{"id":32456,"date":"2023-07-17T14:37:38","date_gmt":"2023-07-17T12:37:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=vernissage-unendlicher-beginn"},"modified":"2026-01-19T13:19:24","modified_gmt":"2026-01-19T12:19:24","slug":"unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/","title":{"rendered":"&#8222;unendlicher Beginn&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Herr Zimmer, Sie machen es vor allem unseren Referentinnen und Referenten der kommenden Monate sehr schwer. Wie k\u00f6nnen sich die Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer auf den Vortrag konzentrierten, wenn sie dauernd Ihre starken Bilder vor Augen haben? Ein echter H\u00e4rtetest. Ich beginne gleich einmal mit einem Zitat: \u201eDer Maler ist einer, der der Welt etwas hinzuf\u00fcgt. Ich (Bernd Zimmer) verstehe Malerei als Kommunikationsmittel. Mein Denken h\u00e4nge ich an die Wand, und die Kommunikation beginnt.\u201c Herr Zimmer, was ist das \u201eetwas\u201c<em>,<\/em> das der Maler der Welt hinzuf\u00fcgt, und bei der \u201eKommunikation\u201c, die dann beginnt \u2013 wer kommuniziert da mit wem \u00fcber was?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Als Maler versucht man immer ein vollkommen neues Bild zu malen, f\u00fcgt der Welt etwas Neues hinzu. Die Sprache der Malerei ist die Farbe, und mit ihr versucht man, eine Geschichte zu erz\u00e4hlen. Die Bilder, die hier h\u00e4ngen, sind zwischen den Jahren 2004 und 2007 entstanden. In dieser Zeit habe ich mich neu orientiert und nach meinen <em>\u201eCosmos-Bildern\u201c<\/em> and <em>\u201eW\u00fcstenbildern\u201c<\/em> versucht Bilder zur Genesis, also Bilder \u00fcber Ursprungsmythen zu malen. Besonders bei diesem gro\u00dfen Bild, das an der Stirnwand des Saals h\u00e4ngt, sieht man das wunderbar. Die Chemie, die in diesen Bildern zu sehen ist, stellt eine Zeit vor ungef\u00e4hr drei Milliarden Jahren dar. Am Anfang war wahrscheinlich alles gasf\u00f6rmig. Dann trennten sich die Schwermetalle und andere Metalle, und die Metalle trennten sich von der Fl\u00fcssigkeit, es tauchen gro\u00dfe Wasserfl\u00e4chen auf.<\/p>\n<p>Dieser Mythos geht durch alle Weltreligionen. Der Anfang ist immer die Trennung zwischen Schwerem und Leichtem, oder zwischen Fl\u00fcssigem und Hartem. Es sind die ersten vier Tage der Genesis, die ich versucht habe, in Bilder zu verarbeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Man k\u00f6nnte vielleicht sagen, bei Bernd Zimmer finden wir unwahrscheinliche Dynamik und Power, und zwar nicht nur in den Bildern, sondern auch in seinem Leben. 1948 in Planegg geboren, aber schon bald als 68er-Nachz\u00fcgler, vermute ich, \u00fcber Bremen nach Berlin gekommen. Planegg \u2013 Berlin, das ist eine gewisse Spannung. Angefangen haben Sie bei Hanser als Verlagsbuchh\u00e4ndler, sp\u00e4ter dann umgesattelt auf \u201eHerstellungsassistent f\u00fcr grafische Gestaltung\u201c, schlie\u00dflich dann doch noch in Berlin studiert. Anscheinend vorher ganz bewusst: W\u00e4hrend jener Zeit jobben Sie in Berlin als Koch in einem Edelrestaurant, malen als Autodidakt, geh\u00f6ren zu den <em>\u201eJungen Wilden\u201c,<\/em> zur <em>\u201eheftigen Malerei\u201c.<\/em> Also, da steckt schon sehr viel Dynamik und Power drin. Und Sie waren irgendwann einmal sogar Deutscher Meister im Segeln. Was haben Sie denn beim Segeln f\u00fcr Ihr Leben und Ihr Malen gelernt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> In den Segelsport bin ich 1965 hineingerutscht, irgendwie war ich f\u00fcr diesen Sport begabt und konnte mein Boot gut beherrschen und schnell lenken. Es geht dabei um <em>\u201ecompetition<\/em>\u201c. Man versucht, die Gegner auszutricksen, und zwar durch aufmerksame Naturbeobachtung: wie das Wasser sich kr\u00e4uselt, in welche Richtung es sich bewegt, wie die n\u00e4chste Wind-B\u00f6e auf das Wasser trifft. Man muss die nahegelegene Landschaft beobachten, zum Beispiel einen Baum am Ufer, wie er sich bewegt. Daraus zieht man seine Schl\u00fcsse und sollte dann rasch reagieren um den Wind richtig anzusegeln. Also, Segeln ist Naturbeobachtung pur. Man muss sehr konzentriert sein mit dem Blick auf die Natur im gro\u00dfen Umfeld. Eine spannende Geschichte. Man lernt sehr viel dar\u00fcber, was sich bei verschiedener Witterung wie in der Natur bewegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Und diese starke Naturbeobachtung hat sich bei Ihnen durchgehalten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Ja, die Resultate der Beobachtung konnte und kann ich bis heute gut gebrauchen. Segeln ist ein toller, hochkomplexer Sport. Er hat mich damals abgehalten, in der Schule gut mitzuarbeiten. Deswegen konnte ich nicht gleich, sondern erst nach einer Lehre im Verlag studieren; ich musste erst das Begabtenabitur nachholen \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller: <\/strong>&#8230; in Berlin \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> \u2026 nein, in Bremen. Das Abitur konnte ich in Bayern nicht so einfach nachmachen. Sp\u00e4ter habe ich in Berlin ganz normal an der Freien Universit\u00e4t studiert, neben meinem Beruf. Daf\u00fcr habe ich mir pro Woche an drei Tagen jeweils einen halben Tag frei genommen. Ein Student muss ja nicht acht Stunden in den Vorlesungen herumsitzen. Ich konnte das Studium leider nicht abschlie\u00dfen, ich wollte das f\u00fcr die Abschlusspr\u00fcfungen n\u00f6tige kleine Latinum nicht nachmachen. Ich war bereits Maler und musste das Studium auch deshalb nicht beenden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Warum hatten Sie sich aber gerade Philosophie und Religionswissenschaft als Studienrichtung ausgesucht, was reizte Sie an diesen beiden F\u00e4chern?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Ich bin als Protestant in Bayern aufgewachsen und zur Schule gegangen. Ich war \u2013 gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig \u2013 fast so isoliert wie ein Muslim heute. Bei \u00fcber 30 Sch\u00fclern in der Klasse war ich der einzige Protestant und so der Au\u00dfenseiter. Das war nicht einfach und hat sich bei mir negativ eingepr\u00e4gt und festgesetzt. Deshalb habe ich viel \u00fcber Religion gelesen und nachgedacht, und sp\u00e4ter hat das wohl zum Studium der Religionswissenschaften gef\u00fchrt. Da lernt man, welche mythologischen Figuren in verschiedenen Religionen welche Funktion haben. Ein superspannendes Studium, vor allem bei den vergleichenden Studien der Entstehungsmythen der Welt. Das sitzt bei mir tief und interessiert mich heute noch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Das hei\u00dft, Sie haben nicht aufgeh\u00f6rt, weil Ihnen das Studium keinen Spa\u00df mehr machte, sondern weil die andere Leidenschaft zu gro\u00df geworden war. Und wenn man die Dynamik Ihres Lebens sieht, kommt man auf das, was Sie ganz wesentlich auszeichnet, Ihre Reiseleidenschaft. Ein weiteres Zitat: \u201eWenn ich \u00fcber l\u00e4ngere Zeit an einem Ort klebe, im Atelier festh\u00e4nge, sto\u00dfe ich an Grenzen. Ich formalisiere meine Bilder, gerate in den Strudel der Kunst. An diesem Punkt merke ich, dass ich meinen Wahrnehmungstank neu auff\u00fcllen muss. Ich muss den n\u00e4chsten Schritt machen, sonst ersticke ich an meiner eigenen \u00c4sthetik. Wenn sich dieser Zustand einstellt, ist eine Reise f\u00e4llig, um meine Wahrnehmung zu st\u00e4rken. Ich gerate in neue Zusammenh\u00e4nge.\u201c<\/p>\n<p>Wenn man die Liste Ihrer Reisen anschaut, von 1969 angefangen Marokko, Spanien, dann immer wieder der Ferne Osten, Lateinamerika, bis zur zweiten gro\u00dfen Indien-Reise 2016, f\u00e4llt etwas auf. Bei einem K\u00fcnstler w\u00fcrde man ja zun\u00e4chst vermuten, der f\u00e4hrt nach Italien. Aber dann waren Sie doch ein Jahr als Stipendiat der Villa Massimo in Rom und sind anschlie\u00dfend ein weiteres Jahr geblieben. Was hat Sie als Planegger Protestant an Rom fasziniert?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Rom ist der deutsche Fluchtort, der Sehnsuchtsort, wo Goethe eine Zeit verbrachte und wo die gro\u00dfe Kultur sichtbar wird, wo die gro\u00dfen Kirchen stehen, wo sehr viel Geschichte angesiedelt ist und sichtbar wird. Und es war mir auch lieb, aus Berlin wegzukommen. Berlin wurde mir einfach zu eng, dort habe ich elf Jahre gelebt. Dann wurde mir das gro\u00dfe Rom-Stipendium, der Aufenthalt in der Villa Massimo, zugesprochen. In Rom habe ich eigentlich den ersten wirklichen Sprung gemacht, auch in meiner Malerei; ich f\u00fchlte mich befreit. Wenn Sie sich aus Berlin entfernen mit all dem Underground, der Szene, den Jungen Wilden, wie wir uns genannt haben, von Punk Rock und n\u00e4chtlichen Abst\u00fcrzen und finden sich in Rom wieder, werden Sie konfrontiert mit vollkommen neuer Lebensfreude und neuen sozialen Bedingungen. Das war wirklich sehr spannend. Damals bin ich als Maler erwachsen geworden. Ich musste mich mit mir, auch als K\u00fcnstler auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Denn Maler zu sein ist ein sehr m\u00f6nchischer Beruf. Man arbeitet in einer zur\u00fcckgezogenen Situation, und in dieser Einsamkeit denkt und arbeitet man etwas aus, was dann in der \u00d6ffentlichkeit funktionieren muss. Es war sehr spannend, mich zwei Jahre in einer fremden gro\u00dfen Stadt als K\u00fcnstler durchzusetzen, obwohl ich bereits Geld und Erfolg hatte, Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz, eine Ausstellung f\u00fcr New York war in Vorbereitung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> War das in Rom eher der Kontakt zum Beispiel mit einem Caravaggio in San Luigi dei Francesi oder eher der Austausch mit zeitgen\u00f6ssischen italienischen K\u00fcnstlern?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> In Rom lebten und arbeiteten ja auch Amerikaner, Schweizer und \u00f6sterreichische K\u00fcnstler, auch Engl\u00e4nder. Rom ist eben eine richtig internationale Stadt. Und obwohl die Stadt gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig manchmal auch ein wenig wie ein Dorf war, hat man das Dorf gemeinsam genossen mit den anderen K\u00fcnstlern. Zu der Zeit war Cy Twombly, der ebenfalls in Rom lebte, noch kein Star, Italiener wie Enzo Cucchi, Sandro Chia, die damals auch gerade ber\u00fchmt wurden, lebten ebenfalls in Rom. Es herrschte ein gro\u00dfer internationaler Zusammenhang, sehr spannend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Sie hatten vorhin vom m\u00f6nchischen Malen gesprochen. Damit w\u00e4ren wir beim Thema \u201eAtelier\u201c. Nicht ganz schlau geworden bin ich, wie das bei Ihnen funktioniert. Sie sagen immer wieder, dass Sie bei den vielen Reisen, die wahrscheinlich zum Teil auch sehr abenteuerlich waren, nicht malen, sondern diese Reiseerfahrungen m\u00fcssten durch den \u201eFilter der Erinnerung\u201c. Sie malen dann im Atelier. Ich habe von einem Atelier in Polling gelesen, einem in Oberhausen, einem Atelier bei Rapallo und einem in Warthe in der Uckermarck. Haben Sie die nebeneinander, oder wird das eine geschlossen, und Sie gehen ins n\u00e4chste, weil Sie sich gerade woanders wohlf\u00fchlen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Mein Hauptatelier, meine Zentrale, ist in der N\u00e4he von Polling, einem sehr sch\u00f6nen Klosterort, in Oberhausen, einem kleinen Dorf angesiedelt. Es beherbergte vor mir eine Strickerei, bestehend aus einer Halle aus den 1960er Jahren. Das ist meine Zentralwerkstatt. Und in Italien, meinem weiteren Atelierort, ist schon fr\u00fcher Fr\u00fchling, und man genie\u00dft, dass die Blumen in einem anderen zeitlichen Zusammenhang bl\u00fchen als bei uns. Es ist einfach sch\u00f6n. Ich muss f\u00fcr meine Inspiration und Arbeit immer wieder den Ort wechseln. Zwischendurch ist mir das sch\u00f6ne, saubere Bayern etwas auf den Geist gegangen. Auf einer Besuchsreise zu einem Freund in Brandenburg habe ich gesehen: da gibt es ja noch wirkliche, echte Wildnis. Es hat mich an meine Kindheit erinnert, mit den Sandwegen und all der Einfachheit. So habe ich mir In Warthe, in der Uckermark, vor zehn Jahren ein Atelier aufgebaut. Damals hatte ich eine Krise, lebte in meinen Bildern weit weg im ungegenst\u00e4ndlichen <em>Cosmos-Bereich<\/em> und fragte mich, wie ich jemals wieder auf die Erde zur\u00fcckkomme. Ich bin viel gewandert und habe mich nachts drau\u00dfen aufgehalten. Irgendwann habe ich mit gro\u00dfer Klarheit gesehen, vor mir im See liegt der Himmel. Der Mond, die Sterne, alles reflektiert sich im See, auf der windstillen Wasserfl\u00e4che. So konnte ich als Maler den Kosmos in den See legen, ich war wieder auf der Erde gelandet, \u00fcber die intensive Wahrnehmung einer Wasseroberfl\u00e4che. Das hat meine Malerei noch einmal erweitert und bereichert. Ich brauche immer wieder einen Wechsel, um auf etwas Neues zu kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Nochmals kurz zur\u00fcck zu Ihrer Leidenschaft f\u00fcr den Fernes Osten. Was hat Sie angezogen, dass Sie immer wieder dorthin gereist sind, nach Burma, Laos, Thailand, Vietnam, Peking?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Asien ist vollkommen anders als unsere europ\u00e4ische Heimat. Wenn man sich zum Beispiel den Hinduismus in Indien anschaut: Den kann man zwar als Religion bezeichnen, er ist aber keine Religion in unserem Sinn, sondern eher eine Verabredung, wie man miteinander leben kann. Daf\u00fcr wurden mythologische Figuren geschaffen, die etwas vorleben, und das Volk lebt es nach. Sie m\u00fcssen anders leben, weil sie ein anderes Selbstverst\u00e4ndnis haben.<\/p>\n<p>Im buddhistischen Thailand war ich 1973. Die Reise glich in diesen Jahren noch einer Expedition; es war die Zeit des Vietnamkriegs. Wir hier in Deutschland protestierten gegen diesen Krieg, und dann reist man in die L\u00e4nder des Geschehens und sieht, wie es wirklich ist. Nicht wie im Bayerischen Wald, wo man sich Scharm\u00fctzel mit der Polizei liefert, sondern reale Bombardements von riesigen, unbekannten Dschungel-Gebieten. Es war grausig und die Reise durch unbekannte neue L\u00e4nder war zugleich wahnsinnig spannend. Ich war fast vier Monate in S\u00fcdostasien und habe viel gelernt, auch wie man anders leben und so die Welt nochmals anders und neu denken kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Kommen wir zu den Bildern unserer Ausstellung hier. \u201eIch male mir ein Bild, meine Vorstellung von kosmischen Ph\u00e4nomenen, welche wir nie sehen werden, nie erreichen werden.\u201c Was malen Sie hier wie?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Um 2000 wurden die ersten Hubble-Fotografien publiziert, die Bilder waren neu und f\u00fcr mich unheimlich aufregend. Da sah man pl\u00f6tzlich Sternennebel, rote Nebel, alles wunderbar in unheimlichen Farben. Eine Seherfahrung wie in der Sahara oder der S\u00fcdsee \u2013 \u00fcber einem diese gigantischen Sternenkonstellationen, man kann sie ohne Fremdlichteinfluss ansehen und versp\u00fcrt die Ausma\u00dfe des Kosmos. Und da ich ein Naturmaler bin oder Landschaftsmaler \u2013 eigentlich eher Naturmaler \u2013, geh\u00f6rt dieser Au\u00dfenraum zwingend zu unserem Naturverst\u00e4ndnis. Wir leben auf einem sehr privilegierten Planeten, eigentlich in der privilegiertesten Situation, die man sich denken kann. Man muss dieses Au\u00dfen mit einbeziehen in den Zusammenhang, in dem wir schweben \u2013 auf dem Mond gibt es kein Leben, er ist viel zu kalt, auf dem Mars ist es zu trocken. Wenn ich Natur male, muss ich auch den Kosmos malen. Nicht nur die Hubble-Fotografien haben mich beeinflusst. Auch die religi\u00f6sen Vorstellungen unserer abrahamitischen Religionen sind in W\u00fcsten entstanden. Das hat mit dem Oben, mit dem unendlichen Himmel, dem Kosmos zu tun, mit Sternkonstellationen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Alle monotheistischen Religionen sind in der W\u00fcste entstanden, die klassische Erkenntnis. Warum schreiben Sie \u00fcbrigens <em>Cosmos-Bilder<\/em> mit \u201eC\u201c und nicht mit \u201eK\u201c?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Na ja, weil Kosmos mit K, das war der Name eines DDR-Technik-Spielzeugs. Das w\u00e4re zu reduziert. \u201eCosmos\u201c mit C ist international, hat etwas Kosmopolitisches, ist gr\u00f6\u00dfer, umfassender gedacht. Es soll auch andeuten: Da geht es um etwas viel Gr\u00f6\u00dferes, als wir uns vorstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich habe zu Beginn der <em>Cosmos-Bilder<\/em> versucht, Sternkonstellationen zu malen wie jene, die auf Hubble-Fotografien festgehalten waren. Dann bin ich dahintergekommen, dass diese Daten \u2013 das sind ja keine Fotografien \u2013 k\u00fcnstlich eingef\u00e4rbt sind. Ich habe mich entschieden, bevor ich versuche, diese zu interpretieren, male ich ohne Vorlagen zu benutzen und erfinde mir meinen eigenen Kosmos. Es gibt Myriaden von Sternen, Monden und Sonnen drau\u00dfen im All, und wir blicken meist in eine Richtung, die Milchstra\u00dfe. Ich habe also versucht, so zu malen, wie mir das Thema am n\u00e4chsten kommt. Das Ergebnis ist reine malerische Intuition oder Fantasie. Das funktioniert nur, wenn die Leinwand auf dem Boden liegt, und mit w\u00e4ssrigen Farben, die man flie\u00dfen lassen kann, bearbeitet wird. Es gleicht nahezu einem nat\u00fcrlichen, naturalistischen Zugriff, da die Gase und Nebel im All ja auch \u2013 je nach chemischer Zusammensetzung \u2013 im Raum frei wabern und flie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller: <\/strong>Geh\u00f6rt da die Spannung dazu zwischen dem, was zuf\u00e4llig entsteht, und dem, was man bewusst anzielt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Diesen Zufall kann man einfach und gut lenken. Die einzelnen L\u00e4ufer kann man mit Wasser vormalen, dann l\u00e4uft die Farbe genau in den vorgen\u00e4\u00dften Linien. Also, man kann zwar lenken, aber der Zufall bleibt nat\u00fcrlich ein ganz gro\u00dfer Freund dieser Bilder. Drau\u00dfen im entfernten All k\u00f6nnen wir ja auch nicht lenken. Wir k\u00f6nnen nichts \u00e4ndern oder Einfluss nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Haben Sie sich eigentlich auch bewusst auf ersten S\u00e4tze des Buches Genesis bezogen, des ersten Buches im Alten Testament?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Ja. Das sind nicht allzu viele Zeilen, die man dazu lesen muss. Die ersten sieben Tage entstehen ja sehr z\u00fcgig. Auf diese S\u00e4tze beziehen sich die Bilder. Ich habe einmal alle sieben Tage gemalt, aber der vierte Tag war sehr schwierig, wenn die Lampions in den Himmel geh\u00e4ngt werden. Dieser Tag, dieses Bild m\u00fcsste oder sollte am Anfang stehen. Aber die physikalischen Vorstellungen waren noch nicht gegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Die Bilder, die wir hier sehen, werden jeweils von einer Farbe gepr\u00e4gt. Wie kommt es dazu?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Das sind rein malerische \u00dcberlegungen. Auf einem Bild spielt Gelb die Hauptrolle, das n\u00e4chste wird vom Orange dominiert. Die Bilder wurden in verschiedenen Jahren gemalt. Einmal habe ich mich mehr mit Gr\u00fcn besch\u00e4ftigt, dann wieder mehr mit Rot. Das ist ungef\u00e4hr so, wie wenn jemand eine Novelle oder ein Gedicht schreibt. Beim Gedicht, der Poesie, m\u00fcssen bestimmte Worte einen Klang erzeugen, und beim Malen muss es einmal das Rot und ein anderes Mal ein Gr\u00fcn sein. Unsere Sprache ist die Farbe, die entscheidet, ob das gewollte Bild am Ende ein Bild wird, der freie Umgang mit der Farbe ist entscheidend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Damit sind wir beim Thema \u201ereine Farbmalerei versus gegenst\u00e4ndliche Malerei\u201c. Ich habe von Ihnen zwei unterschiedliche Zitate gefunden. Zitat eins: \u201eIch \u00fcbertrage Gesehenes, besser, Erlebtes, in Abstraktion und Fiktion. Dahinter steckt der Wunsch, das erlebnisorientierte Bild von der Gegenst\u00e4ndlichkeit zu befreien.\u201c Und Zitat zwei: \u201eIch bin der \u00dcberzeugung, dass die gegenst\u00e4ndliche Malerei, und ich sehe mich in dieser Tradition, immer noch die gro\u00dfe M\u00f6glichkeit hat, wirklich neue Bilder zu erfinden. Der gegenst\u00e4ndliche Bezug ist wichtig, eigentlich unumg\u00e4nglich.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Meine Malerei ist letztlich immer gro\u00dfe Abstraktion. Sie enth\u00e4lt einen gegenst\u00e4ndlichen Anlass, der die Erz\u00e4hlung des Bildes nachvollziehbar macht. Wenn man zum Beispiel eine horizontale Linie sieht, denkt man, aha, da ist eine Wasserlinie, eine Trennung, das kann man nachvollziehen. Es gibt daf\u00fcr einen Grund, durch den sich das Bild auch beruhigt und einen festen Stand erreicht. Wenn ich die Linie weglasse, bleibt das Bild vollkommen abstrakt, allerdings nur im \u00fcbertragenen Sinn. Es ist abstrakt, ob ich die Linie hineinmale oder nicht. Die Erz\u00e4hlung bleibt fast gleich.<\/p>\n<p>\u00dcber was wir eingangs gesprochen haben war also der gegenst\u00e4ndliche Anlass, warum ich diese Bilder malte. Wenn er fehlt, wei\u00df ich nicht, was ich wie malen soll. Dann bin ich hilflos, verliere mich in der Malerei und scheinbarer \u00c4sthetik. Es ist letztlich eine innere Erz\u00e4hlung, eine Art Selbstgespr\u00e4ch, die mit Farben und deren Behandlung stattfindet. Die Bilder dieser Ausstellung erz\u00e4hlen Geschichten von Explosionen, der Entstehung der Welt und Chemie, die sich mischt und zu neuen Formen zusammenw\u00e4chst, von Sternen, die aus Wirbeln entstehen, der Entstehung unseres Sonnensystems, unserer Lebensgrundlage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Erfahrung, die den Impuls gibt, und Malerei, die die Farbe gibt. Dann kommt ein dritter Punkt dazu. Beat Wyss hat einmal geschrieben: \u201eEr (Zimmer) kann und will seine intellektuelle Herkunft nicht verleugnen.\u201c Welche Rolle spielt bei Ihnen der Verstand, die Vernunft, der Intellekt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Das ist der gegenst\u00e4ndliche Anlass, wenn ich zum Beispiel die Genesis gelesen habe oder mir andere Entstehungsmythen vor Augen f\u00fchre. Dann versuche ich, diesen Anlass, die Erz\u00e4hlung, im Bild mit meiner Malerei nachvollziehbar zu machen. Die Malerei selber befreit sich von der Erz\u00e4hlung und wird zur freien, reinen Malerei. Anlass ist, dass der Kosmos gemalt wird!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Ein spannender Satz, \u201edass der Kosmos gemalt werden muss\u201c. Der f\u00fchrt zu einem letzten Thema, einer religi\u00f6sen Ann\u00e4herung an Ihr Malen. Zu Beginn haben Sie Ihre Leidensgeschichte als evangelischer Sch\u00fcler im damals katholischen Planegg formuliert. Aber Sie scheinen noch eine andere Leidensgeschichte durchgestanden zu haben: \u201eBrav sein, ordentlich sein, alles lernen, egal ob man Interesse daran hatte oder nicht, das war f\u00fcr mich die Konfirmation. Dabei ging es mir in diesem Alter um ganz anderes, um Spielen und Erleben\u201c, haben Sie mal geschrieben.<\/p>\n<p>Und an anderer Stelle habe ich von Ihnen gelesen: \u201eIch war mit dem christlichen Glauben nicht einverstanden, mit seiner g\u00e4nzlichen Ablehnung aber auch nicht. Ich kann vieles nicht glauben, also interessiere ich mich f\u00fcr das, was wir glauben sollen. Ich habe eine kritische Einstellung gegen\u00fcber kirchlichen Institutionen, aber in mir lebt ein Amalgam von Religiosit\u00e4t.\u201c Den Begriff \u201eAmalgam von Religiosit\u00e4t\u201c merke ich mir f\u00fcr meine n\u00e4chste Predigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Christentum ist eine Glaubensreligion. Als Christ muss man bestimmte Begebenheiten \u2013 wie zum Beispiel die Auferstehung \u2013 glauben. Im Gegensatz zu den Muslimen, die eine eher juristische Religion haben. Als Muslim muss man bestimmte Verhaltensregeln, die alle aufgeschrieben stehen, befolgen, um seinem Glauben und seinem Gott gerecht zu werden. Im asiatischen Bereich sind die Religionen eher Lebens\u00fcbereink\u00fcnfte, die aber auch eine Form des Katechismus beinhalten. Wenn man das <em>Mah\u0101bh\u0101rata<\/em> liest, steht im Zentrum ein Abschnitt, der unserem christlichen Katechismus sehr nahe kommt: Da hei\u00dft es zum Beispiel \u201eDu darfst nicht t\u00f6ten\u201c. Es werden einfache Verbotss\u00e4tze oder besser, Verhaltensregeln aufgestellt.<\/p>\n<p>Ich bin sehr religi\u00f6s erzogen worden, aber der christliche Glaube selber ist mir schwer gefallen. Vielleicht h\u00f6rte ich auch den falschen Pfarrer, irgendetwas hat einfach nicht gepasst. Und dann dieses Aufeinandertreffen, besser Aneinandergeraten mit den Katholiken in der Schule, das hat mich schwer zum Zweifeln angeregt \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> \u2026 und nicht an der Kirche, sondern am christlichen Glauben \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> \u2026 genau, am christlichen Glauben. Er war mir unheimlich. Also, Liebe, das ist sowohl eine umfassend gute Idee als auch eine Aussage. Und die Auferstehungsgeschichte ist gro\u00dfartig. Es f\u00e4llt mir aber schwer, diesen Glauben intellektuell nachzuvollziehen. Da fehlt mir wohl der Heilige Geist. Wenn der in mir w\u00e4re, dann k\u00f6nnte ich glauben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Ich sehe in der Runde hier P. Cyrill von St. Ottilien. Dort durfte ich 2005 eine Ausstellung Ihres Kreuzwegs \u201eLema Sabachtani\u201c er\u00f6ffnen. 2006 haben Sie dann in der Sakramentskapelle des Mainzer Doms ein Bild gestaltet. Also, so weit weg sind Sie gar nicht. Zu \u201eLema Sabachtani\u201c: Ohne kirchlichen Auftrag hatten Sie die M\u00f6glichkeit bekommen, in vier Berliner U-Bahn-Stationen die Schauk\u00e4sten zu best\u00fccken. Was macht Bernd Zimmer? Er, der kritische evangelische Christ sagt: \u201eIch konnte machen, was ich wollte, und ich entschied mich sofort f\u00fcr den Kreuzweg\u201c. Sie gestalten einen h\u00f6chst beeindruckenden Kreuzweg f\u00fcr Menschen, von denen wohl 95 Prozent gedacht haben, wenn sie \u201eLema Sabachtani\u201c lasen, dass diese Bilder von einer gewissen Frau Lema Sabachtani stammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Luther hat den Kreuzweg aus dem Kirchenraum verbannt. Er geh\u00f6rt auch urspr\u00fcnglich nach drau\u00dfen, man sollte ihn erwandern. Deswegen ist mir der Kreuzweg f\u00fcr Berlin eingefallen. Es war nat\u00fcrlich ersch\u00fctternd mitzubekommen, dass in Berlin die meisten Einwohner Nichtchristen sind. Wer sollte dann einen Kreuzweg verstehen? Ich habe auf den Boden vor, unterhalb jeder Kreuzwegstation geschrieben, um welche es sich handelt; wollte aber mit dieser Arbeit nicht missionieren. Ich habe es einfach gewagt, weil es mich schon immer gereizt hatte, einen Kreuzweg zu gestalten. Die Situation, in Leuchtk\u00e4sten der U-Bahnstationen den Kreuzweg von hinten durchleuchten zu lassen, war besonders reizvoll. Die 14 Stationen sind ein spannender Ablauf. Ich finde auch das Leben Christi sehr spannend. Mich interessiert sehr, ab wann wird Glauben christlicher Glauben, wie und wann findet die Transformation statt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Wenn wir die Mikrofone ausgeschaltet haben, w\u00fcrde ich gerne weiterfragen, wie es in Ihrem Herzen ausschaut. Aber kommen wir einmal zu etwas Unverf\u00e4nglicherem. Wenn sich unser Papst Franziskus einen K\u00fcnstler aussuchen sollte, w\u00e4re er bei Ihnen genau an der richtigen Stelle. Seine Enzyklika zum Thema Umwelt, Nachhaltigkeit, Sch\u00f6pfung <em>Laudato si\u2018 <\/em>tr\u00e4gt den\u00a0 Untertitel <em>\u201eVon der Sorge f\u00fcr das gemeinsame Haus\u201c.<\/em> Ihre <em>Cosmos-Bilder<\/em> rufen ja geradezu Leidenschaft und Begeisterung hervor f\u00fcr die Natur, f\u00fcr das All, den Kosmos. Damit gehen Sie und Papst Franziskus genau in der gleichen Richtung. W\u00fcrden Sie der also dazugesellen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Uns auf die Natur zur\u00fcck zu beziehen und \u00fcber die Natur nachzudenken \u2013 wir sind ja selber ein Teil der Natur \u2013 ist mit das wichtigste Anliegen und ich hoffe der Funke springt von meinen Bildern auf die Betrachter \u00fcber.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Aber Sie machen eben keine direkt-politische Malerei, sondern steigen ein paar Stufen tiefer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Zimmer:<\/strong> Wenn man sich auf diese Bilder einl\u00e4sst, f\u00e4ngt man an, anders \u00fcber Natur und unser Leben nachzudenken. Die Bilder sind politisch wie sie sind, weil sie so frei sind. Eine \u00c4u\u00dferung von Freiheit ist immer politisch. Wenn sich Menschen, die Betrachter vor den Bildern darauf einlassen, \u00fcber die Welt nochmal anders, neu nachzudenken, wird klar: Bilder sind Zwitterwesen. Das Bild an der Wand hat eine \u201emessage\u201c in sich als Bild, als \u00e4sthetisches Gebilde und tr\u00e4gt dar\u00fcber hinaus eine Geschichte in sich. Und wenn das Bild verschwindet, ist die Geschichte verschwunden. Das tut niemandem weh. Wenn man sich aber auf das Bild einl\u00e4sst oder versucht, hinter die Geschichte zu kommen, warum jemand so etwas malt, ist man auf dem richtigen Weg. Ich kann mir vorstellen, dass das zu positiven Gedanken f\u00fchrt, die im Leben nachwirken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Herr Zimmer, schlie\u00dfen m\u00f6chte ich mit einem Satz von Ihnen, der zusammenfassen kann, was wir miteinander diskutiert haben: \u201eDas Transzendente ist das Spannende. Es ist das, was Malerei sichtbar machen kann.\u201c<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vernissage and interview with the artist<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":117971,"menu_order":1601,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-32456","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","media-library-category-n-a"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>&quot;unendlicher Beginn&quot; - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"&quot;unendlicher Beginn&quot; - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Vernissage und Interview mit dem K\u00fcnstler\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-01-19T12:19:24+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2007_BZ.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"2362\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1725\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"22 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\\\/\",\"name\":\"\\\"unendlicher Beginn\\\" - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2007_BZ.jpg\",\"datePublished\":\"2023-07-17T12:37:38+00:00\",\"dateModified\":\"2026-01-19T12:19:24+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2007_BZ.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2007_BZ.jpg\",\"width\":2362,\"height\":1725},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"&#8222;unendlicher Beginn&#8220;\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"\"unendlicher Beginn\" - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"noindex","follow":"follow"},"og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"\"unendlicher Beginn\" - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Vernissage und Interview mit dem K\u00fcnstler","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2026-01-19T12:19:24+00:00","og_image":[{"width":2362,"height":1725,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2007_BZ.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"22 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/","name":"\"unendlicher Beginn\" - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2007_BZ.jpg","datePublished":"2023-07-17T12:37:38+00:00","dateModified":"2026-01-19T12:19:24+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2007_BZ.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2007_BZ.jpg","width":2362,"height":1725},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/unendlicher-beginn-vernissage-und-interview-mit-dem-kuenstler\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"&#8222;unendlicher Beginn&#8220;"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32456","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32456\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":117972,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/32456\/revisions\/117972"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/117971"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32456"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}