{"id":32343,"date":"2023-07-17T14:36:04","date_gmt":"2023-07-17T12:36:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=walter-raum-wundbilder"},"modified":"2025-07-11T10:28:41","modified_gmt":"2025-07-11T08:28:41","slug":"walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/","title":{"rendered":"Walter Raum - Wound Images"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcberraschend war das schon, als Sie, liebe Christine Raum beinahe zehn Jahre nach dem Tod Ihres Mannes mit mir Kontakt aufnahmen und anfragten, ob ich einen kleinen Text verfassen k\u00f6nnte f\u00fcr ein ungew\u00f6hnliches Buchprojekt ihres Sohnes. Sie, lieber Tobias Raum, hatten die Idee einer Gegen\u00fcberstellung auf den Weg gebracht, setzten nach reiflicher \u00dcberlegung die ergreifenden \u201eWundbilder\u201c ihres Vaters in einen Dialog mit Wolfgang Borcherts dunklem Kriegs- bzw. Nachkriegsdrama \u201eDrau\u00dfen vor der T\u00fcr\u201c. Tr\u00fcmmerliteratur anno 1947 und Wundbilder anno 1983. Beides eng verwandt \u2013 trotz des gro\u00dfen zeitlichen Abstands. Denn Drama wie Bilder entstanden, weil sich eine innerlich wie \u00e4u\u00dferlich verw\u00fcstete Welt voll vielfach verwundeter, geschundener und ermordeter Menschen in die Seele gefressen hatte. Der Schriftsteller wie der Maler hatten, beinahe Jungen noch, in den Abgrund der Unmenschlichkeit blicken m\u00fcssen, in einen Abyss unfassbaren, unbegreiflichen Leids.<br \/>\nDavon zeugen die Bilder wie das Drama in dem Buch, und die Werke hier um uns. Die beiden jungen Menschen, die doch gerade erst in das Leben getreten waren, hofften auf den Aufbau, auf Orientierung, auf eine unbeschwerte Zukunft. Doch Terror, Krieg, Chaos und Zerst\u00f6rung machten alles zunichte. Was Walter Raum wie Wolfgang Borchert miterleben und durchleben mussten, stellte sie so fr\u00fch, viel zu fr\u00fch, vor die Sinnfrage. Warum das alles? Welchen Sinn hat unsere Existenz? Auch: warum l\u00e4sst Gott das zu?<\/p>\n<p>\u201eWarum?\u201c mit dieser Frage endet Borcherts Drama: \u201eWarum? Gibt denn keiner eine Antwort? Gibt keiner Antwort??? Gibt denn keiner, keiner Antwort???\u201c<\/p>\n<p>Ein Aufschrei \u2013 vielleicht. Aber auch: Resignation. Wolfgang Borchert starb 1947, einen Tag vor der Urauff\u00fchrung seines St\u00fcckes an den Folgen einer Kriegsverwundung. Er wurde 26 Jahre alt. Walter Raum, zwei Jahre j\u00fcnger als Borchert, trug die Sinn-Frage Jahrzehnte mit sich, beinahe bis zu seinem Tod 2009. Sie lie\u00df ihn nicht los, in stets gegenw\u00e4rtiger Erinnerung all der f\u00fcrchterlichen Zerst\u00f6rung und Ausl\u00f6schung, die er miterlebt hatte. Und sie stellte sich ihm angesichts all der sp\u00e4teren Kriege, auch der in Europa, immer wieder aufs Neue. Ob er je eine f\u00fcr ihn endg\u00fcltige Antwort fand, wei\u00df ich nicht. Aber so viel vermag ich zu sagen: Er gab dem Schrecken und der Sinnlosigkeit im Malen, im Zeichnen Umrisse, tastete sich an Antworten heran, tauchte nahezu unabl\u00e4ssig arbeitend seine innere Verletzung und seine Verletzlichkeit, seine Zweifel und seine Verzweiflung aus den Tiefen seiner Seele empor und verlieh all dem Ausdruck. Sein Leben als Maler, und das l\u00e4sst sich schon sagen, war ein unabl\u00e4ssiges Ringen und glich einer Behauptung in dieser Welt.<\/p>\n<p>Wundbilder. Entstanden 1983. In dem Jahr, in dem die Friedensbewegung in Deutschland 1,3 Millionen Menschen auf die Stra\u00dfe brachte. In diesem Jahr malte Walter Raum seine Serie \u201eWundbilder\u201c. Einen Teil, von Tobias Raum und mir ausgesucht, sehen sie hier um uns. Aber auch die viel umfangreichere Reihe der Wundbilder ist nur ein kleiner Ausschnitt dieses lebenslangen Ringens und der existenziellen Selbstvergewisserung des Malers, dessen Werk in seiner Vielfalt nahezu un\u00fcberschaubar ist. Dass jetzt, knapp zehn Jahre nach dem Tod seines Vaters, aus Tobias Raums Buchprojekt, dem Edwin Kunz seine ansprechende und angemessene Form gab, auch noch \u00fcberraschend eine Ausstellung wurde und als eine Art Passions- oder Kreuzweg zu sehen ist, verdanken wir Ihnen, lieber Michael Zachmeier. Dank Ihrer spontanen Bereitschaft war es m\u00f6glich, die in ihrer dunklen Wucht nicht einfachen Bilder Walter Raums hier zu zeigen. An einem Ort, der doch vor allem von akademischen Tagungen im Spannungsfeld von Gesellschaft, Kirche, Theologie, Politik und Glauben bestimmt wird.<br \/>\nIndes ist die alte Frage nach dem \u201eWarum\u201c des Leids, des Terrors und des Unrechts immer wieder zum Thema nicht nur theoretischer Er\u00f6rterungen gemacht worden, gerade vor dem Hintergrund der Passion Christi. Ich erinnere mich etwa an den 1999 erschienenen Fernsehfilm \u201eDie Bibel \u2013 Jesus\u201c, in dem in der \u00d6lbergszene Satan zu Jesus tritt und zu argumentieren beginnt, warum er, Jesus, denn den Tod am Kreuz auf sich nehmen wolle \u2013 er werde damit doch nichts \u00e4ndern und leiste ein sinnloses Opfer. Nichts in der Welt werde besser oder gar heil.<\/p>\n<p>Zur Erl\u00e4uterung zeigt im Film der Versucher dem Gottessohn, der am \u00d6lberg gerade in Todesangst mit sich ringt, alle Schreckenstaten der Menschen, auch die im Namen Christi. Zeigt die Kreuzz\u00fcge, die Hexenverbrennungen und die grausamen Taten der Inquisition. Zeigt schlie\u00dflich, gleichsam im Schnelldurchlauf die nicht enden wollende Reihe von Kriegen, bis hin zu den beiden Weltbr\u00e4nden, zeigt, was Menschen anderen Menschen antun, zeigt die Konzentrationslager. Ein im wahrsten Sinn des Wortes furchtbares Panorama, vorgef\u00fchrt zur Verf\u00fchrung in der Absicht, GOTT m\u00f6ge ablassen von seiner Heilstat. M\u00f6ge stattdessen die Welt gleichsam gesund zaubern, oder die Menschen in seiner Allmacht zum Guten zwingen, \u00fcbrigens ein fundamentalistischer Gedanke. Doch dieses Panorama, meine sehr verehrten Damen und Herren, entspricht in keiner Weise den Wundbildern von Walter Raum. Trotz oder gerade wegen seiner Frage nach dem Warum. Trotz oder gerade wegen all seiner existenziellen Zweifel.<br \/>\nSeine Wundbilder sind keine Illustrationen menschlicher Untaten. Walter Raum illustrierte oder kommentierte nichts. Er blickte stattdessen auf sein Leben und das der anderen Menschen. Stelle sich und andere auf den Pr\u00fcfstand. Malte, weil er sich durch den Blick auf seine Existenz und die der anderen Menschen innerlich dazu getrieben f\u00fchlte. Er sah den Menschen, der seine paradiesische Unschuld verloren hat, der andere qu\u00e4lt, der sich qu\u00e4lt und trotzdem sagt \u201eIch lebe noch\u201c. Den gefallenen Menschen, dem Leben ohne Leid verwehrt ist. Bewusst nahm Walter Raum deshalb Bezug auf H\u00f6lderlin und dessen Werk <em>Hyperions Schicksalslied<\/em>, das endet:<\/p>\n<p>\u201e\u2026Doch uns ist gegeben<\/p>\n<p>Auf keiner St\u00e4tte zu ruhn,<br \/>\nEs schwinden, es fallen<br \/>\nDie leidenden Menschen<br \/>\nBlindlings von einer<br \/>\nStunde zur andern,<br \/>\nWie Wasser von Klippe<br \/>\nZu Klippe geworfen,<br \/>\nJahr lang ins Ungewisse hinab.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die leidenden Menschen. Als dunkle, schwarze Wesen, als K\u00f6pfe, als K\u00f6rper tauchen sie auf in den Bildern, als Torsi, von Wunden gezeichnet. Wunden, die schw\u00e4ren, die aber auch wie innere, pulsierende Energiebahnen wirken. Das Rot. Es kann Blut und damit Zeichen der Verwundung, des Ausstr\u00f6mens, auch Verstr\u00f6mens sein: Energie, die ab- die herausflie\u00dft. Das Rot in den Bildern ist aber ambivalent: Es steht auch f\u00fcr das Leben und man kann es als pulsierende Energie wahrnehmen, die der Schw\u00e4rze des starren K\u00f6rpers innewohnt, als Quelle der Kraft. Stehen Wunden nicht sowohl f\u00fcr Vergehen und Tod wie sie Ged\u00e4chtnis werden k\u00f6nnen f\u00fcr \u00fcberwundene Krise, f\u00fcr L\u00e4uterung, und damit allemal f\u00fcr Wandlung hin zu etwas anderem?<\/p>\n<p>Walter Raums Wundbilder fragen deshalb, recht besehen, nicht nur nach dem Warum, was immer ohne Antwort bleiben wird, sondern vor allem: Was ist der Mensch? Und wer bin ich als Mensch in dieser Welt, mit all meinen Wunden? Ja, er zeigt das Bedr\u00e4ngende, Bedrohte, zeigt den Menschen als verg\u00e4ngliche, gebrochene Existenz. Man k\u00f6nnte das als pessimistische Resignation deuten. Der K\u00fcnstler war aber weder ein Prophet des Untergangs noch ein Misanthrop. In seinen Bildern spiegelt sich vielmehr der Mensch mit seinen vielen Ebenen, seinen wie bei einem Palimpsest \u00fcbereinander liegenden und oft widerspr\u00fcchlichen Schichten, dessen Kern freilich seine sch\u00f6pfungsgem\u00e4\u00dfe Gott-\u00c4hnlichkeit ist, die sich der Einheit mit Gott verdankt, ehe er, der Mensch, sich mit Gott entzweite.<br \/>\nGerade in Walter Raums Fragen, in seinem Bohren, seinem Zeigen der vielen Verdunkelungen dieses tiefsten inneren Bildes, Ikone Gottes zu sein, gerade in seiner Skepsis zeigte er, wie sehr er an der \u00dcberzeugung festhielt, der Mensch sei dazu berufen, anders, ethisch, also christlich zu handeln und damit dem Bild dieser Ikone nahe zu kommen. Walter Raum wollte, wie Borchert es in einem dem Maler so wichtigen Gedicht formulierte, so gerne ein Leuchtturm sein, und f\u00fchlte sich doch selbst wie ein Schiff in Not.<\/p>\n<p>Deshalb setzte Walter Raum dem Zweifel, dem Gef\u00fchl des eigenen Unverm\u00f6gens, auch des Nichtverstehens, seiner Ohnmacht in der Welt seine k\u00fcnstlerische Formulierungen entgegen. Diese Welt und ihre Verg\u00e4nglichkeit nahm er immer wieder in sein Atelier, seine K\u00fcnstler-Klause mit hinein. Ganz buchst\u00e4blich, arbeitete er doch oft collagenartig Teile von Tageszeitungen mit in seine Bilder ein. Dabei nahm er keinen Bezug auf den Inhalt. Vielmehr war ihm die Zeitung ein Zeichen f\u00fcr die Welt in all ihrer Verg\u00e4nglichkeit. Die Nachricht von heute ist morgen schon Schnee von gestern. Was aus dem Gewirr der Ereignisse bleibt ist H\u00f6lderlins Erkennen, dass die leidenden Menschen blindlings von einer Stunde zur andern wie Wasser von Klippe zu Klippe geworfen ins Ungewisse hinab fallen. Dagegen behauptete sich Walter Raum freilich, indem er malend und auch Zeitungen \u00fcbermalend, sie verformend Zeugnis ablegte vom Leben. Er sagte einmal Malen sei f\u00fcr ihn Leben, weil es eine Auseinandersetzung mit Verg\u00e4nglichkeit und Tod sei, und: \u201eWas mir bleibt, sind meine Gedanken und der Umgang mit ihnen auf der bildnerischen Ebene. Zufrieden bin ich eigentlich nur beim Malen.\u201c<br \/>\nDas Atelier war sein Ort der Sammlung. Hier erlebte er im Malen ein Leben im gegenw\u00e4rtigen Augenblick. Ein Leben im eigenen Inneren. Deshalb zeugen seine Bilder, auch und gerade die Wundbilder von einem, seinem geistigen Leben. Einem beseelten Leben.<br \/>\nEr schleuderte der behaupteten Sinnlosigkeit des Seins seine k\u00fcnstlerische Kraft, seine Bilder wie ein Dennoch entgegen. Ein Dennoch im Sinn der Zusage \u201eDennoch bleibe ich stets bei Dir.\u201c, wie sie der Psalmist \u00fcberliefert.<br \/>\nVor nicht allzu langer Zeit musste ich miterleben, wie ein zehn Tage altes Kind, das gerade die Ankunft auf der Welt mit einer sehr schwierigen Geburt hinter sich gebracht hatte, wie dieses W\u00fcrmlein aus diversen medizinischen Gr\u00fcnden eine R\u00fcckenmarkspunktion bekam. Den Schrei werde ich wohl nie vergessen. Die junge, unerfahrene \u00c4rztin stach daneben und die Tortur musste wiederholt werden. Erneute Schreie. Das Gesicht der Mutter werde ich auch nie vergessen, und auch nicht das Gef\u00fchl der unsagbaren Hilflosigkeit, die einen angesichts dieses Momentes am Rand des Lebens und des Ausgeliefertseins \u00fcbermannt. Gott sei gedankt, alles ging dann doch noch gut.<\/p>\n<p>Als ich mit Tobias Raum die Bilder seines Vaters aus der Wund-Serie aussuchte, stieg diese Erinnerung empor. Das Leben ist so zart und stark. So voller Leid und voller Gl\u00fcck. Beides geh\u00f6rt wohl zusammen auf dieser Welt, und ist nicht selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Eben von diesem kostbaren Leben zwischen Leid und Gl\u00fcck, zwischen Leuchtturm und Schiff in Not, zwischen Tod und Leben, zwischen Unheil und Heil haben Bilder seit jeher gek\u00fcndet. Etwa die Bilder, die Christus als Schmerzensmann zeigen, den mit Wunden \u00fcbers\u00e4ten. Es sind die sogenannten Erb\u00e4rmdebilder des Sp\u00e4tmittelalters und der fr\u00fchen Neuzeit. Aber diese Bilder \u2013 \u201eer derbarmt mich\u201c sagen wir bayerisch\u201c \u2013 diese Bilder legen es ja nicht nur auf das Mitleiden und das Mitleid an. Es sind vielmehr Andachtsbilder f\u00fcr Versenkung, Meditation, kurz: f\u00fcrs Gebet. \u00dcbrigens auch Joseph Beuys Raum \u201eZeige deine Wunde\u201c. Sie weisen als Passionsbilder \u00fcber das Leiden und den Tod auf die \u00dcberwindung von beidem durch Christus hin, auf die Auferstehung. \u201eAuf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr was heut geschiecht; wie kommt nach gro\u00dfem Leiden nun ein so gro\u00dfes Licht!\u201c ruft uns der wunderbare Paul Gerhardt zu. Durch das Leid, hinter dem \u201eWarum?\u201c blitzt der Leuchtturm durch.<br \/>\nSo, wie Walter Raum es bei den Wundbildern nicht nur auf Ersch\u00fctterung oder Aufr\u00fcttelung ankam. Vielmehr erkannte er hinter dem Leid das kostbare Leben des Menschen und verzweifelte eher daran, wie diese Kostbarkeit tausendfach missachtet wird. Nicht nur im Krieg. So sind gerade die Wundbilder Ausdruck seiner Empfindsamkeit, seiner Zartheit und Menschenfreundlichkeit, die er in seiner Kunst festgehalten und weitergegeben hat.<br \/>\nEs sind Bilder f\u00fcr den Menschen.<\/p>\n<p>So haben wir sie auch geh\u00e4ngt: Als Weg. Als Kreuzweg, als Passion in 13 Stationen. Sie sehen, wie der Mensch, der K\u00f6rper, sein Rumpf, sein Haupt hier im Saal im Mittelpunkt steht. Der verwundete K\u00f6rper. Der verwundete Mensch. Dunkel und Helligkeit, Gefangensein und Befreiung. Dieser Weg hier vor uns endet mit dem Triptychon, der traditionellen Form der Altarbilder, an der Stirnwand. Da steht das Licht im Vordergrund, das helle Rot, und es wirkt vergeistigt. Fast k\u00f6nnte es ein Pfingstrot sein. Auf der linken Tafel erscheint es als vielfaches Strahlenkreuz, ein Energiepulsar zusammen mit diesem lichten Wei\u00df, und es mischen sich erdige aber auch firmamentene, bl\u00e4uliche T\u00f6ne hinein \u2013 Himmel und Erde.<\/p>\n<p>Das Triptychon weist auf die Kapelle hin, in der die monochromen, zarten, geradezu schwebenden roten Aquarelle als Tableau h\u00e4ngen, die einen Dialog f\u00fchren mit den Werken von Jerry Zeniuk und dem Kreuz mit dem l\u00e4chelnden Christus neben dem Altar. Und dann, im Gang, weitere Papierarbeiten: Meditationen um das Thema Wunde und Tod, und damit Leben und deshalb auch hier zusammen mit Licht, mit Energie: Ein dynamischer Wechsel zwischen beidem. Ein Spannungsfeld \u2013 das der Maler uns auch zwischen Figuration und Abstraktion aufmacht: Der Mensch zwischen Welt und Jenseits, zwischen Vorstellung und Unvorstellbarem. Zwischen Zweifel und Hoffnung, Verzweiflung und Zuversicht. Bilder als Lebens- und Erkenntniszeichen.<\/p>\n<p>Walter Raum. Ein Foto zeigt ihn, kurz bevor er in den Krieg zog. Ein Junge mit einer zu gro\u00dfen Uniform, einem naiven, kindlichen Blick voller Offenheit und einem sch\u00fcchternen L\u00e4cheln. Etwas von diesem l\u00e4chelnden Blick hat er sich sein Leben lang bewahrt, trotz aller Wunden. Er hat es weitergegeben an seinen Sohn. Deshalb ist dieses Buch entstanden. Deshalb ist diese Ausstellung entstanden.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich schlie\u00dfen mit einem Gedicht, das die Antwort gibt auf H\u00f6lderlins <em>Hyperion<\/em>. Es stammt von Matthias Claudius, und ich bin sicher, Walter Raum h\u00e4tte es an der Stelle gefallen, denn es passt zu seinen Wundbildern.<\/p>\n<p>\u201eDer S\u00e4emann s\u00e4et den Samen,<br \/>\nDie Erde empf\u00e4ngt ihn, und \u00fcber ein kleines<br \/>\nKeimet die Blume heraus &#8211;<\/p>\n<p>Du liebtest sie. Was auch dies Leben<br \/>\nSonst f\u00fcr Gewinn hat, war klein dir geachtet,<br \/>\nUnd sie entschlummerte dir!<\/p>\n<p>Was weinest du neben dem Grabe,<br \/>\nUnd hebst die H\u00e4nde zur Wolke des Todes<br \/>\nUnd der Verwesung empor?<\/p>\n<p>Wie Gras auf dem Felde sind Menschen<br \/>\nDahin, wie Bl\u00e4tter! Nur wenige Tage<br \/>\ngehn wir verkleidet einher!<\/p>\n<p>Der Adler besuchet die Erde,<br \/>\nDoch s\u00e4umt nicht, sch\u00fcttelt vom Fl\u00fcgel den Staub und<br \/>\nKehret zur Sonne zur\u00fcck!\u201c<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberraschend war das schon, als Sie, liebe Christine Raum beinahe zehn Jahre nach dem Tod Ihres Mannes mit mir Kontakt aufnahmen und anfragten, ob ich einen kleinen Text verfassen k\u00f6nnte f\u00fcr ein ungew\u00f6hnliches Buchprojekt ihres Sohnes. Sie, lieber Tobias Raum, hatten die Idee einer Gegen\u00fcberstellung auf den Weg gebracht, setzten nach reiflicher \u00dcberlegung die ergreifenden&hellip;<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":4061,"menu_order":1470,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32343","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-moderne-kunst","media-library-category-zweiter-weltkrieg"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Walter Raum - Wundbilder - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Walter Raum - Wundbilder - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"\u00dcberraschend war das schon, als Sie, liebe Christine Raum beinahe zehn Jahre nach dem Tod Ihres Mannes mit mir Kontakt aufnahmen und anfragten, ob ich einen kleinen Text verfassen k\u00f6nnte f\u00fcr ein ungew\u00f6hnliches Buchprojekt ihres Sohnes. Sie, lieber Tobias Raum, hatten die Idee einer Gegen\u00fcberstellung auf den Weg gebracht, setzten nach reiflicher \u00dcberlegung die ergreifenden&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-07-11T08:28:41+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/raum_homepage.jpeg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"2061\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1433\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"13 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\\\/\",\"name\":\"Walter Raum - Wundbilder - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/raum_homepage.jpeg\",\"datePublished\":\"2023-07-17T12:36:04+00:00\",\"dateModified\":\"2025-07-11T08:28:41+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/raum_homepage.jpeg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/raum_homepage.jpeg\",\"width\":2061,\"height\":1433},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Walter Raum &#8211; Wundbilder\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Walter Raum - Wound images - Catholic Academy in Bavaria","robots":{"index":"noindex","follow":"follow"},"og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Walter Raum - Wundbilder - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"\u00dcberraschend war das schon, als Sie, liebe Christine Raum beinahe zehn Jahre nach dem Tod Ihres Mannes mit mir Kontakt aufnahmen und anfragten, ob ich einen kleinen Text verfassen k\u00f6nnte f\u00fcr ein ungew\u00f6hnliches Buchprojekt ihres Sohnes. Sie, lieber Tobias Raum, hatten die Idee einer Gegen\u00fcberstellung auf den Weg gebracht, setzten nach reiflicher \u00dcberlegung die ergreifenden&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2025-07-11T08:28:41+00:00","og_image":[{"width":2061,"height":1433,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/raum_homepage.jpeg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"13 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/","name":"Walter Raum - Wound images - Catholic Academy in Bavaria","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/raum_homepage.jpeg","datePublished":"2023-07-17T12:36:04+00:00","dateModified":"2025-07-11T08:28:41+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/raum_homepage.jpeg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/raum_homepage.jpeg","width":2061,"height":1433},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/walter-raum-wundbilder-eine-einfuehrung\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Walter Raum &#8211; Wundbilder"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32343\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":108328,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32343\/revisions\/108328"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4061"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}