{"id":32443,"date":"2023-07-17T14:37:27","date_gmt":"2023-07-17T12:37:27","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=die-neue-bibeluebersetzung-2"},"modified":"2026-01-16T16:58:48","modified_gmt":"2026-01-16T15:58:48","slug":"die-neue-bibeluebersetzung-ein-langer-prozess-zur-neuen-bibelversion","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-neue-bibeluebersetzung-ein-langer-prozess-zur-neuen-bibelversion\/","title":{"rendered":"The new Bible translation"},"content":{"rendered":"<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Frau Professor Gielen, Sie waren als Neutestamentlerin auch Mitglied der Kommission. Wenn Sie jetzt auf das Ergebnis schauen: Wor\u00fcber freuen Sie sich besonders, und was bedauern Sie besonders?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marlis Gielen:<\/strong> Es gab ja zwei Leitlinien. Es sollte keine v\u00f6llig neue \u00dcbersetzung erarbeitet werden, man sollte durchaus die Einheits\u00fcbersetzung als Einheits\u00fcbersetzung wiedererkennen k\u00f6nnen. Andererseits aber sollte doch wieder der biblische Sprachklang st\u00e4rker zum Vorschein kommen, soweit wir den eben in unsere Muttersprache \u00fcbersetzen k\u00f6nnen. Insgesamt ist das ganz gut gelungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Was h\u00e4tten Sie gern anders gehabt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marlis Gielen:<\/strong> Zum Beispiel die konkordante \u00dcbersetzung, also die einheitliche \u00dcbersetzung von bestimmten Wortgruppen, Begriffsfeldern, wurde nicht immer konsequent durchgehalten. Das liegt aber zum Teil auch daran, dass eben unterschiedliche Kollegen und Kolleginnen an den einzelnen Texten gearbeitet haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Fridolin Stier hat das ja in seiner \u00dcbersetzung ganz konsequent durchgehalten. Das gleiche griechische Wort wird durchgehend mit dem gleichen deutschen Begriff wiedergegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marlis Gielen:<\/strong> Ja. Ein Beispiel in den Paulusbriefen w\u00e4re das Wortfeld von M\u00fche oder sich abm\u00fchen, was Paulus regelm\u00e4\u00dfig verwendet, wenn es um die Evangeliumsverk\u00fcndigung geht, mit allem, was an Belastungen damit verbunden ist. Und das wurde eben nicht einheitlich durchgehalten, obwohl, Gott sei Dank, im Ersten Thessalonicherbrief im Pro\u00f6mium die \u201eOpferbereitschaft der Liebe\u201c dann doch zur \u201eM\u00fche der Liebe\u201c geworden ist. Das hat mich dann wieder gefreut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Professor Levin, Sie waren Mitglied im Lenkungsausschuss der sogenannten \u201eSeptuaginta\u201c, der Gruppe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der heiligen Zahl 70. Haben Sie ab und zu hin\u00fcbergespitzelt zur \u00f6kumenischen Konkurrenz, zur katholischen Revision? 1984 bei der damaligen Luther-Revision war ja Professor Schnackenburg dabei und hatte eine Art Gastrecht und Rederecht in Ihren Gremien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin: <\/strong>Wir hatten einen ganz wichtigen Verbindungsmann zwischen den beiden Projekten. Das war Bischof Wanke. Und auch das hat unsere beiden Projekte eng verbunden: Beide Leitungsleute waren Th\u00fcringer Bisch\u00f6fe, auf evangelischer Seite Landesbischof i.R. Christoph K\u00e4hler. Bis hin zu den Terminen der \u00f6ffentlichen Pr\u00e4sentation im Herbst 2016 gab es Parallelen. Manchmal denke ich, der Heilige Geist hat da irgendwas im Schilde gef\u00fchrt. Ich sage gerne, die Durchsicht der Einheits\u00fcbersetzung ist ein wichtiger Beitrag der katholischen Kirche zum Reformationsjubil\u00e4um.<\/p>\n<p>Evangelischerseits war die Verbindung der Durchsicht der Luther-Bibel mit dem Reformationsjubil\u00e4um \u00fcberhaupt nicht vorgesehen. Das hat sich nachtr\u00e4glich so ergeben, und wir benutzen jetzt dieses Label \u201eLuther 2017\u201c, auch weil wir der Meinung sind, von dem Rummel, der sich in diesem Jahr abspielen wird, wird die Durchsicht der \u00dcbersetzung vielleicht doch 30, 40 Jahre Bestand haben. Vieles andere wird man abhaken und wieder vergessen.<\/p>\n<p>Nochmals zu Ihrer Frage: Bischof Wanke hat uns heimlich, still und leise ein Vorabexemplar zugeleitet. Das Endergebnis der Einheits\u00fcbersetzung ist dann noch einmal etwas anders ausgefallen als das Exemplar, das wir hatten. Aber wir haben immer verglichen. Unsere gesamte Arbeit geschah anhand einer elektronisch hergestellten Vorlage. Darauf waren nicht nur der Urtext und der Luthertext letzter Hand von 1545 wiedergegeben sowie der Luthertext von 1912 und der Luthertext von 1984, sondern immer auch die Z\u00fcrcher Bibel von 2007 und die Einheits\u00fcbersetzung. Im Vergleich haben wir manchmal, wenn ich das sagen darf, ein bisschen die W\u00f6rtlichkeit der neuen Einheits\u00fcbersetzung bedauert. Man hat an manchen Stellen sehr auf W\u00f6rtlichkeit geachtet und etwas weniger auf Verst\u00e4ndlichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Herr Bischof Wanke, \u00fcber welchen Text wurde am l\u00e4ngsten gerungen, weil es da die gr\u00f6\u00dften Differenzen gab?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Vielleicht war das Hebr\u00e4er 11,2, die Definition des Glaubens. Die Stelle hat philosophischen Hintergrund, und da haben wir uns sehr schwer getan. \u201eGlaube aber ist Grundlage\u201c \u2013 \u201ehypostasis\u201c steht da \u2013 \u201edessen, was man erhofft\u201c. Und dann hatten wir zun\u00e4chst \u00fcbersetzt: \u201eBeweis von Tatsachen, die man nicht sieht\u201c. Freilich: Beim Begriff Beweis, da denken alle heute an naturwissenschaftliche Beweise. Deshalb hei\u00dft es jetzt (in \u00dcbernahme eines Vorschlags von Knut Backhaus): \u201eEin Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht\u201c. Das ging hin und her in mehreren Sitzungen. Man merkte, wie schwer es ist, alte Texte, deren Wortbedeutung einem nicht vertraut ist, heute ad\u00e4quat zu \u00fcbersetzen. Das tr\u00f6stet! Wenn man heutige Texte in hundert, zweihundert Jahren lesen wird, wird das wohl \u00e4hnlich sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Und wo gab es die \u00fcberraschendste schnelle Einigung, mit der Sie gar nicht gerechnet hatten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Die Sache mit den \u201eBr\u00fcdern und Schwestern\u201c, wie jetzt bei appellativen Textpassagen, besonders in Briefen, \u00fcbersetzt wird. Frau Gielen hat da auch sehr mitgeholfen. Wir sollten zwischen Text und H\u00f6rer keine k\u00fcnstlichen Hindernisse aufbauen. Das w\u00e4re schade! Es gibt Texte, wo vermutlich das griechische Wort nur die Br\u00fcder meint. Das ist manchmal schwer zu entscheiden. Die alte Gesellschaft war eben eine m\u00e4nnerdominierte Gesellschaft. Aber der biblische Text ist Gottes Wort, er soll unser Herz ber\u00fchren und verwandeln, und da sind alle angesprochen. Das meint auch der Apostel, wenn er zur Umkehr mahnt oder uns als Christenmenschen andere Dinge ans Herz legt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Sind die Ziele erreicht worden, die mit der Revision angepeilt waren, sowohl f\u00fcr Luther wie f\u00fcr Einheits\u00fcbersetzung, \u00fcber das hinaus, was Sie, Herr Bischof, schon gesagt haben?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin: <\/strong>Das Besondere der Luther-Bibel ist, dass Sie ein halbes Jahrtausend alt ist und die Basis der deutschsprachigen Literaturgeschichte bildet. Wir hatten es mit einem Klassiker zu tun, mit dem wir nicht einfach machen konnten, was wir wollten. Das war unser Bedenken, aber nat\u00fcrlich auch unser gro\u00dfes Pfund, mit dem wir gewuchert haben. Diese Bibel\u00fcbersetzung hat eine ganz enorme Wirkungsgeschichte. Im letzten halben Jahrhundert ist diese Wirkung vielleicht ein wenig abgebrochen, aber insgesamt ist sie nach wie vor stark. Deshalb war unsere Arbeit zu einem erheblichen Teil auch die Kontrolle der bisherigen Revisionen. Wir haben nicht wenig r\u00fcckrevidiert. Dabei war die Entdeckung, dass die Revisionsgeschichte zum Teil auch eine Entfernung vom Urtext bedeutet hat. Luther war in vielen Dingen n\u00e4her am Urtext, und gerade die Neutestamentler haben immer wieder gemerkt, wenn sie mit durchaus k\u00fchnen Vorschl\u00e4gen kamen: Das sieht ja Luther genauso. So ist tats\u00e4chlich die neue Lutherbibel zu einem erheblichen Teil wieder die alte Lutherbibel geworden. Wir haben umgekehrt im Blick auf die Textgestalt und unsere neuen Einsichten in die Textgeschichte auch sehr viel modernisiert, aber gleichzeitig Luther restituiert in seiner Sprachmusikalit\u00e4t und Sprachkraft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Daf\u00fcr stehen dann auch solche altert\u00fcmliche Redewendungen wie \u201ees ward\u201c oder \u201edarum, dass\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin: <\/strong>Ein klassischer Text ist die Weihnachtsgeschichte. Die Fassung von 1984 war eine Art Bastard. Man hatte zum Beispiel stehen lassen: \u201emit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger\u201c, eine der wenigen Stellen, wo das \u201eWeib\u201c \u00fcberhaupt noch vorkam. Aber man hat gleichzeitig die Partikeln ver\u00e4ndert und damit den Rhythmus. Jetzt haben wir wieder \u201edarum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war\u201c, oder \u201eein jeglicher in seine Stadt\u201c. Wir haben das nicht durchg\u00e4ngig so gemacht, sonst h\u00e4tten wir einen archaischen Sprachklang erzeugt, der befremdlich gewesen w\u00e4re. Aber bei bestimmten klassischen Texten wie eben der Weihnachtsgeschichte oder den Passionen oder den Psalmen, Texten, die in der Musikgeschichte eine enorme Wirkung gehabt haben, da haben wir uns sehr genau auf den alten Luther konzentriert und ihn restituiert, wenn es einigerma\u00dfen machbar war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Johann Sebastian Bach wird sich freuen, dass er seinen Text wiederfindet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin: <\/strong>Ja, aber auch Heinrich Sch\u00fctz oder Johannes Brahms. Oder auch Thomas Mann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Frau Professor Gielen, Ihre Einsch\u00e4tzung der Einheits\u00fcbersetzung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marlis Gielen:<\/strong> Bischof Wanke hat schon das Zentrale gesagt. Es gab das Bem\u00fchen, keine neue \u00dcbersetzung zu machen, gleichzeitig aber wieder dem urspr\u00fcnglichen Wortlaut mehr Raum einzur\u00e4umen. Ich denke, es ist gelungen, gerade auch in den Psalmen. Ich habe mir meine Lieblings-Psalmen angesehen und festgestellt, man horcht wirklich auf. Da findet man immer wieder neue Formulierungen, die den Text plastischer, griffiger machen. Das ist sehr sch\u00f6n, gerade auch, weil es Gebetstexte sind. Insgesamt ist ein relativ guter Ausgleich gelungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Herr Bischof Wanke, Jesus hat keine \u201eWunder\u201c mehr gewirkt, sondern er wirkte \u201eMachttaten\u201c. Gab das gro\u00dfe Diskussionen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Nein. \u201eWunder\u201c ist bei uns besetzt durch den modernen Sprachgebrauch als Magie, als Mirakel, und das h\u00e4tte heute sofort ein falsches Verst\u00e4ndnis bei den H\u00f6rern und H\u00f6rerinnen hervorgerufen. \u201eMachttaten\u201c ist auch sachgerechter im Blick darauf, was im Griechischen steht.<\/p>\n<p>Es gibt Kleinigkeiten am Rande. David ist nicht mehr ein blonder J\u00fcngling gewesen, sondern hat r\u00f6tliche Haare gehabt; das wird manche germanisierende David-Darstellungen ein bisschen zurechtr\u00fccken. Das ist aber nicht das Wesentliche. Ich m\u00f6chte einmal ein Beispiel nennen f\u00fcr eine theologische, wichtige Sache, die sehr zentrale Stelle in Jeremia 31,33, die Verhei\u00dfung des neuen Bundes. Wir \u00fcbersetzen jetzt: \u201eIch <em>habe<\/em> meine Weisung in ihre Mitte gegeben &#8230; und werde sie &#8230; in ihr Herz schreiben\u201c. Gott ist nicht nur zuk\u00fcnftig am Handeln, sondern in diesem Jeremia-Text steht, \u201eer hat schon\u201c seinen Bund, seine Verhei\u00dfung in die Herzen gelegt. Das macht zum Beispiel die Reich Gottes-Botschaft Jesu verst\u00e4ndlicher. Das Reich Gottes ist schon geheimnisvoll in unserer Mitte, weil Gott schon gehandelt hat, und sein Reich, das im Evangelium angek\u00fcndigt wird, nicht nur eine zuk\u00fcnftige Gabe meint.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Da kann man auch anderer Meinung sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Ja, ja. Also, ich muss den Fachleuten vertrauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Ich lese hier ein Perfektum propheticum und nehme beide Seiten dieses Parallelismus futurisch, als Verhei\u00dfungstext. Aber Sie ber\u00fchren da einen gro\u00dfen Kummer von mir, denn ich selber hatte Jeremia durchzusehen und an dieser Stelle etwas \u00fcbersehen: Luther hat n\u00e4mlich die Bundesformel umgedreht und gesagt, \u201eich will mein Gesetz in euer Herz geben, und ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.\u201c Aber im hebr\u00e4ischen Text ist es genau umgekehrt, \u201eich will mein Gesetz in euer Herz geben und will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein\u201c, und das ist ein entscheidender Unterschied.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Da bekommen wir jetzt lebhaft mit, wie das damals gelaufen ist in all den Sitzungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Ja, manchmal gab es auch nur kleine \u00c4nderungen, etwa in Johannes 1,17. Im Johannesevangelium kommt bekanntlich Simon von Cyrene nicht vor. Jesus tr\u00e4gt, wie wir jetzt in Anlehnung an den Urtext \u00fcbersetzen, \u201eselbst\u201c das Kreuz. Da kommt die ganze johanneische hoheitliche Christologie zum Leuchten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Und das Wort \u201eselbst\u201c stand in der fr\u00fcheren Einheits\u00fcbersetzung nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Das sind kleine Zeichen, die in den Evangelien eine koh\u00e4rente Christus-Deutung erkennen lassen. Und um diese geht es ja in Predigt und Verk\u00fcndigung. Schwierig sind die alttestamentlichen Zitate. Die neutestamentlichen Autoren zitieren die Septuaginta, also den griechischen Text.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Meistens, ja\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>\u2026 und deshalb kann man nicht einfach die Psalmen nehmen und dann danach die neutestamentlichen Psalmenzitate korrigieren. Man muss sehr genau hinsehen, welche Fassungen genutzt werden. Das bringt dann das Profil der neutestamentlichen Schriften zum Leuchten. Also, ich denke schon, Genauigkeit, soweit es menschenm\u00f6glich ist. Wie gesagt, die n\u00e4chste Revision, Herr Levin, kommt. So manches ist trotz aller Sorgfalt \u00fcbersehen worden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Ich habe auch schon eine Liste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Wenn es gestattet ist, ich m\u00f6chte doch noch einmal fragen, Herr Levin: Luther in allen Ehren, auch die unbestreitbare Bedeutung f\u00fcr die deutsche Literatur und Entwicklung unserer Sprache. Aber muss man Luther festschreiben? Das ist doch auch eine theologische Frage. Ich nenne einmal die bekannte \u00dcbersetzung Luthers in R\u00f6mer 3,28: \u201e<em>allein<\/em> aus Glaube (wird der Mensch gerecht)\u201c. Das \u201eallein\u201c ist Interpretament Luthers. In seinem Verst\u00e4ndnis eben Ablehnung der Werkegerechtigkeit, wie immer das verstanden war damals. Aber k\u00f6nnte es nicht sein, dass der Dank des Gerechtfertigten zum Vorgang der Rechtfertigung hinzugeh\u00f6rt? Die alte \u00dcbersetzung zementiert einen konfessionellen Gegensatz, der heute noch in den K\u00f6pfen gerade einfacher Christenmenschen vorhanden ist. Wir haben dies gottlob in den neueren Gespr\u00e4chen und theologischen Vereinbarungen \u00fcberwunden.<\/p>\n<p>Man wird die herk\u00f6mmliche \u00dcbersetzung dort stehenlassen, wo sie etwa in der musischen Tradition Bedeutung hat. Aber dort, wo es auf das gemeinsame rechte Verst\u00e4ndnis des Evangeliums ankommt: Sollte man da nicht mutig Korrekturen zulassen? Das ist eine heikle Frage.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich gern diesen Wunsch \u00e4u\u00dfern: Es w\u00e4re ein gutes Zeichen \u00f6kumenischer Verbundenheit, wenn wir uns gegenseitig mit diesen beiden revidierten Bibelfassungen bei \u00f6kumenischen Veranstaltungen, speziell bei Gottesdiensten, gleichberechtigt anerkennen w\u00fcrden. Es kam ja seinerzeit leider zu keiner evangelischen Mitarbeit bei unserer Bibelrevision, was ich damals sehr bedauert hatte. Diese beidseitige Nutzung unserer revidierten Bibelausgaben k\u00f6nnte aber diesen Mangel sehr gut aufwiegen. Verstehen Sie mein Anliegen?<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Ja, ja. Also, wir machen jetzt keinen heiligen Luther daraus, um es ganz deutlich zu sagen. Wir m\u00fcssen aber anerkennen, dass es eine phantastische \u00dcbersetzung gewesen ist, nicht nur f\u00fcr die damalige Zeit, sondern auch noch f\u00fcr die Gegenwart. Die Sprachkraft, die Melodik der Luther\u00fcbersetzung ist so stark, dass man um sie einfach nicht herumkommt. Luther hat eben diese ganz erstaunliche Kraft gehabt. Dieser Rausch, in elf Wochen das Neue Testament zu \u00fcbersetzen auf der Wartburg. Es hat dann eine lange Nacharbeit gekostet zusammen mit Melanchthon, bis das September-Testament 1522 fertig war. Sie haben immer im Team gearbeitet, und sie haben immer nachgearbeitet und revidiert. Das ist ja ein langer Prozess gewesen zwischen 1522 und 1546.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Ich nenne noch ein anderes Beispiel. Dass Luther den Jakobusbrief an das Ende einordnet, und dass damit die alte vertraute Kanon-Anordnung nicht beibehalten wird, die die alte Kirche hatte, die die Orthodoxie hat, das ist eine dogmatische Entscheidung gewesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Das ist zweifellos so.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Und die Behandlung der hellenistischen biblischen Schriften, die Pseudepigraphen, die f\u00fcr uns als Katholiken Bindeglieder sind zwischen den vorhellenistischen Traditionen und dem Neuen Testament. Das sind wichtige Problemstellungen. Es gibt also noch viel Material f\u00fcr k\u00fcnftige theologische Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Das ist zweifellos so. Man kann die Entscheidung durchaus bedauern, die sogenannten Apokryphen aus dem Kanon in einen separaten Teil zu setzen. Das ist mehr Humanismus als Reformation gewesen. F\u00fcr die 1534er Vollbibel hat man die Apokryphen in einem ziemlichen Galopp \u00fcbersetzt. In dieser Zeit war Luther zum Teil schwer und lebensgef\u00e4hrlich erkrankt. Vieles in den sogenannten Apokryphen ist deshalb nicht von Luther selbst bearbeitet worden. Das merkt man an der Sprachgestalt. Das ist der erste Punkt. Der zweite ist, dass die Textgrundlage damals eine Mischung war aus Vulgata und Septuaginta. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass wir die Apokryphen der Lutherbibel zuletzt \u00fcberhaupt nicht mehr benutzt haben. Jetzt, in der Lutherbibel 2017, sind die Apokryphen zu einem erheblichen Teil neu \u00fcbersetzt worden, und zwar auch mit einem Blick auf die \u201eSeptuaginta Deutsch\u201c, die ja ein \u00f6kumenisches Unternehmen ist. In diesem Punkt findet also eine Konvergenz statt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Immer wieder taucht der Vorschlag auf, dass wir Christen uns vom Alten Testament trennen sollten. Wir wissen, das ist eine alte Diskussion schon seit Markion. Aber es ist wichtig, die gesamte, auch die hellenistische j\u00fcdische Tradition aufzubewahren. Da haben Menschen erz\u00e4hlend die Widrigkeiten ihrer Zeit im Glauben bew\u00e4ltigt. Diese Texte haben eine gewisse W\u00fcrde, wenn auch die Kanonizit\u00e4t immer wieder umstritten war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Ja. Aber bei Luther finden Sie sogar \u00c4u\u00dferungen, dass die eigentliche Schrift das Alte Testament ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Die Tora. Das ist schon wichtig festzuhalten, gegen alle, die vielleicht auch Luther diesbez\u00fcglich in Frage stellen wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marlis Gielen:<\/strong> Als ich mir jetzt die Lutherbibel 2017 angesehen habe, war mein erster Gedanke: Was machen mit diesen Texten zum Beispiel 14-J\u00e4hrige, die zur Konfirmation gehen? Ich glaube, die tun sich schwer mit diesem Sprachduktus, oder auch andere Menschen. Aus meinem Schuldienst wei\u00df ich, dass sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zum Teil schon mit unserer Einheits\u00fcbersetzung schwer getan haben. Luther selbst hat doch gesagt, gerade im Zusammenhang mit der Bibel\u00fcbersetzung, man muss dem Volk aufs Maul schauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Dem <em>erwachsenen<\/em> Volk hat er da wohl gemeint.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marlis Gielen:<\/strong> Ja, er gliedert das dann sogar auf in verschiedene Gruppen, damit die Menschen die \u00dcbersetzung auch verstehen. Bei aller Sprachgewalt Luthers, aber das Deutsch, das er mitgepr\u00e4gt hat, geh\u00f6rt zu einer sehr vergangenen Zeit. Ich bin gespannt, wie die \u00dcbersetzung angenommen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Ich \u00fcbersetze gerade Exodus f\u00fcr ein anderes Bibelprojekt und habe die Einheits\u00fcbersetzung, die Lutherbibel und weitere Kommentar\u00fcbersetzungen vor mir. Die Kommentar\u00fcbersetzungen und die Lutherbibel konvergieren oft, weil Luther eng am hebr\u00e4ischen Text \u00fcbersetzt. Das hat den Effekt, den Bischof Wanke eben auch schon angedeutet hat. Mit W\u00f6rtlichkeit l\u00e4sst man die Vieldimensionalit\u00e4t des Textes eher zu Wort kommen, w\u00e4hrend, wenn man dynamisch, interpretierend \u00fcbersetzt, dann verengt man zugleich das Verst\u00e4ndnis. Luther ist oft sehr w\u00f6rtlich; insofern ist er nat\u00fcrlich abst\u00e4ndiger. Aber wir k\u00f6nnen mit der modernsten \u00dcbersetzung nicht ungeschehen machen, dass wir es mit einem Buch zu tun haben, das zweitausend bis zweieinhalbtausend Jahre alt ist, und diese ganz platte Vergegenw\u00e4rtigung, das nehmen Ihnen auch Konfirmanden nicht ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marlis Gielen:<\/strong> Da sind wir v\u00f6llig einer Meinung. Das ist ja auch ein Anliegen der Revision der Einheits\u00fcbersetzung gewesen, genau diese fast paraphrasierenden Wiedergaben zur\u00fcckzuf\u00fchren. Aber Sie haben vorhin das Weihnachtsevangelium angesprochen, \u201edarum, dass er aus dem Hause\u2026\u201c. Das sind Wendungen, die wir so gar nicht mehr kennen, die sehr altert\u00fcmelnd wirken. Von Bach her nat\u00fcrlich wunderbar \u2013 wenn ich ihn kenne!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Es ist aber zugleich Gottes Wort, und das darf man in der Sprachart auch erkennen. Es ist nicht etwas, was wir uns im Alltag zusagen, sondern es kommt von einem Jenseits her. Das ist ein Text, der Transzendenz vergegenw\u00e4rtigt. Man kann das bei Luther sehen. Wenn er seine normalen Schriften oder Polemiken oder Briefe schrieb, hatte er eine andere Sprache als bei der Bibel\u00fcbersetzung. Es ist eine Sakralsprache, und das soll man auch merken. Die \u00dcbersetzung ist ja f\u00fcr den Gottesdienst gedacht, f\u00fcr das Verlesen. Deswegen ist sie auch so melodisch, so einpr\u00e4gsam, so rhythmisch. Wir haben ja andere Bibeln. Im Moment sind wir in der Deutschen Bibelgesellschaft dabei, die Basisbibel zu entwickeln. Die l\u00e4uft nach ganz anderen Prinzipien, ist auch ein tolles Projekt. Das zeigt die Multidimensionalit\u00e4t in unserem Umgang mit der Bibel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Ich m\u00f6chte mich ausdr\u00fccklich Professor Levin anschlie\u00dfen mit der W\u00fcrdigung des eigenen Charakters des biblischen Textes. Ich warne davor, zu meinen, man m\u00fcsse die Bibel so \u00fcbersetzen, dass auch die Unm\u00fcndigen alles schon verstehen. Es geht hier nicht um Sachverhalte, sondern um Christusbegegnung. Ich sage es mal ein bisschen polemisch. Wir sollten gewarnt sein durch die in j\u00fcngster Zeit gut gemeinte P\u00e4dagogisierung der Liturgie. Das hat mehr geschadet als geholfen. Nebenbei: Wir sollten wieder einmal Romano Guardini lesen. Auch diese Bibeln in einfacher Sprache, mit feministischer Sprache und so weiter \u2013 das sind alles gut gemeinte Versuche, die Bibel den Menschen heute nahe zu bringen. Aber man sollte sie in der untersten theologischen Schublade als gewisse Kuriosit\u00e4t belassen. Womit Kinder bei der biblischen Lekt\u00fcre anfangen, das ist wichtig. Die m\u00fcssen nicht mit einem Paulustext beginnen. Das ist doch genauso wie bei der sonstigen Hinf\u00fchrung zu gro\u00dfen Dingen f\u00fcr die Kinder in eine Welt, in die sie langsam hineinwachsen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marlis Gielen:<\/strong> Ich bin Neutestamentlerin, ich bin Biblikerin, ich bin nebenher auch Altphilologin. Das hei\u00dft, Sie rennen bei mir Scheunentore ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Offene Scheunentore.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Marlis Gielen:<\/strong> Offene, ja. Das ist ja gar keine Frage. Auch \u201edie gute Nachricht\u201c, die wir in den 1970er Jahren hatten, hat sich \u00fcberlebt. F\u00fcr die Revision der Einheits\u00fcbersetzung war ja eben die Vorgabe, einerseits das oftmals vom Stil der Siebziger Jahre Gepr\u00e4gte zur\u00fcckzufahren, durchaus die Kanten des Bibeltextes sp\u00fcren zu lassen, aber es gleichzeitig doch in einer gehobenen Alltagssprache unseres 21. Jahrhunderts zu tun. Darum geht es. Nat\u00fcrlich hat Luther ganz stark die Tradition der Kirchen der Reformation gepr\u00e4gt. Die sehen in Luther noch einmal eine ganz andere Referenzgr\u00f6\u00dfe; so etwas haben wir im katholischen Bereich nicht. Insofern sind wir vielleicht auch ein St\u00fcck weit freier.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin:<\/strong> Das kann man wohl sagen. Wir sind an dem Punkt tats\u00e4chlich empfindlich, weil die evangelische Kirche nicht vom Amt und von der Institution lebt, sondern sie lebt eher von der Fr\u00f6mmigkeit des Individuums, und die wird ganz stark durch die Bibel gepr\u00e4gt. Und daraus entstehen Traditionszusammenh\u00e4nge, die gehen \u00fcber viele Generationen. Die Art, wie Luther mit der Bibel umgegangen ist, war sehr p\u00e4dagogisch. Das Wort Gottes war im Grunde das Sakrament, und das hat er zerlegt in Einzelteile. Man k\u00f6nnte fast sagen, er hat die Bibel verabreicht, wie man die Eucharistie verabreicht. Das f\u00fchrt auch dazu, dass einzelne Worte hervorgehoben werden. Evangelische Fr\u00f6mmigkeit lebt ganz stark von Bibelspr\u00fcchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Gerade das ist es, was mich st\u00f6rt bei der Luther-\u00dcbersetzung. Da definiere ich, der ich einzelne S\u00e4tze fett drucke, was wichtig und was weniger wichtig ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin: <\/strong>Ja, das ist aber so. In der Bibel gibt es ganz viele Dinge, die wichtig, und andere, die nicht so wichtig sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Aber wer entscheidet das? Das entscheidet doch der liebe Gott und nicht der, der die Bibel herausgibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin: <\/strong>Ohne Interpretation k\u00f6nnen wir sowieso nicht \u00fcbersetzen. Entscheidungen f\u00e4llen wir st\u00e4ndig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Ich meine, es ist durchaus legitim, in der Bibel Kerngedanken zu entdecken, die mich zum Ganzen f\u00fchren. Mir f\u00e4llt in dem Zusammenhang immer diese sch\u00f6ne \u201eWanderanekdote\u201c ein: Der ber\u00fchmte Schauspieler, der abends leicht alkoholisiert auf die B\u00fchne kommt und nicht in seine Rolle hineinfindet; die Souffleuse ruft ihm verzweifelt die Stichworte zu, bis er dann \u00e4rgerlich abwinkt und sagt: Bitte keine Einzelheiten, welches St\u00fcck? Die Bibel ruft nicht nach Buchh\u00e4ndlern, sie ruft nach Zeugen, und das ist der Christenmensch, f\u00fcr uns nat\u00fcrlich ganz wesentlich der in der Kirche und ihrer Glaubenstradition beheimatete Christ. Ich h\u00e4tte mich \u00fcbrigens gefreut, wenn ab und zu mal bei der Luther\u00fcbersetzung 2017 das Wort Kirche gebraucht worden w\u00e4re. Das wird immer noch gescheut; das deutet sich auch so ein konfessionell zementierter Gegensatz an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin: <\/strong>Ja, Gemeinde. Wir denken von der Ortskirche her.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Die Gemeinderomantik der letzten Jahrzehnte ist schon wieder etwas am Abbauen. Aber das nur nebenbei. Was ich meine ist der Anredecharakter dieser Texte. Die Bibel ist den Gl\u00e4ubigen anvertraut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christoph Levin: <\/strong>Da sind wir beieinander.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Joachim Wanke: <\/strong>Und die Gl\u00e4ubigen sind die Gemeinschaft der Kirche. Die sind das Subjekt der H\u00f6renden. Das ist eine wichtige hermeneutische Aussage, die wir bei aller Bibellekt\u00fcre bedenken m\u00fcssen. Meine schlesische Mutter in ihrer einfachen Fr\u00f6mmigkeit hat viele Bibeltexte nicht gekannt. Aber sie hat das Wichtigste gekannt: Christus den Herrn, der uns rettet, der im Alten Testament uns von den Propheten vorherverk\u00fcndet ist. Diese Einfachheit d\u00fcrfen wir nicht geringsch\u00e4tzen. Das h\u00e4ppchenweise Verteilen von Bibeltexten bringt uns nicht weiter. Bibel ist \u201eBeglaubigung\u201c eines vorhandenen Glaubens, eine Bekr\u00e4ftigung des vorg\u00e4ngigen Vertrauens auf den uns rettenden Herrn. Sie will \u201eChristum treiben\u201c, darin hat Luther schon Recht.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A long process towards the new Bible version<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":32561,"menu_order":1603,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32443","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-n-a"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die neue Bibel\u00fcbersetzung - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-neue-bibeluebersetzung-ein-langer-prozess-zur-neuen-bibelversion\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die neue Bibel\u00fcbersetzung - 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