{"id":35020,"date":"2023-10-12T09:39:48","date_gmt":"2023-10-12T07:39:48","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=35020"},"modified":"2024-12-04T14:55:42","modified_gmt":"2024-12-04T13:55:42","slug":"die-geschichtsphilosophie-von-karl-marx-eine-nachzeichnung-der-hauptlinien","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-geschichtsphilosophie-von-karl-marx-eine-nachzeichnung-der-hauptlinien\/","title":{"rendered":"The Philosophy of History by Karl Marx"},"content":{"rendered":"<p>Die Frage nach der Geschichtsphilosophie von Karl Marx ist f\u00fcr jede systematisch orientierte Besch\u00e4ftigung mit seinem Werk zentral. Eine geschichtsphilosophische\u00a0Fundierung des Marxschen Denkens erscheint mit dem von ihm selbst propagierten Anspruch, keine Philosophie mehr zu sein, als unvereinbar. Fasst man das Marxsche Theorieprogramm als Philosophie auf, bleibt zu kl\u00e4ren, ob er eine plausible philosophische Konzeption historischer Prozesse vorgelegt hat. Dabei geht es um die Phase der Selbstverwirklichung der menschlichen Gattung, die sich unter den Vorzeichen der Entfremdung und Verdinglichung vollzieht.<\/p>\n<h3>Einleitung<\/h3>\n<p>Wenn Marx von Geschichte spricht, ist immer die als \u201eVorgeschichte\u201c (MEGA2\u00a0II.2, 101) bezeichnete Phase gemeint, in der die Menschen sich ihr Gattungswesen und damit auch ihre Geschichte noch nicht bewusst angeeignet haben. In der marxistischen Orthodoxie kommt dem sogenannten \u201eFeuerbach-Kapitel\u201c in dem 1932 von den damaligen Editoren zu einem einheitlichen Werk namens\u00a0Die Deutsche Ideologie\u00a0transformierten Buch die Rolle eines Gr\u00fcndungsdokuments zu. Darin sei, so die Behauptung, der Grundstein des sogenannten \u201ehistorischen Materialismus\u201c gelegt worden, welcher im Kern die marxistische Geschichtskonzeption darstelle. Sie sei von da an \u2013 die Manuskripte zur deutschen Ideologie entstehen im Zeitraum 1845\u20131847 \u2013 das Herzst\u00fcck der durch Friedrich Engels und Karl Marx stetig weiter entwickelten materialistischen Theorie gewesen.<\/p>\n<p>In der Tat l\u00e4sst sich im Marxschen Denken eine metaphysisch anspruchsvolle Geschichtsphilosophie nachweisen. Diese ist durch die spezifisch linkshegelianische Interpretation der Philosophie Hegels sowie die damalige Debattenlage gepr\u00e4gt. Das in der Rezeption tradierte Bild des historischen Materialismus muss dagegen als Artefakt der Editionsentscheidungen der Nachlassverwalter des Marxschen Werkes im 20. Jahrhundert im Zusammenspiel mit den theoretischen und politisch-praktischen Bed\u00fcrfnissen der Hauptvertreter des Marxismus-Leninismus zur\u00fcckgewiesen werden. Marx wollte seine philosophische Anthropologie des Gattungswesens empirisch fundieren. Aber der geschichtsphilosophisch gewendete Essentialismus seiner 1844 in Paris entwickelten Konzeption pr\u00e4gt das Marxsche Denken bis in seine Kritik der politischen \u00d6konomie hinein entscheidend.<\/p>\n<h3>Deutsche Ideologie<\/h3>\n<p>Die Grundz\u00fcge ihrer Geschichtsphilosophie entwickeln Engels und Marx in Auseinandersetzung mit Feuerbach; die diversen Textfragmente wurden von sp\u00e4teren Herausgebern dann als erstes Kapitel der\u00a0Deutschen Ideologie\u00a0unter dem Namen \u201eFeuerbach-Kapitel\u201c zusammengestellt. Aufgrund der \u00fcberaus komplizierten Quellenlage muss jeder Antwort auf die Frage nach der Geschichtsphilosophie in diesen Manuskripten eine Bemerkung zur Editionslage vorangestellt werden.<\/p>\n<p>Als\u00a0Die Deutsche Ideologie\u00a01932 in zwei voneinander abweichenden Ausgaben posthum erscheint, vereinen sich in ihr drei sich gegenseitig durchdringende und wechselseitig st\u00fctzende Mythen. Der erste Mythos besagt, es habe sich bei diesen Manuskripten um eine unver\u00f6ffentlichte, im Wesentlichen aber von Engels und Marx fertiggestellte Monografie gehandelt. Dem zweiten Mythos zufolge enth\u00e4lt diese Monografie die Grundlage des Marxismus in Gestalt einer von Friedrich Engels sp\u00e4ter \u201ehistorischer Materialismus\u201c getauften Geschichtskonzeption. Den Ort, an dem dieser Theorieschatz zu heben sei, nennt der dritte Mythos: im sogenannten \u201eFeuerbach-Kapitel\u201c.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser drei Mythen versuchten die diversen Editionen des 20. Jahrhunderts, um das immer st\u00e4rker werdende Bed\u00fcrfnis nach einer festen Grundlage f\u00fcr den sich entwickelnden Marxismus zu stillen, das unterstellte Werk aus den Manuskripten zu vollenden. Entscheidend f\u00fcr dieses Projekt war es, aus den Theoriefragmenten, in denen Engels und Marx ihre eigene Geschichtskonzeption in Abgrenzung zum Linkshegelianismus zu entwerfen versuchten, ein konsistentes Kapitel zu komponieren. Die mittlerweile vorliegende Kritische Edition hat den ersten und den dritten Mythos als haltlos erwiesen. Damit wird auch dem zweiten Mythos, d. h. dem Lehrgeb\u00e4ude des sogenannten historischen Materialismus, die Grundlage entzogen.<\/p>\n<p>Die Herausgeber der Kritischen Edition haben die diversen Manuskripte zu Feuerbach als eigenst\u00e4ndige Fragmente sichtbar gemacht und zugleich in ihren sachlichen Zusammenhang gestellt. In diesem Konvolut zu Feuerbach finden sich die zentralen Elemente der Geschichtskonzeption von Engels und Marx. Die Verfasser legen gro\u00dfen Wert darauf, dass jede Geschichtstheorie von kooperierenden Menschen und sozialer Interaktion ausgehen muss. Sie identifizieren drei wesentliche Momente der geschichtlichen Entwicklung: Jede Gesellschaft zeichne sich zu einem gegeben historischen Zeitpunkt ihrer Entwicklung durch eine spezifische historische Entwicklungsform der drei Grundmomente Produktivkraft, gesellschaftlicher Zustand und Bewusstsein, d. h. eine spezifische Form der gesellschaftlichen Selbstinterpretation und -organisation (in rechtlichen, moralischen, politischen oder religi\u00f6sen, d. h. ideologischen Formen) aus.<\/p>\n<p>Mit der Produktion sind die Selbsterhaltung der Individuen durch Arbeit sowie die Reproduktion der Gattung, beides soziale Verh\u00e4ltnisse, gemeint. Die von Engels und Marx skizzierte Geschichtskonzeption unterscheidet sich von der idealistischen Geschichtsphilosophie, indem das Bewusstsein der Menschen weder der erste, noch der prim\u00e4re, noch ein von den anderen Faktoren unabh\u00e4ngiger Faktor ist. Das Bewusstsein des Menschen ist als ein von der physischen Beschaffenheit des Menschen und seiner Umwelt gepr\u00e4gtes sowie ein soziales, durch Anerkennungsprozesse vermitteltes Ph\u00e4nomen auch im materialistischen Geschichtsmodell eine relevante Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Die arbeitsteilige Verfasstheit der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft ist f\u00fcr Engels und Marx \u2013 neben dem Privateigentum \u2013 einer der wichtigsten Faktoren zur Erkl\u00e4rung der Entfremdung des Menschen. Sobald in einer Gesellschaft die Trennung von materieller und geistiger Arbeit vollzogen ist, muss das sich verselbst\u00e4ndigende Bewusstsein zur Erkl\u00e4rung der geschichtlichen Ver\u00e4nderungen mit in Betracht gezogen werden, auch wenn es in einer materialistischen Theorie nicht als autark gelten kann. Es h\u00e4ngt von der spezifischen Konstellation von Produktionskraft und gesellschaftlichem Zustand ab, welche kausale Rolle das Bewusstsein im Lauf der Geschichte einnimmt. Diese spezifische Konstellation determiniert zwar nicht, welche kausale Rolle das Bewusstsein konkret einnehmen wird, grenzt aber seinen Wirkungskreis und Inhalt ein.<\/p>\n<p>Dem von Engels und Marx verwendeten Geschichtsbegriff zufolge sind geschichtliche Ereignisse Handlungen von Menschen, die Neues im Sinne der Ver\u00e4nderung der Gesamtkonstellation der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft \u00fcber den Generationenwechsel hinweg hervorbringen. Es handelt sich um Ver\u00e4nderungen, deren Zustandekommen man durch die drei von ihnen identifizierten Momente erkl\u00e4ren kann. Sie entwickeln eine empirisch informierte Geschichtsphilosophie, die an historischen und naturwissenschaftlich feststellbaren Tatsachen ausgerichtet ist. Dabei gehen sie in ihren \u00ad\u00dcberlegungen auch der Frage nach dem Ursprung der Entfremdung nach. Sie berufen sich auf anthropologische und biologische, jedenfalls kontingente und empirisch \u00fcberpr\u00fcfbare Aspekte, um eine Erkl\u00e4rungsl\u00fccke in der von Marx 1844 entworfenen Entfremdungskonzeption zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Engels und Marx betonen mit ihrer Rede vom \u201esozialen Verh\u00e4ltnis\u201c (MEGA2\u00a0I.5, 28) und der \u201esozialen T\u00e4tigkeit\u201c (ebd.), dass die Geschichtsphilosophie keine apriorischen Robinsonaden der Vertragstheorie entwerfen d\u00fcrfe (und solcher Konstrukte auch nicht bed\u00fcrfe). Ihnen zufolge k\u00f6nnen die von ihnen identifizierten Grundlagen kontingent sein (es handelt sich also nicht um ahistorische Grundverfasstheiten des Menschen). Au\u00dferdem l\u00e4sst ihre Konzeption es zu, dass sie im Laufe der Geschichte in ganz unterschiedliche Auspr\u00e4gungen auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Engels und Marx bestimmen ihren Begriff von Geschichte zum einen negativ durch Abgrenzung von der idealistischen Geschichtsphilosophie. Sie werfen der \u201egro\u00dfe[n] historische[n] Weisheit der Deutschen\u201c (MEGA2\u00a0I.5, 27) vor, in das Apriorische und Spekulative zu fl\u00fcchten, \u201eweil sie da sicher zu sein glaubt vor den Eingriffen des \u201arohen Faktums\u2018\u201c (ebd.). Als idealistisch attackieren Engels und Marx solche Geschichtskonzeptionen, in denen das Selbstbewusstsein, die Vernunft oder Ideen in der Geschichte als autarke Kr\u00e4fte fungieren. Dagegen grenzen sie ihre eigene Konzeption durch den Hinweis auf die Abh\u00e4ngigkeit des Bewusstseins und der Gesellschaftsformation von den Produktionsverh\u00e4ltnissen ab. Zum anderen bestimmen sie ihren Geschichtsbegriff positiv mittels dreier Merkmale: Charakteristisch f\u00fcr einen Prozess als \u201egeschichtlich\u201c ist\u00a0erstens, dass es menschliches Handeln darstellt \u2013 Engels und Marx sprechen durchgehend von der geschichtlichen Tat.\u00a0Zweitens\u00a0muss es eine Handlung sein, die eine Ver\u00e4nderung bzw. etwas \u201eNeues\u201c hervorbringt, die\u00a0drittens\u00a0\u00fcber Generationen hinweg wirkt.<\/p>\n<p>Haben Engels und Marx mit ihrer neuen Konzeption den Bereich der Geschichtsphilosophie generell verlassen? Oder ist ihre Kritik nur gegen deren idealistische Varianten gerichtet? Ihre Kritik ist jedenfalls mit einer auf Fortschritt ausgerichteten Interpretation der Geschichte vertr\u00e4glich. Da die Marxsche Metaphysik des Gattungswesens eine teleologische Struktur besitzt, ist eine szientistische Verengung der Position von Engels und Marx hermeneutisch unplausibel. Auch die Behauptung der beiden, ohne zureichende Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte und eine weltgeschichtlich universale Revolution k\u00f6nne eine Umw\u00e4lzung der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse nicht gelingen, weil \u201emit der\u00a0Nothdurft\u00a0auch der Streit um das Nothwendige wieder beginnen u. die ganze alte Scheisse sich herstellen m\u00fc\u00dfte\u201c (MEGA2\u00a0I.5, 38), ist mit einer teleologischen Erkl\u00e4rung der Geschichte vereinbar. Denn mit dieser drastisch formulierten Behauptung ist nur gesagt, dass die Aufhebung der Entfremdung materielle Vorbedingungen hat und es f\u00fcr sie keine philosophische Erfolgsgarantie gibt: Scheitert die Revolution, stellen sich die Entfremdungsph\u00e4nomene wieder ein.<\/p>\n<p>Die These, dass bei Engels und Marx mehr im Spiel ist als eine rein empirische und \u201anaturwissenschaftliche\u2018 Erkl\u00e4rung historischer Ereignisse, wird durch das folgende Zitat belegt:<\/p>\n<p>\u201e\u00dcbrigens ist es ganz einerlei was das Bewu\u00dftsein alleene anf\u00e4ngt, wir erhalten aus diesem ganzen Dreck nur das eine Resultat, da\u00df diese drei Momente, die Produktionskraft, der gesellschaftliche Zustand, &amp; das Bewu\u00dftsein in Widerspruch unter einander gerathen k\u00f6nnen &amp; m\u00fcssen, weil mit der\u00a0Theilung der Arbeit\u00a0die M\u00f6glichkeit, ja die Wirklichkeit gegeben ist, da\u00df die geistige &amp; materielle Th\u00e4tigkeit da\u00df der Genu\u00df &amp; die Arbeit, Produktion &amp; Consumtion verschiedenen Individuen zufallen, &amp; die M\u00f6glichkeit, da\u00df sie nicht in Widerspruch gerathen, nur darin liegt, da\u00df die Theilung der Arbeit wieder aufgehoben wird.\u201c (MEGA2\u00a0I.5, 32)<\/p>\n<p>Die hier zu beobachtende H\u00e4ufung modaler Ausdr\u00fccke verweist auf die essentialistische Metaphysik des Gattungswesens. Es sind vor allem die Kategorie des Widerspruchs und die \u2013 im n\u00e4chsten Zitat verwendete \u2013 Kategorie der Totalit\u00e4t, die ein Beweisziel formulieren, welches kategorial au\u00dferhalb der Reichweite rein empirisch ausgerichteter Theorien liegt:<\/p>\n<p>\u201eDiese Geschichtsauffassung beruht also darauf, den wirklichen Produktionsproze\u00df, &amp; zwar von der materiellen Produktion des unmittelbaren Lebens ausgehend, zu entwickeln &amp; die mit dieser Produktionsweise zusammenh\u00e4ngende &amp; von ihr erzeugte Verkehrsform, also die b\u00fcrgerliche Gesellschaft in ihren verschiedenen Stufen als Grundlage der ganzen Geschichte aufzufassen &amp; sie sowohl in ihrer Aktion als Staat darzustellen, wie die s\u00e4mmtlichen verschiedenen theoretischen Erzeugnisse &amp; Formen des Bewu\u00dftseins, Religion, Philosophie, Moral &amp;c &amp;c aus ihr zu erkl\u00e4ren u. ihren Entstehungsproze\u00df aus ihnen zu verfolgen, wo dann nat\u00fcrlich auch die Sache in ihrer Totalit\u00e4t (u. darum auch die Wechselwirkung dieser verschiednen Seiten auf einander) dargestellt werden kann.\u201c (MEGA2\u00a0I.5, 45)<\/p>\n<p>Die von Engels und Marx vorgelegte Geschichtskonzeption sollte deshalb als eine empirisch informierte, an historischen und naturwissenschaftlich feststellbaren Tatsachen ausgerichtete Geschichtsphilosophie\u00a0verstanden werden. Dar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt sie eine Teilantwort auf die Frage nach Ursprung und Notwendigkeit der Entfremdung. Sie wird in den Manuskripten von 1845\u201347 in der biologischen Verfasstheit des Menschen sowie in kontingenten Ereignissen verortet. Einmal entstanden, entfaltet sie sich in den sozialen Institutionen der Arbeitsteilung und des Privateigentums bis zu dem Entwicklungsstadium, in dem die Voraussetzungen ihrer Aufhebung vorliegen.<\/p>\n<p>Bis heute sind viele Interpreten der Ansicht, dieses Theorieprogramm stelle \u00fcberhaupt keine Form der Philosophie, a fortiori also auch keine\u00a0Geschichtsphilosophie mehr dar. Stattdessen liege mit dem historischen Materialismus eine empirisch fundierte, funktional analysierende und mit kausal explanatorischen sowie prognostischen Aufgaben betraute Konzeption ohne metaphysische Anleihen vor. Unsere Diagnose f\u00e4llt entgegengesetzt aus. Wenn man, und dies ist wissenschaftlich alternativlos, die Relevanz der kritischen Textedition anerkennt, f\u00fchrt kein Weg an der Einsicht vorbei, dass 1843 bis 1847 die formativen Jahre des geschichtsphilosophischen Denkens von Engels und Marx gewesen sind. Eine materialistische Wende, die sich der Narration des orthodoxen Marxismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts zufolge in einem Buch\u00a0Die Deutsche Ideologie\u00a0vollzogen haben soll, l\u00e4sst sich nicht nachweisen.<\/p>\n<p>Die mit den Textbefunden der Kritischen Ausgabe am besten vertr\u00e4gliche Deutung ist vielmehr, dass wir es mit einem durch die linkshegelianischen Debatten vorangetriebenen Prozess zu tun haben, in dem Marx seiner von Hegel inspirierten philosophischen Anthropologie gemeinsam mit Engels eine empirische Plausibilisierung gegeben und mit dem Proletariat einen politischen Tr\u00e4ger eingeschrieben hat. An den f\u00fcr ihre philosophische Explikation der Vorgeschichte einschl\u00e4gigen Stellen finden sich stets modale Aussagen und aus der Hegelschen Philosophie entnommene philosophische Theoreme, die sich nahtlos der von Marx entwickelten Metaphysik des menschlichen Gattungswesens einf\u00fcgen lassen. In dieser Linie stellt die Kritik der politischen \u00d6konomie von Marx den Versuch dar, die kausalen Implementierungsmechanismen, durch die sich das menschliche Gattungswesen in den \u00f6konomischen Prozessen empirisch Bahn bricht, in Form einer kritischen Sozialphilosophie zu bestimmen.<\/p>\n<h3>Kritik der politischen \u00d6konomie<\/h3>\n<p>Ab 1850 widmet Marx sich seinem philosophischen Forschungsprogramm einer Kritik der politischen \u00d6konomie, welches er bis zu seinem Tode betreibt und unvollendet hinterl\u00e4sst. In diesen drei Jahrzehnten verfasst Marx zum Broterwerb journalistische Arbeiten und ist immer wieder auch als Organisator der Arbeiterbewegung politisch und publizistisch aktiv. Doch der Schwerpunkt seiner theoretischen Forschungen liegt auf seiner Analyse des Kapitalismus. W\u00e4hrend dieser drei\u00dfig Jahre \u00e4ndern sich das Gesamtkonzept und die Publikationsstrategie von Marx mehrfach. Der Anspruch aber, eine empirisch fundierte und interdisziplin\u00e4r informierte Theorie des Kapitalismus in Form einer kritischen Sozialphilosophie zu entwickeln, die zugleich das Potential hat, revolution\u00e4re politische Ver\u00e4nderungen anzuleiten, bleibt durch die unver\u00f6ffentlichten Entw\u00fcrfe, Manuskripte und Exzerpte hindurch konstant. Erschienen ist von diesem Forschungsprogramm zu Lebzeiten von Marx nur eine kurze Monografie mit dem Titel\u00a0Zur Kritik der politischen \u00d6konomie: Erstes\u00a0Heft\u00a0im Jahre 1859 sowie\u00a0Das Kapital, welches 1867 in erster und 1872 in zweiter Auflage von ihm selbst ver\u00f6ffentlicht werden konnte.<\/p>\n<p>Neben dieser Ausgabe in Erstauflage und letzter Hand kommt noch die franz\u00f6sische \u00dcbersetzung, die \u2013 parallel zur zweiten deutschsprachigen Auflage \u2013 ab 1872 von Marx vorbereitet erscheint. Alle weiteren Auflagen und \u00dcbersetzungen des ersten Bandes von\u00a0Das Kapital\u00a0sind editionsphilologisch problematisch. Dies gilt auch f\u00fcr den zweiten und den dritten Band des\u00a0Kapital, die Friedrich Engels aus dem Nachlass von Marx herausgibt sowie f\u00fcr den sogenannten vierten Band des\u00a0Kapital, der unter dem Titel\u00a0Theorien \u00fcber den Mehrwert\u00a0von Karl Kautsky in den Jahren 1905\u20131910 in vier B\u00e4nden aus dem Nachlass herausgegeben worden ist. Mittlerweile liegen die Texte von Karl Marx, die zu seinem Programm einer Kritik der politischen \u00d6konomie zu z\u00e4hlen sind, in Kritischer Edition in der zweiten Abteilung der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA2) vollst\u00e4ndig vor. Damit hat die Marxforschung nun die M\u00f6glichkeit, die originalen Texte von Marx und die verschiedenen editorisch bearbeiteten Versionen seines Hauptwerks\u00a0Das Kapital\u00a0auf der soliden Grundlage einer wissenschaftlich edierten Ausgabe zu rezipieren.<\/p>\n<p>1867 ist es endlich so weit. Gedr\u00e4ngt von seinen Freunden und Mitstreitern, die endlich dem Proletariat und deren politischer F\u00fchrung die theoretischen Grundlagen der Kapitalismuskritik bereitstellen wollen, ver\u00f6ffentlicht Karl Marx\u00a0Das Kapital, den ersten Band seiner Kritik der politischen \u00d6konomie. Er tut dies im Grunde widerwillig, weil er seine Theorie als eine holistische Ganzheit (durchaus im Sinne des Hegelschen Systems) versteht, deren einzelne Teile sich in ihrer Bedeutung nur als Momente des Ganzen erfassen lassen. In diesem Buch verbinden sich drei Anspr\u00fcche miteinander: die theoretische Durchdringung des gegenw\u00e4rtigen Kapitalismus als einer sich ausdifferenzierenden und selbst stabilisierenden Totalit\u00e4t, die philosophische Kritik dieser Gesellschafts- und Produktionsform als eine dem Menschen inad\u00e4quate Lebensform sowie die Grundlegung einer wissenschaftlich angeleiteten politischen Praxis zur \u00dcberwindung des Kapitalismus.<\/p>\n<p>Karl Marx versteht den Kapitalismus seiner Gegenwart als letzte Stufe der Vorgeschichte, in der \u201ealle Produktivkr\u00e4fte entwickelt\u201c sind. Es handelt sich ihm zufolge um die \u201eletzte antagonistische Form des gesellschaftlichen Produktionsprozesses\u201c, deren \u00dcberwindung zugleich die \u00dcberwindung der antagonistisch getriebenen historischen Entwicklung darstellt. \u201eVorgeschichte\u201c ist diese, so ist Marx zu verstehen, weil sich die Menschheit in ihr bisher nicht hat ad\u00e4quat realisieren k\u00f6nnen. Damit sind die Rahmenbedingungen f\u00fcr unsere Frage nach den \u00adgeschichtsphilosophischen Annahmen und Konzeptionen, mit denen Marx im\u00a0Kapital\u00a0operiert, genannt.<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage ist nun, an welcher Stelle und auf welcher Ebene seiner Analyse des Kapitalismus seine Geschichtsphilosophie in die Kritik der politischen \u00d6konomie eingelassen ist. Bevor dargestellt wird, wo sich die geschichtsphilosophische Rahmung von Marx\u2019 Kritik der politischen \u00d6konomie finden l\u00e4sst, gehe ich kurz auf zwei in der Marxforschung zwar weit verbreitete, systematisch aber irref\u00fchrende Vorschl\u00e4ge ein. Die Gr\u00fcnde, weshalb beide Vorschl\u00e4ge weder zur Struktur der Marxschen Argumentation noch zu seinem methodischen Selbstverst\u00e4ndnis passen, werden im dritten Schritt erl\u00e4utert. Dabei wird zugleich eine alternative Antwort auf die Frage nach der geschichtsphilosophischen Dimension des\u00a0Kapital\u00a0unterbreitet.<\/p>\n<p>Den\u00a0ersten\u00a0Vorschlag hat Engels als logisch-historische Methode unterbreitet.\u00a0Wenn\u00a0die historische Entwicklung von einfachen zu immer komplexeren gesellschaftlichen Strukturen fortschreitet,\u00a0und wenn\u00a0dies mit der begrifflich-philosophischen Entwicklung der Kategorien, die Marx im\u00a0Kapital\u00a0in seiner Kritik der politischen \u00d6konomie entfaltet, vom Abstrakten zum Konkreten gleichgesetzt werden kann,\u00a0dann\u00a0stellt die begrifflich-kategoriale Entwicklung zugleich die Explikation der geschichtsphilosophisch identifizierbaren Merkmale der historischen Prozesse dar.<\/p>\n<p>Alternativ (oder auch erg\u00e4nzend) zu der Deutung von Engels ist\u00a0zweitens\u00a0versucht worden, das von Marx im\u00a0Kapital\u00a0\u00fcberaus reichliche Material der empirischen, in erster Linie sozialwissenschaftlichen und historischen Forschung, als Ort seiner Geschichtsphilosophie innerhalb des Programms einer Kritik der politischen \u00d6konomie zu begreifen. Diese Strategie ist dadurch motiviert, dass Karl Marx nach 1845 immer wieder bekundet hat, keine philosophische Theoriebildung mehr betreiben, sondern eine andere Art von Wissenschaft verfolgen zu wollen. F\u00fcr diese Deutung spricht prima facie zudem, dass Marx im\u00a0Kapital\u00a0in der Tat umfangreiche empirische Daten und Quellen heranzieht. Gegen diesen Versuch, aus der Kritik der politischen \u00d6konomie eine Art empirische Einzelwissenschaft zu machen, sprechen jedoch sowohl der begriffliche Aufbau, den Marx im\u00a0Kapital\u00a0entfaltet, als auch die Tatsache, dass eine empirisch-historische Darstellung gar keine Geschichtsphilosophie\u00a0darstellt. Beachtet man jedoch die modale Geltungsst\u00e4rke der Marxschen Aussagen, dann lassen sich seine Annahmen nicht auf eine empirische Darstellung historischer Prozesse reduzieren. Ganz im Einklang mit dem von Engels und Marx in den Jahren 1845\u201347 entworfenen Forschungsprogramm will Marx durch die angef\u00fchrten Daten die eigene philosophische Theoriebildung mittels empirischer Forschungsergebnisse absichern und plausibilisieren.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00f6chte ich im\u00a0dritten\u00a0Schritt nun eine Alternative vorstellen, die sowohl zur Argumentationsstruktur im\u00a0Kapital\u00a0als auch zum ber\u00fchmten Vorwort der\u00a0Kritik der politischen \u00d6konomie: Erstes\u00a0Heft\u00a0aus dem Jahre 1859 passt. Dort hatte Marx, seine eigene Methode zusammenfassend, geschrieben (die Kursivierungen sind meine Hervorhebungen; MQ):<\/p>\n<p>\u201eEine Gesellschaftsformation geht\u00a0nie\u00a0unter, bevor\u00a0alle\u00a0Produktivkr\u00e4fte entwickelt sind, f\u00fcr die sie weit genug ist und neue h\u00f6here Produktionsverh\u00e4ltnisse treten\u00a0nie\u00a0an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoo\u00df der alten Gesellschaft selbst ausgebr\u00fctet worden sind. [\u2026] Die b\u00fcrgerlichen Produktionsverh\u00e4ltnisse sind\u00a0die letzte antagonistische Form\u00a0des gesellschaftlichen Produktionsprocesses [\u2026]. Mit dieser Gesellschaftsform\u00a0schlie\u00dft daher die Vorgeschichte der menschlichen Gesellschaft ab.\u201c\u00a0(MEGA2\u00a0II.2, 101)<\/p>\n<p>Die Operatoren \u201ealle\u201c, \u201enie\u201c und \u201eletzte\u201c lassen sich durch den Rekurs auf empirische Daten nicht begr\u00fcnden, sondern bed\u00fcrfen st\u00e4rkerer Pr\u00e4missen. Es liegt nahe, diese als geschichtsphilosophische Grundlage anzusehen, die f\u00fcr ihre Begr\u00fcndung ihrerseits philosophischer Voraussetzungen bedarf. Auch die Redeweise von der \u201eVorgeschichte der menschlichen Gesellschaft\u201c unterstellt, zumal diese Produktionsweise zum Zeitpunkt der \u00c4u\u00dferung dieser Behauptung ja real existiert, ein geschichtsphilosophisch fundiertes Phasenmodell.<\/p>\n<p>Im zweiten Abschnitt des sechsten Kapitels handelt Marx im\u00a0Kapital\u00a0die s. g. \u201e\u201aUrspr\u00fcngliche\u2018 Accumulation\u201c (MEGA2\u00a0II.5, 574) ab. Unter \u201eurspr\u00fcngliche Accumulation\u201c wird \u201eder\u00a0historische Scheidungsproze\u00df von Producent und Produktionsmittel\u201c verstanden (MEGA2\u00a0II.5, 575). In diesem Prozess spielt \u201eGewalt die gro\u00dfe Rolle\u201c (MEGA2\u00a0II.5, 575) und er \u201eerscheint als \u201aurspr\u00fcnglich\u2018, weil er die\u00a0Vorgeschichte des Kapitals\u00a0und der ihm entsprechenden Produktionsweise bildet\u201c (ebd.; vgl. auch MEGA2\u00a0II.5, 608). Solange die kapitalistische Gesellschaftsform noch dabei ist, sich herauszubilden, nutzt die Bourgeoisie die \u201eStaatsgewalt, um den\u00a0Arbeitslohn zu \u201areguliren\u2018\u201c und den Arbeitstag zu verl\u00e4ngern; ein \u2013 wie Marx in diesem Zusammenhang schreibt \u2013 \u201ewesentliches Moment der s. g.\u00a0urspr\u00fcnglichen Accumulation\u201c (MEGA2\u00a0II.5, 592). In seiner Darstellung der historischen Vorgeschichte des Kapitalismus beschr\u00e4nkt Marx sich auf die Benennung der entscheidenden Phasen:<\/p>\n<p>\u201eHistorisch epochemachend in der Geschichte des Scheidungsprozesses sind die Momente, worin gro\u00dfe Menschenmassen pl\u00f6tzlich und gewaltsam von ihren Subsistenz- und Produktionsmitteln geschieden und als vogelfreie Proletarier auf den Arbeitsmarkt geschleudert werden.\u201c (MEGA2\u00a0II.5, 576)<\/p>\n<p>Wichtig f\u00fcr unseren Zusammenhang ist dabei, dass Marx sich dezidiert gegen die Identit\u00e4t von begrifflich-philosophischer und historischer Entwicklung ausspricht: Diese \u201eGeschichte nimmt in verschiednen L\u00e4ndern verschiedne F\u00e4rbung an und durchl\u00e4uft die verschiedenen Phasen in verschiedner Reihenfolge\u201c (ebd.). Die \u201eklassische Form\u201c (ebd.), welche Marx dabei England attestiert, kann nicht aus dem empirischen Material induktiv gewonnen worden sein, sondern stellt eine Ordnungsleistung seiner begrifflich-logischen Theoriebildung dar. Ist die kapitalistische Produktionsform etabliert, wird die Gewalt abgel\u00f6st durch Sozialisation:<\/p>\n<p>\u201eIm Fortgang der kapitalistischen Produktion entwickelt sich eine Arbeiterklasse, die aus Erziehung, Tradition, Gewohnheit die Anforderungen jener Produktionsweise als selbstverst\u00e4ndliche Naturgesetze anerkennt.\u201c (MEGA2\u00a0II.5, 591)<\/p>\n<p>Neben diesen Prozess einer Internalisierung der Herrschaftsverh\u00e4ltnisse tritt eine interne Weiterentwicklung: \u201eSobald die kapitalistische Produktion einmal auf eigenen F\u00fc\u00dfen steht erh\u00e4lt sie nicht nur jene Scheidung [von Arbeiter und Eigentum an den Verwirklichungsbedingungen der Arbeit; MQ], sondern\u00a0reproducirt sie auf stets wachsender Stufenleiter\u201c (MEGA2\u00a0II.5, 575). Dabei werden nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Kapitalisten selbst enteignet. Diese \u201eExpropriation\u00a0vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der\u00a0kapitalistischen Produktion selbst, durch\u00a0die Koncentration der Kapitalien\u201c (MEGA2\u00a0II.5, 609). Am Ende dieses Konzentrationsprozesses wird ein Zustand erreicht, in dem die \u201eKoncentration der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit [\u2026] unvertr\u00e4glich werden mit ihrer\u00a0kapitalistischen\u00a0H\u00fclle. Sie wird gesprengt. Die\u00a0Stunde des kapitalistischen Privateigenthums schl\u00e4gt. Die Expropriateurs werden expropriirt\u201c (MEGA2\u00a0II.5, 609). Erst das \u201eKapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgebl\u00fcht ist\u201c (ebd.).<\/p>\n<p>Mit dieser Aussage greift Marx s\u00e4mtliche im 1859er Vorwort genannten Aspekte wieder auf. Mit dem Monopol sind alle internen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten des Kapitalismus realisiert; diese Produktionsform ist daher in ihrem geschichtlichen Potential ersch\u00f6pft. Damit ist der Antagonismus dieser Produktionsform auf die Spitze getrieben und letztere muss in eine andere \u00fcbergehen, um f\u00fcr die vergesellschaftete Arbeit eine neue Form zu finden. Zu unterscheiden sind die \u201aurspr\u00fcngliche Akkumulation\u2019 als Vorgeschichte des Kapitalismus von dem gesamten, antagonistisch verfassten Prozess der Entwicklung der Produktionsweise bis hin zur kapitalistischen, die Marx als \u201eVorgeschichte der menschlichen Gesellschaft\u201c (MEGA2\u00a0II.2, 101) charakterisiert. Die Kennzeichnung \u201eVorgeschichte\u201c steht dabei f\u00fcr drei Merkmale: (i) die antagonistische Verfasstheit der Produktionsform, (ii) die Ungeplantheit sowie (iii) die analog zu Naturprozessen ungesteuert ablaufende Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit der historischen Entwicklung.<\/p>\n<p>Am Ende des Abschnitts \u00fcber die s. g. \u201e\u201aUrspr\u00fcngliche\u2018 Accumulation\u201c (MEGA2\u00a0II.5, 574) fasst Marx diese seiner\u00a0Kritik der politischen \u00d6konomie\u00a0zugrundeliegende geschichtsphilosophische Konzeption zusammen:<\/p>\n<p>\u201eDie kapitalistische Produktions- und Aneignungsweise, daher das\u00a0kapitalistische Privateigenthum, ist die\u00a0erste Negation des individuellen, auf eigne Arbeit gegr\u00fcndeten Privateigenthums. Die Negation der kapitalistischen Produktion wird durch sie selbst, mit der Nothwendigkeit eines Naturprozesses, producirt. Es ist\u00a0Negation der Negation. Diese stellt das\u00a0individuelle Eigenthum wieder her, aber auf Grundlage der Errungenschaften der kapitalistischen Aera, der\u00a0Cooperation freier Arbeiter und ihrem Gemeineigenthum an der Erde und den durch die Arbeit selbst producirten Produktionsmitteln.\u201c (MEGA2\u00a0II.5, 609f.)<\/p>\n<p>Die geschichtsphilosophische Dimension seiner Konzeption wird daran deutlich, dass Marx die beiden von ihm unterschiedenen Phasen (urspr\u00fcngliche Akkumulation und kapitalistische Produktionsform) mit den Mitteln der hegelschen Logik \u2013 als Negation und Negation der Negation \u2013 organisiert. Diesen sachlichen Zusammenhang zu entschl\u00fcsseln war f\u00fcr den damaligen Leser allerdings nahezu unm\u00f6glich. Der Sache nach handelt es sich um die Konzeption, die Marx in den \u00d6konomisch-philosophischen Manuskripten ausgearbeitet und, gemeinsam mit Friedrich Engels, in den Manuskripten zur Deutschen Ideologie weiterentwickelt hatte. Beide Texte erschienen erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, sodass den Rezipienten bis dahin das n\u00f6tige Hintergrundwissen fehlte, um die Grundlagen dieser Konzeption zu entschl\u00fcsseln. Marx hatte zwar in dem Vorwort seiner Schrift Zur Kritik der politischen Oekonomie\u00a0im Jahre 1859 auf diese Vorgeschichte hingewiesen. Dabei nannte er aber nur die in den\u00a0Deutsch-Franz\u00f6sischen Jahrb\u00fcchern\u00a0publizierten Texte von Engels und seiner selbst; au\u00dferdem verwies er auf die erst posthum unter dem Titel\u00a0Die Deutsche Ideologie\u00a0ver\u00f6ffentlichte \u201eKritik der nachhegelschen Philosophie\u201c nur mit dem Hinweis, dieses \u201eManuskript der nagenden Kritik der M\u00e4use\u201c (MEGA2\u00a0II.2, 102) \u00fcberlassen zu haben. Ohne den Diskussionskontext der Jahre 1844\u201347 vor Augen zu haben, ist es nicht m\u00f6glich, die philosophisch-anthropologischen Grundlagen der geschichtsphilosophischen Konzeption von Marx zu erkennen. Daher konnte es den zeitgen\u00f6ssischen Lesern nicht gelingen, die spezifische Art und Weise, mit der Karl Marx die hegelsche Dialektik zum Einsatz gebracht hat, zu entschl\u00fcsseln. Auf letzteres Problem versuchte er zwar im \u201eNachwort\u201c zur zweiten Auflage des\u00a0Kapital\u00a0zu reagieren (vgl. MEGA2\u00a0II.6, 709f.). Aber dies blieb letztlich f\u00fcr lange Zeit erfolglos \u2013 nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil Friedrich Engels und Karl Marx unausgesprochen unterschiedliche Auffassungen \u00fcber das Verh\u00e4lt\u00adnis von hegelscher und marxscher Dialektik hatten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage nach der Geschichtsphilosophie von Karl Marx ist f\u00fcr jede systematisch orientierte Besch\u00e4ftigung mit seinem Werk zentral. Eine geschichtsphilosophische\u00a0Fundierung des Marxschen Denkens erscheint mit dem von ihm selbst propagierten Anspruch, keine Philosophie mehr zu sein, als unvereinbar. 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