{"id":32436,"date":"2023-07-17T14:37:20","date_gmt":"2023-07-17T12:37:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=fremdenzimmer-vernissage"},"modified":"2026-01-16T15:43:40","modified_gmt":"2026-01-16T14:43:40","slug":"vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/","title":{"rendered":"Vernissage der Ausstellung Fremdenzimmer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: 400.000 bis 500.000 Tote soll es inzwischen in Syrien geben. Vor zwei Monaten ist der Nuntius des Papstes in Syrien, Mario Zenari, zum Kardinal erhoben worden. Im gro\u00dfen Interview nach seiner Ernennung hat Mario Zenari, seit 2008 in Syrien, gro\u00dfe Kritik ge\u00fcbt an den Gro\u00df- und Regionalm\u00e4chten, die hier Stellvertreterkriege f\u00fchren: \u201eDas, was man nicht sieht\u201c \u2013 Zitat Mario Zenari \u2013 \u201edie gr\u00f6\u00dften Sch\u00e4den sind die Bomben, die in die Seelen eingedrungen sind, in die Herzen der Kinder, die so viel Gewalt gesehen haben. In ein paar Jahren wird man diese Geb\u00e4ude, die Infrastrukturen wieder aufbauen. Wie aber kann man die Herzen, die Seelen dieser Kinder wieder heilen, die solch tiefe Wunden davongetragen haben. Das ist eine Herausforderung f\u00fcr alle Religionen in Syrien, dieser Wiederaufbau der Seelen.\u201c Und dann mit einem sehr bewegenden Bild, er trage das Blut der unschuldig Get\u00f6teten, das noch an seinen Schuhen klebe, direkt vor das Petrusgrab in Rom.<\/p>\n<p>Heute Abend geht es nicht um eine politische Diskussionsrunde, um den Islam oder den interreligi\u00f6sen Diskurs, sondern um Bilder, um Fotografien, auch um innere Bilder. Und um ein Buch, in dem die Bilder zu sehen sind, die in gro\u00dfen Formaten bei uns an den W\u00e4nden h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Herr Warning, Sie sind der Autor des Buches und leben mit Ihrer Gattin in Roitham, dem wunderbar romantischen Ort des Chiemgau, in dem pl\u00f6tzlich die 16 Syrer aufgetaucht sind, von denen Sie erz\u00e4hlen. Hatten Sie eigentlich vorher ein eigenes inneres Bild von Syrien?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Ich kannte die syrischen Kirchenv\u00e4ter, die ganz fr\u00fchen Syrer sozusagen. Mir war auch klar, dass dort die Griechen waren, die R\u00f6mer. Aber Syrien selbst war Terra incognita f\u00fcr mich. Das hat auch etwas mit unseren Besuchen in Israel zu tun. Da war Syrien immer das Land, das geradezu tabuisiert war. Heute habe ich Syrien durch die Verbindung zu den 16 Menschen, die damals kamen, richtiggehend entdecken k\u00f6nnen und es sehr bereut, nie dorthin gereist zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Herr Kapitza, Sie verbinden schon in Ihrer Person verschiedene Welten: einen deutschen Vater, eine japanische Mutter. So sind Sie in zwei Welten aufgewachsen, in Japan und Deutschland oder Bayern. Auch eine Frage nach Ihren pers\u00f6nlichen Bildern: \u00dcberschneiden die sich, tr\u00e4umen Sie japanisch, tr\u00e4umen Sie deutsch? Haben Sie japanische Bilder im Kopf, innere, oder deutsche, westliche?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Enno Kapitza<\/strong>: Eine sehr gute Frage. Ich tr\u00e4ume tats\u00e4chlich auf Deutsch, und in vielen Bildern, aber nie auf Japanisch. Japanisch war aber meine erste Sprache als Kind, aber mit einem Germanisten als Vater ist es unausweichlich, dass Deutsch sozusagen meine Vatersprache ist. Japanische Bilder habe ich nat\u00fcrlich in mir. Diese Bilder sind sehr unbewusst. Ich versuche aber, keine japanische Bildsprache in meine Fotos zu bringen, vielleicht auch unbewusst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Sie beide wurden nun konfrontiert mit den 16 Syrern. Was waren Ihre ersten Erfahrungen? Sie, Herr Warning, hatten begonnen und haben bald Herrn Kapitza mit eingef\u00fchrt in Ihre neue Gemeinschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Nein, das war nicht ich, sondern die Verlegerin, Frau Sieveking, die uns zusammenspannte. Wir kannten uns \u00fcberhaupt nicht, haben aber sp\u00e4ter festgestellt, dass ich im gleichen Ort gro\u00df geworden bin, in dem Enno heute lebt, in Gr\u00e4felfing. Enno kam, und meine Frau und ich hatten die Syrer in der ehemaligen Pension vorher gebeten: Der Fotograf kommt morgens um 9 Uhr, bitte seid p\u00fcnktlich, seid bitte wach und steht auf. Damals wussten wir noch nicht, dass es unterschiedliche Zeitverst\u00e4ndnisse gibt. Es gibt ein \u201esyrisches Zeitverst\u00e4ndnis\u201c, das ich an einem Beispiel erkl\u00e4ren will: Wenn man bei uns eingeladen wird, zum Beispiel um Sieben, dann kommen wir hier sp\u00e4testens Viertel nach Sieben; ab da beginnt es, sehr unh\u00f6flich zu werden. Aber in Syrien kann man dann auch abends um Elf kommen. Das ist nicht unh\u00f6flich. Deshalb werden dort die Speisen auch so zubereitet, dass sie \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum genie\u00dfbar sind. Enno, jetzt m\u00fcsstest du weitererz\u00e4hlen. Er kam um neun, und dann\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Enno Kapitza<\/strong>: Es gab ja vorher bereits ein erstes Kennenlernen. Ich ging mit meiner Frau Ulrike und mit Sabine und Wilhelm hoch zur Gruberalm. Die beiden haben uns vorgestellt, wir wurden gleich mit Tee und Kaffee begr\u00fc\u00dft. Ja, und dann kam eben dieser erste Foto-Tag, an dem ich sogar viel zu fr\u00fch dort war. Die Bewohner der Pension kamen alle ziemlich verschlafen aus ihren Zimmern. Aber weil wir uns schon kannten, war kein Herantasten mehr n\u00f6tig, sondern wir waren dann gleich mittendrin im Fotografieren. Ich war wirklich \u00fcberrascht, wie unmittelbar sich diese M\u00e4nner auf das Projekt eingelassen haben. Weil ich jeden Einzelnen zu einer Portr\u00e4tsitzung gebeten hatte, war es in Ordnung, dass der letzte Langschl\u00e4fer am Nachmittag irgendwann aus seinem Zimmer herauskam. Aber der traurige Hintergrund ist der, das haben mir sp\u00e4ter Sabine und Wilhelm Warning erz\u00e4hlt, dass etliche die N\u00e4chte durchwachen, weil sie von Alptr\u00e4umen geplagt sind und nicht schlafen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Das sind ihre inneren Bilder, genau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Enno Kapitza<\/strong>: Umso erstaunlicher fand ich, mit welcher Ruhe und Gelassenheit sie sich auf die Foto-Termine eingelassen haben, und wie klar und konzentriert sie dabei waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Sie sprechen von Portr\u00e4tsitzungen. H\u00e4ufig wird einer einzeln gezeigt, der in die Ferne blickt. Da kann man Sehnsucht oder was immer ahnen. Haben Sie gesagt, stellt euch mal da hin, und dann haben Sie 200 Aufnahmen gemacht und die beste ausgesucht?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Ich hatte tats\u00e4chlich gedacht, dass ich mit jedem einen halben Tag verbringe, was nat\u00fcrlich v\u00f6llig unrealistisch war. Jede Sitzung dauerte ungef\u00e4hr nur eine halbe, dreiviertel Stunde. Die Umgebung dort ist eine tolle Landschaft, ein Bilderbuchbayern. Wir gingen spazieren und haben dann Orte gefunden, wo ich jemanden gebeten habe, sich f\u00fcr ihn passend zu positionieren. Aus solchen Momenten heraus sind dann Portr\u00e4ts entstanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Kamen bei solchen Gespr\u00e4chen auch die inneren Bilder hoch? Sie, Herr Warning, erz\u00e4hlen immer wieder von den entsetzlichen, grausamen Bildern, die sie Ihnen auf ihren Handys gezeigt haben. Aber auch von den Bildern einer guten Vergangenheit. Mir ist beim Lesen des Buches aufgefallen: Zumindest zwei sind ganz stolz auf ihr gro\u00dfes deutsches Auto. Wir w\u00fcrden von einer gut situierten Situation sprechen. Und immer wieder die enge Beziehung zur Familie, zum Beispiel bei Issam, der Vater, der zu Hause im Rollstuhl sitzt und dem er nicht helfen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Zun\u00e4chst einmal habe ich Enno beneidet, der ohne Sprache Bilder gemacht hat, die die Tiefe der Personen f\u00fcr mich oft frappierend zum Ausdruck bringen. Mir hat das sehr geholfen, meine Bilder, meine Portraits der Menschen zu schreiben. Denn es gibt die Bilder, die sie mir erz\u00e4hlt haben, und es gibt die Bilder, die sie innen mit sich tragen, und es gibt Bilder, die symbolisch f\u00fcr etwas stehen wie zum Beispiel Autos. In Syrien ist das Auto ein Luxusartikel. Autos kosten ein Vielfaches mehr als in Deutschland und sie bedeuten auch viel mehr. So war der wei\u00dfe BMW in der Geschichte des einen syrischen Br\u00fcderpaars das letzte Geschenk des Vaters, der an Krebs starb. Mit diesem wei\u00dfen BMW fahren seine f\u00fcnf Kinder in die Caf\u00e9s in Damaskus. Und dieser Wagen wird zum Symbol der Beziehung zum Vater und der Zerst\u00f6rung auch der inneren Werte. Denn im Krieg wird das Auto von der Rakete eines Fliegers getroffen und geht in Flammen auf. Ob das jetzt ein amerikanischer Flieger war, weil man dachte, die IS-Leute fahren mit dem wei\u00dfen BMW, oder ob es eine Fassbombe al-Assads war, ist egal: Denn diese kleine Geschichte zeigt, dass alles, was diesen Menschen lieb und teuer war, zerst\u00f6rt worden ist. Und das gilt nicht nur f\u00fcr das Br\u00fcderpaar, sondern f\u00fcr fast alle Leute in Syrien. Damit sind wir bei den inneren Bildern. Ich hatte nat\u00fcrlich auch in mir Bilder, die bei den Erz\u00e4hlungen der Syrer entstanden sind, die aber oft \u00fcberhaupt nicht das getroffen haben, was sie mir erz\u00e4hlt haben. Es gab immer wieder ein \u201elost in translation\u201c.<\/p>\n<p>Aber es gab auch jene Bilder, die sie auf ihren Smartphones mit sich tragen, und die von den vielfachen Verletzungen zeugen, \u00fcber die die meisten nicht sprechen k\u00f6nnen, aber sie dann immer wieder durchscrollen, vielleicht auch, um den Schrecken zu entzaubern.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nicht erz\u00e4hlen, was da zu sehen ist. Absoluter Horror. Hier wird sehr viel vom Horror des IS gesprochen; ich kann nur sagen, der Horror von Assad und seinen Kombattanten und den Banden, die er in Lohn und Brot setzt, ist mindestens so f\u00fcrchterlich, so unmenschlich, so brutal, so widerlich, so menschenverachtend und so abscheulich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Herr Kapitza, wir haben gerade daran erinnert: Das Smartphone ist wohl der wichtigste Gegenstand, den die Gefl\u00fcchteten bei sich haben. Sehe ich es recht, dass Sie nie einen der Syrer mit Smartphone fotografiert haben? Wollten Sie nicht in die Intimsph\u00e4re eindringen, oder gab es einen anderen Grund?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Enno Kapitza<\/strong>: Anders als bei uns, wo mittlerweile das Smartphone an jedem Abendessentisch danebenliegt, haben die M\u00e4nner bei den Begegnungen ihre Smartphones einfach weggesteckt. Es wurde nie draufgeschaut. Es war ein Zeichen von Respekt, dass sie voll und ganz da waren. Ich habe sie tats\u00e4chlich nie am Smartphone gesehen in dem Moment des Fotografierens. Ich glaube, das machen sie in ihren Zimmern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Damit wir uns ein wenig erholen k\u00f6nnen von diesen schlimmen Erinnerungen, eine Frage nach den inneren Bildern von Deutschland, die die Menschen in Syrien im Kopf hatten. Alaa, ein Fan des FC-Bayern, hat in Syrien alle deutschen WM-Spiele im Fernsehen angesehen und m\u00f6chte unbedingt Philipp Lahm einmal direkt begegnen: Der war sogar schon einmal in der Allianz-Arena \u2013 das haben wahrscheinlich Sie organisiert\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Nein, das hat er von selbst organisiert, der erste Ausflug \u00fcberhaupt, den er gemacht hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Mahmoud, sein Kollege, ist umgekehrt Fan von Lionel Messi. Und der Student Nadin, ein Kurde, hat noch in Syrien Neuschwanstein und das Brandenburger Tor gezeichnet. Waren das reine Wunschvorstellungen oder hatten die etwas mit der Wirklichkeit zu tun?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Ich glaube, sie haben sich viel mehr erhofft. Man muss sich Syrien als sehr abgeschlossenes Land vorstellen. Auslandsreisen gab es dort nur f\u00fcr wenige. Man ging nach Saudi-Arabien zum Arbeiten \u2013 das zieht sich auch durch das Buch \u2013, weil es in den letzten Jahren in Syrien eine Wirtschaftskrise gab. Aber die meisten sind praktisch niemals \u00fcber die Staatsgrenzen hinausgekommen. Das ist auch eine Erkl\u00e4rung, warum viele keinen Pass haben. Es blieb Beirut, der Libanon; da sind sie hingefahren, dort ist es relativ \u00e4hnlich. Deshalb entsprachen die Vorstellungen von Deutschland sicherlich nicht der Realit\u00e4t. Die Vorstellung einer Offenheit Deutschlands und einer Humanit\u00e4t, die ihnen hier entgegenfluten w\u00fcrden, und auf die sie gehofft hatten \u2013 die sind jetzt fast g\u00e4nzlich zerstoben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Herr Kapitza, was war anders, als wenn Sie \u00d6sterreicher oder Bayern in einer fremden Umgebung fotografiert h\u00e4tten, in die man sich einfinden musste?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Enno Kapitza<\/strong>: Zun\u00e4chst, die wenigsten konnten \u00fcberhaupt Englisch, manche auch ein paar Brocken Deutsch. Die meisten Portr\u00e4tsitzungen waren deshalb fast nonverbal, rein mit Gesten. So hatte sich alles sehr schnell reduziert auf eine ganz klare Begegnung. Anders als vielleicht bei jemandem, dem ich zehn Minuten Zeit abtrotzen kann f\u00fcr ein Foto, und der vielleicht noch, wenn er irgendwie im Stress ist, dann genervt wird. Es war f\u00fcr mich als Fotograf schon au\u00dfergew\u00f6hnlich, dass jeder so anwesend war im Hier und Jetzt. Selten habe ich so klare Menschen erlebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Gehen wir mal bei den inneren Bildern in die andere Richtung. Einer, Al Ahmad, hat mit seinen Eltern in Saudi-Arabien f\u00fcr drei Jahre gelebt. Die Mutter durfte nicht aus dem Haus gehen, also eine v\u00f6llig andere Situation. Gibt es innere Bilder der, in der alten Sprache w\u00fcrde man sagen, arabischen Bruderstaaten um Syrien herum, oder wurde das Thema gar nicht angesprochen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Es wurde nicht angesprochen. Das l\u00e4uft auf zwei Ebenen. Es gibt eine grunds\u00e4tzliche Verbindung kraft der Sprache. Die Sprache spielt eine zentrale Rolle im Arabischen, weil sie ja das Wort, die Offenbarung Gottes ist im Koran. Aber andererseits grenzen sich die Staaten schon sehr stark ab. Es gibt auch eine Form nationalen Stolzes: Syrien ist schon die Spitze, und dann kommt lange nichts, und dann kommen die anderen Staaten\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Das passt dann ja ganz gut zu Bayern?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Ja, es gibt schon ein Selbstverst\u00e4ndnis als Syrer. Nat\u00fcrlich ist der Staat ein k\u00fcnstliches Gebilde, von den Franzosen und den Engl\u00e4ndern so gezogen. Deshalb ist es nicht homogen und auch schwierig, ein Land mit vielen Minderheiten. Letztlich hat der Nationalismus damit zu tun. Den Libanon etwa sehen manche Syrer als ihr Gebiet, weil der Libanon von den Franzosen abgetrennt wurde. Es ist also schwierig mit den inneren Bildern Arabiens, und nat\u00fcrlich h\u00f6rt auch unser Ohr die verschiedenen Dialekte nicht heraus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Kommen wir zu einem anderen vielleicht schwierigen Thema. 16 M\u00e4nner und keine Frau. Mahmoud hatte jetzt immer noch eine Freundin in Syrien, mit der er per Smartphone kommunizierte. Aber die Beziehung scheint zu Ende gegangen zu sein\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: \u2026genau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Die beiden Br\u00fcder Kaisa und Ryfad sind verheiratet. Ryfad hat eine Tochter, die er bisher noch nicht sehen konnte. Wo holt man sich in der Situation Ablenkung oder Zuwendung? Es sind M\u00e4nner zwischen 19 und 39 Jahren. Welche Bilder von Frauen begleiten sie?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Ich wei\u00df das nur aus Facebook. Manche posten nat\u00fcrlich irgendwelche tollen Stars. Aber man sollte wissen, dass sie aus einer Familienstruktur kommen, in der der Mann alles organisiert und die Verantwortung tr\u00e4gt. Jetzt h\u00e4ngen sie nachts oder tags\u00fcber am Smartphone, weil das die Nabelschnur zur Familie ist. \u00dcber Whatsapp geht das kostenlos, sonst k\u00f6nnten die sich das gar nicht leisten.<\/p>\n<p>Sie dachten, dass der Familiennachzug nicht besonders schwierig ist. Sie sind bewusst alleine gekommen, weil sie diese unglaublich gef\u00e4hrliche \u00dcberfahrt \u00fcber das Meer im Herbst den Kindern und Frauen nicht zumuten wollten. Und jetzt sitzen sie da und m\u00fcssen \u00fcber diese Nabelschnur Smartphone erleben, dass sie nicht tun k\u00f6nnen. Das ist bis heute so.<\/p>\n<p>Dazu kommt, dass zum Beispiel einer \u00fcber ein halbes Jahr \u2013 das ist eine Geschichte, die mich sprachlos macht in ihrer Inhumanit\u00e4t \u2013 auf seinen Bescheid gewartet hat, weil das BAMF angeblich so lange seine Papiere gepr\u00fcft hat. Endlich ist dieser Bescheid gekommen, er hat jetzt subsidi\u00e4ren Schutz, das hei\u00dft, ein Jahr mit dem zeitlichen Verbot, die Familie nachzuholen. Der ist vollkommen am Ende, psychisch, physisch. Und jetzt hat man ihm noch gesagt, er muss, weil er keinen Pass hat, einen bei der syrischen Botschaft in Berlin beantragen und abholen, einen syrischen Pass, weil er einen Pass haben muss, wenn er in Deutschland leben will. Das kostet nicht nur 400 Euro, die er nicht hat, sondern er muss nun an den Ort fahren, von dem die Bedrohung f\u00fcr ihn ausgeht, zu den Vertretern des Assad-Regimes, vor denen er geflohen ist. Die Botschaft ist ja Territorium des syrischen Staates. Da reicht meine Phantasie nicht, um mir ein Bild zu machen. Ich kann nur vermuten, dass es politisch gewollt ist, den Leuten das Leben hier so schwer wie m\u00f6glich zu machen, und das finde ich schamlos.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Herr Kapitza, Ihr Eindruck, wenn Sie als Fotograf zu den 16 M\u00e4nnern gekommen sind? Hat man mal \u00fcber Frauen gesprochen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Enno Kapitza<\/strong>: Beim ersten Treffen war meine Frau Ulrike dabei, und es war eine sehr respektvolle Begegnung. Wir haben danach nie wieder \u00fcber Frauen gesprochen. Im Gegenteil, ich hatte das Gef\u00fchl, dass sie in einer inneren Verbindung nach Syrien leben. Die Wahrnehmung ihrer momentanen Situation und ihrer Umwelt ist sehr eingeschr\u00e4nkt, auch ihr Blick auf Frauen. Es dreht sich wirklich alles um diese Nabelschnur, die Verbindung nach Hause, zu ihren Frauen, M\u00fcttern, T\u00f6chtern. Nat\u00fcrlich schaut sich jeder gerne h\u00fcbsche Frauen an, gerade junge M\u00e4nner. Aber ich hatte nicht das Gef\u00fchl, dass das hier ein gro\u00dfes Thema ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Anderes Thema: Religionen. Wenn ich es richtig gelesen habe, Herr Warning, haben Sie selten \u00fcber Religionspraxis mit den 16 Syrern gesprochen. Aber was immer wieder als selbstverst\u00e4ndlich auftaucht, sind einzelne Kontakte zu anderen Religionen. Khalid hat mit Christen Ostern gefeiert. Von Bei Aziz Al-Sawa, dem Pferdefl\u00fcsterer, hei\u00dft es, die Eltern h\u00e4tten Aram\u00e4isch gesprochen. Waren das syrisch-orthodoxe Christen? Oder Hassan von Chamischli, der viele Christen in seinem Ort getroffen hatte, die am Ende des Osmanischen Reiches geflohen waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Ich hatte sie einmal mitgenommen in eine Kirche und habe etwas erkl\u00e4rt. Dann hat eben jener, der mit seinen christlichen Freunden auch Ostern gefeiert hat, gesagt, was erkl\u00e4rst du denn, ich wei\u00df das ja alles. Religion ist nicht wirklich das zentrale Thema. Vielmehr wird die ganze Vielfalt des syrischen Landes deutlich, weil es viele Minderheiten gibt, unterschiedliche Religionen oder Konfessionen, Sunniten und Schiiten, Alawiten, Jesiden, Drusen und nahezu alle christlichen Konfessionen. Dar\u00fcber sprechen wir schon, und sie wissen, dass ich praktizierender Christ bin, und akzeptieren das auch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Herr Kapitza, haben Sie in Ihrer Karriere als internationaler Fotograf auch religi\u00f6se Szenen gefilmt, religi\u00f6se Praktiken und Riten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Enno Kapitza<\/strong>: Ich war jetzt in Nepal, in einem buddhistischen Hochtal, dort haben wir einige Riten fotografiert, also betrachtet. Vor nun fast schon 20 Jahren war ich mal beim Dalai Lama. Dort in Dharamsala durften wir buddhistische Meditation und Praktiken begleiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Biegen wir in die Zielgerade ein. Wir hatten am Anfang von den Traumbildern Deutschlands gesprochen. Kommen wir zu den konkreten Bildern, den Erfahrungsbildern: Ein sch\u00f6nes Foto haben Sie im Buch, Gott sei Dank. Es zeigt Walid, den Gitarrenspieler, der von einem unbekannten Mann in M\u00fcnchen eine Gitarre geschenkt bekommen hatte. Die Gitarre, die man auf den Bildern sieht, das ist wahrscheinlich diese geschenkte Gitarre.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Es gibt nat\u00fcrlich auch positive Bilder, nicht nur die Gitarre. Zum Beispiel sind wir auf einen Berg gegangen mit Mahmoud, der ein junger kr\u00e4ftiger Zeitgenosse ist. Und dann sa\u00dfen wir oben und er schaute und war ganz still. Wir haben gefragt: Bist du traurig? Er: Nein, es ist so unfassbar sch\u00f6n hier.<\/p>\n<p>Ein anderes Bild ist, dass sie bei Menschen willkommen sind, sozusagen in die Familie aufgenommen. Aber immer bleibt ein St\u00fcck Unsicherheit und Angst, dass sie nicht ernst genommen und abgelehnt werden. Manchmal ist es das Gef\u00fchl eines tiefen Minderwertigkeitskomplexes, sie haben Angst, irgendetwas zu tun oder zu sagen, was man falsch beurteilen k\u00f6nnte. Aber grunds\u00e4tzlich gibt es viele Momente der Gemeinsamkeit, auch des Feierns. Etwa in der \u00f6rtlichen Pfarrei, jetzt gerade vor Weihnachten. Die 16 syrischen M\u00e4nner haben die Pfarrei eingeladen und bereiten ein gro\u00dfes Essen f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Insofern ist das Bild Deutschlands nat\u00fcrlich differenziert, und je l\u00e4nger sie hier bleiben, desto differenzierter wird es. Aber im Zentrum steht immer, das wird in Enno Kapitzas Bildern auch deutlich, eine Form von Trauer, eine Verschleierung. Sie tragen etwas mit sich, was zerbrochen ist. Dass wird sehr lange dauern, oder vielleicht auch gar nie vergehen. Denn was sie erlebt haben, ist so heftig, dass man sich manchmal denkt, wie viel Kraft sie haben m\u00fcssen, dass sie all das \u00fcberstehen und dass sie so sind, wie sie heute sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Herr Kapitza, haben sie auch unterschiedliche Gem\u00fctslagen bei ihren Fototerminen mitbekommen? Wie h\u00e4ufig waren Sie denn \u00fcberhaupt da?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Enno Kapitza<\/strong>: Nat\u00fcrlich sind alle 16 syrische M\u00e4nner wie jeder Mensch komplett unterschiedlich. Einer geht aus sich heraus, der andere ist zur\u00fcckgezogen; einer ist still und traurig, der andere kann alles \u00fcberspielen. Ich hatte immer das Gef\u00fchl, dass jedes Mal, wenn ich jemanden traf, ein innerlicher Anlauf stattfand: Jetzt muss ich da sein, jetzt muss ich mit dem Fotografen reden. Also aus einem sich-Verschalen heraustreten. Das konnten sie aber sehr gut. Richtige Trauer habe ich in meinen Begegnungen nicht gesp\u00fcrt. Das wird dir anders ergangen sein, Wilhelm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Ich habe mal gesagt, ihr habt immer ein Moment der Traurigkeit. Sie haben geantwortet, ja, das ist ja auch kein Wunder, das haben wir alle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Frau Warning, Sie waren wahrscheinlich eine der wenigen Frauen, mit denen die Syrer von Anfang an Kontakt hatten. Welchen Eindruck von diesen 16 M\u00e4nnern gewannen Sie?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sabine Warning<\/strong>: Einen sehr unterschiedlichen \u2013 je nachdem, ob sie aus l\u00e4ndlicher Gegend kommen, wo sie sehr traditionell aufgewachsen sind, oder aus St\u00e4dten. Das ging bis zum Handgeben. Bei den st\u00e4dtischen Syrern war es gar kein Problem, bei denen vom Land war mehr Distanz sp\u00fcrbar. Am einfachsten war es f\u00fcr mich als Frau, dass wir bei den Jungen gesagt haben, wir sind Mama und Papa, und damit war ich Mama Sabine und konnte sie in den Arm nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Ich darf noch kurz etwas zu der Bezeichnung \u201eMama\u201c und \u201ePapa\u201c sagen. Sie ist ein Zeichen des Respekts. Man spricht niemand mit dem Vornamen an, der \u00e4lter ist, und die \u00c4lteren werden gesiezt, so, wie das fr\u00fcher auch bei uns in Deutschland vorkam. Deshalb haben wir die Beinamen Mama und Papa bekommen. Aber f\u00fcr manche sind wir es wirklich, ersatzweise.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Eine letzte Frage. Vom J\u00fcngsten, Rami, der vielleicht eine Ausbildung als Elektriker anfangen m\u00f6chte, erz\u00e4hlen Sie, dass er stumm bleibt, er auch keine Fotos zeigt. Kann ich mich eigentlich auch vor Bildern sch\u00fctzen? Zun\u00e4chst eine Frage an den Fotografen. Die Kraft der Bilder, der \u00e4u\u00dferen Bilder und der Bilder, die ich in mir trage, der Bilder, die ich auf dem Smartphone immer wieder zur\u00fcck und vorw\u00e4rts scrolle: Welche Kraft haben die Bilder, und gibt es eine Gegenkraft, sich gegen Bilder zu immunisieren?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Enno Kapitza<\/strong>: Das kann ich nicht ann\u00e4hernd nachvollziehen, weil die schrecklichen Dinge, die Rami erlebt hat, mir nie widerfahren sind. Ich wei\u00df nicht, wie lange solche Bilder in einem fortarbeiten. Ich wurde einmal \u00fcberfallen hier in M\u00fcnchen auf der Stra\u00dfe. Das Bild ist mir lange nachgehangen, das Bild, aber es ist bei Weitem nicht so etwas, wie wenn alles um einen herum zerf\u00e4llt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Es gibt ja nicht nur die zerst\u00f6rerische Kraft der Bilder, sondern auch die rettende Kraft. Wir sind wieder beim wei\u00dfen BMW und beim Mercedes 190. Die Bilder k\u00e4mpfen in unserem Innern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Absolut. Es gibt gute Bilder. \u00dcbrigens ganz \u00e4hnlich wie beim Erz\u00e4hlen. Es gab Interviews, wo ich am Schluss dachte, obwohl ich beruflich sehr viel Erfahrung miteinbringen konnte, wie soll ich da je eine Geschichte erz\u00e4hlen, weil ich so wenig erfuhr. Es gab viele kulturelle Codes, die wir am Anfang nicht verstanden haben. Von sich etwas zu erz\u00e4hlen ist in Syrien nur innerhalb der Familie oder unter Freunden \u00fcblich, aber auch da mit Vorsicht. Ganz einfach deshalb, weil dieses Land \u00fcber eine sehr lange Zeit eine Diktatur war. Es gibt mehrere Geheimdienste, die jeweils spezielle Bev\u00f6lkerungsgruppen bespitzeln. Deshalb dringen Bilder nicht nach drau\u00dfen, in die \u00d6ffentlichkeit. \u00dcberlebt haben die Menschen seit vielen Generationen immer im Klan und in der Familie, weil man sich da gegenseitig geholfen hat. Was wir Zivilgesellschaft nennen, funktioniert dort nur im Ansatz, und h\u00e4tte sich vielleicht entwickeln k\u00f6nnen, w\u00e4re dieser Ansatz nicht mit brutaler Gewalt von Assad niedergemacht worden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Zum Schluss m\u00f6chte ich auf den \u00e4ltesten der 16 zur\u00fcckkommen, auf Salem, der aus Aleppo stammt. Sie, Herr Warning, bringen eine Art Traumsequenz, wenn Sie von Salem erz\u00e4hlen, der \u00fcber den D\u00e4chern von Aleppo steht und diese wunderbare Stadt, dieses Weltkulturerbe, betrachtet, und die Wirklichkeit ist ganz anders. Wir haben viel \u00fcber die inneren Bilder der Syrer gesprochen. Aber mal ganz pers\u00f6nlich gefragt: Welches Bild eines Ortes oder einer Landschaft tr\u00e4gt denn Ihre Identit\u00e4t?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Ich wurde als Kind, weil ich Heuschnupfen hatte, an die Nordsee geschickt, auf die Insel Amrum, und habe sehr Heimweh gehabt. Es stieg ins Unermessliche, weil abends \u2013 man musste um halb acht einschlafen \u2013 irgendwo eine Kurkapelle oder ein Blasorchester spielte. Blasorchester war f\u00fcr mich Bayern, die haben losgelegt, und ich habe losgelegt zu heulen. Da lag ich jeden Abend heulend da. Heimat? Ja, nat\u00fcrlich Bayern. Also, eine der vielen Heimaten. Ich k\u00f6nnte auch sagen, Griechenland. Ich k\u00f6nnte auch sagen, Italien. Ich k\u00f6nnte auch sagen, Schubert. Ich k\u00f6nnte auch sagen, Mozart oder Bach. Ich k\u00f6nnte auch sagen, 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, das, was mich umgibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Das 20. Jahrhundert ist ein arg gef\u00e4hrliches Jahrhundert, da gab es so viele Morde und Verbrechen wie nie\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wilhelm Christoph Warning<\/strong>: Aber ich bin ein Mensch dieses 20. Jahrhunderts und zu Hause in seiner Kultur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Herr Kapitza, Sie k\u00f6nnen wahrscheinlich w\u00e4hlen zwischen Japan und Deutschland?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Enno Kapitza<\/strong>: Mittlerweile jetzt, im reiferen Alter sozusagen, f\u00e4llt mir die Wahl sehr leicht. Fr\u00fcher als Kind fand ich es sehr schwierig, mich zu entscheiden, was f\u00fcr mich Heimat ist. Jetzt habe ich tats\u00e4chlich, wie Sie sagen, das Privileg, zwei Heimaten zu haben. Wenn ich nach Tokio komme, f\u00fchle ich mich zuhause, sobald ich dort die Stra\u00dfenger\u00fcche wahrnehme, die Nudelk\u00fcchen, und Gark\u00fcchen, wenn ich die Ger\u00e4usche, die Sprache h\u00f6re, f\u00fchle ich mich zuhause, und genauso hier auch in M\u00fcnchen. Eigentlich ist M\u00fcnchen meine Heimat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller<\/strong>: Ich m\u00f6chte schlie\u00dfen mit einem Satz des Fans von Philipp Lahm. Der sagt im Buch: \u201eIch hatte ja keine Wahl. Ich habe schlimme Bilder gesehen. Vielleicht werde ich eines Tages die Bilder los. Ich wei\u00df es nicht. Sie geh\u00f6ren jetzt wohl zu meinem Leben. Geh\u00f6rt Deutschland zu meinem Leben? Auch das wei\u00df ich nicht\u201c. Herr Warning, Herr Kapitza, ganz herzlichen Dank f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Talk about refugee biographies<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":117884,"menu_order":1611,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32436","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-n-a"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Vernissage der Ausstellung Fremdenzimmer - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Vernissage der Ausstellung Fremdenzimmer - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Gespr\u00e4ch \u00fcber Fl\u00fcchtlingsbiographien\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-01-16T14:43:40+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Kapitza_Quer_002_web-scaled.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"2560\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1440\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"24 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\\\/\",\"name\":\"Vernissage der Ausstellung Fremdenzimmer - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Kapitza_Quer_002_web-scaled.jpg\",\"datePublished\":\"2023-07-17T12:37:20+00:00\",\"dateModified\":\"2026-01-16T14:43:40+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Kapitza_Quer_002_web-scaled.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Kapitza_Quer_002_web-scaled.jpg\",\"width\":2560,\"height\":1440,\"caption\":\"Portrait syrischer Fl\u00fcchtlinge\"},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Vernissage der Ausstellung Fremdenzimmer\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Vernissage der Ausstellung Fremdenzimmer - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"noindex","follow":"follow"},"og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Vernissage der Ausstellung Fremdenzimmer - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Gespr\u00e4ch \u00fcber Fl\u00fcchtlingsbiographien","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2026-01-16T14:43:40+00:00","og_image":[{"width":2560,"height":1440,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Kapitza_Quer_002_web-scaled.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"24 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/","name":"Vernissage der Ausstellung Fremdenzimmer - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Kapitza_Quer_002_web-scaled.jpg","datePublished":"2023-07-17T12:37:20+00:00","dateModified":"2026-01-16T14:43:40+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Kapitza_Quer_002_web-scaled.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Kapitza_Quer_002_web-scaled.jpg","width":2560,"height":1440,"caption":"Portrait syrischer Fl\u00fcchtlinge"},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vernissage-der-ausstellung-fremdenzimmer-gespraech-ueber-fluechtlingsbiographien\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Vernissage der Ausstellung Fremdenzimmer"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32436","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32436\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":117885,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32436\/revisions\/117885"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/117884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32436"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}