{"id":32393,"date":"2023-07-17T14:36:47","date_gmt":"2023-07-17T12:36:47","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=respekt"},"modified":"2025-12-08T13:34:26","modified_gmt":"2025-12-08T12:34:26","slug":"respekt-was-die-schule-zur-gesellschaft-beitragen-kann","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/respekt-was-die-schule-zur-gesellschaft-beitragen-kann\/","title":{"rendered":"Respect?!"},"content":{"rendered":"<h3><strong>I.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Gemeinwesen braucht Respekt. Das glaube ich auch. Man begegnet Andersdenkenden mit Respekt, obwohl man unter Umst\u00e4nden ihre Auffassung nicht teilt. Man respektiert die Lebensleistungen des Nachbarn, der in einem Beruf t\u00e4tig ist, den man \u00fcberhaupt gar nicht kennt. Man ist der Meinung, dass im Autoverkehr Fahrradfahrer auch Fu\u00dfg\u00e4nger respektieren sollten, und man ist vielleicht der Meinung, wenn man mit Leuten in einem Abteil zusammen \u00fcber eine l\u00e4ngere Strecke f\u00e4hrt, dass man respektvoll sich mit ihnen unterh\u00e4lt, auch wenn man von der Lebenswirklichkeit gar nicht so viel mit ihnen teilt. Und nat\u00fcrlich sollte man respektvoll miteinander im Kegelclub sein oder auch in einer demokratischen Partei. Also, Respekt ist hilfreich und vielleicht sogar wichtig f\u00fcr ein Gemeinwesen.<\/p>\n<p>Ich lasse f\u00fcr den Augenblick oder vielleicht sogar f\u00fcr den gesamten Vortrag einmal au\u00dfer Acht, ob die Diagnose stimmt, dass unsere Gesellschaft k\u00e4lter, brutaler, egoistischer geworden ist. Sie merken schon, wenn ich das sage, dass ich nicht so ganz sicher bin, ob das stimmt. Ich lasse das jetzt einmal au\u00dfen vor. Ich will mich der Frage des Respektes von der Problematik her zuwenden, dass unsere Gesellschaft sich offenbar in neuen Pluralit\u00e4ten befindet, die die Interaktionsform des Respektes notwendiger werden l\u00e4sst. Das hat etwas mit Heterogenisierungsprozessen unserer Gesellschaft zu tun, die sich offenbar nicht mehr in einem herrschenden Lebenszuschnitt aufl\u00f6sen lassen. Ich werde im Folgenden den ganz simplen Punkt machen, dass Respekt zu lernen ist innerhalb der respektvollen Atmosph\u00e4re einer Schule.<\/p>\n<p>Wie lernt man Respekt in einer respektvollen schulischen Atmosph\u00e4re? Ich habe es schon angedeutet, dass ich f\u00fcr den Moment Respekt als ein Verhaltensmerkmal beschreiben m\u00f6chte, nicht so sehr als ein Charaktermerkmal. Die Frage lautet dann: Wie ist man eigentlich respektvoll gegen\u00fcber Menschen?<\/p>\n<p>Wenn ich das als ein Verhaltensmerkmal beschreibe, m\u00f6chte ich zweitens sagen, im Blick auf die Schule, dass diese Auspr\u00e4gung von Respekt nicht das Ergebnis von Erziehung ist, sondern ein Effekt von Sozialisation. Hier besteht ein grunds\u00e4tzlicher Unterschied. Eltern meinen, dass sie ihre Kinder erziehen, so wie sie glauben, dass sie ihren Kindern Sprechen beibringen. Das ist ein gro\u00dfes Missverst\u00e4ndnis. Keine Mutter, kein Vater bringt dem Kind Sprechen bei. Das k\u00f6nnen sie gar nicht, denn sie k\u00f6nnen dem Kind nicht sagen, wie es den Gaumen im Mund bewegen soll, um \u201eAh\u201c zu sagen. Das k\u00f6nnen sie dem Kind nicht beibringen. Sie bringen dem Kind Sprechen bei, indem sie sprechen, und die ganze Spracherwerbstheorie hat herausgefunden, dass die Kinder aus dem Sprachmaterial, das die Eltern den Kindern pr\u00e4sentieren, die Regeln selbstst\u00e4ndig herauslesen, um zu sagen: Aha, so spricht man also. Das hei\u00dft, Sprechen lernen ist ein sozialisatorischer Vorgang, der nat\u00fcrlich darauf aufbaut, dass mit den Kindern gesprochen wird und dass in ihrer Welt gesprochen wird, aber, oh Wunder, jedes Kind kann jede Sprache der Welt lernen. Wenn die Eltern Chinesisch sprechen, dann lernt es Chinesisch, und wenn sie Bayerisch sprechen, dann lernt es Bayerisch. Sie bringen es ihm nicht bei; es bringt es sich selber bei.<\/p>\n<p>Und so ist es auch mit dem Respekt. Der Respekt ist nicht etwas, was sich innerhalb eines schulischen Milieus so entwickelt, dass man sagt: Du musst jetzt so und so respektvoll sein. Sondern die Ein\u00fcbung von Respekt ist das Ergebnis einer sozialisatorischen \u00d6kologie, etwas vornehm ausgedr\u00fcckt, aus der die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler selber herauslesen k\u00f6nnen, was es hei\u00dft, respektvoll miteinander umzugehen.<\/p>\n<p>Es ist auch gar nicht so ganz einfach, Respekt zu haben, denn es geht beim Respekt nicht immer darum, zur\u00fcckhaltend zu sein, nicht immer darum, den anderen den Vortritt zu lassen, und nicht immer darum, taktvoll zu schweigen. Das alles kann respektvolles Verhalten sein. Es kann aber auch ein respektvolles Verhalten sein, seine Stimme zu erheben, jemandem unverlangt zu Hilfe zu eilen, und es kann auch respektvoll sein, seine eigenen Wertungen deutlich zu machen. Es kommt auf den Kontext an, was es eigentlich hei\u00dft, mit jemandem respektvoll umzugehen.<\/p>\n<p>Ich sage das deshalb, weil es erhebliche Schwierigkeiten aufwirft, einen Algorithmus f\u00fcr Respekt zu entwickeln. Dann k\u00f6nnte man Respekt vielleicht wirklich jemandem beibringen, indem man sagt, du musst Respekt haben immer dann, wenn: Einer Frau machst du als Mann die T\u00fcr auf und l\u00e4sst sie vor dir hinausgehen. Frauen m\u00f6gen das, wenn es nicht \u00fcberzogen inszeniert wird, nach wie vor ganz gern, weil sie das Gef\u00fchl haben, dass ihnen so auf selbstverst\u00e4ndliche Weise Respekt entgegengebracht wird. Man muss das als Mann nicht tun, aber man kann es tun. Es kann n\u00e4mlich manchmal auch respektvoll sein, die T\u00fcr zu knallen, weil man findet, es ist zu stickig geworden, und es gebietet der Respekt vor einem Thema, dass man jetzt nicht ruhig bleiben kann. Das kann auch ein respektvolles Verhalten sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>II.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es geht also um dieses komplexe, kontextsensible und schwer in einen Algorithmus zu fassende Verhalten, das sich in einer Schule entwickeln soll. Und dazu geh\u00f6ren immer zwei Seiten. Es geh\u00f6ren die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dazu, die sich respektvoll den Lehrkr\u00e4ften gegen\u00fcber verhalten, und es geh\u00f6ren die Lehrpersonen dazu, die sich respektvoll den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern gegen\u00fcber verhalten. Wenn in der \u00d6kologie einer Schule diese Doppelseitigkeit des Respekterweisens nicht existiert, kann ich mir schwer vorstellen, wie sich bei den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ein respektvolles Verhalten entwickeln soll.<\/p>\n<p>Daran erkennen Sie den Unterscheid zwischen Sozialisation und Erziehung: Eine Autorit\u00e4tsperson kann gebieterisch Respekt verlangen; aber wenn im allt\u00e4glichen Verhalten kein Respekt zu erkennen ist, an den alle sich halten, dann k\u00f6nnen die Heranwachsenden die Regeln des Respekts auch nicht verstehen. Wozu dient Respekt und wie erweise ich Respekt? Respekt hat immer etwas mit einer Form von Aufmerksamkeit f\u00fcr andere zu tun. Allerdings nicht von unten nach oben, sondern von Angesichts zu Angesicht. Man respektiert die Andersheit des Anderen und erwartet unausgesprochen, dass die Anderen einem selbst gegen\u00fcber das auch tun. Gleicher Respekt ist nicht nur einseitig; es ist eine wechselseitige Veranstaltung.<\/p>\n<p>Respekt \u2013 das muss man sich klar machen &#8211; ist heute wieder weltweit ein sehr aktueller Begriff geworden. Alle Befreiungsbewegungen auf der Welt heute arbeiten mit dem Begriff des Respekts. Wenn Sie so einen Autor wie Achille Mbembe nehmen, ein in Frankreich intellektuell sozialisierter Autor, der jetzt Professor f\u00fcr Philosophie an der Universit\u00e4t von Johannesburg ist und der ein bemerkenswertes Buch geschrieben hat, \u201eKritik der schwarzen Vernunft\u201c, in dem es um die Frage der Lebensrechte der Kolonisierten in einer Welt der Kolonisation geht: Er verlangt f\u00fcr die Kolonisierten Respekt. Die Freiheit der Welt ist eine Welt des Respektes, f\u00fcr die, die unterdr\u00fcckt worden sind, die keine Stimme hatten, die jetzt eine Stimme haben wollen und sich eine Stimme nehmen, wenn sie sie nicht bekommen. Respekt ist die gro\u00dfe Kategorie.<\/p>\n<p>Respekt ist die Kategorie in der Arabellion gewesen: Respektiert unsere Lebensentw\u00fcrfe, unsere Lebensform. Wir wollen nicht die Gesellschaft von Grund auf \u00e4ndern, wir wollen nur Respekt f\u00fcr unsere Lebensentw\u00fcrfe haben. Deshalb haben sie sich auf den Pl\u00e4tzen versammelt. Sie sind nicht mit Transparenten durch die Stra\u00dfen gezogen und haben gesagt, wir wollen dies und jenes, sondern sie haben sich auf den Pl\u00e4tzen versammelt und haben ihr Leben gef\u00fchrt und haben Respekt f\u00fcr ihr Leben eingefordert. Respekt ist eine sehr moderne, sehr aktuelle Kategorie, weltweit.<\/p>\n<p>Damit sehen Sie schon, dass wir mit dem alten Begriff des Respektes, der den Respekt vor Autorit\u00e4ten meint, vielleicht nicht mehr so weit kommen. Ich glaube nicht, dass wir wieder von einer Welt tr\u00e4umen sollten, wo der Apotheker und der Rechtsanwalt und der Pfarrer und der Lehrer lokale Respektautorit\u00e4ten waren, zu denen man sagte: Guten Tag, Herr Pfarrer, guten Tag, Herr Lehrer, guten Tag, Herr Apotheker, guten Tag, Frau Doktor \u2013 obwohl sie gar keinen Doktortitel hat, weil sie den vom Mann mitgenommen hat. Diese Welt ist vorbei, und ich sehe auch keinen Grund, dass sie wiederkommen sollte. Diese Welt hierarchischen Respekts, die nur davon ausgeht, dass du Respekt vor mir zu haben hast, weil ich die zu respektierende Autorit\u00e4t bin: Wir sollten nicht davon tr\u00e4umen, dass sie wiederkommt, auch nicht f\u00fcr die Lehrerinnen und Lehrer. Es gibt zu viele in unserer Welt, die Bildungsaufsteiger waren und erfahren haben, dass ihnen Respekt abgen\u00f6tigt wurde von Leuten, mit denen sie die Erfahrung gemacht haben, dass die sie niedergemacht haben, gedem\u00fctigt haben, wo Bildungsaufstiege auch Wege einer Dem\u00fctigung gewesen sind, und die innere Zurechnung des Bildungsaufstieges als der eigenen Leistung war eine des Niederarbeitens der Dem\u00fctigung.<\/p>\n<p>Ich nehme den in letzter Zeit vielfach im Misskredit geratenen Gerhard Schr\u00f6der als Beispiel. Warum hat der immer \u00fcber Lehrer als faule S\u00e4cke geredet? Man hat es ihm ausgeredet, hat gesagt: Lass es doch, es sind W\u00e4hlerstimmen, lass es! Aber er konnte es nicht lassen. Warum? Weil es seine Lebenserfahrung ist. Er hat sich gegen Leute durchsetzen m\u00fcssen, die immer Respekt verlangt haben, aber die ihm immer deutlich gemacht haben: Du bist doch einer von unten, und dein Vater, der existiert doch gar nicht mehr, und deine Mutter ist Putzfrau. Und er hat es ihnen gezeigt und ist Bundeskanzler geworden. Er will diesen Respekt nicht mehr erweisen, vor dem Pfarrer und vor den Lehrern und vor den Apothekern. Respekt soll nicht mehr eine Herrschaftsform zementieren, sondern den Mut zu sein bekr\u00e4ftigen. Respekt vor jemandem zu haben, der versucht, sein Leben irgendwie hinzukriegen. Hinter der viel kritisierten Agendapolitik kann man durchaus die Vorstellung einer Gerechtigkeit durch Respekt vermuten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie geht das? Lassen Sie mich bei den einfachsten Formen des Respekts beginnen. Die einfachste Form des Respekts ist das Gr\u00fc\u00dfen. Gr\u00fc\u00dft man jemanden nicht, ist das eine Art, dieser Person den Respekt zu entziehen. Gr\u00fc\u00dfen hei\u00dft \u201eGuten Tag\u201c und \u201eAuf Wiedersehen\u201c. Ich wei\u00df, Sie sagen das hier anders; ich komme gleich dazu. Aber in der Welt, in der ich gro\u00df geworden bin, sagte man \u201eGuten Tag\u201c und \u201eAuf Wiedersehen\u201c. Und \u201eGuten Tag\u201c und \u201eAuf Wiedersehen\u201c hei\u00dft: Ich nehme dich zur Kenntnis, ich freue mich, dich wiederzusehen. Das ist eine basale Form des Respektierens in der Weise, dass man mit dem \u201eGuten Tag\u201c und \u201eAuf Wiedersehen\u201c sagt, wir geh\u00f6ren zu einer Welt und respektieren uns als Beteiligte in der einen Welt, in der wir ein Gru\u00dfverh\u00e4ltnis miteinander unterhalten. Das Gr\u00fc\u00dfen, das Zur-Kenntnis-Nehmen des anderen, um zu sagen, wir leben in einer Welt. \u201eGuten Tag\u201c und \u201eAuf Wiedersehen\u201c, das ist die erste Form der Herstellung einer gemeinsamen Welt des Respekts.<\/p>\n<p>Das geht noch in einer Stufe weiter, dass mit dem \u201eGr\u00fc\u00df Gott\u201c noch ein Dritter ins Spiel kommt, der genau diese gemeinsame Welt bekr\u00e4ftigt. In dem \u201eGr\u00fc\u00df Gott\u201c ist die achtvolle Kenntnisnahme des anderen \u2013 ich \u00fcbertreibe jetzt etwas \u2013 die achtvolle Zurkenntnisnahme des anderen ein Beweis daf\u00fcr, dass wir gemeinsam in einer Welt leben, die nicht nur auf unserer eigenen Selbsterm\u00e4chtigung beruht. \u201eGr\u00fc\u00df Gott\u201c und \u201eAuf Wiedersehen\u201c, nicht mehr, nicht sehr dramatisch. Oder noch eine Stufe weiter, wenn Sie die Nachbarin kennen, mit der Sie respektvoll umgehen, dann f\u00fcgt man vielleicht noch \u201eWie geht\u2019s?\u201c hinzu. Und machen Sie nicht den Fehler und sagen, wie es Ihnen wirklich geht. Darum geht es nicht.<\/p>\n<p>Es geht nicht darum, dass Sie sagen, wie es Ihnen geht, sondern Sie sollen bitte nur sagen: Gut, oder wenn es ganz schlimm ist, es muss. Nicht mehr. Es geht um die Kurzkommunikation mit jemandem, mit dem einen nichts verbindet: \u201eWie geht es Ihnen?\u201c, \u201eAlles in Ordnung?\u201c. Das ist eine Art und Weise der Kenntnisnahme und der gemeinsamen Verst\u00e4ndigung, die besagt: Wir versuchen schlie\u00dflich alle, unser Leben hinzukriegen: \u201eWie geht\u2019s?\u201c und zu antworten \u201eIn Ordnung\u201c oder \u201eMuss\u201c, hei\u00dft: Danke der Nachfrage, aber geschenkt wird mir nichts. Mir geht es um diese Struktur des wechselseitigen Herstellens einer Beziehung in einer relativ unspektakul\u00e4ren Form des sich aufeinander Beziehens. Dies gilt nat\u00fcrlich alles in einer Welt, in der man sich kennt, auch nur fl\u00fcchtig kennt, oder ein Gru\u00dfverh\u00e4ltnis, wie man so sch\u00f6n sagt, unterh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Respekt kann auch ganz anders aussehen, wenn Sie sich in der Stadt befinden. Sie wissen, das harte Gesetz der Gro\u00dfstadt hei\u00dft \u201eDon\u2019t focus!\u201c, \u201eKuck niemanden an!\u201c. Wenn Sie in der U-Bahn sitzen \u2013 ich wei\u00df nicht, wie das hier in M\u00fcnchen ist, aber in Berlin lassen Sie das, kucken Sie lieber niemanden an, weil dann hei\u00dft es: \u201eHey?! Was willst du? Was kuckst du?\u201c Da hei\u00dft es absurderweise, dass du kuckst, ist nicht eine Form der Wahrnehmung, sondern es ist ein aggressiver Akt. \u201eBleibe bei dir\u201c, \u201eDon\u2019t focus\u201c und \u201eSprich mich nicht an!\u201c. Und vor allen Dingen, der Kern des Respekts in der Stadt hei\u00dft: \u201eDon\u2019t touch me\u201c. Und wenn du mich zuf\u00e4llig ber\u00fchrst, dann musst du dich entschuldigen.<\/p>\n<p>Es kann keinen Grund geben, irgendjemanden in der \u00d6ffentlichkeit anzufassen, auf keinen Fall. Und wenn du das tust, respektierst du mich nicht! Du fasst mich einfach an, du kuckst mich einfach an, du respektierst mich nicht! Das hat Georg Simmel die \u201eBlasiertheit des Gro\u00dfstadtmenschen\u201c genannt. Blasiertheit kann eine Form von Respekt sein, indem man sagt: Ich lasse dich bei dir, ich fasse dich nicht an, ich schaue dich nicht an; das ist meine Form des Respektes in der Anonymit\u00e4t der Gro\u00dfstadt. Auch das ist eine Form von Respekt. Nicht, \u201eWie sieht der denn aus, wie sieht die denn aus?\u201c, \u201eWas will der denn hier, was will die denn hier?\u201c. Nein: \u201eLass die Leute!\u201c, \u201eDon\u2019t focus!\u201c, \u201eDon\u2019t touch!\u201c.<\/p>\n<p>Es gibt drei klassische Fragen, die Sie allen stellen d\u00fcrfen und die auch wiederum Momente des Respekts enthalten. Die klassische, die kommt immer weniger vor, weil man nicht mehr davon ausgehen kann, dass mein Gegen\u00fcber raucht: \u201eHaben Sie mal Feuer?\u201c Sie durften oder d\u00fcrfen diese Frage in jeder Situation, auch einem wildfremden Menschen stellen; das ist ein Gesetz der Stadt, man darf wildfremde Menschen nach Feuer fragen. Das ist eine Geste der Zuwendung, die erlaubt ist. Und wehe, wenn einem einer nicht Feuer gibt und keine Erkl\u00e4rung dazu abgibt. Dann ist das eine Kriegserkl\u00e4rung. Man sagt schlie\u00dflich, wenn einer fragt: \u201eHaben\u2018se mal Feuer\u201c, \u201eTut mir leid, ich rauche nicht, ich habe keine Streichh\u00f6lzer oder, kein Feuer\u201c. F\u00fcr meinen Vater w\u00e4re es noch klar gewesen, man macht das Streichholz an und gibt dem Menschen Feuer. V\u00f6llig klar, kann man doch nicht machen, dass man kein Feuer gibt! V\u00f6llig klar, geh\u00f6rt sich doch unter zivilisierten Menschen. Zweite Frage, die Sie jedem stellen d\u00fcrfen: \u201eWo ist die Mandlstra\u00dfe?\u201c Die Antwort: \u201eWas fragst du mich so doof, kuck\u2019s doch selber auf Google nach!\u201c w\u00e4re wieder eine Kriegserkl\u00e4rung im Alltag. Man darf irgendeinen Passanten fragen: \u201eWo ist die Mandlstra\u00dfe?\u201c Und die dritte erlaubte Frage lautet: \u201eWie viel Uhr es ist?\u201c.<\/p>\n<p>Das sind die drei Fragen, die Sie wildfremden Menschen stellen d\u00fcrfen, und wo die Ablehnung dieser Frage der Ausdruck h\u00f6chsten Nichtrespekts ist. Ich respektiere dich nicht als jemanden, der nach der Zeit fragen darf, ich respektiere dich nicht als jemanden, der Feuer haben darf, ich respektiere dich nicht als jemanden, der die Mandlstra\u00dfe sucht. Ich sage das nur deshalb, wie fein in den Poren der Gesellschaft die Logik des Respekts drinsteckt, und wie kompetent man sein muss, um einmal diesen modernen Begriff zu sagen, um respektvoll mit anderen umgehen zu k\u00f6nnen. Die Wechselseitigkeit und die Kontextualit\u00e4t, also, Respekt in der Gro\u00dfstadt ist etwas ganz anderes als Respekt vor den Leuten, mit denen man im gleichen Haus wohnt. Beides sind Themen des Respekts, beides sind Themen, die die Infrastruktur, die soziomoralische Infrastruktur unserer Gesellschaft kennzeichnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein letzter Punkt, auf den ich in dieser Hinsicht, dem unspektakul\u00e4ren Teil des Respekts, noch hinweisen m\u00f6chte, ist die \u201eKannitverstan\u201c-Haltung: Ich versteh\u2018 nicht, was du meinst! Normalerweise folgen wir der et-cetera-Regel. Die et-cetera-Regel besagt: Ich verstehe nicht, was die oder der da gerade gesagt hat, aber es wird sich schon kl\u00e4ren. Man wartet einfach. Das machen wir oft, sonst k\u00f6nnte Kommunikation gar nicht vorankommen. Es gibt immer Leute, bei denen wir sagen: Was meinen die, ich verstehe \u00fcberhaupt nicht, aber das wird sich schon irgendwie kl\u00e4ren. Es gibt aber auch Menschen, die immer gleich wissen wollen: Ja, was hei\u00dft denn das jetzt? Der Mehrzahl der Beteiligten wird allerdings unruhig, wenn eine bestimmte Person immer gleich so fragt. Warte doch mal ab, es wird sich schon kl\u00e4ren. Es ist ganz wichtig, ab wann man jemandem zu verstehen gibt, ich habe dich nicht verstanden, denn man sagt eigentlich: Wie kannst du dich so bl\u00f6d ausdr\u00fccken, dass ich dich nicht verstehe.<\/p>\n<p>Es gibt Kulturen, in denen das Fragen, vor allem das sokratische Nachfrage, etwas Obsz\u00f6nes hat. Warum? Weil es der Respekts gebietet, dass man jemanden nicht als einen dastehen l\u00e4sst, der etwas nicht wei\u00df. Sozialforschung in Singapur ist eine schwierige Angelegenheit, weil Interviewer auf Fragen ein langes \u201eHm, hm\u201c h\u00f6ren. \u201eJa, ist es so oder ist es so?\u201c \u201eJa, so und so.\u201c Man wird als westlicher Wissenswoller verr\u00fcckt. Respekt hei\u00dft, ich habe die Verantwortung daf\u00fcr, dass die andere Person ihr Gesicht wahren kann. Ich will nicht die fragende Person, die offenbar etwas nicht wei\u00df, nicht durch mein Wissen blamieren. Deshalb \u2013 das nennt man Takt \u2013 fragt man nicht immer sofort: \u201eIch verstehe nicht!\u201c Die \u201eKannitverstan\u201c-Haltung ist eine sehr aggressive Form, seinen mangelnden Respekt zum Ausdruck zu bringen. Du hast dich so bescheuert ausgedr\u00fcckt, dass ich dich gar nicht verstehen kann! \u201eKannitverstan\u201c! H\u00e4? Was hat der gesagt?<\/p>\n<p>Respekt bedeutet, sich in die Rolle des anderen hineinzuversetzen, die Verantwortung f\u00fcr den anderen zu \u00fcbernehmen, dass die andere Person ihr Gesicht wahren kann und nicht blo\u00dfgestellt wird durch mein Verhalten. Das ist Respekt. Das ist die Interaktionsform von Respekt, und ich komme zur Schule als Interaktionskontext von Respekt zur\u00fcck. Was charakterisiert die Schule eigentlich? Was ist das f\u00fcr eine Welt? Die Unterscheidung zur Familie ist da sehr hilfreich. Zu Hause kann keiner, Vater, Mutter, \u00e4ltere Geschwister, sagen: Das geh\u00f6rt jetzt nicht hierher. Also wenn irgendjemand etwas sagt am Tisch, k\u00f6nnen die Eltern als kommunikative Schiedsrichter nicht sagen, das geh\u00f6rt jetzt nicht hierher. Dann w\u00fcrde man sagen, ist der bescheuert, der Vater oder diese Mutter? Sie k\u00f6nnen einem Kind doch nicht sagen, das geh\u00f6rt jetzt nicht hierher. In der Schule kann die Lehrperson allerdings sagen: Das geh\u00f6rt jetzt nicht hierher. Daran sehen Sie schon den ganzen Unterschied. Das ist der Unterschied zwischen diffuser und spezifischer Kommunikation.<\/p>\n<p>Die Familie ist von dem Merkmal der diffusen Kommunikation gekennzeichnet. Das hei\u00dft, Sie k\u00f6nnen zu jeder Zeit alles thematisieren, was Sie wollen. Sie k\u00f6nnen anfangen zu weinen, Sie k\u00f6nnen zusammenbrechen, Sie k\u00f6nnen dummes Zeug fragen. Das d\u00fcrfen Sie alles in der Familie oder in der familialen Lebensgemeinschaft. Warum? Weil f\u00fcr alle Familienmitglieder jedes andere Familienmitglied als volle und ganze Person relevant ist, in ihrer vollen unwissenden und wissenden Gesamtheit. Alle Eltern werden das Kind, das weint, in den Arm nehmen und sagen: Beruhig\u2018 dich mal, und dann kl\u00e4ren wir, ob der Franz nicht recht gehabt hat, dir eine zu scheuern. Aber Sie werden doch nicht erst sagen: Jetzt wollen wir doch mal kl\u00e4ren, ob der Franz nicht recht gehabt hat, dass er dir eine gescheuert hat. Sie werden das Kind erst einmal tr\u00f6sten.<\/p>\n<p>In der Schule ist das schwierig. Da geht das nicht so einfach. Die Schule ist dadurch charakterisiert, dass der einzelne Sch\u00fcler, die einzelne Sch\u00fclerin nicht als ganze Person relevant ist, sondern \u2013 ich sage das jetzt einmal etwas \u00fcberzogen \u2013 als Rollentr\u00e4gerin, n\u00e4mlich als Sch\u00fclerin und Sch\u00fcler. Und wodurch wird man zu einer Sch\u00fclerin und einem Sch\u00fcler in der Schule? Indem die Einmaligkeit und Einzigartigkeit der jeweiligen Person der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00fcber einen Kamm geschoren wird. Das nennt man Leistungsanforderungen. Und was m\u00fcssen die Kinder lernen, was lernen sie in einer respektvollen guten Schule? Dass die Note in der Mathematikarbeit oder das Ergebnis der Tests im Religionsleistungskurs nicht dar\u00fcber entscheidet, was f\u00fcr ein Mensch man ist. Dass man vielleicht nicht gut Mathematik kann, aber vielleicht sehr gut Suchmaschinen nutzen oder sehr gut Bockspringen kann, oder sehr gut Gedichte vortragen kann, oder sehr gut eine Pr\u00e4sentation \u00fcber die UNESCO mit irgendwelchen wunderbaren Details vortragen kann.<\/p>\n<p>Das Wichtige ist, dass die Schule eine Spaltung der Person vornimmt und sie gleichzeitig heilt. Die Spaltung der Person ist die zwischen dem unwiederbringlich einzigartigen Ich der Kinder und Jugendlichen und ihrer Rolle als Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler innerhalb der Schule, die n\u00e4mlich etwas lernen sollen, nach bestimmten Ma\u00dfst\u00e4ben, nach bestimmten Standards. Und die wichtigste p\u00e4dagogische Leistung des Lehrpersonals besteht darin, diesen Unterschied deutlich zu machen und ihn gleichzeitig aufzuheben. Das ist eine paradoxe Leistung, das ist der Kern der p\u00e4dagogischen Kompetenz, im Unterschied zur didaktischen und methodischen Kompetenz: Die Balancierung zwischen Einzigartigkeitsunterstellung und Rollenspezifit\u00e4t hinzubekommen. Zwischen Talentvielfalt und Leistungsfokussierung, das unaufteilbare Individuum in der Sch\u00fclerin und im Sch\u00fcler wahrzunehmen und Anforderungen in der Rolle zu verdeutlichen.<\/p>\n<p>Wichtig ist: Es geht darum, dass du etwas lernst. Und du bist gleichzeitig in einem Bildungsprozess begriffen, der dich noch mehr zu einer einzigartigen Person macht, als du es vielleicht je in deiner Familie warst. Das ist das, was man die stellvertretende Deutung im p\u00e4dagogischen Handeln der Lehrperson in Bezug auf die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nennen kann. Zu erkl\u00e4ren, es ist ein furchtbarer Schritt, den du jetzt tun musst, n\u00e4mlich du musst deine Familie verlassen, du musst dich in dieser un\u00fcbersichtlichen Welt einer Schule behaupten, und du wirst in dieser Welt etwas lernen und erfahren k\u00f6nnen, was du nie in der Familie erfahren kannst. Etwas ganz Neues, das ist schmerzvoll, aber auch sch\u00f6n, und ich wei\u00df um dich als eine einzigartige unwiederbringliche Person, der das zugemutet wird.<\/p>\n<p>Ich betone diese Ambivalenz, weil sie zwei Verfallsformen p\u00e4dagogischen Handelns deutlich macht. Da sind zum einen die Lehrerinnen und Lehrer, die behaupten, es gehe in der Schule nur um Wissensvermittlung und Kompetenzerwerb und um nichts anderes, wir sind eine Qualifikationsmaschine; bleibt mir vom Hals mit dieser ganzen Psychologie. Zum anderen aber auch die Lehrerinnen und Lehrer, die das Prinzip der individuellen F\u00f6rderung als unvereinbar mit der Institution der Schule ansehen: Durch die Lehrpl\u00e4ne und das Notensystem werde systemisch verhindert, dass die einzelnen Kinder und ihre jeweilige Einzigartigkeit zum Ausgangspunkt genommen werden k\u00f6nnen. Aber auch individuelle F\u00f6rderung ist eine F\u00f6rderung in Bezug auf Standards des K\u00f6nnens und Verm\u00f6gens. Standardisierung und Singularisierung bilden im p\u00e4dagogischen Handeln eine widerspr\u00fcchliche Einheit der Person, die die Quelle der Erfahrung von Respekt darstellt. Respekt hei\u00dft n\u00e4mlich, etwas verlangen zu k\u00f6nnen und gleichzeitig das vulnerable Individuum zu sehen, das in jeder Sch\u00fclerin und jedem Sch\u00fcler steckt.<\/p>\n<p>Eine respektvolle Atmosph\u00e4re ist in einer Schule dann gegeben, wenn die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erfahren k\u00f6nnen, was die Schule f\u00fcr einen Beitrag f\u00fcr ihren individuellen Bildungsprozess leistet, was es einem abfordert und wie man weiterkommt, und in welche Art von Krisen man dabei kommen kann, und wie diese Krisen als Elemente von Bew\u00e4hrungen f\u00fcr das eigene Leben anzusehen sind. Lernen f\u00fcrs Leben hei\u00dft lernen, mit der Unumg\u00e4nglichkeit von unaufl\u00f6sbaren Differenzen der Leistung, des Herkommens und der Pr\u00e4ferenzsetzungen umzugehen, und gleichzeitig das Gef\u00fchl daf\u00fcr zu bekommen, dass man in dieser Welt als einzigartige, unwiederbringliche Person da ist.<\/p>\n<p>Woran zeigt sich das? Ich weise auf eine basale Form schulischer Interaktion hin, das ist das Aufzeigen. Das Aufzeigen ist ein unglaublicher Vorgang. Wenn ein Kind die Hand hebt, sagt es: \u201eIch wei\u00df, was Thema ist.\u201c Es sagt zweitens: \u201eIch habe zu dem Thema etwas zu sagen.\u201c Und es sagt drittens: \u201eIch stelle mich der Kritik, weil alle mith\u00f6ren.\u201c Ein unglaublicher Vorgang! Wir reden \u00fcber das Wetter, wir reden \u00fcber Pythagoras, wir reden \u00fcber Paul Celan, und ich, n\u00f6rdlich der Zukunft, ich habe was zu sagen, was n\u00f6rdlich der Zukunft liegt. Und alle kucken, was kommt da jetzt f\u00fcr ein Quatsch raus, die anderen Kinder, die auch an der Schule sind. Und ich sage das, ich habe den Mut, das zu sagen, und ich wei\u00df, da sind welche, die fangen an zu grinsen. Das ist die Logik der Ein\u00fcbung von Respekt, wenn die Lehrperson genau das zum Thema macht, dass es hierum geht, dass man in Bezug auf ein bestimmtes Thema, das gerade im Unterricht relevant ist, etwas zu sagen hat und sich der Kritik durch die anwesenden Mitsch\u00fclerinnen und -sch\u00fcler stellt.<\/p>\n<p>Was lernt man? Man lernt in diesem Moment, Respekt zu erfahren bedeutet, in einer Welt aufzuzeigen, in der man sich exponieren kann, ohne dass man untergehen muss. Ich kann meine Stimme erheben, kann etwas sagen, und es ist quasi die p\u00e4dagogische Kunst, diesen Beitrag zum Unterricht in ein gemeinsames Geschehen einzuf\u00fcgen, das dann die Gemeinsamkeit des respektvollen Arbeitens an einem Thema darstellt. Ich hebe deshalb auf dieses Gr\u00fc\u00dfen und auf dieses Aufzeigen ab, um diesem Thema sozusagen die erzieherische Dimension zu nehmen, um gerade nicht von Charakter, sondern von einer Verhaltensform zu reden, von einer Art und Weise des Umgangs miteinander, und was es eigentlich bedeutet f\u00fcr die Konstitution, die Herstellung der respektvollen Atmosph\u00e4re innerhalb einer Schule.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>V.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bevor ich zum Schluss komme, m\u00f6chte ich Ihnen noch einen Gedanken weitergeben, weil diese Atmosph\u00e4re des Respekts auch etwas f\u00fcr die Lehrerinnen und Lehrer bedeutet. Es gibt von einem franz\u00f6sischen Philosophen, Jacques Ranci\u00e8re, den sch\u00f6nen Gedanken des unwissenden Lehrmeisters: Der unwissende Lehrmeister (der nennt das so auf Franz\u00f6sisch, die haben da keine Sorge, so ein bisschen pathetisch zu reden) ist dadurch charakterisiert, dass er dar\u00fcber \u00fcberrascht ist, was er bei seinen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern bewirkt hat, obwohl er das gar nicht wollte. Dass er pl\u00f6tzlich merkt, die haben etwas herausgeholt, von dem ich selber nicht wusste, dass das da drin gesteckt hat. Und Ranci\u00e8re behauptet: Das ist wahre P\u00e4dagogik. Ich will nicht so weit gehen, ich will Ihnen nur den Gedanken sagen: Wahre P\u00e4dagogik ist die P\u00e4dagogik des \u00dcberraschtwerdens davon, was mit einem Impuls, den Sie gesetzt haben, wird in den K\u00f6pfen und Herzen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Man kann nicht kontrollieren, was da passiert, sondern die Spur der Bildung verl\u00e4uft oft anders, als man denkt.<\/p>\n<p>Ich sage das wieder zum Thema des Respekts. Es macht an Schulen einen Unterschied ums Ganze! Man kann das sogar empirisch identifizieren, ob es diesen Raum f\u00fcr das Eigenleben von Gedanken gibt oder nicht, ob man sagt, Input \u2013 Output, oder ob es diese Idee gibt, diese vibrierende Atmosph\u00e4re des geistigen Lebens. Das sind Worte, die man bei einem f\u00fcr die P\u00e4dagogik wichtigen Autor des amerikanischen Pragmatismus, bei George Herbert Mead, finden kann. Diese Idee, dass im Lernen selber der Respekt eine wichtige Rolle spielt, dass die Schule sich begreift, mit Lehrpersonen und Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern als Beitr\u00e4gern zu einer gemeinsamen Entfaltung einer geistigen T\u00e4tigkeit, aus der man nat\u00fcrlich etwas lernen soll, aus der man etwas mitnehmen soll, aus der man einen Gewinn f\u00fcr seine eigene Selbstbildung ziehen soll.<\/p>\n<p>Gibt es jetzt basale Regeln f\u00fcr die \u00d6kologie des Respekts einer Schule? Ich bin da erstmal wieder beim Gr\u00fc\u00dfen. Vielleicht kann man eine ganz basale Regel aufstellen: Jede Person gr\u00fc\u00dft jede Person. An unserer Schule wird gegr\u00fc\u00dft! Die Lehrerinnen und Lehrer werden von den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern gegr\u00fc\u00dft, die Lehrerinnen und Lehrer gr\u00fc\u00dfen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Und wenn irgendjemand in die Schule kommt, den man nicht kennt, wird die Person erstmal gegr\u00fc\u00dft von den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern. Und wenn die ein bisschen \u00e4lter sind, fragen sie: \u201eKann ich Ihnen helfen, wo wollen Sie hin?\u201c Eine ganz einfache Regel: Gr\u00fc\u00dfen. Es geht ums Gr\u00fc\u00dfen, weil das n\u00e4mlich eine zweite Implikation hat: Jede einzelne Person, die gr\u00fc\u00dft, gr\u00fc\u00dft im Namen aller. Wenn man \u201eGuten Morgen\u201c zu einer Schulkameradin sagt, die man trifft, begr\u00fc\u00dft man eigentlich alle Schulkameraden. Und wenn man es zu einer Lehrperson sagt, und die gr\u00fc\u00dft mit \u201eGuten Morgen\u201c zur\u00fcck, dann verwirklicht sich in dieser Wechselseitigkeit des Respektzollens die Wahrnehmung der jeweils anderen Person und die Anerkennung ihrer Eigenart in der Gemeinsamkeit des gesamten schulischen Geschehens.<\/p>\n<p>Daraus folgt eine dritte Regel: Wir, die wir uns gr\u00fc\u00dfen, geh\u00f6ren zusammen. Die Schulgemeinschaft ist eine Gru\u00dfgemeinschaft des sich wechselseitig Zur-Kenntnis-Nehmens. Ich wei\u00df, wenn die dann im Bus nach Hause fahren, dann tun die wieder so, wenn sie drei Klassen auseinander sind, als ob sie sich nicht kennen w\u00fcrden. Aber sie kennen sich nat\u00fcrlich, und gr\u00fc\u00dfen sich peripher. Das ist eine ganz komplizierte Sache. Also, die Oberstufe will nat\u00fcrlich, dass alle unten erst mal wegspringen, wenn sie kommen. Respekt ist mit Ungleichheit durchaus vereinbar. Mir ist hier nur der Gedanke wichtig, dass das Respektieren innerhalb der Schule eine Schulgemeinschaft des sich wechselseitig Gr\u00fc\u00dfens herstellen kann. Wir sind ein Wir, das sich zur Kenntnis nimmt.<\/p>\n<p>Und viertens: Wir geh\u00f6ren zu der Gemeinschaft der sich selber Gr\u00fc\u00dfenden, weil wir darauf achten, dass jeder in der M\u00f6glichkeit, die er hat, in dieser Gemeinschaft vorkommt. Es ist ein bisschen so ein Weinberg-Des-Herrn-Modell. In der Gemeinschaft der Schule, in der respektvollen Gemeinschaft der Schule kommen alle unter bestimmten Ma\u00dfst\u00e4ben in ihrem jeweiligen K\u00f6nnen unter den allgemeinen Ma\u00dfst\u00e4ben vor. Es ist die M\u00f6glichkeit des Vorkommens innerhalb einer schulischen Gemeinschaft. Das bringt meiner Ansicht nach so etwas wie eine respektvolle Atmosph\u00e4re hervor, aus der man dann lernen kann, was es hei\u00dft, respektvoll miteinander umzugehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>VI.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es harte Proben, keine Frage. Ich wei\u00df nicht, ob Sie schon einmal jemanden unterrichtet haben, der, wie man alltagssprachlich sagt, nazim\u00e4\u00dfig drauf ist. Was hei\u00dft es da, Respekt zu haben? Hat auch ein \u201eIdentit\u00e4rer\u201c Anspruch darauf, dass man seine Leistung f\u00fcr das Vorankommen des Ganzen wahrnimmt und ihn als singul\u00e4res Individuum zur Kenntnis nimmt? Wenn Sie das nicht mehr glauben, dann haben Sie diese Sch\u00fclerin, diesen Sch\u00fcler oder die sexuell unkenntliche beschulte Person p\u00e4dagogisch aufgegeben.<\/p>\n<p>Ich glaube, wir werden mehr und mehr mit solchen Situationen zu tun haben. Ich m\u00f6chte jetzt nicht Leute, die nazim\u00e4\u00dfig drauf sind, mit Leuten vergleichen, die irgendwie anders radikal drauf sind. Aber wir werden in der Zukunft in unseren Schulen mehr mit Leuten zu tun haben, die Dinge f\u00fcr richtig halten, die Sie m\u00f6glicherweise als Lehrerinnen und Lehrer nicht f\u00fcr richtig halten. Und ich glaube nicht, dass wir diese Fragen alle im Hinweis auf die Verfassung kl\u00e4ren k\u00f6nnen. Da geht es um die Frage, was hei\u00dft Respekt in Bezug auf Andersdenkende und Andersf\u00fchlende.<\/p>\n<p>In einer Gesellschaft wachsender Heterogenit\u00e4t, in der die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zum Teil aus Elternh\u00e4usern kommen, wo Dinge eine Rolle spielen, die wir als Abk\u00f6mmlinge der Mehrheitsklasse gar nicht f\u00fcr richtig halten, ist eine Kultur des Respekts eine anspruchsvolle Aufgabe. Wie findet man das K\u00f6rnchen der Wahrheit, das f\u00fcr die Schule insgesamt eine Bedeutung haben kann? Wenn jemand mit Ego-Shooter-Spielen seine Zeit verbringt oder 120 Stunden lang in einem Second-Life-Spiel untertaucht. Hat das einen Platz? Kann ich das respektieren? Ist darin ein Kommentar zu unserer gemeinsamen Welt zu erkennen?<\/p>\n<p>Ich glaube, das sind wichtige Fragen, wenn man das Thema des Respekts anspricht. Ich wiederhole mich: Ich glaube nicht, dass es ein Zur\u00fcck gibt zu dem Guten Tag, Herr Pfarrer, Guten Tag, Herr Apotheker, Guten Tag, Herr Rechtsanwalt. Sondern es gibt nur die M\u00f6glichkeit der Gemeinsamkeit des Schaffens einer respektablen Welt, aus der die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler lernen k\u00f6nnen, was es hei\u00dft, Respekt in einer Gesellschaft der Pluralit\u00e4t oder gar der Heterogenit\u00e4t zu haben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heinz Bude on the question of what schools can contribute to society.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":32557,"menu_order":1542,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32393","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-bildung","media-library-category-bude-heinz","media-library-category-sprache","media-library-category-verantwortung"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Respekt?! 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