{"id":32690,"date":"2023-07-24T09:03:58","date_gmt":"2023-07-24T07:03:58","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=32690"},"modified":"2024-12-05T09:18:16","modified_gmt":"2024-12-05T08:18:16","slug":"antirassismus-aus-aesthetischer-perspektive-die-vielfaeltige-herangehensweise-der-bildenden-kunst","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/antirassismus-aus-aesthetischer-perspektive-die-vielfaeltige-herangehensweise-der-bildenden-kunst\/","title":{"rendered":"(Anti)racism from an aesthetic perspective"},"content":{"rendered":"<p>Die Rassismusfragestellung tangiert alle post- und dekolonialen \u00dcberlegungen der Gegenwart und verunsichert sie, da sie eine notorische Farbenblindheit der Sprecher:innen des globalen Nordens unterstellt und die Berechtigung ihrer Aussagen in Zweifel zieht. Als Mitglied des DFG-Exzellenzclusters\u00a0Africa Multiple\u2018 und der Research Section \u201aArts and Aesthetic\u00a0an der Universit\u00e4t Bayreuth habe ich mich daher verst\u00e4rkt mit der dort thematisierten Black-White-Color-Line befasst und insbesondere auf philosophische und k\u00fcnstlerische Widerst\u00e4nde gegen rassistische Zuschreibungen geachtet, denen ich mit dem \u201eAnti\u201c- in meinen Titel Rechnung tragen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Interessant ist, dass es in Afrika eine philosophische Auseinandersetzung \u00fcber die besondere Natur des Schwarzen oder Afrikanischen gibt, das Wort Rassismus aber nie f\u00e4llt, sieht man von S\u00fcdafrika ab. K\u00fcnstlerische Kritik am Rassismus gegen Black people findet sich bekanntlich vor allem in der US-amerikanischen Schwarzen Kunst, weshalb ich diese besonders herausstellen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Allerdings erw\u00e4hne ich auch die diskriminierenden Darstellungen der deutschen\u00a0Br\u00fccke-Maler, die mich, als Besucher der deutschen Kolonien der S\u00fcdsee, in ihrer k\u00fcnstlerischen Strategie der Exotisierung und des \u201aOthering\u2018 doch \u00fcberrascht haben. Ich skizziere schlie\u00dflich sich ver\u00e4ndernde Haltungen in der Filmproduktion Afrikas: Nach einer Phase der kritischen Auseinandersetzung mit dem europ\u00e4ischen Kolonialismus, die rassistische Haltungen dramatisiert und das Schwarz-Wei\u00df-Filmmaterial \u00e4sthetisch ausspielt, ist heute eine st\u00e4rker selbstreflexive Haltung beobachtbar.<\/p>\n<p>Sie will audiovisuell vorf\u00fchren, dass sich Afrika heute selbstgewiss, nicht l\u00e4nger als das Andere der europ\u00e4ischen Kultur, sondern kulturell hybrid und mit der ganzen Welt verwoben versteht. Diese Bedingung kulturellen \u201aIneinanders\u2018 wiederum legt nahe, an die Stelle eines Verst\u00e4ndnisses ungeteilter, individueller Kreationen eine neue Bezeichnung treten zu lassen, welche die (Auf)Geteiltheit zeitgen\u00f6ssischer Kunstproduktionen wiedergibt: jene des Dividuellen und der Dividuation, wie ich abschlie\u00dfend am Beispiel der k\u00fcnstlerischen Installation von Ndidi Dike zu zeigen versuche.<\/p>\n<h3>Globaler Rassismus<\/h3>\n<p>Der jamaikanische Philosoph Charles W. Mills verfasste 1997 eine grundlegende Schrift unter dem Titel\u00a0Racial contract.\u00a0Darin legt er dar, dass er die Weltgesellschaft durch einen rassenbezogenen und zwangsl\u00e4ufig rassistischen Vertrag gespalten sieht, der grundlegender sei als der\u00a0Contract social, der Gesellschaftsvertrag im Sinne von Jean-Jacques Rousseau. Denn der\u00a0Racial contract,\u00a0der rassiale Vertrag gehe, obwohl er sich auf kein biologisches Argument berufen kann, dem Gesellschaftsvertrag voran, liege diesem aufgrund seiner basalen, wenn auch uneingestandenen Unterscheidung von\u00a0Wei\u00dfen\u00a0und andersfarbigen Personen zugrunde, von Personen, die z\u00e4hlen, und anderen, die nicht als ganze Personen betrachtet werden.<\/p>\n<p>Der\u00a0Racial Contract\u00a0erm\u00f6gliche \u00fcberhaupt erst den\u00a0Wei\u00dfen\u00a0Selbstverst\u00e4ndigungs- und Identit\u00e4tsdiskurs, insofern sich dieser, wenn auch zumeist uneingestanden, von den historisch erniedrigten und ermordeten Schwarzen K\u00f6rpern distanziert. Wie ich hier erg\u00e4nzen m\u00f6chte, w\u00e4ren allerdings nicht nur Schwarze Personen zu nennen, selbst wenn Schwarz hier stellvertretend, wie ja auch in Achille Mbembes Schrift\u00a0Kritik der Schwarzen Vernunft, alle Unterprivilegierten aller Hautfarben und kulturellen Zugeh\u00f6rigkeiten bezeichnen und miteinschlie\u00dfen soll. Es lie\u00dfe sich vermutlich sogar vorbringen, dass aufgrund der Aufmerksamkeit, die der Schwarz-Wei\u00df-Konflikt seit geraumen Jahren erf\u00e4hrt, noch einmal andere Personen, wie etwa US-amerikanische Indigene oder asiatische Personen, weiter in die Unsichtbarkeit abgedr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Mills ist in jedem Fall evident, dass marginalisierte Rassen einen personen-konstituierenden Faktor abgeben, da im racialen Vertrag Wei\u00dfheit \u00fcberhaupt erst hervorgebracht wird: \u201eThe white race is invented, and one becomes white by law\u201c (S. 63). Mills nennt diesen Vorgang eine \u201everkehrte, invertierte Epistemologie\u201c, eine\u00a0Verkenntnistheorie, \u201ean epistemology of ignorance, a particular pattern of localized and global cognitive dysfunction\u201c (S. 18). Als niemals verbriefter und juristisch belastbarer Vertrag werde der rassiale Kontrakt vor allem in Momenten sozialer und \u00f6konomischer Krise wirkm\u00e4chtig: Was an gesellschaftlichen Konflikten nicht gel\u00f6st werden kann, werde als rassenbezogene Problematik artikuliert. Rassismus sei daher immer Teil des politischen Systems, immer virtuell gegeben, wenn auch nicht allzeit aktualisiert.<\/p>\n<p>Mills widmet sich daher der Aufgabe, diesen uneingestandenen Vertrag zwischen Personen, die z\u00e4hlen und der gro\u00dfen Masse jener, die nicht z\u00e4hlen, als wirksame, wenn auch zumeist nicht explizite Ideologie offenzulegen. Selbst die Tatsache, dass der US Supreme Court\u00a0colorblindness\u00a0als juristische Grundlage hervorkehrt, lasse erkennen, dass sie nach wie vor eine eminent umstrittene Tatsache sei, die niemand geringsch\u00e4tzen k\u00f6nne: \u201eRace pervades every dimension of social life \u2013 from the conditions under which we are born to the circumstances under which we die. All of which raises the question: Why in the name of \u2018equal protection\u2019 would the Supreme Court adopt an approach to race that limits our ability to ensure that everyone, regardless of race, is equally protected? Asked another way, why would the Court uncritically embrace colorblindness?\u201c<\/p>\n<p>Die zeitgen\u00f6ssische critical race theory ist aus den legal studies der Universit\u00e4t Harvard hervorgegangen. Wie Richard Delgado und Jean Stefanic in ihrer Arbeit\u00a0Critical Race Theory\u00a0zeigen, verschr\u00e4nkt sie sich heute mit Intersektionalit\u00e4ts-Debatten, die hervorzukehren versuchen, dass es keine rassenbedingten eindeutigen Identit\u00e4ten gibt, vielmehr jede Person verschiedene und h\u00e4ufig konfliktuelle Zugeh\u00f6rigkeiten in sich auszutragen hat: \u201eEveryone has potentially conflicting, overlapping identities, loyalities and allegiances. (\u2026) The voice-of-color-thesis holds (\u2026) that black, Indian, Asien, and Latino\/a writers and thinkers may be able to communicate to their white counterparts matters that the whites are unlikely to know. Minority status (\u2026) brings with it a presumed competence to speak about race and racism\u201c .<\/p>\n<p>Dass color-awarness tiefere und richtigere Einsichten in die Verfasstheit der Gesellschaft mit sich bringt und den Schleier der color-blindness zerrei\u00dfen kann, um uneingestandene Konflikte offen zu legen, erscheint ausgemacht.<\/p>\n<p>Leider muss an diesem Punkt daran erinnert werden, dass die Unterscheidung zwischen person- und subpersonhood auch auf die deutsche Philosophie der Aufkl\u00e4rung und des Idealismus und deren Weiterschreibung der englisch-liberalen Philosophie zur\u00fcckgeht. Hat doch Immanuel Kant als erster 1775 eine philosophische Theorie unter dem Titel\u00a0Von den verschiedenen Rassen der Menschen\u00a0vorgelegt, in der er vier Rassen unterscheidet, die wei\u00dfe zu oberst platziert und die schwarze am unteren Ende oberhalb einer sogenannten olivengelben rangieren l\u00e4sst, welche er mit den Indigenen des amerikanischen Kontinents gleichsetzt. In seiner zeitgleich erschienenen\u00a0Kritik der Urteilskraft\u00a0leugnet er bekanntlich, dass gewisse Personen des globalen S\u00fcdens, Irokesen genannt, \u00fcber den im Prinzip f\u00fcr universell erachteten Gemeinsinn, den sensus communis, verf\u00fcgen und daher nicht zu \u00e4sthetischen Urteilen f\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>Der Philosoph G.W.F. Hegel betont noch 1821 in seinen\u00a0Grundlinien der Philosophie des Rechts,\u00a0dass die Annahme des an sich freien Menschen einseitig, weil nur unmittelbarer Begriff, nicht in sich vermittelte Idee sei. Der freie Geist sei erst jener, der sich die freie Existenz durch Bildung und (Selbst)Aneignung gibt (\u00a7 57). Zur Person geh\u00f6rt daher das \u201eabsolute Zueignungsrecht des Menschen auf alle Sachen\u201c (\u00a744), denn nichts sei \u201eSelbstzweck \u2013 Lebendiges nicht; Nicht Blut, Juden \u2013 nicht Indien, \u00c4gypten\u201d. Da der Wille als absoluter alles sich zum Eigentum machen kann, so erstreckt er sich auch auf andere Menschen. Die b\u00fcrgerliche Gesellschaft bestimmt Hegel schlie\u00dflich als zur Kolonisation \u201egetrieben\u201d (\u00a7 248), um sich einen neuen Bedarf ihres Arbeitsflei\u00dfes zu verschaffen.<\/p>\n<p>Daraus folgt, wie Mills zu Recht unterstreicht, dass die\u00a0wei\u00dfe\u00a0\u201epersonhood\u201c die\u00a0nicht-wei\u00dfe\u00a0\u201esubpersonhood\u201c (Mills, 56) des globalen S\u00fcdens besitzen darf. Diese Philosophie schultere nicht die politische Verantwortung der Gleichstellung und -behandlung der Person, sondern verst\u00e4rke die soziale und \u00f6konomische Ungleichheit \u2013 und katalysiere rassistische Ungleichbehandlung weltweit. Trotz aller sp\u00e4teren Entkolonialisierungs-Bestrebungen bleibe die globale \u00d6konomie von den fr\u00fcheren Kolonialm\u00e4chten und ihren Finanzinstitutionen bis heute entlang des \u201eracial divide\u201c gesteuert.<\/p>\n<p>Auch Sylvia Wynther betont in\u00a0A black studies manifesto\u00a0von 1994, dass die Prophezeiung des US-amerikanischen Historikers W.E.B. Du Bois, das Problem des 20. Jahrhunderts werde jenes der\u00a0color line\u00a0sein, nach wie vor und vielleicht mehr denn je g\u00fcltig ist: \u201ethis line is made fixed and invariant by the institutionally determined differentiantial between Whites and Blacks\u201c (1996, 51). Obwohl ich daf\u00fcr halten m\u00f6chte, dass es nicht nur die\u00a0Black-White-color line\u00a0ist, die \u00fcber die ungleiche Verteilung globaler Ressourcen und Teilhabechancen bestimmt, sondern dass mehr als nur Schwarze Menschen dem Verdikt der subpersonhood ausgesetzt sind, also Personen des globalen S\u00fcdens insgesamt, die ja h\u00e4ufig mixed colored sind \u2013 in S\u00fcdafrika gibt es eine Stufenfolge der Hautfarben, an deren unterster Stelle Personen stehen, die afroasiatisch sind \u2013 , sind es mithin auch Bewohner:innen asiatischer und afrikanischer Staaten, die aufgrund der Geringsch\u00e4tzung ihres Aussehens rassistischen Behandlungen unterliegen. Diese bekunden sich nicht zuletzt in der unhinterfragten Ausbeutung der Bodensch\u00e4tze der entsprechenden L\u00e4nder und im Export von Klimakatastrophen, die eben diese \u201eAnderen\u201c zu Leidtragenden des \u00f6kologischen Raubbaus des globalen Nordens werden lassen.<\/p>\n<h3>Rassismus in der Kunst<\/h3>\n<p>Um nur kurz exotisierende bis diskriminierende Darstellungen der deutschen Kunstgeschichte, verbunden mit dem deutschen Kolonialismus, einzublenden, seien hier ein paar Gem\u00e4lde der deutschen\u00a0Br\u00fccke-Maler in Erinnerung gerufen. Emil Nolde nahm 1913\u201314 an der \u201eMedizinisch-demographischen Deutsch-Neuguinea-Expedition\u201c des Reichskolonialamts Berlin teil; einige der in diesem Kontext entstandenen Darstellungen \u201eanderer\u201c Personen lassen sich als rassistisch bezeichnen wie die\u00a0Neu-Guinea-Wilden\u00a0von 1915 und die\u00a0S\u00fcdseekrieger\u00a0von 1914.<\/p>\n<p>Auch die Malerei von Max Pechstein steht diesen exotisierenden bis rassistischen Abbildungen in nichts nach; Pechstein hat noch in den 1950er Jahren in der S\u00fcdsee dortige Bewohner:innen diskriminierend dargestellt, nunmehr in einem deutlich weniger expressionistischen Stil.<\/p>\n<p>Dieser deutsche Anteil an k\u00fcnstlerischer Rassifizierung ist mittlerweile gut dokumentiert und wird von zahlreichen Museen problematisiert. Die Vorsicht in Sachen repr\u00e4sentationaler Diskriminierung nicht-wei\u00dfer Personen geht heute so weit, dass etwa in der Gem\u00e4ldegalerie Berlins das Gem\u00e4lde von Sir Joshua Reynolds, das eine indische Dienerin zeigt, abgeh\u00e4ngt worden ist.<\/p>\n<p>1939 singt Billie Holiday erstmals ihr bekanntestes Lied\u00a0Strange Fruit, das aufgrund seines Verweises auf Lynchmorde zu singen ihr verboten wurde, weshalb sie vom FBI verfolgt und drangsaliert worden ist. Die US-K\u00fcnstlerin Kara Walker thematisiert in ihren Scherenschnittreliefs der 1990er Jahre den Kolonialismus, die fortdauernde Unterordnung der Schwarzen Frau neben Arten ihrer physischen Vergewaltigung.<\/p>\n<p>Lorna Simpson spielt ab 1986 auf die Hautfarbe und die mit ihr einhergehende symbolische Enthauptung und Entpers\u00f6nlichung der Schwarzen Frau an.<\/p>\n<p>Die S\u00fcdafrikanerin Bernie Searl stellt ihrerseits bis heute ihre Kategorisierung als\u00a0colored person\u00a0aus \u2013 in einer gegenw\u00e4rtigen Schau im Wolfsburger Kunstmuseum dramatisiert sie videotechnisch den Versuch, wei\u00df wie Schneewittchen zu werden. Der US-amerikanische Maler Kerry James Marhall schildert vor allem den sozial dienenden und zugleich unabk\u00f6mmlichen Status der Schwarzen Frau. Ch\u00e9ri Samba als einer der ersten afrikanischen K\u00fcnstler dramatisiert den\u00a0racial contract\u00a0als eine strangulierende Lebensbedingung.<\/p>\n<p>J\u00fcngere k\u00fcnstlerische Arbeiten etwa von der US-amerikanischen K\u00fcnstlerin Alison Saar, die in den 1990er Jahren black female identity thematisiert, kommen auf die Thematik der\u00a0Strange Fruit, der Lynchmorde zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der zeitgen\u00f6ssische US-amerikanische K\u00fcnstler Sam Durant trug sich die Kritik Schwarzer Personen ein, als er sein Schaffot in Erinnerung an diese Lynchmorde aufstellte, da er als Wei\u00dfer zur Aneignung dieses Leids nicht berechtigt sei.<\/p>\n<p>Ausgestellt und dramatisiert wird der Umgang mit vergangener und gegenw\u00e4rtiger rassialer Diskriminierung aber vor allem im US-amerikanischen Spielfilm. Ab den 1970er Jahren \u00fcbernehmen Schwarze Akteure Hauptrollen im Detektivfilm-Genre, das hybride Sozialstudien gebiert, in denen es um Selbstverst\u00e4ndigungsprozesse in den Black Communities geht. Der Detektivfilm Cotton comes to Harlem (USA 1970, \u00adR.: Ossie Davis) schl\u00e4gt eine thematische Br\u00fccke nach Afrika und bringt die Blaxploitation Movies auf den Weg. In\u00a0Coffy\u00a0(USA 1973) von Jack Hill darf sich erstmalig eine afroamerikanische Frau alias Pam Grier erm\u00e4chtigen und mit der Waffe ihr \u00dcberleben sichern, wie sp\u00e4ter in der namhaften filmischen Fortsetzung\u00a0Jacky Brown\u00a0durch Quentin Tarantino. Als das civil rights movement bedeutsamer wird, beginnt es diese Filme allerdings ob der Stereotypisierung Schwarzer Darsteller*innen zu kritisieren.<\/p>\n<p>Spike Lee weitet daher das Genre mit\u00a0Do the right thing (USA 1989) aus und erfindet neue filmische Formate wie die\u00a0Biopic Malcolm X\u00a0(USA 1992). In seinem j\u00fcngsten Spielfilm\u00a0BlacKkKlansman\u00a0(USA 2018) sucht er die Kontinuit\u00e4t der\u00a0BW-color-line-Problematik einerseits erneut zu erh\u00e4rten, indem er einen narrativen Bogen zwischen Ku-Klux-Klan-Umtrieben in den USA der 1970er Jahre und zeitgen\u00f6ssischen Neo-Nazi-Riots in Virginia und Charlottesville spannt. In der von ihm gew\u00e4hlten Genremischung aus Detective Story, Drama, Comedy und dokumentarischen Szenen l\u00e4sst er andererseits die\u00a0Blackpower\u00a0\u00fcber die\u00a0White Power\u00a0siegen.<\/p>\n<p>Aus den Perspektiven eines Schwarzen (John David Washington) und eines wei\u00dfen Undercover-Polizisten (Adam Driver) werden parallel die Blackpanther- und die Ku-Klux-Klan-Szenen in Colorado ausgesp\u00e4ht. Das Aussp\u00e4hen konzentriert sich allerdings deutlich intensiver auf die heutige rechtsradikale Szene und auf Arten der Schwarzen Mimikry an diese, die zu erheiternden Parodien Anlass gibt. Die von den Wei\u00dfen behauptete \u00dcberlegenheit ihrer Rasse wird auf verschiedenen Ebenen, auch der sprachlichen, widerlegt. Der im Film fiktionalisierte Ku-Klux-Klan-F\u00fchrer David Duke (Topher Grace) taucht gegen Ende in dokumentarischen Bildern als reale Person auf und inkorporiert gleichsam den\u00a0Racial Contract\u00a0und dessen G\u00fcltigkeit f\u00fcr die Gegenwart.<\/p>\n<p>Die Vergangenheit ist nicht tot, so die These von Spike Lees Film, die Diskriminierung geht zumindest im S\u00fcden der USA weiter, weshalb der Film auch Griffiths\u00a0The Birth of a Nation\u00a0(USA 1915) und Victor Flemings Gone With The Wind (USA 1939) und die Toten der Konf\u00f6derierten Armee des B\u00fcrgerkriegs zitiert; die Flagge der Konf\u00f6derierten ist bereits in der ersten Totalen zu sehen und weht gegen Ende zu den Neo-Nazi-Aufm\u00e4rschen in Charlottesville durch das Bild. Aber Blackpower erscheint selbstgewisser als fr\u00fcher, weshalb das Filmgenre einen schlauen Schwarzen Detective und Momente der Selbstparodie kennt. Gleichwohl verk\u00fcndet der Film als Warnung: Der B\u00fcrgerkrieg ist nicht vorbei, sein Schlachtruf klingt in Trumps Kurzformel America first wieder an!<\/p>\n<p>Unter dem Zeichen von Blackness gilt es heute zwischen verschiedenen Filmgenres zu unterscheiden, solchen, die zur Kl\u00e4rung der zeitgen\u00f6ssischen Lage afroamerikanischer Personen in den USA beitragen \u2013 die Serie\u00a0The Wire\u00a0(USA 2002\u20132008, P.: David Simon et al.) \u00fcbernimmt eine solche Funktion \u2013 und Filmen, die westliche Genres aufgreifen, um sie ins afrikanische oder afrodiasporische Milieu zu \u00fcbertragen und als afrofuturistische in experimentelle und selbstgewisse neue Formen zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>Symptomatisch l\u00e4sst sich ein Einstellungswandel hinsichtlich des Rassismusvorwurfs auch in der Bezugnahme Afrikas auf Europa im afrikanischen Kino erkennen: Seit Ousmane Sembenes Spielfilm\u00a0La noire de&#8230;\u00a0(1964), dem ersten s\u00fcdsaharischen Film \u00fcberhaupt, der dramatisiert, wie eine senegalesische Hausangestellte, von einer b\u00fcrgerlichen Familie in Frankreich rassistisch behandelt wird, sich das Leben nimmt und im Schwarz-Wei\u00df des Filmmaterials verschwimmt, werden die Filme zunehmend selbstgewisser und gegen\u00fcber dem Kolonisator aggressiv: Dijbril Diop Mamb\u00e9tys Spielfilm\u00a0Hy\u00e8nes\u00a0(1992) f\u00fchrt in Anlehnung an D\u00fcrrenmatts Drama\u00a0Der Besuch der alten Dame\u00a0eine kapitalistische wei\u00dfe Erpresserin in ein Dorf der Sahelzone, um die ethische Konsistenz der dortigen Gemeinschaft und ihre Nichtkorrumpierbarkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen; Med Hondos genialer Spielfilm\u00a0Soleil O\u00a0(1971) karikiert die Pariser Bourgeoisie, indem er sie wie H\u00fchner gackern l\u00e4sst, und widerlegt ihre l\u00e4cherliche Demonstration von \u00dcberlegenheit.<\/p>\n<p>Als symptomatisch f\u00fcr ein neues afrikanisch-souver\u00e4nes Kino sei hier der Spielfilm\u00a0Aristotle\u2019s Plot\u00a0(1996) von Jean-Pierre Bekolo erw\u00e4hnt, der sich in einem \u201aAfrika\u2018-reflexiven Spiel mit Genrekonventionen gef\u00e4llt, die zugleich verk\u00fcnden, dass Afrika nicht mehr nur auf dem Kontinent zu finden ist, sondern afropolitan geworden, mithin \u00fcberall ist. Als Auftragsarbeit f\u00fcr das British Film Institute zum hundertsten Geburtstag des Kinos 1995 realisiert, zu welchem der kamerunische Filmemacher einen \u201aafrikanischen\u2018 Beitrag liefern sollte, fragt der Film, was denn das Afrikanische an einem Spielfilm sein k\u00f6nne: folklorisierende Bilder mit Zebras und Giraffen vielleicht?<\/p>\n<p>Situiert an einem nicht n\u00e4her spezifizierten Ort, wird ein selbstironisches Spiel zwischen den phonetischen Freunden Cineast und Sillyass bzw. zwei filmfanatischen Schwarzen Protagonisten entfaltet, die sich in ihrer Wertsch\u00e4tzung von Filmen diametral gegen\u00fcberstehen. Das Alter Ego des Filmemachers, ein an westlichen Filmhochschulen ausgebildeter Cineast, lehnt die in den lokalen Kinos gezeigten US-amerikanischen Actionfilme ab und verlangt nach einer anspruchsvollen lokalen Kinematografie. Ihm stehen die Anh\u00e4nger der Action Movies und von deren Superhelden Bruce Lee und Arnold Schwarzenegger gegen\u00fcber, die die wenigen verbleibenden Kinos\u00e4le f\u00fcllen und sich mit den wei\u00dfen Leinwandhelden identifizieren.<\/p>\n<p>Bekolo befragt dieses Action-Genre und seine Narrationsgesetze, d. h. die aristotelische Poetik, ihre Vorschriften raumzeitlicher Einheit und spannungssteigernder Entfaltung des Plots und erkl\u00e4rt sie f\u00fcr un\u00fcbersetzbar in die afrikanischen Verh\u00e4ltnisse. Hier sei keine lineare Entwicklung darstellbar, nur Stillstand, Sackgassen, zyklische Wiederkehr. Bekolo r\u00e4umt aber ein, dass Aristoteles an einem Punkt doch die afrikanische Situation treffe: Da es Massaker und Elend mehr als genug in Afrika gebe, lasse sich die von ihm geforderte Produktion von Mitleid und Furcht hier besonders gut realisieren; Afrika sei der Kontinent der Katharsis schlechthin.<\/p>\n<p>Wie sp\u00e4testens an diesem Film zu ersehen, kennt die Zuschreibung von Blackness\/n\u00e9gritude heute keinen homogenen Adressaten mehr. Achille Mbembe begegnet diesem Problem in seiner Schrift\u00a0Critique de la raison n\u00e8gre\/Kritik der Schwarzen Vernunft\u00a0von 2013\/14 dergestalt, dass er das menschliche Verm\u00f6gen der Vernunft \u2013 und ausdr\u00fccklich nicht wie der Poet und Staatsmann L\u00e9opold S\u00e9dar Senghor jenes der Emotion \u2013 all jenen zuerkennt, die von den globalen symbolischen und \u00f6konomischen Wertsch\u00f6pfungsketten ausgeschlossen und im Sinne des Gesellschaftsvertrags \u201esubperson\u201c sind: dem Gros der Bev\u00f6lkerung des globalen S\u00fcdens und damit dem gesamten Spektrum an Hautfarben und ihren Mischungen.<\/p>\n<p>Obwohl er diese Vernunft \u201aSchwarz\u2018 nennt, versteht er sie nicht als rassial oder ethnisch kodiert, sondern vor allem \u00f6konomisch definiert. Schwarz fungiert hier als polemischer Marker, um all jenen, denen traditionellerweise die Vernunft aberkannt wird, eine reason of color, zuzuerkennen und mit ihr den Anspruch auf gleichberechtigte Teilhabe zu verbinden: \u201eSobald man das N-Wort ausspricht, holt man die Abf\u00e4lle unserer Welt ans Licht zur\u00fcck (&#8230;). Als Kolossos der Welt ist der N. jenes Feuer, das die Dinge der H\u00f6hle oder in dem leeren Grab, das unsere Welt ist, beleuchtet und so zeigt, wie sie wirklich sind (\u2026). Der Ausdruck N. ist eine Art Mneme, ein Zeichen, das daran erinnern soll, wie es dazu gekommen ist, dass in der Politik unserer Welt Tod und Leben in einem so engen Verh\u00e4ltnis zueinander definiert werden, dass es unm\u00f6glich geworden ist, die Grenzen zwischen dem Reich des Lebens und dem des Todes eindeutig zu bestimmen\u201c (108).<\/p>\n<p>Mit seinen polemischen Neubestimmungen sucht Mbembe den alten Schwarz-Wei\u00df-Gegensatz als epistemisch und ethisch unzul\u00e4nglich zu widerlegen. Die Schwarz getaufte Vernunft kann allen Hautfarben und ihren Mischungen eigen sein; wie den weltl\u00e4ufigen Afropolitanen, wie er sie in Abwandlung der Kosmopoliten nennt, soll allen die Integration unterschiedlicher Kulturen und deren Vereinigung zu einer \u00f6konomisch-\u00e4sthetischen Existenz von Weltl\u00e4ufigkeit offen stehen.<\/p>\n<p>Im Sinne der Anerkennung zeitgen\u00f6ssisch hybrider Existenz-<br \/>\nweisen fordert der Philosoph Paulin Hountondji aus Benin denn auch, den Mythos der Afrikanit\u00e4t zu dekonstruieren und sich von\u00a0N\u00e9gritude-Programmen Senghors und von anderen ethnozentrischen Denkans\u00e4tzen zu verabschieden: \u201e[I]t was necessary to begin by demythifying the concept of Africanity [\u2026]\u00a0to rid it\u00a0of all its ethical, religious, philosophical, political connotations\u201d (1981, S. 52).<br \/>\nStattdessen \u00adw\u00e4ren, so auch die von mir vertretene \u00dcberzeugung, Kunstpraktiken und -philosophien zu bef\u00f6rdern, die sich, im Sinne des karibischen Poeten und Philosophen \u00c9douard Glissant und seiner\u00a0Po\u00e9tique de la relation\u00a0(1990),\u00a0als relationale und \u201ekomposit-kulturelle\u201c verstehen. Ihnen ist aufgetragen, die Spannungen, die sich aus ihren historisch verschiedenen, kulturellen Herk\u00fcnften ergeben, \u00e4sthetisch offen zu legen und durchaus die \u00e4sthetische Disharmonie zum Austrag zu bringen.<\/p>\n<h3>Heutige Antirassismus-Kunstpraktiken<\/h3>\n<p>Weiterf\u00fchrend und ethisch-epistemisch herausfordernd war die Ausweitung des Themas Rassismus auf der j\u00fcngsten Berlin Biennale (2022) und ihre Verbindung mit dem Thema \u00d6kologie. Kunst als eigenwillig-autonome Setzung tritt hier allerdings hinter h\u00e4ufig medialen Kunstaktivismus zur\u00fcck; unter \u00dcberschriften wie \u201eImperial Ecologies\u201c und \u201eEnvironmental Racism\u201c werden zeitgen\u00f6ssische \u201eRegime der Unsichtbarkeit\u201c bzw. unsichtbar rassistischer Gewaltaus\u00fcbung videotechnisch erhellt. Der Initiator von\u00a0Forensic Architecture, Eyal Weitzmann, reklamiert f\u00fcr diese Arbeiten eine \u201eExpanded Aesthetics\u201c, da Fragen der Skalierung bei der digitalen Fixierung von Umwelt- und anderen Verbrechen mitzubedenken sind.<\/p>\n<p>Die Verbindung rassialer und \u00f6kologischer Fragen m\u00fcndet hier in den Vorwurf unterschiedlicher Arten heutiger Kriegsf\u00fchrung, in einem erweitertem Sinn als \u201eweaponizing of air, water and ice\u201c, als Zerst\u00f6rung von Landschaft, von Luft- und Lebensr\u00e4umen, dramatisiert. Diese gehen mit Massakern an Pal\u00e4stinenser:innen und anderen Ethnien wie etwa kanadischen Indigenen einher, die von Polizisten u.a. dem Tod durch Erfrieren ausgesetzt werden.<\/p>\n<p>Forensic Architecture versammelt \u201eCloud Studies\u201c, d. h. digitale Pr\u00e4sentationen biotechnologischer Kriegsf\u00fchrung, die wahlweise gegen Protestbewegungen, Bev\u00f6lkerungsteile, Landstriche oder Nachbarregime zum Einsatz kommen. Als die gegenw\u00e4rtig am h\u00e4ufigsten eingesetzten Waffen werden Chlorin, wei\u00dfer Phosphor, Glyphosat, Methan, Tr\u00e4nengas, aber auch die Strangulierung von Fl\u00fcssen oder die Umgestaltung von Landschaften ausgemacht. Aufzeichnungen karzinogener Tr\u00e4nengaseins\u00e4tze in urbanen Zentren zahlreicher St\u00e4dte wie Tijuana (Mexiko), in Hongkong, Portland oder Santiago de Chile bringen zum Vorschein, dass das Tr\u00e4nengas auch Bev\u00f6lkerungsteile sch\u00e4digt, die an den Protesten gar nicht beteiligt sind.<\/p>\n<p>Dank der molekularisierten Perspektive wird in zahlreichen der k\u00fcnstlerischen Dokumentationen die Doppelstrategie von \u00f6kologischem Raubbau und rassistischer Aggression sinnf\u00e4llig, so wenn israelische Pflanzer die ausgestreuten Pestizide vom Wind in Richtung Gazastreifen tragen lassen. Die k\u00fcnstlerische Kriegsberichterstattung erweitert sich hin zur Analyse k\u00fcnstlich herbeigef\u00fchrter Erdbeben, die auf biologische \u201eWolkenbomben\u201c zur\u00fcckgehen sollen und als Ergebnis franz\u00f6sischer Kernwaffentests in der algerischen W\u00fcste oder in der Demokratischen Republik Kongo ausgemacht werden, von Ammar Bouras in Fotokollagen und visuellen Ablichtungen des zur\u00fcckgelassenen F\u00e4sserm\u00fclls dokumentiert.<\/p>\n<p>Susanna Schuppli und Imani J. Brown prangern wiederum Arten petrochemischer Landzerst\u00f6rung mittels \u00d6lf\u00f6rderanlagen und Pipelinestrukturen im US-amerikanischen Siouxland und den Flutungszonen der Wetlands an. Gegen die gleichzeitige Zerst\u00f6rung des Lebensraums des antarktischen Eises pl\u00e4diert Schuppli f\u00fcr die Vergabe von \u201ecold rights\u201c an die Dakota und hebt diesen Anspruch in Wortspielen wie \u201ejust-ice\u201c hervor. Arten der Gegenwehr Schwarzer und Indigener Aktivisten und deren Forderungen nach indigenen Rechten und \u00d6koreparatur werden vermehrt expliziert.<\/p>\n<h3>Dividuell-k\u00fcnstlerische Verfahren im Sinne der Anti-Rassifzierung<\/h3>\n<p>Als\u00a0wei\u00dfe\u00a0deutsche Akademikerin m\u00f6chte ich nochmals behaupten, dass die Dichotomisierung der Hautfarben angesichts der kulturellen Verflechtungen nicht mehr die entscheidende Problematisierungskategorie der Gegenwart sein kann. Kunstwerke stellen sich zunehmend der heute erkannten Komplexit\u00e4t kulturellen und \u00f6kologischen Ineinanders. Denn auch die\u00a0BW-color-line\u00a0kann, wie bereits betont, Farbenblindheit erzeugen, wenn sie die anderen Hautfarbendifferenzen und die mit ihnen einhergehenden Bewertungen geringachtet oder unterschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>In Weiterf\u00fchrung des Begriffs der Intersektionalit\u00e4t habe ich selbst im Begriff der Dividuation (Ott 2015) zu fassen gesucht, dass Personen, Gesellschaften und Kunstpraktiken heute nicht mehr individuell, w\u00f6rtlich ungeteilt, sondern Vielfachteilhabende sind, da sie in die unterschiedlichen Register von Gender und Race, aber auch von Sprache, Kultur, Technologie, \u00d6konomie und \u00d6kologie involviert sind, mithin Schnittmengen freiwilliger und unfreiwilliger Teilhaben auf verschiedenen Ebenen bilden und sich ihre Komposit-Identit\u00e4t, wie Glissant sagt, in freilich unterschiedlichem \u00adFreiheitsgrad, \u00adkonstruieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Terminus Dividuum wird schon von Novalis und Nietzsche in Einsatz gebracht aufgrund der Erkenntnis, dass wir unsere F\u00e4higkeiten und Affekte aufspalten und uns zeitgleich Widerstrebigem widmen k\u00f6nnen, auf jeden Fall nicht dauerhaft als ungeteilte Einheit zu verstehen sind. Gilles Deleuze verwendet das Adjektiv \u201edividuell\u201c zur Charakterisierung von Filmen und musikalischen Kompositionen, die aufgrund ihres zeitbasierten Charakters und ihrer audiovisuellen Divergenz auf keinen gemeinsamen Nenner gebracht, mithin nicht individuell genannt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dividuation, der prozessorientiertere Name, will dabei verst\u00e4rkt die Ambivalenzen und Inkoh\u00e4renzen der Person, gewollte Verflechtung ebenso wie unbewusst-ungewollte Vereinnahmung ansagen. Denn wir sind, so lehrt die zeitgen\u00f6ssische Wissenschaft, in nicht unbedingt selbst-gew\u00e4hltem, aber konstitutivem Sinn mit vielf\u00e4ltig Anderen verbunden: Auf der biologischen Ebene mit biotischen Massen, die uns n\u00e4hren, \u00fcber unsere genetische Entfaltung mitbestimmen und sich gegenw\u00e4rtig aus \u00f6kologischer Perspektive als Agenten des planetaren Daseins mit unvorhersehbarer Fernwirkung vermehren; auf der soziologischen Ebene mit gesellschaftlichen Massen unterschiedlicher Kulturen und diverser Geschlechter, die unsere Subjektivierung und unser Lebensgef\u00fchl mitsteuern und im digitalen Vollzug f\u00fcr unseren affektiv-kommunikativen Sozialbezug wichtig sind. Gleichzeitig k\u00f6nnen unsere Einlassungen gef\u00e4hrlich werden, da wir pr\u00e4emptiv verrechnet, auf Nummerncodes und Passw\u00f6rter reduziert und zunehmend finanztechnisch kommodifiziert werden.<\/p>\n<p>Heute k\u00f6nnen dividuelle Statements in zahlreichen Kunstpraktiken beobachtet werden, etwa bei Ndidi Dike, die lieber als K\u00fcnstlerin aus Afrika denn als afrikanische K\u00fcnstlerin performiert. Sie wendet Taktiken des\u00a0reprendre, der Wiederaufnahme, an, wie von dem kongolesischen Philosophen Valentin Mudimbe gefordert, indem sie Materialien wie Gold und Vanille kombiniert und dar\u00fcber eine Kritik an der ruchlosen Extraktionspolitik der westeurop\u00e4ischen M\u00e4chte formuliert. In ihrer Multimedia-Installation\u00a0Commodities of Consumption and Sites of Extraction\u00a0von 2021 in der Savvy-Galerie Berlin stellt sie transparente Vorh\u00e4nge als Werbetr\u00e4ger f\u00fcr Vanille, Tee und andere Kolonialprodukte aus.<\/p>\n<p>Sie kontrastiert sie mit Reprints von schwarz-wei\u00df-Fotographien, die anonyme Schwarze Personen, historische Arbeitsverh\u00e4ltnisse und Arbeiter in Vanille-Fabriken zeigen, aber auch die Queen und Westminster Abbey, um das koloniale Setting zu evozieren. Zudem gibt es Texte zur Sklaverei und zur Forderung nach Restitution der Beninbronzen. Mit den vor die Vorh\u00e4nge gestellten Kuchenplatten verweist sie zudem auf die Ausbildung des englischen Geschmacks, wie er von dem Kunsthistoriker Simon Gikandi aus Kenia analysiert worden ist.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte abschlie\u00dfend behaupten, dass ihre Installation ein Beispiel \u00e4sthetisch-kultureller\u00a0Dividuation\u00a0abgibt, da sie auf \u00e4sthetische Praktiken des Westens referiert und diese mit Materialien aus dem globalen S\u00fcden kombiniert, um auf die nicht mehr hintergehbare Interdependenz zwischen den \u00f6konomischen und kulturellen Beitr\u00e4gen von Nord und S\u00fcd zu verweisen, die schon aufgrund der wechselseitigen Abh\u00e4ngigkeit gr\u00f6\u00dfere Probleme aufwerfen und die rassiale Problematik in den Hintergrund<br \/>\ntreten lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rassismusfragestellung tangiert alle post- und dekolonialen \u00dcberlegungen der Gegenwart und verunsichert sie, da sie eine notorische Farbenblindheit der Sprecher:innen des globalen Nordens unterstellt und die Berechtigung ihrer Aussagen in Zweifel zieht. 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