{"id":32693,"date":"2023-07-24T09:08:42","date_gmt":"2023-07-24T07:08:42","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=32693"},"modified":"2024-12-05T13:53:55","modified_gmt":"2024-12-05T12:53:55","slug":"irregulaere-geschlechtlichkeit-moraltheologische-gedanken-ueber-die-hindernisse-die-einer-revision-der-kirchlichen-lehre-ueber-queere-lebensweisen-im-wege-stehen","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/irregulaere-geschlechtlichkeit-moraltheologische-gedanken-ueber-die-hindernisse-die-einer-revision-der-kirchlichen-lehre-ueber-queere-lebensweisen-im-wege-stehen\/","title":{"rendered":"Irregular gender?"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Selten hei\u00dft schlie\u00dflich nicht seltsam oder monstr\u00f6s. Selten hei\u00dft nur selten. Es sind wom\u00f6glich nur Menschen, \u00fcber die seltener Geschichten erz\u00e4hlt werden.\u201c<\/p>\n<p>Carolin Emcke, 2017, 140.<\/p>\n<p>Rund um die Ph\u00e4nomene der Trans- und Intersexualit\u00e4t gibt es eine Reihe von ethischen und rechtlichen Fragen, die im 20.\u00a0Jahrhundert aufgebrochen sind, wenn wir etwa an m\u00f6gliche medizinische Interventionen denken oder auch Themen wie das Personenstandsrecht und den Anspruch auf rechtliche Gleichstellung im Bereich von Ehe und Familie. Die katholische Kirche und Theologie besitzen f\u00fcr solche ethischen und rechtlichen Fragen keine genuine Regelungskompetenz. Aus der christlichen Offenbarung oder dem christlichen Menschenbild \u2013 wenn es das im Singular \u00fcberhaupt gibt \u2013 lassen sich keine allgemein verbindlichen Antworten ethischer oder rechtlicher Natur herleiten.<\/p>\n<p>Die Aufgabe der Moraltheologie besteht meines Erachtens darin, kritisch zu pr\u00fcfen, welche moralischen Anspr\u00fcche im Raum des katholischen Christentums als Gottesgebote oder als Anweisungen der Sch\u00f6pfungsordnung zirkulieren. Ich werde daher dasjenige Denken in den Blick nehmen, mit dem sich die katholische Kirche in den Debatten um die Rechte queerer Personen gesellschaftspolitisch positioniert und das ihren Umgang mit queeren Gl\u00e4ubigen leitet. Dabei teile ich die Pr\u00e4misse, dass nicht Homosexuelle, Trans- oder Interpersonen begr\u00fcnden m\u00fcssen, \u201ewarum ihnen das Recht auf freie Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit zusteht, sondern alle, die ihnen dieses Recht absprechen wollen.\u201c<\/p>\n<p>Mir ist bewusst, dass der von mir vertretene Ansatz einer Autonomie der Moral manchen theologisch unzul\u00e4ssig scheint. Hier ist nicht der Ort, darauf n\u00e4her einzugehen.\u00a0Nur so viel: Wer Moral als theonom-vertikale Anordnung empfindet, der erteilt religi\u00f6sen Instanzen allzu schnell die Lizenz, sich von moralischen Wahrheiten zu dispensieren. Eine solche Religion kann keine ethisch \u00fcberzeugenden Antworten geben. Und ist nicht das die Situation, in die sich der Katholizismus der letzten, sagen wir, zweihundert Jahre man\u00f6vriert hat? Wer Autonomie attackiert, macht Religion zu etwas moralisch Obskuren.<\/p>\n<h3>Das katholische Geschlechterprotokoll<\/h3>\n<p>Die Erwartung des herk\u00f6mmlichen katholischen Geschlechterprotokolls an das korrekte Verhalten der Menschen lautet: \u201eJeder Mensch, ob Mann oder Frau, muss seine Geschlechtlichkeit (sexualem identitatem) anerkennen und annehmen (agnoscere et accipere)\u201c (Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2333). Damit ist aus lehramtlicher Sicht das Wesentliche gesagt. Was es bedeutet, die eigene Geschlechtlichkeit anzunehmen, erl\u00e4utert der Katechismus noch in der gleichen Nummer. Im zweiten Satz wird die geschlechtliche Identit\u00e4t unvermittelt mit Verhaltens-Erwartungen katholischer Ehemoral konfrontiert. Das Verh\u00e4ltnis der Person zu sich selbst als geschlechtliches Wesen wird von Anfang an einer sexuellen Anweisung unterworfen: \u201eDie leibliche, moralische und geistige Verschiedenheit und gegenseitige Erg\u00e4nzung (differentia et complementaritatis) sind auf die G\u00fcter der Ehe (bona matrimonii) und auf die Entfaltung des Familienlebens hingeordnet.\u201c Die geschlechtliche Identit\u00e4t des ersten Satzes ist demzufolge die Identit\u00e4t eines entweder weiblichen oder m\u00e4nnlichen K\u00f6rpers, der mit spezifischen moralischen und geistigen Merkmalen verbunden ist. M\u00e4nnliche K\u00f6rper werden durch weibliche, weibliche K\u00f6rper \u00addurch m\u00e4nnliche erg\u00e4nzt. Zweck dieser Erg\u00e4nzung sind die G\u00fcter der Ehe, das hei\u00dft gem\u00e4\u00df traditioneller Auffassung vorrangig die Zeugung eines Kindes. Inzwischen gilt auch der sexuelle Genuss von Mann und Frau als ein Gut, solange sie ehelich verbunden sind.<\/p>\n<p>Eine sexuelle Orientierung, die von dieser Hinordnung auf das andere Geschlecht abweicht, wird als \u201eobjektiv ungeordnet\u201c bewertet. Homosexualit\u00e4t widerspricht dem urspr\u00fcnglichen Sch\u00f6pfungsplan, so hat es Benedikt\u00a0XVI. ausgedr\u00fcckt.\u00a0Sexuelles Verhalten, das nicht gegengeschlechtlich vollzogen wird, bedeutet folglich eine Nicht-Anerkennung, eine Nicht-Annahme der geschlechtlichen Identit\u00e4t. Ein Mensch, dessen K\u00f6rper die Komplementarit\u00e4t von Mann und Frau im lehramtlichen Sinne nicht darstellen oder sexuell ausleben will oder kann, ist dazu verurteilt, allein zu bleiben \u2013 denn er gilt als ungeeignet, eine intime Partnerschaft auf wahrhaft menschliche Weise zu gestalten. Queere Geschlechtlichkeit ist gleichsam eine\u00a0Irregularit\u00e4t.\u00a0Die hingegen von den Eheleuten vorgelebte gegenseitige Erg\u00e4nzung \u2013 hier ist wohl an die moralische und geistige Dimension zu denken \u2013 zeigt ihren Kindern die Sch\u00f6nheit der katholischen Geschlechterordnung.<\/p>\n<p>Der dritte Satz der Nummer 2333 des Katechismus behauptet abschlie\u00dfend, dass die \u201eHarmonie des Paares und der Gesellschaft zum Teil davon (abh\u00e4ngt), wie Gegenseitigkeit, Bed\u00fcrftigkeit und wechselseitige Hilfe von Mann und Frau gelebt werden.\u201c W\u00fcrden sich die Menschen an das katholische Protokoll halten, st\u00fcnde es demnach gut um das Wohlergehen von Ehe und Familie wie der Gesellschaft im Ganzen. Der Katechismus verspricht Harmonie und Ordnung, denn Komplementarit\u00e4t verhindert Rivalit\u00e4ten und Konflikte zwischen den Geschlechtern. Daf\u00fcr ist nicht viel vonn\u00f6ten, blo\u00df die Anerkenntnis der je eigenen m\u00e4nnlichen oder weiblichen Geschlechtsidentit\u00e4t. Schon Paulus wusste, dass Gott kein Gott der Unordnung, sondern des Friedens ist (1\u00a0Kor\u00a014,33).<\/p>\n<p>Die katholische Protokollanweisung enth\u00e4lt das Versprechen einer harmonischen und friedlichen Gesellschaft, im Kleinen wie im Gro\u00dfen. Und wer sich nicht an die Gebote der objektiven Ordnung h\u00e4lt? Wer aus der Reihe tanzt? Der ist jemand, der aufgrund einer Auflehnung gegen die Weisheit des Sch\u00f6pfers\u00a0trouble\u00a0verursacht, der Konflikte sch\u00fcrt, den gesellschaftlichen Frieden und damit das Gemeinwohl gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<h3>\u201eKetzer der Liebe\u201c<\/h3>\n<p>Aber die Liebe \u2013 die h\u00e4lt sich, wie wir wissen, nicht ans katholische Protokoll: \u201eGef\u00fchle m\u00f6gen es nun einmal nicht, in eine feste Ordnung gebracht zu werden\u201c, schreibt Yukio Mishima in \u201eBekenntnisse einer Maske\u201c, diesem ber\u00fchmten autobiographischen Roman aus dem Jahr 1949 \u00fcber das homoerotische Begehren, dessen Anderssein nicht vorgesehen ist und sich die Liebe nicht vorstellen kann. Die Homosexualit\u00e4t ist \u201ejene Zone der Erotik\u201c, wie Thomas Mann 1922 erkennt, \u201ein der das allg\u00fcltig geglaubte Gesetz der Geschlechterpolarit\u00e4t sich als ausgeschaltet, als hinf\u00e4llig erweist, und in der wir Gleiches mit Gleichem (\u2026) verbunden sehen.\u201c\u00a0Das Ringen um die sittliche Bewertung der Homosexualit\u00e4t aufgrund ihres Andersseins nimmt vieles von den heutigen Debatten um queere Lebensweisen vorweg.<\/p>\n<p>Dass es bei der katholischen Sorge um die Bewahrung der \u201aobjektiven Ordnung\u2018 um das Sexualleben der Menschen geht, ist offensichtlich. Alle nicht-ehelichen und alle nicht-heterosexuellen Beziehungen sind aus lehramtlicher Sicht Strukturen der Verlockung zur S\u00fcnde. Die Ph\u00e4nomene der Homo-, Trans- und Intersexualit\u00e4t verbindet die Eigenschaft, dass sie mit einem von der Norm abweichenden Liebesleben verbunden sind, das kirchlich \u00e4ngstlich als permanente Gelegenheit zur S\u00fcnde be\u00e4ugt wird. Die kirchliche Doktrin zeigt aus diesem Grund bis heute wenig Empathie f\u00fcr die \u201eKetzer der Liebe\u201c, f\u00fcr die Au\u00dfenseiter der Geschlechtlichkeit, seien sie nun homo-, bi-, trans- oder intersexuell. Ich beschr\u00e4nke mich auf diesen Aspekt der kirchlichen Bewertung sexueller Minderheiten, weil er das Zentrum des lehramtlichen Unbehagens an sexueller und geschlechtlicher Vielfalt bildet. Zu beachten ist, dass sich das Lehramt bisher lediglich zur Homosexualit\u00e4t etwas ausf\u00fchrlicher ge\u00e4u\u00dfert hat; und auch das erst viele Jahrzehnte nach der Etablierung des Begriffs in den Sexualwissenschaften.\u00a0Das in den entsprechenden Dokumenten formulierte Urteil \u00fcber gleichgeschlechtliche Sexualit\u00e4t basiert auf Grunds\u00e4tzen, auf deren Basis die Bewertung der Liebesbeziehungen anderer queerer Personen leichtf\u00e4llt. Das Lehramt tut, worin es ge\u00fcbt ist, es gibt auf selbstreferentielle Weise Antworten auf neue Fragen, damit es zu keiner Kollision mit fr\u00fcheren Aussagen kommt.<\/p>\n<p>Eine Liebe, die der konventionellen Geschlechterordnung nicht entspricht, ist der katholischen Kirche zutiefst suspekt. Die Empfindungen der Liebenden sind f\u00fcr die H\u00fcter der objektiven Ordnung nicht der Rede wert. Das Tabu bringt sie zum Schweigen. Das nicht konforme Begehren kann sich daher nur codiert \u00e4u\u00dfern. Das gilt bis weit in das 20.\u00a0Jahrhundert hinein. Der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering, der die \u201eliterarische Produktivit\u00e4t\u201c des Tabus der ketzerischen Liebe \u201evon Winkelmann bis zu Thomas Mann\u201c untersucht hat, zieht am Ende seiner Studien dieses Fazit: \u201eLauter produktive Effekte des Zwangs zu Camouflage, lauter kleine Siege der Literatur \u00fcber Sprachlosigkeit und Sprechverbot, gar ein \u201aGegendiskurs\u2018 gegen Eingrenzungen, Sanktionsdrohungen, Pathologisierung: \u00dcber die Bewunderung f\u00fcr die literarischen Leistungen dieser Texte k\u00f6nnte am Ende doch in Vergessenheit geraten, dass sie alle von einem \u00fcberm\u00e4chtigen Zwang bestimmt sind, von Dem\u00fctigung und Isolation, dass sie nicht nur eine Reihe von Siegen darstellen, sondern zugleich eine einzige Niederlage. Listenreiche, findige, kunstvolle, zu Selbstbehauptung und Gegenwelt entschlossene Sklavensprache, aber Sklavensprache doch.\u201c<\/p>\n<h3>Sexuelle Utopien?<\/h3>\n<p>Mit zwei Beispielen m\u00f6chte ich veranschaulichen, was Detering meint. Das erste stammt aus dem 17. Jahrhundert und wird von Stephen Guy-Bray aus\u00a0queerer\u00a0Sicht als seltenes Zeugnis der Freundschaft zwischen zwei Frauen in der Renaissance interpretiert. Die Autorin Katherine Philips (1632\u20131664) schreibt in einem Gedicht mit dem Titel \u201eFriendship\u2019s Mystery, To my Dearest Lucasia\u201c:<\/p>\n<p>Come, my\u00a0Lucasia, since we see<\/p>\n<p>That Miracles Mens faith do move,<\/p>\n<p>By wonders and by prodigy<\/p>\n<p>To the dull angry world let\u2019s prove<\/p>\n<p>There\u2019s a Religion in our Love.<\/p>\n<p>Guy-Bray deutet diese Zeilen als die poetische Proklamation einer neuen Religion gleichgeschlechtlicher Liebe.\u00a0Diese Religion kann nur begriffen werden durch die Erfahrung der beiden Frauen \u2013 wie der christliche Glaube sich den Menschen erschlie\u00dft durch Wunder, die auf Erden geschehen. In der zweiten Strophe w\u00e4hlt Philips christliche Metaphern und Figuren, um die gleichgeschlechtliche Liebe auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Our Election is as free<\/p>\n<p>As Angels, who with greedy choice<\/p>\n<p>Are yet determin\u2019d to their joys.<\/p>\n<p>Die Theologie ist vertraut mit der Aufgabe, auf den ersten Blick Kontr\u00e4res wie Freiheit und Vorherbestimmung zusammenzudenken. Die Autorin \u00fcbertr\u00e4gt dies auf ihre Liebe zu Lucasia. Die intime Beziehung der beiden Frauen ist wie das Dasein der Engel: zur Freude bestimmt und sie ergreifend \u201ewith greedy choice\u201c. Die gleichgeschlechtliche Liebe ist v\u00f6llig nat\u00fcrlich und von Gott gewollt.\u00a0Im weiteren Gedicht wird die Freundschaft als Vereinigung zweier Personen entfaltet, die ihre Einsamkeit besiegen und sich besser erkennen. Vor allem ist es eine Beziehung, die Wechselseitigkeit und Gleichheit lebt (mutuality and equality), auch sexuell.<\/p>\n<p>Das zweite Beispiel ist ein Gedicht von August von Platen (1796\u20131835), dessen 1896 und 1900 ver\u00f6ffentlichte Tageb\u00fccher \u201edas erste authentische autobiographische Zeugnis eines deutschen Dichters \u00fcber seine homosexuelle Selbsterkenntnis und das Leiden an seiner Homosexualit\u00e4t\u201c\u00a0sind. Platens erotische \u201eNeigung\u201c zur \u201eM\u00e4nnerliebe\u201c (das sind seine Worte) ist nicht zu bestreiten. \u201eIch brauche mich dessen nicht zu sch\u00e4men, was mein eigenes Gewissen guthei\u00dft\u201c, notiert Platen in seinem Tagebuch. Selbst wenn er \u201enie einen Menschen finden werde\u201c, wie er melancholisch voranschickt, dem er Freundschaft und Liebe \u201eschenken kann\u201c.\u00a0Platen litt in seinem Leben verzweifelt unter dem \u201eWiderstreit von homoerotischem Empfinden und dessen Stigmatisierung\u201c. Er hat seinen \u201eGegendiskurs\u201c mit den folgenden ber\u00fchmten Zeilen gef\u00fchrt:<\/p>\n<p>Ich bin wie Leib dem Geist, wie Geist dem Leibe dir;<\/p>\n<p>Ich bin wie Weib dem Mann, wie Mann dem Weibe dir,<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>Ich bin der Sonne Pfeil, des Mondes Scheibe dir;<\/p>\n<p>Was willst du noch? Was blickt die Sehnsucht noch umher?<\/p>\n<p>Wirf Alles, Alles hin: du wei\u00dft, ich bleibe dir!<\/p>\n<p>Das redende Ich bestimmt sich, seine homoerotische Liebe \u201ein seiner Bezogenheit auf das angeredete Du hin.\u201c\u00a0Hier wird \u201eeine paradoxe Ineinssetzung von diametral Gegens\u00e4tzlichem behauptet (\u2026). Das Ich ist dem Du\u00a0zugleich\u00a0\u201awie Weib dem Mann\u2018 und \u201awie Mann dem Weibe\u2018\u201c. Der Text legt eine F\u00e4hrte f\u00fcr die Auslegung, bleibt aber eine Tarnung. Liest man die Verse jedoch im Wissen um das homoerotische Ich, wird die Homoerotik \u201eoffensiv\u00a0zur Geltung gebracht\u201c, und zwar auf eine Weise, die eine private wie eine gesellschaftliche Utopie beinhaltet. Noch einmal Detering: \u201eNur in der homosexuellen Beziehung ist jene v\u00f6llig gleichberechtigte Austauschbarkeit und damit jene Aufhebung der Geschlechterrollen m\u00f6glich, die in der heterosexuellen immer utopisch bleiben muss. Aus der privaten Utopie einer frei ausgelebten Sexualit\u00e4t, die Platen im Gedicht entwerfen lie\u00df, was er im Leben zu unterdr\u00fccken suchte, wird eine ihrem Anspruch nach menschheitliche Utopie entwickelt.\u201c<\/p>\n<p>In der homoerotischen Literatur zeigt sich, wie sozial auferlegte Identit\u00e4ten von Weiblichkeit und M\u00e4nnlichkeit unterlaufen werden k\u00f6nnen. Es wird demonstriert, dass es mehr Arten gibt, Mensch zu sein, als die bisherigen Kategorisierungen erlauben.<\/p>\n<h3>Verletzendes Reden<\/h3>\n<p>Die Verschiedenheit m\u00e4nnlicher und weiblicher K\u00f6rper, an der sich das katholische Geschlechterprotokoll orientiert, weicht in den beiden Beispielen homoerotischer Dichtung dem freien wechselseitigen Begehren und Lieben. Die katholische Kirche w\u00fcrdigt diese menschheitliche Utopie mit keinem Wort. Sie denkt dabei nur an zwei Dinge, an Sexualit\u00e4t \u2013 und an sich selbst, also an Autorit\u00e4t. Um es pointiert zu sagen: Es gibt f\u00fcr sie keinen richtigen Sex mit den \u201afalschen\u2018 K\u00f6rpern. Sie meint nicht nur bestimmen zu k\u00f6nnen, in welchen Stellungen m\u00e4nnliche und weibliche K\u00f6rper sexuell interagieren sollen; sie denkt vor allem, dass sexuelles Verhalten nicht in Ordnung ist, wenn in ihm K\u00f6rper involviert sind, die keinen Zeugungsakt vollziehen oder zumindest simulieren k\u00f6nnen. \u201eDie Geschlechtsorgane von Mann und Frau passen perfekt zusammen. Sie verschwinden gleichsam ineinander und erm\u00f6glichen so in der Sexualit\u00e4t personale Begegnung und Zeugung neuer Menschen\u201c. Personen, die davon ausgehen, dass die anatomische Gestalt ihres K\u00f6rpers sie nicht darauf festlegt, wen sie lieben k\u00f6nnen, damit es anerkennungsw\u00fcrdig ist, gelten als Opfer der Genderideologie.<\/p>\n<p>Der im katholischen Raum seit inzwischen mehr als zwei Jahrzehnten kursierende Vorwurf der\u00a0Genderideologie\u00a0ist eine Form von\u00a0hate speech, von sprachlicher Gewalt.\u00a0Denn wer Andersdenkende als ideologisch bezeichnet, der bezichtigt sie, die \u201ewirklichen, tats\u00e4chlichen\u00a0Umst\u00e4nde\u201c\u00a0in ihr Gegenteil zu verkehren. Sprachwissenschaftlich gilt die Sprechhandlung\u00a0Vorwurf\u00a0als ein probates aggressives Mittel, um Kommunikation eskalieren zu lassen. Durch den Ideologievorwurf soll die Glaubw\u00fcrdigkeit der Person, die gegenteiliger \u00dcberzeugung ist, desavouiert werden. Nur auf der eigenen Seite sei Wahrheit und Vernunft zu finden. Wer anders denke, vertrete lediglich partikulare Interessen. Im allt\u00e4glichen Sprachgebrauch wird Ideologie \u201emeist in einem antonymem Verh\u00e4ltnis zu etwas verwendet, das sich als Wahrheit, Wirklichkeit, Wissenschaft, Erkenntnis (oder auch plumper als \u201agesunder\u2018 Menschenverstand) geriert.\u201c<\/p>\n<p>Diejenigen, die in \u00f6ffentlicher Kommunikation mit dem Ideologievorwurf operieren, heischen um \u201eAkklamation durch Dritte.\u201c\u00a0Der Vorwurf der Genderideologie versteht sich im katholischen Raum bei denen, die ihn einsetzen, vermutlich als eine Form von Evangelisierung in einem bestimmten sozialen Milieu. Ein Musterbeispiel, bei dem zus\u00e4tzlich das\u00a0argumentum ad hominem\u00a0eingesetzt wird, bildet die folgende Aussage: \u201eF\u00fcr den gesunden Menschenverstand ist die Akzeptanz der Homosexualit\u00e4t selbstverst\u00e4ndlich undenkbar. Der Mensch aber, wenn er starrk\u00f6pfig ist, ist im Stande, bis zu seinem Lebensende jede beliebige Absurdit\u00e4t zu verteidigen. Begegnet man also wieder einer solchen Absurdit\u00e4t, so ist es viel angemessener, sich nicht auf sie zu konzentrieren, sondern vielmehr auf die Analyse der Pers\u00f6nlichkeit dessen, der diese von sich gibt (\u2026). \u00dcblicherweise best\u00e4tigt sich die folgende Faustregel: die Apologie der Deviation r\u00fchrt von dieser selbst beziehungsweise von einer anderen her.\u201c\u00a0Es stimmt: Zweifelnd k\u00f6nnte man \u201enicht so au\u00dfer sich sein. Um zu hassen braucht es absolute Gewissheit. Jedes Vielleicht w\u00e4re da st\u00f6rend.\u201c<\/p>\n<h3>Vier Hindernisse<\/h3>\n<p>Codierte Liebeslyrik auf der einen,\u00a0hate speech\u00a0auf der anderen Seite. Ist die katholische Kirche in der Lage, ihr Urteil \u00fcber die Ketzer der Liebe zu revidieren? Akzeptiert sie queere Identit\u00e4ten und Lebensweisen und verabschiedet sie sich von der Behauptung, diese seien sch\u00f6pfungswidrig? Dass sich das Lehramt noch nicht durchringen kann, seine Position zu \u00e4ndern, ist bekannt. Ich sehe vier Hindernisse, die der Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Wege stehen.<\/p>\n<p>(1)\u00a0Die erste H\u00fcrde ist altehrw\u00fcrdig und findet in der christlichen Theologie bis heute Verwendung. Bekanntlich sei es die\u00a0Natur, die der Moral der menschlichen Sexualit\u00e4t die Grenze zwischen Erlaubtem und Unerlaubtem ziehe. Betont wird, dass diese Natur, \u201eetwas, das \u201anat\u00fcrlich\u2018 ist f\u00fcr alle\u201c, der Person \u00fcbergeordnet und damit ihrer gestaltenden Verf\u00fcgung entzogen ist. Bei genauerer Betrachtung f\u00e4llt das Argument in sich zusammen.\u00a0Zum einen ist es nicht selten lediglich der \u201agesunde Menschenverstand\u2018 \u2013 oder: M\u00e4nnerverstand \u2013, der das sozial \u00dcbliche zum Nat\u00fcrlichen erkl\u00e4rt. Zum anderen tritt das Recht der Natur im Bereich der Sexualit\u00e4t weniger als das Recht der menschlichen Vernunftnatur auf (secundum rationem) als vielmehr das Recht, das sich auf bestimmte biologische Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der Reproduktion bezieht (secundum naturam), die wir mit den Tieren gemeinsam haben.<\/p>\n<p>Menschliches Sexualverhalten an biologischen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten zu messen, unterbietet eine zentrale Intention des Naturrechts, die darin besteht, die Freiheit personaler Existenz zu verteidigen. Im Bereich von Sexualit\u00e4t und Geschlechtlichkeit gilt die eben skizzierte Variante des \u201anaturalisierten\u2018 Naturrechts bis in die Gegenwart hinein als Schutzwall gegen die Emanzipationsanspr\u00fcche sexueller Minderheiten. Begreift man Naturrecht als Freiheitsrecht, weil ohne Freiheit vom Wesen des Menschen nicht sinnvoll zu sprechen ist, b\u00fc\u00dft das Naturrecht der biologischen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten seine strenge normative Geltung ein. Die Frage ist berechtigt: \u201eWarum sollte einem ver\u00e4nderten oder uneindeutigen K\u00f6rper weniger W\u00fcrde, weniger Sch\u00f6nheit oder weniger Anerkennung zukommen?\u201c\u00a0Theologisch gewendet: Warum sollte sich der Wille Gottes mehr in biologischen Prozessen als in personalen Freiheitsvollz\u00fcgen zeigen?<\/p>\n<p>Um an dieser Stelle nicht missverstanden zu werden: Ich kann keinen Grund erkennen, der naturwissenschaftlichen Aussage nicht zuzustimmen, dass die menschliche Spezies zur Gattung der Lebewesen z\u00e4hlt, die sich auf zweigeschlechtliche Weise fortpflanzen. Grundlage dieser Definition von sex ist die evolution\u00e4re Tatsache der menschlichen Reproduktionsstrategie, die auf zwei verschiedenen Keimzellen beruht, die zwei Geschlechter konstituieren. Auf dieser biologischen Betrachtungsebene ist weiterhin von zwei Geschlechtern mit typischen Merkmalen zu sprechen; auch wenn diese Merkmale nicht von jedem Individuum auf die gleiche Weise verwirklicht werden. Es geh\u00f6rt zur Natur der menschlichen Art, wie wir immer besser begreifen, dass es Variationen und Zwischenformen in der sexuellen Entwicklung, der sexuellen Orientierung und in der Geschlechtsidentit\u00e4t gibt \u2013 sowie das Ph\u00e4nomen der Intersexualit\u00e4t, das als solches mit seiner geschlechtlichen Uneindeutigkeit aber nicht die Zweigeschlechtlichkeit im oben definierten Sinne dementiert. Meines Erachtens ist es wissenschaftlich gesichert zu sagen, dass es das m\u00e4nnliche und das weibliche Geschlecht mit Variationen gibt, die hinsichtlich einer Vielzahl biologischer Merkmale ein Kontinuum, ein Spektrum zwischen m\u00e4nnlich und weiblich bilden.\u00a0Binarit\u00e4t und Vielfalt bzw. Uneindeutigkeit schlie\u00dfen sich nicht aus, was wom\u00f6glich f\u00fcr die gereizten Debatten um die Geschlechtlichkeit ein Angebot zur Verst\u00e4ndigung sein k\u00f6nnte. Ich denke daher nicht, dass \u201emit der Behauptung der Nat\u00fcrlichkeit der Geschlechter sich immer der Anspruch an ihre unver\u00e4nderliche\u00a0Eindeutigkeit\u201c\u00a0verbindet.<\/p>\n<p>Wie der Mensch als das von Natur aus zur kulturellen \u00dcberformung bef\u00e4higte und bestimmte Lebewesen die eigene Sexualit\u00e4t und Geschlechtlichkeit auf vielf\u00e4ltige Weise gestaltet und normiert, unterliegt sozialen und kulturellen Bedingungen und Ver\u00e4nderungen, die sich wissenschaftlich rekonstruieren lassen. F\u00fcr diese alte Einsicht hat sich im letzten halben Jahrhundert der Begriff\u00a0Gender\u00a0etabliert. Die moralische Ordnung der Geschlechtlichkeit ist Produkt menschlicher Autonomie, die nat\u00fcrliche Ph\u00e4nomene ber\u00fccksichtigt, ohne aus ihnen unmittelbar sittliches Sollen abzuleiten. Das hei\u00dft zum Beispiel: Die Forderung, nur heterosexuelle Intimbeziehungen moralisch zu achten, ignoriert die\u00a0nat\u00fcrliche\u00a0\u201efundamentale Bedingung\u201c und \u201efeste innere Struktur\u201c\u00a0der Liebesf\u00e4higkeit nicht-heterosexueller Personen.<\/p>\n<p>Um herauszufinden, welche moralischen Ma\u00dfst\u00e4be an sexuelles Verhalten anzulegen sind, gen\u00fcgt es nicht, auf die Faktizit\u00e4t des Begehrens hinzuweisen; sondern hier z\u00e4hlt die Freiheitsnatur des Menschen, die vor allem den wechselseitigen Respekt von Selbstbestimmung und Integrit\u00e4t verlangt. Weil Homo-, Trans- oder Intersexualit\u00e4t keine G\u00fcter verletzen und keinen Schaden verursachen, werfen sie keine moralischen Fragen auf. Hinsichtlich der Homosexualit\u00e4t haben dies Autoren wie Kurt Tucholsky schon in den 1920er Jahren artikuliert: \u201eDie Sch\u00e4dlichkeit der Homosexualit\u00e4t ist nicht nachgewiesen.\u201c<\/p>\n<p>(2)\u00a0Die zweite H\u00fcrde wird mit der\u00a0Heiligen Schrift\u00a0errichtet und findet sich beispielhaft in einem lehramtlichen Dokument aus dem Jahr 1986.\u00a0Die biblischen Belege f\u00fcr eine Verdammung gleichgeschlechtlicher Sexualkontakte seien eindeutig. Wir h\u00e4tten es demnach mit einem\u00a0theokratischen Gesetz\u00a0zu tun.\u00a0Die Glaubenskongregation will mit diesem Urteil jene korrigieren, die seit den 1960er Jahren in der Interpretation der einschl\u00e4gigen biblischen Texte exegetisch zu anderen Schl\u00fcssen gekommen sind. Deren Urteil, dass die Bibel homoerotische Liebesbeziehungen weder kennt noch verurteilt, sei nicht ausschlaggebend, weil diese Auslegung der Tradition widerspreche, die gleichgeschlechtliches Verhalten stets negativ beurteilt habe.<\/p>\n<p>Zum gegenteiligen Ergebnis kommen kirchliche Dokumente, die den Befund, dass in der Bibel von liebevollen Beziehungen zwischen M\u00e4nnern oder Frauen die Rede ist, als Argument\u00a0f\u00fcr\u00a0die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen betrachten.\u00a0Biblische Texte lassen sich offenkundig sowohl f\u00fcr eine queer-feindliche als auch f\u00fcr eine queer-freundliche Haltung benutzen. Dieses Dilemma gegenteiliger Schl\u00fcsse aus der Lekt\u00fcre der Bibel ist nicht neu. Aus moraltheologischer Sicht l\u00e4sst es sich aufl\u00f6sen. Ob eine moralische \u00dcberzeugung mit S\u00e4tzen einer Heiligen Schrift \u00fcbereinstimmt oder nicht, ist f\u00fcr die Geltung einer sittlichen Norm nachrangig. Nicht die Bibel legt die Moral, die Moral legt die Bibel aus.<\/p>\n<p>(3)\u00a0Als dritte H\u00fcrde fungiert ein bestimmtes Konzept der\u00a0Sakramentalit\u00e4t.\u00a0Der Gedanke lautet: Das Verh\u00e4ltnis Gottes zu den Menschen weist bestimmte Merkmale auf, die nur in einer heterosexuellen ehelichen Partnerschaft zur zeichenhaften Darstellung kommen k\u00f6nnen: \u201eWenn man fragt, wer von beiden \u2013 Mann oder Frau \u2013 das sch\u00f6pferische Wort Gottes, und wer von beiden \u2013 Mann oder Frau \u2013 den empfangenden (responsorischen) Charakter der Sch\u00f6pfung personifizieren bzw. repr\u00e4sentieren kann, dann wird einsichtig, warum die j\u00fcdisch-christliche Ikonographie Sch\u00f6pfung, Synagoge und Kirche immer weiblich und den Sch\u00f6pfer und den g\u00f6ttlichen Logos immer m\u00e4nnlich konnotiert.\u201c<\/p>\n<p>Als\u00a0sakramental\u00a0begreift sich diese Wahrnehmung von Wirklichkeit, weil sie unter dem Sichtbaren eine tiefere Schicht vermutet, ein Geheimnis, \u201edas sich letztlich erst im Blick auf Jesus Christus enth\u00fcllt.\u201c Die Kirche sei \u201em\u00f6glicherweise (\u2026) mit ihrem sakramentalen Verst\u00e4ndnis der Geschlechterdifferenz das letzte Bollwerk gegen eine ungeheure Vergleichg\u00fcltigung\u201c \u2013 eine Vergleichg\u00fcltigung, die sich im oberfl\u00e4chlichen Umgang mit Sexualit\u00e4t in westlichen Gesellschaften zeige. Es geht Karl-Heinz Menke mit diesen \u00dcberlegungen um den Aufweis, warum Frauen nicht zu Priestern geweiht werden k\u00f6nnen. Aber dieses sakramentale Verst\u00e4ndnis der Geschlechterdifferenz spielt auch in der Sexualmoral eine wichtige Rolle und wird dort gegen die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen eingesetzt. Das bedeutet, wer autonom, das hei\u00dft mit sittlichen Kategorien, sexuelle Beziehungen beurteilt, denkt oberfl\u00e4chlich. Die Asymmetrie zwischen Sch\u00f6pfer und Gesch\u00f6pf m\u00fcsse gespiegelt, repr\u00e4sentiert werden in der Asymmetrie zwischen Mann und Frau. Nur wer diese theologische Tiefenschicht der Ehe erkenne, k\u00f6nne nachvollziehen, weshalb davon abweichende Sexualit\u00e4ten theologisch unvorstellbar sind: Sie k\u00f6nnen die Relation Gottes zum Menschen nicht darstellen, weil sie gleichgeschlechtlich sind. Der Passauer Bischof Stefan Oster schlie\u00dft sich diesem Konzept nahtlos an und verk\u00fcndet: \u201eWenn (\u2026) der Mensch selbst berufen ist, Sakrament zu sein und wenn zugleich auch die Kirche als Sakrament \u201ainnigster Vereinigung\u2018 von Gott und Menschheit beschrieben wird, wenn die Schrift Christus und die Kirche als Braut und Br\u00e4utigam beschreibt, dann ist f\u00fcr den Sinn von Sexualit\u00e4t aus ihrem Ursprung her ebenfalls \u201ainnigste Vereinigung\u2018 gemeint und damit auch Treue, Dauerhaftigkeit und Fruchtbarkeit. (\u2026) In diesem Sinn sind dann die Ehe und die darin gelebte Sexualit\u00e4t \u201aheilig\u2018, geheiligt durch Gott und im Ursprung von ihm so gemeint.\u201c<\/p>\n<p>Das \u201eVerh\u00e4ltnis von Braut und Br\u00e4utigam\u201c sei so fest mit dem Geheimnis von Sch\u00f6pfung und Erl\u00f6sung verbunden, dass es f\u00fcr gl\u00e4ubige Menschen als Norm f\u00fcr die menschliche Sexualit\u00e4t anzuerkennen sei. Umkehr zum sakramentalen Verst\u00e4ndnis oder Anpassung an die \u201eLiberalit\u00e4t in Liebesdingen\u201c\u00a0\u2013 zwischen diesen Optionen habe sich die Kirche zu entscheiden. Vertikale Glaubenserkenntnis (das hei\u00dft bei Oster die durch Schrift und Lehramt geschenkte Erkenntnis des \u201aurspr\u00fcnglich von Gott gewollten\u2018) schl\u00e4gt \u201ehorizontal gewonnene humanwissenschaftliche Erkenntnisse und die Ber\u00fccksichtigung lebensweltlicher Normalit\u00e4t.\u201c\u00a0Der Glaube l\u00e4utert die \u201ewissenschaftliche Analyse\u201c\u00a0und die menschliche Freiheit. Diese Idee l\u00e4uft auf eine religi\u00f6se Selbsterm\u00e4chtigung hinaus, sich von Ethik zu dispensieren. Das moralische Urteil steht im Akt der Unterwerfung unter religi\u00f6se Autorit\u00e4t immer bereits fest. Wer davon abweicht, dem werden keine Gr\u00fcnde der praktischen Vernunft dargelegt, sondern wird zur Umkehr aufgerufen. Ein ethikfreies Amt will keine sittliche Freiheit f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen \u2013 es will am Ende knechtische Unterw\u00fcrfigkeit.<\/p>\n<p>Ich bin wie Weib dem Mann, wie Mann dem Weibe dir, hatte Platen gedichtet. Damit war das sexuelle Verh\u00e4ltnis von Ich und Du befreit vom heterosexuellen Protokoll. Die M\u00e4nnlichkeit und Weiblichkeit zugeschriebenen Eigenschaften stehen M\u00e4nnern wie Frauen zur Verf\u00fcgung; sie sind menschliche F\u00e4higkeiten. Sie sind fluide. Im katholischen Modell erstarren sie wieder in alter Polarit\u00e4t. Dort hei\u00dft es dann, dass auch in homosexuellen Beziehungen das Rollenmodell m\u00e4nnlich\/weiblich (als Kopie!) realisiert werde\u00a0\u2013 eine im Vergleich zu Platen wahrlich beschr\u00e4nkte Sicht auf die menschliche Geschlechtlichkeit. Aus freien religi\u00f6sen Assoziationen \u00fcber die Sakramentalit\u00e4t der Ehe lassen sich keine ethischen Gebote ableiten. Ist es Ahnungslosigkeit, es dennoch zu versuchen \u2013 oder eine autorit\u00e4re Gesinnung, die sich nicht darum schert, ob die eigene Moral dem Gegen\u00fcber vern\u00fcnftig zu vermitteln ist?<\/p>\n<p>Dabei k\u00f6nnte es anders sein; selbst im orthodoxen Denken. Gegen\u00fcber Gott wird vom Menschen Unterwerfung erwartet, die weiblich konnotiert ist, weshalb es zu einer symbolischen Feminisierung von M\u00e4nnlichkeit kommt. M\u00e4nner sollen marianisch werden, Frauen sollen marianisch bleiben. Das ist bei Joseph Ratzinger nachzulesen. Katholische Queerness ist ein Vorrecht der M\u00e4nner. Der Grund ist unschwer zu erraten. Auf diese Weise sch\u00fctzen sich M\u00e4nner vor Frauen im Amt. Es bleibt bei der Asymmetrie der Geschlechter bei gleichzeitiger \u00dcberschreitung von Geschlechtsidentit\u00e4t. Das k\u00f6nnte ein Grund sein, warum der Katholizismus f\u00fcr queere m\u00e4nnliche Personen so attraktiv erscheint, ein bekanntes Beispiel ist Oscar Wilde. Er steht auf der Ebene etwa der \u00e4sthetischen Gestaltung f\u00fcr eine andere Form von M\u00e4nnlichkeit.<\/p>\n<p>Aus ethischer Hinsicht ist der dogmatische Gedankengang kein starkes Argument. Man kann die Wirklichkeit so betrachten, wie es Menke und mit ihm viele andere tun. Aber moralische Forderungen aus religi\u00f6ser Symbolik abzuleiten, bringt das Moralische um seine Pointe. Denn wer sch\u00fctzt die Menschen vor der Willk\u00fcr derjenigen, die aus ihrer besseren Einsicht in die Tiefenschicht oder Symbolik der Wirklichkeit f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, anderen moralische Vorschriften zu machen? Es scheint mir, dass es am Ende nicht um Ethik geht, wenn die Akzeptanz queeren Liebeslebens als Ausdruck einer oberfl\u00e4chlichen Kultur diskreditiert wird. Das f\u00fchrt mich zum vierten Hindernis.<\/p>\n<p>(4)\u00a0In der Theologischen Quartalschrift hat der Trierer Moraltheologe Johannes Brantl im letzten Jahr folgende \u00dcberlegung vorgetragen: Das \u201eAnliegen einer Weiterentwicklung der Sexuallehre [sollte] sich nicht an gesamtgesellschaftlichen Erwartungen und Plausibilit\u00e4ten, partikularen Interessen einzelner Gruppen oder Opportunit\u00e4tsfragen orientieren, sondern vielmehr bei den f\u00fcr Kirche und Theologie ma\u00dfgeblichen Quellen von Heiliger Schrift und Tradition ansetzen und das eigene Profil durchaus selbstbewusst inmitten der gegenw\u00e4rtigen Pluralit\u00e4t von Vorstellungen eines gelingenden Lebens stark zu (sic!) machen.\u201c<\/p>\n<p>Die zentralen Normen \u2013 die Exklusivit\u00e4t ehelicher Sexualit\u00e4t, der Vorrang der Generativit\u00e4t und die Missbilligung gleichgeschlechtlicher Praktiken und Beziehungen \u2013 werden mit Benedikt\u00a0XVI. \u201ehuman\u00f6kologisch\u201c\u00a0begr\u00fcndet, also mit dem Buch der Natur, aus dem der Mensch bestimmte Pflichten gegen\u00fcber seiner entweder weiblichen oder m\u00e4nnlichen K\u00f6rperlichkeit entnehmen k\u00f6nne. Zu beachten sei \u201ezudem, dass die f\u00fcr eine christliche Anthropologie ma\u00dfgeblichen biblischen Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlungen das Modell der Heteronormativit\u00e4t und den Gesichtspunkt der Fortpflanzung in Verbindung mit der Zweigeschlechtlichkeit des Menschen besonders w\u00fcrdigen.\u201c\u00a0Das \u201eMerkmal der Gegengeschlechtlichkeit\u201c sei \u201ebiblisch fundiert\u201c und Teil des eigenen Profils katholischer Morallehre. Die Forderung einer Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften finde \u201einnerhalb der Bibel keinerlei Anhaltspunkte\u201c, wie auch die P\u00e4pstliche Bibelkommission 2019 noch einmal festgestellt habe.<\/p>\n<p>Am Ende seiner \u00dcberlegungen greift Brantl auf den \u201eErfahrungsvorsprung der kirchlichen Tradition und Gemeinschaft vor dem Einzelnen zur\u00fcck\u201c, was dem kirchlichen Lehramt \u201esozusagen einen Argumentationsvorteil\u201c\u00a0verschaffe. Ob sich Frauen oder sexuelle Minderheiten in diesem katholischen Erfahrungsvorsprung und Argumentationsvorteil gut aufgehoben f\u00fchlen, m\u00fcsste man diese fragen; oder handelt es sich um die erw\u00e4hnten \u00ad\u201epartikularen Interessen einzelner Gruppen\u201c? Mich irritiert, wie hier ganz selbstverst\u00e4ndlich davon ausgegangen wird, das kirchliche Lehramt verstehe sich besonders gut auf die Heiligkeit der Sitten.<\/p>\n<p>Der Text von Brantl ist ein Dokument der Sorge, dass eine \u00c4nderung der Lehre mit der Bewahrung des Profils oder der Identit\u00e4t katholischer Morallehre nicht vereinbar ist. Diese Identit\u00e4t soll gegen gesamtgesellschaftliche Plausibilit\u00e4ten (weniger gegen ethische Einw\u00e4nde) verteidigt werden. Eine Kritik der kirchlichen Morallehre auf der Grundlage sittlicher Autonomie ist daher nicht statthaft. Hier gelten andere Ma\u00dfst\u00e4be. Die von Brantl verteidigten normativen Aussagen geh\u00f6ren eher zur Gattung der\u00a0Kirchengebote.\u00a0Es sind Gebote, die von der kirchlichen Hierarchie den Gl\u00e4ubigen auferlegt werden, um bestimmte Gewohnheiten im Interesse der Identit\u00e4t eines Gemeinschaftserlebens zu fixieren.\u00a0Wer sich an sie h\u00e4lt, soll sicher sein, katholisch zu sein und katholisch zu bleiben. Der R\u00fcckgriff auf die katholische Identit\u00e4t hebelt die ethischen Einw\u00e4nde aus. Er exkludiert die Ketzer der Liebe und verwandelt deren Ringen um W\u00fcrde in ein partikulares Interesse. Die Missachtung der Anliegen sexueller Minderheiten wird zum katholischen Erfahrungsvorsprung umgedeutet. Die Morallehre verkriecht sich ins katholische Schneckenhaus.<\/p>\n<h3>Negierte Ph\u00e4nomene<\/h3>\n<p>Dieses vierte Hindernis der Identit\u00e4t hat eine Eigenschaft, die es besonders t\u00fcckisch macht. \u00dcber die Frage, wie aus exegetischer oder naturrechtlicher Perspektive queere Lebensweisen zu beurteilen sind, l\u00e4sst sich in der theologisch-ethischen Debatte mit Argumenten trefflich streiten. Ein bibel- oder humanwissenschaftlicher Erkenntnisgewinn kann zu ver\u00e4nderten Urteilen f\u00fchren. Auf diese Weise ist in die Bewertung von Homosexualit\u00e4t ohne Zweifel Bewegung in die katholische Theologie gekommen. Wird hingegen konfessionelle Identit\u00e4t zum Kriterium, geraten solche Erkenntnisse ins Hintertreffen \u2013 was sich daran zeigt, dass sie relativiert oder mitunter vollends in Frage gestellt werden. Wie durch Semantik Homo- und Transsexualit\u00e4t negiert werden k\u00f6nnen, zeigt die Aussage, man wolle Personen \u201eseelsorglich und psychologisch\u201c begleiten, die \u201ehomosexuelle oder transsexuelle Empfindungen haben\u201c.<\/p>\n<p>Das entspricht dem an dieser Stelle von vielen 1997 unbemerkt ge\u00e4nderten Katechismus, der nur\u00a0tiefsitzende homosexuelle Tendenzen\u00a0kennt, die\u00a0objektiv ungeordnet\u00a0sind (KKK 2358) \u2013 und nicht mehr, wie zuvor, von einer\u00a0nicht selbstgew\u00e4hlten Veranlagung\u00a0spricht. Das hei\u00dft: Es geht nicht um\u00a0die Empfindungen Homo- oder Transsexueller, sondern um\u00a0homo- oder transsexuelle Empfindungen. Wird so gesprochen, um das Subjekt wieder wegen seiner nonkonformen Empfindungen (und die daraus folgenden sexuellen Handlungen) beschuldigen zu k\u00f6nnen? Oder soll die Option der Konversion (oder zumindest der Enthaltsamkeit) propagiert werden?<\/p>\n<p>Ein Zeichen von Negation ist auch, den Erfahrungen und Empfindungen\u00a0queerer\u00a0Personen in der Theologie keinen Raum zu gew\u00e4hren. Darum lernt man viel mehr \u00fcber das Wesen der menschlichen Liebe in der Literatur als in kirchlichen Dokumenten oder theologischen Traktaten. Soll die Akzeptanz sexueller Vielfalt und fluider Geschlechtlichkeit in der Glaubensgemeinschaft keine Heimat finden, weil man f\u00fcrchtet, damit deren tradierte Identit\u00e4t und festgef\u00fcgte asymmetrische Ordnung aufs Spiel zu setzen? Ich vermute, dieses Motiv steht vielfach hinter der Kritik an Ver\u00e4nderungen der Doktrin. Wer autonom leben will, k\u00f6nne und solle dies in der modernen Gesellschaft an anderer Stelle tun.\u00a0Diese gegenkulturelle Strategie im Umgang mit Diversit\u00e4t mag sozialpsychologisch oder kirchenpolitisch nachvollziehbar sein, moraltheologisch sehe ich kein \u00fcberzeugendes Argument, sich nicht endlich auf die Seite der Ketzer der Liebe zu schlagen.<\/p>\n<p>Die zu Beginn zitierte Formel des Katechismus (Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, muss seine Geschlechtlichkeit anerkennen und annehmen) entpuppt sich als Formel zur Verhinderung der Anerkennung und Annahme von Vielfalt und Diversit\u00e4t im Bereich von Sexualit\u00e4t und Geschlechtlichkeit. Sie geht von einer sexualethischen Pflicht des Individuums gegen\u00fcber einer bestimmten mit der Zweigeschlechtlichkeit der Spezies verbundenen Differenz zwischen weiblichen und m\u00e4nnlichen K\u00f6rpern aus. In einer Ethik der Autonomie lautet die Norm: Du sollst jeden Menschen als Person achten und die seine W\u00fcrde sch\u00fctzenden Rechte anerkennen und respektieren, ungeachtet seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentit\u00e4t. Nicht die Anatomie des anderen K\u00f6rpers setzt meiner (sexuellen) Selbstbestimmung Grenzen, sondern die Freiheit der anderen Person.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Selten hei\u00dft schlie\u00dflich nicht seltsam oder monstr\u00f6s. Selten hei\u00dft nur selten. Es sind wom\u00f6glich nur Menschen, \u00fcber die seltener Geschichten erz\u00e4hlt werden.\u201c Carolin Emcke, 2017, 140. 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