{"id":32369,"date":"2023-07-17T14:36:28","date_gmt":"2023-07-17T12:36:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=tradition-suchen-oder-tradition-schaffen"},"modified":"2025-11-20T10:50:30","modified_gmt":"2025-11-20T09:50:30","slug":"tradition-suchen-oder-tradition-schaffen-bundeswehr-und-militaerische-erinnerungskultur-im-21-jahrhundert","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/tradition-suchen-oder-tradition-schaffen-bundeswehr-und-militaerische-erinnerungskultur-im-21-jahrhundert\/","title":{"rendered":"Seeking tradition or creating tradition?"},"content":{"rendered":"<p>Wieviel Geschichte braucht der Soldat, wieviel Tradition brauchen Streitkr\u00e4fte? Schon nach einem oberfl\u00e4chlichen Blick auf die Traditionspflege in europ\u00e4ischen und au\u00dfereurop\u00e4ischen Armeen gewinnt man den Eindruck, Streitkr\u00e4fte, das Milit\u00e4r, Soldaten haben ein st\u00e4rker ausgepr\u00e4gtes geschichtliches Kontinuit\u00e4tsbed\u00fcrfnis, ein essentielleres Verlangen nach Tradition als andere berufliche und soziale Gruppen. Und wenn dies so ist, stellt sich die Frage, ob es hierf\u00fcr Gr\u00fcnde gibt, die aus einem besonderen Charakter der milit\u00e4rischen Institutionen und der Kernaufgaben des Soldaten resultieren.<\/p>\n<ul>\n<li>Ist es die Privilegierung und Alleinstellung der bewaffneten Macht in Staat und Gesellschaft, die der Legitimation aus der Geschichte bedarf?<\/li>\n<li>Ist es die Dominanz der st\u00e4ndigen theoretischen und praktischen Vorbereitung auf nur sehr selten oder nie stattfindende Eins\u00e4tze, dieses berufsspezifische \u201eVollgas mit aufgebockten R\u00e4dern\u201c, das nach einem Ausgleich in den konkreten K\u00e4mpfen und Schlachten der Vergangenheit sucht?<\/li>\n<li>Ist es ein besonderes Verlangen nach Selbstgewissheit, Orientierung und mentaler Sicherheit angesichts der zum Berufsbild geh\u00f6renden, letztlich todbringenden Gewaltanwendung?<\/li>\n<li>Steckt dahinter eine Kompensation f\u00fcr einen im Kriegsfall jederzeit m\u00f6glichen \u201everk\u00fcrzten Aufenthalt in der Gegenwart\u201c, verl\u00e4ngert der Soldat also mit der Vergangenheit sein vielleicht sehr kurzes Leben?<\/li>\n<li>Braucht man f\u00fcr die berufstypische Bereitschaft, sein Leben f\u00fcr andere einzusetzen, in besonderer Weise Orientierung durch historische Leitbilder, Stabilisierung durch pers\u00f6nliche Vorbilder, Motivation aus der Geschichte?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Fragen, auf die man von unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen wie der Soziologie, der Psychologie, der Philosophie oder der historischen Forschung Antworten erwarten darf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>I.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Historiker stellt zun\u00e4chst einmal fest, dass sich vielerorts ein besonderes, ein eigent\u00fcmliches Verh\u00e4ltnis von Milit\u00e4r, Geschichte und Tradition beobachten l\u00e4sst und dass dieses Verh\u00e4ltnis trotz unterschiedlicher nationaler Auspr\u00e4gungen \u00c4hnlichkeiten aufweist. So, zum Beispiel, gro\u00dfe Zeitr\u00e4ume \u00fcbergreifende Kontinuit\u00e4tslinien oder die Grund\u00fcberzeugung, dass eine Streitmacht ohne Traditionsbewusstsein perspektiv- und orientierungslos sei.<\/p>\n<p>Bei den Streitkr\u00e4ften der deutschen Staaten bis zum Ersten Weltkrieg, bei der Reichswehr und der Wehrmacht ist der Befund \u00e4hnlich. Aber der fundamentale deutsche Kulturbruch der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs hatte auch einen milit\u00e4rischen Traditionsbruch zur Folge. Ein f\u00fchrender Sicherheitsberater der Regierung Adenauer formulierte 1950 im Zusammenhang mit der Erarbeitung der Himmeroder Denkschrift, einem Gr\u00fcndungsdokument der Bundeswehr: \u201eDas Wort Tradition wird keinen Platz im Vokabular des zuk\u00fcnftigen deutschen Soldaten haben.\u201c<\/p>\n<p>Doch auch wenn das Reformprogramm der westdeutschen Wiederbewaffnung nicht zu Unrecht als \u201eAnti-Traditions-Konzept\u201c charakterisiert worden ist, war die Geschichte der Bundeswehr von Anfang an auch von der alten soldatischen Suche nach dem \u201eg\u00fcltigen Erbe\u201c beeinflusst. Gordon A. Craig hat die Traditionsfrage als das gr\u00f6\u00dfte Problem der beginnenden Wiederbewaffnung Deutschlands bezeichnet.<\/p>\n<p>In der deutschen Geschichte seit der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert lassen sich bei der Frage nach \u201eMilit\u00e4r und Tradition\u201c drei Abschnitte mit unterschiedlicher zeitlicher Ausdehnung unterscheiden.<\/p>\n<p>Da ist zun\u00e4chst der lange, von den napoleonischen Kriegen und den sogenannten \u201eBefreiungskriegen\u201c bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges reichende Zeitraum einer geradezu apologetischen Selbstgewissheit des Milit\u00e4rs. Diese ist durch eine zivil-milit\u00e4rische Wechselwirkung untrennbar verbunden mit einer positiven Einsch\u00e4tzung der eigenen Streitkr\u00e4fte durch gro\u00dfe Teile der Gesellschaft und durch die staatlichen Institutionen.<\/p>\n<p>Zwar sind die Entwicklungen in den deutschen Staaten uneinheitlich und zum Teil phasenverschoben, aber fast \u00fcberall wird im Deutschen Reich zwischen 1870\/71 und 1914 ein H\u00f6hepunkt erreicht. Dieser ist gekennzeichnet von einer gesellschaftlichen Hochsch\u00e4tzung und Pr\u00e4senz des Milit\u00e4rs, dann einem starken Selbstbewusstsein der Offizierskorps und der Generalit\u00e4t sowie einem erheblichen politischen Einfluss des Streitkr\u00e4ftekomplexes im Staat.<\/p>\n<p>Veteranen- und Kriegerverb\u00e4nde sowie Regimentsvereine waren besonders mitgliederstark und pr\u00e4gten eine facettenreiche und pr\u00e4sente \u00f6ffentliche Milit\u00e4rkultur. Die Regimenter waren wichtigste Tr\u00e4ger kriegerisch-vaterl\u00e4ndischer und konservativ-monarchischer Traditionsstiftung in Preu\u00dfen seit der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts (Wencke-Meteling). Das gilt aber auch \u2013 <em>mutatis mutandis<\/em> \u2013 f\u00fcr Bayern, wo beispielsweise das K\u00f6niglich bayerische Infanterie-Leibregiment wenige Wochen vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs mit einer gro\u00dfen \u00f6ffentlichen Geschichtsparade im Park des Nymphenburger Schlosses sein hundertj\u00e4hriges Jubil\u00e4um in historischen Uniformen feierte.<\/p>\n<p>Ein erheblicher Teil der Legitimation dieses Systems, das vielfach als sozialer und politischer Militarismus beschrieben wird (und dem auch Elemente eines volkst\u00fcmlichen \u201eFolkloremilitarismus\u201c zugeschrieben werden d\u00fcrfen), waren der Bezug auf kriegsgeschichtliche Leistungen der Armeen und einzelner Soldaten und auf die ruhmreiche Vergangenheit des Heeres mit ihren Schlachten und Siegen, waren milit\u00e4rische Tradition und soldatische Erinnerungskultur, die im 19. Jahrhundert gleichsam nationalstaatlich akzeptiert, angeeignet und instrumentalisiert wurden.<\/p>\n<p>Eine zentrale Rolle spielte dabei eine anwendungsbezogene, dem Ruhm, der Ehre, der Vermittlung von Vorbildern und der mentalen Aufr\u00fcstung verpflichteten Kriegsgeschichte. Formuliert und vermittelt wurde diese nicht von der sich ungef\u00e4hr gleichzeitig historistisch professionalisierenden universit\u00e4ren Geschichtswissenschaft, sondern von einer innermilit\u00e4rischen Deutungselite, die die Regimentsgeschichten schrieb oder in den entstehenden kriegsgeschichtlichen Abteilungen der Generalst\u00e4be und der neuen Kriegsarchive die Vergangenheit der Heere aufarbeitete.<\/p>\n<p>Eine inhaltliche Analyse der Regimentsgeschichten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert l\u00e4sst Kontinuit\u00e4t erkennen, bei den Schilderungen der Heldentaten und der ruhmreichen Vergangenheit, den milit\u00e4rischen Ehr- und Ordnungsvorstellungen oder den monarchisch-konservativen Narrativen. Weitere Kennzeichen sind eine zunehmende Selektierung der Inhalte und eine wachsende Konzentration auf \u201edas Positive\u201c.<\/p>\n<p>Mit den Einschr\u00e4nkungen, die sich aus der demokratischen Staatsform ergaben, gilt das bisher Gesagte auch f\u00fcr die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, beispielsweise f\u00fcr die kriegsgeschichtliche Arbeit des am 1. Oktober 1919 nach der Aufl\u00f6sung des Gro\u00dfen Generalstabs errichteten pseudo-zivilen Reichsarchivs in Potsdam mit einem Personalstamm von rund 100 Offizieren oder f\u00fcr das ebenfalls in eine schein-zivile Dienststelle umgewandelte Bayerische Kriegsarchiv, beides Einrichtungen mit dem Auftrag, in die Gegenwart hineinwirkendes Ged\u00e4chtnis f\u00fcr milit\u00e4rischen Tradition zu sein.<\/p>\n<p>Mit Blick auf den Gro\u00dfen Generalstab, das Reichsarchiv und die R\u00fcckkehr des \u201eMilitarismus\u201c in der Weimarer Zeit formulierte Friedrich Meinecke 1946: \u201eUnd so lebensz\u00e4h war dieses Gebilde (der Gro\u00dfe Generalstab), so fest gepr\u00e4gt der Menschentypus, den es hervorbrachte, dass es selbst den Versailler Frieden, der es zerst\u00f6ren wollte, \u00fcberlebte durch getarnte Einrichtungen \u2013 etwa die des Reichsarchivs, in dem die Geschichte des Weltkriegs nun von den f\u00fchrenden Generalst\u00e4blern bearbeitet wurde. So konnte das Hunderttausendmannheer der Reichswehr mit dem Geiste dieses Generalstabs erf\u00fcllt werden, und dieses kleine Kadreheer der Reichswehr konnte dann wieder das Riesenheer des Zweiten Weltkriegs ins Leben rufen und einen Generalstab daf\u00fcr schaffen, der die Tradition des fr\u00fcheren fortsetzte.\u201c<\/p>\n<p>Freilich hatten die Niederlage von 1918, das breite parteipolitische Spektrum der Weimarer Demokratie, die pluralistischer werdende Gesellschaft, die Medien- und Meinungsvielfalt in einem Zeitalter der Extreme auch Folgen f\u00fcr die Bewertung von milit\u00e4rischem Ruhm und soldatischer Ehre. Entwicklungen, die in der Reichswehr kritisch gesehen wurden. Der \u00dcbergang von der Reichswehr zur Wehrmacht, die wachsende Bereitschaft zur Unterst\u00fctzung Hitlers, die Akzeptanz des nationalsozialistischen Staates und mehr und mehr auch die\u00a0 Zustimmung zur faschistischen Ideologie waren verbunden mit dem Wunsch nach der R\u00fcckgewinnung der Vorkriegsstellung der Streitkr\u00e4fte in Staat und Gesellschaft, der Wiedererlangung des fr\u00fcheren Prestiges und der Restitution der \u201egl\u00e4nzenden milit\u00e4rischen Vergangenheiten\u201c. Letztlich wirkten dann aber die Wehrmacht, ihre F\u00fchrung und bewusst oder unbewusst auch viele Soldaten mit an der Zerr\u00fcttung und Pervertierung zentraler Elemente der \u00fcberkommenen milit\u00e4risches Traditionsvorstellungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>II.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht und des Deutschen Reiches vom 7. Mai 1945 war scheinbar auch ein <em>unconditional surrender<\/em> der milit\u00e4rischen Tradition. Die \u201eruhmreichen milit\u00e4rischen Vergangenheiten\u201c schienen in der vermeintlichen <em>Stunde Null<\/em> mit der Wehrmacht untergegangen zu sein. Aber schon nach wenigen Jahren begann eine neue Phase soldatischer Erinnerungskultur und milit\u00e4rischer Geschichtspolitik im Zusammenhang mit den Vorbereitungen f\u00fcr den Aufbau westdeutscher Nachkriegsstreitkr\u00e4fte Ende der 1940er und zu Beginn der 1950er Jahren. Man k\u00f6nnte diesen bis in die j\u00fcngste Zeitgeschichte reichenden zweiten Abschnitt der Traditionsgeschichte als \u201ePhase der schwebenden Unentschiedenheit\u201c, des \u201eSowohl als auch\u201c oder der \u201eVersuche einer Quadratur des Kreises\u201c \u00fcberschreiben.<\/p>\n<p>Mit einer sehr weiten Optik kann man dem Urteil Ulrich Herberts zustimmen, dass die enormen gesellschaftlichen und politischen Widerst\u00e4nde gegen die Gr\u00fcndung der Bundeswehr und die st\u00e4ndige Kontrolle durch die Alliierten wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Formierung der westdeutschen Armee von einem klaren Bruch mit allen preu\u00dfisch-deutschen Milit\u00e4rtraditionen begleitet war. Die Bewerber f\u00fcr Offiziersstellen wurden von einem Personalgutachterausschuss einer sorgf\u00e4ltigen \u00dcberpr\u00fcfung unterzogen, bei der auch das Traditionsverst\u00e4ndnis thematisiert wurde.<\/p>\n<p>Mit einer etwas engeren Optik wird erkennbar, dass die Wirklichkeit doch eher naturtr\u00fcb gewesen ist. Auf der erw\u00e4hnten Himmeroder Tagung 1950 gelang es Wolf Graf von Baudissin nur nach \u00dcberwindung erheblicher Widerst\u00e4nde die Feststellung in die Abschlussdenkschrift aufzunehmen, dass es darauf ankomme, \u201eohne Anlehnung an die Formen der alten Wehrmacht grundlegend Neues zu schaffen.\u201c Schon bald wurden auch \u00f6ffentlich Gegenstimmen laut, so wenn der sp\u00e4tere Inspekteur der Marine Karl-Adolf Zenker im Januar 1956 die neue Bundesmarine fast bruchlos in die Tradition der Kriegsmarine und ihrer wegen Kriegsverbrechen verurteilten Oberbefehlshaber Raeder und D\u00f6nitz stellte. Zum ersten Mal wurde daraufhin die Traditionsproblematik im Verteidigungsausschuss des Bundestages er\u00f6rtert. Auch der Personalgutachterausschuss war ein Sieb mit ziemlich gro\u00dfen L\u00f6chern.<\/p>\n<p>Dass diese Widerspr\u00fcche und Ambivalenzen keine innermilit\u00e4rische Angelegenheit gewesen sind, zeigt beispielsweise eine gerade ver\u00f6ffentlichte Untersuchung \u00fcber den ersten westdeutschen Bundespr\u00e4sidenten Theodor Heuss und seine Haltung zum Milit\u00e4r. Da ist einerseits die Position einer kritischen Geschichtspolitik mit deutlicher Distanz zu den \u00fcberkommenen Traditionen. Das alte milit\u00e4rische Ehr- und W\u00fcrdegef\u00fchl sei durch das Eindringen nationalsozialistischer Denkgew\u00f6hnung fast vollkommen \u201eerweicht\u201c. Und weiter: \u201eDie Linie Gneisenau-Moltke-Schlieffen (\u2026) endet und verschwindet, zerfasert und geknickt, im vollen intellektuellen und moralischen Ungen\u00fcgen, ein K\u00f6rper, der wie wenige geschichtsm\u00e4chtig war, stirbt, ohne dass der Ausgang auch nur ein geringes Symbol seiner W\u00fcrde schafft.\u201c Jener <em>miles gloriosus<\/em> sei untergegangen, nachdem seine Hybris ihn zum Totengr\u00e4ber des Schicksals einer Nation gemacht hat. Heuss warnte vor der Mumifizierung soldatischer Erinnerungskultur, wie er sie bei sogenannten Traditionsverb\u00e4nden erkenne. In der F\u00fchrungsakademie der Bundeswehr stellte er 1959 in seiner gro\u00dfen Rede \u201eSoldatentum in unserer Zeit\u201c apodiktisch fest: \u201eEine eigenst\u00e4ndige, eine autonome preu\u00dfisch-deutsche Milit\u00e4rgeschichte ist zu Ende; sie gibt es nicht mehr.\u201c Zugleich ermunterte er die Bundeswehr mit der Aufforderung: \u201e Eine Tradition selber zu schaffen, ist viel schwieriger, aber auch gro\u00dfartiger, als sie in den Resten und Formen verj\u00e4hrter Gesinnung zu suchen und zu pflegen.\u201c<\/p>\n<p>Zugleich aber l\u00e4sst sich bei Heuss eine Geschichtspolitik beobachten, die nach milit\u00e4rischen Traditionen sucht, die gleichsam als uneingel\u00f6stes Versprechen einer \u201eunbesch\u00e4digten\u201c nationalen Vergangenheit verstanden werden k\u00f6nnen. Der Bundespr\u00e4sident stellte sich eine Frage, die mehr und mehr auch von den Milit\u00e4rreformern diskutiert wurde, n\u00e4mlich welche milit\u00e4rischen Traditionen f\u00fcr die Armee einer freiheitlich demokratischen Grundordnung herangezogen und vielleicht sogar Legitimationsquellen f\u00fcr die milit\u00e4rische Neuorientierung der Bundeswehr werden k\u00f6nnen. Der Traditionsbegriff wurde dabei auf das \u201eg\u00fcltige Erbe\u201c im Sinne \u201eg\u00fcltiger Werthaltungen\u201c konzentriert und bewusst von \u00e4u\u00dferlichen und zeitbedingten Konventionen geschieden. Freiheit, Recht und Menschenw\u00fcrde waren zentrale Begriffe, die als gleichsam \u00fcberzeitliche Ankn\u00fcpfungspunkte auch aus dem Denken der preu\u00dfischen Reformer um Stein und Scharnhorst, den B\u00fcrgersoldaten verschiedener Nationen, der Revolution von 1848\/49 und dem milit\u00e4rischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus entwickelt wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das von Heuss und den Reformern entworfene, aus als unbelastet verstandenen Traditionen entwickelte Bild von einem \u201eB\u00fcrgersoldaten\u201c zeichnete die Angeh\u00f6rigen der Streitkr\u00e4fte als freie, verantwortungsbewusste, von Wissen und Gewissen geleitete Staatsb\u00fcrger. Diese traditionsskeptische Geschichtspolitik fand keineswegs ungeteilte \u00f6ffentliche Akzeptanz. Dabei kam der Widerstand vor allem aus jenen Kreisen der Gesellschaft, die in den vergangenen Jahrzehnten die soldatische \u00dcberlieferung getragen hatten. \u201eNach der Kriegsniederlage und bedingungslosen Kapitulation im Ansehen stark besch\u00e4digt, suchten gerade die ehemaligen Wehrmachtsangeh\u00f6rigen Orientierung an vermeintlich bew\u00e4hrten milit\u00e4rischen Traditionen.\u201c (Ernst Wolfgang Becker).<\/p>\n<p>Das war f\u00fcr Heuss und andere Anlass zu einer Integrationspolitik, mit der auch ehemalige Soldaten f\u00fcr die Bundesrepublik gewonnen werden sollten. Im Spannungsfeld zwischen der \u00fcberkommenen milit\u00e4rischen Traditionspflege einerseits und den Stunde-Null-Ans\u00e4tzen der Reformer sowie der weit verbreiteten Distanz zu allem Milit\u00e4rischen in der westdeutschen Bev\u00f6lkerung andererseits suchte die Politik einen tragbaren Kompromiss. Dieser fand seinen konkreten Ausdruck in den sogenannten Traditionserlassen von 1965 und 1982.<\/p>\n<p>Es kann hier nicht auf Einzelheiten der Inhalte und der bundeswehrinternen und \u00f6ffentlichen Auseinandersetzung \u00fcber die Texte oder auf die Diskussionen \u00fcber die Namensgebung von Kasernen eingegangen werden. Zusammenfassend k\u00f6nnte man aber festhalten, das eine kontroverse, ernsthafte und manchmal auch qu\u00e4lende Auseinandersetzung mit soldatischer Erinnerungskultur, Geschichtspolitik f\u00fcr Streitkr\u00e4fte und milit\u00e4rischer Traditionspflege ein Teil von Geschichte und Tradition der Bundeswehr ist, ein Teil, den man positiv sehen darf, trotz aller Probleme in Einzelf\u00e4llen. Das schwere Erbe der deutschen Milit\u00e4rgeschichte, die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen seit 1945, der Zeitdruck, unter dem manche das Milit\u00e4r betreffende Entscheidungen getroffen werden mussten und die Probleme von Kontinuit\u00e4t und Kontinuit\u00e4tsbruch, Ausgrenzung und Integration, geistiger Verankerung und milit\u00e4rischer Einsatzbereitschaft machen eine lange Phase der Kompromisse zumindest verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Eine gewisse \u201eschwebende Unentschiedenheit\u201c, unpr\u00e4zise Antworten auf pr\u00e4zise Fragen, die immer wieder auch zu \u00f6ffentlichen Diskussionen und zu Verunsicherung in den Streitkr\u00e4ften f\u00fchrten hingen lange auch damit zusammen, dass die deutsche milit\u00e4r- und kriegsgeschichtliche Forschung sich nach 1945 jahrzehntelang in einer Art Schockstarre befand. Milit\u00e4rische Themen waren f\u00fcr die inner- und au\u00dferuniversit\u00e4re Forschung vielfach ein belasteter Tabubereich, in dem man sich nur die wissenschaftlichen Finger verbrennen konnte.<\/p>\n<p>Es war eine verst\u00e4ndliche Erstarrung der Geschichtswissenschaft, die freilich die Folge hatte, dass die Aufarbeitung der deutschen Milit\u00e4rgeschichte und Milit\u00e4rtradition, die f\u00fcr die im Aufbau befindlichen Streitkr\u00e4fte so wichtig gewesen w\u00e4re, erst sehr sp\u00e4t, vielleicht zu sp\u00e4t einsetzte. Viele historische Darstellungen der deutschen Geschichte verzichteten auf die Behandlung \u201edes Milit\u00e4rs\u201c als Teil von Staat und Gesellschaft und so pr\u00e4gten vielfach soldatische Erinnerungswerke und Selbstbiografien \u2013 etwa Erich von Mansteins 1955 erstmals erschienener Bestseller \u201eVerlorene Siege\u201c \u2013 das Bild der j\u00fcngeren milit\u00e4rischen Vergangenheit und einer \u201esauberen Wehrmacht\u201c. F\u00fcr die Suche nach dem g\u00fcltigen Erbe und den richtigen Traditionen der Vergangenheit fehlten der jungen Armee weithin die kritische wissenschaftliche Aufarbeitung vor allem der j\u00fcngeren deutschen Milit\u00e4rgeschichte, trotz des 1957\/1958 errichteten Milit\u00e4rgeschichtlichen Forschungsamtes in Freiburg im Breisgau.<\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt der \u201eschwebenden Unentschiedenheit\u201c und der Formelkompromisse in der Traditionsproblematik soll hier noch angesprochen werden, n\u00e4mlich die nachvollziehbare N\u00e4he der Bundeswehr zu den Soldatenverb\u00e4nden und zum 1919 aus der Gesellschaft heraus gegr\u00fcndeten Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge. Von ihrer Aufgabenstellung und Zielsetzung her hatten und haben diese Institutionen einen starken Bezug zu den Streitkr\u00e4ften der Vergangenheit, zu den Armeen des Wilhelminischen Reichs und des Ersten Weltkriegs, zur Reichswehr und zur Wehrmacht. Das hat naturgem\u00e4\u00df andere Schwerpunkte beim Blick in die Vergangenheit zur Folge als sie die Traditionsdiskussion in einer Parlamentsarmee unserer Tage haben kann. Hier gab und gibt es R\u00fcckkopplungen, die zu Verunsicherungen und St\u00f6rungen bei der Erinnerungskultur der Streitkr\u00e4fte f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn wir nun noch einen Blick auf aktuelle Entwicklungen werfen, so kann man den Eindruck gewinnen, als beg\u00e4nne in unseren Tagen eine neue Phase der Geschichte von soldatischer Erinnerungskultur und Geschichtspolitik f\u00fcr Streitkr\u00e4fte in der Bundesrepublik. Erste Ans\u00e4tze eines neuerlichen Paradigmenwechsels findet man im \u201eWei\u00dfbuch 1985. Zur Lage und Entwicklung der Bundeswehr\u201c, in dem der Verteidigungsminister eine \u00dcberpr\u00fcfung und \u00c4nderung des Traditionserlasses ank\u00fcndigte. Im Kapitel \u201eTraditionspflege\u201c stand jetzt die Verankerung des Soldaten und der Streitkr\u00e4fte in den konstitutionellen und geistigen Rahmenbedingungen der Gegenwart ganz im Vordergrund. Die Traditionspflege wurde als ein Aspekt dieser Verankerung verstanden. \u201eVerbindliche Grundlagen f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis des Soldaten der Bundeswehr sind die Wertordnung und das darin enthaltene Friedensgebot des Grundgesetzes, die Bindung an das Gewissen sowie das Leitbild der Inneren F\u00fchrung, des Staatsb\u00fcrgers in Uniform. Diese Grundlagen bestimmen auch das Traditionsverst\u00e4ndnis der Bundeswehr.\u201c<\/p>\n<p>Gefordert wurde eine von den heutigen Werten ausgehende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, eine \u00dcberpr\u00fcfung \u00fcberkommener Werte, Normen, Br\u00e4uche und Gepflogenheiten aus der Erfahrung der Gegenwart heraus. Als Beispiele menschlicher Bew\u00e4hrung und soldatischer Leistung, die tradiert zu werden verdient, wurden genannt die Reformzeit des fr\u00fchen 19. Jahrhunderts, Tapferkeit und Leiden deutscher Soldaten in Krieg und Gefangenschaft, der Widerstand gegen die NS-Gewaltherrschaft und die Soldaten der Bundeswehr, die ihr Leben einsetzten, um das Leben anderer zu erhalten. Diese bundeswehreigene Tradition wurde jetzt, ganz im Sinne des Zitats von Theodor Heuss von 1959, mit Nachdruck in den Vordergrund gestellt. \u201eDie Bundeswehr kann auf eigene traditionsw\u00fcrdige Leistungen verweisen. Sie bestimmen ihr Selbstverst\u00e4ndnis und ihr Bild in der \u00d6ffentlichkeit mehr noch als die \u00dcberlieferungen aus fr\u00fcherer deutscher Geschichte.\u201c<\/p>\n<p>Der 2018 in Kraft tretende, seit l\u00e4ngerem sorgf\u00e4ltig und in breiten Diskussionen vorbereitete neue \u201eTraditionserlass\u201c setzt hier an, profiliert einen \u201everfassungsorientierten Patriotismus\u201c als geistige Basis, die auch die Tradition zu bestimmen habe, behandelt intensiv und kritisch die gro\u00dfen Linien der deutschen Milit\u00e4rgeschichte, betont, dass es keine ungebrochene deutsche Milit\u00e4rtradition gibt, findet klare abgrenzende Worte zur Wehrmacht und zur Nationalen Volksarmee, verweist auf die lange eigene Geschichte der Bundeswehr und ihrer Soldatinnen\u00a0 und Soldaten und legt ein Bekenntnis zum Geschichtswissen ab, das die Voraussetzung f\u00fcr eine wertorientierte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sei.<\/p>\n<p>Wenn ich es richtig sehe, so haben der Primat und das Vetorecht einer kritischen Geschichtswissenschaft Anerkennung gefunden, einer Geschichtswissenschaft f\u00fcr die milit\u00e4rgeschichtliche Themen seit geraumer Zeit ein immer selbstverst\u00e4ndlicher werdenden Teil der Gesamtbetrachtung geworden sind. Sie dient als Wegweiser bei der Suche nach der historischen Tiefensch\u00e4rfe einer modernen Armee, nach Rolle und Inhalt von Traditionspflege\u00a0 im Gesamtrahmen der politischen, gesellschaftlichen und geistigen Verankerung der Streitkr\u00e4fte im demokratischen Staat und in einer globalen Welt.<\/p>\n<p>Dabei w\u00e4ren von der Armee eines Bundesstaates mehr als bisher nicht nur die preu\u00dfisch-deutsche, sondern auch die teilstaatlichen Milit\u00e4rtraditionen, also die badische, die w\u00fcrttembergische, die bayerische, die hessische, die s\u00e4chsische usw. und ihre Bedeutung f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte eines f\u00f6deralen Staates in den Blick zu nehmen. Mit zwei Beispielen aus der bayerischen Milit\u00e4rgeschichte soll das konkretisiert werden.<\/p>\n<p>Erstens: Zu den innerbayerischen Umgestaltungsma\u00dfnahmen an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, also im und nach dem Zeitalter Napoleons das Neue Bayern entstand, geh\u00f6rte auch die Modernisierung der Armee. Zu den wichtigsten Reformen der ersten Jahre geh\u00f6rten die Abschaffung der M\u00f6glichkeit, Stellen zu kaufen, Bef\u00f6rderungen sollten k\u00fcnftig nach Verdienst und Dienstzeit erfolgen, die \u201eEhre der Waffen\u201c sollte allen Bev\u00f6lkerungsschichten zuteilwerden, jeder Bewohner wurde als Verteidiger des Staates angesehen. Wichtige Verbesserungen gab es bei Organisation, Bewaffnung und Ausr\u00fcstung der Armee. Das Kanton-Reglement von 1805 postulierte den Grundsatz der Wehrpflicht, seine Bedeutung war jedoch vor allem die Tatsache, dass der neue Staat damit eine moderne Wehrverfassung bekam, die 1808 in der Konstitution verankert und im Konskriptionsgesetz von 1812 den raschen Entwicklungen in napoleonischer Zeit angepasst wurde. Die Armee war aus den Staatsuntertanen zu rekrutieren.<\/p>\n<p>Eine neue, mit dem pers\u00f6nlichen Adel verbundene Auszeichnung, der Milit\u00e4r-Max-Joseph-Orden, sollte zur Aufbruchsstimmung in der neuen B\u00fcrgerarmee beitragen. Er wurde nicht mehr vom Herrscher allein, sondern von einem Ordenskapitel vergeben. Unn\u00f6tig hohe Opfer unter den Soldaten zur Befriedigung des pers\u00f6nlichen Ehrgeizes wurden als Ausschlussgrund gesehen. Auch eine Nationalgarde, neue Garnisonen, der Neubau von Kasernen, eine neue Uniform und neue Waffen waren Teil der Reformma\u00dfnahmen f\u00fcr eine Armee, die beim Regierungsantritt Max Josephs eine St\u00e4rke von 16.000 Mann hatte und 1815 mit rund 90.000 Soldaten die H\u00f6chstst\u00e4rke erreichte.<\/p>\n<p>Bayerns politische Erfolge, die erheblichen Gebietsgewinne, die Erhebung zum K\u00f6nigreich, der deutliche Souver\u00e4nit\u00e4tszuwachs im Inneren gerade auch in der Rheinbundzeit nach 1806 beruhten zu einem wesentlichen Teil auf dem neu aufgebauten Heer, das sowohl die Gegner als auch die Verb\u00fcndeten als machtpolitischen Faktor anerkannten. Mindestens so wichtig war es, dass die Milit\u00e4rverfassung im Inneren des heterogenen Bayerns die politische und soziale Integration der neuen Landesteils vorantrieb und wesentlich zur Ausbildung eines neu- oder gesamtbayerischen Bewusstseins \u2013 \u00fcber alle altbayerischen, schw\u00e4bischen, fr\u00e4nkischen und pf\u00e4lzischen Unterschiede hinweg \u2013 beitrug.<\/p>\n<p>Und ein zweites Beispiel: Die mit dem Namen Sigmund von Pranckh verbundene bayerische Heeresreform nach dem verlorenen Krieg von 1866 schuf nicht nur eine moderne Armee, sondern vor allem einen neuen Typ von Offizier durch die Verbindung von \u201eSchwert und Feder\u201c. Voraussetzung f\u00fcr die Aufnahme ins Offizierskorps wurde das Abitur und die Lehrpl\u00e4ne der neuen milit\u00e4rischen Bildungseinrichtungen, insbesondere der bayerischen Generalstabsausbildung hatten ein enormes Niveau. In Preu\u00dfen und auch im Reichstag sah man das nicht nur mit Freude, in Bayern hatte es aber unter anderen die Folge, dass Offiziere auf den unterschiedlichsten geistes-, natur- und technikwissenschaftlichen Feldern bemerkenswerte Leistungen erbrachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>V.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Bundeswehr ist aber nicht nur die Armee eines f\u00f6deralen Staates mit seinen unterschiedlichen geschichtlichen Entwicklungen, sondern auch eine Armee in internationaler Verflechtung. Somit w\u00e4ren bei der Traditionsdiskussion auch transnationale Aspekte, eine transnationale Milit\u00e4rgeschichte zu ber\u00fccksichtigen. Der in Berlin, Potsdam und anderswo immer noch vorherrschende deutsch-nationale Geschichts- und Traditionsblick ist eine Engf\u00fchrung, die zur Irref\u00fchrung werden kann.<\/p>\n<p>Auch andere aktuelle Entwicklungen haben Folgen f\u00fcr die Traditionspflege, \u00fcber die man reden muss: der Wandel der Wehrpflichtarmee zur Berufsarmee, dann die milit\u00e4rische M\u00e4nnlichkeitstradition und Gender in einer Armee mit wachsendem Frauenanteil, Kampfeins\u00e4tze und Soldatentod in einer Friedensarmee und anderes mehr.<\/p>\n<p>Der neue Traditionserlass betont Gegenwart und Zukunft der Bundeswehr und spricht der Geschichte vor allem eine dienende Rolle zu. Sie ist eine Art Steinbruch f\u00fcr Traditionspflege, Leitbildentwicklung und Vorbildsuche. Das kann man so lassen, wenn dabei nicht aus dem Blick ger\u00e4t, dass die Kenntnis der Vergangenheit in ihrem ganzen Umfang, mit ihren H\u00f6hen und Tiefen, dem Positiven wie dem Schrecklichen unverzichtbare Voraussetzung f\u00fcr Orientierungssicherheit in der Gegenwart und Wegweiser auf dem Weg in die Zukunft ist. Traditionspflege und Leitbilder sind das Eine, unsere Geschichte das Andere. Beides geh\u00f6rt zusammen. Oder um es konkret an einem Beispiel auszudr\u00fccken, man muss nicht nur wissen, dass Wehrmacht und Nationale Volksarmee f\u00fcr eine Traditionspflege der Bundeswehr ausscheiden, man muss auch wissen, warum das so ist.<\/p>\n<p>Unsere Ausgangsfrage \u201eTradition suchen oder Tradition schaffen?\u201c postuliert keine Gegens\u00e4tze. Stellt man \u201eTradition schaffen\u201c in den Vordergrund, also die m\u00f6glichst gute, vorbildhafte Erledigung der soldatischen Aufgaben in unserer und f\u00fcr unsere freiheitliche Demokratie, dann will man erreichen, dass in Zukunft dies als Tradition anerkannt werden und weiterwirken kann. Und so wie heutiges vorbildliches milit\u00e4risches Handeln traditionsbildend wirken kann, so k\u00f6nnen historische Vor- und Leitbilder Wegbegleiter und Wegweiser sein. Die neuen Richtlinien des Verteidigungsministeriums sind ein zeitgem\u00e4\u00dfer Rahmen f\u00fcr die n\u00f6tige Suche in der Geschichte.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundeswehr and military remembrance culture in the 21st century<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":32898,"menu_order":1847,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32369","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-19-jahrhundert","media-library-category-akademiegespraech","media-library-category-grundgesetz","media-library-category-militaerseelsorge","media-library-category-nationalismus","media-library-category-preussen","media-library-category-reichswehr","media-library-category-zweiter-weltkrieg"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Tradition suchen oder Tradition schaffen? - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/tradition-suchen-oder-tradition-schaffen-bundeswehr-und-militaerische-erinnerungskultur-im-21-jahrhundert\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Tradition suchen oder Tradition schaffen? - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Bundeswehr und milit\u00e4rische Erinnerungskultur im 21. 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