{"id":32408,"date":"2023-07-17T14:36:58","date_gmt":"2023-07-17T12:36:58","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=versoehnung-mit-dem-ungelebten-2"},"modified":"2026-01-15T15:06:11","modified_gmt":"2026-01-15T14:06:11","slug":"zum-gelingen-des-lebens-im-sterben","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/zum-gelingen-des-lebens-im-sterben\/","title":{"rendered":"On the success of life in dying"},"content":{"rendered":"<p>\u201eLeben l\u00e4sst sich nur r\u00fcckw\u00e4rts verstehen, muss aber vorw\u00e4rts gelebt wer\u00adden\u201c, tr\u00e4gt Kierkegaard 1843 in sein Tagebuch ein. Es gibt wohl kaum je\u00admand, der nicht schon mit dieser Einsicht gerungen oder auch gehadert h\u00e4tte. Das Leben kennt nun einmal keine Generalprobe, sondern es ist von Anfang bis Ende die erste und einzige Auff\u00fchrung. Erst im Nachhinein lassen sich l\u00e4ngerfristige Entwicklungen und Ver\u00e4nderungen erkennen, die Folgen von Entscheidungen einsch\u00e4tzen. Aber auch die Bilanzierung, die Bewertung des Gelebten und Geschehenen ergibt sich erst aus dem R\u00fcck\u00adblick.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend nun der R\u00fcckblick in den mittleren Lebensjahren meist die Funk\u00adtion einer Zwischenbilanz hat, die das Erstrebte mit dem noch Er\u00adreichbaren abzugleichen sucht, oft auch zu ersten Abstri\u00adchen und Korrek\u00adturen zwingt, so erhebt sich im Alter zunehmend die For\u00adde\u00adrung, den eige\u00adnen Lebens\u00adentwurf mit der schlie\u00dflich gewordenen Le\u00adbens\u00adgestalt in Ein\u00adklang zu brin\u00adgen. Je deutlicher sich die Begrenztheit des Lebens abzeich\u00adnet, desto mehr k\u00f6nnen sich einzelne Bewertungen zu einer umfas\u00adsenden Lebens\u00adbilanz verbinden. Das gilt erst recht im Bewusstsein des nahenden Todes, sei es im hohen Alter oder bei einer t\u00f6dlichen Krankheit.<\/p>\n<p>Diese Bilanz bedeutet freilich nicht eine Art Kontorechnung, auf der die positiven und die negativen Posten gegeneinander gestellt werden, um in der Summierung nach M\u00f6glichkeit schwarze Zahlen zu ergeben. Wir ver\u00adsuchen vielmehr, die \u201egute Gestalt\u201c zu finden, wie es in der Sprache der Gestaltpsychologie hei\u00dft, also die Rundung des eigenen Le\u00adbens zu einem Bogen, der uns zumindest in gewissem Ma\u00df ein Gef\u00fchl von Stimmigkeit, wom\u00f6glich auch Erf\u00fcllung oder sogar Ganzheit gibt, gerade indem er auch das Unvollendete und Unerf\u00fcllte zu integrieren vermag. Es geht also um die Erfahrung eines sinnvollen Zusammenhangs der Lebensge\u00adschichte, der sich auch als Koh\u00e4renz bezeichnen l\u00e4sst. Das Gelingen des Lebens ange\u00adsichts des Todes ist daher weniger abh\u00e4ngig vom \u00e4u\u00dferen Lebensablauf mit seinen Ereignissen, H\u00f6hen und Tiefen als von diesem inne\u00adren Zusam\u00admenhang, den wir aus unseren Erinnerungen bilden, und in dem wir, \u00e4hn\u00adlich wie in einem Roman, die Leitmotive und den Bogen einer Ge\u00adschichte erkennen k\u00f6nnen. Das Gelingen liegt in einem Ausblick auf das Ganze des Lebens, das wir uns zueignen, mit dem wir uns identifizie\u00adren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gegen dieses Streben nach Koh\u00e4renz jedoch er\u00adhebt sich Widerstand. Er geht aus von den Br\u00fcchen der Lebensentwick\u00adlung, von Scheitern und Misslingen, aber auch von den vielf\u00e4ltigen ungeleb\u00adten M\u00f6glichkeiten, die an den Abzwei\u00adgungen des Le\u00adbenslaufes vergeblich gewartet ha\u00adben, und deren Stunde nun ge\u00adkommen scheint. Nagend, qu\u00e4lend, vor\u00adwurfsvoll erhe\u00adben sie ihre Stimme, verwei\u00adgern Zufriedenheit und Vers\u00f6h\u00adnung. \u201eSoll es das gewesen sein?\u201c lautet die typische Frage, und sie kann einen alarmie\u00adrenden Charakter erhalten, wenn die Einsicht un\u00adabweisbar wird, dass sich zentrale Er\u00adwartun\u00adgen, Tr\u00e4ume und Hoffnungen nicht mehr werden erf\u00fcllen lassen. Was genau ist dieses ungelebte Leben, und wie gehen wir mit ihm um? Wie gelingt das Leben im Sterben? Diesen Fragen gel\u00adten die folgen\u00adden \u00dcber\u00adlegungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ungelebtes Leben als Conditio humana <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Begriff des \u201eungelebten Lebens\u201c bezeichnet eine Erfahrung, in der zwischen grundlegenden Lebensw\u00fcnschen und dem tats\u00e4chlich rea\u00adlisierten Leben ein Missverh\u00e4ltnis wahrgenommen und meist schmerzlich empfun\u00adden wird. Die gehegten Erwartungen und vorgestellten M\u00f6glichkeiten ei\u00adnerseits und das schlie\u00dflich Verwirklichte und Erreichte andererseits ge\u00adlangen nicht hinreichend zur Deckung. Es entsteht eine \u201ekognitive Disso\u00adnanz\u201c, eine Inkongruenz, die meist mit Gef\u00fch\u00adlen des Bedauerns, der Reue oder Bitterkeit verbunden ist.<\/p>\n<p>Nun ist das ungelebte Leben zun\u00e4chst die Folge der Entscheidungen und damit des impliziten oder expliziten Le\u00adbensentwurfs eines Menschen, des\u00adsen Re\u00adalisierung zugleich andere Entw\u00fcrfe ausschlie\u00dfen muss. Karl Jas\u00adpers sah die erste und un\u00adausweich\u00adliche Grundbedingung der Existenz da\u00adrin, \u201e\u2026 dass ich als Dasein immer in einer bestimmten Situa\u00adtion, nicht all\u00adgemein als das Ganze der M\u00f6glichkeiten bin.\u201c Wir sind zur Freiheit beru\u00adfen oder auch ver\u00adurteilt, wie Sartre es ausdr\u00fcckte, und da\u00adher st\u00e4ndig gen\u00f6\u00adtigt, das Wirk\u00adliche aus dem M\u00f6glichen auszuw\u00e4h\u00adlen, gelebtes und unge\u00adlebtes Le\u00adben voneinan\u00adder zu scheiden. Weil der M\u00f6glichkeiten aber immer ungleich mehr sind als sich verwirklichen l\u00e4sst, \u00fcbertrifft die F\u00fclle des nicht Gelebten in ungeheurem Ma\u00dfe das kleine Reich des wirklich Geleb\u00adten. Unvermeid\u00adlich bleiben wir daher auch im\u00admer hinter unseren M\u00f6glich\u00adkei\u00adten zur\u00fcck und k\u00f6nnen m\u00f6gliche Exis\u00adtenz nicht ver\u00adwirklichen. Darin besteht der Gedanke der existenziellen Schuld: Wir bleiben uns selbst und anderen notwendig immer etwas schuldig.<\/p>\n<p>Nun geht das einmal Verwirklichte aber doch als Erlebnis, Erf\u00fcllung, als Leistung oder Werk in unsere gelebte Vergangenheit ein. Es hat Be\u00adstand und erscheint in diesem Sinn wirklicher als das Ungelebte. Doch ge\u00adrade weil es un\u00adverwirklicht blieb, kann das ungelebte Leben eine au\u00dferor\u00addentliche Wirkung ent\u00adfalten. Aus der Psychologie ist der \u201eZeigarnik-Effekt\u201c be\u00adkannt, wonach unerle\u00addigte, nicht zu Ende gebrachte Handlun\u00adgen grunds\u00e4tzlich eher erinnert werden als abgeschlos\u00adsene. Es ist nichts ande\u00adres als unser Koh\u00e4renzbed\u00fcrfnis, das sich auch hier meldet. Die einmal in den Blick getretenen, aber nicht rea\u00adlisierten M\u00f6glichkeiten bleiben la\u00adtent ge\u00adgenw\u00e4rtig und virulent, sie begleiten das Leben wie ein mitlaufendes Ne\u00adgativ. So kann das Ungelebte zur Quelle von In\u00adsuffi\u00adzienz-, Reue und Schuld\u00adgef\u00fch\u00adlen werden, aber auch von Hoffnun\u00adgen, Sehns\u00fcchten und W\u00fcnschen, die in die Zukunft weisen. \u201eDie unm\u00f6glichen Tr\u00e4ume und Pl\u00e4\u00adne\u201c, so schreibt Viktor von Weizs\u00e4cker, \u201edie nie getanen Taten, sind sie nicht wirk\u00adsamer als alles, \u2026 was ge\u00adschehen ist?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Formen des ungelebten Lebens<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir haben nun einen ersten Eindruck davon erhalten, dass gerade das Nicht-Geschehene, das im Leben Ausgesparte eine be\u00adsondere Be\u00addeutung und Wirksamkeit erhalten kann. Betrachten wir nun n\u00e4\u00adher, in welchen Formen sich das ungelebte Leben manifestiert.<\/p>\n<p>Eine erste Unterscheidung ergibt sich aus der Art und Wei\u00adse, wie sich das Ungelebte vom Gelebten geschieden hat. Das kann zu\u00adn\u00e4chst auf einer <em>Ver\u00adsagung <\/em>beruhen, n\u00e4mlich wenn \u00e4u\u00dfere Umst\u00e4nde, Wi\u00adderst\u00e4nde oder Krankheit die Erf\u00fcllung ei\u00adnes Wun\u00adsches ver\u00adwehrten. Es kann sich aber auch um einen aktiv geleisteten <em>Waiver <\/em>han\u00addeln, bei dem man eine attrak\u00adtive M\u00f6glich\u00adkeit zugunsten einer h\u00f6herwerti\u00adgen verwarf, auch wenn dies schwer fiel. Und es kann schlie\u00dflich ein <em>Ver\u00ads\u00e4umnis<\/em> sein, wenn n\u00e4mlich trotz bestehender Gelegenheit im entschei\u00addenden Augen\u00adblick nicht zuge\u00adgriffen wurde. Oft kann die M\u00f6glichkeit zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt in einer anderen Form wieder aufgegriffen und doch noch realisiert werden. Ein <em>Verpassen <\/em>w\u00e4re dann das endg\u00fcltige Vers\u00e4umnis, die unwiederbring\u00adlich verlorene Gele\u00adgenheit.<\/p>\n<p>Daraus ergeben sich unterschiedliche Weisen, wie das Ungelebte in der Erinnerung virulent werden kann. Die \u00e4u\u00ad\u00dfere <em>Versagung<\/em> wird, wenn sie zentrale W\u00fcnsche betrifft, oft zur Anklage gegen andere, gegen die Gesell\u00adschaft, das Schicksal oder auch gegen Gott f\u00fchren. Der <em>Waiver<\/em> hingegen geht auf den eigenen Ent\u00adschluss zu\u00adr\u00fcck und f\u00fchrt h\u00e4ufi\u00adger, wenngleich auch nicht notwendig zu einem Einverst\u00e4ndnis. Zu den heftigsten Selbst\u00adanklagen gibt meist das <em>Vers\u00e4umnis<\/em> Anlass, denn hier vermag sich der Be\u00adtreffende des Vorwurfs schwer zu erwehren, er ha\u00adbe der Situation nicht die rechte Aufmerksamkeit zugewandt, seine Prio\u00adrit\u00e4ten nicht richtig bedacht, vielleicht zu lange gezaudert. Daher werden im Le\u00adbens\u00adr\u00fcckblick unterlassene Handlungen auch weit mehr bedauert als ausgef\u00fchrte Vorhaben. Hier ha\u00adben alle \u201eh\u00e4tte ich doch \u2026\u201c und \u201ew\u00e4re ich doch \u2026\u201c ihre Wurzel \u2013 die S\u00e4t\u00adze des Irrea\u00adlis der Vergan\u00adgenheit, die h\u00e4ufig in depressiv gef\u00e4rbte Selbst\u00adanklagen \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>Freilich kann man dem so mit sich Hadernden entgegenhalten, er w\u00fcn\u00adsche im Nachhinein, ein ande\u00adrer gewe\u00adsen zu sein als er damals nun einmal war, und das sei offen\u00adkundig nicht nur selbst\u00adqu\u00e4lerisch, sondern auch ganz un\u00advern\u00fcnftig \u2013 hin\u00adterher wisse man es eben immer besser. Das Argument wird nicht viel ausrichten, zumal das Hadern mit dem Vers\u00e4umnis oft gar nicht nur auf dem uner\u00adf\u00fcllten Wunsch be\u00adruht, sondern auch auf einem Selbstideal der Perfektion, dessen Ver\u00adfehlung mit unerbittlicher Sch\u00e4rfe als Versagen gegei\u00ad\u00dfelt wird: Man h\u00e4tte es eben \u201ebesser wissen m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<p>Psychothe\u00adrapeutisch ist es meist hilf\u00adrei\u00adcher, dar\u00adauf zu verwei\u00adsen, was durch diese r\u00fcckw\u00e4rtsge\u00adrichteten Selbst\u00adanklagen verhindert wird, die gegen\u00adw\u00e4rtigen M\u00f6glichkeiten zu erkennen und zu ergreifen. Jeder Tag des Haderns f\u00fcgt ja dem ungelebten Leben nur einen weiteren Tag hinzu und schafft Anlass zu neuer, k\u00fcnftiger Reue. So\u00adlange das Vers\u00e4umte aber nicht endg\u00fcltig verpasst ist, bleibt die M\u00f6glich\u00adkeit des Nachholens in ver\u00ad\u00e4nder\u00adter Form, auf einer neuen Stufe, und oft mit tieferer Einsicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das unvollendete Selbst <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch es gibt noch eine andere, schwerer erkennbare Form des Ungelebten, die sich nicht an einzelnen Vers\u00e4umnissen oder Misserfolgen festmachen l\u00e4sst. Es geht um das grundlegendere Empfinden, nicht mit sich im Reinen zu sein, nicht wirklich authentisch, sondern am eigenen Leben vorbei zu leben. Eine Ahnung davon kann schon in mittleren Lebensjahren aufkom\u00admen. \u201eGegen meinen Willen\u201c, so Gerhard Warlich, der 41-j\u00e4hrige Durch\u00adschnittsheld von Wilhelm Genazinos Roman <em>Das Gl\u00fcck in gl\u00fccksfernen Zeiten<\/em>, \u201ebeschleicht mich das vertrauteste Unbehagen: Dass mein Leben nicht so bleiben kann wie es ist. Groteskerweise bin ich im Gro\u00dfen und Ganzen mit unseren Verh\u00e4ltnissen zufrieden, das hei\u00dft mit unserer Woh\u00adnung, meinem Einkommen,\u00a0 mit meinen quasi ehelichen Verh\u00e4ltnissen (\u2026) Dennoch habe ich den Eindruck, dass die ganze Zeit eine unhaltbare Sache abl\u00e4uft: mein Leben.\u201c<\/p>\n<p>Das ungelebte Leben h\u00e4ngt offenbar nicht nur an einzelnen, nicht reali\u00adsierten Chancen und Gelegenheiten. Eine tiefere Form der Lebensverfeh\u00adlung kann darin bestehen, den eigenen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten und Bed\u00fcrfnissen nicht wirklich gerecht zu werden, aus \u00c4ngstlichkeit dem ei\u00adgenen Leben auszuweichen. Die resultierende Diskrepanz wird als latentes Unbehagen erfahren, das sich zur Selbstentfremdung und schlie\u00dflich zur manifesten Lebenskrise steigern kann, wenn sich die mangelnde Kongru\u00adenz nicht mehr verdr\u00e4ngen l\u00e4sst. Wie uns Kierkegaard und Heidegger ge\u00adzeigt haben, geht ein solches Empfinden von Inkongruenz im Grunde be\u00adreits zur\u00fcck auf den latenten Vorgriff auf den eigenen Tod: Er beleuchtet das Leben gleichsam <em>sub specie finalitatis,<\/em> unter dem harten Licht der Endlichkeit, und macht die verdr\u00e4ngten M\u00f6glichkeiten und Unentschie\u00addenheiten des Lebensentwurfs sichtbar.<\/p>\n<p>Nimmt diese Selbstentfremdung zu, dann wird die Zeit des eigenen Lebens nicht mehr als wachsende, erf\u00fcllende, sondern im Gegenteil als leer und unaufhaltsam verrinnende Lebenszeit erfahren. Manche Men\u00adschen geraten in regelrechte Todesangst aus Furcht zu sterben, ohne \u00fcber\u00adhaupt richtig gelebt zu haben. Tolstois Iwan Iljitsch, ein kar\u00adrie\u00adristischer Jurist, der ein selbstzufriedenes, egozentrisches Leben f\u00fchrt, er\u00adkrankt mit 45 Jah\u00adren an einer t\u00f6dli\u00adchen Krankheit und reali\u00adsiert angesichts des To\u00addes, dass er sein Leben nicht wirklich gelebt hat. \u201eAlles, was ihm einst Freude zu sein schien\u201c, so schreibt Tolstoi, \u201eschmolz vor sei\u00adnen Augen zusammen und verwandelte sich in etwas Nichtiges und oft Widerw\u00e4rti\u00adges \u2026 Ihm kam der Gedanke, dass das, was ihm bisher noch als vollkommen unm\u00f6g\u00adlich erschienen war: Er h\u00e4tte so gelebt, wie er nicht h\u00e4tte leben sollen \u2013 dass das die Wahrheit sei.\u201c Verzwei\u00adfelt klammert Il\u00adjitsch sich an die letz\u00adten Le\u00adbenshoff\u00adnungen, die jedoch uner\u00adbittlich entschwinden.<\/p>\n<p>Nun ist die Angst vor der Verfehlung des eigenen Selbst, vor der miss\u00adgl\u00fcckten Selbstverwirklichung historisch j\u00fcngeren Datums. Sie l\u00e4sst sich als eine s\u00e4kularisierte Form der alten Angst vor dem letzten Strafgericht verstehen, das noch die vormoderne Kultur umgetrieben hatte. Jetzt geht es nicht mehr so sehr um moralische oder religi\u00f6se Schuld im Jenseits, son\u00addern um das, was man sich selbst im Diesseits schuldig bleibt, also um die existenzielle Schuld. Die Brisanz des ungelebten Lebens hat insofern auch mit dem Kampf gegen die Endlichkeit zu tun, den unsere Kultur seit der Neuzeit f\u00fchrt. Mit der schwindenden Ein\u00adbettung des Menschen in \u00fcber\u00adgreifende, kollektive und religi\u00f6se Zu\u00adsammen\u00adh\u00e4nge wurde das eine, kurze Leben unerh\u00f6rt kostbar und die Individuation, die Selbstver\u00adwirk\u00adlichung zu einer immer wichtigeren Aufgabe. Das Individuum gewinnt dabei zwar die Frei\u00adheit, sich selbst zu bestimmen, ja selbst zu erschaffen, aber sein Risiko ist es, an die\u00adser Selbst\u00aderschaffung zu scheitern. Es kann auch nicht mehr in den ande\u00adren fortleben, es ist unersetzbar.<\/p>\n<p>Hans Blumenberg hat von einer Schere gesprochen, die sich in der Mo\u00adderne zwischen der begrenzten Lebenszeit und der un\u00adbegrenzten Weltzeit auftut: Im Tod werden wir aus der gemeinsamen Zeit versto\u00ad\u00dfen, und sie geht un\u00adger\u00fchrt \u00fcber uns hinweg \u2013 eine Gewissheit, die eine min\u00addestens so schwere B\u00fcrde darstellt wie der Gedanke an die fatale K\u00fcrze des Le\u00adbens. Die Kluft wird so bedrohlich, dass das In\u00addividuum dar\u00fcber in Panik und Angst ger\u00e4t, das Wert\u00advollste und Wich\u00adtigste im Leben zu vers\u00e4umen. Im Wettlauf mit dem Tod versucht es, \u201eZeit zu ge\u00adwinnen, um mehr von der Welt zu haben\u201c (Blumenberg). Darin liegt wohl ein zentrales Motiv f\u00fcr den Zwang zur Beschleuni\u00adgung, der die westliche Gesellschaft charakteri\u00adsiert. Er ent\u00adspringt letztlich dem illusion\u00e4ren Wunsch, dem Tod mehr Zeit abja\u00adgen und in der knappen Frist m\u00f6glichst zwei oder drei Le\u00adben unterbrin\u00adgen zu k\u00f6n\u00adnen. Das Sinnbild ist die deadline, die letzte Frist, die letzte M\u00f6g\u00adlichkeit vor dem Tod.<\/p>\n<p>Doch das Leben l\u00e4sst sich nicht betr\u00fcgen. Je mehr davon eingefangen wer\u00adden soll, desto mehr nimmt gleichzeitig das ungelebte, das ver\u00ads\u00e4umte und vor allem das nicht gegenw\u00e4rtig gelebte Leben zu. Denn die Gegen\u00adwart wird latent entwertet durch das, was ihr noch abgeht. Zugleich bleibt im\u00admer we\u00adniger Zeit f\u00fcr immer mehr M\u00f6glichkeiten und W\u00fcn\u00adsche, die die \u201eMultiop\u00adtionsgesellschaft\u201c suggeriert. Fr\u00fcheren Ge\u00adnera\u00adtionen boten sich weitaus weniger Chancen und Lebenswege; f\u00fcr die meisten Menschen spiegelte sich in ihrem Leben das ihrer El\u00adtern. Heute hingegen gilt die st\u00e4ndige Er\u00adweiterung der Wahlm\u00f6glichkeiten als zent\u00adraler gesell\u00adschaftli\u00adcher Wert. Je mehr Optionen den Individuen aber tats\u00e4chlich oder ver\u00admeintlich zur Ver\u00adf\u00fcgung stehen, desto mehr m\u00fcs\u00adsen sie im Augenblick der Ent\u00adscheidung aufgeben. Wenn unbe\u00adgrenzt vieles vorstellbar und verf\u00fcgbar ist, dann ist jede Entschei\u00addung f\u00fcr nur <em>eine<\/em> der M\u00f6glichkeiten immer schon zu teuer bezahlt. Die Erwartun\u00adgen k\u00f6n\u00adnen ma\u00dflos werden \u2013 umso mehr wird sich aber auch das Bedauern \u00fcber uner\u00adf\u00fcllte Tr\u00e4ume steigern.<\/p>\n<p>Durch den Versuch, Lebenszeit zu gewinnen, nimmt also das unge\u00adlebte Leben paradoxerweise eher noch zu. Ja, die Selbstverfehlung kann gerade darin liegen, im Ergreifen und Fallenlassen immer neuer M\u00f6glichkeiten das eigentliche Leben zu vers\u00e4umen, statt es zu gewinnen. Denn Beschleu\u00adnigung bedeutet mangelnde Zentrierung, eine unruhige Aufenthaltslosig\u00adkeit, eine zielstrebige Ziellosigkeit. Doch auch ohne solche Beschleuni\u00adgungsver\u00adsuche muss das Streben nach Entfaltung und Verwirk\u00adlichung des Selbst notwendig an schmerzliche Grenzen sto\u00dfen. In seinem Roman <em>Nachtzug nach Lissa\u00adbon<\/em> stellt Peter Bieri die Frage, die gewis\u00adserma\u00dfen das Leit\u00admotiv seines Romans abgibt: \u201eWenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben k\u00f6nnen, was in uns ist \u2013 was ge\u00adschieht mit dem Rest?\u201c Es ist wohl eine der Grund\u00adfragen des Menschen in der Moderne.<\/p>\n<p>In dem Roman wacht Jorge, ein gut 50-j\u00e4hriger Apotheker, eines Nachts mit Todesangst auf. Er hat ge\u00adtr\u00e4umt, dass er auf der B\u00fchne vor seinem neuen Steinway-Fl\u00fcgel sa\u00df und nicht zu spielen wusste. Den Fl\u00fcgel hatte er vor kurzem gekauft, um ir\u00adgendwann noch seinen Traum zu verwirkli\u00adchen, Kla\u00advierspielen zu lernen. \u201eIch wachte auf und wusste pl\u00f6tzlich: Auf dem Fl\u00fc\u00adgel so spielen zu k\u00f6n\u00adnen, wie er es verdient \u2013 das liegt nicht mehr in der Reichweite meines Le\u00adbens. &#8230; Und nun habe ich solche Angst\u201c \u2013 To\u00addes\u00adangst. \u201eDer Fl\u00fcgel \u2013 seit heute Nacht er\u00adinnert er mich daran, dass es Dinge gibt, die ich nicht mehr rechtzeitig werde tun k\u00f6nnen \u2026 Es geht um Dinge, die man zu tun und zu erleben w\u00fcnscht, weil erst sie das eigene, dieses ganz besondere Leben <em>ganz<\/em> machen w\u00fcrden und weil ohne sie das Leben unvollst\u00e4ndig bliebe, ein Torso und blo\u00dfes Fragment (\u2026) <em>Und so k\u00f6nnte man die Angst vor dem Tod beschrei\u00adben als die Angst, nicht der werden zu k\u00f6nnen, auf den hin man sich an\u00adgelegt hat.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Unbewusst, so hei\u00dft es im Roman weiter, leben wir im\u00admer auf eine solche Ganzheit hin, so dass jeder Augenblick, der uns als lebendiger gelingt, sei\u00adne Lebendigkeit daraus bezieht, dass er ein St\u00fcck in dem Puzzle jener un\u00aderkannten Ganzheit darstellt. Wenn nun aber die Gewiss\u00adheit \u00fcber uns her\u00adein\u00adbricht, dass sie nie mehr zu erreichen sein wird, dann spitzt sich die Bi\u00adlanz der Selbstrealisierung zu. Zuvor galt alles noch \u201ebis auf Weiteres\u201c \u2013noch blieb k\u00fcnftiges Leben, das dem Bisherigen das Feh\u00adlende hinzuf\u00fcgen, auch das Missgl\u00fcckte in einem neuen, milderen Licht erschei\u00adnen lassen konnte. Doch je n\u00e4her wir dem Tod kommen, desto mehr schwinden diese tats\u00e4ch\u00adlichen oder illusion\u00e4ren M\u00f6glichkeiten. Endlichkeit bedeutet auch End<em>g\u00fcltigkeit<\/em>. Der Sterbende hat keine Zeit mehr, sondern er ist gewisser\u00adma\u00dfen selbst sei\u00adne Zeit geworden; sein Leben ist nahezu g\u00e4nzlich zu Ver\u00adgangenheit geron\u00adnen. Das Werden wird gleichsam vom Gewordensein \u00fcberw\u00e4ltigt.<\/p>\n<p>Sicher, der Tod mag kommen, wenn das Dasein lebenssatt geworden ist durch die F\u00fclle des Verwirklich\u00adten und Erlebten. \u201eJe entschiedener vollen\u00addet wurde\u201c, so schreibt Jaspers, \u201eje mehr die M\u00f6glichkeit sich verzehrt hat nicht zugunsten des Vers\u00e4u\u00admens, sondern der Wirklich\u00adkeit, desto n\u00e4her kommt die Existenz der Hal\u00adtung, als Dasein gern zu ster\u00adben.\u201c Der Schre\u00adcken des Todes aber nimmt zu \u201ein dem Ma\u00dfe als ich nicht gelebt, d.h. nicht entschieden habe und darum kein Sein des Selbst gewann.\u201c Die Angst vor dem Tod, so zeigen auch ent\u00adsprechende Untersuchungen, steigt in dem Ma\u00df, als zentrale M\u00f6glichkeiten endg\u00fcltig versagt blieben, vers\u00e4umt oder verfehlt wurden. Dann droht der Tod selbst die noch verbleibende Zeit in den Strudel der Entwertung und Sinnlosig\u00adkeit zu rei\u00ad\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Umgang mit dem ungelebten Leben<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Ungelebte kann also das Gelingen des Lebens im Sterben zentral ge\u00adf\u00e4hrden. Wie aber gehen wir dann um mit dem ungelebten Leben in der letzten Le\u00adbensphase \u2013 sei es als Angeh\u00f6rige, als \u00c4rzte, Therapeuten oder als fr\u00fcher oder sp\u00e4ter selbst Betrof\u00adfene? Dieser Frage gilt der zweite Teil meines Vortrags.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst gilt es f\u00fcr die Helfer, die M\u00f6glichkeit einer depres\u00adsiven Erkran\u00adkung im Auge zu behalten, die gegebenenfalls ad\u00e4quat behandelt werden muss. Denn so wie eine negative Lebensbilanzierung in Selbstanklagen, Selbstentwertung und schlie\u00dflich in eine Depression m\u00fcnden kann, so geht die Depression umgekehrt mit ma\u00dflosen, qu\u00e4lenden Selbstvorw\u00fcrfen ein\u00adher. Manches ver\u00admeintlich berechtigte und unerbittliche Hadern mit dem eigenen Leben verschwin\u00addet wie ein dunkler Schatten, sobald die zugrunde lie\u00adgende Depression richtig behandelt wird.<\/p>\n<p>Nicht weniger ist hervorzuheben, was psychotherapeutisch getan werden kann, um den Lebensr\u00fcckblick eines Menschen zu begleiten und zu unter\u00adst\u00fctzen. Oft l\u00e4sst sich das auf den ersten Blick Vers\u00e4umte oder Misslunge\u00adne in einen neuen Zusammenhang einbetten, so dass es von ei\u00adnem \u00fcberge\u00adordneten Gesichtspunkt aus in einem anderen, milde\u00adren Licht er\u00adscheint. Belastende biographische Ereignisse oder Vers\u00e4umnisse werden nicht ge\u00adleugnet, aber im Kontext der Lebens\u00adge\u00adschichte neu bewertet. Das schlie\u00dft die Trauer \u00fcber Miss\u00adgl\u00fccktes und Verlorenes durchaus mit ein, sie wird aber soweit als m\u00f6glich mit der Anerkennung des Erreichten und Gegl\u00fcck\u00adten verbunden.<\/p>\n<p>Bei all dem geht es darum, eine Haltung ei\u00adnerseits der Aufrichtigkeit, an\u00addererseits der Akzeptanz, Milde und Gerech\u00adtigkeit dem eigenen fr\u00fcheren Selbst ge\u00adgen\u00fcber zu f\u00f6r\u00addern: <em>Aufrichtigkeit,<\/em> weil es auch im letzten Le\u00adbensabschnitt noch zahlrei\u00adche M\u00f6glichkeiten gibt, unerle\u00addigte Gesch\u00e4fte doch noch zu einem Ab\u00adschluss zu bringen, Konflikte zu be\u00adreinigen und sich mit anderen zu ver\u00ads\u00f6hnen; <em>Akzeptanz und<\/em> <em>Milde,<\/em> weil das gr\u00f6\u00dfte Hin\u00addernis gegen\u00fcber der Vers\u00f6hnung mit dem eige\u00adnen Leben oft per\u00adfekti\u00adonistische Selbstanspr\u00fcche sind, die keinen Spielraum f\u00fcr Fehler oder Vers\u00e4umnisse zulassen und zu erbar\u00admungslosen und w\u00fctenden Ankl\u00e4\u00adgern werden k\u00f6nnen. Diesen Zorn gilt es verwandeln in Nachsicht und Mitge\u00adf\u00fchl mit sich selbst. Wir sind unvollkom\u00admene We\u00adsen in einer un\u00advollkommenen Welt. Dies zu erkennen und sich darin mit anderen ver\u00adbun\u00adden zu f\u00fchlen, kann auch an\u00adgesichts des ungelebten Lebens einen Trost bedeuten.<\/p>\n<p>Eine weitere therapeutische \u00dcberlegung gilt dem nicht unproblematischen Konzept der Selbstverwirklichung. Er suggeriert ja so etwas wie ein \u201eei\u00adgentliches\u201c oder \u201ewahres\u201c Selbst, einen vorgegebenen Wesenskern der Person, der zur Erscheinung gebracht und realisiert oder aber verfehlt wer\u00adden kann \u2013 im letzteren Fall gleichbedeutend mit einer fatalen Lebensbi\u00adlanz. Es handelt sich dabei um eine Art Pr\u00e4destinationslehre, wonach das Individuum eine ureigene und wesensm\u00e4\u00dfige Bestimmung hat, der es ge\u00adrecht zu werden gilt \u2013 die Herkunft dieses Modells aus der Romantik und dem Pers\u00f6nlichkeitskult des 19. Jahrhunderts ist offensichtlich.<\/p>\n<p>Doch wir sollten das Selbst nicht als eine feststehende Gr\u00f6\u00dfe oder Entele\u00adchie betrachten, die verwirklicht oder verfehlt werden kann. Vielmehr ist das biographische, sich in der Lebensgeschichte artikulieren\u00adde Selbst ein immer wieder neu erz\u00e4hltes, ein \u201enarratives Selbst\u201c. Diese Erz\u00e4hlung, un\u00adsere Lebensgeschichte, schreibt sich eher improvisierend fort, und es gibt keinen allwissenden Autor, der unsere Identi\u00adt\u00e4t schon vorentworfen h\u00e4tte. Selbstverwirklichung w\u00e4re dann allenfalls zu verstehen als die zunehmen\u00adde Entfaltung von M\u00f6glichkeiten, die sich aus der je wechselnden Konstel\u00adlation von eigenen Potenzialen und den Situati\u00adonen der Um\u00adwelt ergeben \u2013 eine Entfaltung, die als mehr oder weniger stimmig erlebt werden kann, auch wenn sie immer andere M\u00f6glichkeiten ausschlie\u00dft. Die\u00adse Geschichte aber kann zu jedem Zeitpunkt noch ver\u00e4n\u00addert, neu angeeig\u00adnet oder neu er\u00adz\u00e4hlt werden, und daher ist eine Vers\u00f6h\u00adnung mit dem Unge\u00adlebten bis zur letzten Lebensstunde m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Doch alle diese Hilfen und \u00dcberlegungen werden vielen Menschen die bohrende Frage nicht beantworten, die Bieri in seinem Roman \u00adstellt. Was, wenn sich das Leben nicht zu einem Ganzen runden will? Wenn sich die \u201egute Ge\u00adstalt\u201c nicht mehr herstellen l\u00e4sst? Was wird aus den unverwirk\u00adlichten, den ungelebten Anteilen des Selbst? \u2013 Hier bleiben letzt\u00adlich nur pers\u00f6nliche Antworten, und ich versuche wenigstens drei Grund\u00adtypen sol\u00adcher Antworten zu nen\u00adnen.<\/p>\n<p>Die <strong>erste M\u00f6glichkeit<\/strong> ist das schonungslose, ungeschminkte Anerken\u00adnen: Ja, das war es. Ich gebe das Blatt meiner Biographie ab, mehr zu schreiben war mir in der begrenzten Zeit nicht m\u00f6g\u00adlich. Gemessen an den vie\u00adlen Gedanken, Ideen und Worten, die unge\u00adschrieben blieben, bleibt es eine Skizze, ein Essay, ein Versuch. Aber es ist mein Le\u00adben, nicht mehr und nicht weniger, und ich verantworte es. Damit kann eine bescheidene, eine tapfere, aber auch eine trotzige oder heroische Haltung verbunden sein. Die Forde\u00adrung des Existenzialismus, dem Tod ohne Tr\u00f6s\u00adtung durch illusi\u00adon\u00e4re Jen\u00adseits\u00adhoffnungen unerschrocken ins Auge zu bli\u00adcken, im Be\u00adwusst\u00adsein, das Le\u00adben aus eigener Freiheit und Ver\u00adantwortlich\u00adkeit so und nicht anders ge\u00adw\u00e4hlt zu haben, ist freilich nicht je\u00addermanns Sache. Im Verzicht auf Trost und Erleichterung, in der unumwun\u00addenen Annahme des Todes kann der Sterbende gleichwohl eine beson\u00addere W\u00fcrde reali\u00adsieren, ja selbst noch im ohnm\u00e4chtigen, aber ungebrochenen Protest gegen diese un\u00aderbittliche Bedingung der Existenz.<\/p>\n<p>Die <strong>zweite M\u00f6glichkeit<\/strong> m\u00f6chte ich die \u201eErweiterung des Selbst\u201c nen\u00adnen. Darauf zielen vor allem die Antworten der religi\u00f6sen Traditionen auf das Problem des Unvollendeten und Unerf\u00fcllten im Le\u00adben. Das individuel\u00adle Leben <em>can<\/em> sich aus dieser Sicht gar nicht zu einem Ganzen voll\u00adenden, nicht nur weil es zeitlich begrenzt, son\u00addern weil es <em>we\u00adsenhaft un\u00advollst\u00e4ndig<\/em> ist. Es besteht gar nicht f\u00fcr sich, son\u00addern entstammt einem \u00fcbergreifenden Zusam\u00admenhang, in dem es al\u00adleine seine Ganzheit gewin\u00adnen kann.<\/p>\n<p>Dieses Umgreifende, wie Jaspers es nannte, kann in verschiedener Weise gesehen werden. Den fr\u00fchesten transzendenten Zusammenhang der Menschheit stellt die Ahnen\u00adwelt dar, der der Einzelne entstammt, und in die er zur\u00fcckkehrt. In eher s\u00e4kulari\u00adsierter Form finden wir diese Idee noch immer in dem Bestreben, sich selbst in den Strom der Tradition der Familie und der Nachkommen zu stellen. \u201eGeschlagen ziehen wir nach Haus, unsre En\u00adkel fechten\u2019s besser aus\u201c \u2013 so tr\u00f6steten sich die aufst\u00e4ndischen Bauern im 16. Jahrhundert \u00fcber das Scheitern ihrer Hoffnungen hinweg. Auch in der \u00dcbernahme der Ver\u00adant\u00adwortung f\u00fcr die nachfolgenden Gene\u00adrationen, in der Anteilnahme an deren Lebensweg relativiert sich das eigene Selbst, denn etwas von uns lebt und wirkt in ihnen weiter und ge\u00adwinnt so an Ganz\u00adheit. Es ist die Haltung der \u201eGenerativit\u00e4t\u201c, die es nach Erikson im Alter einzu\u00fcben gilt \u2013 im Bewusstsein, dass die anderen immer auch M\u00f6g\u00adlich\u00adkeiten f\u00fcr mich mitleben und das realisieren k\u00f6nnen, was mir ver\u00adwehrt bleiben wird.<\/p>\n<p>In spezifisch religi\u00f6ser Weise kann die Erweiterung des Selbst in den <em>Jen\u00adseitserwartungen<\/em> vorweggenommen werden, sei es als Wiedergeburt mit dem Neubeginn der M\u00f6glichkeiten, sei es als Eingehen ins G\u00f6ttliche, das dem Selbst seine Ganzheit verleiht. In der Idee der Wieder\u00adgeburt findet das Individuum eine tr\u00f6stliche Antwort auf das Problem des Ungelebten, und nicht zuf\u00e4llig ge\u00adwinnt die\u00adser Glaube in einer Zeit der Individualisierung immer mehr Anh\u00e4nger. Demgegen\u00ad\u00fcber er\u00adscheint die Hoffnung auf die g\u00f6ttliche Gnade, die das Unvollendete voll\u00adenden und das Unerf\u00fcllte erf\u00fcl\u00adlen wird, heute vielen schon beinahe als naiv. In einer gleichwohl ber\u00fch\u00adrenden Weise hat Werner von Bergengruen die\u00adsem Ge\u00addanken 1942 in sei\u00adnem Ge\u00addicht von der \u201eHimmli\u00adschen Rechenkunst\u201c Ausdruck verliehen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was dem Herzen sich verwehrte<br \/>\nLass es schwinden unbewegt.<br \/>\nAllenthalben das Entbehrte<br \/>\nWird Dir mystisch zugelegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebt doch Gott die leeren H\u00e4nde<br \/>\nUnd der Mangel wird Gewinn,<br \/>\nImmerdar enth\u00fcllt das Ende<br \/>\nSich als strahlender Beginn.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom gesch\u00e4rften Bewusstsein f\u00fcr das Fragmentarische des Lebens in die\u00adser Zeit legen auch die Worte Dietrich Bonhoeffers Zeugnis ab, die er 1944 im Gef\u00e4ngnis schrieb: \u201eUnser Leben hat fragmentarischen Charakter \u2026 Es kommt wohl nur da\u00adrauf an, ob man dem Fragment unseres Lebens noch ansieht, wie das Gan\u00adze eigentlich angelegt und gedacht war und aus welchem Material es be\u00adsteht. Es gibt schlie\u00df\u00adlich Fragmente (\u2026), die bedeutsam sind auf Jahrhun\u00adderte hinaus, weil ihre Vollendung nur eine g\u00f6ttliche Sache sein kann (\u2026) \u2013 ich denke z.B. an die Kunst der Fuge. Wenn unser Leben auch nur ein entferntester Abglanz eines solchen Fragmentes ist, in dem wenigstens ei\u00adne kurze Zeit lang die (\u2026) verschie\u00addenen Themata zusammenstimmen, und in dem der gro\u00dfe Kontrapunkt vom Anfang bis zum Ende durchgehal\u00adten wird, so dass schlie\u00dflich nach dem Abbruch h\u00f6chstens noch der Choral \u2018Vor deinen Thron tret ich all\u00adhier\u2019 \u2013 intoniert werden kann, dann wollen wir uns auch \u00fcber unser frag\u00admentarisches Leben nicht beklagen, sondern sogar daran froh werden.\u201c<\/p>\n<p>Ein Fragment \u2013 das kann der \u00dcberrest eines urspr\u00fcnglich Ganzen und nun Zerbrochenen sein, etwa der Torso oder die Ruine; aber eben auch das un\u00advollendet gebliebene Werk eines K\u00fcnstlers, das <em>noch nicht<\/em> zu Ende Ge\u00adf\u00fchrte, das gerade als solches auf eine m\u00f6gliche Gestaltung und Vollen\u00addung verweist. Das Leben ist ein Fragment, das hei\u00dft: es ist nicht selbst das Ganze, sondern verweist auf das Umgreifende, durch das es allein ganz werden kann. So erlebt Iwan Iljitsch den Tod am Ende als Befreiung, als Erwachen von den Illusionen seines Lebens, die Schopenhauer und die in\u00addische Philosophie als \u201eSchleier der Maja\u201c bezeichnen: \u201eJa, es war alles nichts, sagte er zu sich, doch das hat nichts zu bedeuten. Aus dem Nichts kann ein Etwas werden.\u201c<\/p>\n<p>Damit gelangen wir aber noch zu einer <strong>dritten M\u00f6glichkeit<\/strong><em>. <\/em>Sie liegt im Aufgehen des Selbst im Umgreifenden der Ge\u00adgenwart \u2013 es ist letztlich die mystische Antwort auf das Problem des un\u00adgelebten Lebens. Wenn der Tod die verflie\u00dfende Lebenszeit radikal abbricht, k\u00f6nnte er dann nicht den An\u00adsto\u00df zu einer radikalen Umwen\u00addung geben, n\u00e4mlich von der Zukunft hin zum jetzigen Augen\u00adblick? Wenn die Zu\u00adkunft nicht von Dauer ist, kann dann die Gegenwart der zeitliche Modus der Ewigkeit sein, so dass sie gleichsam vertikal zur verge\u00adhenden Zeit steht?<\/p>\n<p>Viele Patienten mit einer Krebserkrankung berichten, dass sie durch ihre Krankheit gelernt haben, intensiver in der Gegenwart zu leben. Eine Pati\u00adentin schreibt: \u201eIn der Vergangenheit f\u00fchlte ich immer wieder lebhaft, dass ich nur eine Zuschauerin war, die das Drama des Lebens von den Ku\u00adlissen aus betrachtete, immer in der Hoffnung, dass ich eines Tages selbst auf der B\u00fchne ste\u00adhen w\u00fcrde. Das Leben erschien mir nur wie eine Probe f\u00fcr das \u201awirkliche Leben\u2019 vor mir. Aber was, wenn der Tod eintritt, bevor das wirkliche Leben begonnen hat?\u201c Und sie schlie\u00dft daraus: \u201eDas Leben vor mir ist vielleicht sehr kurz. Aber es ist wertvoll, vergeude es nicht! Mach jeden Tag das Beste daraus, in der Art, die Du sch\u00e4tzt! \u00dcber\u00adpr\u00fcfe Deine Werte! Schiebe nichts vor Dir her!\u201c<\/p>\n<p>Im Bewusstsein des Todes w\u00e4chst die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die \u201eDinge des Le\u00adbens\u201c, f\u00fcr Allt\u00e4glichkeiten und Sch\u00f6nheiten selbst unscheinbarer Art. Der dunkle Hintergrund des Todes vermag gleichsam die Farben des Le\u00adbens zum Leuchten bringen. Kulturen und Techniken der <em>Achtsamkeit,<\/em> die zunehmend auch in die Psychotherapie Eingang ge\u00adfunden haben, sind nicht nur der langj\u00e4hrigen Meditationspraxis vorbe\u00adhalten, sondern lassen sich auch in der letzten Lebensphase noch ein\u00ad\u00fcben. Sie f\u00f6rdern die Sen\u00adsibilit\u00e4t und Wachheit f\u00fcr die unmittelbare Ge\u00adgenwart, die aufmerksame und liebevolle Zuwendung zu den Dingen wie zu den anderen. Damit un\u00adterst\u00fctzen sie eine Haltung der Selbstrelativierung und Selbst\u00fcberschrei\u00adtung, die auch den Gedanken an das Ungelebte ihre Sch\u00e4rfe nimmt.<\/p>\n<p>Der herannahende Tod scheint zun\u00e4chst alles in seine Nichtigkeit hinein\u00adzuziehen. Doch er er\u00f6ffnet noch eine andere M\u00f6glich\u00adkeit. Gerade das letz\u00adte Mal, die letzte Wanderung an einem Fr\u00fch\u00adlingsmor\u00adgen, die Aussprache mit einem Menschen nach langer Zwietracht, die letzte gemeinsame Mahl\u00adzeit mit ei\u00adnem Freund \u2013 all das kann den unzerst\u00f6rbaren Geschmack des Le\u00adbens selbst an\u00adnehmen. In dem Er\u00adlebnis dieses letzten Beisammenseins kann sich, so schreibt Robert Spaemann, das Ge\u00adf\u00fchl f\u00fcr eine Kostbar\u00adkeit verbergen, die das Ereignis dem Sog der Ver\u00adg\u00e4nglichkeit ent\u00adrei\u00dft: \u201eEin Gef\u00fchl \u201aEs ist gut so\u2019, das sich durch das bevor\u00adstehende Ende des Le\u00adbens &#8230; nicht bedroht sieht, sondern dadurch \u00fcber\u00adhaupt erst er\u00adwacht\u201c. Diese G\u00fcltigkeit wird auch durch den Fortgang der Weltzeit nicht aufgehoben: \u201eEs ist gut und wird gut bleiben, dass die\u00adser fl\u00fcchtige Au\u00adgenblick war &#8230; Die Nichtigkeit des in der Zeit Unter\u00adgehenden verwandelt sich in Kostbar\u00adkeit.\u201c Sinn ist diese \u201eim Bewusstsein der Endlichkeit geh\u00e4rtete Bedeut\u00adsam\u00adkeit\u201c.<\/p>\n<p>Dies sind die mystischen Antworten auf die Frage nach dem ungelebten Leben. Einen bleibenden Ausdruck haben sie in Buddhas Parabel von der Beere ge\u00adfun\u00adden, die am Schluss dieser selbst fragmentarischen \u00dcberlegun\u00adgen stehen soll: Ein Mann, der \u00fcber eine Ebene reiste, stie\u00df auf einen Tiger. Er floh, den Tiger auf seinen Fersen. Da tat sich vor ihm ein Abgrund auf. In seiner Not suchte er Halt an der Wurzel eines wil\u00adden Weinstocks und schwang sich \u00fcber die Kante. Der Tiger beschnupperte ihn von oben. Zitternd schaute der Mann hinab, wo weit unten ein anderer Tiger dar\u00adauf wartete, ihn zu fressen. Nur der Wein hielt ihn noch. Doch nun sah er zu sei\u00adnem Schrecken zwei M\u00e4use, eine wei\u00dfe und eine schwarze, die sich daran machten, nach und nach die Weinwurzel durchzu\u00adnagen. In diesem Augen\u00adblick erblickte der Mann eine saftige Erdbeere neben sich. W\u00e4hrend er sich mit der einen Hand am Wein festhielt, pfl\u00fcckte er mit der ande\u00adren die Erdbeere. 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