{"id":32361,"date":"2023-07-17T14:36:22","date_gmt":"2023-07-17T12:36:22","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=insekten-sterben-faktor-mensch"},"modified":"2025-11-14T12:31:28","modified_gmt":"2025-11-14T11:31:28","slug":"der-sturzflug-der-schmetterlinge","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/der-sturzflug-der-schmetterlinge\/","title":{"rendered":"The dive of the butterflies"},"content":{"rendered":"<h3>Introduction<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 2006 erschien der Dokumentarfilm \u201eAn Inconvenient Truth\u201c (dt.: Eine unbequeme Wahrheit) von Davis Guggenheim. Der damalige US-Vizepr\u00e4sident und Pr\u00e4sidentschafts\u00adkandidat Al Gore beleuchtete darin die globale Erw\u00e4rmung, den Klimawandel, ihre Ursachen und die absehbaren, \u00fcberwiegend negativen Folgen f\u00fcr Erde und Menschheit. Da der Klimawandel gr\u00f6\u00dftenteils menschengemacht und eine Folge unseres Lebensstils und der Art und Weise ist, wie wir die Ressourcen der Erde nutzen, war diese Botschaft f\u00fcr viele Menschen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein unbequemes \u00c4rgernis; anhaltende Kritik bis hin zur Leugnung der Zusammenh\u00e4nge war und ist die Folge.<\/p>\n<p>Es scheint, dass sich die Geschichte nun wiederholt. Eine weitere unbequeme Wahrheit ist sp\u00e4testens im Herbst 2017 publik geworden: ein massiver R\u00fcckgang unserer heimischen Insekten, das Insektensterben und nicht nur dieser, sondern zahlreicher weiterer Arten der Flora und Fauna. Schlimmer noch: Dieser R\u00fcckgang an Biomasse und Arten ist eingebunden in eine globale Biodiversit\u00e4tskrise.<\/p>\n<p>Forscher messen heute einen R\u00fcckgang der Biodiversit\u00e4t von erdgeschichtlichem Ausma\u00df. Harte Befunde sprechen daf\u00fcr, dass ein Massenaussterben von solcher Gr\u00f6\u00dfe in Gang gekommen ist, wie es in den vergangenen 541 Millionen Jahren \u2013 der \u00c4ra h\u00f6heren Lebens, dem Phanerozoikum \u2013 bisher nur f\u00fcnfmal zu verzeichnen war. Damals l\u00f6sten vor allen Dingen tektonische, vulkanische oder klimatologische Gro\u00dfereignisse Massensterben aus. Am bekanntesten ist vermutlich das letzte gro\u00dfe Massensterben vor 66 Millionen Jahren, als ein Asteroid die Erde mit der Wucht von einer Milliarde Atombomben traf, was innerhalb kurzer Zeit zum Kollaps der meisten \u00d6kosysteme und zum Verschwinden nicht nur der Dinosaurier, sondern von rund 70 % aller existierenden Arten f\u00fchrte. Man vergegenw\u00e4rtige sich das unvorstellbare Ausma\u00df einer solchen Katastrophe. Denn: F\u00fcr das sechste Gro\u00dfe Massensterben, das nun offenkundig in Gang gekommen ist, ist nicht irgendeine Naturgewalt, sondern allein der Mensch verantwortlich, genauer: Die Art und Weise, wie wir diesen Planeten bewirtschaften. Dahinter wiederum stecken Milliardenums\u00e4tze von Industrie und Agrarkonzernen, und so ist es kein Wunder, dass auch die Botschaft vom Insektensterben, von der globalen Biodiversit\u00e4tskrise, nicht gerne geh\u00f6rt wird \u2013 in der Tat also eine unbequeme Wahrheit 2.0.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckgang unserer heimischen Insekten begann, wie wir gleich sehen werden, schon vor rund 200 Jahren, doch wurde dies lange Zeit im Wesentlichen nur von Fachleuten registriert, dokumentiert und durchaus auch beklagt, ohne dass man darauf geh\u00f6rt h\u00e4tte. Inzwischen hat das Insektensterben ein solches Ausma\u00df angenommen, dass es selbst aufmerksamen Laien auff\u00e4llt: Zum Beispiel bleiben heute selbst nach langen \u00dcberlandfahrten die Windschutzscheiben und K\u00fchlergrills der Autos ziemlich sauber, w\u00e4hrend sie noch vor wenigen Jahrzehnten stark durch Insektenschlag verunreinigt wurden; der \u201eInsektenschwamm\u201c kommt an unseren Tankstellen zum Scheibenputzen nur noch selten zum Einsatz. Vielfach, aber durchaus nicht \u00fcberall, registrieren Gartenbesitzer auch, dass sich am bl\u00fchenden Sommerflieder wesentlich weniger Falter einfinden als in der Vergangenheit.<\/p>\n<p>Auch wenn manche Kreise aus erw\u00e4hnten Gr\u00fcnden jede Signifikanz solcher Aussagen leugnen, sind solche und \u00e4hnliche Befunde dennoch realer Ausdruck eines dramatischen R\u00fcckgangs unserer Insekten. Dieser ist durch zahlreiche unabh\u00e4ngige Befunde und Indizien gest\u00fctzt und ist wissenschaftlich unstrittig. Am Beispiel der Schmetterlinge \u2013 international anerkannte Bioindikatoren und die viertgr\u00f6\u00dfte Tiergruppe der Welt \u2013 l\u00e4sst sich dies auch in Bayern klar belegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Das Insektensterben begann mit Industrialisierung und Agrarrevolution<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Begriff und das Ausma\u00df des Insektensterbens wurden mit einer im Herbst 2017 erschienenen Studie deutlich, an der Forscher vom Entomologischen Arbeitskreis Krefeld e. V. ma\u00dfgeblich beteiligt waren. Sie hatten in 63 Schutzgebieten, vorwiegend in Nordrhein-Westfalen, \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume Insekten mithilfe von Flugunterbrechungsfallen (sog. Malaisefallen) gesammelt. Eine Bestimmung des Nettogewichts der jeweiligen Proben ergab, dass die Biomasse an Fluginsekten innerhalb von 1989 bis 2016, also in nur 27 Jahren, um mehr als 76 % zur\u00fcckgegangen ist. Die Autoren verstanden es gl\u00fccklicherweise, mit diesem dramatischen Befund die Medien so aufzur\u00fctteln, dass sie die Problematik in diversen Artikeln aufnahmen. Seither sind die Begriffe <em>Krefeld-Studie<\/em> and <em>Insektensterben<\/em> allgemein bekannt.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re allerdings ein Irrtum zu glauben, das Insektensterben w\u00e4re ein neuzeitliches Ph\u00e4nomen, quasi aus heiterem Himmel gefallen und von den Krefelder Kollegen erstmals bemerkt worden. Vielmehr ist es Ausdruck einer schon gut 200 Jahre laufenden negativen Entwicklung der heimischen Artenbest\u00e4nde, die mit dem aufbl\u00fchenden Kapitalismus und Beginn der industriellen und Agrarrevolution schon im 18. Jahrhundert einsetzte. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Fachwissenschaftler darauf aufmerksam, erkannten und beschrieben messerscharf die Ursachen, doch ihre Mahnungen verhallten weitgehend ungeh\u00f6rt \u2013 im Prinzip bis zum Erscheinen der Krefeld-Studie. Der ber\u00fchmte Naturforscher Alexander von Humboldt kritisiert sogar schon Ende des 18. Jahrhunderts gro\u00dffl\u00e4chig abgeholzte Urw\u00e4lder, verw\u00fcstete Landstriche und Monokulturen in S\u00fcdamerika.<\/p>\n<p>Im Jahr 1840 beklagt der Botaniker Carl Friedrich Philipp von Martius in seiner <em>Flora Brasiliensis<\/em> ebenfalls anthorpogene Naturzerst\u00f6rung in S\u00fcdamerika : \u201eWenn man \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe und das Erhabene in der Natur nachdenkt, dr\u00e4ngt sich der Gedanke an die Gier des menschlichen Geschlechtes auf, das ohne Achtung nichts unber\u00fchrt l\u00e4sst, was ihm von Nutzen sein kann.\u201c<\/p>\n<p>In unseren Landen war der Begr\u00fcnder der modernen Ornithologie in Mitteleuropa, Johann Friedrich Naumann (1780-1857), einer der ersten, der die ver\u00e4nderte Landnutzung als Ursache f\u00fcr den R\u00fcckgang von V\u00f6geln, Ver\u00e4nderung des lokalen Klimas, Einfl\u00fcsse auf den Boden und \u00d6kosystemfunktionen in Zusammenhang brachte. In seiner Klage \u00fcber die &#8222;Verminderung der V\u00f6gel in der Mitte von Deutschland&#8220; schreibt er: \u201eSolche Erfahrungen &#8230; m\u00fcssen uns endlich auch auf eine der mancherlei Ursachen leiten, welche am mehrsten die Abnahme der V\u00f6gelzahl bewirkt oder gro\u00dfen Antheil an deren Verminderung hat. Nur zu gewi\u00df ist sie, als Folge der Vermehrung der Menschen und ihrer Bed\u00fcrfnisse, in der gesteigerten Industrie und einer eintr\u00e4glichen Benutzung des Bodens zu suchen. Den Ackerbau zu f\u00f6rdern und seine Erzeugnisse zu vermehren, suchte man allerlei Mittel und Wege hervor, oft energische und k\u00fcnstliche sogar, und nur jenen im Auge wurde selbst manches tr\u00fcgerische Project, nicht selten mit Vernachl\u00e4ssigung aller Sorge f\u00fcr die Existenz kommender Geschlechter, sowie zum Schaden der V\u00f6gel durchgef\u00fchrt. Dies wird namentlich in der Mittel unsers deutschen Vaterlandes \u00fcberall bemerklich &#8230;. Striche, unterbrochen durch W\u00e4ldchen und Geb\u00fcsche mancherlei Art, die sonst unseren Fluren die liebliche Abwechslung gew\u00e4hrten, sind in j\u00fcngster Zeit in eint\u00f6nige Ackerfl\u00e4chen umgewandelt; ohne alle Schonung verfuhr man gegen jene, angeblich um der kleinen Sorge f\u00fcr ihre Erhaltung enthoben zu sein und zugleich eine erh\u00f6hte Nutzung der Fl\u00e4che zu erzielen, die dennoch auch als Feld oft genug precair blieb, wovon eintretender Mangel an Nutzholz wol obenan steht, wie denn die verlorene Adh\u00e4sion der Gewitter- und Regenwolken, die Unterbrechung ausd\u00f6rrender Winde, das Vertilgen sch\u00e4dlich werdender Insekten durch die V\u00f6gel nicht minder Erw\u00e4hnung verdienen. Besonders haben unsere kleinen Singv\u00f6gel durch rastloses, fast zur Monde gewordenes Ausroden wilder Geh\u00f6lze, Feldhecken und abgesonderter Waldtheile, um f\u00fcr den Ackerbau Land zu gewinnen, so viele Aufenthaltsorte verloren &#8230; .\u201c<\/p>\n<p>Nur wenig sp\u00e4ter berichten Schmetterlingsforscher, Lepidopterologen, aus Regensburg \u00fcber den lokalen R\u00fcckgang der Best\u00e4nde und das Erl\u00f6schen fr\u00fcherer Fundstellen aufgrund ver\u00e4nderter Landnutzung durch Industrie und Landwirtschaft. Dr. Gottlieb August Wilhelm Herrich-Sch\u00e4ffer (1799-1874), einer der bedeutendsten Lepidopterologen seiner Zeit, schreibt dazu im Jahr 1854 in der Schmetterlingsfauna von Regensburg: \u201eIch glaube nicht, dass durch wirkliche Sammler Arten in einer Gegend ausgerottet werden k\u00f6nnen. Wenn die Frequenz einzelner durch sinnloses Zusammenraffen aller erreichbaren Exemplare auch auf Jahre hinaus merkbar vermindert werden kann, so denke ich doch, dass hiezu klimatische Verh\u00e4ltnisse und vor Allem die leidige Wuth der Oekonomen, jedes Fleckchen nutzbar zu machen, unverh\u00e4ltniss\u00adm\u00e4ssig mehr beitragen.\u201c<\/p>\n<p>31 Jahre sp\u00e4ter musste der Kaufmann Anton Schmid (1809-1899) feststellen, dass diese Entwicklung fortgeschritten war und man nun schon in das 20 Kilometer entfernte Kelheim fahren muss, um bestimmte Arten noch anzutreffen. In seiner Fauna von 1885 bemerkt er: \u201eDie fr\u00fcher angef\u00fchrten Fundstellen sind so ziemlich die alten geblieben, was wir wohl unseren Bodenverh\u00e4ltnissen zu verdanken haben; immerhin aber ist mancher Fleck Erde der Cultur, den Fabrik- oder Eisenbahnanlagen zum Opfer gefallen, nur nicht in dem Maasse, um, wie anderw\u00e4rts, das g\u00e4nzliche Verschwinden einzelner Species beklagen zu m\u00fcssen. Bedauerlicher dagegen ist der Unverstand, mit welchem man fortw\u00e4hrend den Hecken durch vermeintlich begr\u00fcndetes oder muthwilliges Ausrotten zu Leibe geht und, dass alle m\u00fcndlichen wie schriftlichen Auslassungen \u00fcber die grossen allgemeinen Nachtheile kein Geh\u00f6r finden wollen. Bietet ja in dieser Hinsicht dem Naturfreunde fast jedes Fr\u00fchjahr eine neue, unliebsame Ueberraschung. Der vorhin erw\u00e4hnte Ausfall von Arten der fr\u00fcheren Fauna findet sich \u00fcbrigens reichlich gedeckt durch die Zurechnung der sch\u00f6nen Kelheimer Gegend, (\u2026).\u201c<\/p>\n<p>Mit modernen Worten zusammengefasst: Schon Mitte des 19. Jahrhunderts war klar, dass sich Monokulturen, Flurbereinigung und Fl\u00e4chenfra\u00df negativ auf die Best\u00e4nde heimischer Arten auswirken und auch das lokale Klima und die Bodenerosion beeinflussen. Mitte des 20. Jahrhunderts ist dann noch der \u2013 seither massiv steigende \u2013 Einsatz von Kunstd\u00fcnger und Pestiziden dazugekommen. Damit w\u00e4ren bereits die wesentlichen Faktoren des Insektensterbens in Mitteleuropa vorhanden! Allein, schon damals verhallte der Protest von Fachleuten gegen diese Entwicklung \u2013 Anton Schmids Worte scheinen in diesem Zusammenhang geradezu zeitlos aktuell!<\/p>\n<p>Da die Industrialisierung der Landwirtschaft und die Ausweitung der Agrar-, Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4chen in Deutschland bis heute immer weiter fortgeschritten ist, nahm parallel dazu die Biodiversit\u00e4t immer weiter ab. Heute dokumentieren die \u201eRoten Listen\u201c der gef\u00e4hrdeten Tier- und Pflanzenarten Bayerns bzw. Deutschlands diese Entwicklung; sie werden leider immer l\u00e4nger. Zun\u00e4chst beginnend mit einer abnehmenden H\u00e4ufigkeit, erl\u00f6schen sp\u00e4ter einzelne Populationen, bis schlie\u00dflich eine Art ganz aus der Gegend oder im schlimmsten Fall: von der Erde verschwindet. Diese allgemeine Tendenz l\u00e4sst sich heute auf allen Skalengr\u00f6\u00dfen (regional, national, europaweit, global) feststellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>R\u00fcckgang der Schmetterlinge in Bayern \u2013 und dar\u00fcber hinaus<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schmetterlinge (Ordnung Lepidoptera Linnaeus, 1758) sind \u00e4u\u00dferst artenreich. Weltweit gibt es ca. 175.000 beschriebene Arten, aus Bayern sind bisher 3.278 Arten bekannt. Sie wurden schon im 18. Jahrhundert gerne gesammelt. Daher gibt es in Naturkundemuseen umfangreiches Belegmaterial und auch reichhaltig Literaturquellen, die Auskunft \u00fcber die fr\u00fchere Verbreitung und H\u00e4ufigkeit geben. Sehr umfangreiche Best\u00e4nde finden sich beispielsweise in der Zoologischen Staatssammlung M\u00fcnchen \u2013 mit mehr als 11 Millionen Exemplaren die gr\u00f6\u00dfte Schmetterlings-Forschungssammlung der Welt; weiterhin gibt eine Reihe \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher oder privater Sammlungen Einblick in die fr\u00fchere Verbreitung. Aus dem Vergleich der historischen Datenbasis mit aktuellen Erhebungen l\u00e4sst sich die Bestandsentwicklung rekonstruieren.<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren ver\u00f6ffentlichten wir eine r\u00e4umlich und zeitlich differenzierte Checkliste, eine Art Volksz\u00e4hlung, der Schmetterlinge Bayerns, aus der aufschlussreiche Daten zur Bestandsentwicklung abgeleitet werden konnten. Die Erstellung einer solch umfangreichen Basisstudie w\u00e4re ohne die Kooperation zahlreicher engagierter Privatsammler, unter anderem aus der M\u00fcnchner Entomologischen Gesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen, gar nicht m\u00f6glich gewesen. Dank der umfangreichen Sammlungsbest\u00e4nde in der Staatssammlung, eigenen Sammlungen und der Zuarbeit vieler Kolleginnen und Kollegen konnten wir insgesamt fast 500.000 Datens\u00e4tze aus Bayern auswerten, zeitlich zur\u00fcckreichend bis in die Fr\u00fchphase der Agrarrevolution im 18. Jahrhundert. In Anbetracht der umfangreichen Datenbasis, der hohen Artenzahl, der relativ gro\u00dfen Fl\u00e4che Bayerns\u00a0 und der Tatsache, dass Schmetterlinge als Bioindikatoren geeignet sind, um allgemeine Schl\u00fcsse \u00fcber die Situation der Insekten und ihrer Lebensr\u00e4ume zu ziehen, hat diese Studie sicher Aussagekraft weit \u00fcber die Grenzen Bayerns hinaus.<\/p>\n<p>Wir mussten feststellen, dass 428 von 3.243 Arten im 21. Jahrhundert ausgestorben oder verschollen waren \u2013 ein Anteil von 13 %! Seither ist die Forschung weitergegangen und die Zahl der aus Bayern bekannten Arten hat sich mittlerweile auf 3.278 erh\u00f6ht, die der fehlenden auf 375 (= 11 %) vermindert. Diese leicht verbesserten Zahlen sind aber lediglich Ausdruck besonders intensiver, gezielter Nachsuche in den vergangenen Jahren; sie zeigen weder eine echte Zunahme des Artenbestandes an. Die neu hinzugekommenen Arten waren schon immer heimisch, sind aber bisher unentdeckt geblieben. Noch ist eine Erholung der Best\u00e4nde festzustellen. Die wiedergefundenen Arten sind so kryptisch oder so selten geworden, dass sie mit Standardmethoden nicht ohne weiteres zu finden sind. Vielmehr sind sie leider nur eine kleine kosmetische Korrektur der Zahlen. An den prinzipiellen Befunden hat sich dadurch nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Dies wird im zeitlichen Vergleich der Entwicklung der Artenzahl deutlich. Geeignet hierf\u00fcr sind Angaben in den Roten Listen bayerischer Schmetterlinge, die in den Jahren 1992 und 2004 publiziert wurden. In der folgenden Grafik ist jeweils die Anzahl der ausgestorbenen oder verschollenen Arten dargestellt. Man erkennt unschwer, dass der R\u00fcckgang der Arten nicht nur best\u00e4ndig fortgeschritten ist, sondern sich dies sogar mit zunehmender Geschwindigkeit vollzieht.<\/p>\n<p>In der Checkliste wurden die Artenbest\u00e4nde auch f\u00fcr unterschiedliche Zeitabschnitte erfasst. Dabei stellte sich heraus, dass zwischen 1971 und 2000, also in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts, mehr Arten aus Bayern verschwunden sind als in den gesamten 200 Jahren zuvor.<\/p>\n<p>Bei der Betrachtung der Lebensraumanspr\u00fcche der verschwundenen Arten f\u00e4llt auf, dass besonders die Arten der offenen Flur, \u201eWiesenschmetterlinge\u201c im weiteren Sinn, zur\u00fcckgegangen sind, und hier insbesondere auf warmtrockene, n\u00e4hrstoffarme Magerrasen und Felsfluren spezialisierten Arten; bei ihnen sind die Verluste rund dreimal h\u00f6her als im allgemeinen Schnitt.<\/p>\n<p>Auch Naturschutzgebiete sind von dieser Entwicklung nicht aus\u00adgenommen. Sie, neben den Nationalparks die \u201eHotspots\u201c unserer Biodiversit\u00e4t, sch\u00fctzen also auch nicht mehr ausreichend. Das zeigt sich beispielhaft bei einer Untersuchung der Schmetterlinge des Naturschutzgebiets \u201eAm Keilstein\u201c im Nordosten von Regensburg. Dieser Biotop bietet aufgrund eines gl\u00fccklichen Zusammentreffens von Faktoren einzigartige Einblicke in die Entwicklung der Falterbest\u00e4nde und ihrer Ursachen. Erstens handelt es sich um besonders artenreiche, warme S\u00fcdh\u00e4nge im Donautal mit mehr als 1.440 nachgewiesenen Schmetterlingsarten oder 44 % der bayerischen Lepidopterenfauna, zweitens ist der urspr\u00fcngliche Charakter des Biotops, n\u00e4mlich mageres Offenland und Felsfluren, dank Aktivit\u00e4ten des Landschaftspflegeverbands noch in Teilabschnitten mehr oder weniger erhalten, und drittens wurden hier \u00fcber mehr als 200 Jahre hinweg immer wieder <em>all<\/em> vorkommenden Schmetterlingsarten gesammelt.<\/p>\n<p>Bei einer Untersuchung der naturschutzfachlich wichtigen tagaktiven Schmetterlinge wurden, wie f\u00fcr Magerrasengesellschaften leider \u00fcblich, innerhalb der letzten 200 Jahre ein Artenr\u00fcckgang um 39 % festgestellt; dabei erloschen die Vorkommen von mehr als der H\u00e4lfte der Arten in diesem Jahrzehnt. In einer zweiten, zurzeit in Begutachtung befindlichen Arbeit \u00fcber die Nachtfalter und Kleinschmetterlinge sind 32 % der Arten verschwunden.<\/p>\n<p>Allgemein zeigt sich eine Vereinheitlichung und Vereinfachung der Lebensgemeinschaften. Profiteure dieser Entwicklung sind allein Allerweltsarten, die an Pflanzen leben, die gegen Stickstoffbelastung tolerant sind; dies ist ein wichtiger Hinweis auf zugrunde liegende Ursachen. Hingegen konnte kein Einfluss des Klimawandels auf die Artenbest\u00e4nde nachgewiesen werden. An sich m\u00fcssten die W\u00e4rme liebenden Arten des Keilbergs von der globalen \u2013 und nat\u00fcrlich auch regional messbaren \u2013 Erw\u00e4rmung profitieren, doch sie tun es nicht, im Gegenteil: Wie erw\u00e4hnt, sind gerade diese Magerrasenspezialisten am st\u00e4rksten r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Bevor Arten ganz aus unserem Gebiet verschwinden, gehen ihre Best\u00e4nde immer mehr zur\u00fcck und dies betrifft auch die Mehrzahl all jener Arten, die es heute noch in Bayern gibt. Dies ist eine Entwicklung, die Lepidopterologen schon seit Jahrzehnten beobachten und die auch aus einer Vielzahl von Publikationen hervorgeht, jedoch sind wissenschaftlich belastbare Datens\u00e4tze hierzu leider Mangelware. Das liegt daran, dass in der Vergangenheit kaum jemand die Notwendigkeit gesehen hat, \u00fcber Jahrzehnte hinweg immer an denselben Stellen regelm\u00e4\u00dfig nachzusuchen und dabei nicht nur die Arten, sondern auch die Anzahl der Individuen einer Art in standardisierter Form zu erfassen. Eine der wenigen einschl\u00e4gigen Datens\u00e4tze von erheblichem Umfang stammt von Josef Reichholf aus dem s\u00fcd\u00f6stlichen Niederbayern. Er beschreibt f\u00fcr das dortige Gebiet seit 1969 einen R\u00fcckgang der Wiesenschmetterlinge um 73 %, dramatische Bestandseinbr\u00fcche um ca. 99 % bei einigen \u201eAllerweltsfaltern\u201c wie Brauner B\u00e4r (<em>Arctia caja<\/em>) und Kleiner Weinschw\u00e4rmer (<em>Deilephila procellus<\/em>), und seit Ende der 1970er Jahre einen kontinuierlichen, auffallenden R\u00fcckgang in der Menge der Nachtfalter allgemein. Dies ist in Zusammenschau mit allen anderen Daten und Einzelbeobachtungen erschreckend \u2013 aber leider nicht \u00fcberraschend.<\/p>\n<p>Auf Ebene der Abundanzen und Populationen gibt es allerdings gro\u00dfe regionale Unterschiede. Das liegt daran, dass das Insektensterben nicht auf eine einzelne Ursache zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, sondern auf mehrere, die nicht \u00fcberall, nicht unbedingt zur selben Zeit und auch nicht \u00fcberall in derselben St\u00e4rke am Wirken sind. Am Wohnort des Verfassers hat es beispielsweise seit den 1970er Jahren \u00fcberhaupt keine Ver\u00e4nderung in der H\u00e4ufigkeit des Kleinen Weinschw\u00e4rmers gegeben, w\u00e4hrend dieser am unteren Inn fast verschwunden ist; intensive Landwirtschaft mit Monokulturen, \u00dcberd\u00fcngung und Pestiziden haben dieser Art dort zugesetzt, w\u00e4hrend diese Faktoren im unmittelbaren Stadtgebiet von Regensburg keine Rolle gespielt hat. Daf\u00fcr gibt es seit den 1970ern im eigenen Garten inzwischen um 99 % weniger Tagpfauenaugen (<em>Aglais io<\/em>), einer an Brennnesseln lebenden und bayernweit durchaus nicht gef\u00e4hrdeten \u201eAllerweltsart\u201c; am unteren Inn geht es diesen Nesselfaltern hingegen immer noch gut. Grund f\u00fcr den Zusammenbruch der Tagpfauenaugen im S\u00fcden Regensburgs ist die rapide Ausdehnung der Wohngebiete, w\u00e4hrend die Falter in den Innauen noch hinreichend Habitate vorfinden.<\/p>\n<p>Derartige regionale Unterschiede sind typisch, auch f\u00fcr viele weitere Arten, aber keinesfalls ein Argument gegen das Insektensterben \u2013 ebenso wenig wie die Beobachtung, dass manche Arten wie Gespinstfalter (Gattung <em>Yponomeuta<\/em>) allj\u00e4hrlich in Massen auftreten oder manche Arten h\u00e4ufiger werden und ihr Areal ausweiten, wie zurzeit etwa der gef\u00fcrchtete Eichenprozessionsspinner (<em>Thaumetopoea processionea<\/em>). \u201eGute\u201c und \u201eschlechte\u201c Insektenjahre hat es schon immer gegeben; sie sind z. B. auf Witterungsunterschiede oder unterschiedliche Entwicklung von Pr\u00e4datoren zur\u00fcckzuf\u00fchren, auch Massenauftreten und Arealverschiebungen sind v\u00f6llig normal. Entscheidend ist hingegen der \u00fcber gro\u00dfe Fl\u00e4chen und lange Zeiten gemittelte Trend in der Entwicklung der Abundanzen, Populationen und Artbest\u00e4nde \u2013 und dieser zeigt anhaltend nach unten.<\/p>\n<p>Insgesamt ist also das Insektensterben im Allgemeinen und der R\u00fcckgang der Schmetterlinge in Bayern im Besonderen durch eine Summe aus wissenschaftlichen Studien, unz\u00e4hligen, oft in kleineren Arbeiten dargelegten Einzelbeobachtungen von Privatsammlern und immer l\u00e4nger werdenden Roten Listen klar belegt. Diese Entwicklung gibt es nicht nur in Bayern und ganz Deutschland, sondern auch in allen Nachbarl\u00e4ndern, auf Ebene der EU sowie weltweit. Auch werden Folgewirkungen auf die Nahrungsnetze und \u00d6kosysteme bereits beobachtet, z. B. ein R\u00fcckgang von Best\u00e4ubungsleistung, R\u00fcckgang von Pflanzenarten parallel zu ihren Best\u00e4ubern, oder ein EU-weiter rapider R\u00fcckgang von V\u00f6geln.<\/p>\n<p>Wie in einem Puzzle f\u00fcgen sich zahllose, unabh\u00e4ngige Befunde und Beobachtungen zu einem insgesamt widerspruchsfreien Bild zusammen, das immer mehr das Antlitz eines globalen Massenaussterbens erkennen l\u00e4sst. In der Naturwissenschaft \u2013 jedenfalls unter denjenigen Forschern, die das Gl\u00fcck haben, unabh\u00e4ngig von Wirtschaft und Politik ihr Brot zu verdienen \u2013 herrscht dar\u00fcber prinzipielle Einigkeit. Letztlich ist es ein Indizienprozess, der gef\u00fchrt wird, und die Sprache, die die Befunde sprechen, ist eindeutig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>M\u00fcssen wir uns deshalb Sorgen machen?<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Saubere Windschutzscheiben und weniger Plagegeister im Sommer sind doch eigentlich eine erfreuliche Nachricht \u2013 oder? Leider ist dem nicht so! Weil Insekten sehr zentrale, fundamentale Rollen in den Naturkreisl\u00e4ufen und \u00d6kosystemen spielen, drohen durch ihren R\u00fcckgang Kaskadeneffekte mit schwerwiegenden Folgen f\u00fcr die Menschheit. Unter anderem sind Insekten unverzichtbare Best\u00e4uber unserer Bl\u00fctenpflanzen: 75 % unserer Nutzpflanzen werden von Insekten best\u00e4ubt; dabei liegt der relative Anteil von Honigbienen \u00fcbrigens nur bei ca. 39 %, der Rest entf\u00e4llt auf Wildbienen und andere Insekten. Der wirtschaftliche Nutzen der Best\u00e4ubung liegt weltweit im dreistelligen Milliardenbereich. F\u00e4llt diese aus, ist ein stark reduziertes Angebot von Feldfr\u00fcchten, insbesondere bei Obst und Gem\u00fcse, die unmittelbare Folge, und mittelbar sogar auch bei Milchprodukten. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die Rolle von Insekten beim Recycling von Biomasse. Sie beseitigen Aas und Dung in signifikantem Ausma\u00df; ohne die Insekten w\u00e4re die Welt voll Schimmel und F\u00e4ulnis, wodurch das Risiko f\u00fcr Infektionskrankheiten enorm gesteigert w\u00fcrde. Schlie\u00dflich sind Insekten aufgrund ihrer massenhaften Produktion von Nachkommen eine extrem wichtige Proteinquelle f\u00fcr eine Vielzahl kleinerer und gr\u00f6\u00dferer Tiere einschlie\u00dflich r\u00e4uberisch lebender Insekten: \u00a0Schlupfwespen; ebenso Spinnen, S\u00fc\u00dfwasserfische, Amphibien, Reptilien, V\u00f6gel und zahlreiche S\u00e4ugetiere. Fallen die Insekten als Nahrungsquelle aus, k\u00f6nnen ganze Nahrungsnetze kollabieren oder schwer in Mitleidenschaft gezogen werden.<\/p>\n<p>Noch viele weitere wichtige Rollen kommen den Insekten zu, unter anderem als Landschaftsg\u00e4rtner und \u2013 \u00fcber die Honigbiene hinaus \u2013 als wichtige Dienstleister f\u00fcr den Menschen. Der Evolutionsbiologe Edward O. Wilson ist gar der Ansicht, dass die Menschheit in einer Welt ohne Insekten nur noch 10 Jahre zu \u00fcberleben h\u00e4tte. Ehrlicherweise muss aber eingestanden werden, dass die Komplexit\u00e4t der \u00f6kologischen Zusammenh\u00e4nge extrem hoch und wenig verstanden ist. Unbestreitbar ist aber eines: Eine Welt ohne Insekten h\u00e4tte eine massive Einschr\u00e4nkung der Lebensqualit\u00e4t zur Folge, einschlie\u00dflich schwerwiegender wirtschaftlicher und gesundheitlicher Nachteile, erh\u00f6hter Seuchengefahr, Rattenplagen, Verteilungsk\u00e4mpfe, eine weitere Befeuerung der globalen Erw\u00e4rmung und vieles mehr. Es w\u00e4re eine triste Welt, auch f\u00fcr die Seele. Denn die Natur ist nachweislich eins der wirkungsvollsten Antidepressiva, die es gibt. Nur gibt das die Pharmaindustrie aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden nicht zu.<\/p>\n<p>Resilienzforscher haben herausgefunden, dass der Verlust an genetischer Vielfalt heute schon die planetaren Belastungsgrenzen der Erde \u00fcber alle Ma\u00dfe sprengt. Auch die massive St\u00f6rung der geochemischen Stoffkreisl\u00e4ufe durch Belastung mit Stickstoff und Phosphat \u2013 vorwiegend aus der intensiven Landwirtschaft, aber auch Industrie und Verkehr stammend \u2013 sind schon weit jenseits der akzeptablen Belastungsgrenzen. Die Biodiversit\u00e4tskrise und das Problem der \u00dcberd\u00fcngung \u00fcbersteigen die Pufferkapazit\u00e4ten des Planeten noch st\u00e4rker als der Klimawandel, der f\u00fcr sich allein genommen bereits fatal ist. Also ja: Wir m\u00fcssen uns Sorgen machen um das gemeinsame Haus Erde. Und zwar gro\u00dfe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Artenvielfalt kam und geht mit Ver\u00e4nderung der Landnutzung<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 2005 erschien mit dem <em>Millennium Ecosystem Assessment <\/em>ein wichtiger und in vielen Abschnitten leider unerfreulicher Bericht \u00fcber den Zustand der globalen \u00d6kosysteme und der Biodiversit\u00e4t. Als wesentliche Urheber der Biodiversit\u00e4tskrise werden darin genannt: Ver\u00e4nderte Landnutzung, Klimawandel, invasive Arten, Raubbau an nat\u00fcrlichen Ressourcen und Umweltverschmutzung.<\/p>\n<p>In unseren Breiten ist vorwiegend der erste dieser Punkte ma\u00dfgeblich. W\u00e4hrend in vielen Teilen der Welt die Zerst\u00f6rung von urspr\u00fcnglichem Lebensraum, z. B. der tropischen Regenw\u00e4lder, ein zentrales Problem darstellt, stellt sich die Situation in Mitteleuropa anders dar. Hier entwickelte sich die gro\u00dfe Artenvielfalt, deren R\u00fcckgang wir heute beklagen, in der Kulturlandschaft, die der Mensch sekund\u00e4r \u00fcber Jahrhunderte geschaffen hatte. Noch zur R\u00f6merzeit, wie z. B. in Kapitel 5 von Tacitus&#8216; <em>Germania <\/em>nachzulesen, war Deutschland von Urw\u00e4ldern und S\u00fcmpfen beherrscht. Die seither erfolgte Ausdehnung der Zivilisation mit ihrem Bedarf an Baupl\u00e4tzen und -material, Ackerland und Brennholz f\u00fchrte zur gro\u00dffl\u00e4chigen, aber nicht vollst\u00e4ndigen Rodung und Umgestaltung der Prim\u00e4rw\u00e4lder, und in der Folge entstand eine F\u00fclle neuartiger, gro\u00dffl\u00e4chig offener und vernetzter Lebensr\u00e4ume: Zunehmend mager werdende Heiden, Trockenrasen und \u00d6dland, Hute-, Nieder- und Mittelw\u00e4lder, Streuwiesen und vieles mehr bildeten zusammen mit \u2013 chemiefreien \u2013 \u00c4ckern, G\u00e4rten und Verkehrswegen der Siedlungsfl\u00e4chen ein Mosaik unterschiedlicher, eng verzahnter Biotope \u2013 neue Lebensr\u00e4ume, neue Nischen, die von entsprechend angepasster Fauna und Flora in Besitz genommen werden konnten. Arten, die vorher nur eng begrenzte Vorkommen hatten, konnten sich nun \u00fcber weite Landesteile ausbreiten, zahlreiche neue Arten, die zuvor keine Existenzgrundlagen bei uns gefunden hatten, konnten nun erfolgreich einwandern und Fu\u00df fassen. Nat\u00fcrlich ging diese Entwicklung zulasten der Urwaldarten; sie mussten massive Einbu\u00dfen durch Lebensraumverlust hinnehmen, zun\u00e4chst durch die direkte Vernichtung von Urwald und dann durch die wirtschaftliche Umgestaltung der meisten verbliebenen W\u00e4lder. Dennoch wuchs unterm Strich die Biodiversit\u00e4t, die Vielfalt an Lebensr\u00e4umen und Arten, deutlich an und erreichte im 19., wohl auch schon im 18. Jahrhundert ihr Maximum.<\/p>\n<p>Wie bereits geschildert, setzten dann die industrielle Revolution und die Agrarrevolution ein. Der st\u00e4ndig weiter ansteigende Fl\u00e4chenhunger der Menschen ebenso wie der Wandel von extensiver hin zu intensiver Landnutzung f\u00fchrte seither zu zunehmenden Lebensraumverlusten in der alten Kulturlandschaft und einer zunehmenden Monotonisierung der Flur, zu der seit Mitte des 20. Jahrhunderts auch noch steigende chemische Belastungen hinzukommen; in der Folge sind unsere Schmetterlinge ebenso wie die Artenvielfalt allgemein im Sturzflug begriffen. Es l\u00e4sst sich also festhalten: Art und Intensit\u00e4t der Landnutzung bestimmten und bestimmen seit gut 2.000 Jahren die Artenvielfalt in Mitteleuropa. Die einstige Vielfalt kam mit der extensiven Nutzung und verschwindet mit der heutigen intensiven Nutzung und ansteigenden Siedlungsdichte.<\/p>\n<p>Betrachtet man die heutige Fl\u00e4chennutzung in Deutschland, f\u00e4llt auf, dass mehr als die H\u00e4lfte der Landesfl\u00e4che Agrarland ist. Zusammen mit den Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4chen machen diese, stark anthropogen gepr\u00e4gten Landesteile zwei Drittel der deutschen Fl\u00e4che aus. Es ist also vollkommen klar, dass Ver\u00e4nderungen, die sich dort abspielen, den fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dften Impakt auf die Biodiversit\u00e4t haben; und da, wie wir gleich sehen werden, diese Ver\u00e4nderungen inzwischen der Biodiversit\u00e4t zum Nachteil und nicht mehr zum Vorteil gereichen, geht es mit der Artenvielfalt auf zwei Dritteln der Landesfl\u00e4che besonders bergab.<\/p>\n<p>Im Prinzip gilt dasselbe durchaus auch f\u00fcr den Wald, der immer noch fast ein Drittel der Fl\u00e4che einnimmt. Von Rudimenten in Nationalparks abgesehen, gibt es de facto keinen urspr\u00fcnglichen Urwald mehr und demnach sind auch obligatorische Urwaldbewohner schon lange so gut wie verschwunden. Alle anderen Waldbewohner aber, die nicht so hochgradig auf Urwaldbiotope spezialisiert sind, kommen durchaus noch mit der Situation klar, sofern die W\u00e4lder nicht in intensive Monokulturen umgewandelt wurden, und daher ist der R\u00fcckgang von Waldarten nicht so gravierend wie der der Offenlandbewohner.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Sturzflug unserer Schmetterlinge und vieler anderer Insekten sind auch klar zu benennen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Umwandlung und Zerst\u00f6rung von Habitaten<\/h4>\n<p>Der zunehmende Fl\u00e4chenhunger unserer Gesellschaft hat zwei Gesichter: Zum einen spielt hier die intensive, inzwischen vielfach in industriellem Stil betriebene Landwirtschaft eine gro\u00dfe Rolle:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Die schon im 19. Jahrhundert stark kritisierte Ausr\u00e4umung der Landschaft, die durch die Flurbereinigung einen extremen Vorschub bekam, f\u00fchrt zu monotonen, strukturarmen Landschaften. Zum Beispiel nimmt die Entfernung von Hecken, kleinen Feldgeh\u00f6lzen oder Feldrainen einer Vielzahl von Kleintieren ihren Brut- und Lebensraum. Ebenso die Aufgabe von Bl\u00fch- und Randstreifen oder das Betonieren von Feldwegen.<\/li>\n<li>Sechsmal im Jahr gem\u00e4hte Wiesen (in der Regel auch noch intensiv ged\u00fcngt) mutieren schnell zur \u201eGr\u00fcnen W\u00fcste\u201c; eine Vielzahl von Pflanzen vertragen keine intensive Mahd und verschwinden &#8211; mit ihnen auch alle Insekten, die auf diese Pflanzen als Nahrung angewiesen sind.<\/li>\n<li>Auf Monokulturen w\u00e4chst nur eine einzige Pflanzenart \u2013 s\u00e4mtliche Beikr\u00e4uter der Feldflur werden heute in der Regel durch Totalherbizide ausgel\u00f6scht. Sowohl die strukturelle als auch pflanzensoziologische Verarmung einer solchen Flur l\u00e4sst nur noch wenigen Tieren eine (\u00dcber-)Lebensm\u00f6glichkeit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum zweiten ist es der Fl\u00e4chenfra\u00df durch den stetig wachsenden Ausbau von Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsgebieten. In Bayern verschwinden nach Angaben des Statistischen Landesamtes heute t\u00e4glich 13 Hektar unter Beton.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Degradierung von Habitaten<\/h4>\n<p>All jene Reste der alten Kulturlandschaft, die noch nicht den oben genannten Ver\u00e4nderungen zum Opfer gefallen sind, leiden heute unter einer galoppierenden Beeintr\u00e4chtigung ihres urspr\u00fcnglichen Charakters. Daran sind zwei Faktoren ma\u00dfgeblich beteiligt: Sukzession und \u00dcberd\u00fcngung.<\/p>\n<p>Nutzungsaufgabe, d. h. das Wegfallen traditioneller extensiver Bewirtschaftungsformen f\u00fchrt dazu, dass sich Offenland wieder in den fr\u00fcheren, nat\u00fcrlichen Zustand zur\u00fcckentwickelt: Es w\u00e4chst zu und wird schlie\u00dflich wieder zu Wald. Dieser Vorgang hei\u00dft Sukzession. Auch ausgelichtete W\u00e4lder. z. B. die ehemaligen Hutew\u00e4lder, wachsen auf diese Weise zu und werden wieder zu geschlossenem Wald. Die Sukzession wird noch beschleunigt durch die steigende Erderw\u00e4rmung, vor allen Dingen aber durch den zweiten ma\u00dfgeblichen Faktor der Habitatdegradierung: die \u00dcberd\u00fcngung.<\/p>\n<p>Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Einsatz von Minerald\u00fcnger rapide gestiegen und mit der modernen Massentierhaltung kommt noch jede Menge stark mit Stickstoffverbindungen angereicherte G\u00fclle hinzu. Die Folge ist eine so extreme Belastung der B\u00f6den, Gew\u00e4sser und der Luft, dass sie die Belastungsgrenzen der Erde l\u00e4ngst massiv sprengen.<\/p>\n<p>In den terrestrischen \u00d6kosystemen spielt vor allem die \u00dcberfrachtung mit reaktiven Stickstoffverbindungen die Hauptrolle, bei den Gew\u00e4ssern kommen noch Phosphate hinzu. Auf die Felder wird mehr D\u00fcnger ausgebracht, als die Pflanzen aufnehmen k\u00f6nnen; so entstehen \u00dcberd\u00fcngung und Stickstoff\u00fcberschuss. Im Rahmen des komplexen biotischen und abiotischen Stickstoffkreislaufes gelangen reaktive Stickstoffverbindungen auf dem Luft- und Wasserweg auch in weit entfernte Habitate. In allen Regionen mit ausgepr\u00e4gter industrialisierter Landwirtschaft kommt es so fl\u00e4chendeckend zu einer steigenden Belastung der B\u00f6den und \u00fcbrigens auch des Grundwassers.<\/p>\n<p>Vor allem die Verteilung durch die Luft, die \u201eLuftd\u00fcngung\u201c, ist f\u00fcr N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge auch in Schutzgebieten verantwortlich, die weit entfernt von intensiv bewirtschafteten Agrarfl\u00e4chen liegen.<\/p>\n<p>Die Folgen f\u00fcr Flora und Fauna sind allgemein fatal; ganz besonders betroffen sind aber die artenreichen Lebensgemeinschaften des fr\u00fcher n\u00e4hrstoffarmen Offenlandes; dies ist ein Hauptgrund f\u00fcr das so rapide Verschwinden von Magerrasenspezialisten auch in Schutzgebieten. Zun\u00e4chst verschwinden alle gegen Stickstoff empfindlichen Pflanzen aus den Magerrasen und mit ihnen all jene Tiere, die obligatorisch von diesen Pflanzen leben. Gleichzeitig w\u00e4chst die verbleibende Flora immer st\u00e4rker, vermutlich zus\u00e4tzlich befeuert durch die globale Erw\u00e4rmung, und ist angereichert mit Stickstoffverbindungen; solcherart ged\u00fcngte Nahrung vertragen viele Larven nicht und gehen an Durchfall und Krankheiten zugrunde. Drittens ver\u00e4ndern sich die gesamten Lebensgemeinschaften strukturell und bez\u00fcglich der Zusammensetzung der Arten: Die niedrig wachsenden Kr\u00e4uter der Magerrasen verschwinden unter hochwachsenden, stickstofftoleranten oder gar stickstoffliebenden Gr\u00e4sern wie dem Glatthafer; mit zunehmendem Hochwuchs und Vergrasung \u00e4ndert sich das Mikroklima in Bodenn\u00e4he, also dort, wo die Larven leben: Es wird substanziell k\u00fchler und feuchter. Die meisten auf n\u00e4hrstoffarme, warmtrockene Habitate spezialisierten Arten vertragen diese Klima\u00e4nderung im Kleinen nicht und sterben aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Vergiftung von Pflanzen und Tieren durch Pestizide<\/h4>\n<p>Unkraut- und Sch\u00e4dlingsvernichtungsmittel werden seit Mitte des 20. Jahrhunderts in steigendem Ausma\u00df eingesetzt. Totalherbizide wie zum Beispiel Glyphosat eliminieren s\u00e4mtliches pflanzliches Leben auf den sp\u00e4ter mit Monokulturen bestellten Feldern und entziehen damit auch s\u00e4mtlichen Insekten die Nahrungsgrundlage, die von Beikr\u00e4utern der Ackerflur leben. So ist beispielsweise der fr\u00fcher verbreitete Kornblumen-Plattleibfalter (<em>Agonopterix laterella<\/em>) inzwischen vom Aussterben bedroht.<\/p>\n<p>Insektizide vernichten Sch\u00e4dlinge ebenso wie Nichtzielorganismen, wenn diese in den Wirkungsbereich kommen. Leider bleiben auch Pestizide nicht auf den Ort ihrer Anwendung beschr\u00e4nkt, sondern verbreiten sich in die Umwelt und sorgen auch so f\u00fcr eine \u00fcberregional wirksame Beeintr\u00e4chtigung von Flora und Fauna. Speziell die Gruppe der sogenannten Neonicotinoide vereint hochpotente Nervengifte, die auf Insekten deutlich st\u00e4rker als auf Menschen wirken und teilweise mehrere tausendmal effektiver sind als das inzwischen l\u00e4ngst verbotene DDT. Etwa seit der Jahrtausendwende kommen Neonicotinoide in rapide steigendem Ausma\u00df zum Einsatz. In subletalen Dosen bewirken sie bei Bienen unter anderem Immunschw\u00e4che und Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen, zudem ergaben Untersuchungen am Umweltforschungszentrum in Leipzig, dass diese Stoffe unter realen Bedingungen noch deutlich st\u00e4rker wirken als im Laborversuch. Eine k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Studie wies nach, dass Honigproben aus allen Teilen der Welt zu einem sehr hohen Prozentsatz mit Neonicotinoiden belastet sind; in Europa fanden sie sich in 80 % der Proben und fast die H\u00e4lfte von ihnen wies Konzentrationen auf, die als bienensch\u00e4dlich angesehen werden k\u00f6nnen. Dies zeigt, dass sich diese Stoffe l\u00e4ngst in der Umwelt verteilt haben und selbstverst\u00e4ndlich auch alle anderen Insekten, die damit in Kontakt kommen, beeintr\u00e4chtigen \u2013 nicht nur Honigbienen.<\/p>\n<p>Bl\u00fch- und \u201eAkzeptanzstreifen\u201c an Feldr\u00e4ndern sind meist mit Stickstoff \u00fcberfrachtet und mit Pestiziden belastet; in diesem Fall sind sie eher Todesfallen und dienen durch ihren Bl\u00fchaspekt mehr dem menschlichen Auge, anstatt wirkliche Hilfe f\u00fcr unsere Insekten zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Die Verinselung von Biotopen f\u00fchrt zu genetischer Verarmung<\/h4>\n<p>In unserer modernen Landschaft sind die verbliebenen Reste artenreicher Habitate zu Inseln geworden, die von ausgedehntem artenarmem Kulturland weitr\u00e4umig umgeben sind: von versiegelten Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4chen ebenso wie von ausger\u00e4umten, ged\u00fcngten und begifteten Ackerfl\u00e4chen. Das kleinteilige Mosaik der alten Kulturlandschaft, das enge Nebeneinander unterschiedlicher Habitate, das den Tieren ein problemloses Wechseln von A nach B erm\u00f6glichte, ist auf gro\u00dfer Fl\u00e4che verschwunden. Das hat weitreichende Folgen: Zum einen ist der genetische Austausch zwischen benachbarten Populationen behindert und oft sogar ganz unterbrochen. Vor allem sesshafte, also wenig mobile \u201eAllerweltsarten\u201c, die zwar mit der allgegenw\u00e4rtigen Luftd\u00fcngung einigerma\u00dfen klarkommen, haben nun ein genetisches Problem durch Inzucht und ihre Populationen fangen an zu schrumpfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Nachrangige Wirkgr\u00f6\u00dfen<\/h4>\n<p>Lichtverschmutzung, Autoverkehr und Klimawandel wirken auf ihre Weise auch auf die Best\u00e4nde der Populationen ein, sind insgesamt noch nicht so gut untersucht wie die zuvor genannten Faktoren, haben aber \u2013 das kann sicher gesagt werden \u2013 auch keinen derart hohen Impakt f\u00fcr das Insektensterben als diese. Die zunehmende n\u00e4chtliche Beleuchtung lockt zwar nachtaktive Insekten an, die dann oftmals durch Fressfeinde oder Ersch\u00f6pfung verenden, doch kommen die meisten Nachtfalterweibchen erst dann zum Licht, wenn sie den gr\u00f6\u00dften Teil ihres Eivorrats in den Brutbiotopen bereits abgelegt haben. Wenn \u00fcberhaupt, dann bewirkt die n\u00e4chtliche Lichtflut also vornehmlich eine Unterbrechung des Verbreitungsflugs und leistet damit einen gewissen Beitrag zu der bereits angesprochenen genetischen Isolierung. Die Tatsache, dass Tagfalter genauso oder manchmal sogar noch st\u00e4rker r\u00fcckl\u00e4ufig sind als Tagfalter, spricht gegen einen allzu gro\u00dfen Effekt der Lichtverschmutzung. Zudem hat sich die Situation durch die vielfache Verwendung von gelben Lichtquellen, die f\u00fcr Insekten wenig anziehend sind, verbessert.<\/p>\n<p>Deutsche Autofahrer erlegen mit einer j\u00e4hrlichen Fahrleistung von \u00fcber 730 Milliarden Kilometern pro Jahr (!) mehr Insekten, als alle Sammler der Welt in rund 250 Jahren Naturforschung zusammengetragen haben. Das bewirkt nat\u00fcrlich einen Druck auf die Populationen. Dennoch aber sind Insekten dagegen wenig anf\u00e4llig, denn ihre gesamte Fortpflanzungsstrategie ist auf massenhafte Produktion von Nachkommen angelegt. Weit \u00fcber 99 % all dieser Nachkommen gehen vor Erreichen der Fortpflanzung auf nat\u00fcrliche Weise zugrunde, vor allem dadurch, dass sie gefressen oder auch zum Opfer von Krankheiten werden. Das ist auch sinnvoll so, denn sonst w\u00fcrden wir bald in Insekten ersticken. Ihre biologische Rolle als Nahrungsspender ist sogar eine der zentralen und damit wichtigsten Funktionen der Insekten in den \u00d6kosystemen. Mit anderen Worten: Das Schicksal des Individuums ist bei Insekten, anders als bei h\u00f6heren Wirbeltieren, nachrangig. Daher ist zwar der Einfluss des gestiegenen Stra\u00dfenverkehrs auf die Populationen sicher vorhanden, kann aber nicht mit den Auswirkungen der zuvor genannten Faktoren konkurrieren. Dies gilt umso mehr f\u00fcr das inzwischen durch den Gesetzgeber weitestgehend verbotene Sammeln von Insekten: Der Einfluss von Sammlern durch die Bestandsgr\u00f6\u00dfen ist, erst Recht im Vergleich zur Dimension der anderen genannten Faktoren, beinahe unmessbar klein und vollst\u00e4ndig vernach\u00adl\u00e4ssigbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Fazit: Jeder kann sich davon \u00fcberzeugen<\/h4>\n<p>Aus den bisherigen Punkten geht hervor, dass die intensive, industrialisierte Landwirtschaft und der Fl\u00e4chenhunger der modernen Gesellschaft den mit weitem Abstand gr\u00f6\u00dften Anteil am Insektensterben haben. Es ist vollkommen klar, dass eine solche Analyse f\u00fcr Bauernverb\u00e4nde, Agrarindustrie und Politik nicht gerade opportun ist \u2013 eine unbequeme Wahrheit eben. Heftige Widerspr\u00fcche bis hin zu einer vollst\u00e4ndigen Leugnung des Insektensterbens hat es bereits gegeben, und der Widerstand wird sich k\u00fcnftig, gerade angesichts des Klimawandels, eher noch st\u00e4rker formieren. Die professionelle, interessensgesteuerte Leugnung von Umweltgefahren hat in Deutschland leider gro\u00dfe Tradition, und man kann darauf warten, dass vieles unternommen werden wird, um unabh\u00e4ngige Forscher zu diskreditieren und Zweifel in der Bev\u00f6lkerung zu s\u00e4en.<\/p>\n<p>Daher ist es wichtig festzustellen, dass sich alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ganz einfach mit eigenen Augen von den Zusammenh\u00e4ngen \u00fcberzeugen k\u00f6nnen. Dazu sind keine detaillierten Fachkenntnisse in Biologie, \u00d6kologie und Statistik n\u00f6tig, sondern lediglich ein Minimum an Artenkenntnis und ein Gef\u00fchl f\u00fcr biologische Vielfalt. Man gehe dazu ganz einfach auf eine intensiv ged\u00fcngte und sechsmal im Jahr gem\u00e4hte Wiese und z\u00e4hle dort die Anzahl an unterschiedlichen Pflanzen und Tieren; dann vergleiche man es mit einer unged\u00fcngten und wenig gem\u00e4hten Wiese. Dasselbe mache man mit einem intensiv bewirtschafteten Kornfeld und vergleiche es mit einem Kornfeld im \u00d6kolandbau. In beiden F\u00e4llen wird sich ein Unterschied in der Gegend des Faktors zehn (!) ergeben. Man vergleiche den Artenreichtum auf einer Betonfl\u00e4che mit dem eines Trittrasens und den wiederum mit einer naturgesch\u00fctzten Wiese. Und wer Gelegenheit hat, nach Siebenb\u00fcrgen in Rum\u00e4nien zu fahren, wird dort auf eine kleinteilige, chemisch noch wenig belastete Kulturlandschaft (<strong>Abb. 8<\/strong>) treffen, die dem Landschaftsmosaik der 1960er Jahre in Deutschland entspricht. Dann vergleiche man die Anzahl an Bl\u00fctenpflanzen, Insekten, anderen Kleintieren und V\u00f6geln einmal mit dem, was man in Deutschland noch findet. Es ist doch alles so offensichtlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die bisherige Politik ist Teil des Problems<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die negativen Auswirkungen struktureller Ver\u00e4nderungen in der Landschaft wurden bereits im 19. Jahrhundert erkannt und angeprangert, ohne dass dies das notwendige Geh\u00f6r bei den Verantwortlichen gefunden h\u00e4tte. Zus\u00e4tzlich zur immer weiter fortschreitenden Umgestaltung der Landschaft sind \u00dcberd\u00fcngung, Pestizide und genetische Isolation hinzugekommen. Das beschleunigt fortschreitende Insektensterben von heute ist die logische, konsequente Folge dieser Entwicklung in der Vergangenheit. Zumindest f\u00fcr die Wissenschaft kommt es nicht \u00fcberraschend, und die Politik muss sich den Vorwurf gefallen lassen, \u00fcber mehr als hundert Jahre mahnende Stimmen weitgehend ignoriert zu haben. Durch die einseitige Bevorzugung einer Wirtschaftsweise, die der Erde mehr Ressourcen entzieht, als sie zur\u00fcckgibt (und ihrem hartn\u00e4ckigen Beharren auf diesem umweltsch\u00e4dlichen System), ist sie schon lange selbst zum Teil des Problems geworden. Tats\u00e4chlich kann keine Rede von einem fairen Abw\u00e4gen der Interessen von \u00d6konomie und \u00d6kologie sein; nicht zuletzt der planetare Fu\u00dfabdruck Deutschlands ist Beweis genug f\u00fcr diese Aussage.<\/p>\n<p>Sehr wichtig scheint in diesem Zusammenhang auch eine eindeutige Stellungnahme von Papst Franziskus in der Enzyklika <em>Laudato si&#8216; <\/em>zum menschengemachten Verlust an biologischer Vielfalt. Auf den Punkt gebracht: \u201eDazu haben wir kein Recht\u201c.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich aber ist eine geradezu ans Groteske grenzende Ambivalenz des Gesetzgebers zu diesem Punkt festzustellen. Ausr\u00e4umung, Verbauung, \u00dcberd\u00fcngung und Vergiftung unserer Landschaft \u2013 die entscheidenden Faktoren des Insektensterbens \u2013 sind gesetzlich legalisiert, beziehungsweise bestehende Einschr\u00e4nkungen sind so schwach, dass sie ohne substanzielle Wirkung bleiben. Die Hauptverursacher des Insektensterbens werden von der derzeitigen Naturschutzgesetzgebung de facto also so gut wie nicht erfasst. Daf\u00fcr aber konzentriert sich das scharfe Auge des Gesetzes auf Sammler, Forscher und Biologie\u00adlehrer. Dank der Bundesartenschutzverordnung von 1986 ist das Sammeln der meisten Insekten (unabdingbare Voraussetzung f\u00fcr wissenschaftliche Forschung) untersagt und bedarf deshalb im Einzelfall der Beantragung einer Ausnahmegenehmigung \u2013 also eines enormen b\u00fcrokratischen Aufwands. Die Wissenschaft, die Basisdaten f\u00fcr den Naturschutz erhebt, wurde so zum Bittsteller degradiert, und ebenso alle Lehrer, die den Kindern die Metamorphose von Kaulquappen oder Insekten an lebenden Objekten vermitteln m\u00f6chten.<\/p>\n<p>F\u00fcr all jene also, die keinen messbaren Anteil an der Biodiversit\u00e4tskrise haben, daf\u00fcr aber die Zusammenh\u00e4nge untersuchen, aufdecken und an die \u00d6ffentlichkeit und nachfolgende Generationen vermitteln, wurden Auflagen und H\u00fcrden errichtet, so dass viele von ihnen frustriert aufgegeben haben; allen voran die f\u00fcr den Erkenntnisgewinn so wichtigen Privatsammler und Fachamateure. Dies hat den Stand der Wissenschaft in Bezug auf die entomofaunistische Durchforschung Bayerns und Deutschlands um Jahrzehnte zur\u00fcckgeworfen und daran hat sich bis heute nichts ge\u00e4ndert. Um es mit einem drastischen Vergleich auf den Punkt zu bringen: Das Verbot des Insektensammelns f\u00fcr Forschung und Lehre bringt f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des Insektensterbens in etwa so viel wie die Verordnung von Rauchverbot f\u00fcr einen Patienten mit Lungenkrebs. Dies ist sicherlich ein drastischer Vergleich, aber er gibt die tats\u00e4chlichen Relationen absolut korrekt wieder. Es ist vollkommen klar, dass im genannten Beispiel nur ein umf\u00e4nglicher chirurgischer Eingriff das Leben retten kann, und ebenso kann auch das Insektensterben nur dadurch aufgehalten werden, dass man seine wesentlichen Verursacher in die Pflicht nimmt und nicht jene, dies es erforschen. Genau das ist aber bisher nicht, oder nicht einmal n\u00e4herungsweise mit der n\u00f6tigen Intensit\u00e4t, geschehen. Die Tatsache, dass ausgerechnet auch per Gesetz h\u00f6chstgradig vor Besammeln gesch\u00fctzte Insektenarten im freien Fall sind und das Insektensterben sogar mit zunehmender Geschwindigkeit voranschreitet, ist der empirische Beweis f\u00fcr die oben gemachten Aussagen.<\/p>\n<p>Die Folgen sind nat\u00fcrlich verheerend. Zum Insektensterben kommt seit den 1980er Jahren nun auch noch ein Entomologensterben, also ein R\u00fcckgang des wissenschaftlichen Nachwuchses hinzu. Die Artenkenntnis nimmt bei Sch\u00fclern, Studenten und allgemein in der Bev\u00f6lkerung immer weiter ab, die Entfremdung von der Natur w\u00e4chst, eine drastisch verarmte Natur wird gar als Normalzustand empfunden werden. Und das Insektensterben geht weiter. Das ist ein Skandal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Was m\u00fcsste getan werden?<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine wirklich effektive Bek\u00e4mpfung des Insektensterbens wird ohne einen grundlegenden Werte- und Systemwandel kaum machbar sein: Notwendig w\u00e4re eine echte Agrarwende mit einem kontrollierten Ausstieg aus industrieller Landwirtschaft, der Befreiung von Landwirten aus der Abh\u00e4ngigkeit von Agrarkonzernen und einer Ausklammerung aller umweltsch\u00e4dlichen Bewirt\u00adschaftungs\u00adweisen \u2013 einschlie\u00dflich der Massentierhaltung \u2013 von Subventionen. Dar\u00fcber hinaus ein Ausstieg aus dem Fl\u00e4chenfra\u00df und allgemein die Etablierung eines \u00f6kologisch-sozialen Wirtschaftssystems mit strikten Grenzen. Dies durchzusetzen, gegen absehbare massive Widerst\u00e4nde der Wirtschaft und Lobbyisten, d\u00fcrfte im Augenblick sicherlich noch illusorisch sein; aber mit fortschreitender Umweltzerst\u00f6rung wird das \u00f6ffentliche Bewusstsein f\u00fcr zwingend notwendige Ver\u00e4nderungen zweifellos wachsen. Schon heute zeichnen sich die Folgen unseres Umgangs mit der Erde in ersten Anzeichen von Verteilungsk\u00e4mpfen, Migration, Ressourcenmangel und Umweltverschmutzung ab. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass diese Probleme zunehmen, dadurch aber auch immer st\u00e4rker in den Fokus r\u00fccken werden.<\/p>\n<p>Ein sicherlich erreichbares Nahziel w\u00e4re darauf hinzuwirken, dass die Politik die \u00f6kologischen Probleme auf lokaler, nationaler und globaler Ebene endlich vollumf\u00e4nglich zur Kenntnis nimmt und beginnt, um <em>echte<\/em> L\u00f6sungen zu ringen. Wie bereits gesehen, geht es eben nicht nur um den Klimawandel, der erfreulicherweise in der Umweltpolitik angekommen ist, sondern auch noch um andere Bedrohungen, die die Belastungsgrenzen der Erde sogar noch st\u00e4rker \u00fcberschreiten. Anhaltende Publikationst\u00e4tigkeit von Forschern und Berichterstattung in den Medien k\u00f6nnten f\u00fcr die notwendige Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft und damit jenen Druck sorgen, dass sich die Politik nicht mehr um die ernsthafte Auseinandersetzung mit diesen Problemen herumdr\u00fccken kann.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The dive of the butterflies<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":112246,"menu_order":1506,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32361","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-agrarwirtschaft","media-library-category-ardalpha","media-library-category-boden","media-library-category-gentechnik","media-library-category-klima","media-library-category-oekosystem","media-library-category-umweltschutz"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - 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