturellen Traditionen. In ihrer positiven Formulierung lautet sie: \u201eAlles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch\u201c (Matth\u00e4us 7,12). Sie kann auch negativ formuliert werden: \u201eWas du nicht willst, was man dir tu, das f\u00fcg auch keinem andern zu.\u201c<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich die theologische Vernunft ins Spiel bringen, von der anschlie\u00dfend noch eigens zu reden sein wird. Theologisch ist der Kompromiss keineswegs durch eine blo\u00dfe Klugheitsregel legitimiert. Dietrich Bonhoeffer hat den Kompromiss aus theologischen Gr\u00fcnden sogar g\u00e4nzlich verworfen. Aber man wird wohl zwischen Kompromisssucht bzw. Opportunismus und einer Kompromissbereitschaft unterscheiden m\u00fcssen, die nicht als Gebot der Klugheit, sondern als Konsequenz der biblischen Rechtfertigungslehre begr\u00fcndet ist. Theologisch gesprochen resultiert n\u00e4mlich die grunds\u00e4tzliche Bereitschaft zum Kompromiss nicht nur aus der Einsicht in unsere Endlichkeit und die Begrenztheit unseres Erkenntnisverm\u00f6gens, sondern auch und vor allem aus der Erkenntnis unserer S\u00fcndhaftigkeit wie unseres durch Gott dennoch gerechtfertigten Daseins. Die Lehre von der Rechtfertigung des S\u00fcnders besagt also, dass wir einander im ethischen Konflikt gelten lassen d\u00fcrfen, auch wenn ein Konsens nicht zu erzielen ist. Sie impliziert die Absage an jeden ethischen Rigorismus, der letztlich wiederum nur eine Gestalt s\u00fcndiger Selbstbehauptung w\u00e4re. Im Gleichnis des matth\u00e4ischen Christus vom Unkraut unter dem Weizen (Matth\u00e4us 13,24ff) und in seiner Aufforderung, den anderen nicht zu verurteilen (Matth\u00e4us 7,1\u20135; Lukas 6,37\u201342), ihm vielmehr siebenundsiebzigmal zu vergeben (Matth\u00e4us 18,22; vgl. Matth\u00e4us 18,23\u201335), wird der theologische Sinn des Kompromisses anschaulich.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Theologische Vernunft<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn nun im Folgenden von theologischer Vernunft die Rede ist, deren Verh\u00e4ltnis zur politischen Vernunft gekl\u00e4rt werden soll, ist zun\u00e4chst das Verh\u00e4ltnis von Vernunft und Glaube in den Blick zu nehmen. Viele Menschen sehen zwischen beiden einen Konflikt, wonach Glaube ein Ausdruck von Unvernunft und die Berufung auf die Vernunft ein Ausdruck von Unglaube ist. Der Konflikt zwischen Glaube und Unglaube kann auch als Gegensatz von Glauben und Wissen formuliert werden. Atheistische Polemik formuliert griffig: \u201eWer nichts wei\u00df, muss alles glauben.\u201c<\/p>\n<p>Aber es handelt sich bei diesen Gegen\u00fcberstellungen doch nur um Scheinkonflikte, die daher r\u00fchren, dass ein positivistisches Glaubensverst\u00e4ndnis \u2013 Glauben hei\u00dft, \u00fcbernat\u00fcrliche Tatsachen oder unbewiesene Behauptungen f\u00fcr wahr zu halten \u2013 mit einem positivistischen Vernunftbegriff korrespondiert. Tats\u00e4chlich hat der Glaube, verstanden als Gottvertrauen und unbedingte Gewissheit eines letzten, in Gott gr\u00fcndenden Sinns der eigenen Existenz wie der Welt im Ganzen, eine eigene Rationalit\u00e4t. Wohl ist der Gedanke der Menschwerdung Gottes, wie ihn das Christentum vertritt, ein gedankliches Paradox. Paradox ist auch der Glaube an die Heilsbedeutung des Kreuzestodes Jesu von Nazareth. Aber ein Paradox ist nicht mit Unvernunft gleichzusetzen, sondern hat seine eigene Logik. Es stellt g\u00e4ngige Annahmen \u00fcber Gott und die Welt in Frage, ohne darum die Vernunft au\u00dfer Kraft zu setzen.<\/p>\n<p>Nicht der Glaube, sondern die Unvernunft bedroht best\u00e4ndig die Vernunft, wie auch der Unglaube und nicht etwa die Vernunft den Glauben bedroht. Das Beieinander von Glaube und Vernunft ger\u00e4t dadurch in Gefahr, dass die Vernunft in den das Gewissen des Menschen betreffenden Glauben hineinredet und ihn dadurch nicht selten in Verwirrung st\u00fcrzt. Theologisch gesprochen ist es die Macht der S\u00fcnde, die das Verh\u00e4ltnis von Vernunft und Glaube verwirrt, indem die \u201eVernunft als die h\u00f6chste M\u00f6glichkeit der Selbstbet\u00e4tigung des Menschen\u201c sich dem Glauben widersetzt, \u201eder das S\u00fcndersein des Menschen anerkennt und sein schlechthinniges Abh\u00e4ngigsein von der Gnade bejaht\u201c (Gerhard Ebeling).<\/p>\n<p>Dem christlichen Gedanken der Menschwerdung Gottes \u2013 genauer gesagt des g\u00f6ttlichen Logos (vgl. Johannes 1,14) \u2013 korrespondiert in anthropologischer Hinsicht der Gedanke der inkarnierten oder leiblichen Vernunft, der in der Ph\u00e4nomenologie des franz\u00f6sischen Philosophen Maurice Merleau-Ponty eine tragende Rolle spielt. Die Inkarnation Gottes, der Fleisch und Blut annimmt, setzt sich fort in der Kommunikation des Evangeliums vom menschgewordenen Gott.<\/p>\n<p>Leib und Leben des Menschen sind nun auch von Gef\u00fchlen, Emotionen und Leidenschaften bestimmt. Sie sind unserem Dasein derart eingeschrieben, dass der evangelische Theologe Ingolf U. Dalferth sagen kann: \u201eWir haben nicht nur Gef\u00fchle, sondern wir <em>sind<\/em>, wie wir f\u00fchlen.\u201c Auch der Glaube ist nicht ohne Gef\u00fchle denkbar. Freilich l\u00e4sst sich sein Vorhandensein nicht am Auftreten bestimmter Gef\u00fchle oder Emotionen festmachen. \u201eNicht die Leidenschaften sind christlich oder nicht christlich, sondern der Umgang mit ihnen\u201c (Dalferth). Dieser ist aber eine Frage des Vernunftgebrauchs. Die Vernunft des Glaubens ist eine vom Geist der Liebe geleitete Vernunft. Sie ist somit eine spezifische Form der engagierten Vernunft, die Leidenschaft und Empathie mit N\u00fcchternheit und Klarsicht verbindet.<\/p>\n<p>Theologische Vernunft ist vom Glauben in Gebrauch genommene Vernunft, die zum kritischen Umgang auch mit Gef\u00fchlen und Emotionen anleitet. Ihre Logik ist die des Paradoxes von Inkarnation, Kreuz und Auferstehung. Sie besteht in der fundamentalen Unterscheidung von Gott und Mensch wie ihrem gleichzeitigen Zusammensein. Sie bedenkt die radikale Transzendenz Gottes am Ort seiner Immanenz. Das geschieht in Form einer Reihe von Fundamentalunterscheidungen, welche der Glaube als gedanklichen Nachvollzug von Unterscheidungen versteht, die Gott selbst vollzieht. Neben der Unterscheidung von Gott und Mensch ist dies zun\u00e4chst diejenige zwischen Glaube und Unglaube. Martin Luther und die Reformation haben sodann die Unterscheidung zwischen der t\u00e4tigen und der empfangenden Seite des Glaubens herausgearbeitet \u2013 in der Sprache des 16. Jahrhunderts die Unterscheidung zwischen Glaube und Werken. Der glaubende und durch seinen Glauben gerechtfertigte S\u00fcnder ist aber nach Luther Gerechtfertigter und S\u00fcnder zugleich. Die Kunst der Unterscheidung ist ferner auf das Wort Gottes anzuwenden, n\u00e4mlich als Unterscheidung zwischen forderndem und richtendem Gesetz und freisprechendem Evangelium. Wer beides gut zu unterscheiden wei\u00df, der ist nach Luther ein rechter Theologe.<\/p>\n<p>Eine weitere Fundamentalunterscheidung Luthers ist diejenige zwischen den beiden Regierweisen (\u201eRegimenten\u201c) Gottes, n\u00e4mlich zwischen dem Bereich, in dem Gott allein durch das Wort regiert (\u201eReich Gottes zur Rechten\u201c) \u2013 gemeint ist die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden \u2013, und dem weltlichen Bereich, in dem Gott die staatliche Herrschaft und Gewaltaus\u00fcbung angeordnet hat (\u201eReich Gottes zur Linken\u201c). Man nennt dies die Zweireichelehre oder genauer Zwei-Regimenten-Lehre. Ihre Rekonstruktion unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen und ihre Gegenwartsbedeutung werden noch gesondert zur Sprache kommen. An dieser Stelle sei zun\u00e4chst festgehalten, dass die Lehre von den beiden Regierweisen nicht nur f\u00fcr die Ethik des Politischen, sondern f\u00fcr die theologische Vernunft im Ganzen relevant ist. Sie ist als Anleitung zum rechten Gebrauch der Vernunft zu lesen, aber auch zu ihrem Gebrauch f\u00fcr die gedankliche Rechenschaft und Entfaltung des christlichen Glaubens.<\/p>\n<p>Die Zwei-Regimenten-Lehre leitet au\u00dferdem zur Unterscheidung unterschiedlicher Begriffe des Guten an. Auch au\u00dferhalb der Theologie sprechen wir vom Guten auf unterschiedliche Weise. Ganz allgemein ist unter dem Guten das Vorzugsw\u00fcrdige zu verstehen, wobei die Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr das, was gegen\u00fcber anderem als vorzugsw\u00fcrdig erscheint, variieren. Wir unterscheiden das technisch Gute und Zweckm\u00e4\u00dfige vom Guten im Sinne des Angenehmen. Schlie\u00dflich gibt es das sittlich Gute. Theologisch ist aber nochmals zwischen dem innerweltlich Guten und dem vollendet Guten im Reich Gottes zu unterscheiden, oder \u2013 um mit Dietrich Bonhoeffer zu sprechen \u2013 zwischen dem Guten im Bereich des Vorletzten und dem Guten im Bereich des Letzten. Das letztg\u00fcltig Gute unterscheidet sich vom vorl\u00e4ufig Guten darin, dass das ultimative Gute vom Menschen niemals hervorzubringen, sondern allein Gottes M\u00f6glichkeit ist.<\/p>\n<p>Diesseits des S\u00fcndenfalls, d.h. diesseits von Gut und B\u00f6se, ist nicht so sehr mit der Evidenz als vielmehr mit der Verborgenheit des Guten zu rechnen, welche die ethische Entscheidung im Einzelfall schwermacht. Das B\u00f6se kann sich unter der Maske des vermeintlich Guten verbergen, und das gut Gemeinte entpuppt sich nicht selten als das Gegenteil des Guten. Darum kritisiert Bonhoeffer die \u201eAbstraktion des isolierten einzelnen Menschen, der sich nach einem ihm zu Verf\u00fcgung stehenden absoluten Ma\u00dfstab unaufh\u00f6rlich und ausschlie\u00dflich zwischen einem klar erkannten Guten und einem klar erkannten B\u00f6sen zu entscheiden hat\u201c. Jede konkrete ethische Entscheidung ist f\u00fcr Bonhoeffer ein Glaubenswagnis. Sie \u201ef\u00e4llt nicht mehr zwischen dem klar erkannten Guten und dem klar erkannten B\u00f6sen, sondern sie wird im Glauben gewagt angesichts der Verh\u00fcllung des Guten und des B\u00f6sen in der konkreten geschichtlichen Situation\u201c.<\/p>\n<p>Die konkrete geschichtliche Situation war f\u00fcr Bonhoeffer durch den Kirchenkampf im NS-Staat und seine eigene Beteiligung am Widerstand gegen Hitler gepr\u00e4gt. Bonhoeffer charakterisiert die nationalsozialistische Ideologie und Gewaltherrschaft als die \u201egro\u00dfe Maskerade des B\u00f6sen\u201c, die \u201ealle ethischen Begriffe durcheinandergewirbelt\u201c hat. \u201eDa\u00df das B\u00f6se in der Gestalt des Lichts, der Wohltat, des geschichtlich Notwendigen, des sozial Gerechten erscheint, ist f\u00fcr den aus unserer tradierten ethischen Begriffswelt Kommenden schlechthin verwirrend; f\u00fcr den Christen, der aus der Bibel lebt, ist es gerade die Best\u00e4tigung der abgr\u00fcndigen Bosheit des B\u00f6sen.\u201c<\/p>\n<p>Verantwortungsethisch begr\u00fcndetes Handeln versucht der konkreten geschichtlichen Situation gerecht zu werden. Es liegt, wie Bonhoeffer schreibt, nicht von vornherein und ein f\u00fcr allemal fest, sondern es wird in der gegebenen Situation geboren.\u201c Das aber bedeutet: \u201eEs mu\u00df beobachtet, abgewogen, gewertet werden, alles in der gef\u00e4hrlichen Freiheit des eigenen Selbst. Es mu\u00df durchaus in den Bereich der Relativit\u00e4ten eingetreten werden, in das Zwielicht, das die geschichtliche Situation \u00fcber Gut und B\u00f6se breitet. Das Bessere dem weniger Guten vorzuziehen, weil das \u201aabsolut Gute\u2018 gerade das B\u00f6se um so mehr hervorrufen kann, ist die oft notwendige Selbstbescheidung des verantwortlich Handelnden.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend eine allgemeine Ethik fragt, worin das Tun des Guten besteht, gibt die theologische Ethik eine spezifische Antwort auf die Frage, warum wir faktisch oftmals nicht tun, was wir als richtig und gut erkennen. Ihre Antwort lautet hierauf einerseits, dass der Mensch S\u00fcnder ist, der sich seiner Bestimmung als verantwortlichem Handlungssubjekt in einer letztlich widersinnigen Weise verweigert, andererseits, dass ihm seine S\u00fcnde unverdienterweise vergeben wird. Gerade durch dieses Widerfahrnis, das die paulinische bzw. reformatorische Rechtfertigungslehre beschreibt, wird der konkrete Mensch als verantwortungsf\u00e4higes Subjekt neu konstituiert.<\/p>\n<p>Die Unterscheidung zwischen dem Guten im Bereich des Vorletzten und demjenigen im Bereich des Letzten hat ihren Grund in der Gotteslehre. Wenn es in der Bibel hei\u00dft, Gott allein sei wahrhaft gut (vgl. Lukas 18,19), so wird zugleich gesagt, dass er nicht nach den Ma\u00dfst\u00e4ben des moralisch Guten zu messen ist, das doch in sich stets ambivalent bleibt. Wie die Unterscheidung von Gesetz und Evangelium hat somit auch die Zwei-Regimenten- oder Zweireichelehre, recht verstanden, eine Pointe in der Entmoralisierung der Religion.<\/p>\n<p>Dieser Gedanke mag zun\u00e4chst \u00fcberraschen, scheint es doch vordergr\u00fcndig so zu sein, als sei einzig die Religion die Garantin f\u00fcr die der Gesellschaft transzendenten Normen und Werte der Moral. Traditionelle Hochkulturen sind in der Tat moralisch integrierte Gesellschaften, in denen Religion und Moral miteinander verquickt sind. Unter Berufung auf religionswissenschaftliche Forschungen geht der Soziologe Niklas Luhmann jedoch davon aus, dass die \u201eFusionierung von Religion und Moral [\u2026] ein relativ sp\u00e4tes Resultat der gesellschaftlichen Evolution\u201c gewesen ist. Sie ist im weiteren Verlauf der Religionsgeschichte, jedenfalls im Bereich des Christentums, nicht nur f\u00fcr die Moral, sondern auch f\u00fcr die Religion selbst zum Problem geworden. F\u00fcr die Ethik ergab sich mit dem Entstehen der modernen Gesellschaft das Problem, das Prinzip der Autonomie gegen\u00fcber einer heteronomen, n\u00e4mlich religi\u00f6s bestimmten Moral durchzusetzen. F\u00fcr die Religion aber hatte dies zur Folge, seit der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung selbst dem moralischen Urteil unterworfen zu werden. Es wird daher schlie\u00dflich in der Sicht Luhmanns f\u00fcr die Religion zur \u00dcberlebensfrage, dass sie von der Moral abgekoppelt wird, wie er an der neuzeitlichen Entwicklung der Soteriologie sowie des Theodizeeproblems aufzeigt.<\/p>\n<p>Es entspricht durchaus den Impulsen reformatorischer Theologie und ihrer an Paulus anschlie\u00dfenden Rechtfertigungslehre, den Sinn von Religion bzw. die Lebensdienlichkeit, Struktur und Inhalt des christlichen Glaubens gerade nicht \u00fcber die Moral als solche, sondern \u00fcber die Unterscheidung zwischen Moral und Religion, dogmatisch gesprochen zwischen Gott und Mensch, Handeln Gottes und Handeln des Menschen, oder nochmals anders formuliert: zwischen Evangelium und Gesetz einsichtig zu machen. Die ethische Konsequenz dieser Unterscheidung wie auch der Lehre von der Rechtfertigung des s\u00fcndigen Menschen allein aus Gnade und vor allem allein durch den Glauben besteht einerseits in der Entmoralisierung der christlichen Religion, andererseits in der Begrenzung der Moral in der funktional ausdifferenzierten Gesellschaft.<\/p>\n<p>In diesem Verst\u00e4ndnis des Evangeliums ist auch ein Korrektiv gegen\u00fcber dem heute verbreiteten Ruf nach einer Erneuerung der Ethik oder gar einer neuen Ethik zu sehen, in welchem sich der Protest gegen die moderne technische und \u00f6konomische Rationalit\u00e4t bzw. ein allgemeines Unbehagen an der Kultur zu Wort meldet. Wenn heute Theologie und Kirche von unterschiedlichen Seiten aufgefordert werden, zu den dr\u00e4ngenden ethischen Konflikten Stellung zu nehmen, scheint sich damit die M\u00f6glichkeit zu er\u00f6ffnen, auf ethischem Gebiet jene Relevanz wiederzugewinnen, welche Theologie und Kirche im Gefolge immer neuer Modernisierungssch\u00fcbe verloren haben. Tats\u00e4chlich aber sind beide der Gefahr ausgesetzt, ideologisch funktionalisiert und missbraucht zu werden. Die negative Folge ist nicht nur eine Theologisierung des Sittlichen, sondern auch eine Moralisierung des Theologischen.<\/p>\n<p>Zweifellos haben Kirche und Theologie die Aufgabe, zur L\u00f6sung der dr\u00e4ngenden Fragen unserer Zeit beizutragen. Aber sie werden nur dann einen substantiellen Beitrag leisten k\u00f6nnen, wenn sie den heute zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit gewordenen Ruf nach einem Mehr an Ethik der theologischen Kritik unterziehen. Ethik und Theologie sind heute vor allem gefragt, wenn festgestellt werden soll, was verboten ist. Die Kirchen sind z.B. schnell bei der Hand, wenn es darum geht, bioethische Grenzziehungen mittels des Strafrechts zu fordern. Theologisch gesprochen verbirgt sich im Ruf nach einer neuen Ethik die Forderung nach dem Gesetz. Problematisch ist an ihr, dass nach einer Predigt des Gesetzes verlangt wird, die nicht vom Evangelium zu reden wei\u00df.<\/p>\n<p>Eine theologische Ethik, die sich gegen\u00fcber der Forderung nach vermehrter ethischer Reflexion nicht kritisch verh\u00e4lt, bleibt unserer Gesellschaft den wichtigsten Beitrag schuldig, den sie ihr vielleicht leisten kann, n\u00e4mlich in den ethischen Konflikten von heute das zur Sprache zu bringen, was formelhaft als Evangelium bezeichnet wird. Wenn dies nicht gelingt, verkommt die theologische Ethik zum dezisionistischen Appell, der das Stimmengewirr der blo\u00dfen Meinungen und Interessen lediglich um einige weitere, in leicht erh\u00f6htem Ton vorgetragene Behauptungen vermehrt.<\/p>\n<p>Theologisch l\u00e4sst sich die gesellschaftliche Verantwortung von Theologie und Kirche mit den Worten aus Jeremia 29,7 beschreiben: \u201eSuchet der Stadt Bestes.\u201c Auch die Theologie befindet sich auf der Suche, weil sie keineswegs im Besitz fertiger Antworten auf die ethischen Fragen unserer Gegenwart ist. Wohl lebt der Glaube aus einer letzten Gewissheit des Heils. Doch darf diese Heilsgewissheit des Glaubens nicht mit der Sicherheit und Eindeutigkeit ethischen Urteilens und moralischer Handlungsanweisungen verwechselt werden. Der Moralisierung des Evangeliums gilt es zu wehren. 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