{"id":32371,"date":"2023-07-17T14:36:30","date_gmt":"2023-07-17T12:36:30","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=philosophischer-meisterkurs-2018"},"modified":"2025-11-20T10:59:19","modified_gmt":"2025-11-20T09:59:19","slug":"ist-sokrates-schuldig-2","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/ist-sokrates-schuldig-2\/","title":{"rendered":"Is Socrates guilty?"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Sokrates\u2019 Rolle in der westlichen Ethik<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ist Sokrates schuldig? Seit langem unbestritten gilt Sokrates als eine entscheidende Figur in der Geschichte westlicher Ethik. Seine Rolle wird manchmal in einem Atemzug mit der von Jesus genannt. Bei allen Unterschieden ist die Verbindung beider Figuren nicht ganz abwegig, und zwar in folgender Hinsicht. Sokrates\u2019 Botschaft ist, dass nichts im Leben wichtiger ist als die Sorge um die eigene Seele. Mit anderen Worten, nichts ist auch nur entfernt so wichtig wie sich zu fragen, wie man leben soll. Um seine Seele k\u00fcmmert man sich, wenn man dar\u00fcber nachdenkt, was im Leben wichtig ist und wie man sein Leben so einrichten kann, dass man ein guter Mensch ist. Diese Fragen, so der Gedanke, sind schwierig. Sie sind sogar so schwierig, dass man ihnen gewisserma\u00dfen sein Leben widmen muss.<\/p>\n<p>Damit haben wir zwei Pr\u00e4missen: (1) Wertfragen sind f\u00fcr jeden wichtig. (2) Wertfragen sind schwierig. Dies ist eine bemerkenswerte Kombination. Manchmal denken wir, das Wichtige ist einfach, vielleicht weil es auf der Hand liegt. Und manchmal denken wir, das Schwierige kann den Experten \u00fcberlassen werden. Entgegen dieser Ideen sagt die Sokratische Ethik: nein, Wertfragen gehen jeden an, und sie sind schwierig. Aus der Kombination dieser Pr\u00e4missen entsteht, so werden wir sehen, ein spezifischer Ansatz in der Ethik.<\/p>\n<p>Sokrates ist bekannt daf\u00fcr, nichts geschrieben zu haben und keine Theorien vertreten zu haben. Er betont, zu den gro\u00dfen Fragen keine abschlie\u00dfenden Ansichten zu haben. Was ist gut? Was ist die Seele? Was sind die G\u00f6tter oder wer ist Gott? Was ist das Universum? Was ist unsere Rolle in der Natur? All dies sind Fragen, die aus Sokrates\u2019 Sicht eine gewisse Ehrfurcht verlangen. Sie sind zu gro\u00df, als dass man einfach so Antworten zur Verf\u00fcgung h\u00e4tte. Stattdessen stellt sich heraus, dass das beste menschliche Leben dem Fragen und Untersuchen gewidmet ist.<\/p>\n<p>Eine ethisch geforderte Einstellung ist dann, explizit und demonstrativ, eine Einstellung des Suchens, nicht eine Einstellung, in der man davon ausgeht, im Besitz von Wahrheiten \u00fcber das Gute und Gerechte zu sein. Dies ist der distinkte Beitrag, den Sokrates zur Ethik leistet: mit ihm entsteht der Gedanke, dass das Suchen und Versuchen schon in sich eine gute Sache ist, weil es eine Verpflichtung auf die Werte von Wahrheit und Wissen ausdr\u00fcckt. Historisch hat diese Haltung viele Generationen von antiken Denkern beeinflusst, die in verschiedenen Variationen der Meinung sind, dass ein Leben, das man der Untersuchung widmet, das beste Leben f\u00fcr Menschen ist. In der Geschichte theologischen Denkens findet sich diese Idee etwa bei Augustinus wieder, der die Suche nach Gott als ein Leben versteht, das in sich gut ist, auch wenn die Suche andauert.<\/p>\n<p>Aus der Distanz m\u00f6gen wir Sokrates also als Held sehen &#8211; als jemanden, der die Werte von Wahrheit und Wissen relevant gemacht hat f\u00fcr das Leben jeder einzelnen Person. Im gegebenen historischen Kontext jedoch war Sokrates unbequem. Die Athener Aristokratie denkt, dass sie wei\u00df, wie man leben soll. Die Priester Athens sind \u00fcberzeugt, dass sie wissen, wer und was die G\u00f6tter sind und wie eine fromme Person lebt. Da ist es nicht willkommen, dass Sokrates den jungen Leuten \u201ceinredet\u201d, all dies seien offene Fragen. Unsere eigene Reaktion heute w\u00e4re m\u00f6glicherweise \u00e4hnlich. Vielleicht w\u00fcrden wir in Sokrates eine Art falschen Propheten sehen, der die Jugend vom rechten Weg abbringt.<\/p>\n<p>Mein Vortrag heute nimmt den Fall Sokrates zum Anlass, \u00fcber Dissens in Wertfragen nachzudenken. Die Causa Sokrates ist bemerkenswert, u.a. weil wir bis heute geteilter Meinung dar\u00fcber sein k\u00f6nnen, ob Sokrates zu Recht oder Unrecht zum Tode verurteilt wurde. Ich will daf\u00fcr argumentieren, dass gerade dieser Aspekt Platon interessiert. Anders als Sokrates hat Platon zwar geschrieben. Auch er jedoch schreibt keine Texte, in denen er Theorien formuliert und vertritt. Seine Texte haben die Form von Dialogen. Er erfindet gewisserma\u00dfen die Gespr\u00e4chspartner, und eine der wichtigsten Figuren in seinen Dialogen ist Sokrates. Sokrates steht hier f\u00fcr die eingangs skizzierte Einstellung. Es ist das Wichtigste \u00fcberhaupt f\u00fcr Menschen \u00fcber ihr Leben zu reflektieren und auf diese Weise zu versuchen, besser zu leben. Sokrates als Figur verk\u00f6rpert damit die Schwierigkeit und Strittigkeit von Wertfragen. Denn was ist ein gutes Leben? In einigen von Platons Dialogen geht es direkt um Sokrates\u2019 Verurteilung. Hier wird Sokrates\u2019 unkonventionelles Leben selbst zum Beispiel daf\u00fcr, wie uneinig wir uns dar\u00fcber sind, was gut und schlecht ist.<\/p>\n<p>Heute will ich diesen Fragen in einem Dialog nachgehen, dessen Titel<em> Euthyphron<\/em> ist. Euthyphron, ein Priester, ist Sokrates\u2019 Gespr\u00e4chspartner, und nach ihm ist der Dialog benannt. Mein Vortrag hat vier Abschnitte. Zun\u00e4chst frage ich <em>Sie<\/em>, ob Sokrates schuldig ist, und erkl\u00e4re die Anklage, die gegen ihn vorliegt, damit Sie sich in der Lage f\u00fchlen, die Titelfrage dieses Vortrags zumindest vorl\u00e4ufig zu beantworten. In einem zweiten Schritt vertrete ich eine sokratische Position dazu, <em>warum<\/em> Wertfragen nicht nur strittig sondern auch inh\u00e4rent schwierig sind. Dann stelle ich Ihnen Platons Analyse von Wertdissens vor, mit besonderer R\u00fccksicht auf einen Vergleich, der bis heute in der Ethik diskutiert wird &#8211; den Vergleich von Ethik und Mathematik. Es ergeben sich, und damit schlie\u00dfe ich, zwei Sokratische Vorschl\u00e4ge dazu, wie wir mit Wertdissens umgehen sollten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Erster Wahlgang<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zuerst m\u00f6chte ich also ein Experiment in Gang setzen. Ich m\u00f6chte Sie zum W\u00e4hlen auffordern, so als ob Sie die Jury in Athen w\u00e4ren, die dar\u00fcber entscheidet, ob Sokrates schuldig ist. Dieses Experiment ist beliebt bei Antike-Forschern und Sie sind nicht das erste Publikum, das als Jury w\u00e4hlt. Und seien Sie gewarnt. Am Ende des Vortrags werden Sie noch einmal abstimmen. Hier also ist eine Liste der Anklagepunkte:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(1) Naturwissenschafts-Vorwurf<\/p>\n<p>Nennen wir den ersten Anklagepunkt &#8211; etwas anachronistisch &#8211; den Vorwurf, dass Sokrates Naturwissenschaft betreibt. Ihm wird vorgeworfen, die Dinge im Himmel und unter der Erde zu studieren. Aus antiker Sicht ist dies ein Sakrileg, weil beides g\u00f6ttliche Regionen sind. Zeus herrscht im Himmel, Hades unter der Erde. Der Naturwissenschafts-Vorwurf wird auch gegen die sogenannten Vorsokratiker oder fr\u00fchgriechischen Naturphilosophen erhoben. Die Kritik lautet, dass die nat\u00fcrliche Welt als blo\u00dfes Material analysiert wird. Dies ist blasphemisch, weil jedes Element &#8211; Feuer, Wasser, Luft, Erde &#8211; aus Sicht griechischer Religion mit Gottheiten assoziiert ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(2) Blasphemie-Vorwurf<\/p>\n<p>Deshalb ist der Naturwissenschafts-Vorwurf eng verbunden mit einem zweiten Anklagepunkt, einem generellen Blasphemie-Vorwurf. Sokrates erfindet, so sagen seine Gegner, eigene Gottheiten. Dieser Vorwurf beruht darauf, dass Sokrates die traditionellen griechischen Gottheiten ablehnt, aber doch mit Ehrerbietung von G\u00f6ttern spricht. Die G\u00f6tter, von denen er spricht, m\u00fcssen also wohl seine eigenen sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(3) Sophisten-Vorwurf<\/p>\n<p>Drittens wird Sokrates vorgeworfen, ein Sophist zu sein. Sophisten sind eine Art Wander-Intellektuelle, die in griechischen St\u00e4dten ihre Dienste als Lehrer f\u00fcr die Jugend anbieten. Wenn Eltern sie f\u00fcr den Unterricht bezahlen, so die Aussicht, dann werden die S\u00f6hne erfolgreiche und m\u00e4chtige Personen in der Politik. Dieses Versprechen wird als aufr\u00fchrerisch wahrgenommen. Die traditionelle Auffassung in der Aristokratie ist, dass man qua Geburt zu einem erfolgreichen Athener wird; man wird in die Gruppe der F\u00fchrenden hineingeboren und w\u00e4chst auf, geleitet vom Vorbild der vorherigen Generation. Sophistische Lehrer st\u00f6ren hier. Sie sind anti-aristokratisch, weil ihre Botschaft impliziert, dass man durch Studium, nicht durch Geburt, zu einer f\u00fchrenden Person im Staat wird. Der Vorwurf gegen Sokrates ist also, dass Sokrates genau wie die Sophisten andere f\u00fcr Geld ausbildet; und dass er dabei Techniken von Frage und Antwort verwendet, die ihn bef\u00e4higen, in jeder Diskussion die Oberhand zu gewinnen. Dies ist eine spezifisch sophistische Sache: die F\u00e4higkeit, aus dem schw\u00e4cheren Argument das st\u00e4rkere zu machen und dies auch anderen beizubringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(4) Verf\u00fchrung der Jugend-Vorwurf<\/p>\n<p>All dies spielt zusammen im vierten und letzten Vorwurf, n\u00e4mlich dass Sokrates die Jugend verf\u00fchrt. Er verdirbt sie, indem er mit seinen Sch\u00fclern naturwissenschaftliche Fragen studiert; indem er \u00fcber G\u00f6tter redet, die nicht die traditionellen G\u00f6tter sind; und indem er eine Methode von Frage und Antwort &#8211; von philosophischer Untersuchung &#8211; praktiziert, die darauf abzielt, Gespr\u00e4chspartnern \u00fcberlegen zu sein.<\/p>\n<p>Dies also sind die vier Vorw\u00fcrfe. Nach allem, was Sie \u00fcber Sokrates wissen, und sozusagen \u201cHand aufs Herz\u201d: Wenn Sie sich ehrlich fragen, wie Sie Sokrates sehen w\u00fcrden, bevor Jahrtausende der historischen Distanz ihn glorifizieren &#8211; wie w\u00fcrden Sie als Mitglied der Jury abstimmen? Ist Sokrates schuldig? Ist Sokrates unschuldig?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Zwei Ebenen<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Manche von Ihnen haben gez\u00f6gert, wie Sie abstimmen sollen. Fragen wir uns also mit Hilfe von Platons <em>Euthyphron<\/em>, warum man z\u00f6gern mag bei dieser Abstimmung. Ihre Rolle ist ja die der Jury. Wie in einem Rechtsstreit heute begegnen Sie damit dem Problem, dass es gewisserma\u00dfen zwei Ebenen gibt. Wir k\u00f6nnen fragen: \u201cIst Sokrates schuldig im Sinne der Anklage und des geltenden Rechts?\u201d Wir k\u00f6nnen aber auch fragen: \u201cIst Sokrates schuldig?\u201d Nehmen wir an, dass Sokrates in allen Anklagepunkten das tut, was ihm vorgeworfen wird. Er betreibt Naturwissenschaft, glaubt nicht an die traditionellen G\u00f6tter, unterrichtet Methoden von Argumentation, die nicht un\u00e4hnlich zu denen der Sophisten sind, und f\u00fchrt seine Sch\u00fcler weg von deren traditioneller Ausbildung und Lebenseinstellung. Nehmen wir weiter an, dass all dies nach den geltenden Gesetzen Unrecht ist. So beschrieben ist Sokrates in allen vier Punkten schuldig. Dies ist aber vereinbar damit, dass er nichts Falsches macht. Denn freilich kann es gut sein, Himmel und Erde zu erforschen, das traditionelle G\u00f6tterbild zu verwerfen, Methoden der Untersuchung zu unterrichten, und damit Jugendliche f\u00fcr ein neues Lebensmodell zu gewinnen. Sokrates kann also gleichwohl schuldig im Sinne des geltenden Rechts und unschuldig in einem fundamentaleren Sinne sein.<\/p>\n<p>In einem Gerichtsverfahren sind wir unweigerlich mit beiden Fragen befasst. Wir m\u00fcssen nach geltendem Recht entscheiden. Gleichzeitig fragen wir uns, ob der Angeklagte in einem fundamentaleren Sinn wirklich etwas Falsches getan hat. Keine von beiden Perspektiven kann einfach aufgegeben werden. Idealerweise, so m\u00f6gen wir denken, ist in einem Staat das legal, was auch wirklich richtig ist. Das ist der erste von drei Gr\u00fcnden, die ich daf\u00fcr anf\u00fchren will, dass Wertfragen schwierig sind: wir m\u00fcssen typischerweise auf zwei Ebenen navigieren, von denen eine fundamentaler ist als die andere. Indem der Dialog <em>Euthyphron<\/em> mit einer Skizze von Sokrates\u2019 Rechtsfall beginnt, f\u00fchrt er uns den Kontrast dieser beiden Ebenen vor Augen. Wir wissen, dass Sokrates schuldig gesprochen wurde, und vermeintlich nach der geltenden Rechtslage zurecht. Und doch ist f\u00fcr uns die Frage offen, ob er wirklich schuldig war.<\/p>\n<p>Im Verlauf des Dialogs stellt sich zudem heraus, dass die Werteigenschaft \u201cfromm\u201d strukturell so funktioniert wie die Werteigenschaft \u201clegal\u201d. Beides sind Werte \u201czweiter Ordnung,\u201d die fundamentalere Werte voraussetzen; oder zumindest ist das die Analyse, die Platon nahelegt. Idealerweise erkl\u00e4rt unser Rechtssystem das f\u00fcr legal, was wirklich gut und richtig ist. So \u00e4hnlich mag man denken, dass man nur an G\u00f6tter glauben kann, die von Menschen das erwarten und das als fromm sehen, was wirklich gut und richtig ist (statt etwa an G\u00f6tter, die sich dadurch auszeichnen, Betrug, Raub und Vergewaltigungen zu begehen).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Big Picture Fragen<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wenden wir uns einem zweiten Grund zu, weshalb Wertfragen schwierig sind. Nennen wir ihn den \u201cbig picture\u201d Grund: Wertfragen haben es oft mit sehr umfassenden Fragen zu tun. Am Anfang des Dialogs treffen sich Sokrates und Euthyphron zuf\u00e4llig auf der Treppe des Gerichtshauses. Euthyphron fragt Sokrates: \u201cWas machst Du hier?\u201d Sokrates antwortet, dass ein junger Mann namens Meletus eine Anklage gegen ihn eingereicht hat, weil er die Jugend verderbe. Weiter sagt Sokrates, dass Meletus hier ein zweifaches Wissen in Anspruch nimmt. Meletus behauptet zu wissen <em>was<\/em> die Jugend verdirbt und <em>wer<\/em> die Jugend verdirbt. Nennen wir das ein allgemeines und ein partikul\u00e4res Wissen. Meletus wei\u00df vermeintlich, was schlecht f\u00fcr die Jugend ist. Aus Sokrates\u2019 Sicht ist das ein enormes Wissen. Es ist n\u00e4mlich das Wissen davon, was gut und schlecht f\u00fcr Menschen ist. Zus\u00e4tzlich wei\u00df Meletus etwas Spezifisches. Er wei\u00df, wer &#8211; n\u00e4mlich vermeintlich Sokrates &#8211; das tut, was im Allgemeinen etwas Schlechtes ist. Diese Unterscheidung zwischen Allgemeinem und Partikul\u00e4rem werden wir sp\u00e4ter noch brauchen. Zun\u00e4chst aber halten wir Folgendes fest. Die Frage, ob Sokrates schuldig ist, nicht nur im Sinne der Anklage, sondern in der fundamentalen Weise, dass er wirklich Falsches tut, h\u00e4ngt letztlich davon ab, was gut und was schlecht f\u00fcr Menschen ist. Dies ist eine umfassende Frage, die bis heute Gegenstand kontroverser Diskussion ist. Es sollte also keine \u00dcberraschung sein, dass wir uns nicht einig sind, ob Sokrates schuldig ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Singularit\u00e4t<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Sokrates fragt zur\u00fcck, an Euthyphron gerichtet: \u201cUnd was bringt Dich hier zum Gericht?\u201d Als ge\u00fcbte Platon-Leser sind wir gewarnt. Ein kontroverser Fall wurde bereits eingef\u00fchrt, die Causa Sokrates. Zwei Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass Wertfragen schwierig sind, haben wir schon kennen gelernt &#8211; den Zwei-Ebenen-Grund und den Big-Picture-Grund. Nun kommt der dritte Grund, nennen wir ihn den Singularit\u00e4ts-Grund: wenn wir uns in Wertfragen eine Meinung bilden, ist der Anlass oft ein singul\u00e4rer Fall. Dies wird besonders deutlich, wenn wir Euthyphrons juristisches Anliegen betrachten.<\/p>\n<p>Euthyphrons Vater hat einen Arbeiter, der betrunken einen anderen Arbeiter get\u00f6tet hat, weggesperrt. Allerdings hat er vergessen, ihm Essen und Trinken zu bringen und ihn angekettet, weshalb der Mann gestorben ist. Euthyphrons Vater hatte gute Absichten: er wollte juristischen Rat einholen, was mit dem trunkenen Angreifer zu tun sei. Euthyphron ist nun \u00fcberzeugt, dass er seinen Vater des Mordes anklagen muss. Dies wiederum finden andere in seiner Familie schrecklich. Sie sind der Meinung, dass man den eigenen Vater nicht anklagt.<\/p>\n<p>Platon f\u00fchrt hier einen Fall vor, dessen Singularit\u00e4t nicht zu untersch\u00e4tzen ist. Euthyphrons Anklage ist der <em>einzige<\/em> belegte Fall in der Athener Rechtsgeschichte, in dem ein Sohn seinen Vater anklagt. Der Fall gilt deshalb als spektakul\u00e4r. Betrachten wir, wie unsere drei Gr\u00fcnde f\u00fcr die Schwierigkeit von Wertfragen hier relevant sind. Erstens k\u00f6nnen wir unterscheiden zwischen einer kulturellen Ebene, der zufolge es undenkbar ist, sich gegen den eigenen Vater zu wenden, und einer grundlegenderen Ebene, auf der es m\u00f6glicherweise richtig ist, eine Straftat anzuzeigen, auch wenn sie vom eigenen Vater begangen wurde. Das ist der Zwei-Ebenen-Grund. Der Big-Picture-Grund ist ebenso einschl\u00e4gig, denn wir haben es mit fundamentalen Wertfragen zu tun. Was ist wichtiger, dass hier jemand ein Verbrechen begangen hat, oder dass dieser jemand der eigene Vater ist? Entsprechende Fragen geh\u00f6ren bis heute zu den schwierigsten der Ethik. M\u00fcssen wir unsere Handlungen von einem unparteilichen Standpunkt aus begr\u00fcnden, wie Euthyphron denkt? Oder ist eine gewisse Form von Parteilichkeit gegen\u00fcber Familie und Freunden ethisch erlaubt, vielleicht sogar gefordert?<\/p>\n<p>Drittens kommt der Singularit\u00e4ts-Grund hinzu. Nehmen wir an, wir sind uns alle einig, dass allgemein Mord ein schlimmes Verbrechen ist, und dass M\u00f6rder vor Gericht gebracht werden sollten. Dies ist gut damit zu vereinbaren, dass wir uns nicht einig sind, wer im einzelnen als M\u00f6rder zu gelten habe. Hat Euthyphrons Vater wirklich einen Mord begangen? Oder war es Totschlag? Oder fahrl\u00e4ssige T\u00f6tung? Was wird aus der guten Absicht, juristischen Rat zu holen? Die Fallbeschreibung hat viele Facetten, so dass wir uns vorstellen k\u00f6nnen, dass man f\u00fcr unterschiedliche Positionen argumentieren kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Dissens in Wertfragen<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>So also beginnt der Dialog <em>Euthyphron<\/em>: mit Beispielen, die die Strittigkeit von Wertfragen erhellen, indem sie darauf hinweisen, <em>warum<\/em> Wertfragen so schwierig sind. Angesichts dieses Beginns sollte es uns nicht \u00fcberraschen, dass der <em>Euthyphron<\/em> eine ausf\u00fchrliche Analyse von Dissens enth\u00e4lt. Sokrates und Euthyphron kommen ins Gespr\u00e4ch, und zwar \u00fcber Euthyphrons Spezialgebiet. Als Priester ist Euthyphron ein Experte f\u00fcr Fr\u00f6mmigkeit und alles, was mit den G\u00f6ttern zusammenh\u00e4ngt. Er verstrickt sich allerdings in ein Problem. Einerseits scheint ihm, dass das Fromme das ist, was die G\u00f6tter lieben, oder in einer anderen Formulierung, was den G\u00f6ttern gef\u00e4llt. Andererseits sind die G\u00f6tter, von denen er spricht, die Olympischen G\u00f6tter, und die sind sich alles andere als einig. Dem einen gef\u00e4llt dieses, dem anderen jenes. So l\u00e4sst sich also nicht ermitteln, was fromm ist, indem man fragt, was die G\u00f6tter lieben. Die Antwort w\u00e4re: alles und nichts.<\/p>\n<p>An dieser Stelle wird klar, warum Sokrates die traditionelle Religion ablehnt. In einer Weise, die die Geschichte der westlichen Theologie pr\u00e4gt, denken Sokrates und Platon, dass das G\u00f6ttliche gut ist. Was auch immer sonst der Fall ist bez\u00fcglich der G\u00f6tter, dies erscheint ihnen als unverr\u00fcckbare Annahme. Die Olympischen G\u00f6tter aber sind nicht gut. Sie rauben und l\u00fcgen und entf\u00fchren, begehen Vergewaltigungen und anderes mehr. Sokrates findet dieses G\u00f6tterbild und die Idee, dass G\u00f6tter sich streiten, abwegig. <em>Wenn<\/em> die G\u00f6tter sich streiten, sagt er (mit Betonung auf \u201cwenn\u201d), dann so, wie auch Menschen sich streiten. Diese Hypothese bringt zum Ausdruck, dass die Olympischen G\u00f6tter keine richtigen G\u00f6tter zu sein scheinen. Mit all ihren Fehden und Fehlern sind sie eher wie Menschen. Und nun bietet Sokrates eine Analyse von Dissens in vier Schritten:<\/p>\n<p>1: Dissens in Wertfragen betrifft das Gerechte und Ungerechte, Noble und Sch\u00e4ndliche, Gute und Schlechte. Das Auff\u00e4llige hier ist, was Sokrates <em>not<\/em> sagt. Er sagt nicht, dass Dissens in Wertfragen das Fromme und Unfromme, Legale und Illegale betrifft, obgleich dies die Eigenschaften sind, mit denen der Dialog anf\u00e4ngt. Mit anderen Worten, wenn wir \u00fcber Werte streiten, so der erste Schritt in Platons Analyse, streiten wir letztlich \u00fcber fundamentale Werte wie das Gute und Gerechte. Dies greift den Gedanken der zwei Ebenen auf, den wir bereits angesprochen haben. Fundamentale Werte wie gut und gerecht sind die prim\u00e4re Bewertungsebene. Wenn etwas schlecht ist, dann mag es dadurch, auf einer zweiten Bewertungsebene, auch illegal oder unfromm sein. Die Basisfrage aber ist, ob jemand gut oder schlecht handelt.<\/p>\n<p>2: Dissens in Wertfragen unterscheidet sich von anderem Dissens darin, dass wir keine etablierte Methode der Kl\u00e4rung haben, so dass diese Methode vergleichbar w\u00e4re mit z\u00e4hlen oder messen. Stellen Sie sich vor, wir fragen, wer gr\u00f6\u00dfer ist: Ben oder Noah. Was w\u00fcrden wir in diesem Falle tun? Wir verwenden ein Ma\u00dfband. Vielleicht denken Bens Eltern, dass Ben gr\u00f6\u00dfer ist und Noahs Eltern, dass Noah gr\u00f6\u00dfer ist. Alle sind sich aber einig, wie der Dissens gekl\u00e4rt werden kann: wir messen. Diese Art von Einigkeit \u00fcber die Methode der Kl\u00e4rung fehlt in Wertfragen.<\/p>\n<p>3: Wertdissens hat eine affektive Dimension. Wir streiten und k\u00e4mpfen, wenn wir uns \u00fcber Werte nicht einig sind, weil wir das lieben, was wir als gut sehen und das hassen, was wir schlecht und ungerecht finden. Dieser Vorschlag mag selbstverst\u00e4ndlich klingen. Gleichwohl ist er einer meiner Gr\u00fcnde, zum <em>Euthyphron<\/em> zu publizieren. In der heutigen Ethik wird Wertdissens als ein reines Problem des Denkens gesehen. Keine der prominenten Analysen heute enth\u00e4lt die Pr\u00e4misse, dass wir bei Wertdissens emotional involviert sind und uns streiten. Und doch ist dies offenkundig und, man m\u00f6chte meinen, ausserordentlich wichtig &#8211; schlie\u00dflich k\u00f6nnen diverse Krisen und sogar Kriege beginnen, wenn Menschen sich in Wertfragen nicht einig sind.<\/p>\n<p>4: Wertdissens \u00fcber Einzelf\u00e4lle kann auch dann fortbestehen, wenn wir uns \u00fcber Allgemeines einig sind. Z.B. m\u00f6gen wir einig darin sein, dass \u201cUnrecht geahndet werden muss\u201d, und doch uneinig sein, wie Sokrates, Euthyphron, und dessen Vater zu beurteilen sind. Diese \u00dcberlegung habe ich vorher den Singularit\u00e4ts-Grund f\u00fcr die Schwierigkeit von Wertfragen genannt. Selbst dann, wenn wir im Allgemeinen \u00fcbereinstimmen, k\u00f6nnen wir immer noch uneinig sein, weil es schwer ist, Einzelf\u00e4lle unter das Allgemeine zu subsumieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Werte und Mathematische Entit\u00e4ten &#8211; Companions in Guilt<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Bevor wir uns auf den zweiten Wahlgang vorbereiten, noch ein paar Worte zu der Dimension dieser Analyse, die theoretisch besonders weitreichende Konsequenzen hat: der Vergleich zwischen Wertfragen auf der einen Seite, und Fragen des Z\u00e4hlens und Messens auf der anderen Seite; mit anderen Worten, der Vergleich zwischen Ethik und Mathematik.<\/p>\n<p>In der heutigen Metaethik &#8211; dem Bereich der Ethik, dem es u.a. um die Metaphysik von Werten geht &#8211; wird genau wie bei Platon oft der Vergleich zwischen Ethik und Mathematik bem\u00fcht. Warum ist dieser Vergleich metaphysisch naheliegend? Zum einen deshalb, weil Werte wie Zahlen oder Mengen oder Axiome &#8211; kurz, mathematische Entit\u00e4ten &#8211; nicht Teil der wahrnehmbaren Welt sind. Zum anderen deshalb, weil Werte genau wie mathematische Entit\u00e4ten nicht Teil von Ursache und Wirkung sind. Man k\u00f6nnte also fast schon meinen, Werte und mathematische Entit\u00e4ten g\u00e4be es nicht. Diese Situation kann in einem Slogan ausgedr\u00fcckt werden. Werte und mathematische Entit\u00e4ten sind \u201ccompanions in guilt\u201d &#8211; vereint darin, wie fragw\u00fcrdig sie sind. Beiden kann vorgeworfen werden, dass sie metaphysisch mysteri\u00f6s sind.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sind wir keineswegs geneigt, die Mathematik aufzugeben. Das Companions-in-Guilt-Argument kann umgedreht werden, und zwar <em>zugunsten<\/em> von Werten. Wenn es in der Mathematik kein Problem ist, dass das, wor\u00fcber wir reden und wahre oder falsche Aussagen machen, nicht wahrnehmbar und kausal wirksam ist, dann, so der Gedanke, sind dies auch keine hinreichenden Gr\u00fcnde, um Werte in Frage zu stellen. Der Vergleich mit mathematischen Entit\u00e4ten liefert damit ein Argument, das wir gegen diejenigen einsetzen k\u00f6nnen, die die Realit\u00e4t von Werten leugnen. Wir k\u00f6nnen diesen Gespr\u00e4chspartnern sagen, dass sie dann auch die Mathematik aufgeben m\u00fcssen. Dies, so die Annahme, ist ein inakzeptabler Verlust, auch deshalb, weil Mathematik wesentlich ist f\u00fcr Naturwissenschaft. Solange also unsere Gespr\u00e4chspartner keine Gr\u00fcnde haben, Werte zu leugnen, die sich nicht auch auf mathematische Entit\u00e4ten anwenden lassen, stecken sie in der Klemme: sie k\u00f6nnen die Realit\u00e4t von Werten nicht verwerfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Vergleich von Ethik und Mathematik<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das Companions-in-Guilt-Argument ist widerlegend; es weist einen Einwand zur\u00fcck. Es enth\u00e4lt keine positive Theorie davon, was Werte sind oder wie wir Wertaussagen verstehen k\u00f6nnen. Was also ist der positive Gehalt des Vergleichs von Ethik und Mathematik? Betrachten wir zwei Aspekte. Erstens ist die Mathematik, und mit ihr Z\u00e4hlen, Wiegen und Messen, paradigmatisch daf\u00fcr, dass verschiedene Personen sich auf <em>eine<\/em> Methode einigen k\u00f6nnen. Genau dies ist es, was wir in der Ethik suchen. Zweitens ist die Mathematik ein Bereich, in dem wir wahre und falsche Aussagen machen k\u00f6nnen, obwohl wir nicht direkt \u00fcber die nat\u00fcrliche Welt sprechen. Auch hier gilt: genau dies scheint auf die Ethik zuzutreffen. Wenn wir Mathematik betreiben oder messen, dann sind wir uns bewusst, dass verschiedene Axiomatisierungen und verschiedene Einheiten gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen. Ob wir sagen, dass Ben 1,80 Meter gro\u00df ist oder sagen, dass er \u201cfive foot nine\u201d gro\u00df ist, ist unsere Entscheidung. Ma\u00dfeinheiten kommen nicht aus der Natur, sondern aus der Theorie bzw. aus unserer Art, \u00fcber die Welt zu denken. Aber sie bef\u00e4higen uns, Aussagen \u00fcber Dinge zu machen, die \u201cin der Welt\u201d sind, n\u00e4mlich z.B. dar\u00fcber, wie gro\u00df Ben ist.<\/p>\n<p>Wertaussagen k\u00f6nnten aus Platons Sicht so \u00e4hnlich sein. Wahre Aussagen \u00fcber Werte erfassen nicht direkt etwas, was in der wahrnehmbaren Welt existiert. Aber sie sind auch nicht subjektiv oder relativ im Sinne des Relativismus. Genauso wie es wahr oder falsch ist, dass Ben 1,80 Meter gro\u00df ist, k\u00f6nnte es wahr oder falsch sein, dass Euthyphrons Vater Totschlag begangen hat, obwohl ein solches Urteil konventionelle Kategorien &#8211; die Unterscheidung zwischen Mord, fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung, und Totschlag &#8211; zur Anwendung bringt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ma\u00df und Relation<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das Vokabular von Ma\u00df und messen mag zun\u00e4chst \u00fcberraschen, wenn es um Werte geht. Und doch werden \u00e4hnliche Begriffe auch in der heutigen Ethik verwendet. Die Idee ist, dass wir Wertaussagen als wahr oder falsch bewerten wollen. Dazu, so der Gedanke, brauchen wir einen Standard, ein weiterer Ausdruck, den Platon \u00e4hnlich verwendet wie den des Ma\u00dfes. Wir brauchen etwas, bezogen worauf &#8211; oder, technischer ausgedr\u00fcckt, <em>in Relation wozu <\/em>&#8211; Wertaussagen wahr oder falsch sind. In Relation wozu ist es z.B. wahr oder falsch, dass Euthyphron seinen Vater nicht anklagen sollte? Platons Antwort lautet: in Relation zum Menschen. Die Relation, um die es in der Ethik geht, ist, dass es etwas gibt, was gut f\u00fcr Menschen ist &#8211; was so ist, dass es gut ist, wenn Menschen entsprechend handeln.<\/p>\n<p>Wenn wir fragen, was gut ist, fragen wir, wie Menschen leben sollen. Das ist der Ansatz, den Platon in sp\u00e4teren Dialogen entwickelt. In einer polemischen Formulierung sagt Aristoteles, dass das Gute genau wie das Gesunde bei Menschen und bei Fischen verschieden ist. Mit anderen Worten, was gut f\u00fcr Menschen ist h\u00e4ngt davon ab, was f\u00fcr Lebewesen Menschen sind. Das Ma\u00df, das wir in der Ethik brauchen, ist dem zufolge die Natur des Menschen &#8211; unsere F\u00e4higkeiten und was es bedeutet, gut in den T\u00e4tigkeiten zu sein, die spezifisch menschlich sind. Ein guter Mensch ist z.B. nicht jemand, der gut darin ist zu wachsen; das Wachsen haben wir mit Pflanzen gemeinsam. Ein guter Mensch ist auch nicht jemand, der gut h\u00f6rt; derartige T\u00e4tigkeiten haben wir mit Tieren gemeinsam. Ein guter Mensch ist jemand, der in charakteristisch menschlichen Aktivit\u00e4ten gut ist: der sich bem\u00fcht und ein St\u00fcck weit darin Erfolg hat, gut nachzudenken, gut zu entscheiden, und seine affektiven Einstellungen so zu formen, dass diese seinen \u00dcberlegungen dazu, wie man f\u00fchlen und sich verhalten sollte, entsprechen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Dissens als Grundfrage der Ethik<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Hier benutzt Platon dasselbe Vokabular, das auch der Relativismus bem\u00fcht. Der Sophist Protagoras erkl\u00e4rt den Menschen zum Ma\u00df der Dinge. Allerdings bedeutet dies bei Protagoras, dass jeder einzelne Mensch das Ma\u00df ist. Was mir scheint, so der Gedanke, ist wahr (f\u00fcr mich) und was jemand anderem scheint, ist wahr (f\u00fcr den anderen). Diese Position verwirft Platon als selbstwiderspr\u00fcchlich und grundlegend falsch. Der Mensch ist das Ma\u00df der Dinge, insofern <em>die Natur des Menschen<\/em> &#8211; nicht meine Meinung oder Ihre Meinung &#8211; das Ma\u00df der Dinge ist. Und doch zeigt sich im gemeinsamen philosophischen Vokabular, dass Platon Protagoras ernst nimmt.<\/p>\n<p>Dies liegt u.a. daran, dass Platon die Ph\u00e4nomene ernst nimmt, von denen die Sophisten berichten: Ph\u00e4nomene von Unterschied und Dissens. Meine Wendung zu Platon und Aristoteles, statt etwa zu modernen Ethikern, ist mit darin begr\u00fcndet, dass Platon und Aristoteles Unterschied und Dissens als Basisph\u00e4nomene im menschlichen Leben betrachten. Die griechische Ethik beginnt gewisserma\u00dfen mit den Sophisten und deren Beobachtung, dass die Menschen \u00fcberall verschieden leben und doch durchweg davon \u00fcberzeugt sind, dass das, was sie tun, gut und richtig ist. Offenkundig passt dies nicht zusammen. Und offenkundig sitzen wir heute im selben Boot. Auch wir finden das, was wir tun, selbstverst\u00e4ndlich richtig und das, was andere tun, teils falsch, teils f\u00fcrchterlich. Was aber folgt daraus, dass es den anderen genauso geht?<\/p>\n<p>K\u00f6nnen wir &#8211; und dies ist das Projekt von Platon und Aristoteles &#8211; den Gedanken verteidigen, dass es wahre Aussagen \u00fcber Werte gibt, ohne einfach arrogant zu insistieren, dass wir selbst recht haben und alle anderen unrecht? Dazu gibt es einen polemischen Slogan: \u201cIf I were to agree with you, we would both be wrong.\u201d So empfinden wir die Dinge oft, das ist schwer zu leugnen. Ein anderer Slogan sagt: \u201csplit the difference.\u201d Auch hier mag uns scheinen, dass dann am Ende niemand mehr recht hat. Wenn wir uns in der Mitte treffen, dann w\u00fcrde ja auch der, der eigentlich recht hat, seine Position aufgeben. Wie also sollen wir auf Dissens reagieren, insbesondere insofern es keinen prinzipiellen Grund gibt, warum gerade <em>wir<\/em> recht haben sollten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Vorschl\u00e4ge<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Hier sind die Vorschl\u00e4ge, die sich aus dem <em>Euthyphron<\/em> ergeben. Zun\u00e4chst sollten wir uns vor Augen f\u00fchren, dass es bei Wertdissens nicht nur um wahre und falsche Aussagen und deren Begr\u00fcndungen geht, sondern auch um affektive Einstellungen. Wir m\u00fcssen zugeben, dass wir beim Gedanken an (aus unserer Sicht) falsche Lebensweisen innerlich abgesto\u00dfen und emp\u00f6rt sind. Dies bedeutet unter anderem, dass Normen dazu, wie wir mit Dissens umgehen sollen, nicht allein epistemisch &#8211; auf das Denken bezogen &#8211; sein k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen \u00fcberlegen, wie wir mit unserer Abneigung oder gar Abscheu &#8211; der affektiven Seite von Dissens &#8211; umgehen sollen.<\/p>\n<p>Des weiteren und ganz fundamental macht der <em>Euthyphron<\/em> deutlich, dass es echte Gr\u00fcnde daf\u00fcr gibt, dass wir uns in Wertfragen nicht einig sind. N\u00e4mlich, und zusammenfassend: den Grund, dass wir uns auf zwei unterschiedlichen Ebenen bewegen (fundamentale Werte wie gut auf der ersten Ebene, und Werte wie legal oder fromm auf der zweiten Ebene); dass Wertfragen typischerweise \u201cbig picture\u201d Fragen involvieren; und dass Wertfragen auch dann, wenn wir im Allgemeinen \u00fcbereinstimmen, noch Dissens \u00fcber Einzelf\u00e4lle zulassen.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten, wir sollten nicht davon ausgehen, dass der andere letztlich dumm oder stur ist, wenn er nicht mit uns \u00fcbereinstimmt. Stattdessen sollten wir davon ausgehen, dass die inh\u00e4rente Schwierigkeit von Wertfragen schuld daran ist, dass wir oft verschiedener Meinung sind. In dieser Hinsicht ist Sokratische Ethik ein wenig wie Wissenschaft. Hier st\u00f6rt es uns nicht, dass verschiedene Theorien und Modelle koexistieren. Wir gehen davon aus, dass die Fragen so bedeutend und schwierig sind, dass sie langfristige Untersuchungen aus verschiedenen Perspektiven erfordern. In der Ethik, so der Sokratische Gedanke, verh\u00e4lt es sich genauso, weil die Frage nach dem guten Leben eben auch umfassend und schwierig ist.<\/p>\n<p>Eingangs habe ich Augustinus und die Idee der Suche genannt. In einem <em>Brief an die Grand Duchesse<\/em>, in dem sich Galileo Galilei gegen den Vorwurf verteidigt, dass seine revolution\u00e4re Naturwissenschaft gegen die Bibel verst\u00f6sst, zitiert Galileo Augustinus mit folgender Aussage. Sowohl die Natur als auch die Bibel sind komplex. In beiden F\u00e4llen sollten wir davon ausgehen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um auch nur ann\u00e4herungsweise Alles zu verstehen. Der Sokratische Gedanke zur Ethik lautet: genauso verh\u00e4lt es sich auch mit Werten und dem guten Leben. Auch hier sollten wir annehmen, dass sowohl unsere eigenen Ansichten wie die Ansichten anderer \u201cwork in progress\u201d sind und weiterer \u00dcberlegung bed\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Zweiter Wahlgang<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zum Abschluss m\u00f6chte ich Ihnen, der Jury, noch einmal die M\u00f6glichkeit geben zu w\u00e4hlen. Ist Sokrates schuldig? Ist Sokrates unschuldig?<\/p>\n<p>Einige von Ihnen haben Ihre Meinung ge\u00e4ndert und anders abgestimmt als im ersten Wahlgang. Dieses Ph\u00e4nomen liefert einen zus\u00e4tzlichen Anlass daf\u00fcr, sokratisch \u00fcber Dissens nachzudenken. Oft sind <em>wir selbst<\/em> die- oder derjenige, der in der Vergangenheit (oder der Zukunft) etwas anders sieht, als es uns im Moment erscheint.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Is Socrates guilty?<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"menu_order":1497,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32371","media-library","type-media-library","status-publish","hentry","media-library-category-hochschule-fuer-philosophie-hfph","media-library-category-meisterkurs"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ist Sokrates schuldig? 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