{"id":32396,"date":"2023-07-17T14:36:49","date_gmt":"2023-07-17T12:36:49","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=humboldt-revisited"},"modified":"2025-12-08T14:07:47","modified_gmt":"2025-12-08T13:07:47","slug":"wilhelm-von-humboldt-perspektiven-und-fragestellungen-seines-bildungsverstaendnisses-heute","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/wilhelm-von-humboldt-perspektiven-und-fragestellungen-seines-bildungsverstaendnisses-heute\/","title":{"rendered":"Wilhelm von Humboldt"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Jahr feiern wir ein bemerkenswertes Jubil\u00e4um eines besonderen Menschen: Am 22. Juni 1767 wurde Wilhelm von Humboldt geboren. Sein 250. Geburtstag soll Anlass sein, um auf sein Wirken zur\u00fcckzublicken, aber auch nach vorne zu schauen: Welche Ideen pr\u00e4gten das Denken und Handeln Wilhelm von Humboldts? Was ist aus diesen Ideen geworden? In welchen Punkten gibt es Weiterentwicklung, wo t\u00e4te R\u00fcckbesinnung not und wo muss davon Abstand genommen werden?<\/p>\n<p>Obschon sein Einfluss in zahlreiche gesellschaftliche Felder bis heute sichtbar ist und beispielsweise in den Naturwissenschaften, in der Sprachtheorie, in der Staatstheorie und in den Kulturwissenschaften hineinreicht, soll anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums verst\u00e4rkt der Blick in den p\u00e4dagogischen Kontext gerichtet werden. Denn mehr denn je sind es Bildungsfragen, die den \u00f6ffentlichen Diskurs bestimmen und gerade in Zeiten einer anstehenden Bundestagswahl zum Kristallisationspunkt der bildungspolitischen Auseinandersetzung werden.<\/p>\n<p>Verfolgt man diese aktuellen Auseinandersetzungen, so zeigt sich schnell: Wilhelm von Humboldt ist eine der wichtigsten historischen Bezugspunkte und wird zur Untermauerung vieler Positionen herangezogen. Manchmal zu Recht, aber nicht weniger selten zu Unrecht scheint Wilhelm von Humboldt instrumentalisiert zu werden. Vom \u201eHeilsbringer\u201c bis zur \u201eTraditionskeule\u201c reichen die zu findenden Zuschreibungen und sie fordern auf, genauer hinzuschauen.<\/p>\n<p>Im Folgenden wird ein solcher Versuch unternommen und das p\u00e4dagogische Denken und Handeln Wilhelm von Humboldts an vier Facetten erl\u00e4utert: das Mythische, das Vision\u00e4re, das Dialektische und das P\u00e4dagogische. Bevor diese Facetten aber er\u00f6rtert werden k\u00f6nnen, ist es allein schon aus hermeneutischer Sicht notwendig, sich zumindest in den Grundz\u00fcgen mit der Person Wilhelm von Humboldts auseinanderzusetzen und sein Leben einer n\u00e4heren Betrachtung zu unterziehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ein biographischer Streifzug<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wilhelm von Humboldt, der eigentlich Friedrich Wilhelm Christian Carl Ferdinand hei\u00dft, wurde am 22. Juni 1767 als zweiter Sohn von Alexander Georg und Elisabeth von Humboldt geboren. Sein Bruder ist Alexander von Humboldt, der bekannter Naturforscher war. Die Humboldts waren urspr\u00fcnglich eine B\u00fcrgerfamilie, die 1738 auf eigenes Ersuchen hin in den Adelsstand gehoben wurden. Aufgrund des Verm\u00f6gens scheuten die Eltern der Gebr\u00fcder Humboldt Investitionen in die Bildung ihrer S\u00f6hne nicht, sondern engagierten hochqualifizierte Hauslehrer. Darunter beispielsweise Johann Heinrich Campe, zu dem die Br\u00fcder zeitlebens Kontakt hielten. Campe selbst ist der p\u00e4dagogischen Geschichtsschreibung bekannt als einer der zentralen Aufkl\u00e4rungsp\u00e4dagogen und als einer der f\u00fchrenden Philanthropen, unter anderem t\u00e4tig am Philanthropin in Dessau, gegr\u00fcndet von Johann Bernhard Basedow. F\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse zeigte sich die Erziehung der Gebr\u00fcder Humboldt demzufolge offen, innovativ, umfassend und er\u00f6ffnete beiden den Zugang zu den wichtigsten Kreisen der Zeit. So hatten sie Kontakt zu Jacobi, Wolf, Goethe sowie Schiller und lasen Hume, Locke und Kant. Wilhelm von Humboldt zeigte bereits fr\u00fch sein Interesse an Natur, Recht, Sprache sowie Bildung und beherrschte unter anderem Griechisch, Latein, Franz\u00f6sisch, Englisch und Italienisch. Nicht nur f\u00fcr Ma\u00dfst\u00e4be seiner Zeit, sondern auch f\u00fcr heutige zeigt sich Wilhelm von Humboldt folglich als Universalgelehrter. Aufgrund seiner diversen politischen \u00c4mter sammelte er des Weiteren zahlreiche Erfahrungen au\u00dferhalb Deutschlands. Er wirkte als Gesandter in Paris, London, Wien und Rom. Gerade vor dem Hintergrund der Zielsetzung des vorliegenden Beitrages d\u00fcrfte seine wichtigste Station in Berlin gewesen sein, als er 1809 zum Geheimen Staatsrat und Direktor der Sektion f\u00fcr Kultur und Unterricht bestellt wurde. Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle seine famili\u00e4re Situation, die ebenfalls als erf\u00fcllt bezeichnet werden kann: 1791 heiratete er Caroline von Dacher\u00f6den, mit der er acht Kinder hatte, drei davon allerdings zu Grabe tragen musste. Wilhelm von Humboldt selbst starb am 8. April 1835 im Alter von 68 Jahren.<\/p>\n<p>Dieser Einblick in das Leben Wilhelm von Humboldts soll an dieser Stelle ausreichen, um darauf aufbauend die bereits genannten Facetten seines Denkens und Handelns beleuchten zu k\u00f6nnen: das Mythische, das Vision\u00e4re, das Dialektische und das P\u00e4dagogische.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das Mystische<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Woher kommt es, dass Wilhelm von Humboldt \u00fcber Jahrzehnte hinweg als der Bildungsreformer gesehen wird? Wodurch unterscheidet er sich von seinen Zeitgenossen? Was ist das Besondere an seinem Denken und Handeln? Warum ist ausgerechnet er der Bezugspunkt f\u00fcr Bildungsdiskussionen bis heute? Bereits diese Fragen lassen erahnen, dass Wilhelm Humboldt nicht alleine im Rampenlicht seiner Epoche stand. Vielmehr wurde sie dominiert von Denkern wie Goethe und Schiller. Und dennoch kommt Peter Berglar zu dem Schluss: \u201eObwohl Humboldt sich an Tiefe nicht mit Goethe, an Dynamik nicht mit Schiller und an Sch\u00f6pferkraft mit beiden nicht von Ferne messen konnte, hat doch gerade er vielleicht den st\u00e4rksten, sicher aber den l\u00e4ngsten Einfluss auf die deutsche Entwicklung genommen.\u201c<\/p>\n<p>Ein Grund hierf\u00fcr liegt sicherlich in seiner bereits angesprochenen Stellung als Geheimen Staatsrat und Direktor der Sektion f\u00fcr Kultur und Unterricht. Damit war Wilhelm von Humboldt in politischer Verantwortung und musste gestalten. Mehrere Umst\u00e4nde erm\u00f6glichten ihm, mit vollem Tatendrang Reformen anzudenken und auch anzusto\u00dfen. Gr\u00f6\u00dftenteils blieb es aber auch dabei. Denn bereits nach 16 Monaten warf Wilhelm von Humboldt das Handtuch und trat vor allem aufgrund politischer Verstrickungen zur\u00fcck. Mag dies im Moment des R\u00fccktrittes zweifelsfrei als ein Scheitern Wilhelm von Humboldts zu interpretieren sein, so zeigt sich diese kurze, aber intensive Amtszeit als Grundlage f\u00fcr das Mythische: Eine Vielzahl an Innovationen, an Ideen und an Reformen wurden nur skizziert und mussten sich nicht an der harten Realit\u00e4t bew\u00e4hren. So bleiben bis heute viele Gedanken von Wilhelm von Humboldt lebendig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das Vision\u00e4re<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Welche Innovationen, Ideen und Reformen sind es bis heute, die Wilhelm von Humboldt als Bildungsreformer in die Geschichtsb\u00fccher eingehen haben lassen? Ausgehend von seinen bildungstheoretischen und -politischen Fragmenten, die Wilhelm von Humboldt hinterlassen hat, sind es im Wesentlichen vier Aspekte, die als vision\u00e4r eingestuft werden k\u00f6nnen: Erstens tritt Wilhelm von Humboldt in Bildungsfragen f\u00fcr eine verantwortungsvolle Rolle des Staates ein. Dieser habe in erster Linie f\u00fcr eine (finanzielle) Absicherung des Bildungswesens zu sorgen und in diesem Sinn nur steuernd einzugreifen. Zweitens ist er in humanistischer Tradition der Auffassung, dass es vor allem die Menschen sind, die Bildungsprozesse erm\u00f6glichen. Insofern sieht Wilhelm von Humboldt p\u00e4dagogische Institutionen und Bildungseinrichtungen in einer Autonomie. Drittens ist er ein Verfechter einer Bildungsgesellschaft. Jeder Mensch ist in der Lage, sich zu bilden und jeder Mensch sollte seinen M\u00f6glichkeiten nach unterst\u00fctzt werden. Und viertens definiert er Leistung als gesamtgesellschaftliches Prinzip. Infolgedessen sollte Aufstieg und Wohlstand nicht so sehr das Ergebnis von Abstammung und Erbe sein, sondern die Folge von Leistung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das Dialektische<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die bisherigen Ausf\u00fchrungen haben bereits anklingen lassen, dass das Denken und Handeln Wilhelm von Humbolts nicht ohne Spannungsverh\u00e4ltnisse auskommt. Vielmehr lebt es gerade von diesen und zeigt sich vor allem dort als vision\u00e4r, wo es gelingt, die Spannungsverh\u00e4ltnisse herauszukristallisieren und in eine Synthese \u00fcberzuf\u00fchren. Damit erscheint Wilhelm von Humboldt im klassischen Sinn als Dialektiker. Besonders eindringlich zeigt sich diese Eigenschaft an den zuvor genannten Aspekten der staatlichen Absicherung des Bildungswesens einerseits und der Autonomie der p\u00e4dagogischen Institutionen andererseits. Beide Pole versuchte er in seiner Zeit als geheimer Staatsrat und Direktor der Sektion f\u00fcr Kultur und Unterricht umzusetzen. So sorgte er f\u00fcr die Einf\u00fchrung von Ausbildungspl\u00e4nen, Pr\u00fcfungsordnungen und Examina, garantierte aber ebenso durch finanzielle Zugest\u00e4ndnisse Spielr\u00e4ume. Die p\u00e4dagogische Grundfrage Immanuel Kants, wie es gelingen m\u00f6ge, \u201edie Freiheit bei dem Zwange\u201c zu f\u00f6rdern, kommt einem ebenso in den Sinn wie die Zuspitzung Schleiermachers, wonach grenzenlose Freiheit aufh\u00f6rt Freiheit zu sein, sondern zur Beliebigkeit wird. Und damit findet sich bei Wilhelm von Humboldt die zentrale Unterscheidung des Freiheitsbegriffes in ein \u201efrei sein von\u201c und ein \u201efrei sein zu\u201c, die bis heute den bildungspolitischen Freiheitdiskurs kennzeichnet: W\u00e4hrend die staatliche Absicherung daf\u00fcr Sorge tr\u00e4gt, dass Bildungseinrichtungen von existenziellen Fragen befreit sind, resultiert daraus aber auch die Verpflichtung, entstandene M\u00f6glichkeitsr\u00e4ume verantwortlich zu nutzen.<\/p>\n<p>Wilhelm von Humboldt schreibt dazu: \u201eDer wahre Zweck des Menschen, nicht der, welchen die wechselnde Neigung, sondern welche die ewig unver\u00e4nderliche Vernunft ihm vorschreibt, ist die h\u00f6chste und proportionierlichste Bildung seiner Kr\u00e4fte zu einem Ganzen. Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste und unerl\u00e4sslichste Bedingung &#8230; Gerade die aus der Vereinigung Mehrerer entstehende Mannigfaltigkeit ist das h\u00f6chste Gut, welches die Gesellschaft gibt, und diese Manngifaltigkeit geht gewiss immer in dem Grade der Einmischung des Staates verloren. Es sind nicht mehr eigentlich die Mitglieder einer Nation, die mit sich in Gemeinschaft leben, sondern einzelne Untertanen, welche mit dem Staat, d. h. dem Geiste, welcher in seiner Regierung herrscht, in Verh\u00e4ltnis kommen, und zwar in ein Verh\u00e4ltnis, in welchem schon die \u00fcberlegene Macht des Staates das freie Spiel der Kr\u00e4fte hemmt. Gleichf\u00f6rmige Ursachen haben Gleichf\u00f6rmige Wirkungen. Je mehr also der Staat mitwirkt, desto \u00e4hnlicher ist nicht blo\u00df alles Wirkende, sondern auch alles Gewirkte &#8230; Wer aber so r\u00e4soniert, den hat man, und nicht mit Unrecht, in Verdacht, dass er die Menschheit misskennt und aus Menschen Maschinen machen will.\u201c Verfolgt man aktuell die bildungspolitischen Diskussionen zur Kompetenzorientierung oder zur Digitalisierung, so finden sich gerade diese Positionierungen wieder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das P\u00e4dagogische<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit den angestellten \u00dcberlegungen ist bereits das Feld der P\u00e4dagogik beschritten. Welche Gedanken sind es, die Wilhelm von Humboldt als den Bildungstheoretiker bis heute erscheinen lassen? Wo erscheint es heute ebenso wie fr\u00fcher oder vielleicht sogar mehr denn je sinnvoll, sich auf ihn zu berufen? Erstens ist es seine Idee der Allgemeinbildung, die vor allem in den Arbeiten von Wolfgang Klafki zu gr\u00f6\u00dferer Bedeutung gefunden hat und in der Zuspitzung existiert: Bildung ist Allgemeinbildung. Wilhelm von Humboldt macht diesen Gedanken an einem Beispiel deutlich: \u201eEs gibt schlechterdings gewisse Kenntnisse, die allgemein sein m\u00fcssen, und noch mehr eine gewisse Bildung der Gesinnung und des Charakters, die keinem fehlen darf. Jeder ist offenbar nur dann ein guter Handwerker, Kaufmann, Soldat und Gesch\u00e4ftsmann, wenn er sich und ohne Hinsicht auf seinen Beruf ein guter, anst\u00e4ndiger, seinem Stande nach aufgekl\u00e4rter Mensch und B\u00fcrger ist. Gibt ihm der Schulunterricht, was hierzu erforderlich ist, so erwirbt er die besondere F\u00e4higkeit seines Berufs nachher sehr leicht und beh\u00e4lt immer die Freiheit, wie im Leben so oft geschieht, von einem zum andern \u00fcberzugehen.\u201c<\/p>\n<p>Mit diesen Ausf\u00fchrungen verbindet sich ein zweiter Aspekt einer modernen Bildungstheorie: Bildung umfasst den ganzen Menschen mit all seinen M\u00f6glichkeiten. Ein Gedanke, der bis in die L\u00e4nderverfassungen Eingang gefunden hat, beispielsweise in die Bayerische Verfassung, Art. 131, wo steht: \u201eSchulen sollen nicht nur Wissen und K\u00f6nnen vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.\u201c In den Worten Wilhelm von Humboldts hei\u00dft es so: \u201eBildung bedeutet die Anregung aller Kr\u00e4fte eines Menschen, damit diese sich \u00fcber die Aneignung der Welt in wechselseitiger Ver- und Beschr\u00e4nkung harmonisch-proportionierlich entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualit\u00e4t oder Pers\u00f6nlichkeit f\u00fchren, die in ihrer Idealit\u00e4t und Einzigartigkeit die Menschheit bereichert.\u201c Bildung, so der zentrale und moderne Gedanke Wilhelm von Humboldts, ist immer allgemein und umfassend. Sie ist nicht bestimmten St\u00e4nden vorenthalten, sondern allgemeines Menschenrecht. Sie ist nicht auf einzelne Dimensionen des Menschseins beschr\u00e4nkt, sondern bezieht sich auf den ganzen Menschen mit all seinen M\u00f6glichkeitsr\u00e4umen. F\u00fcr den Staat folgt hieraus, dass er f\u00fcr derartige Bildungsprozesse Sorge tragen und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen muss.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Zuspitzung manifestiert sich im Denken und Handeln Wilhelm von Humboldts ein p\u00e4dagogischer Kerngedanke: Die Grundlage von Bildung ist ein Menschenbild, das nicht ideologisch misszuverstehen ist, sondern als Einsicht in das Menschsein anzusehen ist. Am deutlichsten wird diese Einsicht aus heutiger Sicht an Artikel 1, Grundgesetz: Die W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar. Man kann diese Formulierung f\u00fcr eine normative Setzung halten, man kann sie mit J\u00fcrgen Habermas auch als Universalprinzip ansehen oder man kann sie als eine Erkenntnis betrachten, die seit der Antike besteht: die W\u00fcrde des Menschen als Grundlage von Humanit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wilhelm von Humboldt schreibt hierzu: \u201eWenn wir eine Idee bezeichnen wollen, die durch die ganze Geschichte hindurch in immer mehr erweiterter Geltung sichtbar ist; wenn irgendeine die vielfach bestrittene, aber noch vielfacher missverstandene Vervollkommnung des ganzen Geschlechtes beweist: so ist es die Idee der Menschheit, das Bestreben, die Grenzen, welche Vorurteile und einseitige Ansichten aller Art feindselig zwischen die Menschen gestellt, aufzuheben; und die gesamte Menschheit ohne R\u00fccksicht auf Religion, Nation und Farbe als einen gro\u00dfen, nahe verbr\u00fcderten Stamm, als ein zur Erreichung eines Zweckes, der freien Entwicklung innerer Kraft, bestehendes Ganzes zu behandeln. Es ist dies das letzte, \u00e4u\u00dfere Ziel der Geselligkeit und zugleich die durch seine Natur selbst in ihn gelegte Richtung des Menschen auf unbestimmte Erweiterung des Daseins.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Wilhelm von Humboldt: Ein Klassiker<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDie uns beleben, die k\u00f6nnen wir brauchen, das sind Klassiker.\u201c Diese Worte von Martin Walser bringen aus meiner Sicht auf den Punkt, warum die Auseinandersetzung mit Wilhelm von Humboldt lohnt \u2013 und nicht nur an seinem diesj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um. Seine Ideen regen an zum Nachdenken, stellen das Heute infrage und fordern zur Auseinandersetzung auf. Wer uns belebt, der nimmt Einfluss auf unser Denken und Handeln im Hier und Jetzt, in unserer Gegenwart. Demgema\u0308\u00df bemerkt Friedrich Nietzsche, dass der \u201eSpruch der Vergangenheit\u201c immer ein \u201eOrakelspruch\u201c ist: \u201eNur als Baumeister der Zukunft, als Wissende der Gegenwart werdet ihr ihn verstehen.\u201c All das trifft auf das Denken und Handeln Wilhelm von Humboldts in besonderer Weise zu.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lecture and talk<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"menu_order":1572,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32396","media-library","type-media-library","status-publish","hentry","media-library-category-bildung","media-library-category-humboldt-wilhelm-von","media-library-category-stadler-rainer","media-library-category-woessmann-ludger","media-library-category-zierer-klaus"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - 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