{"id":32340,"date":"2023-07-17T14:36:01","date_gmt":"2023-07-17T12:36:01","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=das-evangelium-ist-kein-buch"},"modified":"2025-07-11T10:05:46","modified_gmt":"2025-07-11T08:05:46","slug":"der-ansatz-von-marcel-jousse-sj-aus-anthropologischer-und-philosophischer-sicht","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/der-ansatz-von-marcel-jousse-sj-aus-anthropologischer-und-philosophischer-sicht\/","title":{"rendered":"Der Ansatz von Marcel Jousse SJ aus anthropologischer und philosophischer Sicht"},"content":{"rendered":"<p>Die Bibel wird als ein Buch bzw. als das Buch wahrgenommen. Es ist das gro\u00dfe dicke Buch, aus dem man alte, ehrw\u00fcrdige Geschichten vorliest. Wer Buch sagt, sagt auch Schrift. Unterschlagen wird oft, dass der fixierte, in dieser R\u00fccksicht tote Text, urspr\u00fcnglich lebendiges gesprochenes Wort war bzw. selbst aus der m\u00fcndlich gepr\u00e4gten Kultur und tradierten Erz\u00e4hlungen hervorgegangen ist. Nicht nur ein Kind k\u00f6nnte heute mit Recht fragen: \u201eWie hat denn Mose gesprochen?\u201c \u201eWie haben Jesaja und Jeremia gesprochen?\u201c \u201eWie hat Jesus gesprochen?\u201c \u201eGesprochen\u201c meint hier lebendiges Wort, das erklingt und geh\u00f6rt wird, bevor es niedergeschrieben wird. Die Wiederentdeckung der M\u00fcndlichkeit (Oralit\u00e4t) ist damit notwendige Aufkl\u00e4rung \u00fcber eine einseitige und in die Sackgasse geratene Schrift- und Textfixierung.<\/p>\n<p>Martin Hengel, der bekannte T\u00fcbinger Neutestamentler, notierte 2008, ein Jahr vor seinem Tod: \u201eJe l\u00e4nger ich an diesen Themen \u2013 (Entstehungsgeschichte der Evangelien) arbeite \u2013 desto gr\u00f6\u00dfer werden meine Zweifel an der klassischen \u201aZwei-Quellen-Hypothese\u2018 (\u2026). Ein rein literarisches Abh\u00e4ngigkeitsmodell kann die synoptische Frage nicht beantworten. Tats\u00e4chlich stehen die Evangelisten noch in einem m\u00fcndlichen Traditionsstrom\u201c. Diese Frage nach der Bibel vor der Bibel, d. h. nach der M\u00fcndlichkeit vor und neben der schriftlichen Fixierung, nach dem gesprochenen Wort vor und neben dem geschriebenen Wort, hat Marcel Jousse (1886-1961) \u2013 theoretisch wie praktisch \u2013 sein Leben lang besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Der Ansatz von Jousse ist m. E. in zweifacher Hinsicht innovativ und f\u00fcr unsere Zeit relevant:<\/p>\n<p>Erstens insofern Marcel Jousse innerhalb der wissenschaftlichen Fachwelt, etwa in der biblischen Exegese oder in der modernen Sprachtheorie und Medienwissenschaft, althergebrachte Denkmuster aufbricht und hinterfragen l\u00e4sst, so dass mit ihm neue Wege der Forschung initiiert werden.<\/p>\n<p>Zweitens so wie Luther \u201edem Volk aufs Maul schaute\u201c, so schaute Jousse auf verschiedene Kulturen, in denen Schrift eine untergeordnete bzw. gar keine Rolle spielte. Daher ist auch das Denken von Jousse stets erfahrungsgebunden und zielt auf eine praktische Anwendung.<\/p>\n<p>Marcel Jousse ist bis heute einer gr\u00f6\u00dferen \u00d6ffentlichkeit in Deutschland nicht bekannt. Auch sein Werk wartet auf einen \u00dcbersetzer f\u00fcr den deutschsprachigen Raum. Romano Guardinis Frage: Was bedeutet das K\u00f6rperliche f\u00fcr uns \u2013 als Mittel geistiger Aufnahme und geistiger Aussprache, als Eindrucks- und Ausdrucksmittels? \u2013 ist heute auch unsere Frage.<\/p>\n<p>Die Interessen und Themen des Denkens von Marcel Jousse sind vielf\u00e4ltig. Im Zentrum steht die Bem\u00fchung um eine Wissenschaft, eine Sprachanthropologie, die vom lebendigen Menschen und nicht von toten \u00dcberbleibseln (Schrifterzeugnissen) ausgeht. In der Fachwelt finden wir seit Anfang der zwanziger Jahre in Deutschland stetige Hinweise auf das Werk von Marcel Jousse, insbesondere in der Exegese, den Literatur- und Theaterwissenschaften und in der philosophischen Anthropologie. Der Sprachwissenschaftler Harald Haferland etwa w\u00fcrdigte Jousse&#8217;s Arbeiten zum Oralstil. Er schreibt: \u201eAnders als in Deutschland ist die Funktion des Rhythmus, Sprache mnemonisch zu kodieren, in Frankreich beachtet worden und Marcel Jousse hat bereits vor Jahrzehnten eine Vielzahl von Arbeiten und Belegen zusammengetragen, die sie herausstellen.\u201c Nach biografischen Notizen zu Jousse erfolgt in meinem Vortrag die Vorstellung des Hauptwerkes von Jousse, des \u201eStyle oral\u201c von 1925. Anschlie\u00dfend geht der Blick auf die von Jousse mit Erfolg wiederbelebte Praxis des Bibelrezitatives.<\/p>\n<p>\u00dcber sein Leben pflegte Marcel Jousse zu sagen: \u201eDie Geschichte meines Lebens ist die Geschichte meines Werkes und die Geschichte meines Werkes ist die Geschichte meines Lebens\u201c, so lohnt es sich, erst einmal auf die Herkunft von Marcel Jousse zu schauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Marcel Jousse: Pers\u00f6nlichkeit und Werk<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Marcel Jousse wurde am 28. Juli 1886 in La petite Lardi\u00e8re in der N\u00e4he von Beaumont-sur-Sarthe geboren. Die kleine Stadt liegt ca. 25 Kilometer von Le Mans und Alen\u00e7on entfernt, nicht weit von Lisieux in der Normandie. In dieser Region wurde zu Beginn des vorigen Jahrhunderts Flachs \u2013 der zu Leinen verarbeitet wird \u2013 angebaut. Die Mutter von Marcel Jousse war alleinerziehend und half bei der Flachsernte. Es ist eine harte Arbeit, die die H\u00e4nde stark beansprucht und wund macht. Honorine Carel, so ihr M\u00e4dchenname, trennte sich von ihrem Mann, der \u00fcberaus geizig war. Ihr erster Sohn starb im Alter von nur 12 Jahren, weil er vom Vater zu harter Feldarbeit gezwungen wurde. Die Mutter bewahrte ihren j\u00fcngeren Sohn vor einem \u00e4hnlichen Schicksal, indem sie mit ihm in einer Nacht- und Nebelaktion den Familienhof verlie\u00df und in der kleinen Stadt Beaumont-sur-Sarthe eine Zufluchtsst\u00e4tte fand. Mit N\u00e4h- und sonstigen Gelegenheitsarbeiten kam sie f\u00fcr die Erziehung ihres zweiten Sohns allein auf. Der Pfarrvikar vom Beaumont erkannte die Begabung des jungen Marcel und gab ihm Privatunterricht. Im Pfarrhaus lernte er neben Latein auch Hebr\u00e4isch, Aram\u00e4isch und Griechisch. Die Fragen, die dem Jungen damals keine Ruhe lie\u00dfen, waren: \u201eWie hat denn Jesus zu seinen J\u00fcngern gesprochen? In welcher Sprache? Auf welche Art und Weise?\u201c Diesen Fragen sollte er in seinem sp\u00e4teren Studium auf den Grund gehen.<\/p>\n<p>Das einfache Bauernmilieu, in dem Jousse aufgewachsen ist, war im Wesentlichen durch eine m\u00fcndliche Kultur gepr\u00e4gt. Zuhause sprach man Dialekt (Sarthois). In seinen Erinnerungen bekannte der sp\u00e4tere Priester und Jesuit: \u201eAlles, was ich wei\u00df, verdanke ich meiner Mutter\u201c. Warum? Weil diese Frau, die kaum lesen und schreiben konnte \u2013 sie war nur drei Winter in die Schule gegangen \u2013, etwas konnte, was keiner von uns heute mehr kann: Sie kannte die Sonntags- und Festevangelien in ihrem Dialekt auswendig. Sie sang sie nach einer einfachen rhythmischen Melodie, in einer Art Singsang, und wiegte dabei das Kind in ihren Armen. So hatte sie es selbst von ihrer Gro\u00dfmutter gelernt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die ersten Schuljahre<\/strong><\/h4>\n<p>Mit Beginn der Schule wurde Marcel Jousse der starke Kontrast zwischen der Lebendigkeit des Lebens und Lernens bei der Mutter und der Mangel an Bewegung im engen Klassenraum bewusst. Lesen- und Schreibenlernen gehen mit der Unbeweglichkeit des Sitzens einher, w\u00e4hrend in einer m\u00fcndlichen Tradition Rhythmus, Bewegung und Leben auch beim Lernen dazu geh\u00f6ren. So schrieb Jousse sp\u00e4ter: \u201eKaum vermag das Kind seine ersten S\u00e4tze verst\u00e4ndlich zu artikulieren, da verdammt man es schon zur Zwangsarbeit des Lesens (\u2026). Seine Finger, dazu bestimmt, alles zu betasten, alles ab- und wieder aufzubauen, umklammern krampfhaft den Federhalter, um W\u00f6rter zu kritzeln, deren Orthographie h\u00e4ufig nicht einmal der klangvollen Artikulation entspricht, die sich auf seinen lebendigen Lippen vollzieht. Sein ganzer K\u00f6rper, dieser spielerische und spontane Imitator aller Gesten und Handlungen seiner Umwelt, wird auf der Schulbank ohne Verzug zu der hieratischen Haltung eines kleinen \u00e4gyptischen Pharaos verurteilt, der vor seinem Haus der Ewigkeit sitzt, die H\u00e4nde auf den Knien.\u201c<\/p>\n<p>Diese Zeilen lassen die Bitterkeit in den Erinnerungen an erste Schulerfahrungen sp\u00fcren und f\u00fchren die evidente Einseitigkeit einer rein an der Schrift orientierten Wissensvermittlung vor Augen. War Jousse deshalb ein schlechter Sch\u00fcler? Keineswegs! Auffallend waren seine au\u00dferordentliche F\u00e4higkeit, lateinische und griechische Verse zu schreiben, und sein ausgezeichnetes Ged\u00e4chtnis. Seine Schulkameraden nannten ihn achtungsvoll \u201eVirgil\u201c. Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium trat Marcel Jousse ins \u00f6rtliche bisch\u00f6fliche Priesterseminar ein. Das Theologiestudium wurde durch den Milit\u00e4rdienst (1907-1908) unterbrochen. Marcel Jousse diente in der Artillerie und lernte reiten. Nach dem Milit\u00e4rdienst setzte er sein Studium fort und wurde 1912 zum Priester f\u00fcr das Bistum S\u00e9es geweiht. Mit 27 Jahren bat Marcel Jousse um Aufnahme bei den Jesuiten. Jousse folgte auf dem Juvenat auf der britischen Kanalinsel Jersey seinem ber\u00fchmten Ordensbruder, dem Pal\u00e4ontologen Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955). Denn damals durfte der Jesuitenorden in Frankreich keine Ausbildungsst\u00e4tten f\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Im gro\u00dfen Krieg<\/strong><\/h4>\n<p>Das Feld, auf dem Jousse wie hunderttausende anderer M\u00e4nner tiefgreifende Erfahrungen machen sollte, war der Erste Weltkrieg mit seinen furchtbaren Materialschlachten, in dem das alte Europa endg\u00fcltig unterging. Er erlebt und \u00fcberlebt die H\u00f6lle von Verdun. Verwundet und halb taub wurde er f\u00fcr seine Tapferkeit mit milit\u00e4rischen Ehren ausgezeichnet. Bei all dem Furchtbaren geschah etwas Gutes. Jousse wurde im letzten Kriegsjahr als Milit\u00e4rausbilder in die USA versetzt. In Kalifornien kam er in Kontakt mit einheimischen Indianerst\u00e4mmen. Hier bot sich die einzigartige Gelegenheit, deren ganzheitliche und rhythmisch gepr\u00e4gte Geb\u00e4rdensprache zu studieren. Jahre sp\u00e4ter kam der Indianerh\u00e4uptling Oskomon auf Einladung von Jousse nach Paris. Von den Indianern lernte Jousse, dass Gesten viel genauer sein k\u00f6nnen als Worte. So kann man z. B. die besondere Art des Fliegens eines Vogels konkreter durch eine Geb\u00e4rde als durch ein Wort, das allgemein bleibt, wiedergeben. 1919 kehrte Jousse nach Europa zur\u00fcck und absolvierte das Scholastikat. Ein Jahr sp\u00e4ter legte er seine ewigen Gel\u00fcbde ab. Die Zugeh\u00f6rigkeit zur Kirche und zum Jesuitenorden blieb f\u00fcr alle sichtbar. Auch an der laizistischen Sorbonne trug Jousse die Soutane der katholischen Priester.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Student und Hochschullehrer in Paris<\/strong><\/h4>\n<p>Ab 1922 wurde Jousse von seinen Oberen weitgehend f\u00fcrs Studium freigestellt, so dass er in Paris Psychologie, Linguistik, Phonetik, Ethnologie und Anthropologie studieren konnte. Zu seinen Professoren z\u00e4hlten hervorragende Gelehrte: Pierre Janet (1859-1947), Gr\u00fcnder der franz\u00f6sischen Gesellschaft f\u00fcr Psychologie, Abb\u00e9 Jean-Pierre Rousselot (1846-1924), Gr\u00fcndervater der Phonetik, und der Soziologe Marcel Mauss (1872-1950), Verfasser des ber\u00fchmten Essays \u00fcber die Gabe (1923-24), aber auch \u00fcber die K\u00f6pertechniken. Jousse stand in Austausch mit vielen Pers\u00f6nlichkeiten, insbesondere mit Medizinern und Psychologen der damaligen Zeit. Der Dekan der Sorbonne, Henri Delacroix (1873-1937), und der Dekan der evangelischen theologischen Fakult\u00e4t in Paris, Maurice Goguel (1880-1955), erm\u00f6glichten ihm eine regelm\u00e4\u00dfige Lehrt\u00e4tigkeit, jeweils an der Sorbonne und an der \u00c9cole pratique des Hautes \u00c9tudes.<\/p>\n<p>Es ist die Zeit, in der Soziologie und Psychologie sich endg\u00fcltig von der Philosophie emanzipieren und zu selbstst\u00e4ndigen, empirischen, nicht mehr an der Metaphysik orientierten Wissenschaften werden. In der zeitgen\u00f6ssischen Philosophie erfolgen entscheidende Umbr\u00fcche. So gibt es nicht nur eine Neubesinnung auf Kant, die ph\u00e4nomenologische Bewegung mit Husserl (Logische Untersuchungen 1900\/1901) und die unaufhaltsamen positivistischen Philosophien, sei es in materialistischer oder logischer Gestalt, ringen miteinander. In Mode ist auch die Lebensphilosophie im Zuge einer unmittelbaren Rezeption Nietzsches und der Willensmetaphysik Schopenhauers. Sie bestimmt weitgehend die philosophische und literarische Geisteswelt. Das Verh\u00e4ltnis von Jousse zur Philosophie ist von Spannungen gepr\u00e4gt. Am Coll\u00e8ge de France war er mit Edouard Le Roy (Sch\u00fcler und sp\u00e4terer Nachfolger von Henri Bergson) befreundet. Bergson bleibt der am meisten zitierte Philosoph im Werk von Jousse. In seinen Vorlesungen verweist Jousse sehr oft auf Bergson, ohne mit ihm in allem \u00fcbereinzustimmen. Die Kontroverse, die in Frankreich entstand, als die ersten drei Werke Bergsons vom Heiligen Offizium 1914 auf den Index gesetzt wurden, spielt f\u00fcr Jousse gleichwohl keine Rolle.<\/p>\n<p>In Folge der anhaltenden Modernismuskrise, die zur Verurteilung des Theologen Alfred Loisy (1857-1940) f\u00fchrte, betonte Jousse stets, dass er als \u201eAnthropologist\u201c und nicht als \u201eTheologist\u201c sprechen wollte. (Das Suffix \u201e-ist\u201c ist ironisch gemeint und erm\u00f6glichte es Jousse, sich von der traditionellen Anthropologie zu distanzieren).<\/p>\n<p>Die Vortr\u00e4ge, die Jousse 1927 am P\u00e4pstlichen Institut f\u00fcr Bibelwissenschaft in Rom gehalten hat, spielen eine entscheidende Rolle in seinem Leben. Er begegnete damals nicht nur Papst Pius XI. bei einer Privataudienz, sondern auch einer Reihe deutscher Exegeten, mit denen er Fachfragen diskutieren konnte. Augustin Bea, der sp\u00e4ter zum Kardinal erhoben wurde, war einer von ihnen. Weitere Personen sind Leopold Fonck und Paul G\u00e4chter, beides Jesuiten. Italienische Zeitungen berichteten von seinem neuen Ansatz. Unter den franz\u00f6sischen Exegeten muss man vor allem die Rolle des Jesuiten L\u00e9once de Grandmaison (1868-1927) f\u00fcr Jousse unterstreichen. Er schrieb eine ausf\u00fchrliche Rezension zum style oral. In seiner posthum erschienenen Monographie <em>Jesus-Christ<\/em> (1928) hat er die Neuheit der Recherchen von Jousse unterstrichen und f\u00fcr die eigene exegetische Arbeit fruchtbar gemacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Marcel Jousse\u2018s erstes Werk<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Der style oral<\/strong><\/h4>\n<p>1925 erschien das erste Hauptwerk:\u00a0<em>Style oral rythmique et mn\u00e9motechnique chez les Verbo-moteurs<\/em> beim Verlag Beauchesne in Paris. Dieses Buch machte Jousse in der Fachwelt schlagartig bekannt. Dieses erste Buch, das die Doktorarbeit von Jousse h\u00e4tte werden sollen, besteht aus einer Aneinanderreihung von Zitaten. Jousse sagt, dass er 5000 B\u00fccher gelesen hat. Daraus hat er 500 ausgew\u00e4hlt, und schlie\u00dflich aus mehr als 200 B\u00fcchern passende S\u00e4tze nach einem logischen Plan, der seiner Sicht nach den engen Zusammenhang zwischen Anthropologie und Linguistik dokumentiert, geordnet. Er f\u00fcgte dazu eine einheitliche Terminologie ein, so dass es beim blo\u00dfen Zuh\u00f6ren nicht m\u00f6glich war, die verschiedenen Quellen voneinander zu unterscheiden. Im geschriebenen Text sind sie sorgf\u00e4ltig dokumentiert. Dieses Vorgehen war offenbar eine strategische Entscheidung. Jousse hoffte, dass diese originelle Arbeit von der Fachwelt so besser angenommen werde.<\/p>\n<p>Worum geht es in diesem Werk? Um den Prozess der Weitergabe und Bewahrung in einer Kultur der M\u00fcndlichkeit als Gegensatz zur Literalit\u00e4t als die F\u00e4higkeit, zu lesen und schreiben. Den Begriff des \u201estyle oral\u201c hat Jousse gepr\u00e4gt. Es handelt sich hier um einen Theorie-Begriff. Er meint etwas anderes als m\u00fcndliche Rede oder Unterhaltung. Der \u201estyle oral\u201c ist ein geformter Sprachstil, der bestimmte Merkmale (Rhythmus, Bilateralismus, Formulismus, Globalismus) aufweist, die sich in allen m\u00fcndlichen Kulturen wiederfinden. Es handelt sich sowohl um eine anthropologische als auch um eine soziale Notwendigkeit. Denn \u201eeine pr\u00e4literale Gesellschaft kann nur bestehen, wenn ihre Genealogien, Gesetze, Gebete und Zauberspr\u00fcche in zuverl\u00e4ssiger Form von einer Generation zur n\u00e4chsten weitergegeben werden\u201c, so Heinz Schlaffer. Das Erstlingswerk von Jousse bietet etwas wie eine Gesamt\u00fcbersicht \u00fcber die \u201epsycho-physiologische Methode\u201c von Jousse, der nun zum \u201eVater\u201c einer neuen Wissenschaft wird, der Anthropo-linguistik, die auf der strengen Beobachtung von Fakten beruht und, so der Autor, jede metaphysische und kritische Schlussfolgerung ausschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass der \u201estyle oral\u201c von einer Reihe zeitgen\u00f6ssischer deutscher Exegeten, zun\u00e4chst von Katholiken (L. Fonck, P. G\u00e4chter, A. Bea), sp\u00e4ter aber auch von evangelischen Theologen (R. Riesner, G. Bader) mit Anerkennung aufgenommen wurde. In einem Fach, in der die Paradigmenwechsel nicht selten sind, ist diese Konstante beachtenswert. Was kann uns die Forschung von Marcel Jousse zur m\u00fcndlichen Kultur an neuen Erkenntnissen bringen? Zun\u00e4chst eine Beobachtung: Da wir in einer ausgesprochenen Schriftkultur leben \u2013 oder vielleicht bereits einer postschriftlichen Kultur, wenn man die Rolle von Icons, Piktogrammen und Smileys bedenkt \u2013, ist es kaum m\u00f6glich, uns die Bedingungen und Gesetze einer m\u00fcndlichen Kultur vor Augen zu f\u00fchren. Walter Ong beschreibt es in seinem ma\u00dfgeblichen Werk <em>Oralit\u00e4t und Literalit\u00e4t. Die Technologisierung des Wortes<\/em> so: \u201eDie Vorstellung von oraler Tradition oder vom Erbe oraler Darbietungen, Genres und Stile als orale Literatur gleicht der Vorstellung von Pferden als Autos ohne R\u00e4der. Am Ende einer solchen Beschreibung kommt nur etwas L\u00e4cherliches zustande. \u2026 Man kann nicht ohne schwere und l\u00e4hmende Verzerrung ein prim\u00e4res Ph\u00e4nomen beschreiben, indem man mit einem sp\u00e4teren sekund\u00e4ren Ph\u00e4nomen beginnt und die Unterschiede unter den Tisch fallen l\u00e4sst.\u201c Dies hat mit der in einer von der Schrift gepr\u00e4gten bzw. dominierten Kultur wachsenden Trennung zwischen Sprache und Leiblichkeit zu tun.<\/p>\n<p>In der Tat betrachtet Jousse den Menschen als eine Einheit, als ein unzertrennliches Leib-Seele-Kompositum und wird nie m\u00fcde, einen Satz seines Lehrers Pierre Janet zu wiederholen: \u201eDer Mensch denkt mit seinem ganzen Leib\u201c. Der Mensch nimmt alles auf mimetische Weise auf und dr\u00fcckt es auch mit seinem ganzen Leib aus. Damit werden nat\u00fcrlich Zusammenh\u00e4nge und Problemstellungen ber\u00fchrt, die man von Aristoteles bis Ren\u00e9 Girard oder Hans Plessner aufweisen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wenn Jousse den Menschen betrachtet, hebt er zun\u00e4chst seine bilaterale Struktur hervor. Der Mensch ist \u2013 im Bild gesprochen \u2013 ein Wesen mit zwei Fl\u00fcgeln, er gleicht einer Doppelt\u00fcr. Diese Bilateralit\u00e4t pr\u00e4gt sein Denken und seinen sprachlichen Ausdruck. Jousse spricht aber auch von einer dreifachen Orientierung des K\u00f6rpers im Raum: oben\/unten; rechts\/links; vorne\/hinten. Dies erm\u00f6glicht dem Menschen das Schaukeln, das Wiegen oder das Balancieren von einem Fu\u00df auf den anderen. So kann der Mensch aber auch Gewichte gleichm\u00e4\u00dfig verteilen und leichter tragen.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass Rhythmus immer mit Energie zu tun hat. Diese Kombination aus gespeicherter Energie und rhythmischer Auf- und Entladung kommt in der traditionellen Rezitation von m\u00fcndlich geformter Sprache zum Vorschein und wird zur wichtigsten St\u00fctze f\u00fcr das Ged\u00e4chtnis. Die Bewegung des Oberk\u00f6rpers von oben nach unten beim Beten und Lernen der frommen Juden hat keinen anderen Grund. So zeigt Jousse, wie der Linguist Antoine Meillet es formulierte, dass \u201edas Balancieren des Satzes ein nat\u00fcrliches, notwendiges Faktum ist\u201c, ein Faktum, dass in der Grundstruktur des Leibes verankert ist. Es handelt sich nicht um ein \u00e4sthetisches, sondern um ein psycho-physiologisches, mnemotechnisches und dann auch p\u00e4dagogisches Gesetz.<\/p>\n<p>Ein m\u00fcndlich komponierter und geformter Text wird durch Einverleibung ganzheitlich memorisiert und ganzheitlich weitergegeben. Eine Trennung zwischen Wiegeschritt, Text und Melodie gibt es nicht. So erkl\u00e4rt sich die \u00dcberschrift des Werkes von Jousse <em>Der rhythmische und mnemotechnische Oralstil bei den Verbo-motoren<\/em>. Um dies zu verstehen, muss man hinter eine Praxis zur\u00fcckgehen, die in unserer abendl\u00e4ndischen Kulturgeschichte im Umbruch vom Mittelalter zur Neuzeit beginnt und bis in unsere Tage anh\u00e4lt. In der antikisierenden Renaissance und vor allem im letzten Jahrhundert mit seiner obsessiven Philologie trieb man den Hellenismus auf die Spitze. Das Evangelium war nun weniger als zuvor die m\u00fcndliche Botschaft.<\/p>\n<p>Es wurde zu einem Buch wie alle anderen (oder fast), aus dem man bestenfalls laut vorliest. In den Texten, die man nicht mehr auswendig konnte, sondern die nur noch gedruckt wurden, kamen all die verborgenen Elemente m\u00fcndlicher Tradition nicht mehr zur Geltung. Man sah nur noch den griechischen Text und man \u00fcbersetzte ihn, als w\u00e4re es Platon. Niemand k\u00fcmmerte sich um die aram\u00e4isch-targumische Formgebundenheit, die in diesen Texten lebt. Die Leibgebundenheit der Sprache war vergessen und trat in den Hintergrund.<\/p>\n<p>Auf der Folie seiner anthropologischen und ethnologischen Studien und mit seiner Kenntnis der alten Sprachen betrachtete Jousse die Texte der Evangelien neu und in ver\u00e4nderter Perspektive. So entdeckte er im griechischen Text einen \u00e4hnlichen Satzaufbau, wie Robert Lowth (1710-1787) ihn f\u00fcr die hebr\u00e4ische Poesie festgestellt hatte und f\u00fcr den dieser die Bezeichnung \u201eParallelismus membrorum\u201c erfand. Das Ph\u00e4nomen bezeichnet, dass ein Vers (meistens) aus zwei Versh\u00e4lften bzw. -zeilen besteht, die in der einen oder anderen Weise aufeinander abgestimmt oder eben zueinander \u201eparallel\u201c sind. Der Ursprung und das Warum dieser stilistischen Form werden von Lowth nicht erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Jousse f\u00fchrte eine ausgleichende Typographie ein, etwa wie wir sie in den neuen Lektionaren wiederfinden. Noch besser ist es nat\u00fcrlich, wenn diese Struktur bereits bei der \u00dcbersetzung ber\u00fccksichtigt wird. Eine wichtige Dimension des Textes geht verloren, wenn man nur darauf bedacht ist, einen Inhalt losgel\u00f6st von seiner urspr\u00fcnglichen Form zu vermitteln. Man bleibt beim Text. Jousse erm\u00f6glicht mit seiner anthropologischen Sichtweise nun gleichsam den \u201eSprung\u201c zur\u00fcck vom Text zum Menschen, indem er dem Element des sprachlichen und biologischen Rhythmus besondere Aufmerksamkeit schenkt.<\/p>\n<p>Aufgenommen wurden diese Einsichten etwa von G\u00fcnter Bader in seinen beiden B\u00fcchern zu den Psalmen. Er schreibt: \u201eDie Produktion des Wortes ist leiblich, leiblich auch seine Rezeption. Leiblichkeit des Wortes zeigt sich in erster Linie als Oralit\u00e4t\u201c. Nach Jousse wird erst von der Anthropologie her einsichtig, dass stilistische Ph\u00e4nomene sich zun\u00e4chst bestimmten Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des K\u00f6rpers bzw. des Leibes verdanken und nicht so sehr inneren Regeln und Strukturen einer festgelegten Grammatik und Stilistik, die es nur f\u00fcr eine geschriebene Sprache gibt.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang ist aber noch ein weiteres Ph\u00e4nomen in Blick zunehmen. Die fundamentale Revolution, die mit der Einf\u00fchrung der Schrift geschah: Die Trennung des Wissenden vom Wissen kennt n\u00e4mlich eine m\u00fcndliche Kultur so nicht. So das Forscherpaar Assmann: \u201eDas Wissen wird ausgelagert. Damit befreit es sich zugleich von seiner mnemotechnischen, rhythmischen Formung und den narrativen Formzw\u00e4ngen. Es wird aufteilbar in Spezialgebiete, kann in der Form empirisch fundierter Prosaschriften elaboriert werden\u201c.<\/p>\n<p>Dem entgegen steht das ganze Werk von Marcel Jousse, das wesentlich zur Wiederentdeckung des anthropologischen Reichtums der m\u00fcndlichen Tradition beigetragen hat. So ein Statement des amerikanischen Oralit\u00e4tsforscher Werner H. Kelber: \u201eDie Vorstellungen etwa, wie sie vom franz\u00f6sischen Sprachwissenschaftler Marcel Jousse erarbeitet worden waren, dass n\u00e4mlich Oralit\u00e4t niemals in rein verbalen Kontexten existiert, sondern immer auch eine somatische Komponente in sich tr\u00e4gt und dass Sprache und m\u00fcndliche Performanz in der Bilateralit\u00e4t des K\u00f6rpers konstituiert sind, sind der gegenw\u00e4rtigen M\u00fcndlichkeitsforschung zwar durchaus bekannt, aber dieses Grundwissen um m\u00fcndlichen Stil und Diktion hat in der Literaturgeschichtsschreibung kaum Eingang gefunden.\u201c Der letzte Reflexionsschritt zielt auf die daraus resultierende Praxis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die Praxis\u00a0: Das Bibelrezitativ<\/strong><\/h4>\n<p>Neben seinen Forschungs- und Lehraufgaben arbeitete Jousse an einem besonderen Projekt. 1932 erfolgte die Gr\u00fcndung des Instituts f\u00fcr Rhythmo-P\u00e4dagogik. Es sollte dazu dienen, die herausgearbeiteten Zusammenh\u00e4nge zwischen Rhythmus, Ged\u00e4chtnis und Text im Oralstil in die Praxis umzusetzen. Seinen Ausdruck \u201er\u00e9citatifs rythmo-p\u00e9dagogiques d\u2019\u00e9vangile\u201c kann man einfach mit \u201eBibelrezitative\u201c \u00fcbersetzen. Solche Bibelrezitative entstanden in enger Zusammenarbeit mit der Musiklehrerin Gabrielle Desgr\u00e9e-du-Lou, die er im Jahr 1922 kennengelernt hatte. Sie sollte die Musik zu seinen Bibelrezitativen komponieren, und zwar anhand der Melodien, die der Bibelwissenschaftler G. Dalman (1855-1941) in Pal\u00e4stina gesammelt und in einer wissenschaftlichen Abhandlung 1901 ver\u00f6ffentlicht hatte. Diese eindrucksvollen und anspruchsvollen Rezitative sind nach den Gesetzen dieses m\u00fcndlichen Stils komponiert.<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt auf, dass die ersten Vorf\u00fchrungen dieser m\u00fcndlichen Kompositionen zun\u00e4chst in einem wissenschaftlichen oder profanen Kontext stattgefunden haben wie im Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es oder im Rahmen von Forschungs-Kolloquien. Wir besitzen zwei hochinteressante Berichte \u00fcber die Vorf\u00fchrungen der Rezitative aus dieser Zeit: einen Bericht aus dem ersten Kongress f\u00fcr experimentelle Psychologie, 1929, und einen zweiten Bericht, der in der j\u00fcdischen Zeitschrift \u201eDie Wahrheit\u201c 1934 erschien. Das ganzheitliche Lernen ist mittlerweile, seit der Reformp\u00e4dagogik, fester Bestand erzieherischen Handelns. Es entlastet das kognitive Ged\u00e4chtnis und das Erlernte bleibt l\u00e4nger und leichter verf\u00fcgbar. Grunds\u00e4tzlich basiert das Bibelrezitativ auf der Wiederholung des Stoffes, Satz f\u00fcr Satz, Zeile f\u00fcr Zeile, Schrittl\u00e4nge nach Schrittl\u00e4nge. Der Vorgang l\u00e4uft aber nicht blo\u00df mechanisch ab. Der K\u00f6rper bzw. der Leib des Menschen ist keine Maschine, die mit mathematischer Exaktheit die gleichen Bewegungen ausf\u00fchrt. Ein solches Lernen erweist sich als p\u00e4dagogisch bew\u00e4hrte Form des Memorisierens von Texten, die zum Grundbestand unserer christlichen Tradition geh\u00f6ren. Als gemeinschaftliches Geschehen generiert es prim\u00e4r Freude und tr\u00e4gt zur Integration des Erlernten bei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Outlook<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Rezeption des Werkes von Marcel Jousse steht noch am Anfang. Die posthum erschienene <em>Anthropologie du geste<\/em> ist bereits in englischer und italienischer Sprache erschienen. In Frankreich haben mehrere gro\u00dfe Tagungen anl\u00e4sslich des f\u00fcnfzigsten Todestags von Jousse (2011) stattgefunden, z. B., im <em>Centre des Bernardins<\/em> in Paris und an der Universit\u00e4t von Lyon. Dar\u00fcber hinaus fand 2014 ein wissenschaftlicher Kongress an der Universit\u00e4t in Bordeaux statt. Jousse lehrt uns einen bewussteren Umgang mit der Sprache als leibliches Ph\u00e4nomen und trifft hier mit der deutschen und franz\u00f6sischen Ph\u00e4nomenologie (Husserl, Merleau-Ponty) zusammen. Dieser Aspekt und dieses Verst\u00e4ndnis des Leibes als unsere Art und Weise, in der Welt zu sein, und als unser Modus, eine Welt zu haben, verdiente es, noch weiter vertieft zu werden. Eine alte Praxis hat Jousse wiederbelebt, das rhythmische und mnemotechnische fundierte Erlernen von Texten, die uns zwar schriftlich \u00fcberliefert worden, aber in einer m\u00fcndlichen Kultur entstanden sind. Diese Praxis als gemeinschaftlicher Vollzug, aber auch die Bewahrung und Weitergabe historisch verankerten Kulturgutes, k\u00f6nnte in verschiedenen Bereichen Eingang finden, z. B. im Religionsunterricht und in der Katechese, aber auch in der Liturgie. \u201eDie m\u00fcndliche Verk\u00fcndigung oder Besoret\u00e2 \u2013 das ist die aram\u00e4ische Bezeichnung des Evangeliums \u2013 bleibt so, was sie zu Beginn auf den Lippen Jesu und seiner J\u00fcnger war: eine m\u00fcndliche, melodi\u00f6se Verk\u00fcndigung, die sich den J\u00fcngern einpr\u00e4gte, um so noch tiefer aufgenommen und verstanden zu werden von jedem Menschen, der in diese Welt kommt\u201c (M. Jousse).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bibel wird als ein Buch bzw. als das Buch wahrgenommen. Es ist das gro\u00dfe dicke Buch, aus dem man alte, ehrw\u00fcrdige Geschichten vorliest. Wer Buch sagt, sagt auch Schrift. 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