{"id":32347,"date":"2023-07-17T14:36:07","date_gmt":"2023-07-17T12:36:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=der-koran"},"modified":"2025-07-15T13:29:04","modified_gmt":"2025-07-15T11:29:04","slug":"der-koran-ein-vielstimmiges-buch","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/der-koran-ein-vielstimmiges-buch\/","title":{"rendered":"The Koran"},"content":{"rendered":"<p>Die Besch\u00e4ftigung mit dem Koran in Europa stand lange Zeit unter dem Druck politischer und milit\u00e4rischer Konfrontation mit muslimischen Staaten und Heeren. Als das religi\u00f6se Buch von Feinden, die die Existenz der Christenheit ernsthaft gef\u00e4hrden, aufgefasst, wurde er nicht nur in polemischen Werken meistens als ein Teufelswerk voll sinnentstellten Seltsamkeiten verworfen. Selbst das Interesse an seiner \u00dcbersetzung r\u00fchrte aus der Absicht, ihn zu widerlegen und seine Aussagen als falsch zu entlarven. Ein bekanntes Beispiel f\u00fcr einen solchen Umgang mit dem heiligen Buch des Islam bietet Nikolaus von Kues, der sich im Winter 1460\/61 mit dem Koran unter dem Schock besch\u00e4ftigte, der durch den Fall Konstantinopels sieben Jahre zuvor die damalige Christenheit erfasst hatte. In seiner Papst Pius II. gewidmeten \u201eSichtung des Korans\u201c (<em>Cribratio Alkorani<\/em>) bem\u00fcht sich Cusanus, \u201edas Gesetzbuch der Araber\u201c zu verstehen. Ihm liegt die 1143 \u2013 also kurz vor dem zweiten Kreuzzug 1147-1149 \u2013 von Robert von Ketton im Auftrag von Petrus Venerabilis besorgte lateinische \u00dcbersetzung des Korans vor. Von christlichem Glaubenseifer motiviert, siebt Cusanus den Koran, den er als ein heterogenes Amalgam aus j\u00fcdischen, h\u00e4retisch-christlichen und heidnischen \u00dcberlieferungen betrachtet, um Elemente herauszufiltern, die ihm helfen sollten, die christliche Lehre zu verteidigen. Dieser liegt eine weitere Absicht nahe: Muslime zum wahren, n\u00e4mlich dem christlichen Glauben hinzuf\u00fchren. Nikolaus von Kues geh\u00f6rte zu einer langen, schon im 8. Jahrhundert begonnenen, im christlichen Osten und Westen betriebenen Tradition der Polemik und Apologetik gegen den Islam, seinen Propheten und vor allem sein Buch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Anf\u00e4nge der deutschsprachigen Koranrezeption <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also auch als Folge der damaligen politischen Gro\u00dfwetterlage erschien 1772 in Frankfurt am Main die erste deutsche Koran\u00fcbersetzung aus dem Arabischen von David Friedrich Megerlin unter dem Titel \u201eDie t\u00fcrkische Bibel\u201c. Das Islambild hierzulande wurde damals von den T\u00fcrkenkriegen gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Goethe, der diese \u00dcbersetzung als \u201eelende Produktion\u201c bezeichnete, schilderte 1819 in den \u201eNoten und Abhandlungen zu besserem Verst\u00e4ndnis des West-\u00f6stlichen Divans\u201c seine komplexe Haltung zum Koran. Demnach sei dieser ein Buch, \u201edas uns, so oft wir auch daran gehen, immer von neuem anwidert, dann aber anzieht, in Erstaunen setzt und am Ende Verehrung abn\u00f6tigt.\u201c Diese Aussage markiert eine neue Phase der Wahrnehmung des Korans im deutschsprachigen Raum, die nun immer weniger religi\u00f6se Polemik und Apologetik in den Vordergrund stellt und stattdessen eher \u00e4sthetische wie auch religionshistorische Interessen verfolgt. Zu diesem Perspektivenwechsel trug sicherlich bei, dass ab etwa Mitte des 17. Jahrhunderts an europ\u00e4ischen Universit\u00e4ten die wissenschaftliche Besch\u00e4ftigung mit dem Orient, seinen Sprachen und Religionen ansetzte. Diese Besch\u00e4ftigung erhielt sp\u00e4ter durchaus romantisierende Z\u00fcge, nicht zuletzt im Werk des Dichters und Orientalisten Friedrich R\u00fcckert, der w\u00e4hrend seiner T\u00e4tigkeit an der Universit\u00e4t Erlangen von 1826 bis 1841 umfangreiche Teile des Korans dichterisch ins Deutsche \u00fcbertrug.<\/p>\n<p>Mit seinem bahnbrechenden Werk <em>Geschichte des Qorans<\/em> von 1860 etablierte Theodor N\u00f6ldeke die historisch-kritische Methode der Koranforschung. Die zweite Auflage des Werkes in drei Teilen, von Friedrich Schwally und anderen Sch\u00fclern N\u00f6ldekes bearbeitet, in 1909, 1919 und 1938 sukzessive erschienen, gilt nach wie vor als das solide Fundament der modernen Koranhermeneutik. Inzwischen genie\u00dft der Koran in Europa und Nordamerika vielf\u00e4ltiges Interesse von Wissenschaftlern, die seine Entstehung im Kontext, seine Intertextualit\u00e4t mit den beiden Testamenten der Bibel sowie mit j\u00fcdischen und christlichen Werken der Sp\u00e4tantike behandeln und auch hellenistische Bilder und Gedanken in diesem arabischen Buch aufdecken. Neue Forschungsprojekte, wissenschaftliche Gesellschaften und Zeitschriften widmen sich dem Koran. Die Ergebnisse neuerer Forschung werden in zahlreichen Publikationen dokumentiert. Auch sind in den letzten Jahren nicht wenige neue Koran\u00fcbersetzungen erschienen. Aus divergenten Motiven heraus l\u00e4uft die Besch\u00e4ftigung mit dem Koran gegenw\u00e4rtig auf Hochtouren. So bringt z.B. der vers\u00f6hnliche Eifer eine renommierte Stimme auf dem Gebiet dazu, den Koran als ein europ\u00e4isches Buch zu deklarieren. Eine andere provozierende Stimme will dagegen dem Koran eine syrisch-aram\u00e4ische Version des Textes zugrunde legen. Im Zeitalter betonter Diversit\u00e4t richten sich Blicke aus vielen unterschiedlichen Fachrichtungen auf den Koran; und er hat der Forschung noch reichlich viel zu bieten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Entstehungsgeschichte des Koran <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einem arabischen, ideengeschichtlich heterogenen Kontext entstanden, in dem neben paganen \u2013 arabischen und persischen \u2013 auch j\u00fcdische und christliche \u00dcberlieferungen unterschiedlicher Pr\u00e4gung kursierten, ist der Koran alles andere als ein monolithisches Werk \u2013 weder sprachlich noch inhaltlich. Die recht fr\u00fchen, in Mekka verk\u00fcndeten Suren unterscheiden sich im Stil und Inhalt so sehr von den sp\u00e4teren in Medina entstandenen Suren, dass man mehrere Autoren hinter diesen Texten vermuten w\u00fcrde, w\u00fcrde man den Koran nicht als eine Offenbarung, sondern als ein Menschenwerk auffassen. Diese Diskussion ist aber nicht Thema der gegenw\u00e4rtigen Betrachtung.<\/p>\n<p>Bei den folgenden \u00dcberlegungen gehe ich von der hermeneutischen Grundannahme aus, dass der Koran eine arabische Verk\u00fcndigung aus der ersten H\u00e4lfte des 7. Jahrhunderts ist, in der weitgehend auf die Bibel und die darauf basierende religi\u00f6se Literatur des \u00f6stlichen Christentums und Judentums rekurriert wird. Nach islamischem Glauben wurde der Koran vom Propheten Muhammad verk\u00fcndet; dieser soll ab dem Jahre 610 bis zu seinem Tod in 632 vom Engel Gabriel g\u00f6ttliche Offenbarungen m\u00fcndlich empfangen haben, die er seinem Umfeld ebenfalls m\u00fcndlich mitteilte. Die verk\u00fcndeten Passagen variieren stark in L\u00e4nge und Inhalt; sie wurden wiederholt rezitiert und m\u00fcndlich tradiert. Nicht zuf\u00e4llig hei\u00dft dieses Werk <em>qur\u2019\u0101n<\/em>, ein aus dem Syrisch-Aram\u00e4ischen abgeleitetes Wort im Sinne von Rezitation. Im Koran selbst wird dieser Begriff haupts\u00e4chlich in drei Bedeutungen verwendet. Diese sind: der Akt der Rezitation (wie z. B. in Q 75:17-18), der partielle Gegenstand der Rezitation (Q 84:21) und schlie\u00dflich die Gesamtheit der rezitierten Passagen (Q 9:111).<\/p>\n<p>Damit gelangen wir zum Thema der Vielstimmigkeit des Korans. Sie begleitet ihn von Beginn an. Der gro\u00dfe Korangelehrte as-Suy\u016b\u1e6d\u012b (gest. 1505 in Kairo) stellt in seinem summarischen Kompendium der Koranwissenschaften <em>al-Itq\u0101n<\/em> <em>f\u012b \u02bful\u016bm al-qur\u2019\u0101n<\/em> (Die Beherrschung der Koranwissenschaften) fest, dass Muhammad die Offenbarungen unter Glockengel\u00e4ut, durch Inspiration des Heiligen Geistes in sein Herz, durch Gabriel in Menschengestalt oder unmittelbar von Gott im Traum oder im Wachzustand erhalten hat. Die Genese des Korans ist also schon auf der allerersten Ebene der urspr\u00fcnglichen Mitteilung der Offenbarungen durch Vielstimmigkeit gekennzeichnet. Daher kann Muhammad mit Recht als der erste Interpret der offenbarten Mitteilungen betrachtet werden: Er nahm sie wahr, entdeckte ihren Sinn und vermittelte sie seinen Zuh\u00f6rern auf eine sinnvolle Art und Weise. Dass dies der traditionell-islamischen Auffassung widerspricht, Muhammad sei blo\u00df ein passives Medium der Offenbarung und Analphabet gewesen, sei im gegenw\u00e4rtigen Zusammenhang dahingestellt. Doch welche Stimmen l\u00e4sst der Korantext selbst vernehmen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Stimme des Sprechers<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zuallererst ist die Stimme des koranischen Sprechers, die Stimme Gottes \u2013 dem Glauben nach \u2013 zu h\u00f6ren. In den gem\u00e4\u00df der Tradition erstoffenbarten Versen fordert diese Stimme einen ungenannten Mann (der \u00dcberlieferung nach: Muhammad) auf, zu lesen, d.h. nach damaliger Gewohnheit laut zu lesen bzw. vorzutragen: \u201eTrag vor im Namen deines Herrn, der schuf, den Menschen aus Geronnenem schuf! Trag vor! Denn dein Herr ist\u02bcs, der hochgeehrte der mit dem Schreibrohr lehrte, den Menschen, was er nicht wusste, lehrte.\u201c (Q 96:1-5). (Wenn nicht anders angegeben, so stammen die Koranzitate aus: Hartmut Bobzin, Der Koran. M\u00fcnchen: C.H. Beck, 2. Auflage 2017.) Der koranische Sprecher befiehlt einem Menschen, zu sprechen. Dem traditionellen Bericht zufolge verneinte Muhammad, dass er lesen k\u00f6nne. Er hatte Recht: unabh\u00e4ngig davon, ob er des Lesens m\u00e4chtig war oder nicht, verf\u00fcgte er noch \u00fcber keine Mitteilungen, die er h\u00e4tte vorlesen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Folgenden Befehl soll der koranische Sprecher nach einer Weile Muhammad erteilt haben: \u201eDu Eingeh\u00fcllter! Steh auf und warne, und deinen Herrn, den preise, und deine Kleider, die reinige, und Unreinheit, die meide, und sei nicht mildt\u00e4tig, auf Gegengaben hoffend, und harre deines Herrn!\u201c (Q 74:1-7). Der sich aus Angst und Ehrfurcht verh\u00fcllende Muhammad wird nun aufgefordert, seine prophetische Aufgabe wahrzunehmen. Dazu geh\u00f6ren innere Reinheit und Standhaftigkeit. Dem Befehl, den er als g\u00f6ttlich wahrnimmt, leistet er unverz\u00fcglich Folge.<\/p>\n<p>Im Laufe der Verk\u00fcndigung erteilt der koranische Sprecher dem Propheten direkt Befehle mittels des Imperativs \u201equl\u201c, \u201esprich, sage\u201c, der im Koran 332 Mal vorkommt. An all diesen Stellen wird ihm w\u00f6rtlich mitgeteilt, was er sagen soll. Ein ber\u00fchmtes Beispiel ist Sure 112, <em>al-I\u1e2bl\u0101\u1e63<\/em>, ein Titel, der so viel wie das reine Glaubensbekenntnis der Einheit Gottes bedeutet:<\/p>\n<p>\u201eSprich: Gott ist Einer, Ein ewig reiner, Hat nicht gezeugt und ihn gezeugt hat keiner, Und nicht ihm gleich ist einer.\u201c (Q 112 in der \u00dcbersetzung von Friedrich R\u00fcckert).<\/p>\n<p>Die Betonung der Einheit Gottes, der niemanden zeugte noch gezeugt wurde und dem niemand gleich ist, d\u00fcrfte weniger eine Zur\u00fcckweisung der heidnischen Vielg\u00f6tterei als eine Ablehnung der christlichen Lehre von der G\u00f6ttlichkeit Jesu Christi sein, der nach dem Nicaenum von Gott dem Vater gezeugt wurde, mit dem er eines Wesens ist (<em>\u1f41\u03bc\u03bf\u03bf\u03cd\u03c3\u03b9\u03bf\u03bd \u03c4\u1ff7 \u03a0\u03b1\u03c4\u03c1\u03af<\/em>).<\/p>\n<p>An vielen Stellen legt der koranische Sprecher dem Propheten in den Mund, was er in Antwort auf praktische Fragen und theologische Argumente sagen soll. An einer markanten Stelle \u00e4u\u00dfert sich der koranische Sprecher kritisch gegen Muhammad, der einen ihn suchenden Blinden vernachl\u00e4ssigend abwies und stattdessen seine Aufmerksamkeit einem reichen Mann schenkte:<\/p>\n<p>\u201eEr blickte finster drein und wandte sich ab, dass der Blinde sich an ihn gewandt. Was l\u00e4sst dich wissen, ob er sich vielleicht noch l\u00e4utere oder sich mahnen lasse, dass ihm die Mahnung n\u00fctze? Wer aber sich auf seinen Reichtum st\u00fctzt, dem schenkst du Beachtung, und es st\u00f6rt dich nicht, dass er sich nicht l\u00e4utert. Der aber, der eilends zu dir kommt und der Gott f\u00fcrchtet, dem schenkst du keine Aufmerksamkeit.\u201c (Q 80:1-10).<\/p>\n<p>Der koranische Sprecher tritt nicht nur erz\u00e4hlend und befehlend auf. In fr\u00fchen Suren spricht er Schw\u00fcre aus. W\u00e4hrend Gott im Buch Genesis 22:16 bei sich selbst schw\u00f6rt, \u201eda er bei keinem Gr\u00f6\u00dferen schw\u00f6ren konnte\u201c, wie es sp\u00e4ter im Brief an die Hebr\u00e4er 6:11 hei\u00dft, schw\u00f6rt der koranische Sprecher bei Naturph\u00e4nomenen wie der Nacht, dem Morgen, der Sonne, dem Mond, aber auch bei den Feigen- und \u00d6lb\u00e4umen, bei aufwirbelnd laufenden Pferden, beim Himmel und beim Gestirn, beim Tag der Auferstehung, dem Koran selbst und beim Herrn des Ostens und des Westens. Solche Schw\u00fcre k\u00f6nnten eine Fortsetzung des Brauchtums vorislamisch-arabischer Wahrsager sein, die der \u00dcberlieferung nach \u00e4hnliche Schwurformeln verwendet haben, damit ihre Aussagen glaubw\u00fcrdig klingen. Sich dem Prinzip verpflichtend, die Menschen derart zu adressieren, dass sie ge\u00e4u\u00dferte Aussagen verstehen k\u00f6nnen, eignet sich der koranische Sprecher offenkundig diese heidnische Praxis an, die in seinem Kontext geachtet und mit divinatorischen F\u00e4higkeiten verbunden war, um seinen Zuh\u00f6rern Glauben an seinen Aussagen abzugewinnen. Muhammad predigte zwar in der W\u00fcste, er wusste jedoch genau, wie er sein Publikum ansprechen sollte. Sein Erfolg beruht zum Teil darauf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Stimme des Gegners<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben dem koranischen Sprecher und dem Verk\u00fcnder seiner Mitteilungen sprechen auch die Gegner in der unmittelbaren Umgebung der Verk\u00fcndigung. Sie werden zitiert und widerlegt, wie die folgende Passage veranschaulicht:<\/p>\n<p>\u201eDoch manche Menschen sagen: \u201aWir glauben an Gott und an den J\u00fcngsten Tag.\u2018 Sie glauben aber nicht. Sie suchen Gott zu betr\u00fcgen und jene, welche glauben, betr\u00fcgen aber nur sich selbst, ohne es zu merken. Eine Krankheit ist in ihren Herzen, ja, Gott l\u00e4sst die Krankheit schlimmer werden. Schmerzhafte Strafe ist ihnen bestimmt \u2013 daf\u00fcr, dass sie gelogen haben. Sagt man zu ihnen: \u201aRichtet auf der Erde kein Unheil an!\u2018, dann sagen sie: \u201aWir sind es doch, die Heil bewirken!\u2018 Doch sind nicht sie die Unheilstifter, ohne es zu merken? Sagt man zu ihnen: \u201aGlaubt, wie die anderen glauben!\u2018, so sagen sie \u201aSollen wir denn wie die Toren glauben?\u2018 Doch sind nicht sie die Toren, ohne es zu wissen? Und wenn sie jene treffen, welche glauben, so sagen sie \u201aWir glauben!\u2018 Doch wenn sie dann mit ihren Satanen alleine sind, so sagen sie: \u201aWir sind auf eurer Seite! Wir sind ja doch nur Sp\u00f6tter!\u2018 Doch Gott wird seinen Spott mit ihnen treiben und sie in ihrem Aufruhr verblendet taumeln lassen. Die da den Irrweg kauften statt der Leitung, so dass ihr Handel kein Gewinn war und sie nicht rechtgeleitet waren.\u201c (Q 2:8-16).<\/p>\n<p>Muhammads Gegner glaubten nicht, dass Menschen g\u00f6ttliche Boten sein k\u00f6nnten. Sie akzeptierten offensichtlich die M\u00f6glichkeit, von den G\u00f6ttern Nachrichten zu erhalten, verbanden ein solches Ereignis jedoch mit g\u00f6ttlichen Erscheinungen, die Muhammad nicht anbieten konnte. Darin sahen sie einen Beweis daf\u00fcr, dass seine Verk\u00fcndigung nicht von Gott, sondern das Werk eines Dichters, eines Besessenen oder eines fremden Informanten sei. Sie wollten einem aus ihren eigenen Reihen keinen Glauben schenken. Sie sprachen: \u201eEinem Menschen einem einzigen von uns, sollten wir folgen.\u201c (Q 54:24). Muhammad wird ebenfalls aus diesem Grund mit Ablehnung konfrontiert: \u201e\u2018Wir werden dir nicht eher glauben, als bis du aus der Erde eine Quelle f\u00fcr uns sprudeln l\u00e4sst oder bis du einen Garten hast mit Dattelpalmen und Weinst\u00f6cken und dann bewirkst, dass zwischen ihnen B\u00e4che sprudeln; oder bis du den Himmel \u2013 wie du behauptet hast \u2013 in St\u00fccken \u00fcber uns fallen l\u00e4sst oder bis du Gott und die Engel beibringst als B\u00fcrgen oder bis du ein Haus hast voller Prunk oder gar in den Himmel aufsteigst. Und deinem Aufstieg werden wir nicht eher Glauben schenken, bis du ein Buch zu uns herniedersendest, das wir lesen k\u00f6nnen.\u2018 Sprich: \u201aPreis sei Gott! Bin ich etwas anderes als ein menschlicher Gesandter?\u2018 Es hinderte die Menschen nichts daran zu glauben, als die Rechtleitung zu ihnen kam, als dass sie sagten: \u201aHat Gott uns etwa einen Menschen als Gesandten hergeschickt?\u2018\u201c (Q 17:90-94). Darin \u00e4hnelten Muhammads Gegner fr\u00fcheren Zweiflern: \u201eDies deshalb, weil zu ihnen ihre Gesandten mit den Beweisen kamen. Sie aber sprachen: \u201aSoll denn ein Mensch uns f\u00fchren?\u2018 Da wurden sie ungl\u00e4ubig und wandten sich ab. Doch Gott ist sich selbst genug. Gott ist auf keinen angewiesen, er ist hoch zu r\u00fchmen.\u201c (Q 64:6). Muhammads Antwort darauf lautet: \u201eSprich: \u201aIch sage nicht zu euch: \u201aGottes Vorratskammern sind bei mir!\u2018 Auch das Verborgene kenne ich nicht. Und ich sage nicht zu euch: \u201aIch bin ein Engel!\u2018 Ich folge nur dem, was mir eingegeben wird.\u2018 Sprich: \u201aStehen der Blinde und der Sehende auf einer Stufe?\u2018 Denkt ihr denn nicht nach?\u201c (Q 6:50).<\/p>\n<p>Die ungl\u00e4ubigen Araber werden im Koran zitiert:<\/p>\n<p>\u201eSie sagen: \u201aEs gibt nichts anderes als unser Leben hier in dieser Welt. Wir sterben, und wir leben. Es ist allein die Zeit, die uns zugrunde richtet.\u2018 Doch haben sie kein Wissen dar\u00fcber, sie gehen allein Vermutungen nach. Wenn ihnen unsere Verse als Beweise vorgetragen werden, dann ist ihr einziges Argument: \u201aBringt unsere V\u00e4ter herbei, wenn ihr wahrhaftig seid.\u2018\u201c (Q 45:24-25). Sie bekunden an dieser Stelle ihre \u00dcberzeugung, dass es nur dieses Leben gibt und dass die schicksalhafte endlose Zeit die Quelle des Todes und allen Unheils ist, eine im vorislamischen Arabien offensichtlich verbreitete Auffassung, die wiederum eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der koranischen Konzeption der menschlichen Willensfreiheit und g\u00f6ttlichen Pr\u00e4destination spielt.<\/p>\n<p>Auch die \u201eBuchbesitzer\u201c, das sind im Koran die Juden und die Christen, die \u00fcber Offenbarungsb\u00fccher verf\u00fcgen, kommen im Koran zu Wort. Mit ihnen wird debattiert; in diesem argumentativen Zusammenhang werden die theologischen Lehren des Korans entwickelt:<\/p>\n<p>\u201eSprich: \u201aIhr Buchbesitzer! Kommt her zu einem Wort zwischen uns und euch auf gleicher Ebene! Dass wir keinem dienen au\u00dfer Gott, dass wir ihm nichts beigesellen und dass wir uns nicht untereinander zu Herren nehmen neben Gott.\u2018 Und wenn sie sich abwenden, sprecht: \u201aBezeugt, dass wir ergeben sind!\u2018\u201c (Q 3:64). Und weiter hei\u00dft es:<\/p>\n<p>\u201eIhr Buchbesitzer! Geht nicht zu weit in eurer Religion, und sagt nur die Wahrheit \u00fcber Gott! Siehe, Christus Jesus, Marias Sohn, ist der Gesandte Gottes und sein Wort, das er an Maria richtete, und ist Geist von ihm. So glaubt an Gott und seine Gesandten und sagt nicht: \u201aDrei!\u2018 H\u00f6rt auf damit, es w\u00e4re f\u00fcr euch besser. Denn siehe. Gott ist ein Gott; fern sei es, dass er einen Sohn habe. Sein ist, was in den Himmeln und auf Erden ist. Gott gen\u00fcgt als Anwalt.\u201c (Q 4:171).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Stimme der Zeiten<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gleichsam bedeutend wie die Auseinandersetzung mit aktuellen Gespr\u00e4chspartnern in der Gegenwart der Verk\u00fcndigung ist die Erz\u00e4hlung von Geschichten aus altarabischen Traditionen sowie aus dem biblischen und postbiblischen Repertoire des Judentums und Christentums. Die Geschichten folgen einer bestimmten Typologie: Gott sendet einer Volksgemeinschaft einen Gesandten aus ihrer Mitte, er findet unter seinen Mitmenschen keine Zustimmung und wird sogar verfolgt, Gott interveniert und setzt schlie\u00dflich seine Botschaft durch. Diese Geschichten machen einen Gro\u00dfteil des Korantextes aus. Bis auf die Geschichte Josephs, die nur einmal vollst\u00e4ndig in Sure 12 erz\u00e4hlt wird, werden die Geschichten fr\u00fcherer biblischer und arabischer Propheten bruchst\u00fcckhaft und zum Teil mit Wiederholungen erz\u00e4hlt. Der koranische Sprecher fungiert als Geschichtenerz\u00e4hler, der f\u00fcr die Bildung Muhammads die Narrationen als Teil der Offenbarung mitteilt (Q 12:3). Vergangene Personen und Ereignisse werden narrativ in die aktuelle Gegenwart der Verk\u00fcndigung eingebunden; Muhammad wird aufgefordert, sich ihrer zu erinnern (Q 19:2, 16). Der koranische Geschichtenerz\u00e4hler berichtet nicht ausschlie\u00dflich \u00fcber vergangene Geschehen, sondern l\u00e4sst seine Figuren direkt selbst sprechen; es entstehen lebhafte Dialoge, die die vergangenen Ereignisse als gegenw\u00e4rtige darstellen. Die Stimmen aus der Vergangenheit werden lebendig, pr\u00e4sent. Ihre Rede flie\u00dft in die Verk\u00fcndigung mit ein. Ihre Pr\u00e4senz ist nicht nur literarischer Natur; sie soll bewirken, dass Muhammads Verk\u00fcndigung bei den Zuh\u00f6rern an Authentizit\u00e4t und Autorit\u00e4t gewinnt. Die Referenzfiguren werden deshalb in den meisten F\u00e4llen nicht in der dritten Person in Abwesenheit behandelt, sondern in die Pr\u00e4senz geholt und kommen selbst zu Wort. Mit ihnen wird die vorausgegangene Heilsgeschichte Teil der Gegenwart Muhammads, der sich dadurch in die Reihe der Propheten einordnen kann. Aus lebhafter Erinnerung kann er in Bedr\u00e4ngnis Kraft sch\u00f6pfen. Die Stimmen seiner m\u00e4nnlichen Vorg\u00e4nger und Mari\u00e4 sollen seiner Stimme Macht verleihen, indem sie in seiner Verk\u00fcndigung mit erklingen. Der Koran bezeichnet sich selbst als eine \u201eermahnende Erinnerung\u201c (Q 74:54). Die Erinnerung ist im koranischen Menschenbild essenziell, da die Urs\u00fcnde des Menschen aus koranischer Sicht darin bestand, Gottes Gebot vergessen zu haben: \u201eWir hatten fr\u00fcher schon mit Adam einen Bund geschlossen, doch er verga\u00df ihn; wir fanden bei ihm keinen festen Willen.\u201c (Q 20:115).<\/p>\n<p>Unter den prophetischen Stimmen vor Muhammad ragen die von Noah, Abraham, Mose und Jesus besonders heraus. Noah ist derjenige, der von seinem Volk ausgelacht und verschm\u00e4ht wird, weil er den Befehl Gottes standhaft durchf\u00fchrt (Q 11:38). Abraham glaubt an den einen Gott, zerschmettert die G\u00f6tzen seines Volkes und wandert aus (Q 21:51-69). Muhammad beansprucht, den reinen Monotheismus Abrahams wiederherzustellen und sieht sich ihm am n\u00e4chsten. Der meisterw\u00e4hnte Prophet im Koran ist aber Moses. Er f\u00fchrt sein Volk in die Freiheit und erh\u00e4lt von Gott ein Buch, die Thora (Q 2:53-54). Ein anderes Offenbarungsbuch, das Evangelium, ist Jesus gegeben worden. Im Koran spricht er in der Wiege und ist der einzige Mensch, der Heilungswunder vollbrachte und Tote erweckte. Der Koran l\u00e4sst ihn jedoch jede g\u00f6ttliche Charakterisierung von sich ablegen und bekr\u00e4ftigen, er sei nur ein Mensch und treuer Knecht Gottes:<\/p>\n<p>\u201eDamals, als Gott sprach: \u201aJesus, Marias Sohn! Gedenke meiner Gnade, die ich dir und deiner Mutter erwies! Damals, als ich dich st\u00e4rkte mit dem Heiligen Geist, als du zu den Menschen sprechen solltest \u2013 in der Wiege und im Mannesalter. Damals, als ich dich lehrte \u2013 das Buch, die Weisheit, das Gesetz und das Evangelium. Und damals, als du aus Ton etwas schufst, was die Gestalt von V\u00f6geln hatte, mit meiner Erlaubnis, es dann anbliesest, so dass es wirklich V\u00f6gel wurden, mit meiner Erlaubnis, und Blinde heiltest und Auss\u00e4tzige, mit meiner Erlaubnis, und damals, als du die Toten herausbrachtest, mit meiner Erlaubnis. Damals, als ich die Kinder Israel von dir fernhielt, als du mit den Beweisen zu ihnen kamst, da sprachen die Ungl\u00e4ubigen unter ihnen: \u201aDas ist doch nichts als klarer Zauber!\u2018\u201c (Q 5:110).<\/p>\n<p>\u201eUnd damals, als Gott sprach: \u201aO Jesus, Sohn Marias, hast du den Menschen denn gesagt: \u201aNehmt mich und meine Mutter zu G\u00f6ttern neben Gott\u2018?\u2018 Er sprach: \u201aGepriesen seist du! Mir steht nicht zu, dass ich etwas sage, wozu ich nicht berechtigt bin. Und h\u00e4tte ich es gesagt, so wei\u00dft du es; du wei\u00dft ja, was in meinem Inneren ist, doch ich wei\u00df nicht, was in deinem Inneren ist. Siehe, du bist es, der die Verborgenheiten am besten kennt.\u2018\u201c (Q 5:116).<\/p>\n<p>Genauso wie Vergangenes vergegenw\u00e4rtigt wird, wird im Koran auch K\u00fcnftiges, insbesondere Apokalyptisches und Eschatologisches, prognostiziert. An vielen Stellen verwendet der Koran bei der Beschreibung solcher Szenen den prophetischen Perfekt. Dadurch wird bewirkt, dass futurische Ereignisse als bereits geschehen geschildert werden. Auch hier erheben sich Stimmen. Neben der Stimme Gottes, des allm\u00e4chtigen allwissenden Richters, sprechen am J\u00fcngsten Tag die Menschen, die zur Rechenschaft gezogen werden: \u201eAm Tag, an dem die Ungl\u00e4ubigen dem Feuer vorgef\u00fchrt werden: \u201aIst das nicht die Wahrheit?\u2018 Sie sprechen: \u201aO ja, bei unserem Herrn!\u2018 Er spricht: \u201aSo schmeckt die Strafe daf\u00fcr, dass ihr ungl\u00e4ubig wart!\u2018\u201c (Q 46:34). In der H\u00f6lle sprechen die S\u00fcnder; sie stellen eindrucksvoll die unermesslichen Qualen, die sie erleiden m\u00fcssen, dar:<\/p>\n<p>\u201eDie nicht glauben, f\u00fchrt man zur H\u00f6lle hin in Scharen. Sind sie dort angekommen, werden ihre Pforten aufgetan, und die W\u00e4rter sagen dort zu ihnen: \u201aKamen denn keine Gesandten zu euch von euren eigenen Leuten, um euch die Verse eures Herrn vorzutragen und euch zu warnen vor der Begegnung mit diesem eurem Tag?\u2018 Sie werden sprechen: \u201aJa doch!\u2018 Doch f\u00fcr die Ungl\u00e4ubigen ist das Wort der Strafe wahr geworden.\u201c (Q 39:71).<\/p>\n<p>Im Paradies sprechen die belohnten Gl\u00e4ubigen, die triumphierend ihren erstrebenwerten Wohlstand beschreiben:<\/p>\n<p>\u201eDie ihren Herrn f\u00fcrchten, f\u00fchrt man zum Paradiesesgarten hin in Scharen. Sind sie dort angekommen, werden seine Pforten aufgetan, und die W\u00e4rter sagen dort zu ihnen: \u201aFriede sei mit euch! Es soll euch wohlergehen! So betretet ihn f\u00fcr ewig!\u2018 Sie werden sagen \u201aLobpreis sei Gott, der sein Versprechen an uns wahr gemacht und uns die Erde erben lie\u00df. Nun k\u00f6nnen wir im Paradiesesgarten weilen, wo wir wollen.\u2018 Wie sch\u00f6n ist doch der Lohn derer, die Gutes tun!\u201c (Q 39:73-74).<\/p>\n<p>Verglichen mit dem Neuen Testament beschreibt der Koran reichlich solche Szenen. Die Beschreibungen sind sinnlich, fassbar, eindrucksvoll. Sie sollen auf die unmittelbaren Rezipienten der Verk\u00fcndigung massiv einwirken, indem die betroffenen Personen selber ihre Lage beschreiben.<\/p>\n<p>Nicht nur die Engel sprechen im Koran: \u201eDamals, als dein Herr zu den Engeln sprach: \u201aSiehe, einen Nachfolger will ich einsetzen auf der Erde!\u2018 Da sprachen sie: \u201aWillst du jemanden auf ihr einsetzen, der Unheil auf ihr anrichtet und Blut vergie\u00dft \u2013 wo wir dir Lobpreis singen und dich heiligen?\u2018 Er sprach: \u201aSiehe, ich wei\u00df, was ihr nicht wisst.\u2018\u201c (Q 2:30). Auch die D\u00e4monen (Dschinnen) kommen zu Wort, um seine wundersame Natur zu best\u00e4tigen: \u201eSprich: \u201aBedeutet wurde mir, dass eine Schar von Dschinnen lauschte. Sie sprachen: \u201aWir h\u00f6rten einen wundersamen Vortrag, der auf den rechten Weg f\u00fchrt. An ihn glauben wir und werden unserem Herrn keinen beigesellen!\u2018\u201c (Q 72:1-2). Satan wird als einer von ihnen vorgestellt: \u201eDamals, als wir zu den Engeln sprachen: \u201aFallt vor Adam nieder!\u2018 Da fielen alle nieder, au\u00dfer Iblis, der zu den Dschinnen z\u00e4hlte und sich dem Gehei\u00df seines Herrn verweigerte. Wollt ihr euch denn ihn und seine Sippschaft statt meiner zu Freunden nehmen \u2013 wo sie euch doch feind sind? Welch schlechter Tausch ist das wohl f\u00fcr die Frevler!\u201c (Q 18:50). Im Gespr\u00e4ch mit Gott begr\u00fcndet er quasi naturwissenschaftlich, warum er vor dem neugeschaffenen Adam nicht in die Knie geht. Danach verspricht er, die Menschen vielf\u00e4ltig zu verf\u00fchren:<\/p>\n<p>\u201eWir erschufen euch, dann gestalteten wir euch. Dann sprachen wir zu den Engeln: \u201aWerft euch vor Adam nieder!\u2018 Da warfen sie sich nieder, au\u00dfer Iblis \u2013 er geh\u00f6rte nicht zu denen, die sich niederwarfen. Er sprach: \u201aWas hielt dich davon ab, niederzufallen, da ich es dir befahl?\u2018 Er sprach: \u201aIch bin besser als er. Mich schufst du aus Feuer, ihn schufst du aus Lehm.\u2018 Er sprach: \u201aSteige herab aus ihm! Es steht dir nicht an, dich in ihm hochm\u00fctig zu zeigen. So geh hinaus! Siehe, du bist einer der Geringgeachteten.\u2018\u201c (Q 7:11-18).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Reiz der Mehrstimmigkeit <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dem traditionellen islamischen Glauben nach ist der Koran die Rede Gottes, herabgesandt auf den Propheten Muhammad, der sie ohne eigenes Zutun verk\u00fcndete. Die oben angef\u00fchrte Darstellung macht allerdings deutlich, dass die in der ersten Person Singular und Plural sprechende g\u00f6ttliche Stimme nicht die einzige im Koran vernehmbare ist. Eine F\u00fclle von anderen Stimmen kommt dort ebenfalls zur Sprache. Der koranische Sprecher baut ihre Reden in seine Rede ein. Diese ist nicht einstimmig, sondern mehrstimmig; sie ist nicht monologisch, sondern dialogisch. Ihre Dialogizit\u00e4t besteht nicht nur in den Dialogen, die der koranische Sprecher mit menschlichen Gespr\u00e4chspartnern \u2013 auch mit Muhammed, wie etwa in Q 33:1,28,45,50-52 \u2013 f\u00fchrt. Viel gewichtiger in diesem Zusammenhang sind die Gespr\u00e4che, die andere Sprecher \u2013 das sind Engel, D\u00e4monen und Menschen: Propheten, Gl\u00e4ubige, Frevler, Zweifler, Gerettete, Verdammte \u2013 miteinander f\u00fchren und die als Bestandteil der Offenbarung verk\u00fcndet werden. Es wird nicht nur \u00fcber sie geredet, sondern sie selber \u00e4u\u00dfern sich, sie werden zitiert, ihre Worte werden wiedergegeben, wenn sie in der Vergangenheit gesagt wurden, und vorweggenommen, wenn sie in der antizipierten Zukunft gesprochen werden. Vergangenes und K\u00fcnftiges gleicherma\u00dfen sind Gegenstand des umfassenden g\u00f6ttlichen Wissens. Denn alle Zeiten sind im Blick Gottes erfasst. Doch das ist hier nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend ist vielmehr, dass sich all diese Stimmen \u00e4u\u00dfern und dass ihre \u00c4u\u00dferungen als Teil der g\u00f6ttlichen Rede gelten \u2013 mit dem islamischen Glauben gesprochen. Dass solche \u00c4u\u00dferungen in den biblischen B\u00fcchern vorkommen, wundert nicht, denn diese sind von Menschen verfasst worden, die \u00fcber vergangene Geschehnisse berichteten, also auch \u00fcber Gespr\u00e4che, die im Rahmen dieser Geschehnisse stattgefunden hatten. Dem Koran wird im Islam ein anderer Status zugeschrieben: er ist Gottes verbale Rede. Darin liegt der Reiz seiner Mehrstimmigkeit. Der koranische Sprecher, d.h. die Stimme Gottes nach dem Glauben des Islam, integriert andere Stimmen, selbst die satanische, in seine Rede. Seine Rede gestaltet sich damit zu einem polyphonen Ensemble von unterschiedlichen T\u00f6nen und Inhalten. An manch einer Stelle gleicht die Rede dem Operngesang. Solos\u00e4nger und Ch\u00f6re erheben ihre Stimmen: einmal nacheinander, dann wieder gleichzeitig; die Stimmen folgen einander einmal langsam, ein anderes Mal im raschen Rhythmus; hier sind sie hoch, dort pl\u00f6tzlich sind sie leise; sie k\u00f6nnen einzeln zu h\u00f6ren sein, dann gehen sie ineinander \u00fcber und bilden ein polyphones Tableau, in dem es nicht mehr leicht f\u00e4llt, die einzelnen W\u00f6rter noch voneinander zu unterscheiden. Vielstimmigkeit kann Ambiguit\u00e4t erzeugen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem koranischen Text. Er enth\u00e4lt mehrdeutige Ausdr\u00fccke, unklare Stellen und vielschichtige Passagen. Es ist eine echte Herausforderung, sich mit dem Koran hermeneutisch zu befassen. Die umfangreiche koranexegetische Tradition mit zahlreichen, meistens mehrb\u00e4ndigen Werken hervorragender Kommentatoren von fr\u00fchislamischer Zeit bis in die Gegenwart \u2013 genauso wie die Bem\u00fchungen moderner Wissenschaftler in Ost und West um ein besseres Verst\u00e4ndnis seines Textes \u2013 bezeugen diese Tatsache. Dem Korantext wohnt die Diversit\u00e4t inne. Viele Sprecher bilden sein Gef\u00fcge. Sie \u00e4u\u00dfern sich zu verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Intentionen und unterschiedlichen Worten. Ihre Reden auszulegen und in Verh\u00e4ltnis zueinander zu setzen, erfordert umfangreiches philologisches, literarisches, historisches, religionswissenschaftliches und theologisches Wissen sowie starke analytische F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p>Nimmt man die Vielstimmigkeit des Korans zum Ansatzpunkt der Betrachtung, erscheint er als dichtes Kommunikationsnetzwerk. Daran beteiligen sich die g\u00f6ttliche Stimme sowie Menschen und Geister. Ihre Kommunikationen bilden die Gesamtheit des Koran. Er ist nicht nur die Rede einer einzigen, sondern vieler aufeinander bezogener Stimmen. Sie kommen alle zur Sprache, sie artikulieren ihre Absichten und Interessen, als Performanten von Sprechakten nehmen sie am Offenbarungstext teil. Der koranische Sprecher unterdr\u00fcckt sie nicht, sondern nimmt sie in seine Rede als voll integrierte Kommunikationen auf.<\/p>\n<p>Die Wahrnehmung der immanenten Mehrstimmigkeit des Korans ist von gewichtiger Bedeutung f\u00fcr die weitere Entwicklung einer Koranhermeneutik, die mit modernen wissenschaftlichen Mitteln die diversen Artikulationen, Stimmen und Stimmlagen der Kommunikationspartner im Koran analysiert und den tiefen Sinn seiner Aussagen interpretiert. Aufgrund der inneren Diversit\u00e4t koranischer Rede muss eine solche Koranhermeneutik auf Interdisziplinarit\u00e4t hin ausgerichtet sein. Der Koran selbst l\u00e4dt zu einem solchen Unternehmen ein. Denn ein von diskursiver Vielfalt gepr\u00e4gter Text muss nat\u00fcrlich f\u00fcr unterschiedliche Herangehensweisen in der Wissenschaft offen sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das Potenzial der Diversit\u00e4t <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Schluss m\u00f6chte ich hervorheben, dass die Wahrnehmung des Korans als ein vielstimmiges Kommunikationsnetzwerk bedeutende Implikationen f\u00fcr die interreligi\u00f6sen Beziehungen mit sich bringt. Denn Teil des vielf\u00e4ltigen Korangef\u00fcges sind nicht nur die Stimmen von Juden und Christen, sondern auch von Polytheisten, Ungl\u00e4ubigen und sogar Verdammten. Sie kommen alle gleicherma\u00dfen zur Sprache und d\u00fcrfen sich \u00e4u\u00dfern, auch wenn ihre Ansichten nicht im Sinne Gottes sind und als falsch zur\u00fcckgewiesen oder verurteilt werden. Ihre Stimmen werden trotzdem nicht unterdr\u00fcckt oder zum Schweigen gebracht. Ganz im Gegenteil. Sie sind Bestandteil einer G\u00f6ttlichkeit beanspruchenden Rede. Sie beteiligen sich an einem diskursiven Kommunikationsnetzwerk, in dessen Rahmen Argumente ausgetauscht werden. Dass immer Gott und seine Gesandten die besseren Argumente liefern, liegt freilich in der Natur des religi\u00f6sen Diskurses. Dass im Diskurs aber die g\u00f6ttliche Stimme und ihr Gegenteil gleicherma\u00dfen aufrechterhalten bleiben, birgt gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr eine bessere Verst\u00e4ndigung zwischen den Muslimen und anderen Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen. Denn der von Diversit\u00e4t charakterisierte Koran ist von seinem Wesen her offen f\u00fcr die Andersheit. Er ist ein polyphones Gef\u00fcge, eine vielstimmige Rede, ein diskursives Werk mit mehreren Sprechakteuren, die sich zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich \u00e4u\u00dfern. Eben diese diskursive Flexibilit\u00e4t erm\u00f6glicht es, den Koran als interpretationsoffenes Werk aufzufassen, das f\u00fcr interreligi\u00f6se Diskurse gut geeignet ist. Von einem gl\u00e4ubig islamischen Standpunkt aus kann die diskursive Vielstimmigkeit des Korans sogar als Pendent f\u00fcr die menschliche Vielfalt verstanden werden, die von Gott gewollt wird, damit die Menschen einander kennenlernen: \u201eIhr Menschen! Siehe, wir erschufen euch als Mann und Frau und machten euch zu V\u00f6lkern und zu St\u00e4mmen, damit ihr einander kennenlernt. Siehe, der gilt bei Gott als edelster von euch, der Gott am meisten f\u00fcrchtet. Siehe, Gott ist wissend, kundig.\u201c (Q 49:13). Ohne Kommunikation k\u00f6nnte dieser Zweck nicht erf\u00fcllt werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Besch\u00e4ftigung mit dem Koran in Europa stand lange Zeit unter dem Druck politischer und milit\u00e4rischer Konfrontation mit muslimischen Staaten und Heeren. 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