{"id":32403,"date":"2023-07-17T14:36:55","date_gmt":"2023-07-17T12:36:55","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=die-paepste-und-die-einheit-der-lateinischen-welt"},"modified":"2025-12-16T12:03:36","modified_gmt":"2025-12-16T11:03:36","slug":"einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/","title":{"rendered":"Einheit oder Vielfalt?"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Einleitung<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSehr leicht ists zu beweisen, dass der Papst nicht der Oberste und das Haupt der Christenheit sei, oder Herr der Welt, \u00fcber Kaiser, Konzile und alles, wie er in seinen Drecketalen l\u00fcgt, l\u00e4stert, flucht und tobt, so wie ihn der h\u00f6llische Satan treibt. (\u2026) Dies ist allererst die aller\u00e4rgste Grundsuppe aller Teufel in der H\u00f6lle, dass er solche Gewalt dahin ausdehnt, dass der Papst macht haben will, Gesetze und Artikel des Glaubens aufzustellen, die Schrift (welche er nie gelernt, nicht kann, auch nicht wissen will) nach seinem tollen Sinn zu deuten.\u201c So legte Martin Luther 1545 in seiner Schrift \u201eWider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet\u201c seine Abneigung gegen das Papsttum dar.<\/p>\n<p>Der Theologe Thomas S\u00f6ding hat j\u00fcngst davon gesprochen, dass Luther das individuelle Gewissen und damit auch das Individuum gegen\u00fcber der Gemeinschaft gest\u00e4rkt habe, aber: \u201eEr hat dar\u00fcber die einheitsstiftende Kraft des Papsttums und der Bisch\u00f6fe untersch\u00e4tzt\u201c. Um diese Einheitsstiftung in ihren verschiedenen Facetten soll es im Folgenden gehen.<\/p>\n<p>Das Papsttum ist eine Institution, die Antike, Mittelalter und Neuzeit bis heute verbindet. Rom war die Hauptstadt des alten r\u00f6mischen Reiches gewesen. Die seit der Sp\u00e4tantike entwickelten F\u00fchrungsm\u00f6glichkeiten des r\u00f6mischen Bischofs lie\u00dfen sich auf unterschiedliche Weise umsetzen. Die Spannung zwischen Charisma und Institutionalisierung, die viele gro\u00dfe Religionen kennzeichnet, kann am r\u00f6misch-p\u00e4pstlichen Beispiel ausgesprochen gut studiert werden. Bis heute stellte die Tendenz zur Institutionalisierung immer wieder charismatische und weitere, oft gegenl\u00e4ufige Entwicklungen in den Schatten. Bei den P\u00e4psten l\u00e4sst sich diese Spannung ebenso mit den Begriffen Person und Amt andeuten: Neben den charismatischen Seelenf\u00fchrer konnte der effektive Verwalter treten. Str\u00f6mungen wie die Armutsbewegungen, welche die im Laufe der Zeit immer st\u00e4rker institutionalisierte Form des r\u00f6mischen Papsttums in Frage stellten, wurden von der Institution integriert oder abgelehnt. H\u00e4ufiger kam es jedoch zu Anverwandlungen und Hybridisierungen. Welche Prozesse waren dabei einheitsstiftend beziehungsweise erzeugten gegenl\u00e4ufige Entwicklungen? Die Einheit des lateinischen Westens bestand n\u00e4mlich keinesfalls gleichf\u00f6rmig, sondern musste errungen werden und konnte ebenso verloren gehen. Ich erl\u00e4utere dies f\u00fcr die Zeit des Mittelalters in f\u00fcnf Beispielen, klammere dabei aber die Trennung zwischen Ost- und Westkirche aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Papst Gregor I. (590-604) an der Wende von der Sp\u00e4tantike zum Mittelalter<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Schriften Papst Gregors I. (590-604) wurden im Mittelalter am h\u00e4ufigsten \u00fcberliefert und zitiert; auch deshalb ist der Pontifikat Gregors I. f\u00fcr die fr\u00fchmittelalterliche Papstgeschichte zentral. Gregor stammte aus einer alten r\u00f6mischen Senatorenfamilie, aus der auch schon Felix III. (483-492) und Agapit\u00a0I. (535-536) zu P\u00e4psten erhoben worden waren. Gregor wurde 573 Stadtpr\u00e4fekt, bereits sein Vater hatte als Verwaltungsbeamter einer der sieben Regionen Roms Verantwortung f\u00fcr die Stadt \u00fcbernommen. Gregors Horizont pr\u00e4gte die Entsendung als p\u00e4pstlicher Vertreter (Apokrisiar) nach Byzanz 579. Zuvor hatte er einige Kl\u00f6ster gegr\u00fcndet, bekannt ist S.\u00a0Andrea auf dem Monte Celio in Rom, wo er selbst als M\u00f6nch eintrat.<\/p>\n<p>Trotz einer insgesamt starken r\u00f6mischen Orientierung stand Gregor zugleich in einer weiter gespannten, sp\u00e4tantik-mediterranen Tradition. So machte er sich w\u00e4hrend seines Aufenthaltes in Byzanz Erzbischof Leander von Sevilla (578-600), der in Spanien den \u00dcbertritt der Westgoten vom Arianismus zum Katholizismus vorbereitete, zum Freund.<\/p>\n<p>Ein hohes kirchliches Amt als Papst oder im p\u00e4pstlichen Umfeld zu \u00fcbernehmen, war in alten Senatorenfamilien attraktiv und \u00fcblich. Ebenso hatten aber auch die asketisch-monastischen Traditionen in Rom verst\u00e4rkt seit dem 5. Jahrhundert ihren Raum.<\/p>\n<p>Von Gregor I. ist als erstem Papst des Mittelalters ein Register bzw. eine Registerabschrift erhalten, in der 854 Schreiben des Papstes \u00fcberliefert sind. Unter einem Register versteht man die Zusammenstellung des Briefausganges einer \u201eBeh\u00f6rde\u201c in zusammenfassenden oder gek\u00fcrzten Eintr\u00e4gen. Diese bei Gregor erkennbaren\u00a0 fr\u00fchen Spuren der Registerf\u00fchrung zeigen, wie ernst man in Rom Fragen der Archivierung nahm. Mit ihr schuf man zugleich ein institutionelles Ged\u00e4chtnis.<\/p>\n<p>Aber war Gregor auch Theologe? Neben zahlreichen Bibelkommentaren und Predigten werden ihm auch die <em>Dialogi <\/em>zugeschrieben, gesammelte Erz\u00e4hlungen und Wundergeschichten, die das Wirken Gottes in der Welt dokumentieren sollten und so auch die Entwicklung christlicher Mirakelberichte pr\u00e4gten. Er schuf mit diesen Schriften einen Fundus, der viele komplizierte Glaubensinhalte vereinfachte und didaktisierte. Dabei stand er durchaus in der Welt, nahm die Str\u00f6mungen seiner Zeit auf, wie die von Gregor schon zu Beginn seines Pontifikates verfasste <em>regula pastoralis<\/em> verdeutlichen kann, die in vier Teilen die Aufgaben eines (Seelen-)Hirten beschreibt.<\/p>\n<p>In diesem Werk wurde das Bild eines idealen Bischofs \u2013 und damit auch des Bischofs von Rom \u2013 in Anlehnung an den Abt in der Benedikt- und anderen monastischen Regeln entworfen. Die Bezeichnungen <em>abbas<\/em> und <em>papa<\/em> benennen auch aus dieser Perspektive nur zwei Seiten einer gleichen Medaille. Gregors Hirtenregel reagierte zudem auf die Situation der Bisch\u00f6fe in Italien am Ende des 6. Jahrhunderts und sicherte kirchliche Herrschaft. Diese Ausrichtungen entsprachen der Zeit an der Wende von der Sp\u00e4tantike zum fr\u00fchen Mittelalter und Gregor verschickte seine Regel in die westliche Welt, wie Handschriften und andere Indizien belegen.<\/p>\n<p>Gregor schuf damit eine breit rezipierte Literatur, die manche augustinischen Vorstellungen erst \u201evolkst\u00fcmlich\u201c machte, das lateinische Schrifttum p\u00e4dagogisierte und die Praxis in den Vordergrund r\u00fcckte. Erscheint dies vielleicht aus klassisch-philologischer Perspektive als stilistischer \u201eNiedergang\u201c, so pr\u00e4gte sein Vorgehen und Schriftgut doch das mittelalterliche Christentum. Gregor der Gro\u00dfe erscheint so gleichzeitig durch charismatische wie auch institutionalisierende F\u00e4higkeiten ausgezeichnet, seine theologischen Schriften verdeutlichen dies auf der einen Seite, seine Registerbriefe, die auch Gregors Aufgaben als Stadtherr und politischer Akteur \u00fcber die Stadtgrenzen hinaus dokumentieren, auf der anderen. Mit seiner Orientierung am M\u00f6nchtum und an den st\u00e4dtisch-r\u00f6mischen Traditionen schuf er eine vereinheitlichende Grundlage, die auch k\u00fcnftig an vielen Orten im lateinischen Westen als Richtschnur angesehen wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Rom ein besonderer Bischofssitz? Die Diskussionen um Papst Formosus (891-896)<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wie kam es aber zu einer weiteren Zentrierung? War Rom ein Bischofssitz wie andere oder ein herausragender Sitz? Im 9. Jahrhundert gab es einige P\u00e4pste, die immer wieder auf Anfragen in allgemeiner Form reagierten, dazu geh\u00f6ren vor allem Nikolaus I. (858-867) und Johannes VIII. (872-882). Regino von Pr\u00fcm vergleicht in seiner Chronik, die er am Ende des 9. Jahrhunderts verfasste, Papst Nikolaus I. mit Gregor dem Gro\u00dfen, denn seit diesem Papst habe keiner mehr diesem gleich gehandelt; K\u00f6nigen und Tyrannen habe er Einhalt geboten und Autorit\u00e4t gleichsam wie ein Herr der Welt gezeigt, gegen\u00fcber Klerikern sei er freundlich und mild gewesen, nur den vom rechten Pfad Abweichenden sei er mit Strenge begegnet. Deshalb k\u00f6nne man an einen zweiten Elias denken, der im Geiste erstanden sei. Waren dies Primatsvorstellungen <em>avant la lettre<\/em>, deren Entfaltung durch das sogenannte \u201edunkle\u201c 10. Jahrhundert nur unterbrochen wurde?<\/p>\n<p>Der 891 zum Papst erhobene Formosus war nicht unumstritten, denn nach dem Pontifikat Nikolaus\u2019 I., den er bei zahlreichen Aktivit\u00e4ten unterst\u00fctzt hatte, soll der Bischof von Porto (bei Rom) in diverse Verschw\u00f6rungen verwickelt gewesen sein. \u00a0Er wurde deshalb 876 auf einer Synode verurteilt, 883 wieder rehabilitiert und erneut in das Bistum Porto eingesetzt. Seine Inthronisation auf den r\u00f6mischen Bischofssitz 891 stellte aber ein kirchenrechtliches Problem dar, denn grunds\u00e4tzlich war der Wechsel von einem Bischofssitz auf einen anderen verboten, weil ein Bischof die ihm anvertraute Gemeinde nicht verlassen d\u00fcrfe. Ausnahmen waren nur in Notsituationen erlaubt, wobei die Ausnahmeregel im Einzelfall Raum zu Diskussionen bot, die nach dem Tod des Formosus entsprechend begannen.<\/p>\n<p>Sein Nachfolger, Papst Stephan VI. (896-897), klagte Formosus an, lie\u00df sogar dessen Leiche exhumieren und in einem Schauprozess verurteilen. Der tote Papst wurde seiner Pontifikalgew\u00e4nder beraubt und seine Leiche in den Tiber geworfen. Rechtlich lie\u00df sich dem toten Papst vorwerfen, dass Ehrgeiz, nicht Not zum Wechsel des Bistums gef\u00fchrt habe. Weil es aber in den sp\u00e4teren Streitschriften zugleich darum ging, ob die von Formosus geweihten Kleriker ihre \u00c4mter weiter aus\u00fcben d\u00fcrften, ist zu vermuten, dass wichtige Gruppierungen in Rom und dem Umland einander gegen\u00fcberstanden, deren Bezeichnungen als Formosianer und Antiformosianer weitere (machtpolitische) Interessensfelder verdecken.<\/p>\n<p>So war auch Stephan VI. selbst vor seiner Erhebung zum Papst an anderer Stelle Bischof gewesen. Die Reihe der folgenden, meist sehr kurzen Pontifikate l\u00e4sst ein Bild Roms erkennen, das durch Auseinandersetzungen und Grabenk\u00e4mpfe gekennzeichnet war. Insgesamt hatten von 896\u2013904 sieben P\u00e4pste die Cathedra Petri inne, viele starben keines nat\u00fcrlichen Todes. Von Einheit oder Integration schien man in dieser Zeit des Streites weit entfernt.<\/p>\n<p>Die Streitigkeiten um das Translationsverbot des Formosus brachten aber langfristig f\u00fcr die Papstgeschichte einen entscheidenden Wendepunkt, der gut zeigt, wie aus Krisen Neues hervorgehen kann. Wenn im Laufe des 10. Jahrhunderts nicht mehr dar\u00fcber diskutiert wurde, ob ein Vertreter der r\u00f6mischen <em>sedes<\/em> zuvor an anderer Stelle Bischof gewesen war, dann wurde offensichtlich inzwischen akzeptiert, dass der r\u00f6mische Stuhl eben ein ganz besonderer, herausgehobener Bischofssitz geworden war, auf den man auch trotz fr\u00fcherer kirchenrechtlicher Verbote von einem anderen Bischofssitz wechseln konnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ein Rechts- und Kulturraum Europa<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Umbruchszeit der Kirchengeschichte, die man zu Unrecht mit der verk\u00fcrzenden Bezeichnung \u201eInvestiturstreit\u201c versehen hat, f\u00fchrte zu zahlreichen weiteren, wichtigen Entwicklungen. Diese \u201epapstgeschichtliche Wende\u201c war auch dadurch gekennzeichnet, dass P\u00e4pste nun nicht mehr nur auf die Anfragen aus dem <em>Orbis christianus<\/em> reagierten, sondern selbst handelten und damit zugleich Pr\u00e4gungen Europas f\u00f6rderten.<\/p>\n<p>Die zentrale Bedeutung der Papstkirche entwickelte sich dabei aus einem Entwicklungsvorsprung, der neben theologischen Neubestimmungen auch Verwaltung, Recht und andere Bereiche betraf. Die in der Folge erkennbare Ausstrahlung Roms sowie die Mittel der Durchdringung gro\u00dfer Gebiete Europas in unterschiedlicher Form durch das Papsttum sind besonders im letzten Jahrzehnt wiederholt untersucht worden.<\/p>\n<p>Studien \u00fcber die Leistungsf\u00e4higkeit der p\u00e4pstlichen Kanzlei haben die pr\u00e4gende Kraft dieser \u201eBeh\u00f6rde\u201c in ganz Europa im 12. Jahrhundert deutlich gemacht und zugleich die Bedeutung der Papsturkunde herausgestrichen. Schon das einheitliche Aussehen der Urkunden besticht. Besonders wichtig wurden die Legaten und delegierten Richter, die das in verschiedenen Werken gesammelte Kirchenrecht im gesamten lateinischen Westen anwandten und zugleich verbreiteten. Sie verschafften damit zugleich dem im 12. Jahrhundert wiederentdeckten r\u00f6mischen Recht in ganz Europa Einfluss. In Rechtsverfahren wurde ein einheitlicher Kultur\u00ad und Rechtsraum geschaffen, in dem das <em>ius commune<\/em> Bedeutung erlangte. Einheitliche rechtliche Verfahren und eine verbindliche lateinische Terminologie in ganz Europa verdanken sich diesem p\u00e4pstlichen und r\u00f6mischen Wirken.<\/p>\n<p>Dieser Prozess der Vereinheitlichung war aber auch von Kritik begleitet, denn dies alles lie\u00df sich nicht ohne Verwaltung und Finanzen realisieren. So entstanden beispielsweise satirische Schriften, die die angebliche Geldgier der Reformp\u00e4pste thematisierten.<\/p>\n<p>Die Zentrierung wurde nicht nur in Rom geschaffen und entstand auch keinesfalls ohne Wechselwirkungen. Seit der Vertreibung Gregors VII. aus Rom 1084 und seinem Tod 1085 waren dessen Nachfolger teilweise abgeschnitten von den Institutionen in Rom, wo die \u201aGegenp\u00e4pste\u2018 lange Zeit herrschten. Der schon bald zum Papst erhobene Cluniazenserm\u00f6nch Urban II. 1088 sollte allerdings mit gro\u00dfer Kraft aktiv werden, um sein als legitim betrachtetes Papsttums auch zu finanzieren. Er musste weitgehend au\u00dferhalb Roms agieren, d\u00fcrfte aber diesen Standortnachteil wettgemacht haben, indem er sich h\u00e4ufig und stark auf monastischen Gemeinschaften, vor allem auf Cluny, st\u00fctze. Auch die neu strukturierte p\u00e4pstliche Kammer verdankte dabei viel den Vorbildern aus Cluny. Im strukturellen Bereich dienten monastische Gemeinschaften mit ihren Vestararen, K\u00e4mmerern und ihrer G\u00fcterverwaltung als Modell f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfere Kirchengemeinschaft. Zwei Dinge sind festzuhalten: Die p\u00e4pstliche Kammer entstand au\u00dferhalb Roms und Urban II. nutzte Erfahrungen monastischer Gemeinschaften zur Zentrierung der Gesamtkirche. Rom nahm also vielfach Entwicklungen im lateinischen Westen auf und vereinheitlichte dann durch Verbreitung.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>\u00dcbersteigerter Machtanspruch \u2013 von Innozenz III. zu Bonifaz VIII<\/strong>.<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das 13. Jahrhundert bietet die Formulierungen ausgesprochen exklusiver Zentrierung, die sich seit Innozenz III. (1198-1216) und dem vierten Laterankonzil 1215 beobachten l\u00e4sst. Die Zentrierung kann an der Bulle <em>Unam Sanctam<\/em> von Papst Bonifaz VIII. verdeutlicht werden, die dieser 1302 erlie\u00df, kurz bevor die Avignonesische Zeit des Papsttums begann. Es war der Papst, der auch erstmals ein r\u00f6misches heiliges Jahr mit der M\u00f6glichkeit zum Plenarablass im Februar 1300 verk\u00fcndete. In <em>Unam sanctam<\/em> hei\u00dft es:<\/p>\n<p><em>Eine heilige katholische apostolische Kirche m\u00fcssen wir im Gehorsam des Glaubens annehmen und festhalten.<\/em> [&#8230;]<em> und au\u00dfer ihr gibt es kein Heil und keine Vergebung der S\u00fcnden. <\/em>[&#8230;]<em> Von dieser einen und einzigen Kirche also gibt es nur einen Leib und ein Haupt, Christus n\u00e4mlich und Christi Stellvertreter, Petrus und Petri Nachfolger <\/em>[&#8230;]<em>\u00a0 Sagen also die Griechen oder andere, sie seien Petrus und dessen Nachfolgern nicht \u00fcbergeben, so m\u00fcssen sie auch bekennen, dass sie zu den Schafen Christi nicht geh\u00f6ren<\/em>[&#8230;]<\/p>\n<p><em>Beide Schwerter hat die Kirche in ihrer Gewalt, das geistliche und das weltliche. Dieses aber ist f\u00fcr die Kirche zu f\u00fchren, jenes von ihr. <\/em>[\u2026]<em> Dass aber die geistliche Macht an W\u00fcrde und Adel jede weltliche \u00fcberragt, m\u00fcssen wir umso freier bekennen, als \u00fcberhaupt das Geistliche mehr wert ist als das Weltliche. Das ersehen wir auch deutlich aus dem Regiment in der Welt. Denn in Wahrheit: Die geistliche Macht hat die weltliche einzusetzen und ist Richterin \u00fcber sie, wenn sie nicht gut ist.<\/em><\/p>\n<p>[&#8230;] <em>Wer sich also dieser von Gott so geordneten Gewalt widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung\u2026 So erkl\u00e4ren wir denn, dass alle menschliche Kreatur bei Verlust ihrer Seelen Seligkeit untertan sein muss dem Papst in Rom, und sagen es ihr und bestimmen es<\/em><em>.<\/em><\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis von Kirche und Staat war damit keineswegs langfristig festgelegt, denn die Diskussionen hier\u00fcber bestimmten das ganze sp\u00e4te Mittelalter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>R\u00fcckzug in den Humanismus?<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Dies hatte seinen Preis, denn nach der Zeit in Avignon und dem Schisma von 1378-1417 mit zwei oder drei P\u00e4psten kann keinesfalls von einer Einheit der lateinischen Welt geredet werden. War das Papsttum vor der Reformation wirklich so reformunf\u00e4hig wie oft behauptet? Die P\u00e4pste dieser Zeit waren anders orientiert als wir heute erwarten: Sie f\u00f6rderten seit der Mitte des 15. Jahrhunderts Humanismus und Renaissance, suchten ihren Platz in Italien, und sie begleiteten den Prozess der Europ\u00e4ischen Expansion. Nat\u00fcrlich gab es nach dem Gro\u00dfen Abendl\u00e4ndischen Schisma am Beginn des 15. Jahrhunderts gro\u00dfe Auseinandersetzungen \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Konzil und Papst und die Beschr\u00e4nkung der p\u00e4pstlichen Vollgewalt. Dass in diesen Zeiten auch die Geschichte einer P\u00e4pstin Johanna, die im 13. Jahrhundert erstmals fassbar ist, f\u00fcr alle m\u00f6glichen Argumentationen herangezogen wurde, ist vielleicht ein deutliches Indiz.<\/p>\n<p>Die Legende berichtet von einer Frau, die in der Mitte des 9. Jahrhunderts den Papstthron in M\u00e4nnerkleidern bestiegen haben soll, dann aber durch die Niederkunft bei einer Prozession entlarvt wurde. Die Geschichte ist sicher bekannt, wenn auch die Romanfassungen oder der Film von S\u00f6nke Wortmann hier sicher noch einiges hinzuerfunden haben.<\/p>\n<p>Wichtig bleibt aber, dass die Geschichte argumentativ eingesetzt wurde. Dietrich von Nieheim (\u2020 1418) wollte mit dem Pontifikat einer P\u00e4pstin belegen, dass eine Papstwahl durchaus ung\u00fcltig sein k\u00f6nne. Andere Stimmen beriefen sich auf das Beispiel der P\u00e4pstin, um zu zeigen, dass die Kirche ohne einen Papst Sicherheit und Orientierung verliere.<\/p>\n<p>Die Zeit des Gro\u00dfen Abendl\u00e4ndischen Schismas und der anschlie\u00dfenden Konzilien von Konstanz und Basel haben nicht nur Europa, sondern auch Entwicklung und Stellung des Papsttums nachhaltig gepr\u00e4gt. Schon nach 1378 erwies sich, dass die Nutzung der zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel f\u00fcr die jeweiligen Parteien entscheidend werden konnte. Dies f\u00fchrte unter anderem dazu, dass Urkundenausstellung, finanzielle Erfassung, Allianzen und Netzwerke zunehmend wichtig wurden. Der steigende Finanzbedarf d\u00fcrfte auch den Verkauf von Abl\u00e4ssen gef\u00f6rdert haben.<\/p>\n<p>In geistesgeschichtlicher und kirchlicher Hinsicht waren die gro\u00dfen Konzilien von Konstanz und Basel wegweisend, denn hier wurde \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Gl\u00e4ubigen, Klerus und Papst nachgedacht und Reformpl\u00e4ne geschmiedet. Die Anregungen der Konzilien sollten die Verh\u00e4ltnisse von Reichen und P\u00e4psten k\u00fcnftig pr\u00e4gen. Zwar traten in Italien die Reformgedanken nach dem Baseler Konzil in den Hintergrund, nicht aber notwendigerweise in anderen Gebieten.<\/p>\n<p>Einheit kann aber auch durch Abgrenzung gef\u00f6rdert werden, jedenfalls konnte man es versuchen. Der Humanist Aeneas Silvio Piccolomini, als Papst Pius II. (1458-64), zeigt, dass sich humanistische Interessen und T\u00fcrkenabwehr nach dem einschneidenden Verlust Konstantinopels von 1453 nicht ausschlie\u00dfen mussten. Er berief schon kurz nach seiner Erhebung, am 12. Oktober 1459, einen Kongress nach Mantua. Rhetorisch gl\u00e4nzte er dort mit einem Kreuzzugsaufruf. Seit Konstantins Zeiten, so der Papst, habe die Kirche keine gr\u00f6\u00dfere Bedrohung als die durch die T\u00fcrken erlebt. Allerdings blieb es weitgehend bei Rhetorik, eine Aktion kam nicht zustande. Ob er die anstehenden Probleme auf diplomatischem Wege l\u00f6sen wollte, ist unsicher. In einem Brief von 1461 schreibt Pius an Sultan Mehmed II.:<\/p>\n<p>\u201eWir glauben nicht, Du entbehrest so v\u00f6llig der Kenntnis unsrer Lage, dass Dir entginge, wie gro\u00df die Macht des Christenvolkes ist \u00a0[\u2026].<\/p>\n<p>Wenn Du unter den Christen Dein Reich ausbreiten und Deinen Namen mit Ruhm bedecken willst, dann hast Du nicht Gold, nicht Waffen, nicht Heere und nicht Flotten n\u00f6tig. Ein kleines Ding jedoch kann Dich unter allen, die heute leben, zum Gr\u00f6\u00dften, M\u00e4chtigsten und Herrlichsten machen. Du fragst, was es sei. Es ist nicht schwierig zu finden und zu suchen nicht weit. In aller Welt kann man es haben: es ist ein Wassertr\u00f6pfchen, womit Du Dich taufen lassest, Dich zu den Heilt\u00fcmern der Christen wendest und an das Evangelium glaubst. Tust Du das, so ist kein F\u00fcrst auf dem Erdkreis, der Dich an Ehre \u00fcbertr\u00e4fe oder an Macht Dir gewachsen w\u00e4re. Wir werden Dich Kaiser der Griechen und des Ostens hei\u00dfen, und was Du jetzt mit Gewalt einnimmst und zu Unrecht festh\u00e4ltst, besitzest Du dann zu Recht.\u00a0 [\u2026]\u201c Allerdings ist der Brief bis heute umstritten und es ist unklar, ob er \u00fcberhaupt abgesandt wurde.<\/p>\n<p>Praktische Schritte konnte Pius II. nicht mehr einleiten, obwohl er sich an die Spitze eines milit\u00e4rischen Unternehmens stellen wollte. Nachdem er 1464 schwerkrank nach Ancona gereist war, ereilte ihn vor dem Aufbruch der Flotte der Tod. Europ\u00e4ische Einigkeit blieb weiterhin schwierig: Auch die vom B\u00f6hmenk\u00f6nig Georg Podiebrad (1458-1471) besonders in den Jahren 1462 bis 1464 gestartete Initiative zu einer europ\u00e4ischen Allianz gegen die T\u00fcrken versandete in den Anf\u00e4ngen. Dies gilt <em>mutatis mutandis<\/em> auch f\u00fcr die Aktivit\u00e4ten im Reich, die trotz verschiedener Aufrufe und T\u00fcrkentage keinen langfristigen Erfolg zeitigten. Integrierende Symbolhandlungen wurden aber weiterhin unternommen. Als 1462 das Haupt des Apostels Andreas aus Patras (?) nach Rom kam, wurde es mit Gottesdiensten feierlich empfangen. Das von den T\u00fcrken \u201evertriebene\u201c Apostelhaupt kam zu seinem \u201er\u00f6mischen\u201c Bruder Petrus.<\/p>\n<p>Die Bem\u00fchungen der P\u00e4pste zeigen, wie die alten universalen Anspr\u00fcche noch weniger als fr\u00fcher durchgesetzt werden konnten. Weil sich das Papsttum den Herrschafts- und Lebensformen der italischen Mittelstaaten angepasst hatte, blieben auch in diesem Bereich die Handlungsm\u00f6glichkeiten in der praktischen Umsetzung eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund ist auch die p\u00e4pstliche Reaktion auf die Eroberung von Granada 1492 zu sehen, denn die Katholischen K\u00f6nige wurden unmittelbar nach ihrem Erfolg begl\u00fcckw\u00fcnscht und erhielten wenige Jahre sp\u00e4ter den Ehrentitel \u201eKatholische K\u00f6nige\u201c.<\/p>\n<p>Schon kurz nachdem Kolumbus am 4. M\u00e4rz 1493 von seiner ersten Reise zur\u00fcckgekehrt war, wurde in Barcelona ein Brief gedruckt, der die Neuigkeiten mit den neuen Druckmedien verbreiten sollte. Am 29. April desselben Jahres literarisierte der Gelehrte Leandro de Cosco in Rom den Brief und legte eine lateinische Fassung vor. Das in Basel gedruckte Exemplar erhielt illustrative Holzschnitte und wurde unter dem Titel <em>De insulis inventis<\/em> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>In einer weiteren, neuen Ausgabe von 1494 wurde der Brief nun zusammen mit dem Drama <em>Historia Baetica<\/em> von Carolus Verardus gedruckt, das die Eroberung Granadas 1492 r\u00fchmt. In diesem Baseler Druck begl\u00fcckw\u00fcnschte der oberrheinische Humanist Sebastian Brant (1457-1521) den Doppeltriumph der spanischen Monarchie in Granada und bei der Westfahrt des Kolumbus, indem er K\u00f6nig Ferdinand als Vork\u00e4mpfer der Christenheit r\u00fchmte.<\/p>\n<p>Die Verkn\u00fcpfung beider Erfolge Ferdinands und Isabellas blieb zukunftsweisend; auch viele \u00c4u\u00dferungen der Renaissancep\u00e4pste folgten offensichtlich diesem Denkmodell: was 1453 im Osten verloren war, f\u00fchrte zu einem Gewinn im Westen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Am Ende des Mittelalters: Luther oder Humanismus und Expansion?<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die im fr\u00fchen und hohen Mittelalter bereits entwickelten p\u00e4pstlichen Konzepte von Kreuzzug, Sarazenenkampf und Missionskonzepte wirkten zusammen, um auch den Herausforderungen in der Neuen Welt zu begegnen. Die F\u00f6rderung der Europ\u00e4ischen Expansion war aber zugleich eine Konsequenz, die sich aus der Osmanischen Expansion ergeben hatte. Bernd Schneidm\u00fcller hat in seiner Geschichte Europas deshalb von einer \u201everkleinerten Christenheit\u201c und gleichzeitig von \u201eAufbr\u00fcchen aus Europa\u201c gesprochen. Jedenfalls stand der k\u00fcnftig \u201everkleinerten\u201c oder getrennten Christenheit in Europa eine Expansion des lateinischen Europa gegen\u00fcber, mit allen Vorteilen, Problemen und Verwerfungen, was langfristig Transformationsprozesse anregte.<\/p>\n<p>Fast wirkt es so, als ob mit dem Renaissancepapsttum ein Tiefpunkt der Papstgeschichte erreicht war, insbesondere weil anschlie\u00dfend die Reformation ihre Anliegen ma\u00dfgeblich mit einer Kritik am Papsttum verkn\u00fcpfte. Auch diese Sicht urteilt allerdings vom Ergebnis her und vor allem aus einer deutschen Perspektive. Tiefpunkte der Papstgeschichte gab es auch in fr\u00fcherer Zeit, denkt man nur an das 10. Jahrhundert nach dem \u201eLeichengericht\u201c des Formosus. Welche weiteren Aspekte einer historischen Umbruchsituation lassen sich also ausmachen, die es rechtfertigen, von einem Papsttum in einer Krise zu sprechen?<\/p>\n<p>Der Ablass, den Papst Julius II. f\u00fcr den Bau der Peterskirche erlassen und den Leo X. danach erneuert hatte, war nur der Anlass f\u00fcr Luthers Thesen. Auch hier gab und gibt es Missverst\u00e4ndnisse. Luther bezeichnete die Absicht des Papstes zwar noch als rechtens, nahm aber Ansto\u00df an Deutungen der Ablassprediger, die Fehlinterpretationen hervorrief. Ma\u00dfgeblich dazu bei trug das Verhalten Albrechts, 1513 Erzbischof von Magdeburg, dann seit 1514 Erzbischof von Mainz. Die Konfliktpunkte lagen somit zwar auch in Rom, aber mindestens ebenso sehr in lokalen Gegebenheiten.<\/p>\n<p>\u00dcberdies hat j\u00fcngst der evangelische Kirchenhistoriker Berndt Hamm unter dem Titel \u201eAblass und Reformation \u2013 Erstaunliche Koh\u00e4renzen\u201c die g\u00e4ngige Konfrontation von Ablass und Reformation neu interpretiert und tiefgehende Gemeinsamkeiten zwischen der sp\u00e4tmittelalterlichen Ablassverk\u00fcndigung und der reformatorischen Gnadenbotschaft unterstrichen. Dass die Gnade f\u00fcr jeden Einzelnen aber ausschlie\u00dflich innerhalb der r\u00f6mischen Kirche zu erlangen sei, blieb in Rom seit der pointierten Feststellung in der Bulle <em>Unam sanctam<\/em> Bonifaz\u02be VIII. (1302) unverr\u00fcckbar. Nur ein Missverst\u00e4ndnis gilt es nachdr\u00fccklich immer wieder richtigzustellen. Ablass und Ablassfr\u00f6mmigkeit sind deutlich von Ablasskauf und -handel zu scheiden, will man nicht die Polemiken des 16. Jahrhunderts zum Ma\u00dfstab erheben.<\/p>\n<p>Die Reformation war deshalb kaum die notwendige Konsequenz, die sich aus dem Zustand des Papsttums zur Zeit der Renaissance ergab. Mehr noch als die unter anderem von Luther benannten Missst\u00e4nde scheinen die ver\u00e4nderte politische Situation, die territoriale Beschr\u00e4nkung des Papsttums auf den Kirchenstaat, das Interesse an Italien im Reigen der dortigen Herrschaften dazu beigetragen zu haben, dass die Rufe der P\u00e4pste in vielen L\u00e4ndern nicht mehr geh\u00f6rt und befolgt wurden, unabh\u00e4ngig davon, ob w\u00fcrdige oder unw\u00fcrdige Vertreter die <em>Cathedra Petri<\/em> innehatten. Damit erweist sich die Zeit der Renaissance und des Humanismus als weiterer Wendepunkt eines universalen Papsttums, das zwar Kunst und Wissenschaft f\u00f6rderte, jedoch durch die Fixierung auf Italien die universalen Anspr\u00fcche teilweise sogar selbst aufgab, und zudem aufgrund der Mitgestaltung von Renaissance und Humanismus einen enormen Geldbedarf entwickelte. Einheit und Integration schienen nur noch in Ausnahmef\u00e4llen \u2013 vor allem im Verbund mit den iberischen Reichen \u2013 zu funktionieren.<\/p>\n<p>Durch das didaktische Schrifttum eines Gregors des Gro\u00dfen, den Prozess um Formosus, die Kritik an Urban II. zu den p\u00e4pstlichen Finanzen, oder die N\u00e4he der P\u00e4pste des 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts zu Humanismus, Renaissance und Europ\u00e4ischer Expansion wird deutlich, wie unterschiedlich der p\u00e4pstliche Beitrag zu Vereinheitlichung und Einheitsstiftung sein konnte. In antik-r\u00f6mischen Traditionen spielte Einheitsstiftung durch Verwaltung, Schriftlichkeit, Archivierung, Verfahren und Recht eine wesentliche Rolle. Ohne die P\u00e4pste w\u00e4re ein Rechts- und Kulturraum Lateineuropa nicht vorstellbar. Sollte man den anachronistischen Begriff \u201eKulturkatholizismus\u201c verwenden wollen, so k\u00f6nnte er die P\u00e4pste der Hochrenaissance besonders gut charakterisieren. Vielleicht waren sie mit Blick auf Kultur und neue Welten ihrer Zeit nur sehr weit voraus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Excursion to the exhibition in Mannheim<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":32556,"menu_order":1567,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32403","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-europa","media-library-category-kirche","media-library-category-mittelalter","media-library-category-papsttum","media-library-category-reformation"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Einheit oder Vielfalt? - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Einheit oder Vielfalt? - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Exkursion zur Ausstellung nach Mannheim\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-12-16T11:03:36+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"872\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"490\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"22 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\\\/\",\"name\":\"Einheit oder Vielfalt? - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Geschichte.jpg\",\"datePublished\":\"2023-07-17T12:36:55+00:00\",\"dateModified\":\"2025-12-16T11:03:36+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Geschichte.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Geschichte.jpg\",\"width\":872,\"height\":490},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Einheit oder Vielfalt?\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Einheit oder Vielfalt? - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Einheit oder Vielfalt? - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Exkursion zur Ausstellung nach Mannheim","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2025-12-16T11:03:36+00:00","og_image":[{"width":872,"height":490,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"22 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/","name":"Einheit oder Vielfalt? - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","datePublished":"2023-07-17T12:36:55+00:00","dateModified":"2025-12-16T11:03:36+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","width":872,"height":490},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/einheit-oder-vielfalt-gelungene-und-misslungene-integrationsprozesse-der-mittelalterlichen-papstgeschichte\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Einheit oder Vielfalt?"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32403","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32403\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":116778,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32403\/revisions\/116778"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}